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Montag, 10. August 2026

Konzertbericht: Eivør Pálsdóttir in Münster

Obwohl ich (mittlerweile wieder) in der Nähe von Münster wohne, ist die Stadt leider eher selten Ziel für Konzertbesuche. Manchmal tun sie sich dann aber doch auf, die kleinen Highlights. Der Besuch der färöischen Sängerin Eivør Pálsdóttir im Skaters Palace am 08. August war genau so ein Fall.

Im Gepäck hatte die stimmgewaltige Musikerin ihr mittlerweile ein Vierteljahrhundert umspannendes Schaffen – inklusive eines kleinen Einblicks in das im Oktober erscheinende neue Album Tungl.

Der Skaters Palace war gut gefüllt an jenem schönen Samstagabend, und das Publikum so divers, wie man es sich nur vorstellen und wünschen konnte. Von sehr alternativ aussehenden jungen Leuten bis hin zu Ehepaaren gehobeneren Alters hatten viele den Weg gefunden, um sich in die faszinierenden Klangwelten von Eivør entführen zu lassen.

Sie und ihre Liveband ließen sich dann auch nicht lange bitten. Pünktlich um 20 Uhr und ganz ohne Support ging es los, und es dauerte nicht lange, eh der faszinierende Stilmix mit den teils englischen und teils färöischen Lyrics die Besucher in seinen Bann gezogen hatte. Auch nicht ganz unschuldig daran war an diesem Abend aber auch die Belichtung – es passiert wirklich nicht alle Tage, dass man so schöne Farben auf der Bühne sieht, welche die Show zusätzlich perfekt in Szene setzten!

Eivør präsentierte an diesem Abend einen schönen Querschnitt durch ihr Schaffen, wobei natürlich auch das ikonische „Trøllabundin“ nicht fehlen durfte, welches vom Publikum besonders begeistert aufgenommen wurde. Doch auch sonst war die Setlist überaus spannend und vielseitig. Sei es „Salt“ – einer meiner persönlichen Favoriten – oder gar ein Experiment in Form eines 17 Jahre alten Liedes, für welches das Publikum damals noch nicht reif gewesen war und das deshalb seitdem nicht mehr gespielt worden war, kamen alle auf ihre Kosten. Auch einer der Beiträge, den die Musikerin für die Serie „The Last Kingdom“, einer historischen Serie basierend auf der Uthred-Saga von Bernard Cornwell, geschrieben hatte, fand im Set Platz. Außerdem gab es, gut zwei Monate vor dem Release, auch schon die ersten Einblicke in das kommende Album zu erleben – ein erster Eindruck, der richtig Lust auf die Veröffentlichung machte!

Nicht ohne ausgiebige Zugaben verließ Eivør dann gegen 21:45 Uhr die Bühne. Interessierte hatten im Anschluss dann noch die Möglichkeit, sie bei einer kurzen Autogrammstunde zu treffen. Das passende Merch dazu gab es dort natürlich auch gleich – überraschenderweise hauptsächlich in Vinyl-Form. Der Trend geht wohl wirklich weg von der CD und zurück zu Vinyl (und hin und wieder sogar Kassette).

So endete dann ein ausgezeichneter Konzertabend in Münster. Nachdem der Auftritt insgesamt so gut anzukommen schien, wird es hoffentlich nicht der letzte Besuch Eivørs in Münster bleiben!

Donnerstag, 30. Juli 2026

Konzertbericht: Cara auf Burg Wilhelmstein

Wie gut das Sommerprogramm auf Burg Wilhelmstein in diesem Jahr ist, zeigt sich für mich sehr eindrücklich daran, dass ich nur drei Tage nach dem wunderbaren Faun-Konzert am Sonntag erneut den Weg dorthin gefunden habe. An diesem Tag hatte sich nämlich die Folkband Cara angekündigt.

Das Wetter konnte an diesem Abend als durchaus Irisch bezeichnet werden. Immer mal wieder gab es kurze Schauer, und der Wind pustete uns gut durch. Ein Glück, dass weite Teile der Bühne überdacht sind, sodass dies wohl niemanden weiter störte.

Als das Konzert dann begann, gab es eh besseres zu tun, als sich um Kleinigkeiten wie das Wetter zu kümmern.

Die Musikerinnen und Musiker von Cara, die mit ihrem Celtic Folk schon seit vielen Jahren die Welt bereisen, hatten an diesem Abend ihr neues Album "Our Ship Is Ready" dabei, welches dann auch im Zentrum des Sets stand. Thematisch ging es also um die unterschiedlichsten Dinge, die man gemeinhin so mit Schiffen verbinden kann: Reisen, Aufbrüche, aber auch Abschiede. Es gab fröhliche Tunes und nachdenkliche, eine Ballade über einen weit gereisten Mann und eine Frau, die sich ein Schiff schnappt und die halbe Welt umsegelt, um mit ihm das Glück zu finden ("Lord Bateman") oder aber auch eine Hommage an das Lieblingshotel der Band ("Tucholsky Reels").

Im zweiten Teil des Sets gab es für uns außerdem noch eine große Überraschung. Am Merchstand der Band konnte man an einem Gewinnspiel teilnehmen, bei dem man gegen Abgabe seiner E-Mailadresse einen Beutel der Band gewinnen konnte. Der Blick meiner Mutter, die mich an diesem Abend begleitete, war wirklich Gold wert, als ihr Name dann tatsächlich als Gewinnerin aufgerufen wurde! Ein richtig schöner Zufall, über den wir uns sehr gefreut haben. 

Insgesamt empfand ich die Stimmung während des Konzerts durchgehend als sehr gut. Man merkte der Band an, dass sie die Location mögen, und auch das gut durchmischte Publikum schien großen Spaß zu haben und klatschte gerne mit, sodass es wohl gar kein Wunder war, dass Cara am Ende nicht ohne Standing Ovations und Rufen nach mehreren Zugaben verabschiedet wurden.

Diesen Wünschen kamen die Musiker auch gerne nach, und mit "I Will Not Say Goodbye" fand das Konzert schließlich einen wirklich schönen und inhaltlich sehr passenden Ausklang. 

Für mich war es an diesem Abend das zweite Livekonzert, welches ich von Cara erleben durfte, und ich würde mich sehr freuen, wenn es nicht das letzte bleiben würde. 

Sonntag, 26. Juli 2026

25 Jahre Faun - Jubiläumskonzert auf Burg Wilhelmstein

Jeder, der mich kennt oder diesem Blog schon länger folgt, weiß wohl, dass es keine Band gibt, die mich in den letzten mehr als fünfzehn Jahren so sehr geprägt hat wie Faun. Auf einem Faun-Konzert habe ich eine wichtige Freundin kennengelernt und durch die Musik der Band bin ich tiefer in die Mittelalter- und Pagan Folk Szene eingestiegen, habe unzählige Geschichten entdeckt und wurde auch sonst in vielerlei Hinsicht tief geprägt. Ich glaube nicht, dass ich ohne diese Band die Person wäre, die ich heute bin, und dafür bin ich ihnen wirklich dankbar.

Viel hat sich in dieser Zeit verändert, sowohl in der Szene als auch in meinem eigenen Leben, und so habe ich heute nicht einmal mehr annährend so oft die Gelegenheit, Faun live zu sehen, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war. Umso kostbarer ist es dann, wenn sich doch noch einmal die Gelegenheit ergibt, so wie am vergangenen Donnerstag auf der Burg Wilhelmstein in Würselen, wo Faun im Zuge ihrer Tour zum 25. Bandjubiläum Halt machten.

Obwohl die Burg gar nicht so weit erntfernt liegt von dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin, war es für mich der erste Besuch der dortigen Freilichtbühne. Der erste Eindruck war dafür gleich ein sehr positiver: was für eine perfekte Kulisse für ein Faun-Konzert! Die Location hatte für mich genau die richtige Größe, und das Ambiente der Bühne direkt an der Burgruine war einfach hervorragend geeignet für die romantischen und mystischen Klänge der Band.

Das ausverkaufte Konzert begann pünktlich, eine Vorband gab es an diesem Abend nicht. Faun benötigten dennoch nicht lange, das auffällig bunt gemischte Publikum zum enthusiastischen Mitmachen zu bewegen. Die historische Kulisse hatte offensichtlich nicht nur das Interesse von Fans und Szenegängern geweckt. Auch Familien und ältere Paare hatten sich eingefunden, und nicht wenige von ihnen sah man im Laufe des Abends ihre Garderobe um ein neues Faun-Shirt erweitern, was wohl sehr für die Überzeugungskraft des Auftritts sprach.

Zu Ehren des feierlichen Anlasses boten Faun einen spannenden Querschnitt durch ihr mittlerweile ein Vierteljahrhundert gewachsenes Repertoire. "Diese kalte Nacht" begeisterte gleich zu Beginn viele Besucher. Durch den kommerziellen Erfolg war es wohl das Lied, was vor einigen Jahren eine ganze Reihe von neuen Menschen auf die Musik der Band aufmerksam gemacht hatte, und viele von ihnen waren offenbar gekommen um zu bleiben. Doch auch Fans der ersten Stunde kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. So wurden auch lange nicht gehörte Stücke wie das "Tagelied" dargeboten, und mit dem "König von Thule" gab es sogar einen kleinen Ausflug zum allerersten Album der Band.

