Montag, 30. März 2026

Buchvorstellung: Happily Ever After - Auch im nächsten Leben will ich dich heiraten Band 1 von Miku Morinaga


Worum es geht:

Nach einem langen und bewegten Leben liegt Toranosuke auf dem Sterbebett. Auch nach Jahrzehnten an seiner Seite ist dabei seine Frau Kaoru. Gemeinsam blicken die beiden auf die Geschichte ihres Lebens und ihrer Ehe zurück.

Meine Meinung:

"Happily Ever After" von Miku Morinaga erzählt eine für den Mangabereich eher ungewöhnliche Geschichte von zwei Menschen, die am Ende ihrer Lebensreise zurückblicken. Toranosuke und Kaoru lernen sich durch einen Zufall kennen, als beide noch Kinder sind. Die Umstände, in denen sie aufwachsen, könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Toranosuke stammt aus einer wohlhabenden und hoch angesehenen, aber auch etwas kapriziösen Familie von Landschaftsgärtnern. Kaoru hingegen stammt aus einfachsten Verhältnissen, was ihre Lage als Mädchen in dieser Zeit schwierig macht. Als die beiden einander kennenlernen, verdingt sie sich gerade als Dienstmädchen bei einem Hausherren, der sie überaus schlecht behandelt und ihr Zusammentreffen mit der Ibuki-Familie wird zu ihrem Ausweg aus dieser schlimmen Situation.

Lange Zeit sieht es für sie dann nicht nach einer großen Liebesgeschichte aus, denn so vorlaut Toranouske in den meisten Lebenslagen ist, zählen Liebesangelegenheiten nicht dazu - ganze 22 Jahre lässt er die arme Kaoru auf sein Liebesgeständnis warten, bis ihr gemeinsames Eheleben endlich beginnen kann.

Im ersten Band des Mangas blicken die beiden nun hauptsächlich auf die Zeit bis zu ihrer Verlobung zurück. Der Ton der Erzählung ist dabei leicht und unterhaltsam, was man vom Inhalt nicht immer behaupten kann. Die Misshandlungen, denen sich Kaoru ausgesetzt sieht und denen sie nichts entgegensetzen kann, sind wirklich fürchterlich und lassen sie am Ende fürs Leben gekennzeichnet zurück.

Was mir an dem Band besonders gut gefallen hat, war der Einblick in eine andere Zeit, den er den Lesern bietet. Man merkt, wie traditionell die Gesellschaft in der Jugend der beiden noch war und welchen Stellenwert die Familie, in die man geboren wurde, für den eigenen Lebensweg hatte. Auch die Geschlechterrollen wirken auf den ersten Blick noch starr. So forsch Kaoru auch ist: zur Verlobung kommt es erst, als Toranosuke sich endlich traut, sie zu fragen, nachdem er sie beinahe durch eine arrangierte Hochzeit verloren hätte. Doch ebenso merkt man, dass es in der Gesellschaft erste Umbrüche gibt. Westliche Mode hält Einzug, und es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder die Berufe ihrer Eltern weiterführen. So wirft beispielsweise die Forstwirtschaft von Kaorus Familie nicht mehr genug ab, um alle zu versorgen während der junge Subaru von einer Karriere als Schriftsteller statt von einem Leben im Geschäft seiner Familie träumt. 

Ich habe den ersten Band von "Happily Ever After" als gelungenen Auftakt einer Lebens- und Liebesgeschichte wahrgenommen, deren Besonderheit in ihrer Alltäglichkeit liegt. Statt Dramen gibt es hier einen Einblick in das gemeinsame Leben zweier Menschen, die das Glück hatten, in Liebe einen sehr langen Weg miteinander zu gehen. Ganz wie im wahren Leben war dabei sicher nicht immer alles schön, doch die Szenen vom Ende ihres gemeinsamen Lebens beweisen, dass sie aus allen Herausforderungen, die einem das Leben nun einmal unweigerlich bringt, so herausgegangen sind, dass sie nun mit einem Lächeln zurückblicken können. Und mal ganz ehrlich: was kann man sich am Ende einer langen Reise eigentlich mehr wünschen?

