Montag, 27. Juli 2026

Buchvorstellung: Redeem Band 1 von Scarlet Beriko

Worum es geht:

Als Chiakis Partner Kuon vor dessen Augen von einem Auto erfasst wird und in seinen Armen stirbt, wird dieser von Verzweiflung gepackt und wacht plötzlich zehn Jahre früher wieder in seinem Kinderzimmer auf. Körperlich wieder ein kleiner Junge, besitzt dieser Chiaki jedoch alle Erinnerungen an sein erwachsenes Ich. Ohne groß nachzudenken nimmt er Kontakt zu Kuon auf. Doch nicht nur glaubt ihm dieser kein Wort, er ist auch so ganz anders als der Kuon, den Chiaki vor seinem Zeitsprung kannte. Wie soll es ihm so nur gelingen, sein Vertrauen zu gewinnen und ihn in der Zukunft zu retten?

Meine Meinung:

Scarlet Beriko in Vollfarbe? Count me in! Aber ich muss auch zugeben: hätte ich nicht vollstes Vertrauen in das Können und den Stil dieser Mangaka, ich weiß nicht, ob diese Geschichte jemals in meinen Händen gelandet wäre. Die Ausgangssituation ist nämlich durchaus speziell, haben wir durch Chiakis Sprung in die Vergangenheit doch einen ziemlich fragwürdigen Age Gap. Obwohl geistig natürlich noch immer erwachsen, befindet er sich nun nämlich wieder im Körper seines Fünftklässler-Ichs, während sein Partner Kuon bereits erwachsen ist und als Tierarzt arbeitet.

Zum Glück begegnet besagter Kuon den Annäherungsversuchen durch Chiaki aber auch angemessen distanziert, sodass dieser sich bald mit der Frage beschäftigen muss, wie er seinem zukünftigen Partner begegnen möchte, wenn er ihm helfen will. Denn dazu ist er fest entschlossen: nicht nur möchte er seine Liebe zurückgewinnen, er möchte auch wissen, was genau es ist, das den Vergangenheits-Kuon so düster und bitter und ganz anders als den Partner, an den er sich aus ihrer Beziehung erinnert, hat werden lassen. Seine ersten Versuche bleiben dabei, vor allem durch seine unüberlegte und impulsive Art, nämlich ziemlich erfolglos.

Und dann sind da noch die anderen Probleme, denen sich Chiaki plötzlich stellen muss. Durch sein Alter muss er ganz schön kreativ werden, will er sich frei bewegen, und sein strenger und scheinbar ziemlich kontrollsüchtiger großer Bruder ist da auch keine große Hilfe.

Nach dem ersten Band habe ich tatsächlich noch keinen wirklichen Plan, welche Richtung diese Geschichte wohl einschlagen wird, aber mein Interesse ist geweckt. Wird es Chiaki gelingen, Kuon zu helfen, und wie? Gibt es einen Grund für die Zeitreise an genau diesen Punkt der Vergangenheit? Kann es für die beiden wirklich eine Zukunft geben? Hinzu kommt, dass der Webtoon in Vollfarbe im typischen Scarlet Beriko Stil natürlich eine echte Augenweide ist. Für eine klare Empfehlung ist es in meinen Augen noch ein wenig früh, aber ich werde den Titel auf jeden Fall neugierig im Auge behalten.

Redeem - Unsere Ewigkeit Band 1 | Scarlet Beriko | C. Lines Verlag | Originalpreis: 15,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Sonntag, 26. Juli 2026

25 Jahre Faun - Jubiläumskonzert auf Burg Wilhelmstein

Jeder, der mich kennt oder diesem Blog schon länger folgt, weiß wohl, dass es keine Band gibt, die mich in den letzten mehr als fünfzehn Jahren so sehr geprägt hat wie Faun. Auf einem Faun-Konzert habe ich eine wichtige Freundin kennengelernt und durch die Musik der Band bin ich tiefer in die Mittelalter- und Pagan Folk Szene eingestiegen, habe unzählige Geschichten entdeckt und wurde auch sonst in vielerlei Hinsicht tief geprägt. Ich glaube nicht, dass ich ohne diese Band die Person wäre, die ich heute bin, und dafür bin ich ihnen wirklich dankbar.

