Sonntag, 7. Juni 2026

Buchvorstellung: Old-fashioned Cupcake Band 2 von Sagan Sagan


Worum es geht:

Nozue schwebt auf Wolke 7 mit seinem Partner Togawa - bis ein kleiner Vorfall ihm vor Augen führt, wie heikel die Beziehung der beiden Männer für ihre Karrieren sein könnte. Mit der Situation und seinen Gefühlen überfordert, distanziert er sich von Togawa, was diesen tief verletzt. Können die beiden eine Lösung finden?

Meine Meinung:

Für einen "alten Mann" erweist sich Nozue im zweiten Band von "Old-fashioned Cupcake" als ganz schöne Dramaqueen. ;) Seine Ängste vor gesellschaftlicher Stigmatisierung und negativen Folgen für seine und Togawas Karrieren waren für mich beim Lesen zwar durchaus nachvollziehbar, doch für seine Unfähigkeit, diesen Problemen auch wirklich mal aktiv zu begegnen, wollte ich ihm schon gerne das eine oder andere Mal den Kopf waschen. Genau wie für seine ständige Selbstabwertung aufgrund seines 'fortgeschrittenen' Alters (als jemand, der selbst stramm auf die 40 zugeht, hab ich das schon etwas persönlich genommen :P).

Beziehungsglück und Zweifel liegen in diesem Band stets sehr nah beieinander, was das Lesen deutlich weniger cozy gemacht hat als beim Vorgänger. Verfolgt habe ich den Weg der beiden trotzdem weiter gerne, insbesondere, als sich bei Nozue irgendwann Kampfwillen und der Wunsch nach Veränderung einstellen. Er ist sich bewusst, dass seine Denk- und Handlungsmuster sehr festgefahren sind, und aus ihnen auszubrechen fällt ihm deutlich schwerer als dem jüngeren Togawa, doch die Konsequenzen, die er letzten Endes zieht, machen Hoffnung für die Zukunft der Beziehung - und neugierig auf die Fortsetzung der Reihe.

Was ich an "Old-fashioned Cupcake" besonders schätze, ist, dass die Beziehung der beiden nicht verklärt wird. So glücklich die beiden in ihren privaten Momenten miteinander auch sind, geraten sie auch immer wieder aneinander und müssen aktiv an sich arbeiten und Hindernisse überwinden. So ist Nozue nicht nur zehn Jahre älter als Togawa, sondern auch sein Vorgesetzter - eine Verbindung, die in der japanischen Gesellschaft wohl selbst dann nicht unbedingt gebilligt worden wäre, wenn sie nicht auch noch beide Männer wären. Insbesondere Nozue, seines Zeichens ein großer Freund des Weges des geringsten Widerstands, der ungerne aneckt, gerät dabei oft an seine Grenzen und muss konstant über sich hinauswachsen.

Zeichnerisch hat mir der Band gut gefallen, insbesondere, weil auch kleinen Momenten mit Gesten und Gesichtsausdrücken viel Raum zur Entfaltung gegeben wird. Und dann sind da noch die Farbseiten am Anfang - zart, pastellig und einfach nur wunderschön.

Obwohl ich nach dem super-entspannten Auftakt zunächst überrascht war, wie unbequem es in dieser Fortsetzung zeitweise zwischen Nozue und Togawa werden konnte, fand ich den Band rückblickend doch ziemlich stark. Für alle, bei denen es in einem BL-Titel auch mal etwas langsamer gehen darf, ist der Titel auf jeden Fall einen Blick wert.

Old-fashioned Cupcake Band 2 | Sagan Sagan | Manga Cult | Originalpreis 10,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Samstag, 6. Juni 2026

Buchvorstellung: Luminous Blue von Kiyoko Iwami

Für das zweite Thema der #yurijuni2026 Challenge von Manga no Tomodachi, 'A Work of Art', habe ich mich für die zweibändige Kurzserie "Luminous Blue" von Kiyoko Iwami entschieden, die 2020/21 bei Tokyopop erschienen ist. 