Ich freue mich schon sehr, den Weg der beiden durch ihre Erinnerungen im zweiten Band weiterzuverfolgen! 

Happily Ever After - Auch im nächsten Leben will ich dich heiraten Band 1 | Miku Morinaga | MangaCult | Originalpreis: 10,00€ | Genre: Drama | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch


Mittwoch, 25. März 2026

Buchvorstellung: Old-fashioned Cupcake Band 1 von Sagan Sagan

Worum es geht:

Nozue ist 39 Jahre alt und ein ganz gewöhnlicher Büroangestellter. Sein Alltag hat sich schon lange eingependelt und er erwartet vom Leben keinerlei Überraschungen mehr. Dies ändert sich, als sein jüngerer Kollege Togawa ihm ein ungewöhnliches Experiment vorschlägt. Gemeinsam stellen die beiden sich vor, wie es wäre, noch einmal richtig jung zu sein und beginnen eine Tour durch angesagte Cafés. Ganz langsam beginnt Nozue so, seine Lebenslust wiederzuentdecken - wären da nur nicht seine Zweifel daran, ob die Richtung, in die sich sein Verhältnis zu Togawa entwickelt, tragbar ist für zwei Männer, die eigentlich nur Arbeitskollegen sein sollten.

Meine Meinung:

Der erste Band von Sagan Sagans "Old-fashioned Cupcake" hat mir beim Lesen große Freude bereitet. Nozue ist trotz seiner ziemlich offensichtlichen Midlife-Crisis ein wirklich liebenswerter Protagonist. Als jemand, der selbst fast im gleichen Alter ist, musste ich ein paar Mal doch sehr über seine Geisteshaltung kichern, ist der gute Mann doch ein perfektes Beispiel für die Redewendung, dass man so alt ist, wie man sich fühlt. Doch genau diese innere Überzeugung, dass er eigentlich schon ein alter Mann sei, dessen Leben im Grunde vorbei ist, macht den Anti-Aging Plan seines jüngeren Kollegen erst so charmant. Togawa legt sich richtig ins Zeug, um Nozue die schönen Seiten des Lebens zu zeigen, und auch wenn es ihm anfangs manchmal schwer fällt, merkt man doch schnell, wie sehr er dabei aufblüht.

Das Erzältempo des Bandes ist angenehm langsam, viele der Szene fokussieren sich auf alltägliche Begebenheiten. Die Café-Dates der beiden sind kleine, farbenfrohe Ausbrüche aus dem üblichen Trott der beiden, der Großteil der Handlung spielt sich im Büro, rund um Treffen mit Kollegen oder auch zu Hause ab. Da die Geschichte aus Nozues Perspektive erzählt wird, bleiben Togawas Gedanken und Gefühle lange unausgesprochen, doch seine Taten und Gesten sprechen eigentlich Bände, was Nozue sich jedoch lange nicht eingestehen kann. Entsprechend dauert es auch eine ganze Weile, bis die Liebesgeschichte zwischen den beiden überhaupt eine Chance bekommt, und auch dann bewegen sich die zwei erst einmal nur sehr vorsichtig und zaghaft aufeinander zu - immerhin sind sie ja keine hitzköpfigen Teenager mehr.

Für mich als Freund von Slow Burn und Slice of Life hat der erste Band von "Old-fashioned Cupcake" jedenfalls genau den richtigen Ton getroffen. Die kleinen Alltagsfluchten, das langsame Erwachen aus einem viel zu früh erstarrten Trott, die ganz alltäglichen Situationen und selbst die kleinen, scheinbar bedeutungslosen und oft etwas albernen Smalltalk-Szenen - all das hat dafür gesorgt, dass ich meine Zeit mit diesem Manga sehr genossen habe. Ein echter Wohlfühl-Titel, auf dessen Fortsetzung ich mich schon freue. Hoffentlich gelingt es den beiden auch in ihrer Beziehung, den Funken lebendig zu halten und gemeinsam viele neue Erfahrungen zu machen.