Viel hat sich in dieser Zeit verändert, sowohl in der Szene als auch in meinem eigenen Leben, und so habe ich heute nicht einmal mehr annährend so oft die Gelegenheit, Faun live zu sehen, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war. Umso kostbarer ist es dann, wenn sich doch noch einmal die Gelegenheit ergibt, so wie am vergangenen Donnerstag auf der Burg Wilhelmstein in Würselen, wo Faun im Zuge ihrer Tour zum 25. Bandjubiläum Halt machten.

Obwohl die Burg gar nicht so weit erntfernt liegt von dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin, war es für mich der erste Besuch der dortigen Freilichtbühne. Der erste Eindruck war dafür gleich ein sehr positiver: was für eine perfekte Kulisse für ein Faun-Konzert! Die Location hatte für mich genau die richtige Größe, und das Ambiente der Bühne direkt an der Burgruine war einfach hervorragend geeignet für die romantischen und mystischen Klänge der Band.

Das ausverkaufte Konzert begann pünktlich, eine Vorband gab es an diesem Abend nicht. Faun benötigten dennoch nicht lange, das auffällig bunt gemischte Publikum zum enthusiastischen Mitmachen zu bewegen. Die historische Kulisse hatte offensichtlich nicht nur das Interesse von Fans und Szenegängern geweckt. Auch Familien und ältere Paare hatten sich eingefunden, und nicht wenige von ihnen sah man im Laufe des Abends ihre Garderobe um ein neues Faun-Shirt erweitern, was wohl sehr für die Überzeugungskraft des Auftritts sprach.

Zu Ehren des feierlichen Anlasses boten Faun einen spannenden Querschnitt durch ihr mittlerweile ein Vierteljahrhundert gewachsenes Repertoire. "Diese kalte Nacht" begeisterte gleich zu Beginn viele Besucher. Durch den kommerziellen Erfolg war es wohl das Lied, was vor einigen Jahren eine ganze Reihe von neuen Menschen auf die Musik der Band aufmerksam gemacht hatte, und viele von ihnen waren offenbar gekommen um zu bleiben. Doch auch Fans der ersten Stunde kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. So wurden auch lange nicht gehörte Stücke wie das "Tagelied" dargeboten, und mit dem "König von Thule" gab es sogar einen kleinen Ausflug zum allerersten Album der Band.

Auch zeigte die Band eindrücklich, wie facettenreich ihre Musik ist. Tanzbare Stücke wie "Wind und Geige" oder auch "Rhiannon" rissen die Zuschauer von ihren Plätzen in die Gänge, um dort zu tanzen, doch auch die ruhigen Momente durften durch Stücke wie "Tanz über die Brücke" oder auch eine sehr reduzierte Akkustik-Version von "Federkleid", welche dem Stück ein ganz neues Gewand gab, glänzen. Mit einem Text von Shakespeare wurde zudem auch ein Lied dargeboten, welches es bisher noch auf keinen Tonträger der Band geschafft hatte.

Wie immer bei Faun waren auch die Ansagen zwischen den Songs wieder überaus charmant. Kleine Anekdoten zu den Stücken brachten dem Publikum die Entstehungsgeschichte der Lieder näher, während zwischendurch auch munter mit den Leuten gescherzt wurde, was für viele Lacher sorgte.

Es ist wirklich faszinierend: obwohl ich Faun seit meinem ersten Live-Erlebnis im Jahre 2009 unzählige Male gesehen und zahlreiche Mitgliederwechsel miterlebt habe, haben ihre Konzerte für mich bis heute nichts von ihrem Zauber verloren. So war es auch an diesem Abend in Würselen wieder eine große Freude für mich, dabei sein zu dürfen. Vielen Dank für die vielen schönen gemeinsamen Jahre - auf dass es gerne noch einmal 25 weitere werden mögen!

