Mittwoch, 8. Juli 2026

Mission Gacha

Wer mich kennt, weiß: ich habe viele Gacha-Accounts. Wirklich viele. Wenn wir mal ganz ehrlich sind: zu viele. Aber ich liebe diese Spiele, und ich habe große Freude daran, neue zu testen und mich Schritt für Schritt durch die Story zu bewegen. Da ich aber nicht bei allen von Anfang an dabei bin, nicht alle täglich spiele und manchmal auch Wochen oder monatelang eine Pause mache (aus welchen Gründen auch immer), ist es nicht immer leicht, den Anschluss nicht zu verlieren. Darum habe ich mich entschlossen, meinem Blog eine Art Gacha-Tagebuch hinzuzufügen, in dem ich in regelmäßigen Abständen (wir fangen mal ganz ambitioniert mich wöchentlich an) meine Ziele und den Fortschritt festhalten will. 

Dieser Post soll der Ausgangspunkt werden, darum wird er auch ziemlich technisch. Eine lange Liste mit Gacha Games, die ich spiele, gespielt habe oder noch spielen möchte. Aus Gründen (ich = Komplettist, das sind die Gründe) nehme ich dieses Mal auch einige mit auf, die schon ihr Lebensende erreicht haben. Vielleicht nur, um meine Gedanken zu teilen, vielleicht aber auch, weil ich auf die eine oder andere Art und Weise doch noch nicht mit ihnen abgeschlossen habe.

Also dann, ohne große Vorrede: auf gehts!

 

Aether Gazer:

Habe das Spiel aktuell nirgendwo installiert, meinen letzten Aufzeichnungen nach bin ich bei Level 29. Da das Spiel die englische Synchro entfernt hat und full-waifu gegangen ist, habe ich aktuell leider auch keine besonders großen Ambitionen, zurückzukehren, auch wenn es in keiner Hinsicht ein schlechtes Spiel ist.


 Alchemy Stars:

Hier habe ich damals den Einstieg verpasst, weiß aber, dass es einen Weg gibt, eine Offline-Version zu spielen. Würde mich eines Tages sehr reizen.

Another Eden:

Ausprobiert und als zu zeitraubend für ein Gacha Game befunden. Wenn die Konsolenversion, die im Gespräch ist, Wirklichkeit werden sollte, wäre ich dabei. 


 Arknights:

Meine große Hassliebe: Liebe die Story und die Charaktere, hasse Tower Defense Games. Ein Online-Reader wird meine Lösung sein. Cheating? Mir doch egal. 


Arknights Endfield:

Die Fabrik muss wachsen, und ich hab da leider so gar keinen Bock drauf. Trotzdem bin ich zurückgekommen. Mein aktuelles Ziel: Main Story Kapitel 1 - IV schaffen, damit ich Camilles Story machen kann. Langfristig dann gerne auch mit der Mainstory up-to-date werden und bleiben. 


 Ash Echoes:

Das Spiel ist tot und ich habe es nicht geschafft, vorher alle Inhalte durchzuspielen. Hier möchte ich mich noch auf die Suche nach Let's Plays oder einem Archiv machen, um das nachholen zu können.


 Black Beacon:

Ein großartiges Spiel, das singend in den Abgrund gelaufen ist. Auch hier fehlen mir noch ein paar Inhalte, die ich versuchen will aufzutreiben. 


Chaos Zero Nightmare:

Mag das Spiel sehr gerne, hab mich aber zurückgezogen, als es zu dem Drama um Owen kam. Koreanische Gamer sind ein Rätsel, das ich nicht entschlüsseln mag. Werde dem Spiel trotzdem nochmal eine Chance geben, Ziel wird dann wie üblich erstmal die Main Story.


Duet Night Abyss:

Kein schlechtes Spiel, aber irgendwie auch keines, was sich gegen seine Konkurrenz abhebt. Dass es kein Charakter-Gacha gibt finde ich persönlich der Motivation, mich regelmäßig einzuloggen, er abträglich. Und dann waren da noch die Dramen mit den Hacks. Pausiert gerade für mich bis auf weiteres. 


Ensemble Stars:

Noch so eine Hassliebe. Events sind quasi unspielbar, wenn man nebenher noch sowas wie ein Leben hat, mein Fokus liegt darum auf der Story. In letzter Zeit war ich da trotzdem etwas faul, es gibt also viel nachzuholen. Liebe die Charaktere und die Musik aber zu sehr, um das jemals aufzugeben.