In dem Manga geht es um Kou, welche die Fotografie über alles liebt und beim Ausüben ihrer Leidenschaft schnell alles um sich herum vergisst. 

Wir lernen sie kennen, als sie ihre Schulzeit an der Aojima High beginnt - eine Schule mit einem ehemals berühmten Fotoclub, der nun aber vor dem Aus steht. Das einzig verbliebene Mitglied ist Hayama, die auch gleichzeitig Kous großes Vorbild ist. Ihr Foto von einem weinenden Mädchen hatte Kou dazu angespornt, sich überhaupt an der Aojima High zu bewerben.

Gleich an ihrem ersten Tag lernt Kou zwei Mädchen kennen, die kühle Schönheit Nene und die niedliche Amane. Die Synergie der beiden bei einem gemeinsamen Fotoshooting ist so groß, dass Kou gar nicht mehr damit aufhören kann, sie zusammen zu fotografieren - bis ihr Hayama anvertraut, dass die beiden in der Mittelschule ein Paar waren. 

Plötzlich werden die Sachen kompliziert für Kou. Sie macht sich Sorgen, die beiden in eine schmerzhafte Situation gezwungen zu haben, weiß bald aber auch nicht mehr, was sie von ihren eigenen Gefühlen für Nene halten soll. Und auch Hayama, die sich meist im Hintergrund hält, ist in Wirklichkeit viel mehr als nur eine Nebenfigur in dem sich entspinnenden Geflecht komplizierter Gefühle zwischen den vier Mädchen.

Obwohl der Grundton eher entspannt ist, erzählt "Luminous Blue" eine Geschichte nicht nur von den schönen Seiten der Liebe. Unerwiderte Gefühle, Eifersucht, Unsicherheit und Angst davor, verletzt zu werden spielen eine Rolle, und lange fragt man sich, ob es diesem Manga eigentlich gelingen kann, ein gutes Ende für alle zu finden. 

Was mir an dem Manga besonders gefallen hat war die Rolle, welche der Fotografie hier zuteil wird. Für jedes der Mädchen bedeutet sie etwas ganz anderes. Kou sieht die ganze Welt durch das Objektiv ihrer Kamera, braucht jedoch Zeit, um die Gefühle, die sie so einfängt, auch wirklich zu verstehen. Hayama hingegen nutzt ihre Fotos als Werkzeug, und die Wahrheiten, die sie mit ihnen vermittelt, sind schonungslos und für die betroffenen Leute oft schmerzhaft. Auch für Nene und Amane, welche es gewohnt sind, Fotomotive zu sein, könnte die Bedeutung von Fotografie kaum unterschiedlicher sein. Während Nene in den Fotos immer wieder mit ihren vermeintlichen Schwächen konfrontiert wird, bringen sie Amanes Gefühle regelrecht zum Strahlen.

Am Ende findet der Manga eine recht unkonventionelle Lösung für die Probleme der vier Mädchen, mit der ich beim Lesen so nicht gerechnet hatte. Vielleicht hat genau das aber dazu beigetragen, dass mir "Luminous Blue" so viel Anlass zum Nachdenken gegeben hat und mir deswegen auch nach Jahren sofort in den Sinn kam, als ich nach einem Girls Love Manga mit Kunst-Bezug gesucht habe. 

Luminous Blue| Kiyoko Iwami| Tokyopop | Originalpreis 6,99€ pro Band | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 13 Jahren | Link zum Buch

Donnerstag, 4. Juni 2026

Buchvorstellung: Contradict Band 2 von Kamome Oshima

Worum es geht:

Die langjährigen Streithähne Yajima und Torikai sind mittlerweile ein ziemlich harmonisches Paar und trauen sich zunehmend, einander ihre Gefühle auch zu zeigen. Schwierig wird es erst, als Torikai als einziger dem Rettungsteam der Feuerwehr zugeteilt wird und sich nicht traut, dies seinem neuen Freund zu erzählen - schließlich war die Einheit das Ziel, welches sie beide angepeilt hatten...