Dienstag, 21. Juli 2026

Buchvorstellung: Paket für dich von Rinteku

Worum es geht:

Für Izumi gibt es nichts Schöneres, als sich nach getaner Arbeit seinen Hobbys zu widmen – Games und Sammelfiguren. Auf Karriere hat er nicht wirklich Bock, auf andere Menschen auch nicht, weswegen er seine Sachen auch immer online kauft. Es gibt da jedoch eine Ausnahme zu seinem Desinteresse anderen gegenüber: Tsuchiya, der Paketbote, der immer seine Lieferungen bringt. Diesen findet Izumi extrem cool – doch wie soll ein Nerd wie er es schaffen, dass sich ein sportlicher Typ wie Tsuchiya für ihn interessiert?

Meine Meinung:

Paket für dich“ hat ja schon direkt zur Ankündigung großes Interesse geweckt, weil es von Mangaka Rinteku stammt, die auch hinter der (absolut zurecht) hochgelobten Reihe „Sag’s mit den Händen“ steht. Anders als bei dieser handelt es sich bei „Paket für dich“ jedoch um einen abgeschlossenen Einzelband, bei dem auch eine viel leichtere Thematik im Fokus steht.

Ist das ein Nachteil? Absolut nicht, man sollte es jedoch vielleicht im Hinterkopf behalten, um diesen süßen Manga unvoreingenommen genießen zu können. Dann erwartet einen hier nämlich eine kurzweilige Geschichte über einen jungen Mann, der sich verliebt und dadurch zum ersten Mal den Drang verspürt, etwas an sich zu verändern, um seinem Crush näher kommen zu können. Da solche Veränderungen jedoch wie wir alle wissen selten über Nacht geschehen, Izumi aber eher ungeduldig veranlagt ist und auch noch zum Grübeln neigt, führt dies zu allerlei komischen Situationen. Und als wäre das alles nicht schon schwierig genug für ihn, findet er irgendwann auch noch heraus, dass Tsuchiya tatsächlich eigentlich ganz anders ist, als er ihn sich in seinem wilden Köpfchen ausgemalt hatte! Ein neuer Grund zum Grübeln, oder vielleicht doch vielmehr Anlass genug, sich endlich etwas zu entspannen?

Einen besonderen Charme hatte in dem Manga für mich vor allem der Kontrast zwischen Izumis und Tsuchiyas Perspektiven. Während ersterer alles zerdenkt, versteht letzterer die Welt nicht mehr, sieht er doch die Probleme, die Izumi überall zu finden meint, überhaupt nicht. Entgegen dem Bild, was sich Izumi von ihm gemacht hat, ist er nämlich eigentlich ein eher schlichtes Gemüt – die beiden haben also ziemlich kontrastierende Charaktere, ergänzen sich gerade dadurch jedoch ganz hervorragend.

Neben der namensgebenden Story enthält der Band noch eine weitere Kurzgeschichte namens „Der wahre Grund, warum wir nicht beliebt sind“, die ich trotz ihrer Kürze durch ihre spezielle ‚Moral‘ durchaus amüsant fand.

Insgesamt war „Paket für dich“ in meinen Augen ein unterhaltsamer und süßer Einzelband, mit dem man wunderbar einen entspannten Nachmittag verbringen konnte.

Paket für dich | Rinteku | Loewe Manga | Originalpreis: 8,50€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Trinkt aus, wir müssen gehen - Die Toten Hosen live in Köln

Vor 26 Jahren hatte ich das große Glück, Die Toten Hosen live sehen zu dürfen. Damals war ich noch ein Kind, und meine Eltern nahmen mich mit zu Rock am Ring. Dafür – heute kann ich es ja sagen – nahmen sie mich sogar einen Tag heimlich aus der Schule. Eine richtig große Sache also, und eine, die mich musikalisch sehr geprägt hat. Seitdem hatte ich die Hosen immer wiedersehen wollen, doch irgendwie hat es damit nie geklappt. Vor ein paar Jahren ist es mir dann endlich gelungen, Tickets für ein Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle zu ergattern – dann kam jedoch Corona und die Tour wurde ersatzlos gestrichen. Nur einer von vielen Gründen, warum man mich niemals auch nur das kleinste bisschen Gutes über diese Zeit wird sagen hören. So viele verlorene Erlebnisse, so viele Enttäuschungen.