Auch zeigte die Band eindrücklich, wie facettenreich ihre Musik ist. Tanzbare Stücke wie "Wind und Geige" oder auch "Rhiannon" rissen die Zuschauer von ihren Plätzen in die Gänge, um dort zu tanzen, doch auch die ruhigen Momente durften durch Stücke wie "Tanz über die Brücke" oder auch eine sehr reduzierte Akkustik-Version von "Federkleid", welche dem Stück ein ganz neues Gewand gab, glänzen. Mit einem Text von Shakespeare wurde zudem auch ein Lied dargeboten, welches es bisher noch auf keinen Tonträger der Band geschafft hatte.

Wie immer bei Faun waren auch die Ansagen zwischen den Songs wieder überaus charmant. Kleine Anekdoten zu den Stücken brachten dem Publikum die Entstehungsgeschichte der Lieder näher, während zwischendurch auch munter mit den Leuten gescherzt wurde, was für viele Lacher sorgte.

Es ist wirklich faszinierend: obwohl ich Faun seit meinem ersten Live-Erlebnis im Jahre 2009 unzählige Male gesehen und zahlreiche Mitgliederwechsel miterlebt habe, haben ihre Konzerte für mich bis heute nichts von ihrem Zauber verloren. So war es auch an diesem Abend in Würselen wieder eine große Freude für mich, dabei sein zu dürfen. Vielen Dank für die vielen schönen gemeinsamen Jahre - auf dass es gerne noch einmal 25 weitere werden mögen!

Dienstag, 21. Juli 2026

Trinkt aus, wir müssen gehen - Die Toten Hosen live in Köln

Vor 26 Jahren hatte ich das große Glück, Die Toten Hosen live sehen zu dürfen. Damals war ich noch ein Kind, und meine Eltern nahmen mich mit zu Rock am Ring. Dafür – heute kann ich es ja sagen – nahmen sie mich sogar einen Tag heimlich aus der Schule. Eine richtig große Sache also, und eine, die mich musikalisch sehr geprägt hat. Seitdem hatte ich die Hosen immer wiedersehen wollen, doch irgendwie hat es damit nie geklappt. Vor ein paar Jahren ist es mir dann endlich gelungen, Tickets für ein Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle zu ergattern – dann kam jedoch Corona und die Tour wurde ersatzlos gestrichen. Nur einer von vielen Gründen, warum man mich niemals auch nur das kleinste bisschen Gutes über diese Zeit wird sagen hören. So viele verlorene Erlebnisse, so viele Enttäuschungen.

Manchmal wird am Ende das, was lange währt, aber doch noch gut. In meinem Fall bedeutet das, dass ich im letzten Vorverkauf Tickets für das Tote Hosen Konzert am vergangenen Samstag in Köln ergattern konnte. Falsche Stadt, könnte man jetzt anmerken, aber in manchen Fällen muss man eben Kompromisse eingehen. Und so kam es dann, dass ich mich an diesem Tag 26 Jahre nach der ersten Konzerterfahrung erneut zu einem Konzert der Hosen begeben durfte. Auch dieses Mal war wieder meine Mutter dabei – mein Vater, der vor einigen Jahren verstorben ist, hatte diese Chance leider nicht mehr.

Unsere Plätze fanden sich ziemlich weit hinten und ziemlich weit oben, was uns positiv betrachtet einen hervorragenden Ausblick über das komplette, ausverkaufte Rheinenergie Stadion bot. Von dort waren wir schon mit dabei, als das Konzert der ersten Vorband, 24/7 Diva Heaven begann. Die Schweizer All-Girl Band präsentierte dem Publikum musikalisch ein recht großes Repertoire. Einige der Stücke kamen klassisch punkig daher, doch die Einflüsse aus anderen Genres wie Grunge und sogar Rock’n’Roll waren ebenfalls zu hören.

Weiter ging es im Anschluss mit einem totalen Kontrastprogramm, den Punk-Urgesteinen von The Undertones. Die Herrschaften lieferten für mich eine wirkliche sehens- und hörenswerte Show ab, wobei ich mich persönlich besonders über „Teenage Kicks“ freute. Ich gebe zu, dass dies wirklich eine Band war, bei denen ich nicht damit gerechnet hätte, sie eines Tages einmal live zu sehen. Umso schöner, dass es nun doch so gekommen ist.

Als letzter Support standen schließlich noch alte Bekannte an. Von den Bühnenqualitäten der Beatsteaks hatte ich mich bereits vor einigen Jahren im Rahmen des Vainstream-Festivals eindrücklich überzeugen können, und auch der Auftritt am Samstag stand dem wieder in nichts nach. Nicht nur reihte sich Hit an Hit der Berliner aneinander, sie überzeugten auch mit unheimlich großer Bühnenpräsenz und brachten das Publikum so im Handumdrehen dazu, lautstark mitzusingen und auch sonst jeden Scheiß mitzumachen. Von der Setlist her blieben in meinen Augen auch absolut keine Wünsche übrig. Mein persönliches Highlight war aber natürlich mein Lieblingssong „Frieda und die Bomben“.

Im Anschluss wurde es dann trotz fast vierzig Minuten Umbaupause tatsächlich etwas stressig, gibt es doch in solchen Locations IMMER viel zu wenige Damentoiletten. Als dieser leider essenzielle Punkt endlich abgehakt werden konnte, blieb kaum noch Zeit für neue Getränke, und wie auch beim Einkaufen hatte man natürlich intuitiv die Schlange gewählt, bei der es auch noch am allerlangsamsten ging. So wurde sich dann schon zu den ersten Tönen des Intros durch die engen Reihen zurück zum eigenen Platz gekämpft. Meine Entschuldigung an alle, durch deren Handyvideos wir dabei laufen mussten, aber es ging nun einmal leider nicht anders: wir haben es genauso gehasst wie ihr.

Der Stress war dann jedoch schnell vergessen, denn die Toten Hosen lieferten vom ersten Moment an eine großartige Show ab. Zu meiner Überraschung gab es dabei relativ wenige Songs vom neuen Album, dafür aber einen richtig schönen Querschnitt durch die umfassende musikalische Geschichte der Band. Bei Klassikern wie „Hier kommt Alex“ oder „Bonnie & Clyde“ wurde dabei natürlich stets aus tausenden Kehlen lautstark mitgesungen, doch auch die ruhigeren Momente wie bei „Draußen vor der Tür“ wurden vom Publikum mit einem Meer aus Taschenlampen angemessen gewürdigt.

Einige Überraschungen hielt das Konzert ebenfalls bereit. So hatte man sich mit Wolfgang Niedecken einen wirklich illustren Gast eingeladen und so eindrücklich bewiesen, dass die Kluft zwischen Köln und Düsseldorf durchaus überwindbar ist. Außerdem hatte man ein Cover im Gepäck, welches großen Anklang beim Publikum fand, hat es doch in all den Jahren seit seinem Erscheinen nichts an Bedeutung eingebüßt – und so gab es dann wohl auch kaum jemanden, der bei „Schrei nach Liebe“ nicht aus tiefstem Herzen mitgesungen hätte. Ein persönliches Highlight für mich war außerdem mein Lieblingslied „Pushed Again“, welches mich einfach immer wieder berührt und gerade live eine unfassbare Wucht entfalten kann.

Auch die Bühne und die Show konnten sich an diesem Abend wirklich sehen lassen. Auf der ohnehin schon bunten, riesigen Bühne wurden während des Konzerts auf mehreren großen Bildschirmen im Hintergrund und an den Rändern wechselnde Bilder und Videos gezeigt. Mal sah man die Bandmitglieder, mal waren es zu den Songs passende Szenen. So oder so war immer viel los, was insbesondere für uns Zuschauer weiter hinten toll war, wo man die Bandmitglieder ja nun doch eher nur noch als kleine über die Bühne huschende Punkte wahrnehmen konnte. Doch selbst so war deutlich, wie viel Bewegung da während des gesamten Auftritts herrschte. Campino war noch nie jemand, der lange an einer Stelle stehen bleibt, und an diesem Bewegungsdrang hat sich anscheinend auch heute nichts geändert.

Nach zweieinhalb Stunden inklusive mehreren Zugaben fand der Auftritt dann aber leider doch so langsam sein Ende. Doch nur weil die Band mit dem Singen aufhören musste, galt das noch lange nicht für das Publikum. Ich jedenfalls landete in einem Bus nach Messe/Deutz, in dem die Party einfach fortgesetzt wurde. Songs wie „Zehn kleine Jägermeister“ und „Bayern“ hatten es an diesem Abend nicht in das Set der Band geschafft, also sang man sie auf dem Weg zum Bahnhof einfach gemeinsam. Auch für den Busfahrer war dies sicher mal eine etwas ungewöhnliche Tour, und mir wird sie sicher noch lange als ganz besonderer Abschluss eines richtig tollen Konzertabends in Erinnerung bleiben.

Da bleibt mir nur noch zu sagen: vielen Dank an die toten Hosen für dieses wundervolle Konzert, und für all die wunderbaren Jahren! 

