Worum es geht:
Nach dem Tod seines Großvaters fühlt sich Tsukihiko ziemlich allein auf der Welt. Als er eines Nachts eine alte Taschenuhr betrachtet, die seinem Großvater ein wichtiger Schatz war, beginnt der Raum um ihn herum plötzlich, sich zu verändern und er erwacht im Japan der Vergangenheit. Dort trifft er auf Sonojo, zu dem er eine seltsame Anziehung spürt, obwohl sie sich doch in dieser Nacht zum ersten Mal treffen. Auch dieser heißt ihn seinerseits überraschend herzlich willkommen, verbirgt jedoch auch ein wichtiges Geheimnis vor ihm.
Meine Meinung:
Eine mysteriöse Zeitreise, scheinbar unerklärliche Gefühle, ein Einblick in das historische Japan zum Ende der Samurai-Zeit - der erste Band von "Hanayukaba" lässt sich nicht lumpen, was eine spannende Story und eine berührende Liebesgeschichte angeht!
So stimmt die Synergie zwischen Tsukihiko und Sonojo gleich vom ersten Moment an - und zwar so sehr, dass sich die beiden schon näher kommen, eh der in der Zeit gereiste Tsukihiko eigentlich so richtig verstehen kann, was ihm da gerade widerfahren ist. Was überstürzt wirken könnte, fügt sich hier jedoch ziemlich gut in die Gesamterzählung ein, denn während sich Tsukihiko noch fragt, woher das merkwürdige Gefühl von Vertrautheit und Sehnen stammt, hütet Sonojo bereits das eine oder andere schmerzliche Geheimnis in seinem Inneren. Details muss dabei natürlich jeder beim Lesen selbst herausfinden. ;)
Spannend umgesetzt fand ich jedoch auch den historischen Aspekt. Während Tsukihiko ein Kind unserer Zeit ist, ist Sonojo als junger Hausherr tief verbunden mit seiner Zeit und ihren Regeln und Restriktionen. Es sind unruhige Zeiten, und Sonojo gibt stets sein Bestes, die Balance zu wahren, um seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Leute so gut wie möglich zu schützen. Durch den Besuch aus der Zukunft ist es ihm natürlich theoretisch möglich, Einblick in die Zukunft zu erhalten, doch wirft dies die für Zeitreisegeschichten so wichtige Frage auf, was ein solcher Eingriff in die Geschichte möglicherweise bedeutet.
Auch die Zeitreise selbst bleibt ein Mysterium. Es scheint eine Verbindung zu Tsukihikos Taschenuhr zu geben, doch die genaue Systematik bleibt unklar. Diese Frage hat meine Neugier auf die Fortsetzung wohl am stärksten befeuert, endet der erste Band doch sehr dramatisch mit einem gemeinen Cliffhanger!
Zeichnerisch habe ich den Manga ebenfalls als echtes Highlight empfunden. Ich mochte die klaren Linien und die durchweg sauber ausgearbeiteten Panels sehr, ebenso wie die lebhafte und gefühlvolle Mimik insbesondere von Sonojo, den wir oft aus Tsukihikos faszinierter Perspektive betrachten dürfen. In der Erstauflage liegt dem Band außerdem noch eine SNS-Card bei, die für mich jetzt schon zu den schönsten meiner Sammlung zählt.
Im Dezember soll es im Hayabusa-Verlag mit dem zweiten Band weitergehen. So ein paar Zeitreise-Skills, um die Wartezeit schneller vergehen zu lassen, wären mir gerade durchaus willkommen. ;)
Hanayukaba Band 1 | Atami Michinoku | Hayabusa Verlag | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Blick ins Buch






