Mittwoch, 28. Oktober 2026

Buchvorstellung: Hanayukaba Band 1 von Atami Michinoku

Worum es geht:

Nach dem Tod seines Großvaters fühlt sich Tsukihiko ziemlich allein auf der Welt. Als er eines Nachts eine alte Taschenuhr betrachtet, die seinem Großvater ein wichtiger Schatz war, beginnt der Raum um ihn herum plötzlich, sich zu verändern und er erwacht im Japan der Vergangenheit. Dort trifft er auf Sonojo, zu dem er eine seltsame Anziehung spürt, obwohl sie sich doch in dieser Nacht zum ersten Mal treffen. Auch dieser heißt ihn seinerseits überraschend herzlich willkommen, verbirgt jedoch auch ein wichtiges Geheimnis vor ihm.

Meine Meinung:

Eine mysteriöse Zeitreise, scheinbar unerklärliche Gefühle, ein Einblick in das historische Japan zum Ende der Samurai-Zeit - der erste Band von "Hanayukaba" lässt sich nicht lumpen, was eine spannende Story und eine berührende Liebesgeschichte angeht!

So stimmt die Synergie zwischen Tsukihiko und Sonojo gleich vom ersten Moment an - und zwar so sehr, dass sich die beiden schon näher kommen, eh der in der Zeit gereiste Tsukihiko eigentlich so richtig verstehen kann, was ihm da gerade widerfahren ist. Was überstürzt wirken könnte, fügt sich hier jedoch ziemlich gut in die Gesamterzählung ein, denn während sich Tsukihiko noch fragt, woher das merkwürdige Gefühl von Vertrautheit und Sehnen stammt, hütet Sonojo bereits das eine oder andere schmerzliche Geheimnis in seinem Inneren. Details muss dabei natürlich jeder beim Lesen selbst herausfinden. ;)

Spannend umgesetzt fand ich jedoch auch den historischen Aspekt. Während Tsukihiko ein Kind unserer Zeit ist, ist Sonojo als junger Hausherr tief verbunden mit seiner Zeit und ihren Regeln und Restriktionen. Es sind unruhige Zeiten, und Sonojo gibt stets sein Bestes, die Balance zu wahren, um seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Leute so gut wie möglich zu schützen. Durch den Besuch aus der Zukunft ist es ihm natürlich theoretisch möglich, Einblick in die Zukunft zu erhalten, doch wirft dies die für Zeitreisegeschichten so wichtige Frage auf, was ein solcher Eingriff in die Geschichte möglicherweise bedeutet. 

Auch die Zeitreise selbst bleibt ein Mysterium. Es scheint eine Verbindung zu Tsukihikos Taschenuhr zu geben, doch die genaue Systematik bleibt unklar. Diese Frage hat meine Neugier auf die Fortsetzung wohl am stärksten befeuert, endet der erste Band doch sehr dramatisch mit einem gemeinen Cliffhanger!

Zeichnerisch habe ich den Manga ebenfalls als echtes Highlight empfunden. Ich mochte die klaren Linien und die durchweg sauber ausgearbeiteten Panels sehr, ebenso wie die lebhafte und gefühlvolle Mimik insbesondere von Sonojo, den wir oft aus Tsukihikos faszinierter Perspektive betrachten dürfen. In der Erstauflage liegt dem Band außerdem noch eine SNS-Card bei, die für mich jetzt schon zu den schönsten meiner Sammlung zählt.

Im Dezember soll es im Hayabusa-Verlag mit dem zweiten Band weitergehen. So ein paar Zeitreise-Skills, um die Wartezeit schneller vergehen zu lassen, wären mir gerade durchaus willkommen. ;)

Hanayukaba Band 1 | Atami Michinoku | Hayabusa Verlag | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Blick ins Buch

Dienstag, 27. Oktober 2026

Buchvorstellung: The Big Apple Band 4 von Harusari und Hodot

Worum es geht:

Joachim geht es nach der Trennung von Jürgen gar nicht gut, und auch die Anspannung bei seiner Arbeit als Scharfschütze fordert ihren Tribut von ihm. Als dann auch noch ein Job schief geht und er in die Hände des Feindes gerät, macht er bei einem Fluchtversuch eine schockierende Entdeckung. Offensichtlich war er nicht der einzige, der in seiner Beziehung Geheimnisse hatte...