Meine Meinung:

Der zweite Band von Kamome Oshimas "Contradict" gönnt den beiden Feuerwhrmännern keine Pause, weder privat noch beruflich. Yajima stellt fest, dass seine Gefühle für Torikai intensiver sind, als er erwartet hatte - und dass dies leider nicht nur die positiven betrifft: nicht nur wird er schnell eifersüchtig, auch ist er ständig in Sorge, seit Torikai dem Rettungsteam zugeteilt wurde.

So gibt es in der Beziehung der beiden ein stetes Auf und Ab. Körperlich läuft es gut zwischen ihnen - der Band beweist dies an mehreren Stellen recht eindrücklich - aber auf anderen Ebenen müssen sowohl Yajima als auch Torikai immer wieder an sich und ihrer Beziehung arbeiten. Oft geht es dabei um Vertrauen, manchmal aber auch um die Angst, Gefühle und damit Schwäche zu zeigen, wobei "Contradict" die Probleme zwischen den beiden auf angenehme Weise darstellt und auch löst. Zwar gibt es hin und wieder Drama - Streits und Missverständnisse, die durch Kommunikation hätten vermieden werden können - aber diese wirken nicht übertrieben und man merkt, dass die Protagonisten an sich arbeiten. Auch wirken ihre Sorgen niemals albern oder vollkommen übertrieben. Sie sind vielmehr aus der Situation der beiden geboren, in der sie sich jahrelang in starker Konkurrenz befunden haben und sich durch den gemeinsamen Job auch ganz genau der Risiken ihres Alltags bewusst sind.

Mir hat in jedem Fall auch dieser zweite, abschließende Band von "Contradict" gut gefallen. Das Setting bei der Feuerwehr hat einen spannenden und dynamischen Rahmen für die Story geliefert, und die beiden Protagonisten waren mir in ihrer hitzköpfigen und in jeglicher Hinsicht ambitionierten Art sehr sympathisch. Wer Spaß an kurzen BL Reihen hat, bei der sich Handlung, Action und Smut gut die Waage halten, sollte wirklich mal einen Blick riskieren! 

Contradict Band 2 | Kamome Oshima | Hayabusa Verlag | Originalpreis: 8,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Blick ins Buch

Dienstag, 2. Juni 2026

Buchvorstellung YuriJuni2026 Challenge - My First Yuri - The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All

Mit meiner ersten Wahl für die #YuriYuni2026 Challenge habe ich es mir nicht leicht gemacht. Mein persönlicher erster Yuri-Manga war schnell aus dem Rennen: um ihm wirklich gerecht zu werden, braucht es einen Reread meinerseits (es ist lange her!) und das konnte ich neben Arbeit und Dokomi so kurzfristig nicht leisten. Darum habe ich mich entschlossen, ihn für einen anderen Beitrag zu wählen und dieses erste Thema stattdessen ein wenig umzudenken.

Wenn ich jetzt, hier und heute jemandem einen allerersten Yuri-Titel empfehlen müsste, welcher wäre das dann? Nach diversen Überlegungen fiel meine Wahl schließlich auf "The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All" von Sumiko Arai.

Warum? Ganz einfach: der Manga ist wohl der stylishste Yuri Titel, den ich je gelesen habe, er ist jetzt gerade für alle interessierten Leser ohne Einstiegshürden verfügbar und er hat sogar das, was ich in der Vergangenheit im Yuri-Bereich hierzulande eher selten gesehen habe - eine aktive Fanbase mit Fanart, Fanfic und allem, was das Fanherz, welches seine Favoriten gerne feiern möchte, sonst noch wünschen könnte!

