Sonntag, 28. Dezember 2025

Buchvorstellung: Nagahama to Be, or Not to Be von Scarlet Beriko

Worum es geht:

Nagisa und Issa wachsen im beschaulichen Nagahama auf. Sie gehen zusammen zur Schule, schlagen gemeinsam die Zeit tot und genießen ihre Jugend. Wenn es nach Nagisa geht, könnte das auch für immer so bleiben, doch eines Tages wird Issa von einer Frau angesprochen, die seltsam vertraut mit ihm umgeht. Der Gedanke, dass sie seine Freundin sein könnte, geht ihm danach nicht mehr aus dem Kopf.

Meine Meinung:

"Nagahama to Be, or Not to Be" ist eine sanfte Coming-of-Age Story, an der ich beim Lesen große Freude hatte. Das Erzähltempo ist ruhig, es gibt keine dramatischen Wendungen und der Umgang der beiden Protagonisten miteinander ist locker, leicht und süß.

Sowohl Nagisa als auch Issa befinden sich in einer Phase des Umbruchs in ihrem Leben, und während der eher pragmatische Issa diese scheinbar mühelos meistert, tut sich der ziemlich unangepasste Nagisa etwas schwer damit, für sich herauszufinden, was er eigentlich von seinem Leben möchte. Auch die Beziehung der beiden verändert sich, was ihnen durchaus auch bewusst ist. Hier hat mir besonders gefallen, wie natürlich diese Veränderung zu passieren scheint, nachdem sie sich ihrer Gefühle füreinander erst einmal bewusst geworden sind.

Auch den Zeichenstil von Scarlet Beriko war für mich ein echtes Highlight. Das Charakterdesign der beiden sehr unterschiedlichen Jungs fand ich äußerst ansprechend, und insbesondere Nagisa verfügt über eine sehr lebhafte Mimik, die seine ganze Bandbreite an Gefühlen wunderbar wiederspiegelt. 

Während der Manga komplett ohne explizite Szenen auskommt, suchen Nagisa und Issa dennoch immer wieder auf zarte Art und Weise Körperkontakt. Von zaghaften Berührungen der Hände über verspielte Umarmungen, die dann in Küsse übergehen ist alles dabei, und die Darstellung war für mich dabei immer so liebevoll und voller schöner Details, dass ich von manchen dieser Panels gar nicht genug kriegen konnte!

Das alles zusammen hat "Nagahama to Be, or Not to Be" für mich zu einem richtigen Wohlfühlmanga gemacht, denn es sind oft gerade die ruhigen und unaufgeregten Titel, die sich ihren Weg in mein Herz bahnen. Dies ist diesem Werk schon beim ersten Lesen vorbehaltlos gelungen.

Nagahama to Be, or Not to Be | Scarlet Beriko | Egmont Manga | Originalpreis: 8,50 € |  Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch

Fotosafari zwischen den Jahren - Unterwegs im Wildpark Gangelt

Heute ging es ganz spontan und bei bestem Wetter in den Wildpark nach Gangelt. Trotz so toller Voraussetzungen, Ferien und allem anderen war es gar nicht mal so voll und wir konnten einen herrlichen Spaziergang durch den Park genießen. 

Besonderes Highlight war dabei mal wieder die Greifvogelschau. Die zu besuchen kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, den es in den Park verschlägt, denn es gibt dabei jedes Mal wieder sehr interessante Informationen zu den Vögeln und zum Handwerk des Falkners.

Ein paar Bilder habe ich natürlich auch mitgebracht: 

 






Samstag, 27. Dezember 2025

Another One Bites The Dust - Gacha EOS in 2025

Ich hatte ja bereits angekündigt, dass Videospiele, und in besonderem Maße auch die nicht ganz unkontroversen Gacha-Games, in den vergangenen Jahren immer mehr in meinen persönlichen Fokus gerückt sind und ich darum auch gerne beginnen wollte, etwas über diese zu schreiben. Jahresabschlüsse sind für sowas natürlich immer ein schöner Anlass, und dennoch habe ich mich dazu entschlossen, mit einem weniger feierlichen Thema zu beginnen - nämlich mit den Spielen, die das Jahr nicht überlebt haben und die eine Lücke in meinem kleinen Spielerherzen zurücklassen werden.

Gacha Games gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, und jeden Monat erscheinen neue. Bei so viel Konkurrenz ist es selbstverständlich, dass nicht alle überleben können. Mich selbst hat es in diesem Jahr dreimal getroffen, dass Spiele, die ich gerne mochte, ihre EOS-Notiz erhalten haben. Einmal habe ich schon hinter mir, die beiden weiteren stehen kurz bevor.

Aber schauen wir uns die betroffenen Titel doch einmal genauer an:

1. The Tale Of Food

 

Im chinesischen Mobile-Game "The Tale of Food" spielte man den jungen Master of Kongsang, dessen Aufgabe es war, die in aller Welt verstreuten Food Souls zu finden und zurück nach Hause zu bringen. Die Food Souls waren dabei traditionelle chinesische Gerichte in Menschenform. Auf die Reise durch das Spiel begab man sich in klassischen 2D Side-Scroll Levels, in denen sich rundenbasierte Kämpfe mit kleinen Storyteilen abwechselten. Außerdem gab es regelmäßig Events zu neuen limitierten Figuren mit zusätzlichen Stories und vielseitigen Minispielen. Die englische Version wurde am 20. März diesen Jahres nach knapp zwei Jahren offline genommen und überlebte damit überraschenderweise die meisten asiatischen Server. Jetzt gibt es meines Wissens nach nur noch einen taiwanesischen Server, der aber die englische Sprachvariante nicht übernommen hat, was das Spiel für mich unspielbar macht.

Obwohl meine Beziehung zu "The Tale of Food" nicht ganz frei von Kritik war, habe ich das Spiel doch während seiner zweijährigen Existenz lange regelmäßig und gerne gespielt. Da war zum einen das wunderschöne Design des Spiels, welches einen in eine klassische chinesische Fantasiewelt entführte, die auch noch durch einen sehr ansprechenden Soundtrack ergänzt wurde. Die Story fand ich in ihrer Kreativität ebenfalls sehr ansprechend. Die Food Souls, die ja chinesischen Gerichten nachempfunden waren, hatten stets Attribute, die zu ihren jeweiligen Gerichten passten. Waren sie scharf, hatten sie auch ein feuriges Temperament, entstammten sie der gehobenen Küche, hatten sie auch einen entsprechend gebildeten Charakter - ihr versteht das Prinzip. Da uns im Westen viele dieser Gerichte fremd sind, war es auch sehr hilfreich und interessant, dass es zu allen Rezepten im Spiel weitere Informationen gab.

Ein absoluter Pluspunkt für mich war auch, dass es eines der wenigen reinen Husbando-Games war, und dabei kein Otome-Game. Natürlich gab es jede Menge Möglichkeiten zum shippen, wobei einem die Möglichkeit, sowohl als männlicher als auch als weiblicher MC die ultimative Freiheit gab, aber für mich funktionierte es wirklich nach dem Prinzip 'Alles kann, nichts muss'. Ebenfalls ein Highlight war die absolut nicht selbstverständliche Tatsache, dass das Spiel über eine englische Synchronisation verfügte. Ich erinnere mich noch gut, dass die Ankündigung von Sean Chiplock als Teil des Casts am Anfang sogar einer der Hauptgründe für mich war, das Spiel auszuprobieren. Der von ihm gesprochene Charakter Yipin Pot war es dann auch, der bis zum bitteren Ende meinen Startbildschirm zierte.