Montag, 20. April 2026

Konzertbericht: Songleikr in Herford

Obwohl ich leider schon lange nicht mehr so viele Konzerte wie früher besuche, tauchen sie doch hin und wieder noch auf, diese kleinen Highlights am Horizont, auf die man sich dafür gleich umso mehr freut. Das Konzert, welches die norwegische Folk-Band Songleikr am 18. April in Herford gegeben hat, war so ein Highlight.

 

Für mich war es das erste Mal im Kulturwerk (und tatsächlich meiner Erinnerung nach auch das erste Mal in Herford). Gefunden war der Club dank der charmant-altmodischen Werbetafel mit Bandankündigung aber schnell. Drinnen war dann auch schon gut was los - ein Glück, ist das ja heute bei Konzerten leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Bis ein lauschiges Plätzchen mit einigermaßen guter Sicht gefunden war, dauerte es darum aber auch ein wenig. Am Ende fanden wir eins, was uns zufrieden stellte - Fotos waren von dort jedoch leider keine möglich. Da ich aber ohnehin nur mein Handy dabei hatte, fand ich das gar nicht so schlimm. Manchmal ist mehr zuhören und weniger durch den Bildschirm schauen ja eh die beste Wahl ;)

Da die Anfangszeiten etwas unsicher kommuniziert worden waren, mussten wir eine Weile auf den Beginn warten - wurden dafür dann aber vom ersten Song an mit einem Auftritt belohnt, auf den sowohl Band als auch Publikum richtig Bock hatten.

Songleikr spielten eine schöne Mischung aus ihrem ersten Album "Godtfolk" und der neuen Platte "Fuglefolk", die kurz vor dem Release steht. Neben den Stücken, die in ihrer Qualität ohnehin für sich stehen, gab es auch noch eine Vielzahl an Ansagen mit interessanten Details und Anekdoten. Es wurde viel gelacht und getanzt, und ich denke, man kann ganz selbstbewusst behaupten, dass wohl jeder, den es an diesem Abend in das Kulturwerk verschlagen hatte, eine richtig gute Zeit hatte.

Wie das so ist mit guten Zeiten, ging sie aber natürlich irgendwann auch vorbei, und das gefühlt viel zu früh. Unsere Hoffnung, im Anschluss an das Konzert einen physischen Tonträger der Band erwerben zu können, erfüllte sich zwar leider nicht, dafür gab es schickes Merch zum neuen Album zu erwerben, und wer wollte, konnte sich am Merchstand auch noch mit den Musikern selbst unterhalten - eine Möglichkeit, von der meinem Eindruck nach rege Gebrauch gemacht wurde.

Für uns mit der Bahn angereisten ging es dann jedoch leider schon so langsam gen Heimat. Mit dem tollen Gefühl, endlich mal wieder einen richtig guten Konzertabend erlebt haben zu dürfen! 


 

Montag, 9. März 2026

Konzertbericht: Leaves' Eyes in Übach-Palenberg

Wenn sich in dem Städtchen, in dem ich aufgewachsen bin, ein gutes Konzert ankündigt, dann bin ich natürlich dabei. Wenn es sich dabei auch noch um eine Band handelt, die ich ohnehin schon seit Jahren mag natürlich erst recht!

So geschehen am 07. März, als sich die großartigen Leaves' Eyes für die Rockfabrik ankündigten. Obwohl das Konzert zu meiner großen Überraschung nicht ausverkauft war, war es auch nicht schlecht besucht, sodass schon eine ansehnliche Zahl an Leuten den Auftritt der Supportband Catalyst Crime miterleben durfte. Die gaben auch gleich von der ersten Minute Vollgas und hatten das Publikum schnell auf ihrer Seite.


 Nach einer kleinen Umbaupause ging es dann auch schon mit dem Headliner des Abends weiter, und was soll ich sagen: Leaves' Eyes waren einfach großartig! Während die sympathischen Ansagen von Alexander Krull die Leute voller Humor durch das Konzert führten, blieben musikalisch und von der Show her keine Wünsche offen. Besonders die Stimmgewaltigkeit und Bühnenpräsenz von Sängerin Elina Siirala hat mich dabei sehr beeindruckt. Die Setlist bot derweil einen guten Querschnitt durch das langjährige und umfangreiche Repertoire der Band.

Für mich hätte der Abend noch ewig weitergehen können, aber wie alle schönen Dinge musste natürlich auch dieser Auftritt irgendwann vorbeigehen. Schönes Abschiedsgeschenk für mich: ich durfte am Ende trotz meiner mangelnden Fangfähigkeiten tatsächlich ein ins Publikum geworfenes Plektrum mit nach Hause nehmen. Eine schöne Erinnerung an einen feinen Abend! 


 

Samstag, 6. Dezember 2025

Konzertbericht: Steve'n'Seagulls in der Rockfabrik Übach-Palenberg


So richtig voll war es, als am 5. Dezember die Finnen von Steve'n'Seagulls die Rockfabrik in Übach-Palenberg mit ihrem Besuch beehrten - wie wir wohl alle in den vergangenen Jahren festgestellt haben, leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso schöner war es darum, mit so vielen Leuten in freudiger Erwartung den Beginn des Konzerts abzuwarten.

Und dieses begann dann auch ohne Umschweife und ganz pünktlich. Steve'n'Seagulls hatten keinen Support dabei, brauchten jedoch auch gar nicht lange, um das Publikum in die richtige Stimmung zu versetzen. Wie könnten sie auch, bei dieser einmaligen Mischung aus bekannten Stücken in ganz eigenem Gewand, sympathischen Ansagen und offensichtlicher Energie und Spielfreude, welche sich schnell vor die Bühne übertrug.

So dauerte es nicht lang, bis aus allen Ecken lautstark mitgesungen wurde, zumal durch die musikalische Vielfalt wohl alle auf ihre Kosten kamen. Von "Danger Zone" aus dem 80er Jahre Erfolgsfilm Top Gun über den 90er Punkklassiker "Self Esteem" bis hin zu den finnischen Landsmännern von den Bomfunk MCs, mit deren "Freestyler" ich einst aufgewachsen bin, war keine Zeit und kein Genre vor der Band sicher, die sich schon seit vielen Jahren einen Namen durch ihre einzigartigen Bluegrass-Versionen bekannter Songs macht. Gute Laune war da einfach vorprogrammiert!

Im Gepäck hatten Steve'n'Seagulls an diesem Abend auch ein neues Album. "The Dark Side of the Moo" ist dabei bereits das fünfte Studioalbum der Musiker und war während des Konzerts mit einigen Songs vertreten, wobei es mir persönlich dabei ja besonders der Blue Öyster Cult Klassiker "Don't Fear The Reaper" angetan hat. Wer hätte schon gedacht, wie wunderbar sich dieses Lied mit dem Klang von leeren Bierflaschen intonieren lassen würde? Ich jedenfalls nicht, und entsprechend fasziniert war ich von der Umsetzung.

Wie immer an schönen Konzertabenden kam das Ende dann aber auch gefühlt viel zu früh, wobei die Band sich nicht lange bitten ließ, noch eine ordentliche Zugabe anzuhängen, bevor man sich schließlich nur wenige Minuten nach dem Auftritt am Merchstand wiedertreffen konnte. Und ich schwöre euch, wenn ich nur ein Hutmensch wäre, wäre an diesem Abend nicht nur das neue Album, sondern auch der absolut phänomenale Möwen-Hut mit mir nach Hause gewandert. Wer ihn gesehen hat, weiß, wovon ich spreche - ungelogen das kreativste und coolste Band-Merch seit langem.

Fazit des Abends: großartige Live-Band mit Stimmung von der ersten bis zur letzten Minute. Bitte beehren Sie uns bald wieder! 

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Donnerstag, 27. November 2025

Konzertbericht: Árstíðir im Hot Jazz Club Münster

Offensichtlich hatte es sich erfreulich gut herumgesprochen, dass die großartige isländische Folk-Band Árstíðir am 25. November Halt im schönen Münster machte, denn der Auftritt war bereits im Vorfeld ausverkauft. So ergab sich dann vor dem Einlass auch noch ein reger Tauschhandel: zu kurzentschlossene Besucher suchten nach übriggebliebenen Tickets während der eine oder andere sich noch freute, ein ebensolches loszuwerden.

Entsprechend voll war es dann zu Beginn des Konzerts auch im kleinen und recht verwinkelten Hot Jazz Club. Dennoch fand sich noch ein lauschiges Plätzchen an der Bar, von dem aus man der Musik gut lauschen konnte. Und diese startete dann auch auf die Minute pünktlich.

Árstíðir hatten keine Vorband mitgebracht, aber das war auch gar nicht nötig. Nach nunmehr schon über fünfzehn Jahren Bandaktivität, mehrerer Studioalben und zahlreichen anderen Projekten war ein abendfüllendes Programm kein Hexenwerk.

Mitgebracht hatte die Band natürlich vor allem ihr neustes Werk "Vetrarsól - Voices of the Winter Sun", ihr erstes A Capella-Album, aus dem sie einige Stücke präsentierten, darunter beispielsweise das Lied "Grafskrift", welches - man ahnt es selbst ohne fundierte Isländischkenntnisse - eine vertonte Grabinschrift ist oder aber auch "Ó Mín Flaskan Fríða", eine Hommage an hochprozentige Genüsse.

