Worum es geht:
In einer Welt, in der Androiden zum Alltagsleben gehören, trifft Mechaniker Marius bei seiner Arbeit auf Misha, ein veraltetes Androidenmodell. Schnell ist der eher distanzierte Mann fasziniert von den Besonderheiten Mishas. Nicht nur ist er besonders fein ausgearbeitet, sein Verhalten widerspricht auch der üblichen Programmierung moderner Androiden. Beinahe scheint es ihm, als habe Misha eine Seele. Doch seine Einzigartigkeit bringt Misha auch schnell in Gefahr, denn Androiden, die einen eigenen Willen entwickeln, gelten allgemein als Gefahr, die es zu beseitigen gilt.
Meine Meinung:
Schon gleich zu Beginn entführt "Dear Antique" seine Leser in eine fremdartige Welt. Androiden gehören hier zum normalen Leben. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu dienen und sie zu lieben. Davon ist auch Marius zu Beginn überzeugt. Obwohl er der Sohn eines berühmten Androiden-Entwicklers ist, bestreitet er sein Leben ganz bescheiden als Mechaniker, der defekte Androiden repariert. Bei einer Haushaltsauflösung fällt ihm ein auffällig schönes Androidenmodell in die Hände, welches sich selbst als "Misha" vorstellt. Misha ist offensichtlich eine Art Sonderanfertigung, doch hat keine Erinnerungen mehr an sein bisheriges Leben und fällt Marius schnell dadurch auf, dass er die für moderne Androiden undenkbare Fähigkeit besitzt, seinen Willen gegen den der Menschen durchzusetzen. Obwohl er ahnt, dass es gefährlich werden könnte, entschließt sich der Mechaniker darum dazu, Misha bei sich zu behalten und mehr über ihn in Erfahrung zu bringen. Natürlich dauert es nicht lange, bis der einzigartige Android tatsächlich ins Fadenkreuz verschiedener Gruppierungen gerät...
Ich habe den ersten Band des Fantasy Boys Love Dramas "Dear Antique" beim Lesen als vielversprechenden Neustart empfunden, der mich neben dem ansprechenden Zeichenstil vor allem durch den spannenden Aufbau der Welt in den Bann gezogen hat. Mit den wunderschönen Androiden und der viktorianisch anmutenden Kleidung hatte das Setting für mich einen leichten Steampunk-Touch, der mich sehr angesprochen hat. Am meisten fasziniert hat mich jedoch die Thematik, die in unserer aktuell so stark von der sich rasant entwickelnden KI beeinflussten Welt eine ziemliche Relevanz bekommt.
Denn in "Dear Antique" verschwimmen die Grenzen zwischen natürlichen und künstlichen Leben. Einige der Androiden entwickeln eindeutig ein eigenes Bewusstsein, bleiben jedoch das rechtlose Eigentum ihrer Besitzer. Die Regeln, nach denen sie programmiert sind, könnten eindeutiger kaum sein: sie haben Menschen zu lieben und ihnen zu dienen - unabhängig davon, ob sie von diesen misshandelt werden. Wer gegen diese Regeln verstößt, wird schnell entsorgt oder auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Auch Marius lebt und arbeitet strikt nach diesen Regeln, bis er Misha trifft. Doch je besser er diesen kennenlernt und je mehr er über ihn erfährt, desto größere Zweifel kommen ihm. Und auch unter den Androiden selbst brodelt es. Schon länger haben verlassene Modelle mit eigenem Willen begonnen, sich zur Wahrung ihrer Rechte zusammenzuschließen und scheuen dabei auch vor brutalen Methoden nicht zurück.
Mir hat dieses spannende Ausgangsszenario sehr gut gefallen, und ich mochte die ethischen Fragen, die der Manga aufwirft. Die Beziehung zwischen Marius und Misha entwickelt sich in diesem Auftakt noch ziemlich langsam, ich könnte mir aber gut vorstellen, dass sie in der Zukunft noch eine deutlich größere Rolle spielt und weitere interessante Fragen aufwirft. Ich freue mich in jedem Fall schon darauf, die dreibändige Serie weiterzuverfolgen!
Dear Antique Band 1 | Saki Tsukahara | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love, Drama, Fantasy | Link zum Buch