Nun aber zum etwas kritischeren Teil. Obwohl Gacha-Games dafür bekannt sind, Spieler mit langen Grinds zu quälen, gibt es dabei doch mittlerweile große Unterschiede, und "The Tale of Food" war dabei für mich immer auf der wirklich harten und qualvollen Seite. Das Leveln der Charaktere war extrem langwierig, teuer und mühsam, ein Vorankommen in der Story oft ohne Figuren mit spezifischen Attributen unmöglich. Selbst die täglichen Login-Boni machten schnell deutlich, dass das Spiel versuchte, einen möglichst lange zu binden: die volle Belohnung gab es nur für all jene, die tatsächlich über eine Stunde im Spiel verbrachten. Quality-of-Life Features wie eine Sweep-Funktion gab es kaum. Das Spiel erforderte damit eine zeitliche Hingabe, wie man sie sonst nur noch von älteren oder japanischen Titeln kennt.

Die EOS-Ankündigung kam dann am Ende auch nicht wirklich überraschend, traurig gemacht hat sie mich aber dennoch. "The Tale of Food" war ein wirklich schönes Spiel mit einem im Genre bis heute seltenen Fokus auf weibliche Spieler, konnte sich im Endeffekt aber nicht durchsetzen. Für mich persönlich bereue ich am meisten, dass ich die Hauptstory nicht bis zum Ende (bzw. bis zu ihrem letzten Stand) spielen konnte, weil ich die Level irgendwann nicht mehr schaffen konnte. Es ist ein Spiel, welches ich auch Monate später noch manchmal vermisse.

2. Black Beacon

 

Das Release von "Black Beacon" in diesem Jahr hätte eines der Highlights im Gacha-Genre werden können, sollen und müssen, und doch stehen wir nun hier und warten auf die Abschaltung der Server am 31. Dezember.

Das Spiel bewirbt sich selbst als Mythic SciFi Action RPG und überzeugt mit einer fesselnden Story und ansprechender Grafik. Als Spieler ist man der Seer, dessen Vergangenheit ein Rätsel ist und der auf der Suche nach Antworten in die Wüste kommt und bald den Turm von Babel mit seiner geheimnisvollen Bibliothek betritt. Diese ist ein rätselhafter Ort, in dem Zeit und Raum nicht den üblichen Gesetzen zu gehorchen scheinen und den es zu untersuchen gilt. 

Und ganz ehrlich: ich habe dieses Spiel und dieses Setting geliebt. Hier treffen alte Mythen und Legenden auf eine spannende Zeitreise-Story, und die Welt ist ebenso ansprechend wie die Story und die Charaktere, die man auf dem Weg trifft. Cutscenes und Illustrationen sind durchgehend wunderschön, und wieder gibt es eine englische Synchronisation mit Top-Voice Actors wie Joshua Waters, was kann man also mehr wollen?

Nun, vielleicht einen Publisher, der es sich nicht so heftig, sinnlos und vollkommen blödsinnig mit dem globalen Markt verscherzt. Von Anfang an gab es um die globale Version des Spiels nichts als Drama. Chinesische Spieler erhielten bessere Belohnungen als westliche, bei Updates fehlten plötzlich Übersetzungen, ein angekündigter PC-Client blieb bis zum Ende aus, während das Starten des Spiels mit gängigen Emulatoren unterbunden wurde. Ein Desaster von vorne bis hinten, gewürzt mit einer großen Prise fehlender Kommunikation, und hier sind wir nun: die chinesische Version wird fortgeführt während die globale ihrem Ende entgegen sieht. Danke für Nichts, würde ich da einmal sagen. 

Doch so sehr ich mich jetzt auch ärgere (und so sehr ich der grässlichen Steuerung über Google Play Games am PC keine Träne nachweinen werden), so genau weiß ich doch, dass ich Charaktere wie meinen geliebten Ji Xia und Li Chi vermissen werde. Und was wird aus der Hoffnung, dass Sarvis und Rubicon doch eines Tages noch spielbar werden, wo sie doch viel zu interessant und gut gestaltet sind, um als schnöde NPCs zu enden? Muss ich etwa doch noch ein Word-Dokument öffnen und mein eigenes Erinnerungs-Fanfic über die beiden schreiben? Das Ganze ist doch wirklich zu traurig und hoffentlich ein abschreckendes Beispiel für alle Spiele, die da noch kommen.

3. Noctilucent: Before Dawn

 

Ebenfalls kaum länger als ein Jahr hat sich das Yaoi-Spiel "Noctilucent: Before Dawn" gehalten, welches wie sein ungleich bekannterer großer Bruder Nu:Carnival über EroLabs vertrieben wurde.

Auch hier haben wir wieder einen 2D Side-Scroller mit rundenbasierten Kämpfen und Stories im Visual Novel Style. In dem Spiel geht es um den jungen Anli, der beschützt mit seiner Großmutter in einem abgelegenen Dorf lebt. Als diese plötzlich verschwindet, lässt er sein geborgenes Leben zurück, um mehr über den Vorfall und auch sich selbst herauszufinden. Auf seiner Reise trifft er auf verschiedene Verbündete, kommt aber auch in Kontakt mit einer merkwürdigen Krankheit, die er unerklärlicherweise durch seine körperliche Nähe lindern kann.

Ich gebe zu, dass ich gar nicht verstehe, warum "Noctilucent: Before Dawn" von Anfang an nur so kleine Wellen in der Szene geschlagen hat. Das Spiel ist niedlich gestaltet, hat Spice (mit einem +18 Rating habt ihr dieses Spiel zu keinem Zeitpunkt im normalen App-Store gefunden) und ansprechende Charaktere und ein Entwickler-Team hinter sich, welches ganz offensichtlich hinter seinem Produkt steht. Trotzdem wurde kurz nach der Feier zum ersten Geburtstag EOS angekündigt, welcher nun kurz bevor steht. Gerade am Anfang gab es ein paar technische Probleme mit regelmäßigen Abstürzen, aber das ist wirklich nichts außergewöhnliches und das Spiel war zu keinem Zeitpunkt unspielbar. Trotzdem schien es am Ende viele nicht von sich überzeugen zu können.

Doch im Gegensatz zu den beiden vorher behandelten Spielen gibt es bei "Noctilucent: Before Dawn" gleich mehrere Lichtpunkte am Horizont. Zunächst einmal beeinhaltet das letzte, erst vor wenigen Tagen erschienene Kapitel, einen Abschluss für die Story. Und pünktlich zu Weihnachten wurde es dann sogar noch besser: eine Offline-Version ist in der Mache! Was kann es Schöneres geben als zu sehen, dass auch noch ein scheinbar abgeschriebenes Spiel so viel Liebe erfährt?

 ***

Neben diesen drei Spielen, deren Verlust ich in diesem Jahr beklage, möchte ich hier noch kurz drei weitere (mehr oder weniger) "Honorable Mentions" nennen, die ich in diesem Jahr angespielt hatte, aber schon vor ihrem Ende aufgegeben hatte. 

Da wäre zum einen "Velvet React", welches nach nicht einmal einem Jahr eingestellt wurde. Auch hier handelte es sich wieder um einen nicht jugendfreien Titel, welcher über EroLabs zur Verfügung gestellt wurde, den ich tatsächlich aber nur wenige Wochen angespielt hatte.

Nichts an diesem Spiel konnte mich überzeugen: die Story war absurd, die Charaktere nicht ansprechend. Optisch sah das Spiel schon zum Release veraltet aus, es stürzte ständig ab und die Drop Rates für neue Figuren waren fürchterlich. 

Ganz ehrlich: ich bin immer offen für neue Yaoi-Spiele, aber dieses Exemplar habe ich als so lieblos empfunden, dass ich es nach kurzer Zeit ohne jegliche Reue wieder deinstalliert habe. Dass die Entwickler offensichtlich weder Ahnung von noch Interesse an ihrem eigenen Genre hatten, zeigten sie dann ja auch eindrücklich, als sie sich noch die letzten Sympathien verspielten, indem sie die Charaktere miteinander statt mit dem MC... nun ja... verkehren ließen. ;)

Und dann wäre da noch "Re:Memento White Shadow", das Musterbeispiel dafür, dass Werbung in der heutigen Zeit eben doch alles ist. Das koreanische Open World Game, welches sich durch seine rundenbasierten Kämpfe von der Genre-Konkurrenz abhob, hatten sein Soft Release Ende Mai und schloss ziemlich exakt sechs Monate später seine Pforten.