Doch auch Fans älterer Alben gingen keineswegs leer aus, denn besonders das allseits beliebte Album "Hvel" war ebenfalls mit einigen Stücken vertreten. Eines der persönlichen Highlights für mich war außerdem die Interpretation, die Árstíðir an diesem Abend von Wardrunas "Helvegen" gaben. Das Stück zählt zu meinen absoluten Lieblingsliedern, und es war unheimlich interessant, wie die Band hier vermochte, diesem eine komplett neue Stimmung zu geben aber dennoch offensichtlich den Charakter des Stückes zu bewahren!

Generell bewiesen Árstíðir an diesem Abend wieder einmal große Spielfreude und Bühnenpräsenz. So gelang ihnen, was insbesondere heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist: die Aufmerksamkeit das Publikums auch mit ruhigen Tönen über den Verlauf des kompletten Konzerts zu binden. Selbst das Spülen der Gläser hinter der Theke musste bis zur Pause warten, denn schon dieses profane Geräusch war laut genug, die ruhige Atmosphäre zu stören.

Ein schönes Detail an diesem Abend waren auch die sympathischen und ausführlichen Ansagen der Band. Da gab es zum einen Anekdoten zu den Stücken zu hören, zum anderen aber auch Erklärungen zum Inhalt. Am Ende hielt die Sprachbarriere aber auch niemanden ab, mitzusingen und vielleicht auch mal das eine oder andere isländische Wort auf der Zunge zu testen.

Und am Ende des Abends, so denke ich, gingen dann beide Seiten zufrieden nach Hause, denn hier hatten sich Band und Publikum in großer Harmonie gefunden. 

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Dienstag, 28. Oktober 2025

Ein magischer Abend - Faun in der Tonhalle in Düsseldorf

Gar nicht so einfach war es am 23. Oktober, die Tonhalle in Düsseldorf zu erreichen, wo sich an diesem Abend Faun im Zuge ihrer Hex-Tour die Ehre gaben. Die Bahn betreibt auf der Strecke, die wir dorthin hätten nehmen müssen, schon seit Wochen etwas, was Arbeitsverweigerung nahekommt, und auf den Autobahnen sah es dank des ersten Herbststurmes, der an diesem Tag über das Land fegte, auch kaum besser aus. 

So erreichten wir unser Ziel leider auch erst verspätet - aber glücklicherweise nicht zu spät, um wenigstens noch einen Teil des Auftritts von Pettersson & Fredriksson sehen zu dürfen. Die beiden Schweden eröffneten den Abend mit traditionellen nordischen Klängen und Instrumenten, was einen schönen Einstieg bedeutete.

 

Deutlich weniger ruhig ging es dann im Anschluss mit Ye Banished Privateers weiter. Obwohl die schwedischen Piraten alte Bekannte sind, bot die Tonhalle ein wirklich ungewöhnliches Setting für ihren Auftritt. Ein wenig merkwürdig war es, den Songs der Band sitzend in dieser wirklich schönen Location zu lauschen, doch musikalisch konnten sie auf ganzer Linie überzeugen. Besonders schön zu sehen war aber, dass viele Besucher an diesem Abend ihre erste Begegnung mit der Band zu haben schienen und man am Applaus und Lachen live mitverfolgen konnte, wie sie diese Menschen für sich gewinnen konnten.

Nach einer Umbaupause, die wie im Flug zu vergehen schien, war es dann auch schon Zeit für Faun. Und was soll ich sagen? Auch nach mehr als 15 Jahren (ja, so lange ist mein erstes Faun-Konzert mittlerweile schon her) vermag es diese Band noch jedes Mal, mich zu verzaubern. Die Songs des neuen und meiner Meinung nach sehr starken Albums "Hex" standen natürlich im Zentrum und konnten mich auch live überzeugen. Da wäre zum Beispiel "Lament", bei dem das Publikum aufgefordert war, im Refrain ihre Stimmen zu leihen, was dem ohnehin schon sehr würdevollen Stück noch einmal mehr Stimmung verlieh. Oder aber die Ballade "Lady Isobel", in der ich mich jedes Mal wieder verlieren könnte.

 

Doch auch ältere Stücke, viele von ihnen langjährige Publikumslieblinge, durften nicht fehlen. Titel wie "Wind und Geige", "Alba" oder auch "Rhiannon" haben dabei in all den Jahren nichts von ihrer Magie verloren.

Auch der Aufbau der Bühne hat mir sehr gut gefallen. Faun hat für diese Tour nicht auf eine große Show gesetzt, aber die stilvolle Bühnendeko bot zusammen mit der wie immer makellosen Lichtshow der Band (und dem Nebel, den ich nicht missen möchte, auch wenn wir bis heute beschwören, dass er nicht mehr so gut wie früher riecht) das perfekte Setting für diesen wunderschönen Konzertabend.

Wie immer wenn es schön ist, ging natürlich auch dieser herrliche Auftritt gefühlt viel zu schnell vorüber. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal! 

Sonntag, 19. Januar 2025

Mit Folk ins neue Jahr - die Kilkenny Band in Nordwalde

Ein Jahr ohne Livemusik ist ein verschwendetes Jahr - warum also unnötig lange warten, auch dieses noch junge Jahr mit einem Konzertbesuch zu eröffnen? Frei nach diesem Motto machte ich mich am 11. Januar mit einer Freundin auf den Weg an einen Ort, den keine von uns zuvor besucht hatte, und an den es uns ohne diesen schönen Anlass wohl auch nie verschlagen hätte: die evangelische Christuskirche in Nordwalde. Dort spielte an jenem Abend vor ausverkauftem Haus nämlich die Kilkenny Band.

Die Kirche war nach einem Spaziergang durch die Stadt bald gefunden und auch der Einlass lief erfreulich schnell ab. Niemand musste lange in der Kälte stehen, und schöne Sitzplätze waren auch schnell gefunden. Als dann auch noch eine nette Zufallsbekanntschaft mit dem Nebenmann die Wartezeit bis zum Konzertbeginn wie im Fluge vergehen ließ, stand einem wunderbaren Konzertabend nichts mehr im Weg.

Die Kilkenny Band sind schon lange keine Neulinge im Bereich der Irish Folk Musik mehr, und auch wir hatten in der Vergangenheit bereits einige Male die Ehre, sie live zu erleben. Dies ist jedoch schon einige Jahre her, und auch eine Kirche als Location war für uns eine Premiere, bot jedoch einen perfekten Rahmen für das Konzert. Die Akustik war hervorragend, und auch optisch bot die kleine Kirche eine sehr schöne Kulisse.

Musikalisch gab es an dem Abend einen ebenso interessanten wie breit gefächerten Querschnitt durch das Repertoire der Band. Eigene Stücke waren ebenso dabei wie traditionelle Melodien und Stücke anderer Folk-Musiker, welche die Musiker in ihrem Werdegang beeinflusste haben - bei einem Spektrum von den Pogues bis zu Reinhard Mey gab es dort wirklich die eine oder andere Überraschung. Natürlich war auch das Publikum gefragt, Hände und Stimmen zum Einsatz zu bringen und den Auftritt tatkräftig zu unterstützen, was man aber ohnehin kaum jemandem zweimal sagen musste. Dies führte zu wirklich schönen Augenblicken, wie beispielsweise als der ganze Kirchenraum gemeinsam die erste Strophe von "Sag mir wo die Blumen sind" anstimmte.

Ein wirkliches Highlight des Abends waren für mich neben der Musik aber auch die Ansagen der Musiker. Da man es sich bei dieser Tour zum Ziel gesetzt hatte, die eigenen musikalischen Wurzeln zu würdigen, stellten die vier Bandmitglieder in zum Teil heiteren, zum Teil sehr persönlichen Episoden vor, was sie einst zum Folk geführt hat oder was bestimmte Lieder und Melodien ihnen bedeuten. Dies gab einem gleich noch einmal eine ganz neue Perspektive auf die Musik, und es machte mehr als deutlich, wie sehr alle hier lieben, was sie tun.

Da war es dann auch kein Wunder, dass das Publikum die Band am Ende nicht ohne Zugabe gehen ließ und sich noch mit Standing Ovations für den überaus gelungenen Konzertabend bedankte. Zum Glück hatte die Kilkenny Band da aber bereits Neuigkeiten, welche das Bedauern über das Ende des Konzerts ein wenig zu mildern vermochten: der nächste Auftritt in der Kirche von Nordwalde ist bereits gesichert. Wer möchte, kann sich am exakt gleichen Tag in einem Jahr, also am 11. Januar 2026, erneut zu einem Kirchenkonzert einfinden. Nicht unwahrscheinlich, dass auch wir vielleicht wieder mit dabei sein werden.

Dienstag, 7. Januar 2025

Musikalischer Jahresabschluss 2024 - Rapalje in Wilhelmshaven

2024 war konzerttechnisch betrachtet kein gutes Jahr für mich. Finanziell und auch terminlich lange stark eingeschränkt, musste die Zahl der Konzertbesuche drastisch zurückgeschraubt werden. Eine frustrierende Angelegenheit für jemanden wie mich, der seit seiner Teenagerzeit eher auf dem Zahnfleisch hingekrochen wäre als die Chance auf einen schönen Konzertabend zu verpassen.