Meine Meinung:

Nachdem die Story in den letzten Bänden von "The Big Apple" ziemlich stagniert hat, nimmt sie nun endlich Fahrt auf - und das dafür gleich so richtig! 

Joachim kommt einfach nicht zur Ruhe. Seine ohnehin gefährliche und nervenaufreibende Arbeit wird immer riskanter, und die Trennung von Jürgen macht ihm ebenfalls schwer zu Schaffen. Als er dann durch einen bloßen Zufall erkennen muss, dass auch Jürgen ihm nicht alles über sich erzählt hat und nicht einmal ihr erstes Zusammentreffen ein Zufall war, gerät seine Welt erneut ins Wanken. Doch obwohl sein neues Wissen über seinen Ex einiges ändert, bleibt er bei seinem Beschluss, dass es besser für die beiden ist, privat getrennte Wege zu gehen.

Die Entwicklungen, die sich im vierten Band von "The Big Apple" abzeichnen, waren für mich tatsächlich ebenso spannend wie unerwartet. Zwar denke ich, dass der einzige, der nicht geahnt hat, dass auch Jürgen etwas verbirgt, wohl Joachim gewesen sein dürfte, doch die Art seines Geheimnisses hat mich dann doch ziemlich überrascht.

Charakterlich fand ich in diesem Teil beide Hauptfiguren schwierig. Joachim hadert noch mehr als zuvor mit seinen Gefühlen und seiner vermeintlichen Schwäche, während Jürgen irgendwie unfähig zu sein scheint, seine eigenen Gefühle einfach mal ehrlich in Worte zu packen. So tänzeln die beiden dann auch den ganzen Band lang umeinander herum, obwohl selbst ein Blinder erkennen würde, dass sie einander nicht gleichgültig sind. Das mit der Kommunikation außerhalb des Bettes müssen wohl beide noch ein wenig üben. ;)

Zeichnerisch hat mich der Band dafür einfach wieder auf ganzer Linie überzeugt. Alles, vom Charakterdesign über die Colorierung bis hin zu den Gesten und der Mimik der Figuren entspricht hier einfach zu hundert Prozent meinem Geschmack (was wohl auch der Grund dafür ist, dass ich in den vergangenen Bänden über das stagnierende Erzählelement hinweggesehen habe). Dass nun auch die Story endlich wieder mehr in den Fokus gerät, war da ein klarer Pluspunkt.

Mein Interesse am Fortgang der Geschichte ist also in jedem Fall geweckt, und ich bin gespannt, ob es dem Titel gelingen wird, in den noch ausstehenden zwei Bänden einen Abschluss zu finden, welcher sowohl den Charakterbeziehungen als auch der zugrunde liegenden Story gerecht wird. An diesem Punkt kann ich auf jeden Fall mit Zuversicht sagen, dass ich mit Interesse dabei sein werde, um die Auflösung zu erleben! 

The Big Apple Band 4 | Harusari (Story) & Hodot (Zeichnungen) | Panini Toon | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Blick ins Buch 

Montag, 26. Oktober 2026

Buchvorstellung: Omniscient Reader's Viewpoint Band 01 von singNsong

Worum es geht:

Dokja Kim ist ein gewöhnlicher Büroangestellter ohne große Ambitionen. Seine größte Leidenschaft ist eine Webnovel namens "Three Ways To Survive The Apocalypse", der er seit vielen Jahren folgt, obwohl er am Ende der einzig verbliebene Leser ist. Dies verschafft ihm einen unerwarteten Vorteil, als eines Abends auf dem Heimweg von der Arbeit um ihn herum das Chaos ausbricht und die Welt aus seiner Lieblingsgeschichte zur Realität wird. In einem zerstörten Korea, in dem die Überlebenden regelmäßig Quests auf Leben oder Tod bestehen müssen, ist er der allwissende Leser und hält damit den Schlüssel zur Zukunft in seinen Händen!