Was genau in dieser Zeit in den Köpfen der Entwickler vorging, erschloss sich mir aber leider nicht. Das Spiel erschien komplett ohne Werbung oder Ankündigung. Und dabei rede ich gar nicht nur von bezahlten Anzeigen oder ähnlichem. Die globalen Social Media Seiten wurden nicht gepflegt, Content Creator wurden nicht angesprochen, nichts. Die Spieler selbst sollten es durch ihr Engagement richten. Nur leider wussten die so größtenteils gar nichts von dem Spiel. Die Gewinne blieben aus, man versuchte sein Glück mit dem Release von typischen Gooner-Skins. Auch das funktionierte nicht. 

Als dann die EOS-Ankündigung (mit Aussicht auf ein späteres Re-Release) kam, war ich schon längst raus. Die PC-Version hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seit Monaten einen Bug, welcher das Login verhinderte, sofern man seinen PC nicht auf Englisch umstellte. Wäre zwar technisch kein Problem gewesen, war mir aber einfach den Aufwand nicht wert. Wenn ein Spiel sich über so einen langen Zeitraum nicht einmal die Mühe macht, einen solch lächerlichen Fehler zu beheben oder auch nur anzusprechen, respektiert es mich als Spieler offensichtlich nicht besonders. Zumal "Re:Memento White Shadow" auch inhaltlich offenbar größere Ambitionen hatte, als es umsetzen konnte. Die Open World war zwar weitläufig, aber auch ziemlich leer und eintönig, und die Story war auch nicht übermäßig kreativ. Das Schlimmste aber war die KI-generierte deutsche Sprachversion, die Bezüge und Geschlechter nicht richtig zuordnen konnte und mich so immer wieder unfreiwillig zum Lachen brachte.

Ganz ehrlich: sollte es das angekündigte Re-Release tatsächlich geben, weiß ich nicht, ob ich dabei sein muss.

Zu guter Letzt möchte ich dann auch noch über den irgendwie tragischsten Fall reden, nämlich über ein Spiel, welches ich noch nicht einmal spielen konnte: Gui Long Chao.

 

Alles an diesem Spiel sah einfach so vielversprechend aus. Die Charaktere, die Artworks, die Trailer - nur dass es dann leider das Zeitliche segnete, eh es überhaupt auf den globalen Markt kam. Ich bedaure es wirklich, dass ich so nicht einmal die Möglichkeit bekommen habe, mir selbst ein Bild zu machen.

Buchvorstellung: Wie die Stille des Ozeans von Kuzu Saitou

Worum es geht:

Obwohl Sena und Shu sich schon seit der Schulzeit kennen, sprechen sie lange kein Wort miteinander. Erst zwei Jahre nach ihrem Abschluss treffen sie sich am kalten Wintermeer wieder und entwickeln daraufhin eine ganz besondere Beziehung zueinander, die jedoch keiner von beiden in Worte zu packen vermag. Als Sena bei einem tragischen Unfall Teile seines Gedächtnisses verliert, stehen sie plötzlich wieder am Anfang und Shu ist unsicher, wie er damit umgehen soll.

Meine Meinung:

"Wie die Stille des Ozeans" von Kuzu Saitou ist ein leiser und melancholischer Manga über zwei Menschen, denen das Schicksal scheinbar eine zweite Chance für ihr Glück gibt, die sich damit jedoch schwertun. Den Lesern erschließt sich die Beziehung zwischen den beiden dabei erst Stück für Stück durch Shus Erinnerungen, wobei bald klar wird, dass die Situation zwischen ihnen bereits vor Senas Unfall nicht ganz einfach war. Obwohl sie viel Zeit miteinander verbringen und ihre Verbindung irgendwann die Grenzen von Freundschaft überschreitet, sind sie unfähig, über ihre Gefühle zu sprechen. Insbesondere Shu hat Angst zu hinterfragen, was Sena eigentlich zu ihm hinzieht, und ihn plagen Zweifel, ob eine Beziehung wirklich richtig ist. Senas Gedächtnisverlust liefert ihm da den perfekten Vorwand so zu tun, als wäre nie etwas zwischen ihnen gewesen. Doch lassen sich ihre Gefühle wirklich so einfach auslöschen?

Mich konnte der Manga mit seiner stillen Art der Darstellung überzeugen. Sowohl Shu als auch Sena fühlen sich zwar zueinander hingezogen, sind sich aber unsicher, ob ihre Gefühle wirklich der Liebe entspringen oder eher der Angst vor Einsamkeit. Auch tragen sie beide die Folgen ihrer jeweiligen familiären Hintergründe mit sich herum, die sie geprägt haben und bis in ihre Gegenwart hinein beeinflussen. Es geht hier also um Fragen und Konflikte, die sich nicht über Nacht lösen lassen, und genau das zeigt der Manga auch anschaulich durch den Fokus auf Introspektion und Erinnerungen.

Zeichnerisch war ich von dem Titel ebenfalls sehr angetan. So legt die Mangaka großen Wert auf die Darstellung von Gesichtsausdrücken und Gesten wie Berührungen. Immer wieder steht auch das Wintermeer im Mittelpunkt, welches beide Protagonisten mit seiner Weite und dem Versprechen auf Freiheit und Raum zum Atmen magisch anzieht und welches für wunderschöne Hintergründe bei entscheidenden Szenen sorgt.

Mir hat der Manga in jedem Fall einen schönen, ruhigen Leseabend zwischen den Jahren beschert, und ich kann ihn jedem weiterempfehlen, der einen Titel sucht, bei dem weniger Action als Stimmung und Emotionen im Mittelpunkt stehen.

Wie die Stille des Ozeans | Kuzu Saitou | Egmont Manga | Originalpreis 8,00 € | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Freitag, 26. Dezember 2025

Dies und das: Willkommen in der Sammlung, Thorns

Na, habt ihr alle Weihnachten gut überstanden? Ich auf jeden Fall, schön gemütlich zu Hause mit ein paar alten Filmen und neuen Mangas und viel zu viel leckerem Essen. 

Kurz vor Weihnachten habe ich mich noch selbst mit einer neuen Figur beschenkt, mit der ich schon länger geliebäugelt hatte. Sie stellt Thorns auf Arknights dar, in den ich irgendwie vernarrt bin, obwohl ich für das Spiel selbst so gar kein Händchen habe. Herausgebracht wurde sie von Myethos, und sie trägt die Bezeichnung "Floating Gear Version". 

Natürlich musste ich das gute Wetter der vergangenen Tage gleich nutzen, um sie für ein kleines Fotoshooting mit nach draußen zu nehmen, und die Bilder, die dabei herausgekommen sind, haben es mir schon ein bisschen angetan, besonders das, was ihn von hinten zeigt. 💕

Immer, wenn ich eine neue Figur kaufe, erinnert mich das an meine Anfangszeit als Besucher von Conventions, wo ich es kategorisch ausgeschlossen habe, jemals Figuren zu sammeln. Und dann schaue ich auf meine volle Vitrine und auf meine Reservierungsliste und kichere über mich selbst, nun älter und weiser. 🤭

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Rest von Weihnachten, und wir lesen uns, wenn ich aus dem Koma erwacht bin, in das mich unser heutiges Raclette-Essen befördert hat. 😉

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Buchvorstellung: Secret Life of Corporate Flowers - On & Off Band 1 - Shinnosuke Kanazawa

Worum es geht:

Sotaro und Akira arbeiten in der gleichen Firma, können aber nicht viel miteinander anfangen. Der allgemein beliebte Sotaro ist Akira viel zu glatt und langweilig, während sie selbst durch ihre schroffe Art die Kollegen auf Abstand hält. Was beide jedoch nicht voneinander wissen ist, dass sie nach der Arbeit eine komplette Verwandlung durchmachen. So liebt es Sotaro, zum niedlichen Lolita-Girl zu werden während Akira die Straßen im coolen Punk-Look unsicher macht. Als sie sich so begegnen, erkennen sie sich nicht wieder, sind aber sofort voneinander fasziniert.

