Freitag, 3. Juli 2026

Buchvorstellung: Happily Ever After Band 2 von Miku Morinaga

 

Auch im zweiten Band von "Happily Ever After" mischen sich wieder zahlreiche Anekdoten aus der Vergangenheit von Kaoru und Toranosuke mit ihrer Gegenwart. So folgen wir Kaorus kleiner Schwester Chizuru, als sie entschlossen die Landschaftsgärtnerei Ibuki besucht, um ihre große Schwester zurück nach Hause zu holen. Wir erfahren, warum Toranosuke fast sein ganzes Leben lang an seinem Geburtstag einen Grabbesuch machte und erleben die turbulente Geburt des erstgeborenen Kindes der Familie Ibuki. Wir erfahren aber auch, wie es dem kranken Ryunosuke am Ende seines Lebens im Krankenhaus geht und wie sich die ganze Familie noch einmal zusammen Zuhause einfindet. 

Freude und Trauer, aber auch Leben und Tod liegen eng beieinander in dieser ein ganzes gemeinsames Leben umspannenden Liebesgeschichte. Das wird in diesem Band noch einmal deutlicher als zuvor. Kaoru und Ryunosuke haben viele schöne Jahre miteinander verbracht, doch es gab auch Krisen und Rückschläge. Sie haben den Krieg erlebt und Verluste hinnehmen müssen, und für Ryunosuke geht nun langsam seine Zeit auf dieser Welt zu Ende.

Trotz der so ernsten Themen gelingt es dem Manga erstaunlich gut, eine positive Atmosphäre zu vermitteln. Man leidet mit Kaoru und ihrem Mann, aber man lacht auch viel mit ihnen. Manchmal braucht es aufgrund der vielen Zeitsprünge ein wenig, bis man richtig einordnen kann, wo man sich gerade befindet, aber am Ende laufen soch zunehmend alle Fäden zusammen und ergeben ein Gesamtbild von zwei langen, erfüllten Leben.

Mir gefällt "Happily Ever After" auch im zweiten Band sehr gut. Ich mag die unkonventionelle Erzählweise ebenso wie die Tatsache, dass hier zwei Menschen im Fokus stehen, die sich schon im letzten Abschnitt ihres Lebens befinden. Ich mag auch die Rückblicke, die uns in eine uns fremde, weil ferne Vergangenheit führen, in der das Leben und die Gesellschaft in Japan noch ganz anders funktioniert haben, als wir es heute kennen. Und obwohl ich mir sicher bin, dass dieser Manga einen Punkt erreichen wird, an dem er mein Herz brechen wird, so bin ich auch gespannt, welche Epsioden noch auf uns warten, aber ebenso, wie er wohl das unvermeidbare Thema des finalen Abschieds von einem Menschen behandeln wird.

Zwei Bände warten noch auf uns. Ich persönlich freue mich darum noch auf einige bewegende Momente mit den Erinnerungen dieser zwei Menschen, die ihr ganzes Leben in Liebe miteinander verbringen durften.

Happily Ever After Band 2 | Miku Morinaga | Manga Cult | Originalpreis 10,00€ | Genre: Drama | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Buchvorstellung: The Coffeeshop Owner knows nothing about love von Io Amaki


Worum es geht:

Das Café, welches Natsuki von seinem Vater übernommen hat, ist durch ein geplantes Sanierungsprojekt in Gefahr. Zuständig dafür ist niemand anderes als Akutsu, seines Zeichens Geschäftsmann in der Immobilienbranche - und Stammgast in eben jenem Café. So ist es auch nur ganz natürlich, dass die beiden regelmäßig aneinander geraten - zumindest bis zu dem Abend, an dem Akutsu zufällig vor einer Gay-Bar auf Natsuki trifft, der mit sich ringt, ob er wirklich reingehen soll und ihm vorschlägt, er könne seine ersten gleichgeschlechtlichen Erfahrungen doch einfach mit ihm machen.

