Worum es geht:
Tsuruya will eigentlich nur seine Ruhe haben. Seine Freizeit verbringt er darum auch nicht etwa mit Kollegen oder Freunden, sondern am liebsten beim Angeln. Sein Frieden findet eines Tages ein jähes Ende, als bei einem seiner Angelausflüge plötzlich Harusawa neben ihm steht. Gut gelaunt, extrovertiert und ein Gal, wie sie im Buche stehen, will auch sie nur eins: Fische fangen - und Tsuruya ist genau der Mann, der ihr das beibringen soll!
Meine Meinung:
Bei Mangas, in denen die Protagonisten einfach mit Leidenschaft einem Hobby nachgehen, ist es immer schnell um mich geschehen. So fiel mir dann auch der erste Band von "Sawa wants to Fish and Eat" ins Auge. Und obwohl ich am Anfang ein paar Zweifel hatte, da es sich hier doch ganz unverkennbar um einen Titel mit deutlicher Ecchi-Note handelt, habe ich am Ende einen Blick riskiert - und wurde nicht enttäuscht!
Offen gestanden fiel es mir von Anfang an sehr leicht, mich mit Tsuruya zu identifizieren. Auch ich schreie nicht gerade 'hier', wenn Kollegen nach der Arbeit nach gemeinsamen Aktivitäten fragen und schätze stattdessen meine Freizeit mit meinen Hobbys für mich alleine. Und daran, dass Tsuruya sein Angel-Hobby liebt, kann wirklich kein Zweifel bestehen! Fische, Techniken, Köder - er kennt sich einfach mit allem bestens aus, ohne jedoch Aufhebens darum zu machen, und beim anschließenden Zubereiten der Fische merkt man auch sofort, wie sehr er diese wertschätzt.
Als dann plötzlich Harusawa in sein Leben tritt, ist er zunächst einmal ziemlich entgeistert. Auch ihm sind die Klischees um Gals nicht unbekannt, und die Idee, dass eine junge Frau wie sie tatsächlich ernsthaft angeln möchte, erscheint ihm absurd. Da sie jedoch nicht locker lässt, wird er bald trotzdem sowas wie ihr Lehrer und seine Vorurteile geraten schnell ins Wanken. Denn was Harusawa an Erfahrung fehlt, dass macht sie durch Begeisterung und Durchhaltevermögen locker wett!
Mir hat es in jedem Fall große Freude bereitet, die beiden ungleichen Angelpartner durch diesen Band zu begleiten. Die Geschichte ist humorvoll erzählt, und obwohl Harusawas freizügige Art Tsuruya - seines Zeichens Single und mit wenig Erfahrung in Sachen Frauen - immer wieder an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringt, wird die Beziehung der beiden nicht auf solche Ecchi-Momente reduziert. Harusawa weiß um ihre Reize und zeigt diese auch gerne, und der Manga spielt natürlich mit genretypischen Witzen, doch fand ich den Fokus darauf dabei nicht unangemessen groß. Und ja, auch ich habe sehr gelacht, als Harusawa am eigenen Leib erfahren hat, warum im ganzen Band immer wieder vor dem Angeln im Bikini gewarnt wird.
Sehr positiv fand ich im übrigen auch, mit welcher Ernsthaftigkeit sich auf den Bonusseiten der Kapitel und auch in der Story selbst mit dem Angeln sowie der Zubereitung der Fische beschäftigt wurde. Wer aufmerksam liest, ist am Ende tatsächlich um einiges schlauer, was verschiedene Fischarten, Angeltechniken und Zubereitungsmethoden angeht. Mangaka Kazuki Funatsu hat da ganz eindeutig seine Hausaufgaben gemacht.
Mein Fazit: für mich hat sich dieser Ausflug in ein Genre, für das ich mich eigentlich nicht als Zielgruppe betrachten würde, durchaus gelohnt. "Sawa Wants to Fish and Eat" hat mich auf ganzer Linie gut unterhalten und ich freue mich schon darauf, den beiden auch weiterhin beim Angeln Gesellschaft zu leisten.
Sawa Wants to Fish and Eat Band 1 | Kazuki Funatsu | Egmont Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Comedy | Empfohlen ab 12 Jahren | Blick ins Buch