Meine Meinung:

"Secret Life of Corporate Flowers - On & Off" startet vielversprechend. Wir treffen hier zwei erwachsene Menschen, die bemüht sind, ihren Arbeitsalltag gut zu bewältigen, um in ihrer Freizeit ihrer wahren Leidenschaft nachgehen zu können. Der Kontrast zwischen professioneller und persönlicher Identität könnte dabei bei beiden kaum größer sein, sodass es nicht verwundert, dass sie einander in der Freizeit nicht als Kollegen wiedererkennen, was ihnen aber auch gleichzeitig erlaubt, unbefangen aufeinander zuzugehen.

Und obwohl das Thema sicher nicht unbedingt innovativ ist, hat es mich in diesem Setting ziemlich schnell gefesselt. Das lag zum einen Mal am Style der Protagonisten. Akira sieht in ihrer Punk-Form nicht nur extrem cool aus, auch ihr Charakter ist gleich viel zugänglicher als im Büro. Androgyn und lässig statt kratzbürstig und streng, aber im Umgang mit Lolita-Sotaro auch süß und zuvorkommend. Einfach jemand, der interessant ist und den man gerne kennenlernen würde, und der beste Beweis, wie Authentizität und sich-in-seiner-Haut-Wohlfühlen einen befreien können. Und dann auf der anderen Seite Sotaro. Im Büro durch seine zuvorkommende Art beliebt bei den Frauen, in seiner Freizeit jedoch femininer als die durchschnittliche Kollegin, die in der heutigen Geschäftswelt ihren "Mann" stehen muss – ein faszinierender Kontrast, und einer, von dem man weiß, dass er noch eine Rolle spielen wird, weil Akira ihn hier durch und durch als Frau wahrnimmt, was er natürlich nicht ist.

Damit wären wir dann auch beim zweiten Aspekt, der die Geschichte für mich so interessant gemacht hat: die Frage, wie es den beiden wohl gelingen wird, den Konflikt zwischen ihren verschiedenen Identitäten aufzulösen um einander mit allen Facetten kennenzulernen. Hier sehe ich insbesondere Sotaro noch in Erklärnot geraten, denn eigentlich ahnt er schon, dass der Glaube, er sei eine Frau, Akiras Verhalten ihm gegenüber beeinflusst, es ergibt sich jedoch einfach keine richtige Gelegenheit, dieses Missverständnis aufzuklären.

Ich war nach der Lektüre des ersten Bandes jedenfalls gut angefixt zu erfahren, wie es mit den beiden weitergeht. Wie lange werden sie brauchen, um offen zueinander zu sein? Werden sie auf Abstand zueinander gehen, wenn sie erfahren, wer sie am Tage sind? Werden die Geschlechterrollen hier noch an Bedeutung gewinnen? Ich freue mich schon, diesen Fragen in den kommenden Bänden auf den Grund zu gehen!

Secret Life of Corporate Flowers - On & Off Band 1 |  Shinnosuke Kanazawa | Hayabusa Verlag | Originalpreis 10,00 € | Genre: Josei | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

 

Montag, 22. Dezember 2025

Buchvorstellung: Natsume-san will sich öffnen von Mamita

Worum es geht:

Natsume steht eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben. Er arbeitet als Ingenieur von zu Hause aus, ist fleißig und ordentlich. Trotzdem hält keine seiner Beziehungen. Als sein letzter Partner ihm beim Schlussmachen an den Kopf wirft, dass es an seinen schlechten Fähigkeiten im Bett liegt, ist Natsume tief verletzt und schwört Rache. Ganz der systematische Denker, der er nunmal ist, entwirft er einen Plan, der beste Liebhaber Japans zu werden. Da dieser Plan das Sammeln praktischer Erfahrung beeinhaltet, wendet er sich an einen Escort Service – nichtsahnend, wie sehr sein Escort Kou sein Leben auf den Kopf stellen wird. 

Meine Meinung:

Was auf den ersten Blick klingt wie ein Manga, in dem es nur um das Eine geht, hat sich für mich beim Lesen schnell als so viel mehr entpuppt. Natsumes Plan, der beste Liebhaber des Landes zu werden mag zunächst wie ein Comedy-Element wirken, ist aber eigentlich viel mehr ein durchaus ernst gemeinter und verzweifelter Versuch des Protagonisten, sich vor weiteren Zurückweisungen zu schützen. Mit Escort Kou trifft er dann auf genau den richtigen Partner, der ihn von Anfang an ernst nimmt und ihm hilft, sich seinen Problemen und Ängsten zu stellen – oder eben, wie der Titel schon verrät, sich zu öffnen, mental wie auch körperlich.

Gemäß Kous Job steht dabei natürlich der körperliche Aspekt zunächst einmal im Fokus, und der Band hat seine Empfehlung ab 18 entsprechend auch nicht zu unrecht. Die Szenen, in denen es zwischen den beiden intim wurde, haben mir dabei richtig gut gefallen. Mamitas Zeichenstil ist detailreich und ästhetisch ansprechend, und der clevere Aufbau der Szenen - Kous Services haben ein striktes Zeitlimt - hat es für mich immer wieder unmöglich gemacht, den Manga aus der Hand zu legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Auch die beiden Protagonisten habe ich ganz schnell ins Herz geschlossen. Natsumes Unsicherheiten haben einfach so realistisch seinen ernsthaften, etwas distanzierten Charaktere widergespiegelt und ihn damit sehr glaubhaft gemacht – man kam gar nicht umhin, mitzufieber, ob es ihm gelingt, sein Ziel zu erreichen! Und dann noch Kou: Hand aufs Herz, dieser Mann war hier doch einfach perfekt. Selbstsicher, aber nicht arrogant. Mit Natsumes Wohl im Blick, jedoch ohne dabei seine eigenen Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Ich habe seine Lektionen für Natsume, die diesen nicht selten nicht nur an seine körperlichen Grenzen gebracht haben, so sehr genossen, dass ich das Gefühl hatte, beim Lesen auch noch eine ganz neue Seite an mir selbst zu entdecken.

Das alles zusammen hat "Natsume-san will sich öffnen" für mich zu einem tatsächlich eher unerwarteten Highlight gemacht. Entsprechend freue ich mich auch schon sehr darauf, die beiden in der für Februar angekündigten Fortsetzung "Natsume-san will aufblühen" wiederzusehen.

Natsume-san will sich öffnen | Mamita | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dies und das: Jahresrückblick

 

Es ist soweit: das Jahr 2025 neigt sich seinem Ende zu. Am Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag für dieses Jahr, die Wohnung ist geputzt und die Geschenke sind eingepackt. Weihnachten kann kommen, und gleichzeitig auch ein wenig Zeit, um die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen.

Es war eine ereignisreiche Zeit. Ich habe mich an meiner neuen Arbeitsstelle gut eingelebt und ein wenig schon endgültig verloren geglaubtes Selbstbewusstsein zurückgewonnen, ebenso wie finanzielle Freiheit. Ich konnte reisen und Dinge erleben und habe das Gefühl, dass ich wieder ein wenig besser aus mir selbst herauskomme. Die letzten Jahre haben Spuren hinterlassen, aber ich fühle mich langsam wieder im Einklang mit mir.