Old-fashioned Cupcake Band 1 | Sagan Sagan | MangaCult | Originalpreis: 10,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 24. März 2026

Buchvorstellung: There Is No Love Wishing Upon A Star Band 3 von Shinoa


Worum es geht:

Die Semesterferien und mit ihnen das lang ersehnte Sommercamp des Filmclubs stehen vor der Tür. Doch obwohl sich Eri und Fuyuki darauf gefreut hatten, ist die Lage angespannt, denn auch Kyo und Kisaki sind mit von der Partie. In der drückenden Sommerhitze scheinen bald bei allen die Nerven blank zu liegen, bis die Situation eines Abends eskaliert - mit gravierenden Folgen für alle.

Meine Meinung:

Die Anspannung zwischen den Charakteren war im dritten Band von "There Is No Love Wishing Upon A Star" förmlich greifbar. Statt der Leichtigkeit des Sommers fühlte man sich beim Lesen wie an einem jener schwülen Tage, an denen alle nur darauf warten, dass sich die Spannung endlich mit einem kräftigen Gewitter löst. Und genau das passiert hier auch: Kisaki und Eri geraten andeinander, und als wäre dies nicht schlimm genug für Eri, kracht es danach auch noch zwischen ihr und Kyo. 

Nachdem bisher immer Fuyuki und Eri im Zentrum standen, lernen wir in diesem Band auch endlich etwas mehr über Kyo und darüber, wie die drei als Kinder zueinander gefunden haben. So wird endlich deutlich, was er an Eri so schätzt und die Tragik seiner Liebe zu ihr wird fassbar. 

Und auch Kisaki hat keine Lust mehr, sich zur Statistin in diesem verworrenen Beziehungsgeflecht degradieren zu lassen und Eris Verhalten weiter zu dulden. So in die Enge gedrängt, zieht Eri schließlich ihre eigenen Schlussfolgerungen, die sich schwer nach den Vorboten weiterer Katastrophen anfühlen.

So sanft und zart das Artwork auch darherkommt, ist "There Is No Love Wishing Upon A Star" kein leichter Manga für süße Lesestunden. Die Charaktere sind in einem Beziehungsgeflecht gefangen, das keiner und keinem von ihnen guttut, dem sie aber aufgrund ihrer Gefühle füreinander auch nicht einfach entfliehen können. Im dritten Band der Reihe spitzen sich diese teils schon lange schwelenden Konflikte nur noch weiter zu, und man kann gar nicht anders, als mitzuleiden.

Besonders gelungen finde ich es, dass die Reihe nicht wertet und die Geschichte Stück für Stück aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Alle Figuren haben ihre eigenen Hintergründe und ihre eigenen Beweggründe, und diese mögen nicht immer "gut" und makellos sein, aber das macht sie nur umso menschlicher.

Für mich bleibt die Reihe damit auch mit dem dritten Band ein Highlight des Genres, und ich warte schon sehr gespannt darauf, wie es mit Eri, Fuyuki und den Menschen in ihrem Umfeld weitergeht.

There Is No Love Wishing Upon A Star Band 3 | Shinoa | Egmont Manga | Originalpreis: 8,50€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Sonntag, 22. März 2026

Buchvorstellung: My Dear Underdog von Ayato Miyoshi


Worum es geht:

Shinobu arbeitet im Rotlichtmilieu von Ikebukuro, wo er Beginner des Gewerbes trainiert. Eines Tages tritt ein junger Mann mit einer ungewöhnlichen Anfrage an ihn heran: Jin möchte von ihm trainiert werden - jedoch nicht aus professionellen Gründen, sondern in der Hoffnung, einen Mann, in den er verliebt ist, mit seinen Fähigkeiten im Bett an sich zu binden. Um den ziemlich naiven Jin vor gefährlichen Fehltritten in diesem nicht ungefährlichen Milieu zu schützen, willigt Shinobu letzten Endes ein.

Meine Meinung:

Bilde ich es mir nur ein, oder haben Geschichten rund um das älteste Gewerbe der Welt aktuell Hochkonjunktur? "My Dear Underdog" von Ayato Miyoshi spielt in jedem Fall in genau dieser Szene in Ikebukuro, bietet dabei aber für einen Einzelband erfreulich viel Story und Charaktere, mit denen man sich gerne verbindet.

