Worum es geht:
Dokja Kim ist ein gewöhnlicher Büroangestellter ohne große Ambitionen. Seine größte Leidenschaft ist eine Webnovel namens "Three Ways To Survive The Apocalypse", der er seit vielen Jahren folgt, obwohl er am Ende der einzig verbliebene Leser ist. Dies verschafft ihm einen unerwarteten Vorteil, als eines Abends auf dem Heimweg von der Arbeit um ihn herum das Chaos ausbricht und die Welt aus seiner Lieblingsgeschichte zur Realität wird. In einem zerstörten Korea, in dem die Überlebenden regelmäßig Quests auf Leben oder Tod bestehen müssen, ist er der allwissende Leser und hält damit den Schlüssel zur Zukunft in seinen Händen!
Meine Meinung:
Das nenne ich mal einen spannenden Auftakt! Der erste Band der Webnovel "Omniscient Reader's Viewpoint" hat wirklich nicht lange gebracht, um mich in seinen Bann zu ziehen.
Im Zentrum der Geschichte steht Dokja Kim, dessen Chancen auf eine Karriere in der leistungsorientierten koreanischen Gesellschaft durch seine mangelnden Ambitionen bereits früh im Keim erstickt wurden. Er hangelt sich von einem befristeten Job zum nächsten und zeichnet sich auch sonst durch keinerlei nennenswerte Talente aus, ist jedoch ein leidenschaftlicher Leser von Fantasy-Webnovels. Sein Favorit ist dabei eine seit Jahren laufende Geschichte namens "Three Ways To Survive The Apocalypse". Als diese endet, ist Dokja der einzig verbliebende Leser - alle anderen haben die obskure Geschichte, die sich in den wildesten Details verliert, schon vor Ewigkeiten aufgegeben. Der Autor macht ihm daraufhin ein Geschenk, dessen Bedeutung sich Dokja erst im Nachhinein erschließen wird.
Denn noch bevor sich Dokja darüber Gedanken machen kann, was er vom offenen Ende der Novel halten soll, bricht auf der Bahnfahrt nach der Arbeit die Hölle los. Ein Goblin erscheint und eröffnet den Passagieren, dass sie binnen eines Zeitlimits ein Leben zu nehmen haben, wenn sie weiterleben wollen. Für Dokja ist die Szene wie ein Deja-Vu, und er erkennt sofort, dass die Handlung von "TWSA" real geworden ist - und wenig später auch, dass er in dieser neuen Welt als einziger allwissender Leser einen entscheidenden Überlebensvorteil hat. Seine Zeit zu Glänzen ist endlich gekommen!
Der Beginn meiner Reise in die Welt von "Omniscient Reader's Viewpoint" hat mich durch die spannende Handlung, aber auch den Witz überzeugen können. Protagonist Dokja Kim ist kein Held und möchte es auch gar nicht sein. Er erkennt vielmehr, dass ihm das Leben die nötigen Karten fürs Überleben ausgespielt hat und ist bereit, diese gute Hand auch zu nutzen. Er ist berechnend, nüchtern und rational - eben ganz jemand, der ist gewohnt ist, sich irgendwie alleine durchzuschlagen. Ob es sich dabei um die Arbeit in einem koreanisches Büro mit lästigen Vorgesetzten oder um Verhandlungen mit einem Goblin über die Preise magischer Items zum Erledigen von Monstern handelt, macht für ihn offenbar keinen großen Unterschied. Und ja, irgendwie hat diese pragmatische Anpassungsfähigkeit mich doch ziemlich für ihn eingenommen.
Für mich steht darum auch außer Frage, ob ich die Serie weiterverfolgen werde. Die Antwort kann nämlich nur lauten: auf jeden Fall! Ja, ich möchte wissen, wie sich Dokjas weiterer Weg durch das post-apokalyptische Korea gestaltet. Werden die Dinge weiterhin so verlaufen, wie er sie aus der Webovel kennt, oder wird sein eigenes Eingreifen zu größeren Veränderungen führen? Wen wird er zu seinen Gefährten machen? Und wird er tatsächlich weiter die Distanz zu allen anderen um ihn herum wahren können, um sein eigenes Überleben in den Fokus zu stellen? Die Serie hat in meinen Augen großes Potenzial, viele spannende Fragen und Handlungsbögen zu beleuchten, und ich freue mich schon sehr darauf, weiterzulesen.
Omniscient Reader's Viewpoint Band 1 (Novel) | singNsong | Ize Press | Empfohlener Originalpreis: 16,00$ | Empfohlen ab 13 Jahren | Genre: Fantasy | Link zum Buch