Zu meiner großen Freude ist auch endlich meine Motivation, diesen Blog zu unterhalten, wieder zurückgekehrt. Die Entscheidung, den Mangabereich zu expandieren, war dafür wohl die beste Idee seit langem und hat entscheidend dazu beigetragen. Daran, wieder regelmäßig Inhalte zu erstellen und diese gleichmäßig in Instagram und hier einzupflegen muss ich zugegebermaßen noch etwas feilen, aber ich habe das Gefühl, es wird besser. Auch gilt es noch immer, viele Lücken der vergangenen Jahre zu schließen, was ich mir ja fest vorgenommen habe, aber das eilt für mich nicht und macht mir insgesamt betrachtet Spaß, fühlt es sich doch wie das Schwelgen in Erinnerungen an. Einzig das Layout bereitet mir noch ziemlich Kopfzerbrechen. Der Blog hat nun eine thematische Trennung in drei Bereiche, und ich habe noch keine zufriedenstellende Lösung dafür gefunden, diese im Design wiederzugeben. Die technischen Möglichkeiten sind bei Blogger begrenzt und ich habe auch etwas Sorge, dass dieser doch ziemlich vernachlässigte Service eines Tages einfach eingestellt werden könnte, aber ein Umzug beispielweise zu Wordpress wäre eine Herkulesaufgabe, zumal ich auch keine großen Programmierkenntnisse habe. Mal sehen, ob ich hier bald eine Lösung finde.

Ansonsten sage ich jetzt mal etwas, was ich wohl schon seit Corona nicht mehr so gesagt habe: ich freue mich auf das kommende Jahr. Da gibt es einfach so viele Dinge, denen ich entgegenfiebere. Eine große Reise ist geplant, Konzert- und Conventionbesuche stehen an. Einige Bands, die mir lieb und teuer sind, haben neue Releases angekündigt, neue Spiele warten darauf, angespielt zu werden und die Liste an Dingen, die ich gerne lesen möchte, nimmt sowieso niemals ein Ende. Hoffen wir also, dass das neue Jahr viele Möglichkeiten bringt, neues zu erleben und zu genießen!

Doch erstmal ist es natürlich Zeit, die letzten Tage dieses Jahres angemessen zu genießen. Weihnachten steht vor der Tür, die Rauhnächte laden zur inneren Einkehr ein und ich habe sogar noch ein paar kleine Ausflüge und Unternehmungen vor. Auch euch, die ihr euch hierher verirrt habt, wünsche ich eine besinnliche Zeit und bald dann einen guten Start in das neue Jahr!

Sonntag, 21. Dezember 2025

Buchvorstellung: Our Not-So Lonely Planet Travel Guide Band 1 von Mone Sorai

Worum es geht:

Asahi und Mitsuki könnten zwar auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein, doch sie sind dennoch ein Paar und haben sich ein Versprechen gegeben: einmal wollen sie zusammen um die Welt reisen und dann heiraten. Und so beginnt ihr ganz persönliches, großes Abenteuer!

Meine Meinung:

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen - diese Redewendung könnte auch für Asahi und Mitsuki zutreffen, die im ersten Band von Mone Sorais "Our Not-So Lonely Planet Travel Guide" ihre Weltreise beginnen. Dabei verschlägt es das ungleiche Paar an die unterschiedlichsten Orte. In Bangkok werden sie beinah von einem Tuk Tuk-Fahrer übers Ohr gehauen, in Indien lernen sie viel über eine ihnen sehr fremde Kultur und in Georgien lassen sie es sich einfach mal so richtig gut gehen. 

Doch im Endeffekt sind es gar nicht so sehr diese wirklich unterhaltsamen Reiseepisoden, die den Charme dieses Mangas ausmachen, sondern vielmehr die Begegnungen, welche sie auf dem Weg haben und die ihnen mitunter nicht nur viel über die Orte, die sie besuchen, sondern auch über sich selbst zeigen. Ein wiederkehrendes Thema ist dabei der Umgang mit der eigenen Sexualität, denn während der scheinbar sorglose Mitsuki sehr offen mit seiner Liebe zu Asahi umgeht, ist dieser bei der Frage ziemlich deutlich gehemmt, was ihm selbst im Umgang mit anderen Menschen aus fremden Kulturen zunehmend schmerzlich bewusst wird.  

Die Art und Weise, wie die verschiedenen Stationen der Weltreise präsentiert wurden, habe ich als sehr positiv empfunden. Sicher wird hier auch mal mit gängigen Klischees gespielt, aber alles in allem bemüht sich die Mangaka, einen realitischen Blick auf die unterschiedlichen Länder zu liefern. Probleme werden genauso angesprochen wie lokale Besonderheiten, und kein Ort wird in irgendeiner Form stigmatisiert oder herabgewertet, sodass die Leser die Reise der beiden jungen Männer ebenso vorbehaltlos wie der gutmütige Mitsuki beginnen können.

Neugierig auf die Fortsetzung hat mich neben den möglichen weiteren Reisezielen der beiden aber vor allem die Aussicht darauf gemacht, wie sie und ihre Beziehung sich wohl weiterentwickeln werden. In diesem ersten Band wird angedeutet, dass den Reiseplänen des Paares eine ernste Geschichte zugrunde liegt, und Asahis Zweifel werden immer wieder spürbar, genau wie sein Wunsch, etwas gegen diese zu tun. Wird die Reise sie also zusammenschweißen, oder wird sie im Gegenteil zum Belastungstest für ihre Beziehung? Ich bin schon sehr gespannt, dies in den kommenden Bändern herauszufinden!

Our Not-So Lonely Planet Travel Guide | Mone Sorai | Manga Cult | Originalpreis: 10,00 € | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 16. Dezember 2025

Buchvorstellung: Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe Band 1 von Munaita


Worum es geht:

Iwatobi arbeitet als Mechaniker am Flughafen und liebt Flugzeuge über alles. Was er hingegen gar nicht mag, sind überhebliche Schnösel, und als so einen erkennt er bald den attraktiven Co-Piloten Takagami, dem alle Frauen zu Füßen liegen. Als Iwatobi entnervt wegen einer Sonderschicht sein Weihnachtsdate absagen muss, geraten die beiden ungleichen Männer ordentlich aneinander und die Meinung des Mechanikers über seinen Kollegen scheint endgültig in Stein gemeißelt. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt ist, dass er sich bald aufgrund einer Renovierungsmaßnahme seine Wohnung mit Takagami teilen wird - und dass dieser vielleicht doch gar nicht so übel ist, wie es zunächst den Anschein hat.

Meine Meinung:

An "Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe" hat mich zunächst einmal das ungewöhnliche Setting gereizt. Eine Liebesgeschichte im Arbeitsumfeld Flughafen sieht man schließlich nicht alle Tage! Ein wenig skeptischer war ich, was das erzwungene Zusammenleben der beiden anging. Kann das gut gehen, ohne konstruiert und gezwungen zu wirken?

Es kann, und auch der Flughafen hat sich wie erhofft als spannendes Setting erwiesen, zumal die Mangaka Munaita großen Wert auf eine realistische Darstellung gelegt hat. Viele der gezeigten Orte gibt es wirklich, und auch die gezeigten Arbeitsabläufe wirken sehr glaubhaft. So wird schnell deutlich, wie anspruchsvoll Iwatobis Job als Mechaniker ist und wie viel Verantwortung auf Takagami als Co-Pilot lasten, zumal beide mit ihren Ausbildungen noch nicht am Ende sind und noch viel zu lernen haben.

Doch nun zu den Protagonisten: auf den ersten Blick wirken die Beiden wie die perfekten Gegensätze. Iwatobi ist impulsiv und nimmt kein Blatt vor den Mund, während Takagami stets diszipliniert und ernst wirkt. Beide haben auch das eine oder andere Vorurteil übereinander, was einfach daraus erwachsen ist, dass sie einander kaum kennen und zwar am gleichen Ort, aber durch ihre unterschiedlichen Berufe im Grunde auch in verschiedenen Welten leben. So ist es dann auch sehr interessant zu beobachten, wie sie sich durch das erzwungene Zusammenleben näherkommen, Gemeinsamkeiten entdecken und scheinbar festgefahrene Meinungen revidieren.