Epic 7:

Eines der Spiele, die ich schon am längsten spiele. Leider gerate ich bei der Story immer wieder an meine Grenzen, weil das Gearing System ein endloser Grind ist und man manchmal wirklich nur mit den richtigen ausgestatteten Figuren was reißen kann. Mein Ziel ist und bleibt die Hauptstory. 


Etheria Restart:

Mein erster Eindruck war eigentlich ganz positiv, aber durch wiederholte KI-Auffälligkeiten und den starken PvP Fokus hat sich das Spiel für mich ins Abseits katapultiert. Kommt wohl nicht wieder auf die Festplatte. 


 Fate Grand Order:

Ein Klassiker, dessen Story sehr gut sein soll. Schade nur, dass er alterstypisch über keinerlei Quality of Life verfügt. Installiert aufgrund der Collab-Ankündigung mit Star Rail, die ich dann aber leider nicht so toll fand. Aktuell fraglich, ob ich die Motivation finden werde, mich näher damit zu beschäftigen. 

Fire Emblem Heroes:

Läuft bei mir schon seit Jahren schön nebenher. Low effort Figuren-Kollektor. War in letzter Zeit ein wenig faul mit der Story, aber das ist schnell aufgeholt. 


Fire Emblem Shadows:

Da steht Fire Emblem drauf, also musste ich es auch testen. Leider fand ich das Gameplay ziemlich nichtssagend. Aktuell kein Bedürfnis, zurückzukehren. 


Genshin Impact:

Mein Hauptspiel. Im Laufe der Zeit ist trotzdem einiges liegen geblieben, was ich gerne aufholen möchte - ist hier aber eher ein Luxusproblem. 


 Granblue Fantasy:

Noch so ein Urgestein. Liebe die lange, ausführliche Story und die textlastigen Events, bezweifle aber, dass ich jemals alles schaffen werde.

Guardian Tales:

Habe ich auf der Switch installiert. Die Story macht richtig Spaß, aber irgendwie passt es für mich nicht als Gacha Game. Pausiert aktuell. 


 GunsGirlZ:

Wie ich bereits sagte, bin ich Komplettist. Entsprechend habe ich auch eine App installiert, mit der ich die Story dieses längst toten Spiels noch erleben kann, um meinen Honkai-Horiziont zu erweitern.


 Heaven Burns Red:

Liebe die Story und die Charaktere genauso wie den Visual Novel Style, kämpfe aber konstant damit, die nötige Zeit für das Spiel aufzutreiben. Aktuell ist mein Ziel, endlich so richtig reinzukommen. 


 Honkai Impact 3rd:

Das Spiel habe ich installiert, um endlich einige Hintergründe in Honkai Star Rail besser zu verstehen. Zumindest am Anfang wirkt das Gameplay jedoch leicht in die Jahre gekommen, was mir den Einstieg nicht gerade erleichtert. Da werde ich mich ein bisschen festbeißen müssen. 


 Honkai Star Rail:

Eines der Spiele, bei denen ich lange auf dem neusten Stand war, bis der letzte Teil von Amphoreus und alles an Planarcadia meine Motivation getötet haben. Kämpfe mich gerade zurück auf den neusten Stand in der Main Story, danach will ich endlich die erste Fate Collab abschließen. 


 Infinity Nikki:

So ein hübsches Spiel und inhaltlich weitestgehen so leer. Verliere hier konstant immer wieder den Anschluss an die Main Story, weil viele der Stories so blutleer sind. Dennoch arbeite ich dran. 


 Limbus Company:

Bei diesem Spiel bin ich noch in der Einstiegsphase und das Gameplay verwirrt mich. Sehr. Aber die Story wirkt zu interessant um aufzugeben. 

Lovebrush Chronicles:

Rein optisch mein liebstes Otome Game, leider jedoch genretypisch sehr zeitintensiv. Nach der Ankündigung, dass die japanische Synchro eingespart wird, auf meiner Liste nach oben gerutscht. Man kennt ja so langsam die Anzeichen, die dafür sprechen, dass so ein Spiel vielleicht nicht mehr lange bei uns sein wird... 


 Love & Deepspace:

Nachdem aufgrund des aktuellen Dramas Inhalte angepasst und entfernt wurden, ärgere ich mich, dass ich hier mit der Mainstory nicht auf dem neusten Stand bin, aber mein Handy gerät hier grafisch so an seine Grenzen, dass das Spielen nicht immer eine Freude ist. Will die Story nun trotzdem mal wieder mehr in den Fokus nehmen.


 Love Nikki:

Hatte ich lange auf meinem alten Handy installiert, fand das Design jedoch sehr aus der Zeit gefallen, was die Navigation immer anstrengend gemacht hat. Nichts, was ich vermissen würde. Die angepriesene, gute Story hatte ich zum Zeitpunkt der Installation leider auch noch nicht entdeckt... 

Love & Producer:

Hier gilt leider das gleiche wie für Love Nikki, weswegen ich das Spiel bei seinem eos nicht wirklich vermisst habe. Ich weiß, dass es eine Genre-Ikone ist, aber meins war es leider nicht. 

Mongil Star Dive:

Mit diesem Spiel habe ich wirklich großen Spaß, weil sich die Story selbst nicht so ernst nimmt und Nyanners einfach das beste Masskottchen aller Zeiten ist. Da ich bei einem Waifu-Game wie diesem selten intensiv hinter Charakteren her bin, fällt mir das mit dem regelmäßigen Login aber leider etwas schwer. Ich bleib trotzdem dran. 


 Morimens:

Abgesehen von der ChatGPT Übersetzung ist dieses Spiel eine kleine Perle. Leider erfordert jede Session ziemlich viel Zeit, was für ein Gacha Game in meinen Augen eher unglücklich ist. Hier bleibe ich wohl Gelegenheitsspieler. 

Neo Artifacts:

Aufgrund der tollen Optik gleich zum englischen Release heruntergeladen, aufgrund der grottigen Lokalisierung jedoch ebenso schnell wieder deinstalliert. Sehe jedoch immer wieder Bilder, die mich reizen, dem Spiel nochmal eine Chance zu geben. Das wird wohl mit meinem Handyspeicher stehen oder fallen. 

Neverness to Everness:

Das Spiel ist neu und toll und hat aktuell keine Probleme, mich bei der Stange zu halten. Die aktuelle Story und der nächste Aufstieg sind meine nächsten Ziele.


 Noctilucent:

Tolles BL-Game mit technischen Schwächen. Die häufigen Abstürze halten mich leider immer von längeren Gaming-Sessions ab. Den Zug, das Spiel vor dem eos in eine kaufbare offline-Variante zu bringen, schätze ich sehr. Nimmt dann aber auch den Druck raus, sich regelmäßig einzuloggen. Außerdem große Kudos an die Entwickler, dass sie dem Spiel ein abgeschlossenes Ende trotz des frühzeitigen Aus gegönnt haben.


 Nu:Carnival:

Der BL Klassiker. Hier war ich in den letzten Monaten etwas faul mit den Events, es gibt also ein bisschen was nachzuholen. 


 Omyoji:

Die Story mag ja toll sein, aber irgendwie werde ich mit dem Gameplay nicht warm. Steht aktuell nicht auf meiner Liste mit Titeln, die ich wieder aufnehmen möchte. 


 Project Sekai:

Die Menge an Inhalten die sich durch meinen späten Start angesammelt hat, schreckt mich etwas ab, aber die Stories gefallen mir bisher richtig gut. Werde ich gelegentlich weiterspielen. 


 Punishing Gray Raven:

Das Gameplay ist bestimmt toll, liegt mir aber leider nicht. Die Story und die Charaktere interessieren mich aber trotzdem, also werde ich auch hier auf einen Story-Reader ausweichen. 


 Resonance Solstice:

Ich möchte das ungewöhnliche Gameplay mit dem Zug wirklich mögen, jedoch hat mich die Einführung leider fast zu Tode gelangweilt. Keine Ahnung, ob ich irgendwann einmal Kapazitäten für eine zweite Chance habe, aktuell jedenfalls definitiv nicht. 


 Reverse 1999:

Ich liebe dieses Spiel und spiele es seit dem Release regelmäßig, trotzdem habe ich aufgrund der umfangreichen Story und Events größere Lücken, an denen ich arbeiten möchte.


 Shining Nikki:

Dieses Spiel steht schon ewig auf meiner Liste mit Games, die ich anspielen möchte. Leider geben weder die Grafik meines Handys noch dessen interner Speicher das derzeit her. 


Silver & Blood:

Ich habe dieses Spiel nur angefangen, weil Chris Hackney die Hauptrolle spricht. Leider hat das nicht gereicht, mich bei der Stange zuhalten. Aktuell habe ich keine Pläne, das Spiel erneut zu installieren, zumal es aktuell eh nicht danach aussieht, dass ihm noch eine große Zukunft bevorsteht... 