Meine Meinung:

Das nenne ich mal einen spannenden Auftakt! Der erste Band der Webnovel "Omniscient Reader's Viewpoint" hat wirklich nicht lange gebracht, um mich in seinen Bann zu ziehen.

Im Zentrum der Geschichte steht Dokja Kim, dessen Chancen auf eine Karriere in der leistungsorientierten koreanischen Gesellschaft durch seine mangelnden Ambitionen bereits früh im Keim erstickt wurden. Er hangelt sich von einem befristeten Job zum nächsten und zeichnet sich auch sonst durch keinerlei nennenswerte Talente aus, ist jedoch ein leidenschaftlicher Leser von Fantasy-Webnovels. Sein Favorit ist dabei eine seit Jahren laufende Geschichte namens "Three Ways To Survive The Apocalypse". Als diese endet, ist Dokja der einzig verbliebende Leser - alle anderen haben die obskure Geschichte, die sich in den wildesten Details verliert, schon vor Ewigkeiten aufgegeben. Der Autor macht ihm daraufhin ein Geschenk, dessen Bedeutung sich Dokja erst im Nachhinein erschließen wird.

Denn noch bevor sich Dokja darüber Gedanken machen kann, was er vom offenen Ende der Novel halten soll, bricht auf der Bahnfahrt nach der Arbeit die Hölle los. Ein Goblin erscheint und eröffnet den Passagieren, dass sie binnen eines Zeitlimits ein Leben zu nehmen haben, wenn sie weiterleben wollen. Für Dokja ist die Szene wie ein Deja-Vu, und er erkennt sofort, dass die Handlung von "TWSA" real geworden ist - und wenig später auch, dass er in dieser neuen Welt als einziger allwissender Leser einen entscheidenden Überlebensvorteil hat. Seine Zeit zu Glänzen ist endlich gekommen!

Der Beginn meiner Reise in die Welt von "Omniscient Reader's Viewpoint" hat mich durch die spannende Handlung, aber auch den Witz überzeugen können. Protagonist Dokja Kim ist kein Held und möchte es auch gar nicht sein. Er erkennt vielmehr, dass ihm das Leben die nötigen Karten fürs Überleben ausgespielt hat und ist bereit, diese gute Hand auch zu nutzen. Er ist berechnend, nüchtern und rational - eben ganz jemand, der ist gewohnt ist, sich irgendwie alleine durchzuschlagen. Ob es sich dabei um die Arbeit in einem koreanisches Büro mit lästigen Vorgesetzten oder um Verhandlungen mit einem Goblin über die Preise magischer Items zum Erledigen von Monstern handelt, macht für ihn offenbar keinen großen Unterschied. Und ja, irgendwie hat diese pragmatische Anpassungsfähigkeit mich doch ziemlich für ihn eingenommen.

Für mich steht darum auch außer Frage, ob ich die Serie weiterverfolgen werde. Die Antwort kann nämlich nur lauten: auf jeden Fall! Ja, ich möchte wissen, wie sich Dokjas weiterer Weg durch das post-apokalyptische Korea gestaltet. Werden die Dinge weiterhin so verlaufen, wie er sie aus der Webovel kennt, oder wird sein eigenes Eingreifen zu größeren Veränderungen führen? Wen wird er zu seinen Gefährten machen? Und wird er tatsächlich weiter die Distanz zu allen anderen um ihn herum wahren können, um sein eigenes Überleben in den Fokus zu stellen? Die Serie hat in meinen Augen großes Potenzial, viele spannende Fragen und Handlungsbögen zu beleuchten, und ich freue mich schon sehr darauf, weiterzulesen.