Für die unter euch, die den Titel noch nicht kennen: Es geht um Aya, die in ihrer Klasse zu den coolen Mädchen gehört, jedoch ein etwas spezielles Hobby hat, mit dem sie ziemlich allein da steht: sie liebt alternative Musik, und das mit großer Leidenschaft. In ihrem Lieblingsplattenladen jobbt seit einiger Zeit ein mysteriöser Typ, der einfach alles hat, was Ayas Herz höher schlagen lässt: er ist charmant, cool und gleichzeitig zuvorkommend, und er liebt Musik genauso wie Aya. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist, dass besagter "Typ" in Wirklichkeit ihre unscheinbare Klassenkammeraden Mitsuki Koga ist. Doch spielt es am Ende eigentlich überhaupt eine Rolle, ob der Mensch, in den man sich verguckt hat, Junge oder Mädchen ist?

"The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All" erscheint in Deutschland bei Hayabusa und umfasst bisher drei Bände. Mich hat die Reihe einfach sofort in ihren Bann gezogen. Nicht nur ist der Manga mit seinen grünen Details visuell einzigartig, auch die Story ist einfach liebenswert, insbesondere wenn man sich wie die beiden Protagonistinnen für die Welt alternativer Musik begeistern kann. Die Bands und Songs und Playlists, die hier eine Rolle spielen, umfassen echte Titel, sodass der Manga quasi mit seinem eigenen Soundtrack kommt. Auch ist die Leidenschaft der Figuren für die Musik spürbar und ansteckend, ebenso wie ihre manchmal etwas komplizierten Gefühle für einander.

Erfindet der Titel das Rad neu? Wohl kaum, aber das macht auch nichts, bietet er doch trotzdem eine einfach schöne Yuri-Story über zwei junge Mädchen, die mit dem üblichen Chaos der Teenager-Zeit klarkommen und sich selbst, einander und ihren Platz in der Welt zu finden versuchen, und das in einem coolen und modernen Stil, der sich einfach hervorragend liest.

In meinen Augen ist die Reihe perfekt für Interessierte geeignet, die jetzt gerade auf der Suche nach einem Einstieg in die Welt des Yuri-Genres suchen, weswegen ich sie von Herzen für dieses erste Challenge-Thema empfehle! 

The Guy She Was Interested in Wasn't A Guy at All Band | Sumiko Arai |  Hayabusa | Neupreis 15,00 € | Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Girl's Love | Link zum Buch 

Donnerstag, 28. Mai 2026

Buchvorstellung: Doujinshis auf der Dokomi

Der große Tag ist gekommen, und mein Dokomi-Countdown damit eigentlich beendet. Zum Abschluss würde ich euch aber gerne noch einige meiner liebsten Doujinshi-Künstler vorstellen, die dieses Jahr auf der Con sind. Wie man unschwer erkennen kann, liegt mein Fokus dabei auf Yaoi Doujinshis zu Mihoyo Spielen. Für die unter euch, die sich schon immer gefragt haben, warum es (neben der offensichtlichen Beliebtheit) so viel Genshin Impact und Honkai Star Rail auf Cons gibt: das Unternehmen hinter den Spielen ist recht liberal gegenüber Fanart, was in der Folge auch einen guten Närhboden für solche Werke geschaffen hat. Und für die unter euch, die ein wenig in der Materie sind: ja, ich mag das kontroverse Ship. Sehr sogar. Und verstehe bis heute nicht, wo eigentlich das Problem liegt, aber sei's drum).

Aber zurück zu den Doujinshis: Den Anfang macht auf dem ersten Bild Perdizzion. Mal davon abgesehen, dass sie irgendwie grundsätzlich die Ships wählt, die ich auch liebe, sind ihre Doujinshis einfach in jeder Hinsicht großartig. Die Zeichnungen sind wunderschön und die Stories sprechen mich auf ganzer Linie an und passen immer perfekt zu den Charakteren. Perdizzion ist dieses Jahr das erste Mal auf der Dokomi und bringt neben einem neuen Varflins-Doujinshi auch ihren erstes Originalwerk mit - ich freue mich schon sehr auf beide! Perdizzion findet ihr an Stand 3R53.