Shinobu und Jin trennt neben ihrer anfänglichen Kunde-und-Dienstleister-Beziehung auch ein deutlicher Altersunterschied, denn so reif Jin auch wirken und aussehen mag, geht er doch noch zur Highschool. Dennoch weist Shinobu ihn am Ende nicht ab, auch wenn er von Anfang an nicht daran glaubt, dass Jins Liebe zu einem älteren, vergebenen Mann eine Chance hat. Doch was zunächst wie eine Handlung aus Pflichtgefühl erscheint, entwickelt sich im Laufe der Zeit fast unbemerkt zu mehr. Schwierig nur, dass Jin ja eigentlich schon verliebt ist und Shinobu wie einen Mentor für Liebesangelegenheiten betrachtet. Und auch Shinobu tut sich lange schwer damit, in Jin etwas anderes als einen Schützling zu sehen, ist dieser doch einfach noch viel zu jung und unbeholfen in vielen Dingen.

Die Dynamik zwischen den beiden hat mir beim Lesen dabei wirklich sehr gut gefallen. Obwohl Jin die typische Naivität und Unerfahrenheit der Jugend verkörpert, wirkt sein Verhalten nie übermäßig irrational oder kindisch. Er weiß, was er will und nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Mittel, um es zu erreichen. Shinobu ist hingegen nach mehreren Jahren im Rotlichtmilieu deutlich abgeklärter. Er sieht Risiken, die Jin gar nicht einschätzen kann und ist bemüht, ihn vor schlimmen Erfahrungen zu bewahren. Gleichzeitig genießt er jedoch auch ihr gemeinsames "Training".

Wie man bei der Altersempfehlung des Mangas ab 18 Jahren schon ahnen kann, kommen auch die Leser in den Genuss von Shinobus Lektionen für Jin. Gemäß der Szene, in der die Handlung spielt, wird dabei kein Blatt vor den Mund genommen und es wird auch nichts zensiert. Dennoch werden alle, die  hauptsächlich Smut suchen, tatsächlich überrascht sein, denn davon gibt es in diesem Band gar nicht so viel wie man vielleicht erwarten würde.

Ich hatte in jedem Fall meine Freude an dem Band. Die Zeichnungen sind ansprechend, die Charaktere sympathisch und die Story ebenso süß wie heiß. Das zusammen macht "My Dear Underdog" in meinen Augen zu einem wirklich runden Einzelband.

My Dear Underdog | Ayato Miyoshi | Tokyopop | Originalpreis: 9,50€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 18. März 2026

Buchvorstellung: Jenseits der Worte Band 1 von Fumiya Hayashi


Worum es geht:

Arita und Takeda kennen sich aus der Schule, waren jedoch nie sonderlich eng befreundet. Jahre nach ihrem Abschluss treffen sie sich zufällig wieder und kümmern sich um eine streunende Katze. Schnell merken sie, dass sie gerne Zeit miteiander verbringen und entschließen sich, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Die Entscheidung wirft in ihrem Umfeld Fragen zur Art ihrer Beziehung auf, die sie auch selbst nicht so leicht beantworten können, weil die Gesellschaft nicht die richtige Antwort zu bieten scheint.

Meine Meinung:

Der erste Band von Fumiya Hagashis "Jenseits der Worte" hat mein Interesse mit seinem ungewöhnlichen Thema geweckt: Die Hauptfiguren Arita und Takeda sind zwei erwachsene junge Männer, die weder eine Liebesbeziehung pflegen, noch aus wirtschaftlichen Gründen eine Wohngemeinschaft gründen. Dennoch entscheiden sie sich für ein Zusammenleben und müssen sich nun mit Fragen zu den Gründen auseinandersetzen. 

Dabei war die Entscheidung für sie selbst einfach ganz entspannt und selbstverständlich: sie sind auf einer Wellenlänge und verbringen gerne Zeit miteiander. Warum also nicht? 