Da war es dann folglich auch eine tolle Sache, als eine Freundin einen letzten jährlichen Konzertbesuch vorschlug. Etwas besonderes sollte es sein, vielleicht auch ein bisschen verrückt. Und so fiel die Wahl am Ende auf den Auftritt von Rapalje im Pumpwerk in Wilhelmshaven.

Ein Ausflug in die Stadt war schon vor Jahren angedacht gewesen, wurde jedoch am Ende wie so vieles durch Corona vereitelt. Am 28. Dezember war es dann aber tatsächlich so weit. Morgens setzte ich mich mit meinem Deutschlandticket in den Zug, nach etwa drei Stunden gesellte sich meine Freundin zu mir, und nach nur *hüstel hüstel* knapp sieben Stunden Fahrt - und ohne Verspätung! - kamen wir in Wilhelmshaven an.

Das Wetter war - sagen wir mal - nordisch. Die Luft war auch ohne Regen nass und es hing bald ein recht ansehnlicher Nebel über dem Wasser. Doch noch vor Nacht und Nebel gelang es uns, einen Blick auf unsere Unterkunft zu erhaschen. Auch hier hatten wir uns etwas Feines überlegt. Kein schnödes Hotel, nein nein. Ein Schiff sollte es sein. Die Arcona, um genau zu sein. Das ehemalige Marinewohnschiff aus den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts wurde erst vor kurzem zu einem Hostel umgebaut und lud uns ein zu einer Nacht in besonderem Ambiente.

Nach einem unkomplizierten, telefonischen Check-In konnten wir auch schnell unsere Kabinen beziehen und waren sehr angetan. Der schllichte und stilechte Charme wusste zu überzeugen, und die Betten wurden gleich getestet und als gemütlich befunden. 

Hungrig nach der langen Anreise stand als nächstes die Nahrungssuche auf dem Programm. Hier fiel unsere Wahl auf ein kleines, asiatisches Restaurant, das Asia Gia Bao. Auch dieses entpuppte sich schnell als richtig gute Entscheidung. Das Lokal selbst war gemütlich, das Personal unheimlich freundlich und das Essen superlecker!

So gestärkt war es dann endlich Zeit für den eigentlichen Höhepunkt des Abends, das Konzert. Kurz nach Einlass erwartete uns zunächst einmal eine eher unschöne Überraschung: eine lange, lange, überaus bewegungslose Schlange vor dem Pumpwerk. Eher mürrisch standen wir also eine ganze Weile in der Kälte, eh es dann endlich nach drinnen ging. Die Sitzplätze waren zu diesem Zeitpunkt leider bereits besetzt, was meiner von Rückenproblemen geplagten Begleitung eher weniger gefiel. Zum Glück fanden wir aber noch ein lauschiges Treppchen gleich neben der Bühne, wo sie sich zwischendurch hinsetzen konnte. So stand einem gelungenen Konzertabend nichts mehr im Weg.

Und ein gelungener Konzertabend wurde es. Begrüßt wurden wir von Marcel Dunker, der es mit der von ihm dargebotenen Mischung aus Folk Klassikern und anderen Evergreens in kürzester Zeit schaffte, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Bei so viel Bühnenpräsenz und Begeisterung war es für den Musiker offensichtlich gar kein Problem, die Bühne ganz allein mit seiner Gitarre zu erobern und die Zuhörer auch für den Rest des Abends gut anzuheizen.

Nach der üblichen Umbaupasue betraten dann mit den Niederländern von Rapalje die Headliner des Abends die Bühne, und eigentlich ist es gar nicht nötig, hier viele Worte zu verlieren, denn wer sich grob in "meinen" Kreisen bewegt, dem sind die Herren keine Unbekannten. Und so lieferten Rapalje natürlich auch an diesem Abend wieder eine erstklassige Show ab - unterhaltsame Ansagen und die Klärung der Frage, was Mann so unter dem Kilt trägt inklusive. Musikalisch gab es einen guten Querschnitt durch das große Repertoire der Band, der vom Publikum am Ende mit nicht enden wollenden 'Zugabe'-Rufen belohnt wurde. Und auch dieser Wunsch war Rapalje Befehl - in Teilen bereits umgezogen kamen sie schließlich tatsächlich noch ein letztes Mal auf die Bühne zurück, um ihre absolut herrliche Version von "The Wild Rover" zum Besten zu geben!

Bestens gelaunt verließen wir nach diesem schönen Abend das Pumpwerk, mit dem für uns neuen Wissen, dass es sich bei diesem Wilhelmshavener Jahresendkonzert um eine Art wiederkehrende Tradition handelt. Zum Glück bot die Rückfahrt am folgenden Tag mehr als genug Zeit, Gedanken darüber zu spinnen, ob man selbst dies nicht auch zu einer neuen Tradition entwickeln könnte... Mir scheint, da könnte es noch eine Fortsetzung geben, zwischen Rapalje, Wilhelmshaven und uns.

Freitag, 24. September 2021

Was lange währt - Goethes Erben in Übach-Palenberg

Es gibt sie, diese Bands, die einen ein Leben lang begleiten und dabei stets einen besonderen Platz im Herzen einnehmen. Goethes Erben sind für mich eine solche Band. 

Meine erste Begegnung ist lange her, irgendwann um 2001. Im Musikfernsehen entdecke ich "Glasgarten", die Single mit Peter Heppner. Ich bin fasziniert, doch lange bleibt mir nur, aus der Ferne zu staunen. Ich bin damals um die dreizehn Jahre alt und lebe in Übach-Palenberg. Konzerte in Bochum, Köln oder Oberhausen? Bloße Fantasien. Irgendwann werde ich erwachsen, verlasse die verschlafene Kleinstadt, doch der musikalische Fokus verschiebt sich, die Freunde finden sich in ganz anderen Szenen. Alte Favoriten geraten zwar nicht in Vergessenheit, doch es tut sich auch nichts in diese Richtung. Und dann, ganz plötzlich, ist sie da, die Ankündigung: Goethes Erben in der Rockfabrik Übach-Palenberg. Meine Zeit scheint doch noch gekommen.

Doch dann sieht es zunächst so aus, als würde sich auch dieser Traum wieder zerschlagen. Das Konzert ist ursprünglich für 2000 angekündigt, Corona kommt dazwischen. Zum Glück machen gelockerte Maßnahmen ein Nachholen im Jahr darauf möglich. Reduzierte Besucheranzahl, feste Bestuhlung, wir alle erinnern uns an die Kompromisse. Aber immerhin: es passiert - und es wird ein Abend, der mir bis heute viel bedeutet.

Eröffnet wird der Abend von einem alten Bekannten: Matt Howden (Sieben), den ich bereits vor vielen Jahren auf einem Konzert von Faun lieben lernen durfte. Auch zu diesem Anlass überzeugte er - grundsympathisch wie immer - wieder durch seine faszinierenden Engagements und seine Energie.

Und dann natürlich Goethes Erben. Manchmal kann die Realität ja nicht mit den Erwartungen und Hoffnungen mithalten, doch manchmal werden diese sogar noch übertroffen - und dieser Auftritt war genau so ein Fall. Oswald Henkes Präsenz auf der Bühne ist unfassbar, und ich hatte rückblickend den Eindruck, an seinen Lippen geklebt zu haben, während das Konzert wie im Fluge verging. Auch die Auswahl der Lieder ließ für mich keine Wünsche übrig, wobei ich mich "Nichts bleibt wie es war" und "Kopfstimme" ganz besonders über zwei meiner Favoriten gefreut habe.

Eh ich mich versah, war dann jedoch auch schon alles vorbei - eben wie immer, wenn es gerade besonders schön ist. Trotzdem denke ich bis heute gerne zurück an diesen Abend, der für mich wirklich ein Lichtblick in einer ansonsten sehr trostlosen Zeit war, und auch irgendwie ein Beweis, dass manchmal - wenn auch spät - doch noch alles gut wird.

***Dieser Beitrag wurde am 01.11.2025 verfasst, jedoch der Übersichtlichkeit und dem Tagebuch-Charakter dieses Blogs halber in die Zeit des Erlebnisses zurückdatiert.*** 

Samstag, 14. August 2021

Schwere See - das Piratenabenteuer in Vlatten

 Wer diesen Blog verfolgt - falls das überhaupt irgendwer tut *hust hust* - weiß, dass ich immer zu positiver Berichterstattung neige. Das liegt weder daran, dass ich dazu gezwungen werde (dieser Blog wird nicht gesponsort, ich berichte hier nur über Veranstaltungen, zu denen ich Tickets selbst erworben habe und kann folglich ganz unvoreingenommen schreiben, was ich denke), noch daran, dass ich extrem leicht zufriedenzustellen wäre. Nein, es ist eher so, dass ich es bei Veranstaltungen, die mir im Nachhinein absolut nicht nennenswert erscheinen vorziehe zu schweigen. Passiert selten, aber halt schon hin und wieder, und wenn ich nichts Konstruktives darüber zu sagen habe, halte ich halt ganz die Klappe.