 Sword of Convallaria:

Wäre dieses Spiel kein Gacha Game, wäre es perfekt. So aber ist es leider zu zeitintensiv. Ich schaue hin und wieder mal rein, kann aber nie genug Währung für neue Figuren sammeln. Aktuell habe ich das Spiel deinstalliert.


 Tale of Food:

Das Spiel an sich ist leider schon lange tot, doch ich gebe meine Suche nach dem Artbook noch nicht auf. Der Grind hier war nämlich tödlich, die Designs der Figuren haben mich jedoch immer wieder darüber hinweggetröstet, sodass ich gerne eine Erinnerung an sie hätte.


 Tears of Themis:

Spiele ich hin und wieder gerne, erfodert dann jedoch auch viel Zeit. Aktuell in Pause und da bleibt es auch vorerst. 


 Umamusume:

So gerne ich dieses Spiel spielen würde, fühlt es sich leider wie ein Fulltime-Job im Pferderenn-Bereich an. Ich geb mich dann vorerst wohl doch mit dem Anime zufrieden. Eines Tages, vielleicht... 


 Where Winds Meet:

Ausprobiert und überwältigt gewesen. Dieses Spiel mit seiner Welt ist so groß, dass mein Gehirn und meine Festplatte leider nicht die nötige Kapazität hatten. Wer seine Zeit und seinen Geist auf ein einziges Gacha Game fokussieren möchte, ist hier an der richtigen Stelle. Ansonsten kann man diesem Spiel leider nicht gerecht werden.  


 Wuthering Waves:

Ich habe Monate für die Story Rund um die Gladiatoren-Spiele gebraucht, weil mich dieser Teil leider einfach so gar nicht interessiert hat, aber so langsam hole ich auf. Mein Ziel ist es, bis zum Release von Jingran mit der Story up to date zu sein. 


 Zenless Zone Zero:

Das einzige neue Hoyo-Spiel, wo ich es noch nie geschafft habe, die Story aktuell zu halten. Hier zählen die kleinen Fortschritte. Meine einzigen Ziele sind es, Harumasa und Hugo kennenzulernen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Buchvorstellung: World's End Blue Bird Band 1 von Anji Seina


Worum es geht:

Tokyo in der nahen Zukunft: nachdem eine Katastrophe das Klima durcheinander gebracht hat, herrscht in der Stadt immer Sommer und die Gesellschaft ist gespalten. Im oberen Teil der Stadt, genannt 'Eden', lebt die wohlhabende Elite - unter ihnen der Magier, der Tokyo auch regiert. Die weniger Glücklichen landen währenddessen im Dämmerungsdistrikt, wo Armut und Verbrechen regieren und jeder Tag ein Kampf ums Überleben ist. Ray ist einer dieser Menschen, und er ist bekannt dafür, für Geld jeden Job zu erledigen. Eines Tages begegnet er Guang, einem wunderschönen Mann mit geheimnisvollen Tätowierungen. Obwohl beide Männer bemüht sind, einen gewissen Abstand zu wahren, scheint das Schicksal sie immer wieder zueinander zu führen - mit dramatischen Folgen für ihrer beider Leben, und vielleicht sogar für ganz Tokyo.

Meine Meinung:

"World's End Blue Bird" eine Chance zu geben, stand für mich eigentlich schon in dem Moment fest, in dem ich das wunderschöne Artwork des Mangas gesehen habe, den es auch als Limited Edition mit Schuber und einigen Extras gibt. Zu meiner Großen Freude wurde ich aber auch inhaltlich nicht enttäuscht!

Der Auftakt der Geschichte rund um Ray und Guang ist in vielerlei Hinsicht vielversprechend: ein dystopisches Setting, eine ganze Reihe an Geheimnissen und zwei interessante Charaktere - und das alles untermalt von einem wirklich ansprechenden Zeichenstil. Was kann man da eigentlich mehr wollen?