Gut gefallen hat mir auch, dass die beiden Zeit bekommen, zu wachsen. Die Handlung des Mangas erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren, in denen sowohl Iwatobi als auch Takagami ihren eigenen Weg verfolgen und es dabei schaffen, einander nicht aus den Augen zu verlieren. Ihre Leben kreisen also nicht nur umeinander, was die Darstellung für mich sehr realistisch gemacht hat. Entsprechend stehen natürlich Themen wie Smut in diesem Band auch nicht im Fokus, auch wenn die zwei sich körperlich durchaus schon näherkommen dürfen.

Neben der Hauptsory enthält der Band außerdem noch eine für sich stehende Kurzgeschichte, welche in einem ganz anderen Setting, nämlich rund um einen Heimtierpfleger in einem Hundesalon, spielt. Obwohl die Kürze der Geschichte wenig Tiefgang zugelassen hat, war auch sie wirklich süß zu lesen.

Ich hatte jedenfalls großen Spaß beim Lesen des ersten Bandes von "Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe" und freue mich schon, dass Band zwei bereits in den Startlöchern steht. Erscheinen soll er im Januar im noch jungen B-Love Verlag, in deren Onlineshop es auch eine Limited Edition mit Acrylaufsteller geben wird.

Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe Band 1 | Munaita | B-Love Manga | Originalpreis 12,00€ | Empfohlen ab 16 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch

Montag, 15. Dezember 2025

Auf Schatzsuche - zu Besuch auf der German Film Comic Con in Dortmund

Ich war schon sehr gespannt, als vor mehr als einem halben Jahr im Rahmen einer 2-für-1-Ticket-Aktion die Entscheidung fiel, nach längerer Auszeit mal wieder zur German Film Comic Con nach Dortmund zu fahren. Nachdem wir am Anfang fast immer dabei waren, hatte die Con in den vergangenen Jahren zunehmend an Attraktivität für uns verloren. Immer höher steigende Eintrittspreise gepaart mit einem Programm, welches nicht für uns gemacht war, schienen Grund genug, eine Pause von der Veranstaltung zu nehmen.

Dies änderte sich nun also am vergangen Sonntag, und um das schonmal vorwegzunehmen: mein Fazit ist durchwachsen. Hatten wir Spaß? Durchaus. Hätte das einen regulären Eintrittspreis von um die 50 Euro gerechtfertigt? Auf gar keinen Fall.

Wie mittlerweile weithin bekannt sein dürfte, setzt die German Film Comic Con auf ganzer Linie auf die Zugkraft ihrer Stargäste. Für jemanden wie mich, der nur recht selten überhaupt Filme und Serien schaut, die nicht animiert sind, ist das insgesamt wenig anziehend, doch in der Vergangenheit war meist immerhin der eine oder andere Name dabei, der mich zu einem der öffentlichen Panels hätte locken können. Dies war in diesem Jahr überhaupt nicht der Fall, sodass wir diesen Teil der Convention total übersprungen haben.

So blieb also im Wesentlichen eins: Shopping! Eintrittsgeld zu zahlen, um einzukaufen, klingt auf den ersten Blick natürlich etwas zweifelhaft, aber sind wir mal ehrlich: die Dinge, die man auf Conventions entdecken kann, stehen eben in der Regel nicht in der Stadt im Schaufenster, was das Ganze dann wieder interessant macht. Und so habe ich dieses Wochenende auch mehr entdeckt, als ich zu hoffen gewagt hatte. Hier einmal meine Ausbeute:

Besonders gefreut hat mich ja irgendwie die Pop Up Parade Figur von Byleth aus Fire Emblem: Three Houses. Diese hatte ich schon vor Ewigkeiten online reserviert, doch sie kam und kam einfach nicht, obwohl ich sie zwischenzeitlich schon an diversen anderen Stellen entdeckt hatte. Als sie dann am Sonntag so direkt vor mir stand, bin ich schwach geworden und habe sie einfach mitgenommen. Der ein oder andere, der das leidige Thema kennt, kann sich jetzt sicher schon denken, wo ich ursprünglich reserviert hatte, und ich möchte wirklich betonen, dass ich Reservierungen äußerst ungerne storniere, aber so langsam bin ich die ewigen Wartezeiten bei diesem bestimmten Anbieter wirklich Leid, zumal mit letztens eine solche Reservierung nach knapp zwei Jahren von Seite des Shops gecancelt wurde und mir der Artikel so komplett durch die Lappen gegangen ist.

Aber zurück zur Comic Con. Der Rest der Ausbeute sind alles ziemliche Spontankäufe gewesen, weil die Angebote wirklich sehr gut waren. Bei den Genshin-Blindboxen hatte ich richtig Glück, es waren tatsächlich die Figuren, auf die ich ein wenig gehofft hatte, während meine Freundin die wirklich nicht so hübsche Secret-Figur im Form der Statue von Mondstadt bekommen hat. >.< 

Die Mangas gab es an einem Gebraucht-Stand für 2 Euro das Stück - perfekt, um ein paar Lücken in der Sammlung zu schließen! Generell kann man positiv hervorheben, dass es dieses Jahr einige Stände gab, die Comics und Mangas verkauft haben. Ironischerweise erinnere ich mich nämlich noch an Auflagen der Comic Con, bei der es diese Möglichkeit nicht gab...

Eigentlich kaufe ich mittlerweile kaum noch DVDs oder BluRays, aber wenn mich eine meiner Lieblingsserien mit einem unwiderstehlichen Angebot anlächelt, mache ich doch gerne mal eine Ausnahme...

Und bei Gachapon für den europäischen Markt für extrem guten Preis bin ich natürlich auch dabei. 

Ein bisschen kritisch musste man das Angebot auf der Con diesmal aber leider doch betrachten, denn an auffällig vielen Ständen gab es ganz offen Artikel, die keine Originale waren, und in der Artist Alley hatten sich nicht nur generische 3D-Druck Artikel eingeschlichen, bei denen man die Druckvorlage offenbar online erwerben konnte (wie sonst hätten mehrere Stände die gleichen Artikel anbieten können?), aber auch mindestens einen Stand, der KI-Ware anbot. Ihr seht, ich weigere mich, das Kunst zu nennen, und gerade neben richtigen Künstlern finde ich es eine Frechheit, solche Anbieter überhaupt zuzulassen!

Was ist nun also mein Fazit zur German Film Comic Con in Dortmund? Nun, ich bereue es nicht, hingegangen zu sein, aber auch nur, weil ich einen ermäßigten Eintrittspreis bezahlt habe. Ich bin aber auch einfach nicht die richtige Zielgruppe für diese Con, weil ich kein Interesse an Stargästen habe und mein Fokus auf der asiatischen und nicht der amerikanischen Comic-Kultur liegt. Trotzdem hat die Con selbst für meine Nische das ein oder andere interessante Detail geboten. Wenn die Umstände stimmen, würde ich auch in Zukunft wieder hingehen.

 

Buchvorstellung: Sasaki and Miyano Second-Years von Shou Harusono und Kotoko Hachijo

Heute möchte ich mal wieder einen Roman vorstellen, nämlich den Band "Sasaki and Miyano - Second-Years", welcher auf Englisch bei YenPress (YenOn) erschienen ist.

Worum es geht:

Die Handlung des Buches spielt zu der Zeit, in der Sasaki, Hirano und die anderen älteren Schüler ihren Schulabschluss machen, während Miyano und seine Klassenkameraden das zweite Jahr der Oberstufe erleben. In fünf Kapiteln sowie einem Bonusmanga bekommen die Leser einen Einblick in das Leben der Jungs.