Warum ich das schreibe? Nun, weil ich mich mit dem Bericht zum Piratenabenteuer 2021 ein wenig schwer tue.

Ich habe das Piratenabenteuer erlebt, als es noch Pirates hieß und in Jülich stattfand, ebenso wie den Umzug nach Zülpich, und ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit der Veranstaltung, der man immer angemerkt hat, dass sie ein Liebhaberprojekt ist. Ein weiterer Umzug, diesmal nach Heimbach-Vlatten, war darum für mich auch kein Ausschlusskriterium. Kleiner als zuvor? Das muss schließlich nicht per se schlecht sein, denn 'klein' heißt bei Veranstaltungen mit speziellem Thema wie dieser oft auch 'intim' und verspricht eine besondere Atmosphäre. So war auch hier viel Szenepublikum anwesend, was für mich immer ein ziemlicher Wohlfühlfaktor ist. (Das mit den interessierten Tagesgästen ist für mich ein wenig wie mit Touristen: man braucht sie, aber so richtig mögen tun sie doch eigentlich die wenigsten Einheimischen. ;)) Auch die Campsite war wohl mit Abstand die entspannteste, die ich in meinem mittlerweile doch recht langem Leben als Festivalgänger erleben durfte, mit guter Stimmung und viel gegenseitiger Rücksichtnahme.

Auch am Programm gab es im Grunde wenig auszusetzen: Es war sicher nicht leicht, in diesen unsicheren Zeiten ein Line-Up zusammenzustellen, darunter Top-Namen der Szene, alte und neue Bekannte wie Ye Banished Privateers, Punch'n'Judy oder Pyrolysis. Es dürfte auch nicht leicht gewesen sein, dass die Region kurze Zeit zuvor von der verheerenden Flutkatastrophe getroffen wurde - Schäden an der Cutlass Taverne, in der ein Teil der Veranstaltung stattfand, inklusive - hier wurde zweifelsohne hart gearbeitet, um all das so kurzfristig überhaupt möglich zu machen.

Wo lag also das Problem? Kurz gesagt: organisatorisch lief hier vieles leider einfach nicht rund. Spielpläne für die Bands sowie generell aktuelle Infos lagen online nicht vor, und die teilweise auf dem Gelände vorzufindenen Pläne - auf Tafeln geschrieben oder ausgedruckt - stimmten oft nicht. Es gab viel Leerlauf, den man nicht wirklich nutzen konnte, zumal das Angebot an Ständen leider nicht sehr groß war. Mehrere Stunden gingen außerdem mal eben flöten, weil es Gerüchte gab, dass der für den Einlass unerlässliche Corona-Test nicht für das ganze Wochenende reichen würde. Vlatten verfügte jedoch über keine Teststelle, sodass ein Ausflug nach Zülpich nötig wurde - am Wochenende ohne Auto in der ziemlich abgelegenen Region eine wahre Freude mit dem Bus, Umstieg und Wartezeiten inklusive. Am Ende wäre es vermutlich doch nicht notwendig gewesen, doch niemand wusste etwas oder hatte eine Idee, wer etwas wissen konnte, sodass die Teststelle ein Festival-Treff wurde, denn sicher ist schließlich sicher. Vor der großen Bühne gab es dann auch noch ein seltsames Vereinzelungssystem, das niemand so recht zu verstehen schien und welches mitunter viel Zeit kostete. Für ein nicht gerade günstiges Festival eines Veranstalters mit jahrelanger Erfahrung fand ich die Organisation und Kommunikation offen gestanden ziemlich enttäuschend, doch schieben wir es wie alles auf die fragwürdigen Umstände dieser Zeit und hoffen, dass wir solche Maßnahmen einfach nie wieder brauchen werden.

Was dann aber an Konzerten und Programm lief, war wie gewohnt hochklassig und ein großer Spaß. Man merkte, dass alle Beteiligten gerne tun, was sie tun, und dass es für alle schön war, endlich mal wieder raus zu kommen, auf einer Bühne zu stehen, zusammen zu feiern - zeitübliches Hygienekonzept natürlich immer inklusive.

Ich hoffe, mein Bericht wirft jetzt keinen zu negativen Eindruck auf die ganze Sache, denn das ist definitiv nicht meine Absicht. Beim nächsten und bislang letzten Piratenabenteuer 2022 war ich leider aus finanziellen Gründen nicht dabei (das Kreuz meines aktuellen Lebens, haha...haaaa), doch sollte sich die Möglichkeit ergeben, gebe ich der Veranstaltung unter regulären Bedingungen liebend gerne nochmal eine Chance, weil ich weiß, mit wie viel Herzblut die Beteiligten bei der Sache sind und man das auch immer spürt. Es wäre eine Schande, wenn so ein Projekt ausgerechnet an organisatorischen Problemen kränkeln müsste.

***Dieser Beitrag wurde am 26.02.2024 verfasst, jedoch der Übersichtlichkeit und dem Tagebuch-Charakter dieses Blogs halber in die Zeit des Erlebnisses zurückdatiert.***

Samstag, 10. Juli 2021

Folk auf Bierbänken - das Hock Rock Borken

 Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.

Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!

Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.


Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.


Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.


Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!

Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.

***Dieser Beitrag wurde am 22.02.2024 verfasst, jedoch der Übersichtlichkeit und dem Tagebuch-Charakter dieses Blogs halber in die Zeit des Erlebnisses zurückdatiert.***

Samstag, 24. Oktober 2020

Konzertbericht: Wardruna in Wuppertal

 Wardruna zählen seit jeher zu jenen Bands, die sich auf den Bühnen dieser Welt eher rar machen, seltsamerweise auch im sonst für Touren gerne besuchten, weil dicht besiedelten, NRW. Was für eine große Neuigkeit es da war, als es im vergangenen Jahr plötzlich hieß, dass die Norweger Wuppertal einen Besuch abstatten würden - und dann auch noch in der historischen Stadthalle, die sich im Laufe der Jahre zu einer meiner liebsten Konzertlocations gemausert hat! Sofort wurden Karten gesichert, und das war auch gut so, denn das Konzert, einer von nur zwei Deutschland-Terminen, war natürlich auch in Windeseile ausverkauft.

Wir waren mit unserem Ticketkauf sogar so schnell, dass wir mal wieder unsere Lieblingsplätze ergatterten und das Konzert von oben beobachten konnten. Und was für ein überwältigendes Konzert es wurde! Die minimalistische, aber genau so perfekte Bühnendeko hatten die Musiker von der letzten Tour übernommen, und die stimmige Mischung aus Musik, Licht und Schatten zog die Besucher sofort in den Bann. 

Der Auftritt am 28. November begann dabei mit einem regelrechten Knall, nämlich dem beeindruckenden Stück "Tyr", welches auch schon als Opener des dritten Albums der Runaljod-Trilogie der Band diente und die Zuhörer ohne große Umschweife in den klanglichen Kosmos der Band warf. Es folgte eine eineinhalbstündige Reise in die faszinierende Welt der nordischen Runen, voll mit hypnotischen Melodien, faszinierenden, traditionellen Instrumenten sowie den betörenden Stimmen von Einar Selvik und Lindy Fay Hella. Unterbrochen wurde das ganze bis kurz vor Schluss nicht ein einziges Mal für eine Ansage oder die sonst fast schon obligatorische Pause zum Beine vertreten, wie sie bei bestuhlten Konzerten so weit verbreitet ist - ein Glück, wäre dies doch nur eine unnötige Unterbrechung gewesen, welche den Bann, in den einen so ein Wardruna-Konzert unweigerlich schlägt, gebrochen hätte.

Erst kurz vor Ende wandte sich Wardruna-Mastermind Einar Selvik dann an das Publikum, um im Anschluss mit "Helvegen" einen der wohl bewegensten Songs der Band anzustimmen. Nach diesem fulminanten Finale gab es für die Menschen in der Halle dann auch kein Halten mehr, und der Applaus wollte gar nicht mehr abbrechen. Umso schöner, dass man sich nicht lange bitten ließ, eine Zugabe zu geben. Dabei handelte es sich um das Stück "Voluspá", welches Einar Selvik alleine zum besten gab. Bei diesem Lied wurde noch einmal sehr deutlich, wie stark der Sänger das Publikum im Griff hatte, denn die ganze Halle lauschte andächtig und mucksmäuschenstill dem langen und ruhigen Stück, bevor man sich dann mit einem erneuten frenetischen Jubel von der gesamten Band verabschiedete.

So ging ein Konzert zu Ende, welches für mich zu den beeindruckendsten Live-Erlebnissen zählte, die ich im vergangenen Jahr erleben durfte. Wie ich mich in diesen schlimmen Zeiten danach sehne, endlich wieder etwas vergleichbares erleben zu dürfen!



Samstag, 19. September 2020

Party im Strandkorb - Metfest in Mönchengladbach

Viel ging nicht in Sachen Konzerten während der Corona-Zeit, aber was ging hab ich immer gerne mitgenommen. Ein besonders schönes Beispiel für die Kreativität von Künstlern und Veranstaltern in dieser schweren Zeit war sicherlich das Strandkorb Open Air in Mönchengladbach. Als dort dann nur einen Tag nach meinem Geburtstag zum Metfest geladen wurde, habe ich natürlich nicht lange gezögert.