Manchmal wird am Ende das, was lange währt, aber doch noch gut. In meinem Fall bedeutet das, dass ich im letzten Vorverkauf Tickets für das Tote Hosen Konzert am vergangenen Samstag in Köln ergattern konnte. Falsche Stadt, könnte man jetzt anmerken, aber in manchen Fällen muss man eben Kompromisse eingehen. Und so kam es dann, dass ich mich an diesem Tag 26 Jahre nach der ersten Konzerterfahrung erneut zu einem Konzert der Hosen begeben durfte. Auch dieses Mal war wieder meine Mutter dabei – mein Vater, der vor einigen Jahren verstorben ist, hatte diese Chance leider nicht mehr.

Unsere Plätze fanden sich ziemlich weit hinten und ziemlich weit oben, was uns positiv betrachtet einen hervorragenden Ausblick über das komplette, ausverkaufte Rheinenergie Stadion bot. Von dort waren wir schon mit dabei, als das Konzert der ersten Vorband, 24/7 Diva Heaven begann. Die Schweizer All-Girl Band präsentierte dem Publikum musikalisch ein recht großes Repertoire. Einige der Stücke kamen klassisch punkig daher, doch die Einflüsse aus anderen Genres wie Grunge und sogar Rock’n’Roll waren ebenfalls zu hören.

Weiter ging es im Anschluss mit einem totalen Kontrastprogramm, den Punk-Urgesteinen von The Undertones. Die Herrschaften lieferten für mich eine wirkliche sehens- und hörenswerte Show ab, wobei ich mich persönlich besonders über „Teenage Kicks“ freute. Ich gebe zu, dass dies wirklich eine Band war, bei denen ich nicht damit gerechnet hätte, sie eines Tages einmal live zu sehen. Umso schöner, dass es nun doch so gekommen ist.

Als letzter Support standen schließlich noch alte Bekannte an. Von den Bühnenqualitäten der Beatsteaks hatte ich mich bereits vor einigen Jahren im Rahmen des Vainstream-Festivals eindrücklich überzeugen können, und auch der Auftritt am Samstag stand dem wieder in nichts nach. Nicht nur reihte sich Hit an Hit der Berliner aneinander, sie überzeugten auch mit unheimlich großer Bühnenpräsenz und brachten das Publikum so im Handumdrehen dazu, lautstark mitzusingen und auch sonst jeden Scheiß mitzumachen. Von der Setlist her blieben in meinen Augen auch absolut keine Wünsche übrig. Mein persönliches Highlight war aber natürlich mein Lieblingssong „Frieda und die Bomben“.

Im Anschluss wurde es dann trotz fast vierzig Minuten Umbaupause tatsächlich etwas stressig, gibt es doch in solchen Locations IMMER viel zu wenige Damentoiletten. Als dieser leider essenzielle Punkt endlich abgehakt werden konnte, blieb kaum noch Zeit für neue Getränke, und wie auch beim Einkaufen hatte man natürlich intuitiv die Schlange gewählt, bei der es auch noch am allerlangsamsten ging. So wurde sich dann schon zu den ersten Tönen des Intros durch die engen Reihen zurück zum eigenen Platz gekämpft. Meine Entschuldigung an alle, durch deren Handyvideos wir dabei laufen mussten, aber es ging nun einmal leider nicht anders: wir haben es genauso gehasst wie ihr.

Der Stress war dann jedoch schnell vergessen, denn die Toten Hosen lieferten vom ersten Moment an eine großartige Show ab. Zu meiner Überraschung gab es dabei relativ wenige Songs vom neuen Album, dafür aber einen richtig schönen Querschnitt durch die umfassende musikalische Geschichte der Band. Bei Klassikern wie „Hier kommt Alex“ oder „Bonnie & Clyde“ wurde dabei natürlich stets aus tausenden Kehlen lautstark mitgesungen, doch auch die ruhigeren Momente wie bei „Draußen vor der Tür“ wurden vom Publikum mit einem Meer aus Taschenlampen angemessen gewürdigt.

