Dienstag, 30. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: A Lollypop or A Bullet von Kazuki Sakurabe und Igura Sugimoto

Ein Yuri, der kein Yuri ist - da kam mir für das letzte Thema der #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ein Titel in den Sinn, der mich schon beim ersten Lesen vor vielen Jahren sehr bewegt hat.

Die zweibändige Mini-Serie "A Lollypop or A Bullet" von Kazuki Sakurabe, basierend auf einem Roman von Igura Sugimoto, wurde hierzulande 2010 von EMA veröffentlicht und damals dem Genre Mystery zugeordnet. Beim näheren Hinschauen hat sie sich in meinen Augen jedoch vielmehr als lupenreine Tragödie entpuppt - mit einer Beziehung zwischen den beiden Protagonistinnen, die sich nicht einfach als Freundschaft fassen, aber auch sonst schwer kategorisieren lässt.

In dem Manga geht es um die dreizehnjährige Nagisa. Ihr Vater ist tot, ihr Bruder hat seit drei Jahren das Haus nicht verlassen und ihre Mutter versucht notdürftig, die Familie über Wasser zu halten. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Nagisa schon in ihrem jungen Alter desillusioniert ist und davon träumt, endlich alt genug zu sein um zum Militär zu gehen und dort ihr eigenes Geld, welches sie "harte Munition" nennt, zu verdienen. Eines Tages kommt ein neues Mädchen an Nagisas Schule. Mokuzu ist wunderschön, aber auch exzentrisch und auf viele Arten seltsam - und aus irgendeinem Grund hat sie sich vorgenommen, dass ausgerechnet Nagisa ihre Freundin werden soll.

Lange will Nagisa nichts davon wissen. Irgendetwas an Mokuzu, die ständig Lügenmärchen erzählt, dass sie eigentlich eine Nixe sei, die sich eines Tages in Meeresschaum verwandeln und verschwinden würde, irritiert sie zutiefst. Auch denkt sie, dass Mokuzu, deren Vater ein berühmter Musiker ist, in einer derart anderen Welt lebt, dass die beiden einander niemals werden verstehen können - doch am Ende kommt es ganz anders. Je mehr Nagisa zu hinterfragen beginnt, desto mehr beginnt sie das Lügennetz, das Mokuzu um sich herum aufgebaut hat, zu durchschauen, und was dahinter zum Vorschein kommt, ist so viel grausamer als ihr eigenes Schicksal. Veruneinigungen aus dem Meer entpuppen sich als blaue Flecke, vermeintliche Respektlosigkeiten als Folge vergangener Verletzungen. Doch als die beiden Mädchen endlich beschließen, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen, kommt ein Sturm auf, wie man ihn auf keiner Wetterkarte finden kann und schwemmt alle Hoffnung mit sich fort...

Was mir bei "A Lollypop or A Bullet" von Anfang an aufgefallen ist, ist die beklemmende Atmosphäre des Mangas. Nagisa ist kein glückliches Mädchen, aber sie ist so sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, dass ihr lange nicht auffällt, dass es Mokuzu genauso geht. Als sie es schließlich erkennt, verändert das die Beziehung der beiden - doch sie bekommen keine Chance, herauszufinden, was aus ihnen hätte werden können. Vielleicht sind sie Freundinnen, vielleicht Schicksalsgenossinnen. Vielleicht ist da auch mehr, so fixiert wie Mokuzu auf Nagisa ist, und so fasziniert wie diese ihrerseits von der schönen neuen Mitschülerin mit dem Mund voller süßer Lügen ist. 

Was immer es ist oder hätte sein können, es bleibt am Ende der Fantasie überlassen, denn - daraus macht der Titel keinen Hehl - es gibt hier kein Happy End, denn im tiefsten Inneren ist der Manga vor allem ein Titel über Vernachlässigung und Misshandlung und über die schreckliche Machtlosigkeit von Kindern, denen die Stärke und Sicherheit ihres Umfeldes fehlt, sodass am Ende erst in einer Katastrophe enden muss, damit sich etwas ändert.