Das Konzept der Veranstaltung war wie ich finde ziemlich genial. Ich habe zwar schon einmal darüber berichtet, aber da es schon eine ganze Weile her ist, hier nochmal in aller Kürze: Im Zuschauerraum wurden Strandkörbe aufgestellt, jeweils für zwei Personen. Diese konnten auch nur im Doppelpack gebucht werden. Während des Konzerts verbachte man die Zeit dann in oder maximal stehend vor seinem Strandkorb. Getränke wurden online bestellt und in eine Kühlbox am Korb gestellt oder während der Veranstaltung gebracht. Auf dem Weg zu den sanitären Anlagen herrschte natürlich Maskenpflicht und der Einlass wurde durch strikte Verteilung auf mehrere Eingänge maximal entzerrt. Es war ein super Konzept ffür diese schwierige Zeit (jedoch vermutlich nur durch großzügige Sponsoren wirklich tragbar). Und ein Zeichen, dass nicht jeder den Kultursektor damals einfach vergessen hat.

 

Schattenmann
 

Jedenfalls standen an diesem Abend für das Metfest drei Bands auf dem Programm. Eröffnen durften Schattenmann, die dem Publikum mit den wohl härtesten Klängen des Abends ordentlich einheizten.

Weiter ging es dann folkig, aber auch ein bisschen punkig mit The O’Reillys and the Paddyhats, die ebenfalls einen sehr guten Job machten und dafür sorgten, dass viele sich von ihren zugegebenermaßen gemütlichen Strandkorb-Sitzen erhoben, um sich ordentlich zur Musik bewegen zu können.

 

The O’Reillys and the Paddyhats
 

Doch ein Metfest wäre natürlich kein Metfest ohne Feuerschwanz, und die bewiesen an diesem Abend einmal wieder, was für eine großartige Liveband sie sind. So ein Feuerschwanz-Konzert ist ja in der Regel ein ziemlich kontaktfreudiges Erlebnis, und die Nähe macht manchmal auch einiges an Stimmung aus. Doch der Band gelang es an diesem Abend absolut mühelos, das weiträumig über die Strandkörbe verteilte Publikum mitzureißen. Die Atmosphäre war schon nach kürzester Zeit wirklich hervorragend, und was die Leute durch die verhältnismäßig kleine Zahl nicht in der Masse erreichen konnten, machten sie durch ihr Stimmvolumen wieder wett. Es wurde lautstark mitgesungen, geklatscht und man war allgemein für jede Idee von der Bühne zu haben.

Wie es sich nunmal mit guten Konzerten verhält, ging auch dieses gefühlt viel zu schnell vorüber, bleibt jedoch noch lange Zeit später eine der schönsten Erinnerungen an eine insgesamt weniger schöne Zeit.



***Dieser Beitrag wurde am 25.05.2023 verfasst, jedoch der Übersichtlichkeit und dem Tagebuch-Charakter dieses Blogs halber in die Zeit des Erlebnisses zurückdatiert.***

Sonntag, 22. September 2019

Konzertbericht: Refused in Münster

Am Abend verlasse ich also frühzeitig das Festival auf dem Schlossplatz und mache mich auf den Weg zum Skaters Palace. Obwohl ich erst kurz nach Einlassbeginn da bin und mir in aller Ruhe das Merch anschaue, ergattere ich am Ende noch ein Plätzchen in der ersten Reihe. Voll wird es erst kurz vor Veranstaltungsbeginn, Ausverkauft ist das Konzert an diesem Abend jedoch nicht.

Als Support stehen an diesem Abend The Pearl Harts auf dem Programm. Die Band besteht nur aus zwei Mitgliedern - einer Schlagzeugerin sowie einer Sängerin und Gitarristin - rockt jedoch mehr als so manche vielköpfige Band, die ich bisher live gesehen habe. Beide Frauen strahlen eine coole Lässigkeit aus und füllen den Raum mit ihrer Präsenz und ihrem Sound voll aus. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihnen während des gesamten Auftritts sicher. Ein wirklich imponierendes Konzert!


Die Wartezeit, bis die Headliner Refused die Bühne betreten, zieht sich dann leider ziemlich, dafür brechen die Schweden dann aber auch mit gewohnter Heftigkeit über die Leute herein. Sänger Dennis hält sich bis auf eine längere Rede zu Politik und Zeitgeist mit den Ansagen auffällig zurück, dafür gibt es den Sound von Refused quasi nonstop. Knapp eine Stunde geben Band und Publikum alles, Hits wie "Rather Be Dead" und natürlich "New Noise" dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie Stücke vom derzeit noch aktuellen Album "Freedom". Außerdem machen zwei neue Songs, "Blood Red" und "Economy Of Death" richtig Lust auf das neue Album, welches im Oktober erscheinen soll. Beide Lieder gehen richtig gut nach vorne, wie man es von Refused ja auch nicht anders erwartet hätte.

Und plötzlich, viel zu schnell, ist das Konzert dann auch schon vorbei. Refused verlassen die Bühne mit einem Knall, dem frenetisch gefeierten "New Noise" folgen weder Zugabe noch Abschiedsworte. Das ist heute so niemand mehr gewohnt, auf dem Weg aus der Halle höre ich viel geäußerten Unmut. So geht ein eigentlich großartiges Konzert leider mit gemischten Gefühlen zu Ende. Bereut habe ich den Besuch trotzdem nicht.


Dienstag, 22. Januar 2019

Konzertbericht: Michael Patrick Kelly in Köln

Was soll ich sagen: mit meinen dreißig Jahren bin ich genau in dem Alter, in dem ein Blick zurück in die frühsten musikalischen Einflüsse zwangsläufig zu einer ganz bestimmten Band führt: der Kelly Family. Irgendwann wendeten sich die Interessen dann anderen Gruppen und anderen Musikstilen zu, bis dann im August des vergangenen Jahres plötzlich eine Freundin an mich herantrat und mich fragte, ob ich mit ihr auf ein Konzert von Michael Patrick Kelly gehen wollte.

Und so begab es sich, dass ich am 14. September mit eben jener Freundin am Kölner Tanzbrunnen auf den Einlass zu eben jenem Konzert wartete. Ein Ausflug, den wir uns gewissermaßen zum Geburtstag geschenkt hatten. 

Im Gegensatz zu meiner Freundin hatte ich eher wenig Ahnung, was uns erwarten würde, aber ich war gespannt. Das Wetter war auch Mitte September noch herrlich sommerlich, die Papageien kreisten über dem Tanzbrunnen und wir warteten geduldig in der langen Schlange des ausverkauften Konzerts auf den Einlass. Als es dann soweit war, ergatterten wir auch einen ganz passablen Platz. Das Publikum an diesem Abend war recht durchmischt. Zu meiner Überraschung hatten aber eher wenige Menschen in unserem Alter den Weg nach Köln gefunden, viele Besucher waren eher im Alter unserer Eltern, aber man sah auch einige sehr junge Leute sowie Kinder. Gruseligerweise kam es beim Warten direkt neben uns fast zu einer Schlägerei zwischen zwei physisch sehr erwachsener Frauen, nachdem die eine der anderen (aus welchem Grund auch immer) ihr Bier ins Gesicht gekippt hatte... Die Gemüter beruhigten sich aber bald wieder und das Konzert begann.

Wie bereits gesagt hatte ich an diesen Abend wenig konkrete Erwartungen, dafür kannte ich die Musik von Michael Patrick Kelly damals noch nicht gut genug. Das hat sich jedoch mittlerweile geändert, und daran dürfte dieser Abend die Schuld tragen. Schon in dem Moment, in dem Michael Patrick Kelly die Bühne betrat, hatte er das Publikum fest im Griff. Viele kannten alle seine Lieder und sangen fleißig mit, aber auch für eher planlose Menschen wie mich war es von Anfang an ein überzeugender Auftritt. Der Musiker fühlte sich mit seiner Liveband auf der Bühne sichtlich pudelwohl und strahlte eine unheimlich Spielfreude und Bühnenpräsenz aus. Auch ging er sehr offen auf das Publikum zu und wandte sich mit zahlreichen Ansprachen an die Leute, was sehr sympathisch war. In seinen Ansprachen ging es dabei um alles Mögliche: sein Leben, seine Musik, sein Bezug zu Köln und zum Tanzbrunnen.

Auch wenn Michael Patrick Kelly sich mit seinem Soloprogramm ziemlich offensichtlich von seiner Vergangenheit mit der Kelly Family distanziert, ließ er seine alten Fans an diesem Abend nicht ganz ohne einen kleinen nostalgischen Rückblick in jene Zeit stehen. Dies wurde von Seiten der Leute mit derart frenetischem Jubel begrüßt, dass man sich tatsächlich fast wieder in dieser verrückten Zeit in den 90ern wähnte. Doch nach diesem kurzen Ausflug, ging es wieder ganz im Hier und Jetzt weiter. 