Omniscient Reader's Viewpoint Band 1 (Novel) | singNsong | Ize Press | Empfohlener Originalpreis: 16,00$ | Empfohlen ab 13 Jahren | Genre: Fantasy | Link zum Buch

Freitag, 23. Oktober 2026

Buchvorstellung: Dear Antique Band 1 von Saki Tsukahara

Worum es geht:

In einer Welt, in der Androiden zum Alltagsleben gehören, trifft Mechaniker Marius bei seiner Arbeit auf Misha, ein veraltetes Androidenmodell. Schnell ist der eher distanzierte Mann fasziniert von den Besonderheiten Mishas. Nicht nur ist er besonders fein ausgearbeitet, sein Verhalten widerspricht auch der üblichen Programmierung moderner Androiden. Beinahe scheint es ihm, als habe Misha eine Seele. Doch seine Einzigartigkeit bringt Misha auch schnell in Gefahr, denn Androiden, die einen eigenen Willen entwickeln, gelten allgemein als Gefahr, die es zu beseitigen gilt.

Meine Meinung:

Schon gleich zu Beginn entführt "Dear Antique" seine Leser in eine fremdartige Welt. Androiden gehören hier zum normalen Leben. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu dienen und sie zu lieben. Davon ist auch Marius zu Beginn überzeugt. Obwohl er der Sohn eines berühmten Androiden-Entwicklers ist, bestreitet er sein Leben ganz bescheiden als Mechaniker, der defekte Androiden repariert. Bei einer Haushaltsauflösung fällt ihm ein auffällig schönes Androidenmodell in die Hände, welches sich selbst als "Misha" vorstellt. Misha ist offensichtlich eine Art Sonderanfertigung, doch hat keine Erinnerungen mehr an sein bisheriges Leben und fällt Marius schnell dadurch auf, dass er die für moderne Androiden undenkbare Fähigkeit besitzt, seinen Willen gegen den der Menschen durchzusetzen. Obwohl er ahnt, dass es gefährlich werden könnte, entschließt sich der Mechaniker darum dazu, Misha bei sich zu behalten und mehr über ihn in Erfahrung zu bringen. Natürlich dauert es nicht lange, bis der einzigartige Android tatsächlich ins Fadenkreuz verschiedener Gruppierungen gerät...

Ich habe den ersten Band des Fantasy Boys Love Dramas "Dear Antique" beim Lesen als vielversprechenden Neustart empfunden, der mich neben dem ansprechenden Zeichenstil vor allem durch den spannenden Aufbau der Welt in den Bann gezogen hat. Mit den wunderschönen Androiden und der viktorianisch anmutenden  Kleidung hatte das Setting für mich einen leichten Steampunk-Touch,  der mich sehr angesprochen hat. Am meisten fasziniert hat mich jedoch die Thematik, die in unserer aktuell so stark von der sich rasant entwickelnden KI beeinflussten Welt eine ziemliche Relevanz bekommt. 

Denn in "Dear Antique" verschwimmen die Grenzen zwischen natürlichen und künstlichen Leben. Einige der Androiden entwickeln eindeutig ein eigenes Bewusstsein, bleiben jedoch das rechtlose Eigentum ihrer Besitzer. Die Regeln, nach denen sie programmiert sind, könnten eindeutiger kaum sein: sie haben Menschen zu lieben und ihnen zu dienen - unabhängig davon, ob sie von diesen misshandelt werden. Wer gegen diese Regeln verstößt, wird schnell entsorgt oder auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Auch Marius lebt und arbeitet strikt nach diesen Regeln, bis er Misha trifft. Doch je besser er diesen kennenlernt und je mehr er über ihn erfährt, desto größere Zweifel kommen ihm. Und auch unter den Androiden selbst brodelt es. Schon länger haben verlassene Modelle mit eigenem Willen begonnen, sich zur Wahrung ihrer Rechte zusammenzuschließen und scheuen dabei auch vor brutalen Methoden nicht zurück.

Mir hat dieses spannende Ausgangsszenario sehr gut gefallen, und ich mochte die ethischen Fragen, die der Manga aufwirft. Die Beziehung zwischen Marius und Misha entwickelt sich in diesem Auftakt noch ziemlich langsam, ich könnte mir aber gut vorstellen, dass sie in der Zukunft noch eine deutlich größere Rolle spielt und weitere interessante Fragen aufwirft. Ich freue mich in jedem Fall schon darauf, die dreibändige Serie weiterzuverfolgen!

Dear Antique Band 1 | Saki Tsukahara | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love, Drama, Fantasy | Link zum Buch

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Buchvorstellung: Happily Ever After Band 3 von Miku Morinaga

Worum es geht:

Toranosukes Gesundheitszustand bleibt sehr kritisch und Kaoru erinnert sich weiter an die Vergangenheit. Auch damals war vieles nicht leicht, doch am Ende blieb ihr immer der tröstliche Gedanke, dass Toranosuke auf sie warten würde. Nun, so viele Jahrzehnte später, ist es an ihr, darauf zu warten, dass ihr geliebter Ehemann noch einmal zu ihr zurückkehrt.

Meine Meinung:

Sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart scheinen immer tragischer zu werden im dritten Band von "Happily Ever After". Während Kaoru bangt und wartet, dass ihr geliebter Toranosuke noch einmal aufwacht, erinnert sie sich an die gemeinsame Kindheit und Jugend, die bedingt durch den zunehmend eskalierenden Pazifikkrieg nicht nur schöne Momente umfasste, sondern auch geprägt war von Ängsten und Verlusten. 

Doch die Serie wäre nicht, was sie ist, wenn sie sich schlicht der Trauer hingeben würde. Auch in diesem dritten Band hellen wieder zahlreiche schöne Augenblicke das Geschehen auf. Da gibt es in der Vergangenheit Erinnerungen an Kaorus und Toranosukes Zeit als frischgebackene Eltern und in der Gegenwart rückt die ganze Familie durch Toranosukes Krankheit enger zusammen und verbringt willkommene Zeit miteinander.

Die Balance zwischen gestern und heute, zwischen guten und schönen Erinnerungen und Erlebnissen, ist in meinen Augen die ganz große Stärke von "Happily Ever After". Nicht alles ist chronologisch, nicht alles macht sofort Sinn oder lässt sich ins große Ganze einordnen, aber genau das spiegelt ja auch sehr schön das lange Leben wieder, auf das Kaoru und Toranosuke hier zurückblicken. Jeder Mensch hat gute und schlechte Zeiten, und sie alle sind gleichermaßen formend und wichtig und wert, erinnert zu werden. Dieses Herangehen macht die Serie zu einer emotionalen Lektüre, die es jedoch in meinen Augen immer schafft, einen mit einem positiven Gefühl zu entlassen.

Mit dem vierten Band, der hier auch schon zum Lesen bereit liegt, findet die Serie dann auch ihr Ende. Ich bin schon sehr gespannt darauf, welchen Geschichten aus dem Leben der beiden ich dort noch werde folgen dürfen, stelle mich aber in jedem Fall auf eine Achterbahn an Gefühlen ein!

Happily Ever After Band 3 | Miku Morinaga | Manga Cult | Originalpreis: 10,00€ | Genre: Drama | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Montag, 19. Oktober 2026

Buchvorstellung: Sawa Wants to Fish and Eat Band 1 von Kazuki Funatsu

Worum es geht:

Tsuruya will eigentlich nur seine Ruhe haben. Seine Freizeit verbringt er darum auch nicht etwa mit Kollegen oder Freunden, sondern am liebsten beim Angeln. Sein Frieden findet eines Tages ein jähes Ende, als bei einem seiner Angelausflüge plötzlich Harusawa neben ihm steht. Gut gelaunt, extrovertiert und ein Gal, wie sie im Buche stehen, will auch sie nur eins: Fische fangen - und Tsuruya ist genau der Mann, der ihr das beibringen soll!

Meine Meinung:

Bei Mangas, in denen die Protagonisten einfach mit Leidenschaft einem Hobby nachgehen, ist es immer schnell um mich geschehen. So fiel mir dann auch der erste Band von "Sawa wants to Fish and Eat" ins Auge. Und obwohl ich am Anfang ein paar Zweifel hatte, da es sich hier doch ganz unverkennbar um einen Titel mit deutlicher Ecchi-Note handelt, habe ich am Ende einen Blick riskiert - und wurde nicht enttäuscht!

Offen gestanden fiel es mir von Anfang an sehr leicht, mich mit Tsuruya zu identifizieren. Auch ich schreie nicht gerade 'hier', wenn Kollegen nach der Arbeit nach gemeinsamen Aktivitäten fragen und schätze stattdessen meine Freizeit mit meinen Hobbys für mich alleine. Und daran, dass Tsuruya sein Angel-Hobby liebt, kann wirklich kein Zweifel bestehen! Fische, Techniken, Köder - er kennt sich einfach mit allem bestens aus, ohne jedoch Aufhebens darum zu machen, und beim anschließenden Zubereiten der Fische merkt man auch sofort, wie sehr er diese wertschätzt.

Als dann plötzlich Harusawa in sein Leben tritt, ist er zunächst einmal ziemlich entgeistert. Auch ihm sind die Klischees um Gals nicht unbekannt, und die Idee, dass eine junge Frau wie sie tatsächlich ernsthaft angeln möchte, erscheint ihm absurd. Da sie jedoch nicht locker lässt, wird er bald trotzdem sowas wie ihr Lehrer und seine Vorurteile geraten schnell ins Wanken. Denn was Harusawa an Erfahrung fehlt, dass macht sie durch Begeisterung und Durchhaltevermögen locker wett!

Mir hat es in jedem Fall große Freude bereitet, die beiden ungleichen Angelpartner durch diesen Band zu begleiten. Die Geschichte ist humorvoll erzählt, und obwohl Harusawas freizügige Art Tsuruya - seines Zeichens Single und mit wenig Erfahrung in Sachen Frauen - immer wieder an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringt, wird die Beziehung der beiden nicht auf solche Ecchi-Momente reduziert. Harusawa weiß um ihre Reize und zeigt diese auch gerne, und der Manga spielt natürlich mit genretypischen Witzen, doch fand ich den Fokus darauf dabei nicht unangemessen groß. Und ja, auch ich habe sehr gelacht, als Harusawa am eigenen Leib erfahren hat, warum im ganzen Band immer wieder vor dem Angeln im Bikini gewarnt wird.

Sehr positiv fand ich im übrigen auch, mit welcher Ernsthaftigkeit sich auf den Bonusseiten der Kapitel und auch in der Story selbst mit dem Angeln sowie der Zubereitung der Fische beschäftigt wurde. Wer aufmerksam liest, ist am Ende tatsächlich um einiges schlauer, was verschiedene Fischarten, Angeltechniken und Zubereitungsmethoden angeht. Mangaka Kazuki Funatsu hat da ganz eindeutig seine Hausaufgaben gemacht.

Mein Fazit: für mich hat sich dieser Ausflug in ein Genre, für das ich mich eigentlich nicht als Zielgruppe betrachten würde, durchaus gelohnt. "Sawa Wants to Fish and Eat" hat mich auf ganzer Linie gut unterhalten und ich freue mich schon darauf, den beiden auch weiterhin beim Angeln Gesellschaft zu leisten.

Sawa Wants to Fish and Eat Band 1 | Kazuki Funatsu | Egmont Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Comedy |  Empfohlen ab 12 Jahren | Blick ins Buch

[Werbung] Buchvorstellung: Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan

[Werbung - das Buch wurde mir im Rahmen einer lovelybooks Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt] 

Worum es geht:

Brendans Leben ist aus seiner eigenen Sicht eigentlich ziemlich unspektakulär. Er geht zur Schule, wo er weder besonders beliebt noch sportlich oder mit tollen Noten gesegnet ist, wäscht als Nebenjob die Autos des lokalen Bestatters und verbringt seine Zeit ansonsten meistens allein. Es ist ein Alltag, mit dem er eigentlich ziemlich zufrieden ist, zumal er weiß, dass in der Schule stets sein bester Freund Ronan auf ihn wartet. Privat treffen sich die beiden nie, in der Schule sind sie jedoch unzertrennlich, obwohl Ronan so ganz anders ist als Brendan. Er ist ein hervorragender Sportler und unglaublich beliebt bei den anderen, sodass Brendan manchmal gar nicht umhin kann, sich zu fragen, wieso er ausgerechnet jemanden so unscheinbaren wie ihn als seinen besten Freund ausgewählt hat. Aber das hat er, und wenn Brendan Ärger droht, weiß er, dass Ronan immer für ihn da ist. Er ist der Leader, und Brendan folgt ihm nur allzu gerne bei all seinen Plänen und Ideen - bis plötzlich zu Beginn ihres letzten gemeinsamen Schuljahrs alles anders wird und ihre Rollen sich vertauschen. Nun ist es Brendan, der die Führung übernehmen muss, der für sich selbst und für Ronan einstehen und neben all dem Chaos noch die ganz alltäglichen Herausforderungen von Erwachsenwerden, erster Liebe und die Planung seiner eigenen Zukunft stemmen muss.

Meine Meinung: 

Colin Morgan präsentiert mit seinem Debütroman "Die Ballade von Ronan McCoy" einen Coming-of-Age Roman, der mich beim Lesen tief bewegt hat. Protagonist Brendan ist ein ganz normaler junger Mann, mit dem man sich nur zu gut identifizieren kann. Er hält weder sich noch sein Leben für besonders herausragend und will daran auch gar nichts ändern, bis das Schicksal ihm aus heiteren Himmel eine ganze Reihe von Herausforderungen entgegenwirft, die wohl auch für einen Erwachsenen nur schwer zu bewältigen wären.

Man sagt ja, dass sich der wahre Charakter eines Menschen in einer Krisensituation zeigt - doch was passiert, wenn der Mensch in der Krise eigentlich noch selbst mitten in der Charakterbildung steckt? Der Antwort auf diese Frage kann man mit der Lektüre dieses Romans auf jeden Fall näher kommen. Brendan erzählt seine Geschichte hier selbst, aus der Ich-Perspektive, und das trägt dazu bei, dass man sich ihm uns seinen Gefühlen immer ganz nahe fühlt. Man erlebt mit, wie sein Leben aufgerüttelt wird, wie er strauchelt, zaudert, leidet. Man erkennt aber auch - lange vor ihm selbst - wie er beginnt sich zu verändern. Zu wachsen, zu kämpfen und jemand zu werden, auf den nicht nur er selbst stolz sein kann. Jemand, der sogar dazu in der Lage ist, sein Umfeld zu inspirieren und zu beeinflussen.

"Die Ballade von Ronan McCoy" war für mich beim Lesen ein sehr emotionaler Roman, der mich mehrfach zu Tränen gerührt hat. Es geht um Freundschaft und das Erwachsenwerden, aber auch um den Umgang mit Veränderung und Trauer und um die Bedeutung der Bindungen, die wir in unserem Leben machen, und wie sie uns formen und sich mit uns entwickeln. Ich habe es auch als einen Roman empfunden, der für ganz verschiedene Altersgruppen interessant sein kann, weil er so viele verschiedene Fragen beleuchtet. Jüngere Leser werden sich vielleicht eher mit Brendans Weg zum Erwachsenen und dessen Herausforderungen identifizieren, während jene mit mehr Lebenserfahrung eher den Umgang mit Verlust und Familie in den Fokus stellen werden. So oder so vermag das Buch meinem Empfinden nach viel zu geben. Mich jedenfalls hat es zum Nachdenken angeregt und wird mir sicher noch lange gut in Erinnerung bleiben.

Die Ballade von Ronan McCoy | Colin Morgan | Droemer | Originalpreis: 22,00€ | Genre: Coming Of Age | Link zum Buch