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Sonntag, 25. Januar 2026

Buchvorstellung: Schnee & Tinte Band 1 von Miyuki Unohana

Worum es geht:

Freya wächst als Tochter in gutem Hause auf, wird jedoch von ihrer Familie verstoßen, nachdem sie als Geschäftsfrau einige fatale finanzielle Entscheidungen getroffen und dem Familienunternehmen damit großen Schaden zugefügt hat. Da sie in ihrer Heimat keine Zukunft für sich sieht, beschließt sie, in den fernen Norden zu ziehen. Als ihren Bodyguard auf dieser Reise heuert sie Neneo an, einen jungen Mann, der ein ganzes Dorf ausgelöscht haben soll und darum eigentlich zum Tode verurteilt wurde, den sie aber freikaufen konnte. Obwohl der Weg, der vor ihnen liegt, nicht leicht ist und beide aus vollkommen unterschiedlichen Welten zu stammen scheinen, kommen sie sich bald näher und erkennen, dass die Dinge oft ganz anders sind, als sie auf den ersten Blick wirken.

Meine Meinung:

"Schnee & Tinte" von Miyuki Unohana beginnt vielversprechend mit zwei Menschen, die sich unter schwierigen Umständen begegnen. Freya ist eine sanfte und gutherzige junge Frau, die sich nach einer überaus behüteten Kindheit zum ersten Mal den hässlichen Seiten des Lebens stellen muss und sich damit nicht leicht tut. Als sie den Schwerverbrecher Neneo freikauft und als ihren Begleiter anheuert, hofft sie eigentlich darauf, dass dieser ihr Leid beendet und sie und die Leute um sich herum an Ort und stelle umbringt, doch es kommt ganz anders. Denn so rau seine Worte und Manieren anfangs erscheinen mögen, erfüllt er doch seinen Teil ihres Vertrages und beschützt sie auf dem Weg in den Norden, und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr ahnt Freya, dass hinter der Story des vorgeblichen 50-fachen Mordes viel mehr steckt, als er bereit ist zuzugeben. 

Irgendwann dann, ganz ohne dass der Manga es explizit aussprechen würde, finden die beiden mehr als nur Trost beieinander und werden ein Paar. Doch auch in ihrer neuen Wahlheimat warten Herausforderungen auf sie. So ist Neneo als Mörder gebrandmarkt und findet keine Arbeit, während Freya sich mit den rätselhaften Avancen ihres früheren Verlobten konfrontiert sieht, der jedoch mittlerweile mehr Interesse an Neneos Geschichte als an ihr zu haben scheint. 

Am Ende bleiben so noch viele Fragen dazu offen, wohin die beiden ihr Weg noch führen wird und wie sie glücklich werden können, und ich persönlich bin schon sehr gespannt darauf, welche Antworten der Manga für die Leser bereithalten wird.

Was mir neben dem ansprechenden Design des Mangas gleich von Anfang an besonders gefallen hat, ist die Tiefe der Charaktere und die Tatsache, dass beide nicht das sind, was die Außenwelt in ihnen sieht. Das gilt sogar für sie selbst. So sieht Neneo in Freya zunächst nur ein verwöhntes Mädchen, welches nichts vom echten Leben versteht, erkennt jedoch bald, dass ihr gutes Herz in der Vergangenheit wiederholt ausgenutzt wurde und so auch zur Katastrophe ihres Lebens geführt hat. Freya erwartet hingegen, in Neneo einen brutalen und skrupellosen Mörder zu entdecken, nur um dann stattdessen einen schwer traumatisierten jungen Mann zu finden, der sein Leben bereits aufgegeben zu haben schien. Ich fand es unheimlich schön zu lesen, wie durch diese Hintergründe aus zwei Menschen, die eigentlich nur ein unglücklicher Zufall zusammengebracht hat, so nach und nach ein Paar wurde, welches versucht, einander Trost und Wärme zu bieten und ein ganz bescheidenes Glück im Rahmen seiner Möglichkeiten zu finden.

Mir hat der Auftakt dieser Reihe auf jeden Fall hervorragend gefallen, wobei ich zugebe, dass ich auch ein wirklich (also... wie in *wirklich, wirklich*) großes Ding für traumatisierte Jungs habe und Neneo mich somit sehr schnell in seinem Griff hatte. 😝 Ich hoffe, dass die beiden Frieden mit ihrer Vergangenheit machen und zusammen das Glück finden werden, welches sie verdienen.