Meine Meinung:

Ein Café mit altmodischem Flair samt charmantem Inhaber, ein selbstbewusster Geschäftsmann und ein großer Konflikt - viel mehr braucht Io Amakis One-Shot "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" nicht, um zu funktionieren. Und funktioniert hat der Titel für mich wirklich gut.

Natsuki ist ein sympathischer Protagonist und auch Akutsu entpuppt sich schnell trotz des ihm durch seine Rolle zugeschriebenen Misstrauens als eigentlich wirklich anständiger Kerl. Obwohl die beiden überraschend schnell im Bett landen, hatte ich insgesamt doch das positive Gefühl, dass die Story in dem Manga im Vordergrund steht und im begrenzten Rahmen eines Einzelbandes auch ganz gut herausgearbeitet wird. Natürlich steht der berufliche Konflikt ihrer Beziehung anfangs im Weg und sorgt auch für ein wenig Drama zwischen den beiden, doch insgesamt findet der Manga gute Lösungen für ihre Probleme. Auch den einen oder anderen Einblick in die Vergangenheit der Protagonisten gibt es, was ich persönlich ja immer sehr interessant finde, um diese besser zu verstehen.

Insgesamt war "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" für mich ein richtig schön kurzweiliges Lesevergnügen für einen entspannten Nachmittag. Denn sind wir mal ehrlich: manchmal braucht es zum glücklich sein doch gar nicht viel mehr als eine heiße Tasse Kaffee und eine süße kleine Liebesgeschichte mit einer Brise Spice. 

The Coffeeshop Owner knows nothing about love | Io Amaki | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 30. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: A Lollypop or A Bullet von Kazuki Sakurabe und Igura Sugimoto

Ein Yuri, der kein Yuri ist - da kam mir für das letzte Thema der #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ein Titel in den Sinn, der mich schon beim ersten Lesen vor vielen Jahren sehr bewegt hat.

Die zweibändige Mini-Serie "A Lollypop or A Bullet" von Kazuki Sakurabe, basierend auf einem Roman von Igura Sugimoto, wurde hierzulande 2010 von EMA veröffentlicht und damals dem Genre Mystery zugeordnet. Beim näheren Hinschauen hat sie sich in meinen Augen jedoch vielmehr als lupenreine Tragödie entpuppt - mit einer Beziehung zwischen den beiden Protagonistinnen, die sich nicht einfach als Freundschaft fassen, aber auch sonst schwer kategorisieren lässt.

In dem Manga geht es um die dreizehnjährige Nagisa. Ihr Vater ist tot, ihr Bruder hat seit drei Jahren das Haus nicht verlassen und ihre Mutter versucht notdürftig, die Familie über Wasser zu halten. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Nagisa schon in ihrem jungen Alter desillusioniert ist und davon träumt, endlich alt genug zu sein um zum Militär zu gehen und dort ihr eigenes Geld, welches sie "harte Munition" nennt, zu verdienen. Eines Tages kommt ein neues Mädchen an Nagisas Schule. Mokuzu ist wunderschön, aber auch exzentrisch und auf viele Arten seltsam - und aus irgendeinem Grund hat sie sich vorgenommen, dass ausgerechnet Nagisa ihre Freundin werden soll.

Lange will Nagisa nichts davon wissen. Irgendetwas an Mokuzu, die ständig Lügenmärchen erzählt, dass sie eigentlich eine Nixe sei, die sich eines Tages in Meeresschaum verwandeln und verschwinden würde, irritiert sie zutiefst. Auch denkt sie, dass Mokuzu, deren Vater ein berühmter Musiker ist, in einer derart anderen Welt lebt, dass die beiden einander niemals werden verstehen können - doch am Ende kommt es ganz anders. Je mehr Nagisa zu hinterfragen beginnt, desto mehr beginnt sie das Lügennetz, das Mokuzu um sich herum aufgebaut hat, zu durchschauen, und was dahinter zum Vorschein kommt, ist so viel grausamer als ihr eigenes Schicksal. Veruneinigungen aus dem Meer entpuppen sich als blaue Flecke, vermeintliche Respektlosigkeiten als Folge vergangener Verletzungen. Doch als die beiden Mädchen endlich beschließen, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen, kommt ein Sturm auf, wie man ihn auf keiner Wetterkarte finden kann und schwemmt alle Hoffnung mit sich fort...