Meine Meinung:

Ich habe diesen Band sehr genossen. Nicht nur liest er sich genauso locker-leicht wie der Manga, er gibt den Lesern auch einige unerwartete und damit nur umso interessantere Perspektiven auf die Charaktere der Welt von Sasaki und Miyano. So sehen wir Kuresawa im Umgang mit seiner geliebten Freundin und erfahren gleichzeitig, wie er die Entwicklung der Beziehung zwischen dem gleichaltrigen Miyano und seinem Senpai Sasaki erlebt. Außerdem dürfen wir dem zweiten Jahrgang auf Klassenfahrt nach Kyoto folgen und mitfiebern, wie der in der Küche sehr ungeschickte alles gibt, um eine White Day-Überraschung für Sasaki zu schaffen. Doch auch Sasaki kommt nicht zu kurz, und seine Gedanken, wenn es um Miyano geht, sind dabei so süß zu lesen, dass man förmlich selbst sein vor Nervosität und Glück hüpfendes Herz spüren kann!

Von den Romanen aus dem Sasaki & Miyano Universum gibt es aktuell drei Stück auf Englisch, zwei zur Hauptreihe und einen zum Spin-Off Hirano & Kagiura. Ich freue mich jetzt schon, auch die anderen beiden noch zu lesen.

Sasaki and Miyano Second-Years | Shou Harusono (Art & Story) und Kotoko Hachijo (Roman) |  YenOn | Neupreis 15,00$ | Empfohlen ab 13 | Genre: Boys Love

Sonntag, 14. Dezember 2025

Cityadvent in der Überwasserkirche Münster

Die Überwasserkirche in Münster präsentiert zur Weihnachtszeit immer Kunst im Zuge des Cityadvents. Dieses Jahr wurde das Lied "Maria durch ein' Dornwald ging" visuell umgesetzt, während verschiedene Kunstwerke in der Installation sich mit dem Bösen in der Welt beschäftigen.

Von einem der Kunstwerke waren wir bei unserem Besuch nicht so überzeugt (dies war wirklich nicht das Umfeld für lebende Tiere!), aber insgesamt habe ich die Ausstellung doch als optisch beeindruckend und zum Nachdenken anregend empfunden.

Hier gibt es ein paar meiner liebsten Impressionen von der Veranstaltung:


 







Montag, 8. Dezember 2025

Buchvorstellung: Bocchi The Rock! Band 1 von Aki Hamazi

Worum es geht:

Im Internet ist Hitori Gotou als "Guitarhero" ein Star, doch im wahren Leben findet sie durch ihre Sozialphobie keinen Anschluss. Dabei wünscht sie sich doch nichts mehr, als in einer echten Band zun spielen! Als sie durch einen Zufall die Gelegenheit bekommt, bei der Kessoku Band als Gitarristin einzuspringen, scheint das ihre Chance zu sein. Schnell muss "Bocchi-chan", wie sie nun genannt wird, jedoch erkennen, dass das Zusammenspiel in einer Band etwas ganz anderes ist als ihre bisherigen Solo-Sessions im heimischen Kleiderschrank.

Meine Meinung:

Wie wahrscheinlich viele andere auch bin ich ursprünglich über den Anime auf "Bocchi The Rock!" aufmerksam geworden. Da ich ihn geliebt habe, war meine Freude natürlich umso größer, als der Dokico Verlag schließlich ankündigte, dem Manga ein deutsches Release zu spendieren - und der erste Band hat mich schonmal nicht enttäuscht!

Im klassischen 4-Panel-Format lernen wir hier Bocchi und ihre zukünftigen Freunde und Bandmitglieder kennen. Durch die humorvolle Art des Mangas ist es dabei quasi unmöglich, die Mädchen nicht schnell lieb zu gewinnen. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass Bocchis Sozialphobie zwar auf lockere Art und Weise aufgegriffen wurde, sich jedoch nicht über die Thematik lustig gemacht wurde.

Ein weiterer Pluspunkt und etwas, was den Manga für mich gegenüber dem Anime hervorgehoben hat war der Bezug zur japanischen Rockmusik. So sind die Titelillustrationen stets an Albencover oder Musikvideos angelehnt, und auch viele der Bandnamen verweisen auf echte Musiker. Da uns hier im Westen dafür oft Referenzen fehlen, wurden diese Verweise in Form von Fußnoten erklärt, was ich sehr hilfreich fand und was mir große Lust darauf gemacht hat, die benannten Titel einmal anzuhören.

Bleibt mir also nur noch, den ersten Band von Aki Hamazis "Bocchi The Rock!" wärmstens zu empfehlen. Wer Rockmusik mag und auch nur ein wenig schüchtern ist, wird sich hier sicher wiederfinden, ebenso wie alle, die humorvolle Geschichten und niedliche Mädchen, die auch mal ein wenig unkonventionell sein dürfen, mögen. 

Bocchi The Rock Band 1 | Aki Hamazi | Dokico Verlag | Originalpreis: 11,00 € | Empfohlen ab 12 Jahren | Genre: Slice Of Life | Link zum Buch  

Samstag, 6. Dezember 2025

Konzertbericht: Steve'n'Seagulls in der Rockfabrik Übach-Palenberg


So richtig voll war es, als am 5. Dezember die Finnen von Steve'n'Seagulls die Rockfabrik in Übach-Palenberg mit ihrem Besuch beehrten - wie wir wohl alle in den vergangenen Jahren festgestellt haben, leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso schöner war es darum, mit so vielen Leuten in freudiger Erwartung den Beginn des Konzerts abzuwarten.

Und dieses begann dann auch ohne Umschweife und ganz pünktlich. Steve'n'Seagulls hatten keinen Support dabei, brauchten jedoch auch gar nicht lange, um das Publikum in die richtige Stimmung zu versetzen. Wie könnten sie auch, bei dieser einmaligen Mischung aus bekannten Stücken in ganz eigenem Gewand, sympathischen Ansagen und offensichtlicher Energie und Spielfreude, welche sich schnell vor die Bühne übertrug.

So dauerte es nicht lang, bis aus allen Ecken lautstark mitgesungen wurde, zumal durch die musikalische Vielfalt wohl alle auf ihre Kosten kamen. Von "Danger Zone" aus dem 80er Jahre Erfolgsfilm Top Gun über den 90er Punkklassiker "Self Esteem" bis hin zu den finnischen Landsmännern von den Bomfunk MCs, mit deren "Freestyler" ich einst aufgewachsen bin, war keine Zeit und kein Genre vor der Band sicher, die sich schon seit vielen Jahren einen Namen durch ihre einzigartigen Bluegrass-Versionen bekannter Songs macht. Gute Laune war da einfach vorprogrammiert!

Im Gepäck hatten Steve'n'Seagulls an diesem Abend auch ein neues Album. "The Dark Side of the Moo" ist dabei bereits das fünfte Studioalbum der Musiker und war während des Konzerts mit einigen Songs vertreten, wobei es mir persönlich dabei ja besonders der Blue Öyster Cult Klassiker "Don't Fear The Reaper" angetan hat. Wer hätte schon gedacht, wie wunderbar sich dieses Lied mit dem Klang von leeren Bierflaschen intonieren lassen würde? Ich jedenfalls nicht, und entsprechend fasziniert war ich von der Umsetzung.

Wie immer an schönen Konzertabenden kam das Ende dann aber auch gefühlt viel zu früh, wobei die Band sich nicht lange bitten ließ, noch eine ordentliche Zugabe anzuhängen, bevor man sich schließlich nur wenige Minuten nach dem Auftritt am Merchstand wiedertreffen konnte. Und ich schwöre euch, wenn ich nur ein Hutmensch wäre, wäre an diesem Abend nicht nur das neue Album, sondern auch der absolut phänomenale Möwen-Hut mit mir nach Hause gewandert. Wer ihn gesehen hat, weiß, wovon ich spreche - ungelogen das kreativste und coolste Band-Merch seit langem.

Fazit des Abends: großartige Live-Band mit Stimmung von der ersten bis zur letzten Minute. Bitte beehren Sie uns bald wieder! 

***

Buchvorstellung: Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben Band 1 von Maru Kubota

Worum es geht:

Amane zieht zu seiner Großmutter auf die Insel Enoshima, wo er durch einen Zufall auf den gleichaltrigen Ryuji trifft. Obwohl dieser voll sein Typ ist und sich die beiden auf Anhieb gut verstehen, verbietet sich Amane zunächst, mehr für ihn zu empfinden. Seit er auf seiner alten Mittelschule einem Jungen gestanden hatte, schwul zu sein und im Gegenzug von diesem verspottet wurde, versteckt er seine Gefühle lieber hinter einem Lachen, um nicht verletzt zu werden. Ryuji gefällt diese Eigenschaft an ihm gar nicht, doch wird es ihm gelingen, ihn aus seinem Schneckenhaus zu holen?

Meine Meinung:

Was für ein schöner Auftakt Band 1 von "Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben" doch war - genau das richtige für mich und meine Liebe zu Slow Burn Romanzen! Amane und Ryuji bekommen hier alle Zeit der Welt, einander kennen und verstehen zu lernen, und auch die Leser dürfen die beiden Protagonisten ganz natürlich in ihrem Alltag kennenlernen.

Mir hat es besonders gefallen zu erleben, wie es Ryuji mit seiner hilfsbereiten, aber auch offenen Art nach und nach gelungen ist, dass sich Amane ihm gegenüber öffnet, ohne dass sich die beiden überstürzt körperlich näher gekommen wären und ich bin schon sehr gespannt, wie sich ihre Beziehung weiterentwickeln wird.

Auch die Zeichnungen konnten mich auf ganzer Linie überzeugen. Wie wunderschön die Landschaft von Enoshima in einigen der Szenen als Hintergrund genutzt wurde! Das Foto mit der Eiscreme, welches Ryuji von Amane am Strand macht, würde ich mir in dieser Form glatt als Poster an die Wand hängen, weil ich es so süß fand!

Ich denke, ihr merkt es schon: Mir hat der erste Band von "Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben" von Maru Kubota hervorragend gefallen. Empfehlen würde ich den Manga allen, die sich für Fluff, Slow Burn und auch Slice of Life Titel begeistern können. Ich jedenfalls bin schon sehr gespannt, wie und wann die Beiden zueinander finden werden und freue mich sehr, dass ihnen dank bislang bereits sechs angekündigten Bänden sicher auch viel Raum zur Entfaltung gegeben wird. Und das Beste: ihre Geschichte geht schon in diesem Monat mit dem zweiten Band weiter!

Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben Band 1 | Maru Kubota | Loewe Manga |  Neupreis 7,50 € | Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch

 

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Buchvorstellung: Desharow Merman Band 1 von Yasheng und _Houby & Sanwenyu

Worum es geht:

Desharow ist ein ambitionierter, junger Biologiestudent an der Marineakademie in St. Petersburg. Auf einer Forschungsexpedition mit seinem Mentor entdeckt er in den Gewässern vor Island einen ganz besonderen, mysteriösen Meermann. Sein Interesse an dem Wesen bleibt nicht lange wissenschaftlicher Natur, denn auch seine Schönheit zieht ihn sofort in den Bann. Es dauert jedoch nicht lange, bis Desharow durch den Meermann in große Gefahr gerät...

Meine Meinung:

Zunächst einmal: ich bin eigentlich gar kein großer Fan von Meermännern, doch die Optik von "Desharow Merman" hat mich von Anfang an magisch angezogen - und ich habe es nicht bereut, zum ersten Band der Serie gegriffen zu haben! 

Den Auftakt der Geschichte um Desharow und den Meermann habe ich dabei als spannend, ein wenig düster und durchaus vielschichtig empfunden. Da ist natürlich auf der einen Seite der Meermann selbst, ein Wesen, von dem eine latente Gefahr auszugehen scheint, welches aber gleichzeitig eine große Anziehung auf den jungen Desharow auszuüben scheint. Auf der anderen Seite ist da aber auch das akademische Umfeld, in dem sich der Biologiestudent bewegt, welches geprägt ist von teils ungehemmten Ambitionen, hinter denen jede Moral zurückzustehen scheint. Beide Aspekte sorgen für eine stetige spannungsgeladene Atmosphäre beim Lesen, die einen die Seiten wie von selbst umblättern lässt. 

Auch optisch weiß der Band zu überzeugen. Die Zeichnungen sind attraktiv und die Farben passen ganz wunderbar zum Setting. Man verweilt sehr gerne auch mal länger bei dem einen oder anderen Panel, um dieses in allen Details betrachten zu können. 

Für mich war "Desharow Merman" Band 1 definitiv ein starker Auftakt, und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte um den jungen Studenten und den Meermann weitergeht!

Desharow Merman Band 1 | Yasheng und _Houby & Sanwenyu | Manlin Verlag | Originalpreis: 18,00 € | Empfohlen ab 18 Jahren | Genre: Danmei | Link zum Buch

Montag, 1. Dezember 2025

Buchvorstellung: The Guy She Was Interested in Wasn't a Guy at All Band 1 von Sumiko Arai

Worum es geht:

In der Schule gehört Aya zu den beliebten Mädchen, doch keine ihrer Freundinnen teilt ihre Leidenschaft für alternative Musik. In einem kleinen Plattenladen trifft sie jedoch auf einen Typen in schwarzen Klamotten, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Coole Ausstrahlung, makelloser Musikgeschmack und dann auch noch das Verhalten eines echten Prinzen - er hat es alles. Es gibt da nur ein Problem: der scheinbar perfekte Typ ist eigentlich Ayas unscheinbare Klassenkameradin Mitsuki.

Meine Meinung:

Wie lange bin ich dem ersten Band von "The Guy She Was Interested in Wasn't A Guy at All" von Sumiko Arai hinterhergelaufen. Es ist mir noch nie passiert, dass ein Yuri-Titel in meinen einschlägigen Läden so regelmäßig ausverkauft war wie dieser hier, sodass man wohl schon von einem kleinen Hype reden kann.

Und nach der Lektüre des Mangas würde ich sagen: total gerechtfertigt, denn mich hat dieser Band auch auf so vielen Ebenen angesprochen. 

Zunächst und vielleicht am offensichtlichsten ist da natürlich das Design des ursprünglich auf Twitter veröffentlichten Werks, welches mit den durchgehenden grünen Akzenten einfach cool aussieht.

Aber auch die Story steht da für mich bisher nicht dahinter zurück. Sicher erfindet sie das Rad nicht neu, aber das ändert nichts daran, dass sowohl die Charaktere als auch das Setting mich total angesprochen haben. Mitsuki fand ich dabei besonders cool. Optisch sowieso (ich fürchte, meine Jugend zur Hochzeit des Emo-Trends ist für immer in meine DNA eingraviert), aber auch von ihrer Art. Sie ist lässig und individuell, ohne es drauf anzulegen oder an die große Glocke zu hängen, und das macht sie unheimlich sympathisch. Aber auch Aya ist nicht das oberflächliche Girlie, das man im ersten Moment erwarten würde, und die Unterschiede zwischen den beiden ziehen sich wirklich gegenseitig an.

Und dann ist da natürlich noch das Setting: diese grenzenlose Begeisterung für alternative Musik, die beide teilen, springt beim Lesen für mich total über. Vielleicht hilft es da, dass ich mich damit generell stark identifizieren kann - wenn früher in der Schule von der mit dem Nirvana-Shirt die Rede war wusste jeder, dass ich gemeint war - aber für mich wirkte das einfach komplett glaubhaft, zumal viele der Bands und Lieder auch namentlich genannt wurden und man sich so quasi musikalisch in die entsprechenden Szenen versetzen kann.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab diesen Manga geliebt und sehe mich schon sehr bald ausziehen, um auch die bereits erschienenen nächsten zwei Bände zu ergattern. Klare Leseempfehlung!

The Guy She Was Interested in Wasn't A Guy at All Band 1 | Sumiko Arai |  Hayabusa | Neupreis 15,00 € | Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Girl's Love | Link zum Buch