Schnee & Tinte Band 1 | Miyuki Unohana | Altraverse | Originalpreis: 5,00€ (bis 30.06.2026, danach 7,00€ | Genre: Romance | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Sonntag, 1. März 2015

Manga Rezension: Ein wirklich schlimmer Sommer - Chiyori

Autor: Chiyori
Titel: Ein wirklich schlimmer Sommer [japanisches Original: Jinja No Mori No Noraneko-kun]
Erschienen: 2012 [Deutschland: 2015]
Genre: Romance (15+)
Verlag: Tokyopop
Preis: 6,50 €

Bei "Ein wirklich schlimmer Sommer" handelt es sich um das Deutschlanddebüt der Zeichnerin Chiyori. Der Einbänder beeinhaltet drei Kurzgeschichten, von denen die titelgebende mit drei Kapiteln und einem Zusatzkapitel am Ende des Bandes die längste ist. Die beiden anderen Geschichten hören auf die Titel "Verirrt ins Geisterhaus" und "Antwortsuche nach der Schule".

In "Ein wirklich schlimmer Sommer" geht es um Nagi, die sich nicht wirklich auf ihre Sommerferien freuen kann: Ihre Eltern stehen kurz davor, sich scheiden zu lassen und schicken sie darum gegen ihren Willen zu ihrem Onkel, der einen Schrein irgendwo in der Pampa betreibt. Als sie gleich bei ihrer Ankunft dort erfährt, dass sie die Ferien zusammen mit dem kauzigen Satsuki verbringen soll, der ebenfalls vorübergehend bei ihrem Onkel wohnt, sinkt ihre Begeisterung (sofern das eben möglich ist) noch weiter. Bald merkt Nagi jedoch, dass hinter Satsukis rauher Schale doch ein durchaus sympathischer Kern zu stecken scheint - wird es ihr gelingen, zu ihm durchzudringen?

"Ein wirklich schlimmer Sommer" kommt in ziemlich süßer Shojo-Optik daher, was noch dadurch unterstützt wird, dass Satsuki ständig von einer Traube niedlicher Kätzchen umgeben ist. Die Geschichte an sich ist auch durchaus interessant, leidet aber unter ihrer Kürze: Alle Entwicklungen passieren sehr schnell, die Charaktere und ihre Beziehungen erhalten nicht die nötige Zeit, sich herauszubilden. Man hätte die Story meiner Meinung nach lieber länger machen sollen, selbst 2-3 Bände wären für mich denkbar gewesen. Für den knappen Platz wurde aber sicher das Beste daraus gemacht.

Mit der zweiten Geschichte "Verirrt im Geisterhaus" konnte ich persönlich wenig anfangen. Der Zeichenstil weiß zu gefallen, aber die Geschichte um eine gelangweiltes Teenager-Mädchen, das in einem leerstehenden Haus einem gleichaltrigen Jungen begenet, hat inhaltlich wenig zu bieten.

Viel besser gefällt mir da schon die letzte Geschichte "Antwortsuche nach der Schule". Der Zeichenstil ist hier etwas gewöhnungsbedürftig, weil er, wohl da es sich um das Debüt von Chiyori handelt, so anders ist als bei den anderen Geschichten. Inhaltlich geht es hier um ein intelligentes Mädchen, das sich wegen seiner Intelligenz für "anders als die Anderen" hält. Mit den scheinbar oberflächlichen Mitschülern will sie nichts zu tun haben, bis sie einen von ihnen näher kennenlernt, weil sie ihm Nachhilfe gibt.

Alles in allem liefert der Tokyopop-Verlag mit "Ein wirklich schlimmer Sommer" ein ansprechendes Debüt einer auf dem deutschen Markt neuen Mangaka, die ich in Zukunft gerne im Auge behalten werde. Für I Love Shojo-Sammler: Die Erstauflage des Bandes kommt mit ShoCo Card.

Weitere Infos zum Titel so wie eine Leseprobe findet ihr bei Tokyopop.

Meine Wertung:

♥♥♥
[3/5]