Viele der Lieder, die Michael Patrick Kelly an jenem Abend präsentierte, stammten von seinem sehr erfolgreichen aktuellen Album "iD", doch auch Fans der älteren Alben sowie seiner Auftritte bei "Sing meinen Song" kamen voll auf ihre Kosten. So gab es zum Ende des Konzerts auch noch eine große Überraschung, als plötzlich Gentleman als Gast auf der Bühne auftauchte. Ebenfalls große Begeisterung löste ein Ausflug des Sängers mitten ins Publikum aus - auch wenn wir dafür leider auf der falschen Seite der Bühne standen.

Mir hat das Konzert von Michael Patrick Kelly am Kölner Tanzbrunnen jedenfalls ausgesprochen gut gefallen. Auch hat es mir gezeigt, wie sehr es sich doch immer mal wieder lohnt, über die Grenzen des eigenen musikalischen Tellerrandes zu blicken und etwas Neues auszuprobieren. Tatsächlich haben meine Freundin und ich den Musiker mittlerweile ein weiteres Mal live gesehen. Doch davon wird später noch mehr zu lesen sein...

Hörprobe:


Mittwoch, 16. Mai 2018

Konzertbericht: Korpiklaani in Oberhausen

Der 17. Februar war für mich ein Festtag, den ich mir schon lange im Voraus dick im Kalender angestrichen hatte. An diesem Tag nämlich beehrten die Finnen von Korpiklaani Oberhausen. Und sie hatten eine ganze Menge Freunde mitgebracht!

Die Veranstaltung im kleineren Teil der Turbinenhalle begann aufgrund der Vielzahl an spielenden Bands auch schon am Nachmittag. Da die ersten drei Bands jedoch erst relativ spät und vor allem auch ohne große Werbung angekündigt worden waren, fanden einige Besucher den Weg dorthin erst später. Ob sie das auch getan hätten, wenn sie gewusst hätten, was sie da verpassen?

Wir jedenfalls suchten uns ein lauschiges Plätzchen in der ersten Reihe und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Als erstes kamen The Privateer. Die Freiburger Piraten spielten Folk Metal mit ordentlich Druck dahinter und lieferten eine großartige Show ab. Das war eine Eröffnung ganz nach unserem Geschmack, hoffentlich sieht man die Jungs und Mädels irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft mal wieder!


Ganz anders ging es danach weiter. Evertale aus Offenburg spielten lupenreinen Power Metal, und das sehr solide. Musikalisch fielen sie damit an diesem von Folk Metal geprägten Abend zwar ziemlich aus dem Rahmen, aber das störte das Publikum eher weniger. Man ist ja tolerant in der Metalszene. ;)


Als letzte der Bands, die nicht auf dem offiziellen Tourplakat zu finden waren, gaben sich dann Black Messiah die Ehre. Name und Outfit der Band machten uns zunächst etwas nervös: Kommt jetzt super-trver Black Metal, der unsere zarten Mädchenohren herausfordert? (Wir kommen doch aus dem Folkbereich und sind sowas nicht gewöhnt! :P) Aber es kam ganz anders: die Gelsenkirchener wurden für mich die persönliche Neuentdeckung des Abends. Pagan/Viking-Metal in perfektem Härtegrad - die gingen ab wie Schmidts Katze! Ich entwickelte spontan den Wunsch, sofort loszugehen und mindestens eines ihrer Alben zu kaufen.


Auch danach blieb es spannend. Die Norweger von Trollfest erwiesen sich als im besten aller Sinne als total schräg. Pfadfinderoutfits, bunte Luftballons, eine leuchtende Trompete - so sieht also True Norwegian Balkan Metal aus. Auf der Bühne war während ihres Auftritts so viel Action, dass man manchmal kaum wusste, wo man seine Augen lassen muss. Einr richtig, richtig gute Liveshow und Party für alle!


Arkona bildeten dazu im Anschluss natürlich den totalen Kontrast mit ihren langen, atmosphärischen und dichten Stücken. Ich muss zugeben, dass die Band bisher mehr oder weniger an mir vorbeigegangen ist und ich sie an diesem Abend stellenweise auch ganz schön sperrig fand. Insbesondere die Stücke jedoch, in denen man einen Eindruck von den verwendeten russischen Folkelementen bekam, haben mich aber doch ziemlich fasziniert. Da muss ich mich wohl mal etwas intensiver einhören. Und was wohl jeder neidlos anerkennen muss: Fronterin Masha hat richtig Charisma und Bühnenpräsenz, und die Band weiß sich insgesamt verdammt gut in Szene zu setzen. Da hätte ich doch tatsächlich gerne die Möglichkeit gehabt, Fotos zu schießen!


Als Co-Headliner durften schließlich Heidevolk ran. Wie jedes Mal war es ein großes Vergnügen, die Niederländer live zu sehen. Sie stellten an diesem Abend ihr neues Album "Vuur van verzet" vor, welches ich vorher noch nicht kannte. Zumindest live machten die Stücke einen sehr vielversprechenden Eindruck. Es war im Übrigen ziemlich spannend zu sehen, dass der Versuch der Band, eines der Stücke auf Englisch darzubieten, nicht besonders positiv aufgenommen wurde. Da haben die Herren wohl unterschätzt, dass die Niederländische Sprache, in der sie singen, ein Alleinstellungsmerkmal ist, an dem auch ihre ausländischen Fans hängen. Neben neuen Stücken durften aber natürlich auch ein paar Klassiker nicht fehlen. Was bitte wäre auch ein Heidevolk-Konzert ohne "Vulgaris Magistralis"? So verging dieser Auftritt jedenfalls auch wie Fluge.


Und plötzlich war schon die letzte Umbaupause da. Seltsamerweise standen wir noch immer in der ersten Reihe (eigentlich hatten wir da nur kurz bleiben wollen, aber dann war es halt so schön dort :P). Naja, und vor Korpiklaani gaben wir diese Position nun natürlich auch nicht mehr auf! Die Finnen bereiteten ihrem Publikum wieder einmal ein Fest. Egal ob finnische oder englische, neue oder alte Stücke - alle waren sie tanzbar und Sänger Jonne sprang wieder einmal bestens gelaunt auf der Bühne umher. Bei Korpiklaani hat man immer das Gefühl, dass sie unheimlichen Spaß am Spielen haben, und das überträgt sich natürlich auch auf die Leute vor der Bühne. Außderm müsste man schon sehr verstockt sein, um bei den mitreißenden Folk Metal Klängen freiwillig die Beine still zu halten. Korpiklaani wollen gefeiert werden, und wer zu ihren Auftritten kommt, will feiern!


Obwohl dies ein wirklich langer Konzertabend war, war er im Nachhinein betrachtet irgendwie im Nu verflogen. So ein großartiges Line-Up hat man aber auch wirklich selten. Jede Band verstand es hier, auf ihre Art und Weise mitzureißen. Bei solchen Auftritten ist es doch gar kein Wunder, dass regelmäßige Konzertbesuche das Leben verlängern!

Samstag, 28. April 2018

Konzertbericht: Vogelfrey in Köln

Die erste Veranstaltung im neuen Jahr ließ nicht lange auf sich warten. Am 13. Januar beehrten die Nordlichter von Vogelfrey die Domstadt Köln. Unterstützung erhielten sie dabei von Reliquiae - wenn das nicht gleich zwei gute Gründe zum Hinfahren waren, weiß ich auch nicht.

Vorbei an den traurigen Resten des nur Tage zuvor abgerissenen Undergrounds (was für ein Verlust das ist!), machten eine Freundin und ich uns auf den Weg zum Jungle Club. Dieser war auch schnell gefunden und überraschte durch eine interessante Kombination aus Clubbetrieb und Getränkemarkt. Streng betrachtet ja nicht die dümmste Verbindung...

Reliquiae machten ihre Sache natürlich wieder einmal sehr gut und heizten dem Publikum ordentlich ein. Anfangs deutlich im Mittelaltermarkt-Bereich angesiedelt, hat die Band in den vergangenen Jahren immer deutlicher Kurs Richtung Folkmetal genommen, was besonders bei den Liveshows zum Tragen kommt.
Obwohl nicht ausverkauft, war das Konzert glücklicherweise schon von Anfang an nicht schlecht besucht und die Leute schienen allgemein ganz gut in Feierlaune zu sein.

Das merkte man dann umso mehr, als mit Vogelfrey die Headliner auf die Bühne kamen. Die Band präsentierte an diesem Abend ihr aktuelles Album "In Ekstase", welches den meisten Anwesenden aber ohnehin schon bekannt war, sodass bei Songs wie "Mittelalter Rockstar" wunderbar mitgesungen werden konnte. Auch einige ältere Stücke wie "Heldentod" durften aber im Set natürlich nicht fehlen. Am Ende des Konzerts waren alle gut durchgeschwitzt, aber sichtlich glücklich und ließen Vogelfrey selbstverständlich nicht ohne ordentliche Zugabe von dannen ziehen.


Auch wir waren sehr zufrieden mit dieser Eröffnung unseres Konzertjahres 2018. Schon allein die Kombination Reliquiae und Vogelfrey passte ganz hervorragend (können wir das bei Gelegenheit mal wiederholen?), und dann waren auch noch beide Auftritte richtige Highlights. Und die nächsten Konzetbesuche waren schon in Planung und versprachen, dass dieses Jahr veranstaltungstechnisch ganz sicher kein Schlechtes werden würde!