Weiter geht es auf dem zweiten Bild mit Ya (NaVir_log auf Twitter oder Natural Virtue im Dokomi-Katalog, in deren Doujinshis und (Fan)arts es durchaus mal etwas mehr zur Sache gehen darf, weswegen ihr sie in Halle 5 an Stand Q12 findet. Auch sfw beherrscht sie aber hervorragend, wie zum Beispiel das wunderschöne Artbook "A Year At Dawn Winery" beweist.

Den Abschluss macht im dritten Bild Damare, die neben einer Vielzahl an tollen Prints, die sich für mich immer durch ihre tollen Farben abheben, auch ein kleines, aber feines Angebot an Doujinshis hat. Auch Damare hat es diesmal in de 18er-Bereich verschlagen, an den Stand 5R27.

So. Und damit verabschiede ich mich nun erstmal Richtung Con. Allen, die auch dort sind: viel Spaß! Allen anderen ein entspanntes Wochenende und eine schöne Zeit, bei was auch immer ihr tut! 

Buchvorstellung: Rabenfluch von Lian

Endspurt zur Dokomi - nur noch einmal schlafen! Mein kleiner Countdown geht damit heute in die dritte Runde, und zwar mit Lians "Rabenfluch". Ihr findet Lian in Halle 3 an Stand A60.

Worum es geht:

In einem märchenhaften Königreich lebt der alte König mit seinem Sohn, dem Prinzen Ryland. Wohlwissend, dass sein Leben nicht mehr ewig dauern wird, wendet sich der König mit einem Hilfegesuch an die magischen Wesen seiner Welt: sein Sohn ist egoistisch und verzogen und einfach nicht bereit, das Königreich zu übernehmen, und so sucht er einen Weg, diesen zu ändern. Leider unterschätzt er, dass die Wege von Hexern und Magiern nicht unbedingt denen der Menschen entsprechen. Ryland wird getäuscht und verflucht und überlebt nur durch die Einmischung von Askell, dem mächtigsten Hexer seiner Zeit. Fortan verwandelt sich der junge Prinz in einen Raben, wenn sein Temperament mit ihm durchgeht, und ist außerdem für die Menschen in seinem Schloss unsichtbar. Als dann auch noch der alte König im Sterben liegt, sieht Askell - seines Zeichens Einsiedler mit einer Abneigung gegen Menschen - sich gezwungen, Ryland zu helfen einen Weg zu finden, den Fluch zu brechen.

Meine Meinung:

Bei "Rabenfluch" habe ich mich sehr schnell in das Setting verliebt. Die Bewohner des Zauberwaldes und die mal mehr, mal weniger tierischen Freunde, die Askell in seinem Atelier besuchen, sind einfach zu entzückend. Besonders angetan haben es mir ja Mia, die Ente und die fröhliche Bäckerin Elynn mit ihren Hasenohren (und ich liebe es, dass es in ihrer Bäckerei auch einen von Mäusen betriebenen Teil mit Backwaren in Mäusegröße gibt - wie süß ist dieses Detail denn bitte?). Alles wirkt schön ausgearbeitet, sodass man sich sehr gerne in den Zeichnungen verliert.

Aber auch die Story vermochte mich schnell zu fesseln. Ryland ist - wie Askell es gerne formuliert - ein Kackbengel, doch man kommt nicht umhin zu bemerken, dass es anscheinend einen Grund für sein Verhalten gibt. Da die Auflösung seines Fluches wahrscheinlich eine sehr lange Zeit in Anspruch nehmen wird, sind Askell und er für eine lange Zeit aneinander gebunden, und ihr Zusammenleben verläuft in der Anfangszeit alles andere als harmonisch. Dennoch ist es schön, dass man beobachten kann, wie sich die beiden ganz langsam einander annähren und versuchen, einander zu verstehen. Askell, der schon sehr lange gelebt hat, hat ein ganz anderes Zeitverständnis als Ryland, der bis vor kurzem noch ein normaler Mensch war, und beide sind es nicht gewohnt, so eng mit jemand anderem zusammenzuleben. Ihre Konfrontationen sind so manchmal humorvoll, manchmal aber auch sehr ernst, was beim Lesen für eine gute Balance zwischen witzigen und tiefgründigen Szenen sorgt. Generell thematisiert der Manga einige schwere Themen wie Verlust auf wie ich finde sehr gelungene Art und Weise.