Als ich diesen Manga vor mittlerweile sechszehn Jahren zum ersten Mal gelesen habe, war ich noch ziemlich jung und fand ihn wirklich beklemmend. Aus heutiger Sicht kann ich viele der Dinge, die von Anfang an angedeutet werden, besser einschätzen, finde ihn jedoch sowohl thematisch als auch von der Umsetzung noch immer sehr intensiv.

Wer mit den doch schwereren Themen kein Problem hat, dem würde ich den Titel wärmstens ans Herz legen. 

A Lollypop or A Bullet | Kazuki Sakuraba & Igura Sugimoto | Egmont Manga | Genre: Mystery | Originalpreis: 7,50€ 

Freitag, 26. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee von Makoto Hagino

Sich nur auf einen einzigen Lieblings-Yuri-Manga festlegen? Gar nicht so einfach! Nach langem Überlegen habe ich mich für die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi aber für eine Serie entschieden, die mich schon einige Jahre begleitet und zu der ich regelmäßig gerne zurückkehre.

In Makoto Haginos neunbändiger Reihe "Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee" geht es um Konatsu, die von Tokyo zu Verwandten in eine Kleinstadt ans Meer ziehen muss, weil ihr Vater einen Job im Ausland angenommen hat. Obwohl sie traurig ist und sich ziemlich einsam und verloren fühlt, bemüht sie sich, sich nichts anmerken zu lassen und sich erwachsen zu verhalten. In der Meeres-AG ihrer neuen Schule lernt sie Koyuki kennen, die ihr strahlend und scheinbar perfekt vorkommt. Sie tritt der AG bei und die beiden lernen einander besser kennen, wobei Konatsu schnell versteht, dass auch Koyuki einsam ist und sich in ihrer Rolle in der Schule eingesperrt fühlt. Trotz dieser Gemeinsamkeit fällt es beiden Mädchen lange schwer, ihre Gefühle in Worte zu fassen. 

"Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee" war wirklich so ein Titel, den ich vom ersten Moment an sehr gemocht habe und der für mich bis zum Schluss mit immer neuen Facetten überzeugen konnte. Neben dem tollen Setting am Meer mit dem schuleigenen Aquarium hat mir besonders der ruhige Erzählstil gefallen. Wer eine flotte Liebesgeschichte sucht, ist hier entsprechend auch an der falschen Stelle. Obwohl Konatsu und Koyuki früh spüren, dass sie besonders füreinander sind, brauchen sie lange, um ihre Gefühle zu verstehen und noch länger, um sie dann auch in Worte zu fassen - und bleiben dabei bis zum Ende sehr subtil.

Im Zentrum stehen vielmehr die ganz normalen Herausforderungen des Erwachsenwerdens, insbesondere mit der Frage, wer man eigentlich ist und wer man sein möchte und kann. Bedeutsam für beide Mädchen ist aber auch noch ein weiteres Thema, welches diesem Manga eine gewisse Melancholie verleiht, die in starkem Kontrast zum sommerlichen Setting steht. Sie fühlen sich einsam, und das auch zwischen Freunden, Klassenkameraden und Familie, und gehen beide der Frage nach, woher dieses Gefühl kommt und warum sie es bei der jeweils anderen anscheinend mildern können. 

Mir hat es sehr gefallen, solche Themen im Rahmen einer längeren Serie behandelt zu sehen und ich finde, dass der Manga sehr gute Arbeit geleistet hat, diese aufzuarbeiten. Auch mochte ich es sehr, wie auch Freunde und Familie in die Geschichte integriert wurden, sodass mir beim Lesen auch viele der Nebenfiguren ans Herz gewachsen sind. 

Das alles macht diese Reihe für mich zu einem Lieblingstitel, zu dem ich immer gerne wieder zurückkehre. Wer eine eher subtil verpackte Liebesgeschichte im Rahmen einer Slice of Life und Coming of Age Erzählung sucht, sollte hier unbedingt einmal einen Blick riskieren!

Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee| Makoto Hagino | Altraverse | Originalpreis: 7,00€ pro Band | Genre: Girls Love| Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 24. Juni 2026

Buchvorstellung: The Big Apple Band 2 von Harusari und Hodot


Worum es geht:

Joachim wird noch immer von den Tempelrittern gejagt und betrachtet seine Lage als ziemlich ausweglos. Um seinen Partner Jürgen zu schützen, beschließt er, die Beziehung zu beenden - doch dieser hat ganz andere Pläne...

Meine Meinung:

Na hoppla, wo sind wir denn hier gelandet? Ich muss doch sagen, dass mich die Richtung, in die "The Big Apple" im zweiten Band geht, doch ganz schön überrascht hat. Dass Jürgen ebenfalls das eine oder andere Geheimnis hat, dürfte wohl jedem (außer vielleicht Joachim - Liebe macht blind heißt es doch, gell?) klar gewesen sein, aber dies hier war nicht unbedingt, womit ich gerechnet hatte.

Storytechnisch gibt es diesmal kaum Fortschritte. Beziehungstechnisch... durchaus. Außerdem beweist der Band sehr eindrücklich und auf großem Raum, dass er die Empfehlung ab 18 Jahren durchaus verdient hat. [Memo an mich selbst: Augen auf bei der Wahl der Lektüre für die nächste Zugfahrt].

An dieser Stelle eine Warnung: wer den Band noch nicht gelesen hat und sich überraschen lassen will, sollte nun aufhören zu lesen, aber ohne gewisse Spoiler kann ich meinen Eindruck nicht vermitteln.

Also: wer mich kennt, weiß, dass ich fluffige Stories bevorzuge. An dieser Stelle war jedoch Schluss mit Fluff, denn Jürgen gibt dem Wort "Possessiv" eine ganz neue Bedeutung. Seine Reaktion auf Joachims zugegebenermaßen wirklich recht stümperhaften Versuch, Schluss zu machen, fällt entsprechend extrem aus. Er will es nicht hinnehmen, und er ist es offensichtlich gewohnt, zu bekommen, was er will. Und Joachim - hier wird es interessant - lernt etwas Neues über sich und seine innersten Wünsche. Er wird gefesselt, gefangen gehalten und seine Lust wird wie eine Waffe gegen ihn verwendet - und er muss sich eingestehen, dass er es nicht nur nicht so schlimm, sondern eigentlich sogar ziemlich gut findet.

Und an dieser Stelle lerne wohl auch ich etwas Neues über mich, denn obwohl das Ganze doch ziemlich extrem für meine Verhältnisse ist, denke ich nicht ans Aufhören, sondern möchte wirklich wissen, wie es weitergeht - und zwar nicht nur mit der Story, sondern auch mit der verdrehten "Liebe" der beiden.

Mein Fazit an dieser Stelle: der Webtoon ist sicher nichts für Zartbesaitete und auch definitiv nicht für Genre-Anfänger. Wer sich jedoch an etwas Action im klassischen Sinne und sehr viel und sehr grafisch dargestellter Action in der Horizontale erfreut und kein Problem mit den genannten Triggern hat, der findet hier in jedem Fall einen visuell sehr ansprechenden Titel. Was die Story an sich angeht, muss wohl die Zeit zeigen, was es hier wirklich zu erleben gibt.

The Big Apple Band 2 | Harusari & Hodot | Panini Toon | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 23. Juni 2026

Buchvorstellung: Flight Sign Band 2 von Munaita


Worum es geht:

Die harten Zeiten der Fernbeziehung sind vorbei und Takagami und Iwatobi können endlich wieder zusammenziehen. Trotzdem bleibt ihnen lange nicht so viel Zeit zusammen, wie sie es sich erhofft haben. Neben inkompatiblen Arbeitszeiten sind sie beide beruflich noch nicht am Ziel und müssen sich richtig reinhängen - nicht immer einfach für ihre Beziehung! Und dann kommt es auch noch zu einem heiklen Zwischenfall in der Luft...