Was mir bei "A Lollypop or A Bullet" von Anfang an aufgefallen ist, ist die beklemmende Atmosphäre des Mangas. Nagisa ist kein glückliches Mädchen, aber sie ist so sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, dass ihr lange nicht auffällt, dass es Mokuzu genauso geht. Als sie es schließlich erkennt, verändert das die Beziehung der beiden - doch sie bekommen keine Chance, herauszufinden, was aus ihnen hätte werden können. Vielleicht sind sie Freundinnen, vielleicht Schicksalsgenossinnen. Vielleicht ist da auch mehr, so fixiert wie Mokuzu auf Nagisa ist, und so fasziniert wie diese ihrerseits von der schönen neuen Mitschülerin mit dem Mund voller süßer Lügen ist. 

Was immer es ist oder hätte sein können, es bleibt am Ende der Fantasie überlassen, denn - daraus macht der Titel keinen Hehl - es gibt hier kein Happy End, denn im tiefsten Inneren ist der Manga vor allem ein Titel über Vernachlässigung und Misshandlung und über die schreckliche Machtlosigkeit von Kindern, denen die Stärke und Sicherheit ihres Umfeldes fehlt, sodass am Ende erst in einer Katastrophe enden muss, damit sich etwas ändert.

Als ich diesen Manga vor mittlerweile sechszehn Jahren zum ersten Mal gelesen habe, war ich noch ziemlich jung und fand ihn wirklich beklemmend. Aus heutiger Sicht kann ich viele der Dinge, die von Anfang an angedeutet werden, besser einschätzen, finde ihn jedoch sowohl thematisch als auch von der Umsetzung noch immer sehr intensiv.

Wer mit den doch schwereren Themen kein Problem hat, dem würde ich den Titel wärmstens ans Herz legen. 

A Lollypop or A Bullet | Kazuki Sakuraba & Igura Sugimoto | Egmont Manga | Genre: Mystery | Originalpreis: 7,50€ 

Freitag, 26. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee von Makoto Hagino

Sich nur auf einen einzigen Lieblings-Yuri-Manga festlegen? Gar nicht so einfach! Nach langem Überlegen habe ich mich für die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi aber für eine Serie entschieden, die mich schon einige Jahre begleitet und zu der ich regelmäßig gerne zurückkehre.

In Makoto Haginos neunbändiger Reihe "Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee" geht es um Konatsu, die von Tokyo zu Verwandten in eine Kleinstadt ans Meer ziehen muss, weil ihr Vater einen Job im Ausland angenommen hat. Obwohl sie traurig ist und sich ziemlich einsam und verloren fühlt, bemüht sie sich, sich nichts anmerken zu lassen und sich erwachsen zu verhalten. In der Meeres-AG ihrer neuen Schule lernt sie Koyuki kennen, die ihr strahlend und scheinbar perfekt vorkommt. Sie tritt der AG bei und die beiden lernen einander besser kennen, wobei Konatsu schnell versteht, dass auch Koyuki einsam ist und sich in ihrer Rolle in der Schule eingesperrt fühlt. Trotz dieser Gemeinsamkeit fällt es beiden Mädchen lange schwer, ihre Gefühle in Worte zu fassen. 

"Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee" war wirklich so ein Titel, den ich vom ersten Moment an sehr gemocht habe und der für mich bis zum Schluss mit immer neuen Facetten überzeugen konnte. Neben dem tollen Setting am Meer mit dem schuleigenen Aquarium hat mir besonders der ruhige Erzählstil gefallen. Wer eine flotte Liebesgeschichte sucht, ist hier entsprechend auch an der falschen Stelle. Obwohl Konatsu und Koyuki früh spüren, dass sie besonders füreinander sind, brauchen sie lange, um ihre Gefühle zu verstehen und noch länger, um sie dann auch in Worte zu fassen - und bleiben dabei bis zum Ende sehr subtil.

Im Zentrum stehen vielmehr die ganz normalen Herausforderungen des Erwachsenwerdens, insbesondere mit der Frage, wer man eigentlich ist und wer man sein möchte und kann. Bedeutsam für beide Mädchen ist aber auch noch ein weiteres Thema, welches diesem Manga eine gewisse Melancholie verleiht, die in starkem Kontrast zum sommerlichen Setting steht. Sie fühlen sich einsam, und das auch zwischen Freunden, Klassenkameraden und Familie, und gehen beide der Frage nach, woher dieses Gefühl kommt und warum sie es bei der jeweils anderen anscheinend mildern können. 

Mir hat es sehr gefallen, solche Themen im Rahmen einer längeren Serie behandelt zu sehen und ich finde, dass der Manga sehr gute Arbeit geleistet hat, diese aufzuarbeiten. Auch mochte ich es sehr, wie auch Freunde und Familie in die Geschichte integriert wurden, sodass mir beim Lesen auch viele der Nebenfiguren ans Herz gewachsen sind. 

Das alles macht diese Reihe für mich zu einem Lieblingstitel, zu dem ich immer gerne wieder zurückkehre. Wer eine eher subtil verpackte Liebesgeschichte im Rahmen einer Slice of Life und Coming of Age Erzählung sucht, sollte hier unbedingt einmal einen Blick riskieren!

Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee| Makoto Hagino | Altraverse | Originalpreis: 7,00€ pro Band | Genre: Girls Love| Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 24. Juni 2026

Buchvorstellung: The Big Apple Band 2 von Harusari und Hodot


Worum es geht:

Joachim wird noch immer von den Tempelrittern gejagt und betrachtet seine Lage als ziemlich ausweglos. Um seinen Partner Jürgen zu schützen, beschließt er, die Beziehung zu beenden - doch dieser hat ganz andere Pläne...

Meine Meinung:

Na hoppla, wo sind wir denn hier gelandet? Ich muss doch sagen, dass mich die Richtung, in die "The Big Apple" im zweiten Band geht, doch ganz schön überrascht hat. Dass Jürgen ebenfalls das eine oder andere Geheimnis hat, dürfte wohl jedem (außer vielleicht Joachim - Liebe macht blind heißt es doch, gell?) klar gewesen sein, aber dies hier war nicht unbedingt, womit ich gerechnet hatte.

Storytechnisch gibt es diesmal kaum Fortschritte. Beziehungstechnisch... durchaus. Außerdem beweist der Band sehr eindrücklich und auf großem Raum, dass er die Empfehlung ab 18 Jahren durchaus verdient hat. [Memo an mich selbst: Augen auf bei der Wahl der Lektüre für die nächste Zugfahrt].

An dieser Stelle eine Warnung: wer den Band noch nicht gelesen hat und sich überraschen lassen will, sollte nun aufhören zu lesen, aber ohne gewisse Spoiler kann ich meinen Eindruck nicht vermitteln.

Also: wer mich kennt, weiß, dass ich fluffige Stories bevorzuge. An dieser Stelle war jedoch Schluss mit Fluff, denn Jürgen gibt dem Wort "Possessiv" eine ganz neue Bedeutung. Seine Reaktion auf Joachims zugegebenermaßen wirklich recht stümperhaften Versuch, Schluss zu machen, fällt entsprechend extrem aus. Er will es nicht hinnehmen, und er ist es offensichtlich gewohnt, zu bekommen, was er will. Und Joachim - hier wird es interessant - lernt etwas Neues über sich und seine innersten Wünsche. Er wird gefesselt, gefangen gehalten und seine Lust wird wie eine Waffe gegen ihn verwendet - und er muss sich eingestehen, dass er es nicht nur nicht so schlimm, sondern eigentlich sogar ziemlich gut findet.