Einige Überraschungen hielt das Konzert ebenfalls bereit. So hatte man sich mit Wolfgang Niedecken einen wirklich illustren Gast eingeladen und so eindrücklich bewiesen, dass die Kluft zwischen Köln und Düsseldorf durchaus überwindbar ist. Außerdem hatte man ein Cover im Gepäck, welches großen Anklang beim Publikum fand, hat es doch in all den Jahren seit seinem Erscheinen nichts an Bedeutung eingebüßt – und so gab es dann wohl auch kaum jemanden, der bei „Schrei nach Liebe“ nicht aus tiefstem Herzen mitgesungen hätte. Ein persönliches Highlight für mich war außerdem mein Lieblingslied „Pushed Again“, welches mich einfach immer wieder berührt und gerade live eine unfassbare Wucht entfalten kann.

Auch die Bühne und die Show konnten sich an diesem Abend wirklich sehen lassen. Auf der ohnehin schon bunten, riesigen Bühne wurden während des Konzerts auf mehreren großen Bildschirmen im Hintergrund und an den Rändern wechselnde Bilder und Videos gezeigt. Mal sah man die Bandmitglieder, mal waren es zu den Songs passende Szenen. So oder so war immer viel los, was insbesondere für uns Zuschauer weiter hinten toll war, wo man die Bandmitglieder ja nun doch eher nur noch als kleine über die Bühne huschende Punkte wahrnehmen konnte. Doch selbst so war deutlich, wie viel Bewegung da während des gesamten Auftritts herrschte. Campino war noch nie jemand, der lange an einer Stelle stehen bleibt, und an diesem Bewegungsdrang hat sich anscheinend auch heute nichts geändert.

Nach zweieinhalb Stunden inklusive mehreren Zugaben fand der Auftritt dann aber leider doch so langsam sein Ende. Doch nur weil die Band mit dem Singen aufhören musste, galt das noch lange nicht für das Publikum. Ich jedenfalls landete in einem Bus nach Messe/Deutz, in dem die Party einfach fortgesetzt wurde. Songs wie „Zehn kleine Jägermeister“ und „Bayern“ hatten es an diesem Abend nicht in das Set der Band geschafft, also sang man sie auf dem Weg zum Bahnhof einfach gemeinsam. Auch für den Busfahrer war dies sicher mal eine etwas ungewöhnliche Tour, und mir wird sie sicher noch lange als ganz besonderer Abschluss eines richtig tollen Konzertabends in Erinnerung bleiben.

Da bleibt mir nur noch zu sagen: vielen Dank an die toten Hosen für dieses wundervolle Konzert, und für all die wunderbaren Jahren! 

Montag, 20. Juli 2026

Buchvorstellung: Our Sunny Days Band 2 von Jeong Seokchan

Worum es geht:

Ho lebt sich mit seiner Tochter weiterhin im Dorf ein und erhält dabei Haebeoms Unterstützung. Jedoch geht beiden der Kuss zwischen ihnen nicht aus dem Kopf. Während Haebeom sich zunächst noch unsicher ist, wie er diesen wohl einordnen soll, muss Ho sich eingestehen, dass er ein wenig Romantik in seinem Leben schon etwas vermisst hat. Spätestens, als die beiden zusammen die Sterne betrachten, wird ihnen jedoch beiden klar, dass hier wohl von Anfang an kein einmaliges Versehen vorlag.

Meine Meinung:

Wie süß kann die Beziehung zwischen zwei gestandenen Männern eigentlich dargestellt werden, ohne dabei in irgendeiner Form kitschig und unglaubwürdig zu werden? "Our Sunny Days" setzt die Messlatte zur Beantwortung dieser Frage ganz schön hoch!

Auch im zweiten Band ist es wieder eine Freude, Ho und Haebeom dabei zuzuschauen, wie sie einander näher kommen. Liebevoll und voller Witz erzählt der Webtoon davon, wie Ho sich mit Haebeoms Hilfe weiter in die Dorfgemeinschaft mit ihren Eigenheiten einfindet und wie Haebeom ihm und der kleinen Rotznase zunehmend ein Pfeiler in ihrem neuen Leben wird. 

Diesmal bekommt Ho jedoch auch einen tieferen Einblick in die Verantwortung, die auf den Schultern seines neuen Freundes lastet. Wie an so vielen Orten auf der Welt ist auch die Bevölkerung in seinem neuen Heimatdorf alt, und Haebeom nutzt sowohl seinen Einfluss als auch seine Körperkraft, um zu helfen, wo er kann. Da er mit dieser Aufgabe so lange alleine war, kommt er gar nicht auf die Idee, sich eine Pause zu gönnen oder Hilfe anzunehmen. So ist es dann sehr schön zu sehen, dass Ho ihm zeigt, dass er auf seine Unterstützung bauen kann und er auch bereit ist, dies anzunehmen.

Da ist es dann wohl auch kein Wunder mehr, dass sie sich näher kommen - und was hatte ich für eine riesige Freude daran, dies zu lesen! Obwohl beide sich eigentlich sicher sind, was sie wollen, sind sie sich gleichzeitig so unsicher, ob es dem jeweils anderen auch so geht, was zu einigen witzigen, aber auch zuckersüßen Interaktionen führt. Und als *es* dann zwischen ihnen passiert? Nun, da tritt der Webtoon eindrücklich den Beweis an, wie man eine solche Szene gleichzeitig respektvoll, verspielt und ästhetisch ansprechend umsetzen kann. Ganz ehrlich: bei diesem Thema bin ich pingelig und lese gerne nur quer, wenn es mich nicht anspricht, hier aber war ich vom Anfang bis zum Ende voll dabei.

Auch die Fortsetzung war für mich wieder ein absolutes Highlight. Das Setting, die Story und die Charaktere - hier stimmt einfach alles. Klare Empfehlung für alle, die gerne eine wirklich schöne Liebesgeschichte über zwei erwachsene Charaktere lesen möchten, die beide mitten im Leben stehen, Verantwortung tragen und deren Kosmos folglich nicht nur umeinander kreist.

Our Sunny Days Band 2 | Jeong Seokchan | Papertoons | Originalpreis: 18,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch 

Die Gacha-Woche 13.-19. Juli

Diese Woche bin ich tatsächlich nur sehr wenig zum Spielen gekommen, darum fällt der Rückblick auch ziemlich knapp aus. 

Epic 7:

Nachdem ich seit Jahren erfolglos hinter Relikt Violet her war, konnte ich ihn mir nun dank der Shop-Währung durch ein Duplikat von Ruele des Lichts endlich aus dem entsprechenden Shop schnappen.

Genshin Impact:

Stagniere ein wenig in der neuen Sumeru Archon Quest - mein Hassgegner (die Wüste) schafft es jedes Mal wieder, meine Motivation zu dämpfen. War es wirklich nötig, mich durch einen Tempel zu hetzen, in dem hinter jeder Ecke die gleichen Monster lauerten? Minutenlang? Storytechnisch hab ich kaum Fortschritte gemacht, weil mich danach die Lust verlassen hatte. ^^

Honkai: Star Rail:

Endlich bei dem Part der Story angekommen, in dem der Fokus auf Blade liegt. Mein Interesse ist geweckt. Trotzdem bleibe ich dabei, dass das Storywriting bei dem Spiel seit der zweiten Hälfte von Amphoreus (seit dem Teil mit Hysilens und Cerydra) massiv schlechter geworden ist. Alles wird unnötig in die Länge gezogen und verliert sich immer wieder in absolut irrelevanten und vor allem auch uninteressanten Details.

Love & Deepspace:

Von Optimierung hat Infold auch einfach noch nichts gehört. Musste das Spiel deinstallieren und neu aufspielen, weil das blödsinnig große Update sowas um die Hälfte meines kompletten Handyspeichers haben wollte. Und wofür das ganze, wenn es doch nach dem Debakel nicht einmal neue Story gibt? 

Reverse 1999:

Wie üblich bin ich spät dran mit dem Event, aber mittlerweile auch fast durch. Grafisch total interessant umgesetzt, und ich mag Enigma als Charakter wirklich gerne! Außerdem total faszinierend, die eigene Sprache in einem ansonsten englisch synchroniserten Spiel zu hören. Ich liebe das Spiel ja für seine Voice Acting Entscheidungen. Höre auch sehr gerne Name Day auf meinem Home Screen zu, wenn er mir etwas auf Russisch erzählt, obwohl ich kein Wort verstehe. :D

Wuthering Waves:

Jingran ist nun offiziell als spielbare Figur vorgestellt. Zeit, sich reinzuhängen und Wünsche zu sammeln! 

Sonntag, 19. Juli 2026

Buchvorstellung: Bis wir uns fanden von Ryousuke Nanasaki & Yoshi Tsukizuki

 

So sehr wir uns immer mit unseren liebsten Paaren aus Boys Love Mangas, Manhuas oder Webtoons freuen, so sehr ist den meisten von uns doch bewusst, dass es im wahren Leben in den meisten asiatischen Ländern ganz anders mit den Rechten Homosexueller aussieht, als diese Geschichten suggerieren. Auch Japan bildet da keine Ausnahme, gibt es doch bis heute keine einheitliche Regelung, welche gleichgeschlechtlichen Paaren die selben Rechte wie heterosexuellen Ehepartnern einräumen würde. Wie überall auf der Welt gibt es aber natürlich auch Menschen, die gegen diese Diskriminierung kämpfen, imd Ryousuke Nanasaki ist einer von ihnen. In seinem autobiografischen Roman "Bis wir uns fanden - Japans erstes schwules Ehepaar", welches 2022 im Hayabusa Verlag erschien, erzählt er seine Geschichte.

Und obwohl diese mit einem persönlichen Happy End - einer Hochzeitsfeier im Tsukiji Hongan-Ji im Jahr 2016 - endet, wird ziemlich deutlich, dass der Weg dorthin kein leichter war.

Ryousuke Nanasaki nimmt uns in seinen Ausführungen mit bis in seine frühsten Erinnerungen. Schonungslos ehrlich berichtet er von Ausgrenzungen in der Schule, weil seine Art als zu feminin empfunden wurde und seiner jugendlichen Angst, sich und anderen gegenüber seine Homosexualität einzugestehen. Er erinnert sich an erste Dating-Erfahrungen, die schönen und weniger schönen Momente erster Beziehungen und an den Moment, in dem er beschloss, sein Glück in die eigene Hand zu nehmen.

Der Erzählton ist dabei manchmal humorvoll und manchmal ernst, ganz wie auch seine Erfahrungen. So schmerzt es, zu verfolgen, wie Beziehungen daran scheitern, dass sich die Partner ihre eigenen Sexualität nicht eingestehen können oder wie die Gesellschaft selbst das Zusammenleben quasi unmöglich machen. Auf der anderen Seite gibt es da aber auch die schönen Momente: langjährige Freundschaften, zunehmende Akzeptanz oder auch der lang gehegte Kindheitswunsch, der schließlich im Erwachsenenalter endlich erfüllt wird.

Und diese Ausgewogenheit ist es meiner Meinung nach auch, die "Bis wir uns fanden" so lesenswert macht. Es ist ein Buch, welches die gesellschaftlichen Probleme nicht beschönigt, welches Frust und Wut und negative Gefühle zulässt. Doch es ist auch ein Buch von jemandem, der nicht aufgibt, der für sich selbst und andere kämpft und erleben darf, wie seine Bemühungen Stück für Stück Wirkung zeigen.

Auch wenn der Weg zur Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare noch lange nicht zu Ende ist, stimmt es einen doch positiv zu sehen, dass es Fortschritte gibt, und dass es Menschen gibt, die Tag für Tag daran arbeiten, dass es immer weiter voran geht.

Bis wir uns fanden - Japans erstes schwules Ehepaar | Ryousuke Nanasaki & Yoshi Tsukizuki | Hayabusa | Originalpreis: 14,00€ | Link zum Buch