Wenn man mich fragt, eigentlich nur ganz schnell erfahren, wie es weitergeht! Der erste Band nimmt sich Zeit, seine Leser in seine Welt einzuführen. Wir lernen sowohl Ray als auch Guang mit ihren ganz unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten kennen, verstehen jedoch auch bald, dass es etwas zu geben scheint, was die beiden verbindet. Gerade die Geschehnisse in Eden und die Gefahren, denen Guang dort ausgesetzt ist, werden jedoch oftmals nur angedeutet. Hier gibt es sicherlich noch viel zu entdecken, was das positive Gefühl hinterlässt, dass man hier einen Manga vor sich hat, der nicht nur die Beziehung der Protagonisten, sondern gleichermaßen auch die Handlung in den Vordergrund stellt. Und auch all jene, die ihre Boys Love Titel gerne mit dem gewissen Extra mögen, bleiben trotz der angegebenen zwei Chilischoten nicht auf der Strecke: beide Männer sind keine Kinder von Traurigkeit und werden schon im ersten Band schnell intim.

Ich jedenfalls setze nach diesem gelungenen ersten Band große Hoffnungen in "World's End Blue Bird", verspricht der Titel doch, den Spagat zwischen Story und Beziehung, Spannung und Gefühlen hinzukriegen und damit bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Mich würde es jedenfalls sehr freuen, wenn die noch folgenden drei Bände das hohe Niveau halten könnten.

World's End Blue Bird Band 1 | Anji Seina | Hayabusa | Originalpreis: 17,00€ (Limited Edition mit Schuber und Extras) | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Montag, 6. Juli 2026

Buchvorstellung: Jaadugar Band 1 von Tomato Soup



Worum es geht:

Sitara gelangt als verwaistes Sklavenmädchen nach Tus im heutigen Iran. Es ist das 13. Jahrhundert und die Zeiten sind unruhig, doch weil sie ein aufgewecktes Mädchen ist, wird sie in einer Gelehrtenfamilie aufgenommen und erhält dort Zugang zu Bildung in der Hoffnung, ihren Wert zu steigern. Im Rahmen dieser Möglichkeiten lebt sie ein recht glückliches Leben, bis eines Tages die Mongolen über die Stadt herfallen und alles zerstören. Erneut steht sie vor dem Nichts, doch ihr Wissen verschafft ihr Zugang zu den höheren Kreisen der mongolischen Gesellschaft. Aus dieser Position heraus schwört sie, Rache zu nehmen.

Meine Meinung:

Der erste Band von "Jaadugar - Eine Hexe in der Mongolei" konnte mich gleich auf ganzer Linie überzeugen. Alles an diesem Manga ist ein wenig ungewöhnlich - und ich meine das auf die bestmögliche Art und Weise. Zunächst einmal habe ich das historische Setting geliebt. Nicht nur entführt es die Leser in eine ganz andere Zeit und Kultur, es bringt uns auch viel bei. Denn der Schauplatz ist nicht nur Dekoration: der Aufstieg der Mongolen ist gerade dabei, das Antlitz zweier Kontinente entscheidend zu verändern, was wir durch die Augen der jungen Sitara erleben dürfen. 

Auch die Heldin selbst ist in einer ganz besonderen Position. Als Sklavin, als Frau, und zu Beginn der Geschichte auch noch als Kind ist Sitara niemals ganz frei sondern immer entscheidend von den Umständen abhängig. Diese Abhängigkeiten formen sie, doch sie zeigt auch schon früh, dass sie sowohl den Geist als auch den Willen hat, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Der Zeichenstil ist ebenso einzigartig. Am Anfang musste ich mich ein wenig daran gewöhnen, dass viele Figuren für mich jünger aussahen, als sie vermutlich sein sollten, aber schon nach einem Kapitel hatte mich dieser spezielle Stil irgendwie für sich eingenommen.

Historische Mangas sind in Deutschland ja leider eine ziemliche Seltenheit, deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass "Jaadugar" eine richtige Perle dieses Genres zu werden verspricht. Die Story ist gleichzeitig spannend und glaubwürdig und die Perspektive eines gebildeten Sklavenmädchens, welches seine scheinbar so begrenzte Macht nach den besten Möglichkeiten nutzen möchte, fügt noch einmal einen ganz besonderen Dreh hinzu.

Ich jedenfalls bin nach diesem Auftakt schon sehr gehypt und freue mich schon sehr darauf zu verfolgen, wohin Sitara ihr Weg noch führen wird!