In diesem ersten Band lernen wir die beiden langsam in ihrem Alltag kennen. Takeda ist Lehrer und tritt stets offen für seine Überzeugungen ein, Arita ist Florist und oft eher zögerlich und zurückhaltend. Obwohl sie zusammen zur Schule gegangen sind, lernen sie sich erst nach ihrem Wiedersehen als Erwachsene besser kennen und entdecken, dass sie sich gut ergänzen. So gestaltet sich auch ihr Zusammenleben dem ersten Eindruck nach ziemlich harmonisch und sie stören sich auch nicht besonders daran, dass dieses Arrangement möglicherweise einige Fragen aufwirft. Dennoch denken sie natürlich beide auf ihre Art und Weise darüber nach.

Das Slice of Life Setting des Mangas hat mir beim Lesen sehr gut gefallen. Der Erzähltun ist ruhig und auch die Zeichnungen setzen nicht auf übertriebene Effekte oder Emotionen. Auch wertet der Manga nicht, er regt vielmehr zum Nachdenken an über gesellschaftliche Konventionen und Klischees. Er schafft es außerdem, dass ich tatsächlich noch keine genaue Vorstellung davon habe, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickeln wird. Werden die beiden Antworten für sich finden? Werden sie mit ihrer Einstellung anecken? Oder werden sie einfach losgelöst von allen Erwartungen ihren Alltag leben? Alles scheint offen, und genau das weckt Neugierde auf die Zukunft.

In jedem Fall erwarte ich viel nach diesem Auftakt, der durch sein Thema so stark aus dem üblichen Genre-Denken herausfällt. Wer eine ruhige Story zum Nachdenken sucht, sollte gerne mal einen Blick riskieren!

Jenseits der Worte Band 1 | Fumiya Hayashi | Dokico | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Josei | Empfohlen ab 12 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 17. März 2026

Buchvorstellung: Natsume-san will aufblühen von Mamita


Worum es geht:

Mit Kous Hilfe hat Natsume es geschafft, seine Angst vor dem körperlichen Aspekt von Beziehungen zu überwinden und es läuft gut zwischen den beiden. Doch natürlich wäre Natsume nicht Natsume, würde er nicht prompt die nächste (natürlich geheime) Agenda planen, um seinem scheinbar perfekten Partner auch wirklich gerecht zu werden. Schließlich taucht dann auch noch sein bester Freund aus Kindheitstagen auf, dem er ein Versprechen gegeben hat, welches er ebenfalls unbedingt anstandslos erfüllen möchte, und plötzlich ist er schon mittendrin in einem neuen Chaos, das so natürlich überhaupt nicht geplant war.

Meine Meinung:

Ist es überhaupt möglich, Natsume-san nicht zu mögen? Auch in "Natsume-san will aufblühen" hat er wieder nichts als gute Absichten für die Menschen, die ihm wichtig sind, tut sich durch seine Unsicherheiten jedoch schwer damit, diese auch umzusetzen und vor allem zu kommunizieren und sorgt so unfreiwillig für das eine oder andere Missverständnis. Und das schöne an Mamitas Manga ist dabei, dass nichts davon irgendwie konstruiert wirkt, um für unnötiges Drama zu sorgen.

Durch seine negativen Erfahrungen in der Vergangenheit - und auch einfach durch seinen Charakter - ist Natsume einfach noch immer ziemlich unsicher, was seine Beziehung zu Kou angeht und hebt diesen ganz unbewusst auf ein Podest. Nun ist Kou aber natürlich auch kein Heiliger, und auch eher hat Zweifel und Sorgen. Seine neue Arbeit lastet ihn sehr stark aus, und als er merkt, dass Natsume ihm etwas verschweigt, kommt er damit nicht gut klar. Da jedoch keiner den anderen mit seinen Unsicherheiten belasten will, spitzt sich die Lage unweigerlich zu und zwingt die beiden letztendlich zur Auseinandersetzung mit ihren Problemen.

Zu welcher Lösung die beiden kommen und wie sie dorthin gelangen wird an dieser Stelle natürlich nicht verrraten, aber mir hat die Art und Weise, auf die Mangaka Mamita die Geschichte erzählt, wieder einmal hervorragend gefallen. Beide Charaktere sind erwachsen und benehmen sich auch so, wobei Natsume dennoch wirklich süß ist während Kou einige ziemlich überraschende Seiten aufweist. Der Band hat eine Empfehlung ab 18 Jahren, welcher er mit mehreren unzensierten Szenen auch gerecht wird. Das Verhältnis an einschlägigen Szenen im Vergleich zur eigentlichen Story fand ich dabei insgesamt durchaus passend. Von meiner Seite aus auf jeden Fall wieder eine klare Leseempfehlung!

Natsume-san will aufblühen | Miman | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Montag, 16. März 2026

Buchvorstellung: Semantic Error - Systemfehler im Code der Liebe Band 1 von J. Soori


Worum es geht:

Außer einem gemeinsamen Pflichtkurs an der Universität scheint es zwischen dem extrem strukturierten Informatikstudenten Sangwoo und dem überall beliebten Designstudenten Jaeyoung keinerlei Ähnlichkeiten zu geben. Als eine Entscheidung von Sangwoo schließlich dazu führt, dass Jaeyoung seinen Abschluss nicht machen kann, sucht dieser Rache - doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen und je mehr sie aneinander geraten, desto verwirrender werden ihre Gefühle füreinander.

Meine Meinung:

Ein Hoch auf den Bramble Verlag dafür, diese großartige Light Novel auf den deutschen Markt zu bringen! Viele werden "Semantic Error" vielleicht schon in anderer Form, beispielweise als Webtoon, kennen, doch wenn ihr die Story da genauso genossen habt wie ich, dann kann ich euch die Light Novel ebenfalls nur ans Herz legen.

Für mich lebt "Semantic Error" von der Dynamik zwischen den sehr ungleichen Protagonisten, und diese bekommt hier alle notwendige Zeit, sich voll und ganz entfalten zu können. So können wir live erleben, wie Jaeyoungs Gedanken Sangwoo gegenüber immer mehr von Wut zu Faszination und irgendwann dann zu ungefilterter Anziehung übergehen, deren Intensität er sich selbst kaum eingestehen möchte. Doch im Gegensatz zu ihm sehen wir auch die andere Seite: Sangwoos Innenleben, von dem ich persönlich wohl mindestens so fasziniert bin wie Jaeyoung.

Es ist nur mein ganz eigener Headcanon, aber für mich ist Sangwoo ein Paradebeispiel für die literarische Darstellung einer neurodivergenten Person. In seinem Fachbereich ein Genie, eckt er bei seinen Mitmenschen immer wieder an. Die Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen versteht er oft nicht, was ihn aber auch nicht sonderlich stört. Mit Abweichungen von seiner Routine kommt er überhaupt nicht klar - sie verursachen ihm körperlichen Stress, und Änderungen in seinem Denken und Handeln fallen ihm unfassbar schwer. Da ist es kein Wunder, dass er den spontanen und impulsiven Jaeyoung zunächst als Systemfehler betrachtet, und später dafür umso faszinierender zu beobachten, wie sich seine Meinung ihm gegenüber zusehends verändert und wie sehr sich seine Gedankengänge dabei von denen von Jaeyoung unterscheiden.

Und obwohl der erste Band zum Ende hin ohne größere Dramen oder Cliffhanger auskommt, stehen für mich noch so viele spannende Fragen und Möglichkeiten im Raum, dass ich die Fortsetzung jetzt schon herbeisehne. Die beiden stehen nun irgendwo zwischen Beziehung und Freundschaft mit gewissen Vorzügen, doch für welchen Weg werden sie sich entscheiden? Ist Sangwoo überhaupt in der Lage, eine "echte" Beziehung, die über das Körperliche hinausgeht, in Betracht zu ziehen? Und was ist mit Jaeyoung, dessen Beziehungen bisher immer schnell gescheitert sind, weil er das Interesse an seinen festen Partnern verloren hat? Und dann ist da ja auch noch Jihye, die ebenfalls ein romantisches Interesse an Sangwoo hat und sich nun irgendwie zu Jaeyoungs ziemlich dreisten Drohungen ihr gegenüber verhalten muss. Ich jedenfalls freue mich schon darauf, im nächsten Band Antworten auf diese Fragen zu finden.

Semantic Error - Systemfehler im Code der Liebe Band 1 | J. Soori | Bramble Verlag | Originalpreis 18,00€ | Genre: Boys Love | Link zum Buch