Rein optisch ist der bisher aus drei Bänden bestehende Manga auch ein wahrer Eyecatcher, kommt er doch im imposanten A4 Format daher. Allen Bänden lagen außerdem noch wirklich schöne Tarotkarten mit den Charakteren bei - ein tolles Gimmick, wie ich finde!

Wenn ihr also offen für eine fantasievolle Geschichte in einem magischen Setting seid, dann werft doch mal einen Blick in "Rabenfluch"!

Rabenfluch (Bände 1-3) | Lian | Selfpublished | Originalpreis: 18-25 Euro pro Band | Genre: Fantasy | Link zum Buch

Mittwoch, 27. Mai 2026

Buchvorstellung: After The Storm Band 1 & 2 von Auri

Und weiter geht es mit meinem kleinen Dokomi-Countdown, heute mit dem Webcomic "After The Storm" von Auri. Ihr findet Auri am Stand 3C27. 

Worum es geht:

Kian ist ein junger Formwandler, der das Gefühl hat, seinen Weg im Leben verloren zu haben. Nicht nur hadert er mit seiner Identität als Mensch, der sich in einen Wolf verwandeln kann, auch sein Studium läuft eher schlecht als recht. Als er eine Nachricht erhält, dass sein Kindheitsfreund Shiro ein Verlorener geworden ist - jemand, der seine Verwandlung in ein Tier nicht mehr rückgängig machen kann - beschließt Kian, nach Hause zurückzukehren in der Hoffnung, Shiro doch noch zurückholen zu können. Zuhause erwarten ihn jedoch nicht nur freudige Wiedersehen, sondern auch ungelöste Konflikte und manch schmerzliche Erinnerung.

Meine Meinung:

Atmosphärisch und ein wenig melancholisch, so würde ich meinen ersten Eindruck von "After The Storm" beschreiben. Ich erinnere mich noch, dass mich vor drei Jahren, als ich den ersten Band gekauft habe, das Cover magisch angezogen hat - und zum Glück stand dann auch der Inhalt dem in Nichts nach!

Langsam lernen wir beim Lesen Kian und seine Welt kennen. Wir verstehen, dass Formwandler wie er es in der Gesellschaft nicht immer leicht haben, jedoch auch durchaus Stolz aus ihrer Identität ziehen können, und wir verstehen, dass Kian zu jenen gehört, die sich eben nicht nur über ihr Dasein als Formwandler definieren wollen. Andere entscheidende Fragen werden hingegen nur angerissen und machen gerade dadurch neugierig auf mehr: Was steckt hinter der Feindseligkeit von Kians Cousin ihm gegenüber? Waren Shiro und Kian wirklich "nur" Kindheitsfreunde, oder ging ihre Beziehung tiefer? Und was steckt hinter Shiros endgültiger Verwandlung in einen Fuchs?

Mit bisher 3 abgeschlossenen Kapiteln steht "After The Storm", welches laut Informationen auf der Homepage auf ca. 30 bis 40 Kapitel angelegt sein soll, inhaltlich noch am Anfang - viel Raum also für die Geschichte mit all ihren Rätseln, sich weiter zu entfalten. Der Auftakt jedenfalls ist mehr als vielversprechend, und ich freue mich schon sehr darauf, Kian auch weiterhin auf seiner Suche nach Shiro (und irgendwie auch nach sich selbst) zu begleiten.

After The Storm Band 1 & 2 | Auri | Selfpublished | Originalpreis: 12,00€ pro Band | Genre: Urban Fantasy, Coming-of-Age | Link zum Buch