Jaadugar - Eine Hexe in der Mongolei Band 1 | Tomato Soup | Panini Manga | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Drama, Historisch |  Link zum Buch

Sonntag, 5. Juli 2026

Buchvorstellung: Black Sheep Astray von Rirako Kabashima


Worum es geht:

Großbritannien im 19. Jahrhundert: Alan ist ein junger Polizist und seit der gemeinsamen Ausbildung heimlich in seinen Kollegen verliebt - in dieser Zeit ein skandalöser Gedanke. Eines Tages beginnt er, von Träumen heimgesucht zu werden. Ein mysteriöser Fremder, der das Gesicht von Alans Geliebtem trägt, sucht ihn dort immer wieder auf und tut unaussprechliche Dinge mit ihm. Als würde dies sein Leben nicht schon genug aus dem Konzept bringen, entpuppt sich der Fremde, der seine geheimsten Wünsche zu kennen scheint, auch noch als gefallener Engel...

Meine Meinung:

Eine Boys Love Story zwischen einem gefallenen Engel und einem Menschen - da macht mein kleines Supernatural-Fangirl-Herz doch glatt einen kleinen Sprung und schreit erwartungsvoll "hier"! Und es soll zum Glück auch nicht enttäuscht werden.

Dabei war ich am Anfang doch etwas skeptisch. Gerry, wie sich der Engel Alan zunächst in Anlehnung an die Person vorstellt, nach der dieser sich sehnt und deren Gesicht er trägt, ist wahrlich kein Meister des guten ersten Eindrucks. Er ist arrogant und übergriffig - und dennoch hat Alan ihm nichts entgegenzusetzen, kennt und befriedigt er doch genau dessen Sehnsüchte. Die Dynamik zwischen den beiden ändert sich jedoch, als Alan beginnt, das Wesen hinter dem Gesicht seines Schwarms zu suchen: etwas, was dem Engel offenbar noch nie zuvor passiert ist und auch ihn ganz schön aus der Bahn wirft. 

Und ab diesem Punkt hatte mich die Story dann auch auf ganzer Linie. Der übernatürliche Aspekt in Form eines gefallenen Engels hat sich ganz wunderbar in das düstere Setting des britischen 19. Jahrhunderts eingefügt, und ich habe mit Spannung verfolgt, ob und wie es diesen beiden so unterschiedlichen Wesen wohl gelingen mag, zueinander zu finden. Bald schon haben sich dann noch andere Faktoren in die Geschichte gemischt, welche die Handlung noch einmal spannender und den Ausgang immer wieder ungewiss gemacht haben, was meine Neugier bis zum Ende aufrecht erhalten hat.

Die Art, wie mit dem Motiv des gefallenen Engels umgegangen wurde, habe ich als etwas unkonventionell, aber gerade deswegen auch als interessant empfunden. Außerdem hat das ausführliche Nachwort mir dann noch einen schönen Einblick darin verschafft, wie sehr der Mangaka die Zeit und das Setting ihrer Geschichte am Herzen liegen.

Für mich war "Black Sheep Astray" ein wirklich gelungener Einzelband, der mich sowohl durch seine Optik als auch durch die unkonventionelle Story überzeugt hat. Fans von übernatürlichen Geschichten und historischen Settings sollten gerne mal einen Blick riskieren.

Black Sheep Astray | Rirako Kabashima | Hayabusa | Originalpreis 10,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Freitag, 3. Juli 2026

Buchvorstellung: Happily Ever After Band 2 von Miku Morinaga

 

Auch im zweiten Band von "Happily Ever After" mischen sich wieder zahlreiche Anekdoten aus der Vergangenheit von Kaoru und Toranosuke mit ihrer Gegenwart. So folgen wir Kaorus kleiner Schwester Chizuru, als sie entschlossen die Landschaftsgärtnerei Ibuki besucht, um ihre große Schwester zurück nach Hause zu holen. Wir erfahren, warum Toranosuke fast sein ganzes Leben lang an seinem Geburtstag einen Grabbesuch machte und erleben die turbulente Geburt des erstgeborenen Kindes der Familie Ibuki. Wir erfahren aber auch, wie es dem kranken Ryunosuke am Ende seines Lebens im Krankenhaus geht und wie sich die ganze Familie noch einmal zusammen Zuhause einfindet. 

Freude und Trauer, aber auch Leben und Tod liegen eng beieinander in dieser ein ganzes gemeinsames Leben umspannenden Liebesgeschichte. Das wird in diesem Band noch einmal deutlicher als zuvor. Kaoru und Ryunosuke haben viele schöne Jahre miteinander verbracht, doch es gab auch Krisen und Rückschläge. Sie haben den Krieg erlebt und Verluste hinnehmen müssen, und für Ryunosuke geht nun langsam seine Zeit auf dieser Welt zu Ende.

Trotz der so ernsten Themen gelingt es dem Manga erstaunlich gut, eine positive Atmosphäre zu vermitteln. Man leidet mit Kaoru und ihrem Mann, aber man lacht auch viel mit ihnen. Manchmal braucht es aufgrund der vielen Zeitsprünge ein wenig, bis man richtig einordnen kann, wo man sich gerade befindet, aber am Ende laufen soch zunehmend alle Fäden zusammen und ergeben ein Gesamtbild von zwei langen, erfüllten Leben.

Mir gefällt "Happily Ever After" auch im zweiten Band sehr gut. Ich mag die unkonventionelle Erzählweise ebenso wie die Tatsache, dass hier zwei Menschen im Fokus stehen, die sich schon im letzten Abschnitt ihres Lebens befinden. Ich mag auch die Rückblicke, die uns in eine uns fremde, weil ferne Vergangenheit führen, in der das Leben und die Gesellschaft in Japan noch ganz anders funktioniert haben, als wir es heute kennen. Und obwohl ich mir sicher bin, dass dieser Manga einen Punkt erreichen wird, an dem er mein Herz brechen wird, so bin ich auch gespannt, welche Epsioden noch auf uns warten, aber ebenso, wie er wohl das unvermeidbare Thema des finalen Abschieds von einem Menschen behandeln wird.

Zwei Bände warten noch auf uns. Ich persönlich freue mich darum noch auf einige bewegende Momente mit den Erinnerungen dieser zwei Menschen, die ihr ganzes Leben in Liebe miteinander verbringen durften.

Happily Ever After Band 2 | Miku Morinaga | Manga Cult | Originalpreis 10,00€ | Genre: Drama | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Buchvorstellung: The Coffeeshop Owner knows nothing about love von Io Amaki


Worum es geht:

Das Café, welches Natsuki von seinem Vater übernommen hat, ist durch ein geplantes Sanierungsprojekt in Gefahr. Zuständig dafür ist niemand anderes als Akutsu, seines Zeichens Geschäftsmann in der Immobilienbranche - und Stammgast in eben jenem Café. So ist es auch nur ganz natürlich, dass die beiden regelmäßig aneinander geraten - zumindest bis zu dem Abend, an dem Akutsu zufällig vor einer Gay-Bar auf Natsuki trifft, der mit sich ringt, ob er wirklich reingehen soll und ihm vorschlägt, er könne seine ersten gleichgeschlechtlichen Erfahrungen doch einfach mit ihm machen.

Meine Meinung:

Ein Café mit altmodischem Flair samt charmantem Inhaber, ein selbstbewusster Geschäftsmann und ein großer Konflikt - viel mehr braucht Io Amakis One-Shot "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" nicht, um zu funktionieren. Und funktioniert hat der Titel für mich wirklich gut.

Natsuki ist ein sympathischer Protagonist und auch Akutsu entpuppt sich schnell trotz des ihm durch seine Rolle zugeschriebenen Misstrauens als eigentlich wirklich anständiger Kerl. Obwohl die beiden überraschend schnell im Bett landen, hatte ich insgesamt doch das positive Gefühl, dass die Story in dem Manga im Vordergrund steht und im begrenzten Rahmen eines Einzelbandes auch ganz gut herausgearbeitet wird. Natürlich steht der berufliche Konflikt ihrer Beziehung anfangs im Weg und sorgt auch für ein wenig Drama zwischen den beiden, doch insgesamt findet der Manga gute Lösungen für ihre Probleme. Auch den einen oder anderen Einblick in die Vergangenheit der Protagonisten gibt es, was ich persönlich ja immer sehr interessant finde, um diese besser zu verstehen.

Insgesamt war "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" für mich ein richtig schön kurzweiliges Lesevergnügen für einen entspannten Nachmittag. Denn sind wir mal ehrlich: manchmal braucht es zum glücklich sein doch gar nicht viel mehr als eine heiße Tasse Kaffee und eine süße kleine Liebesgeschichte mit einer Brise Spice. 

The Coffeeshop Owner knows nothing about love | Io Amaki | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 30. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: A Lollypop or A Bullet von Kazuki Sakurabe und Igura Sugimoto

Ein Yuri, der kein Yuri ist - da kam mir für das letzte Thema der #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ein Titel in den Sinn, der mich schon beim ersten Lesen vor vielen Jahren sehr bewegt hat.

Die zweibändige Mini-Serie "A Lollypop or A Bullet" von Kazuki Sakurabe, basierend auf einem Roman von Igura Sugimoto, wurde hierzulande 2010 von EMA veröffentlicht und damals dem Genre Mystery zugeordnet. Beim näheren Hinschauen hat sie sich in meinen Augen jedoch vielmehr als lupenreine Tragödie entpuppt - mit einer Beziehung zwischen den beiden Protagonistinnen, die sich nicht einfach als Freundschaft fassen, aber auch sonst schwer kategorisieren lässt.

In dem Manga geht es um die dreizehnjährige Nagisa. Ihr Vater ist tot, ihr Bruder hat seit drei Jahren das Haus nicht verlassen und ihre Mutter versucht notdürftig, die Familie über Wasser zu halten. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Nagisa schon in ihrem jungen Alter desillusioniert ist und davon träumt, endlich alt genug zu sein um zum Militär zu gehen und dort ihr eigenes Geld, welches sie "harte Munition" nennt, zu verdienen. Eines Tages kommt ein neues Mädchen an Nagisas Schule. Mokuzu ist wunderschön, aber auch exzentrisch und auf viele Arten seltsam - und aus irgendeinem Grund hat sie sich vorgenommen, dass ausgerechnet Nagisa ihre Freundin werden soll.

Lange will Nagisa nichts davon wissen. Irgendetwas an Mokuzu, die ständig Lügenmärchen erzählt, dass sie eigentlich eine Nixe sei, die sich eines Tages in Meeresschaum verwandeln und verschwinden würde, irritiert sie zutiefst. Auch denkt sie, dass Mokuzu, deren Vater ein berühmter Musiker ist, in einer derart anderen Welt lebt, dass die beiden einander niemals werden verstehen können - doch am Ende kommt es ganz anders. Je mehr Nagisa zu hinterfragen beginnt, desto mehr beginnt sie das Lügennetz, das Mokuzu um sich herum aufgebaut hat, zu durchschauen, und was dahinter zum Vorschein kommt, ist so viel grausamer als ihr eigenes Schicksal. Veruneinigungen aus dem Meer entpuppen sich als blaue Flecke, vermeintliche Respektlosigkeiten als Folge vergangener Verletzungen. Doch als die beiden Mädchen endlich beschließen, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen, kommt ein Sturm auf, wie man ihn auf keiner Wetterkarte finden kann und schwemmt alle Hoffnung mit sich fort...

Was mir bei "A Lollypop or A Bullet" von Anfang an aufgefallen ist, ist die beklemmende Atmosphäre des Mangas. Nagisa ist kein glückliches Mädchen, aber sie ist so sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, dass ihr lange nicht auffällt, dass es Mokuzu genauso geht. Als sie es schließlich erkennt, verändert das die Beziehung der beiden - doch sie bekommen keine Chance, herauszufinden, was aus ihnen hätte werden können. Vielleicht sind sie Freundinnen, vielleicht Schicksalsgenossinnen. Vielleicht ist da auch mehr, so fixiert wie Mokuzu auf Nagisa ist, und so fasziniert wie diese ihrerseits von der schönen neuen Mitschülerin mit dem Mund voller süßer Lügen ist. 

Was immer es ist oder hätte sein können, es bleibt am Ende der Fantasie überlassen, denn - daraus macht der Titel keinen Hehl - es gibt hier kein Happy End, denn im tiefsten Inneren ist der Manga vor allem ein Titel über Vernachlässigung und Misshandlung und über die schreckliche Machtlosigkeit von Kindern, denen die Stärke und Sicherheit ihres Umfeldes fehlt, sodass am Ende erst in einer Katastrophe enden muss, damit sich etwas ändert.

Als ich diesen Manga vor mittlerweile sechszehn Jahren zum ersten Mal gelesen habe, war ich noch ziemlich jung und fand ihn wirklich beklemmend. Aus heutiger Sicht kann ich viele der Dinge, die von Anfang an angedeutet werden, besser einschätzen, finde ihn jedoch sowohl thematisch als auch von der Umsetzung noch immer sehr intensiv.

Wer mit den doch schwereren Themen kein Problem hat, dem würde ich den Titel wärmstens ans Herz legen. 

A Lollypop or A Bullet | Kazuki Sakuraba & Igura Sugimoto | Egmont Manga | Genre: Mystery | Originalpreis: 7,50€