Und an dieser Stelle lerne wohl auch ich etwas Neues über mich, denn obwohl das Ganze doch ziemlich extrem für meine Verhältnisse ist, denke ich nicht ans Aufhören, sondern möchte wirklich wissen, wie es weitergeht - und zwar nicht nur mit der Story, sondern auch mit der verdrehten "Liebe" der beiden.

Mein Fazit an dieser Stelle: der Webtoon ist sicher nichts für Zartbesaitete und auch definitiv nicht für Genre-Anfänger. Wer sich jedoch an etwas Action im klassischen Sinne und sehr viel und sehr grafisch dargestellter Action in der Horizontale erfreut und kein Problem mit den genannten Triggern hat, der findet hier in jedem Fall einen visuell sehr ansprechenden Titel. Was die Story an sich angeht, muss wohl die Zeit zeigen, was es hier wirklich zu erleben gibt.

The Big Apple Band 2 | Harusari & Hodot | Panini Toon | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 23. Juni 2026

Buchvorstellung: Flight Sign Band 2 von Munaita


Worum es geht:

Die harten Zeiten der Fernbeziehung sind vorbei und Takagami und Iwatobi können endlich wieder zusammenziehen. Trotzdem bleibt ihnen lange nicht so viel Zeit zusammen, wie sie es sich erhofft haben. Neben inkompatiblen Arbeitszeiten sind sie beide beruflich noch nicht am Ziel und müssen sich richtig reinhängen - nicht immer einfach für ihre Beziehung! Und dann kommt es auch noch zu einem heiklen Zwischenfall in der Luft...

Meine Meinung:

Es bleibt turbulent im Leben von Co-Pilot Takagami und Fluggerätemechaniker Iwatobi. Während die beiden im zweiten Band von "Flight Sign" endlich wieder vereint sind, heißt das nicht, dass auch alle Probleme verschwunden sind.

Während Takagami sowohl beruflich als auch privat unter seinen eigenen perfektionistischen Ansprüchen leidet, muss Iwatobi einen Rückschlag bei seinem Ziel, stets derjenige zu sein, der bei den Flügen seines Partners die Startfreigabe gibt, hinnehmen. Um einander nicht zu beunruhigen, fressen beide ihre Probleme zunächst in sich hinein und beunruhigen einander dabei mehr als sie sich hätten vorstellen können. Am Ende ist es dann ausgerechnet ein Notfall im Flugebtrieb, der sie daran erinnert, was ihnen wirklich wichtig ist.

Wie schon im ersten Band fand ich auch in der Forsetzung den Spagat zwischen beruflichen und privaten Momenten extrem gelungen. Man erhält einen spannenden Einblick in die vielfältigen Aufgabengebiete des Flugverkehrs und erlebt hautnah, wie viel Druck und Verantwortung für alle Beteiligten im Spiel ist und wie dies auch das Privatleben beeinflusst. Doch auch die Beziehung zwischen Takagami und Iwatobi steht immer wieder im Fokus und zeigt die beiden einfach sehr menschlich: Ihre Sorgen, Gedanken und Wünsche werden addressiert, und keiner von ihnen ist perfekt, sodass es immer mal wieder zu Reibereien und Auseinandersetzungen kommt, ohne jedoch in unnötigem Beziehungsdrama zu enden.

Und am Ende? Nun, da wird es dann doch noch ein wenig dramatisch, aber auf ganz andere Ebene, und ich fand es äußerst spannend, wie die beiden mit dieser Situation umgegangen sind und welche Schlüsse sie gezogen haben.

Ob dem Paar im dritten Band wohl ein bisschen mehr wohlverdiente Zweisamkeit gegönnt wird? Wir werden es bald sehen - ich freue mich in jedem Fall darauf!

Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe Band 2 | Munaita | B-Love Manga | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Montag, 22. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge 2026: Citrus von Saburouta

Toxische Paare im Yuri-Bereich? Da stellt mich die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ja ganz schön auf die Probe, denn das ist ein Thema, um das ich eigentlich in all meinen Genres immer einen großen Bogen mache. So fällt meine Wahl vermutlich auch dermaßen zahm aus, dass es echten Connaisseuren maximal ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Nichtsdestotrotz: reden wir über "Citrus", einen Titel, der ja durchaus kontrovers betrachtet wird (zumindest auf Twitter und damit im amerikanischen Bereich beschleicht mich jedenfalls immer das Gefühl, die nächste Hexenverbrennung ist nicht weit, sobald jemand diesen Manga auch nur erwähnt. Aber die Leute dort sind ja auch noch einmal eine Kategorie für sich).

In Deutschland erschien die zehnbändige Reihe von Saburouta zwischen 2015 und 2019 bei Tokyopop, einen Anime gibt es ebenfalls. Im Zentrum der Story steht Yuzu, ein modisches, spontanes und manchmal etwas vorlautes Mädchen, welches durch die zweite Heirat ihrer Mutter in eine neue Stadt ziehen und die Schule wechseln muss. Sich in das neue Leben, das sie dort erwartet, einzufinden, fällt ihr schwer, eckt sie mit ihrem Stil und ihrem Charakter in der etablierten, konservartiven Mädchenschule doch extrem an. Und als wäre das nicht genug, stellt sich die strenge Schülersprecherin auch noch als ihre neue Schwester heraus. Mei und Yuzu geraten bei jeder sich bietenden Gelegenheit aneinander, doch irgendwie möchte Yuzu der wunderschönen, aber auch schwierigen Mei auch näher kommen - und das nicht nur im schwesterlichen Sinne!

Als ich "Citrus" vor einiger Zeit noch einmal quergelesen habe, ist mir erst so richtig aufgefallen, wie wild der Titel in einigen Punkten ist. Mit der (Stief-)Geschwister-Thematik hatte ich persönlich eigentlich nie ein großes Problem, aber so wirklich wholesome kann man die Beziehung der beiden Mädchen zumindest am Anfang nicht bezeichnen. Da wird auch schonmal fröhlich ohne Konsens übereinander hergefallen oder emotional Druck ausgeübt - und das alles in locker-leichtem Ton und mit zuckersüßen Zeichnungen.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass mir der Titel gefallen hat, obwohl er soweit abseits meiner üblichen Präferenzen liegt. Vermutlich auch bedingt durch ihren Charakter, jagt in Yuzus Leben ein kleines Drama das nächste, sodass weder sie, noch die Leser je zur Ruhe kommen. Familiäre Konflikte, Eifersucht, schulische Probleme, psychische Ausnahmesituationen - alles dabei. Selten findet man so viel Action in einer Liebesgeschichte, was die Lektüre irgendwie immer spannend gehalten hat. 

Ich fand es in jedem Fall unterhaltsam, zu verfolgen, wie die beiden sehr ungleichen Mädchen immer wieder aneinander geraten, aber auch ihre eigenen Probleme überwinden und so menschlich wachsen. Wer eine wirklich tiefgründige Story sucht, ist hier meiner Meinung nach zwar an der falschen Stelle, aber wenn man mit einigen moralischen Zweifelhaftigkeiten (und einer absolut absurden Familiengeschichte) leben kann, kann man mit "Citrus" wirklich Spaß haben.

[PS: Fotos gibt es gerade leider nur mit Einschränkung, weil ich den zweiten Teil der Serie verliehen habe. Bin schon sehr auf das Fazit der aktuellen Leserin gespannt. Zwischenstand ist, dass die beiden sie auf die Palme bringen, was ich wirklich sehr gut nachvollziehen kann.]

Citrus | Saburouta | Toykopop | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch