Dienstag, 25. August 2026

Buchvorstellung: Schneeengel Band 1 von Haruka Chizu

Worum es geht:

Muku hat es nicht leicht im Leben: seit dem Tod ihres Vaters kümmert sie sich rund um die Uhr um die Pflege ihres Großvaters. Für eigene Wünsche und Träume bleibt da keine Zeit. Bewegung kommt erst in ihr Leben, als ihr lange verloren geglaubter Kindheitsfreund Yuto wieder auftaucht und ihr zeigt, dass es einen anderen Weg geben kann.

Meine Meinung:

Man ahnt es kaum bei dem fluffigen Design des Covers, doch hinter dem ersten Band von "Schneeengel" von Haruka Chizu steckt thematisch ganz schön harte Kost! 

Im Zentrum der Geschichte steht Muku. Als Kind war sie ein richtiger Wildfang, doch mit dem Tod ihres Vaters ändert sich ihr Leben abrupt, zwingt ihre Familie sie doch in die Rolle der Pflegerin für ihren bettlägerigen Großvater. Über Jahre stellt sie so ihre eigenen Bedürfnisse zurück, und als wir sie treffen, ist sie gerade mal einundzwanzig Jahre alt, aber schon einfach nur noch desillusioniert und ausgebrannt.

Dass nichts an dieser Situation normal ist, versteht sie erst langsam, als ihr ehemaliger Kindheitsfreund Yuto wieder in ihr Leben tritt. Er gibt ihren negativen Gefühlen, die sie nie so recht einordnen konnte, einen Namen und erklärt ihr, dass sie ein so genannter "Young Carer" ist - also eine junge Person, die sich im Haushalt um die Pflege eines Angehörigen kümmert. Als die Situation mit ihrer Familie sich zuspitzt, nehmen er und sein Bruder Muku sogar mit zu sich nach Hause, wo sie ein wenig Abstand gewinnen und ihre Lage besser verstehen kann.

Und Mukus Lage verdient wirklich eine nähere Betrachtung und wirft schlimme Fragen über ihre Rolle in der eigenen Familie auf. Neben einer extrem passiven Mutter und einer in allen Belangen unentschlossenen Schwester besteht ihre Familie seit dem Tod des Vaters vor allem aus der manipulativen Großmutter, und ganz ehrlich: wer solche Verwandten hat, braucht wirklich keine Feinde mehr! Die Großmutter setzt voll auf Schuldgefühle und führt besonders Muku immer wieder ihre Minderwertigkeit vor Augen. Besonders perfide finde ich dabei Vorwürfe, dass die junge Frau dumm sei, während ihre erzwungene Pfleger-Tätigkeit es ihr einfach unmöglich gemacht hatte, sich der Schule im ausreichenden Maße zu widmen, sodass ihre Bildung auf der Strecke blieb.

Doch wie das nun einmal so ist, fällt Muku die Vorstellung, mit ihrer Familie zu brechen, nicht leicht. Die Gefühle von Schuld und Pflicht sitzen tief, und Yuto, der gerade erst wieder in ihr Leben getreten ist, ist ihr im Grunde genauso fremd geworden wie sie ihm. Trotzdem ist es eindeutig, dass sein Auftauchen etwas in Muku bewegt, und ich bin schon sehr gespannt, ob es den beiden mit vereinten Kräften gelingen wird, den Weg in eine bessere Zukunft zu finden - denn auch Yuto wirkt nicht wirklich zufrieden mit seinem derzeitigen Leben, auch wenn die Details da noch im Verborgenen liegen.

Ich habe den ersten Band von "Schneeengel" als starken Auftakt empfunden. Von einer Liebesgeschichte ist der Manga aktuell noch weit entfernt, dafür überzeugt er mit einer ernsten Thematik, die mir so im Mangabereich auch noch nicht begegnet ist und die mich sehr neugierig gemacht hat. Ich bleibe gerne dran und freue mich darauf zu erfahren, wie der Manga das Thema bearbeitet und ob Muku und Yuto einander eine Stütze in ihrem Leben sein können - oder gar mehr.

Schneeengel Band 1 | Haruka Chizu | Loewe Manga | Originalpreis: 8,00€ | Genre: Romance | Empfohlen ab 12 Jahren | Link zum Buch

Buchvorstellung: Semantic Error Band 4 von Angy (Illustration) & J. Soori (Original)

Worum es geht:

Die Beziehung zwischen Jaeyoung und Sangwoo entwickelt sich erstaunlich gut, und das nicht nur (aber doch ziemlich eindeutig auch) körperlich. Gerade Sangwoo entdeckt unbekannte Seiten an sich selbst, als er beginnt, mehr über Jaeyoung erfahren zu wollen und ihn zu vermissen, sobald er nicht in seiner Nähe ist. Jaeyoung hat dafür mit ganz persönlichen Problemen zu kämpfen, als seine Familie ihn zu sich rufen lässt. Für ihn gleichen diese nämlich eher einem Rudel hungriger Hyänen als einer emotional verbundenen Gruppe von Menschen, auf die er sich verlassen kann…

Meine Meinung:

Obwohl es noch immer Missverständnisse gibt, läuft es im vierten Band von „Semantic Error“ weitestgehend harmonisch zwischen Jaeyoung und Sangwoo. Ein spannender Fokus liegt dabei auf Sangwoos Gefühlen, die dieser nur schwer zuordnen kann. Wenn Liebe zwischen zwei Männern irrational ist, wie soll er sich dann das merkwürdige Bedürfnis erklären, mehr über Jaeyoung zu erfahren? Und ist das, was er in Jaeyoungs Abwesenheit empfindet, tatsächlich Sehnsucht?

Jaeyoung kämpft währenddessen an einer ganz anderen Front, als er sich seiner unliebsamen Familie stellen muss. Und auch er stellt überraschend fest, dass Sangwoo an seiner Seite ihm da plötzlich ein willkommener Anker wäre.

Die Geschichte der beiden ungleichen jungen Männer ist und bleibt ein Highlight. Beide – ganz besonders jedoch Sangwoo – zeigen deutliche Charakterentwicklung, was sehr spannend zu verfolgen ist.

Auch zeichnerisch ist der Band wieder eine Freude. Es geht gut zur Sache zwischen den beiden, weswegen dieser Band im Gegensatz zu den ersten Bänden auch wieder eine Empfehlung ab 18 Jahren aufweist. Die Zeichnungen sind unzensiert und gut umgesetzt und das Verhältnis von Story und intimen Szenen fühlt sich stets gut ausgewogen an.

Ein Band wartet nun noch, dann geht die unkonventionelle Liebesgeschichte der beiden auch schon zu Ende. Ich zumindest freue mich schon riesig auf das Finale!

Semantic Error Band 4 | Angy (Illustration) & J. Soori (Original) | C.Lines | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Montag, 24. August 2026

Buchvorstellung: Sora & Hara von Asumiko Nakamura

 

Worum es geht:

Manabu Hara ist 37 Jahre alt und Musiklehrer an einer Jungenschule. Die Nächte verbringt er gerne in den Clubs seiner Stadt. In solch einem Club, genauer gesagt in einer Schwulenbar, ist es auch, dass er den erheblich jüngeren Sorano trifft, der genau sein Typ ist. Das Glück währt jedoch nicht lang, als Hara herausfindet, dass Sorano ausgerechnet Schüler an seiner Schule ist.

Meine Meinung:

Asumiko Nakamura-Wiederholungstäter wie ich werden die Hara, die Hauptfigur dieses Mangas, bereits aus „Dou Kyu Sei“ wiedererkennen, wo er ein Auge auf Musterschüler Sajo geworfen hatte. Dieses Mal steht er also im Zentrum des Geschehens, bleibt seiner Zuneigung für erheblich Jüngere jedoch treu.

Damit wären wir auch schon an dem Punkt, wo sich von selbst erklären sollte, dass „Sora & Hara“ kein Manga für Jedermann ist, denn es geht um eine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler mit erheblichem Age Gap. Vielleicht bin ich bei dem Thema generell eher entspannt, auf jeden Fall mochte ich die Thematik und den Umgang damit in diesem Fall sehr gerne.

An seiner Anziehung zu Sorano kann Hara nichts ändern, doch sein Verständnis ändert sich stark, als er erfährt, dass dieser sein Schüler ist. Eine Beziehung ist für ihn damit tabu, gleichzeitig kommen aber auch die Erinnerungen an seinen schwierige Gefühle für Sajo hoch, die er offensichtlich noch nicht so richtig verarbeitet hat.

Natürlich hat er dabei aber die Rechnung aber auch ganz klar ohne Sorano gemacht. Dieser ist seinem Lehrer nämlich weiterhin sehr zugetan, auch als er erfährt, wer er ist. Und in seinem jugendlichen Übermut ist er ziemlich hartnäckig, bringt sich jedoch auch gerne mal unbewusst in gefährliche Situationen in der Welt der Erwachsenen, die ihm noch so fremd ist.

In meinen Augen stellt der Manga die nicht ganz unproblematische Beziehung der beiden sehr respektvoll und authentisch dar. Hara verleugnet seine Gefühle nicht, handelt jedoch stets verantwortungsvoll. Sorano erhält die Chance, emotional erwachsen zu werden und seine Gefühle besser einzuordnen. Ob die sich anbahnende Beziehung moralisch korrekt ist, steht nicht im Fokus. Weder wird damit als eine Form Fetisch gespielt, noch wird sie gewertet. Die Gefühle sind einfach da, und beide Protagonisten müssen lernen, damit umzugehen.

Mir hat die Story um Hara und Sora sehr gut gefallen, weil es ihr gelingt, schwierige Gefühle ruhig und nachvollziehbar darzustellen. Für Leser von „Dou Kyu Sei“ erweitert sie außerdem den Horizont der Serie, zumal Sajo hier auch noch einen für Hara bedeutsamen Auftritt bekommt. Der Manga ist somit sicher nicht für alle Leser geeignet, doch wenn man mit den behandelten Themen zurechtkommt, ist er eine echte Empfehlung.

Sora & Hara | Asumiko Nakamura | Manga Cult | Originalpreis: 14,00€ |  Genre: Boys Love | Empfohlen ab 15,00€ | Link zum Buch

Die Gacha Woche 17. bis 23. August

Fire Emblem Heroes:

Badehaus-Chrom ist mein, und generell hab ich gerade viel Glück mit neuen Einheiten! Das Gratis-Auswahlbanner kam ebenfalls zur perfekten Zeit - was kann es denn besseres geben, als den neuen Sylvain einfach so zu bekommen? Und dann gibts im Event dazu auch noch Interaktionen mit Felix. Man ist zufrieden. ;) 

Genshin Impact:

Snezhnaya bleibt spannend und ich versuche, Quests und Erkundung ausgewogen zu halten. Der erste Teil der Archon Quest hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Es fühlt sich an, als würden wir vor Ort plötzlich Realpolitik betreiben, und der Fokus auf Gesellschaftskritik und Widerstand ist für mich eine schöne Abwechslung zum üblichen Aufrüsten zum Kampf gegen einen konkreten Gegner. Die neuen Charaktere sind mir bisher alle recht sympathisch. Odette kann ich noch immer schwer einschätzen, aber Vodyanitsa ist süß. Mitya ist ein interessantes Kerlchen, und seine Dynamik mit Valery vielversprechend. Mittlerweile kann ich auch Alyosha leveln und werde ihn bald endlich im Kampf testen können.

Honkai: Star Rail:

Schon lange war ich beim Spielen nicht mehr so wütend wie im Kampf gegen Asat Pramad. Bin es gewohnt, dass ich bei den Story-Bosskämpfen auf hoher Stufe Zeit brauche, aber diese Zeit zu investieren und dann in der zweiten Kampfphase in einer Situation zu landen, in der ich nicht genug Schaden mache, den Gegner zu besiegen, dieser aber wiederum auch nicht genug, um mich zu erledigen, war so frustrierend, dass mir die Cutscene danach einfach nur noch egal war. Wenn man wie ich eh schon keine Verbindung zu Planarcadia aufbauen kann, wird so ein schlechtes Design schnell zum Tropfen, der das Fass zum Übelaufen bringen kann. Ich weiß jetzt schon, dass ich mich zwingen muss, das Spiel wieder zu öffnen und die dumme Quest zu beenden. Astropolis, komm und rette mich.

Love & Deepspace:

Der neue Rafayel war so hübsch, dass ich schwach geworden bin, obwohl ich meistens nur bewusst auf Xaviers Bannern ziehe. Währung ist in diesem Spiel recht rar, da muss man eben Prioritäten setzen! ;) 

Neverness to Everness:

Stecke gerade in dem merkwürdigen RPG mit den Zuckerwatte-Schaffen. Visuell spricht mich das Design voll an, aber was ist das bitte für eine Story? 

Reverse 1999:

Monate habe ich darauf gewartet und jetzt ist es endlich so weit: Name Days Garment ist da, und es ist wunderschön! Ich habe den Eindruck, dass ich das Arcade-Game, was man zum Freischalten machen musste, nicht wirklich verstanden habe (wann mache ich Schaden, wann nehme ich welchen? Ich habe keine Ahnung!), aber es hat auf jeden Fall gereicht. Jetzt muss ich unbedingt noch Rhiannon kennenlernen. Design und Name sprechen mich extremst an und ich muss wissen, ob ich sie mir holen soll.

Wuthering Waves:

Der Wunsch nach Währung für Jingran hat mich zurück ins Spiel gelockt und ich befinde mich gerade in Honami. Die Materialsuche mit den kleinen Kämpfen zwischendurch fühlt sich schnell repetitiv an, aber dass ich mich irgendwie in Capybara-Land befinde, stimmt mich etwas versöhnlich. 

Sonntag, 23. August 2026

Buchvorstellung: Honey Lemon Soda Band 1-10 von Mayu Murata

Worum es geht:

Uka Ishimori ist ein schüchternes und unscheinbares Mädchen, welches an der Mittelschule gemobbt wurde. An ihrer neuen Oberschule begegnet sie Kai Miura, der das komplette Gegenteil von ihr zu sein scheint. Mit seinen zitronengelben Haaren fällt er sofort ins Auge, außerdem ist er cool und nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotz der Gegensätze kommen die beiden sich näher, und Uka beschließt, ihn sich zum Vorbild zu nehmen und aus ganzer Kraft ein bisschen mehr wie er zu werden und endlich Freunde zu finden. Es dauert jedoch nicht lange, bis aus freundschaftlichen Gefühlen mehr wird. Doch ist Uka auch stark genug, mit einem Jungen wie Kai eine Beziehung zu führen?

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig gebraucht habe, um mit „Honey Lemon Soda“ warm zu werden. Zwischenzeitlich habe ich sogar mal mit dem Gedanken gespielt, die Reihe nicht weiterzuverfolgen, doch mittlerweile bin ich doch überzeugt davon, dass es sich für mich lohnt, dran zu bleiben. Deswegen gibt es nun mein Zwischenfazit nach den ersten zehn Bänden.

Dass die Geschichte das Rad nicht neu erfindet, war wohl vom ersten Moment an klar. Schüchternes Mädchen trifft coolen Jungen, bewundert ihn und verliebt sich dann. Das Prinzip kennen wie aus anderen Reihen wie beispielsweise „Kimi Ni Todoke“. Warum dann trotzdem dranbleiben bei „Honey Lemon Soda“. Was mich angeht, weil die Story mittlerweile einen ganz eigenen, modernen Ton gefunden hat, der mich dann doch irgendwie anspricht.

Die Schule, in der sich Uka und Kai treffen, ist keine besonders gute Schule, die meisten Schüler haben folglich auch keine hohen Ambitionen. Es ist auch nicht die Schule, die Ukas Eltern sich für sie gewünscht haben – doch vermutlich ist es genau das Umfeld, was das ihr Leben lang rundum behütete Mädchen brauchte, um sich endlich selbst zu entfalten. Das Aufeinandertreffen von Ukas Welt und der Welt ihrer Altersgenossen fand ich darum bisher auch sehr interessant zu lesen. Von „Flow“ ist da plötzlich die Rede, und nichts könnte Uka wohl ferner liegen, als ein solches Konzept zu verstehen – und gerade deswegen gibt sie in ihrer ernsten Art alles, um das zu ändern und gewinnt so Stück für Stück ihre Mitschüler für sich, weil sie eben ist, wie sie ist.

Kai mochte ich am Anfang tatsächlich nicht besonders gut leiden. Er ist vorlaut, mürrisch und wirkt auf mich oft eher missgelaunt und von seinem Umfeld gelangweilt als cool. Trotzdem ist vielleicht auch eher genau der Mensch, auf den Uka gewartet hat, weil er sich nicht scheut, Dinge auszusprechen und sie nicht zu sehr verhätschelt, aber trotzdem auf Uka achtet. In den späteren Bänden zeichnet sich außerdem ab, dass auch Uka ihn verändert, und diese neue Seite, die er durch sie an sich entdeckt, gefällt mir gleich deutlich besser.

Stark finde ich auch den Umgang mit dem recht präsenten Thema Mobbing. Da sind zum einen die Rückblicke auf Ukas Mittelschulzeit, wo das Mobbing gegen sie ziemlich offen passiert ist und die Auswirkungen, die das bis heute auf sie hat. Da sind aber auch immer mal wieder kleine Momente in der jetzigen Zeit, unbedachte Kommentare von Mitschülern, Witze, die für Uka sicher nicht witzig sind und die zeigen, wie gemein Jugendliche in dem Alter sein können – teils sogar ungewollt und einfach nur unbedacht.

Obwohl auch solche schwereren Themen eine Rolle spielen, ist der Erzählton in „Honey Lemon Soda“ insgesamt doch eher locker. Es geht um das Schulleben, Freundschaften, die erste Liebe und Uka erlebt viele Dinge zum ersten Mal voller Begeisterung und Leichtigkeit. Ob Schulausflug, Sportfest oder Freizeitpark-Date, es macht Spaß, Uka durch diese Situationen zu folgen, und ich freue mich schon darauf zu erleben, wie sie und Kai sich noch entwickeln werden. Auch die ersten Nebenpärchen kündigen sich mittlerweile an.

Zeit zur Entwicklung gibt die Story ihnen allen jedenfalls genug: „Honey Lemon Soda“ endete in Japan vor Kurzem mit ganzen 31 Bänden. Wer bei Schüler-Romanzen also schnell die Geduld verliert, sollte sich den Einstieg vielleicht lieber zweimal überlegen. Wer sich aber mit Slow Burn im Schul-Setting anfreunden kann, möge gerne mal einen Blick riskieren.

Honey Lemon Soda (Band 1-10) | Mayu Murata | Tokyopop | Originalpreis: 7,50€ pro Band | Romance | Empfohlen ab 13 | Link zur Reihe

Samstag, 22. August 2026

Buchvorstellung: Little Mushroom Band 2 von Yi Shi Si Zhou (Story) und Yuchi Jinze, MaoMao Tou (Art)

Worum es geht:

An Zhe lernt Stück für Stück, sich an das Leben als Mensch in der Stadt zu gewöhnen, doch ihm begegnen damit immer wieder unerwartete Situationen und Gefahren. So trifft er auf alte Bekannte, an die er sich natürlich nicht aktiv erinnern kann und stellt fest, dass es zum Überleben eine wichtige Ressource namens „Geld“ braucht, für die er arbeiten muss. Natürlich bringt ein Grünschnabel wie er sich auch bei der Suche nach einer geeigneten Stelle beinahe in Teufels Küche, erhält jedoch unerwartet Hilfe. Doch wem kann er eigentlich vertrauen in einer düsteren Welt wie dieser?

Meine Meinung:

Little Mushroom“ überzeugt mich auch im zweiten Band wieder mit seiner gleichermaßen düsteren und spannenden Erzählweise. Die gedeckten Farben unterstreichen perfekt die dystopische Welt, in der An Zhe sich bewegt. Ständig hat man das Gefühl, dass Gefahren lauern – und der Manhua zeigt auch wieder an einigen Stellen, dass diese ganz real sind.

Lu Feng hingegen bleibt auch in diesem Band wieder rätselhaft. Ein dunkles Phantom, welches bedrohlich über der Stadt lauert, bereit, gnadenlos zuzuschlagen. Obwohl von ihm eine akute Gefahr für An Zhe ausgeht, kreuzen sich ihre Wege immer wieder, ohne dass etwas passiert. Ganz im Gegenteil, zeigt der Inquisitor sich ihm gegenüber erstaunlich hilfsbereit, sodass man sich unweigerlich fragt, ob das gut gehen kann.

Obwohl sich die Story nur sehr langsam voran wagt, liegt dem Manhua bisher eine ganz eigene Spannung inne, die einen beim Lesen fesselt. Hinzu kommen die wunderschönen Zeichnungen, denen es gelingt, An Zhe trotz des grauen Umfelds stets sanft und ein wenig hell, fast schon leuchtend erscheinen zu lassen. Ich werde die Serie darum gerne weiter verfolgen.

Little Mushroom Band 2 |  Yi Shi Si Zhou (Story) und Yuchi Jinze, MaoMao Tou (Art) | Manlin Verlag | Originalpreis: 18,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 19. August 2026

Buchvorstellung: Nagahama to Be, or Not to Be 2nd Season von Scarlet Beriko

Worum es geht:

Das Leben fühlt sich perfekt an für Nagisa, nachdem sein Geliebter Issa endlich wieder von der See zurückgekehrt ist. Es gibt da nur ein Problem: so sehr er auch versucht, den Gedanken zu verdrängen - bald schon wird die Arbeit Issa wieder von ihm fort führen. Also gilt es, die gemeinsame Zeit optimal zu nutzen!

Meine Meinung:

Das Wiedersehen mit Nagisa und Issa fällt genauso stark aus wie erhofft. Besonders Nagisa erlebt in diesem Band ein wahres Wechselbad der Gefühle. Natürlich will er die Zeit mit Issa genießen, und zwar bitte so lang und perfekt wie möglich, aber gleichzeitig kann er den Gedanken daran, dass sein Freund bald aufs Meer zurückkehren wird, nicht verdrängen. Seinen Zwiespalt fand ich dabei sehr gut nachvollziehbar. Einerseits will er Issa nicht von der Arbeit, die dieser liebt abhalten, andererseits fürchtet er aber die Gefahren auf See und hat Angst davor, allein zurückzubleiben. Wie es so seine Art ist, will er Issa aber auch nicht mit seinen Sorgen belasten und leidet still. Doch hier zeigt sich gleichzeitig auch schön, wie sehr beide Jungs gewachsen sind - Kommunikation ist der Schlüssel, und die gelingt ihnen hier Stück für Stück wirklich gut. Richtig starke Rollen haben übrigens auch die Mütter der beiden - ihre Auftritte waren ein absolutes Highlight für mich!

Auch bei den Zeichnungen zeigt Scarlet Beriko wieder ihr ganzes Können. Die Gesichter sind unheimlich ausdrucksstark und spiegeln die Vielzahl an Emotionen wider, durch die unsere beiden Protagonisten im Laufe der Story gehen. Auch die intimen Szenen habe ich als unheimlich sinnlich empfunden, obwohl (oder vielleicht gerade weil) in dem Manga gemäß der Altersempfehlung ab 16 Jahren nicht immer alles gezeigt wird.

"Nagahama to Be, or Not to Be" bleibt auch in der zweiten Season ein kleines Boys Love Juwel für mich. Authentische Charaktere, wunderschöne Zeichnungen und eine ansprechende Story treffen hier aufeinander und verbinden sich zu einem Manga, der nicht nur Genre-Veteranen oder Fans der Mangaka in seinen Bann ziehen dürfte. Wer Coming-of-Age Stories im ruhigen Slice of Life Setting mag, wird hier seine Freude haben.

Nagahama to Be, or Not to Be 2nd Season | Scarlet Beriko | Egmont Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch