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Montag, 23. Februar 2026

Im Schlaf ans Ziel: ein Tagesausflug nach Wien mit dem Nachtzug

Wer mich kennt weiß: so pauschal bin ich verrückten Ideen nicht abgeneigt. Sogar ganz und gar nicht. So entstand dann wohl auch die Idee, an einem Freitag nach der Arbeit mit einer Freundin in Münster in den Nightjet zu steigen und am kommenden Tag in Wien wieder auszusteigen, um sich die österreichische Hauptstadt einmal anzuschauen. Und das genau für einen Tag, denn Abends sollte es mit dem gleichen Zug wieder zurückgehen.

Die Voraussetzungen für unsere Reise waren dabei ein wenig heikel. Am Tag zuvor hatte es in Österreich unerwartet starke Schneefälle gegeben, die Teile des Verkehrnetzes lahmgelegt hatten. Ein wenig Nervosität war also schon da - doch zu unserer großen Freude klappte alles super und wir kamen mit kaum Verspätung am Morgen im Wiener Hauptbahnhof an. 


Die Fahrt selbst war dabei auf jeden Fall ein Erlebnis. Wir hatten uns unter den verschiedenen Möglichkeiten für die Mini Cabin entschieden, die ideal für eine Reise zu zweit ist, da man zwei Kabinen nebeneinander buchen kann, welche sich dank einer Schiebetür auf Kopfhöhe verbinden lassen. So konnte man sich wunderbar unterhalten, nachts dann aber auch seine Ruhe haben. Ansonsten hat mich das ganze ein wenig an ein Capsule Hotel erinnert: man krabbelt von hinten in seine Kabine hinein, kann dort dann sitzen und liegen und die Tür hinter sich zuziehen, als würde man sich in einem Schrank verstecken, was eigentlich ganz lustig war. Beim Platz muss man natürlich ein paar Abstriche machen. Die Liegefläche ist lang genug, um sich auszustrecken, aber nicht besonders breit. Wer (wie ich) gerne etwas seitlich ausgestreckt oder mit angewinkelten Beinen schläft, kommt hier schnell an Grenzen. Für eine Nacht war das aber durchaus machbar. Und schonmal zur Entwarnung: weder meine Freundin noch ich sind besonders schmal. Es passt trotzdem, keine Angst. ;) An die Gepäckaufbewahrung ist ebenfalls gedacht: Kleinere Taschen und Schuhe lassen sich bequem in Schließfächern verstauen, die zu den Kabinen gehören, und unter der Matraze ist ebenfalls noch Platz, etwas zu lagern. Eine Steckdose und einen kleinen Tisch gibt es natürlich ebenfalls, und auch an ein kleines Frühstück mit Marmeladenbrötchen und Kaffee oder Tee ist gedacht. Einziges Manko auf unserer Hinfahrt: die sanitären Anlagen in unserem Abteil waren kaputt. Zwar war es nicht so furchtbar weit bis zum nächsten Wagen, aber morgens hat man am Andrang natürlich sehr stark gemerkt, dass da Kapazitäten gefehlt haben. Auf dem Rückweg war dann aber zum Glück wieder alles gut.

Frisch aus dem Schlafzug stand uns dann immerhin ein Tag im noch immer schneebedeckten Wien zur Verfügung. Aufgrund der knappen Zeit entschieden wir uns dafür, das Geld für ein Hop on Hop Off Busticket zu kaufen und uns einen Überblick aus dem Bus zu verschaffen. Rückblickend würde ich das bei meinem nächsten Besuch anders machen. Die Taktung dieser Busse ist zumindest im Winter nicht besonders gut, und die Infos aus dem Audioguide fanden wir jetzt auch nicht immer besonders spannend. Als wir irgendwann am Prater standen und dort fast eine Stunde auf den nächsten Bus hätten warten müssen, sind wir darum auf den Wiener Nahverkehr umgestiegen. Das war nicht nur deutlich günstiger, es hat uns auch ermöglicht, viele Ziele ganz frei und zeitnah zu besichtigen.

Natürlich reicht ein Tag bei weitem nicht aus, um eine so große Stadt wie Wien mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und historischen Gebäuden ganz zu entdecken, aber wir haben unser Bestes gegeben. Belvedere, die Gegend um die Hofburg, der Prater und der Stephansdom waren nur einige unserer Ziele. Zum Abschluss meines kleinen Reiseberichtes habe ich hier einfach mal ein paar Impressionen zusammengestellt:


 



 


Würde ich eine solche Reise rückblickend noch einmal machen? Auf jeden Fall, wobei ich in dem Fall wohl doch mindestens eine Übernachtung in der Stadt einplanen würde, um nicht ständig das Gefühl zu haben, unter Zeitdruck zu stehen. Überhaupt hat mir Wien so gut gefallen, dass ich mir dort auch noch einmal einen längeren Aufenthalt vorstellen könnte. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten, und ich würde mich freuen, noch das eine oder andere davon etwas ausführlicher erkunden zu dürfen!

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