Meine Meinung:

Es bleibt turbulent im Leben von Co-Pilot Takagami und Fluggerätemechaniker Iwatobi. Während die beiden im zweiten Band von "Flight Sign" endlich wieder vereint sind, heißt das nicht, dass auch alle Probleme verschwunden sind.

Während Takagami sowohl beruflich als auch privat unter seinen eigenen perfektionistischen Ansprüchen leidet, muss Iwatobi einen Rückschlag bei seinem Ziel, stets derjenige zu sein, der bei den Flügen seines Partners die Startfreigabe gibt, hinnehmen. Um einander nicht zu beunruhigen, fressen beide ihre Probleme zunächst in sich hinein und beunruhigen einander dabei mehr als sie sich hätten vorstellen können. Am Ende ist es dann ausgerechnet ein Notfall im Flugebtrieb, der sie daran erinnert, was ihnen wirklich wichtig ist.

Wie schon im ersten Band fand ich auch in der Forsetzung den Spagat zwischen beruflichen und privaten Momenten extrem gelungen. Man erhält einen spannenden Einblick in die vielfältigen Aufgabengebiete des Flugverkehrs und erlebt hautnah, wie viel Druck und Verantwortung für alle Beteiligten im Spiel ist und wie dies auch das Privatleben beeinflusst. Doch auch die Beziehung zwischen Takagami und Iwatobi steht immer wieder im Fokus und zeigt die beiden einfach sehr menschlich: Ihre Sorgen, Gedanken und Wünsche werden addressiert, und keiner von ihnen ist perfekt, sodass es immer mal wieder zu Reibereien und Auseinandersetzungen kommt, ohne jedoch in unnötigem Beziehungsdrama zu enden.

Und am Ende? Nun, da wird es dann doch noch ein wenig dramatisch, aber auf ganz andere Ebene, und ich fand es äußerst spannend, wie die beiden mit dieser Situation umgegangen sind und welche Schlüsse sie gezogen haben.

Ob dem Paar im dritten Band wohl ein bisschen mehr wohlverdiente Zweisamkeit gegönnt wird? Wir werden es bald sehen - ich freue mich in jedem Fall darauf!

Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe Band 2 | Munaita | B-Love Manga | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Montag, 22. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge 2026: Citrus von Saburouta

Toxische Paare im Yuri-Bereich? Da stellt mich die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ja ganz schön auf die Probe, denn das ist ein Thema, um das ich eigentlich in all meinen Genres immer einen großen Bogen mache. So fällt meine Wahl vermutlich auch dermaßen zahm aus, dass es echten Connaisseuren maximal ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Nichtsdestotrotz: reden wir über "Citrus", einen Titel, der ja durchaus kontrovers betrachtet wird (zumindest auf Twitter und damit im amerikanischen Bereich beschleicht mich jedenfalls immer das Gefühl, die nächste Hexenverbrennung ist nicht weit, sobald jemand diesen Manga auch nur erwähnt. Aber die Leute dort sind ja auch noch einmal eine Kategorie für sich).

In Deutschland erschien die zehnbändige Reihe von Saburouta zwischen 2015 und 2019 bei Tokyopop, einen Anime gibt es ebenfalls. Im Zentrum der Story steht Yuzu, ein modisches, spontanes und manchmal etwas vorlautes Mädchen, welches durch die zweite Heirat ihrer Mutter in eine neue Stadt ziehen und die Schule wechseln muss. Sich in das neue Leben, das sie dort erwartet, einzufinden, fällt ihr schwer, eckt sie mit ihrem Stil und ihrem Charakter in der etablierten, konservartiven Mädchenschule doch extrem an. Und als wäre das nicht genug, stellt sich die strenge Schülersprecherin auch noch als ihre neue Schwester heraus. Mei und Yuzu geraten bei jeder sich bietenden Gelegenheit aneinander, doch irgendwie möchte Yuzu der wunderschönen, aber auch schwierigen Mei auch näher kommen - und das nicht nur im schwesterlichen Sinne!

Als ich "Citrus" vor einiger Zeit noch einmal quergelesen habe, ist mir erst so richtig aufgefallen, wie wild der Titel in einigen Punkten ist. Mit der (Stief-)Geschwister-Thematik hatte ich persönlich eigentlich nie ein großes Problem, aber so wirklich wholesome kann man die Beziehung der beiden Mädchen zumindest am Anfang nicht bezeichnen. Da wird auch schonmal fröhlich ohne Konsens übereinander hergefallen oder emotional Druck ausgeübt - und das alles in locker-leichtem Ton und mit zuckersüßen Zeichnungen.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass mir der Titel gefallen hat, obwohl er soweit abseits meiner üblichen Präferenzen liegt. Vermutlich auch bedingt durch ihren Charakter, jagt in Yuzus Leben ein kleines Drama das nächste, sodass weder sie, noch die Leser je zur Ruhe kommen. Familiäre Konflikte, Eifersucht, schulische Probleme, psychische Ausnahmesituationen - alles dabei. Selten findet man so viel Action in einer Liebesgeschichte, was die Lektüre irgendwie immer spannend gehalten hat. 

Ich fand es in jedem Fall unterhaltsam, zu verfolgen, wie die beiden sehr ungleichen Mädchen immer wieder aneinander geraten, aber auch ihre eigenen Probleme überwinden und so menschlich wachsen. Wer eine wirklich tiefgründige Story sucht, ist hier meiner Meinung nach zwar an der falschen Stelle, aber wenn man mit einigen moralischen Zweifelhaftigkeiten (und einer absolut absurden Familiengeschichte) leben kann, kann man mit "Citrus" wirklich Spaß haben.

[PS: Fotos gibt es gerade leider nur mit Einschränkung, weil ich den zweiten Teil der Serie verliehen habe. Bin schon sehr auf das Fazit der aktuellen Leserin gespannt. Zwischenstand ist, dass die beiden sie auf die Palme bringen, was ich wirklich sehr gut nachvollziehen kann.]

Citrus | Saburouta | Toykopop | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Freitag, 19. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge 2026: Adachi & Shimamura


Gerade befinden wir uns bei der #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi an einer Stelle, wo ich unheimlich gespannt auf die Beiträge bin. Gefragt wurde nämlich nach Yuri-Titeln, die auf dem deutschen Markt noch fehlen, und da ich zumindest im Manga-Bereich aktuell fast ausschließlich deutsche Lizenzen lese, denke ich, dass ich da einige neue spannende Sachen entdecken werde!

Bei meinen eigenen Überlegungen zu einem Yuri-Titel, der mir auf dem deutschen Markt noch fehlt, kam mir dann auch ausgerechnet ein Titel in einem Format in den Sinn, das es hierzulande ohnehin schwer zu haben scheint: nämlich eine Light Novel.

"Adachi and Shimamura" von Hitoma Iruma erscheint in Japan schon seit 2013, die englische Version bei Seven Seas ist im Jahre 2020 gestartet. Die Reihe läuft meines Wissens nach noch und umfasst bisher 13 Bände. Inhaltlich geht es um die beiden High School Schülerinnen Sakura Adachi und Hougetsu Shimamura, die sich eines Tages beim Schuleschwänzen kennenlernen. Die beiden sind fasziniert voneiander und werden bald beste Freundinnen, doch Adachi merkt schnell, dass ihre Gefühle für Shimamura tiefer gehen. Aus Unsicherheit traut sie sich jedoch zunächst nicht, dies auch anzusprechen.

Was ich an "Adachi and Shimamura" schätze, ist der angenehm ruhige Ton. Als Leser erlebt man den ganz normalen Schulalltag mit den beiden Mädchen, und bei der Länge der Serie erhält die Beziehung der beiden richtig viel Zeit, sich zu entwickeln. Der Erzählton hat dabei oft etwas angenehm humorvolles ohne gleich übertrieben zu wirken, was mir persönlich richtig gut gefallen hat. Für mich ist es einfach eine richtig schöne Slice of Life Yuri-Reihe im klassischen Schul-Setting. Nichts super-spektakuläres vielleicht, aber für mich eben genau die Art von Titel, die ich gerne mag, mit viel Slice of Life, Charakterentwicklung und Figuren, denen der Raum gegeben wird, sich zu entfalten und einem ans Herz zu wachsen.

Nun werde ich mich nicht der Illusion hingeben, dass die Light Novel eine große Chance auf dem deutschen Markt hätte, jedoch hat es mich immer gewundert, dass nicht spätestens nach dem Start des Animes zur Reihe vor sechs Jahren zumindest die Manga-Adaption lizensiert wurde. Diese habe ich persönlich noch nicht in der englischen Ausgabe gelesen, weil ich immer die vage Hoffnung hatte, sie könnte uns hier doch eines Tages einmal erreichen. Tja, wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt?

Adachi and Shimamura | Hitoma Iruma (Story), Non, Shizue Kaneko, Raemz (Illustrationen) | Seven Seas | Originalpreis: ab 13,99$ | Genre: Yuri | Empfohlen ab 13 Jahren | Blick ins Buch

Mittwoch, 17. Juni 2026

Buchvorstellung: Mein Leben als Moppelkatze Band 2 von otori, Ema Okadachi und Kou Kusaka

Worum es geht:

Marie genießt in ihrer Form als Katze weiterhin ein komfortables Leben bei Herzog Reinhardt, macht sich jedoch Sorgen, weil ihre Verhaltensmuster zunehmend der eines echten Stubentigers gleichen. Als der Herzog durch das noch immer unaufgeklärte Verschwinden seiner Verlobten in die Klemme gerät, weiß Marie, dass sie endlich handeln muss: doch wie soll sie nur darauf aufmerksam machen, dass sie mehr als nur eine Moppelkatze ist?

Meine Meinung:

Auch am zweiten Band von "Mein Leben als Moppelkatze" hatte ich beim Lesen wieder große Freude. Maries Verhalten ist mittlerweile so katzenhaft, dass wohl jeder Besitzer (oder Bedienstete) einer solchen Fellnase den einen oder anderen Special Effect seines eigenen Vierbeiners wiedererkennen dürfte. 

Doch Katze oder nicht, auch die Liebe gerät in dieser Fortsetzung nicht in den Hintergrund. Denn so sehr Marie es genießt, sich von Herzog Reinhardt Streicheleinheiten abzuholen, so sehr plagt sie auch die Gewissheit, dass er noch immer denkt, sie als seine Verlobte sei vor der Ehe mit ihm weggelaufen. Nicht nur, dass dies ja von vornherein nicht stimmt - durch seine Unbedarftheit seiner geliebten Katze gegenüber lernt Marie auch noch, dass er aufrichtige Gefühle für sie hegt und generell einfach ein herzensguter Mann ist, dem sie gerne beistehen möchte, und zwar als Mensch!

So findet Marie endlich die Entschlossenheit, aktiv etwas an ihrer Situation ändern zu wollen, und mit Emmeline, der Kommandantin des königlichen Ritterordens, steht dabei unerwartet bald auch eine neue, sehr charakterstarke Verbündete an ihrer Seite.

Es bleibt also turbulent in Maries Leben, und dies liest sich wie gewohnt humor- und liebevoll, aber auch sehr spannend. Marie ist dabei eine durch und durch sympathische Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Clever und witzig, aber auch ein bisschen unsicher und manchmal ein wenig tollpatschig: man versteht sofort, wie sich der Herzog in sie verliebt hat.

Ein weiterer Band folgt noch, dann ist die kurze Serie auch schon abgeschlossen. Ich jedenfalls fiebere dem Finale schon entgegen, denn wenn zwei Menschen es verdienen, ein gemeinsames Happy End zu finden, dann doch wohl diese beiden! 

Mein Leben als Moppelkatze Band 2 | otori, Ema Okadachi und Kou Kusaka | Altraverse | Originalpreis: 7,00€ | Genre: Fantasy | Empfohlen ab 13 Jahren | Blick ins Buch