Sonntag, 3. Mai 2026

Buchvorstellung: This Monster Wants To Eat Me Band 2 von Sai Naekawa

Worum es geht:

Shiori fällt es weiterhin schwer, Hinakos Todessehnsucht zu verstehen, bis diese ihr mehr über ihre traumatische Vergangenheit offenbart. Mit dem neu gewonnenen Wissen gibt sie Hinako einen scheinbar paradoxen Rat: sie soll ihr Leben in vollen Zügen genießen, denn nur ein glücklicher Mensch entwickelt den perfekten Geschmack, nach dem Shiori sucht und der für sie die Grundvoraussetzung ist, Hinako wie abgemacht das Leben zu nehmen. Doch obwohl Hinako sich den Rat zu Herzen nimmt, wird die Lage zunehmend komplizierter, denn auch ihre beste Freundin Miko ist nicht das, was sie zu sein vorgibt...

Meine Meinung:

Es bleibt spannend und düster im zweiten Band von "This Monster Wants To Eat Me". Obwohl Shiori offensichtlich gefährlich ist, klammert sich Hinako an sie und ihr Versprechen, sehr zum Leidwesen ihrer besten Freundin Miko. Dass es zwischen Miko und Shiori Spannungen gibt, zeichnet sich ja schon seit dem ersten Zusammentreffen ab - wie tief diese reichen und woher sie rühren hat mich jedoch tatsächlich sehr erstaunt.

Auch in diesem Band bleibt die Atmosphäre wieder ein großes Highlight. Die Story ist beklemmend, und das merkt man den Zeichnungen und Interaktionen der Charaktere auch an. Neben dem offensichtlichen Interessenskonflikt zwischen Shiori und Miko wird eine weitere Frage zunehmend deutlicher: was passiert, wenn Hinako tatsächlich ihre Lebensfreude wiederfindet? Wird die Abmachung zwischen ihr und Shiori irgendwann zur Bedrohung? Und welche Rolle kann und wird Miko in dem gefährlichen Beziehungsgeflecht spielen?

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Horror und Monstern, aber die subtile Art, in der die unheimlichen Momente dieser Geschichte einem unter die Haut kriechen, fesselt mich extrem. Das Girls Love-Label finde ich zu diesem Zeitpunkt der Erzählung noch ziemlich gewagt, doch ich bin schon sehr gespannt, inwieweit dieser Aspekt noch eine Rolle spielen wird.

Werde ich dran bleiben? Auf jeden Fall! Die Geschichte um die traumatisierte Hinako hat mich nämlich schon längst viel zu sehr in ihren Bann gezogen.

This Monster Wants To Eat Me Band 2 | Sai Naekawa | Tokyopop | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Samstag, 2. Mai 2026

Buchvorstellung: Mein heimlicher Crush von Akasaka

Worum es geht:

Die beiden Schüler Yoshi und Takayuki könnten auf den erste Blick kaum unterschiedlicher sein. Während Yoshi durch sein auffälliges Äußeres und sein extrovertiertes Auftreten oft im Mittelpunkt des Interesses steht, fällt es dem in sich gekehrten Takayuki schwer, Kontakte zu knüpfen. Trotz ihrer gegensätzlichen Charaktere verstehen sich die beiden gut und gehen sogar regelmäßig zusammen auf Übungsdates, bei denen Takayuki seine zwischenmenschlichen Skills verbessern soll. Doch was soll Yoshi nur tun, als diese tatsächlich immer besser werden und sein Takayuki sein Herz immer höher schlagen lässt?

Meine Meinung:

Was für ein zuckersüßer, komplett runder Einzelband! "Mein heimlicher Crush" lebt von den beiden durch und durch sympathischen Protagonisten, denen ich vom ersten Moment an nicht widerstehen konnte. Takayuki wirkt auf den ersten Blick düster und unnahbar. Der Umgang mit anderen Menschen fällt ihm sichtlich schwer, da er große Hemmungen hat, Gefühle zu zeigen und andere an sich heranzulassen. Yoshi hingegen scheint das genaue Gegenteil: emotional, fröhlich und offen - jedoch nur auf den ersten Blick.

Am Ende ist es tatsächlich Takayuki, der als erster seine große Angst offenbart: er fürchtet sich davor, sich niemals verlieben zu können. Und Yoshi? Nun, der lügt zwar nicht, als er sagt, dass er seinem etwas speziellen Mitschüler helfen möchte, verbirgt jedoch zunehmend einen Teil seiner echten Gefühle. Auch er hat seine ganz eigenen Ängste - doch ist es ausgerechnet am distanzierten Takayuki, mehr darüber herauszufinden. Und so kommen sich die beiden Übungsdate für Übungsdate näher und lernen dabei viel über sich selbst und ihre eigenen Gefühle. Manchmal sind sie unbeholfen, manchmal unfreiwillig komisch, immer aber absolut süß auf ihrem Weg, sodass man als Leser gar nicht anders kann, als mit den beiden mitzufiebern.

Zeichnerisch fand ich den Band ebenfalls sehr ansprechend. Entgegen meiner ersten Vermutung aufgrund des auffällig poppigen Covers erleben wir die Story größtenteils in einem recht realistisch dargestellten Schulumfeld. Die Emotionen der beiden werden dabei durch eine Vielzahl an Gesten lebendig. Kleine Berührungen spielen eine große Rolle und zeigen anschaulich, wie Unsicherheiten nach und nach abgebaut werden und sich die Distanz zwischen den ungleichen Jungs zusehends verringert, was ich sehr schön zu verfolgen fand. Und das Ende? Meiner Meinung nach so ziemlich perfekt für diesen Band - eine kleine, aber wohl dosierte Portion Intimität inklusive.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Fans sanfter und süßer Boys Love Geschichten, bei denen nicht das Eine im Vordergrund steht!

Mein heimlicher Crush | Akasaka | Loewe Manga | Originalpreis 8,50€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Ein Hauch von Planarcadia - zu Besuch beim Honkai: Star Rail Event in Düsseldorf

Honkai: Star Rail ist am 26. April drei Jahre alt geworden und feiert dies mit einer offline-Tour durch verschiedene Orte der Welt. Mit dabei ist auch Düsseldorf, wo Fans vom 25. April bis einschließlich 3. Mai ein Event mit Pop-Up Store erwartet.

Da ich zur Eröffnung des Events "leider" noch im Urlaub war, konnte ich einen Besuch leider erst am Mittwoch, also so ziemlich zur Mitte des Events einrichten. Dies hatte den Vorteil, dass mich - anders, als es am Eröffnungstag der Fall gewesen wäre - keine lange Schlange vor dem Einlass erwartete. Es hatte jedoch auch einen entscheidenen Nachteil: vieles im Store war schon längst vergriffen, darunter auch sämtliche Merchandise-Artikel meiner Lieblingsfigur Aventurine. Auch Fans von Phainon blickten komplett in die Röhre, und meine Freundin, die gerne eine Figur von Kafka mit nach Hause genommen hätte, ging ebenfalls leer aus.

So bedauerlich das war, so wenig unerwartet war es auch. Ob Event oder Convention, Mihoyo unterschätzt unserer mehrjährigen Erfahrung nach eigentlich immer die Nachfrage an Merchandise. Doch zum Glück war es nicht so, als hätte es gar nichts mehr gegeben. Im Endeffekt konnte ich einiges an Dr. Ratio Merch ergattern, zwei Chrysos Heirs Acryl Standees (Mydei und Anaxa) sowie einen Acrylblock von Dan Heng. 

Außerdem gab es auch ein paar schöne Gratis-Goodies einzusammeln. Neben einer großen Tragetasche im Planarcadia-Design für den Einkauf konnte man Poster, verschiedene transparente Karten, ein Laserticket sowie eine Postkarte erhalten. Außerhalb des Stores nahmen zudem mehrere Läden an dem Event teil, wo man ebenfalls Stempel sammeln und durch bestimmte Käufe weitere Freebies sammeln konnte.

Der Store selber war ebenfalls sehr schön gestaltet. Die Mitarbeiter waren super freundlich und es gab verschiedene Mitmach-Aktionen. So konnte man sich künstlerisch auf einer Leinwand verewigen und an verschiedenen Fotospots Bilder machen. Einige liebevoll dekorierte Aufsteller boten auch einen Überblick über das ursprünglich verfügbare Sortiment. Auch wenn man vieles so nur noch sehnsüchtig anschmachten konnte, war das ein echter Blickfang, den man gerne mehrfach umrundete.

Auf der Immermannstraße konnte man zudem noch einige Details aus Planarcadia entdecken. Die teilnehmenden Läden hatten teilweise ihre Schaufenster entsprechend dem Event dekoriert, und an den Laternen fanden sich Flaggen, wie man sie auch in Planarcadia finden würde.

Trotz unserer Ernüchterung hinsichtlich der vielen vergriffenen Artikel im Store bereue ich es nicht, an diesem Tag an dem Event teilgenommen zu haben. Wir hatten Spaß im Laden und auf der Immermannstraße, haben nette, gleichgesinnte Leute getroffen und hatten einfach eine gute Zeit in Düsseldorf.

Ich würde mir sehr wünschen, dass Mihoyo die Nachfrage erkennt und in Zukunft vielleicht häufiger solche Events in Düsseldorf veranstaltet oder vielleicht sogar über ein permanentes Angebot wie das Café in Berlin nachdenkt. 

Für alle, die einen Besuch des Events am morgigen, letzten Tag eingeplant hatten, gibt es übrigens leider schlechte Nachrichten: seit heute (Samstag) Nachmittag meldet der Store, dass er komplett ausverkauft ist. Es wird also nur noch eine Teilnahme an den anderen Aktivitäten möglich sein.


Dienstag, 28. April 2026

Buchvorstellung: Die Verwandlungen der Füchsin von Yang Zhi

Der Band wurde mir vom Chinabooks-Verlag im Rahmen einer Leserunden-Verlosung bei Lovelybooks zur Verfügung gestellt - vielen lieben Dank dafür, ich habe mich sehr darüber gefreut!

Worum es geht:

Viele Legenden ranken sich um Fuchsgeister. So sollen sie die magische Fähigkeit besitzen, sich in exakt die Person zu verwandeln, nach der sich ein Mensch am meisten sehnt. Durch die so entstehenden Bindungen gewinnen sie an Stärke und können sich mit etwas Glück zu neunschwänzigen Füchsen entwickeln. Sind ihre Bindungen zu den Menschen stark genug, können sie sogar vollständig zu Menschen werden.

Im Zentrum von "Die Verwandlungen der Füchsen" stehen zwei Füchsinnen, die beide nach ihrem ganz eigenen Weg zum Glück suchen. Die alte, weiße Füchsin wünscht sich nichts mehr, als von einem menschlichen Partner so geliebt zu werden, wie sie wirklich ist, während die junge Rotfüchsin sich in der Welt der Menschen mit Fleiß und Intelligenz einen Namen machen möchte. Eine Zeit lang sieht es so aus, als kämen beide ihrem Ziel näher - doch Fuchsgeister haben keinen einfachen Stand unter den Menschen, und gerade die junge Rotfüchsin muss irgendwann erkennen, dass sie in ihrem jugendlichen Übermut nicht ganz so weise war, wie so von sich selbst dachte.

Meine Meinung:

Fuchsgeister sind bekanntermaßen Meister der Täuschung - und so wäre es auch nur allzu leicht, sich von der niedlichen und farbenfrohen Optik des Covers von Yang Zhis "Die Verwandlungen der Füchsin" täuschen zu lassen und zu denken, dass einen hier eine leichtherzige Lektüre erwartet. 

Dabei sieht die Realität ganz anders aus, greift die Geschichte um die junge Rotfüchsin und ihre große Schwester mit dem weißen Fell doch zahlreiche existenzielle und philosophische Fragen auf und regt zum Nachdenken an.

Der Manhua, der sich als eine Art moderne Version der klassichen chinesischen Geschichtensammlung "Liao Zhai Zhiyi" versteht, stellt die junge Rotfüchsin vor einige Herausforderungen, die wir auch als Menschen nur zu gut aus dem Prozess des Erwachsenwerdens kennen: die Suche nach dem eigenen Weg durch das Abwenden von den Lehren der Familie, die jugendliche Selbstüberschätzung, das schmerzhafte Lernen aus Fehlschlägen.

Doch auch Fragen nach dem "richtigen" Leben spielen hier eine Rolle: gibt es so etwas überhaupt, und streben wir eigentlich nach Glück oder nicht doch nach der Anerkennung der Gesellschaft um uns herum? Und auch die Fähigkeit der Fuchsgeister, den Menschen ihre Wünsche vor Augen zu führen, erweist sich bisweilen als zweischneidiges Schwert. So gibt es da die Familie, die sich nur allzu willens der Illusion hingibt, ihr Sohn sei gar nicht tot, als die Rotfüchsin sich ihnen in seiner Form zeigt, und auch den jungen Studenten, der sich selbst nicht eingestehen kann, dass sein Herz sich nach einem stattlichen Mann und nicht nach einer zarten Frau sehnt, wie die Gesellschaft es von ihm erwartet.

Die Füchse selbst stehen diesen Problemen der Menschen lange neutral gegenüber und nehmen erst einmal keine moralischen Wertungen vor. Für sie zählt nur die Verbindung mit den Menschen, aus der sie ihre Kraft ziehen. Die menschliche Gesellschaft selbst lernen sie erst mit der Zeit zu verstehen, und dieser Prozess ist mitunter sehr schmerzhaft.

So ahnt man als Leser im Gegensatz zur jungen Füchsin irgendwann auch, dass man sich womöglich geradewegs auf dem Weg zur Klimax einer großen Tragödie befindet - und ist am Ende sehr dankbar, dass der Manhua dennoch ein hoffnungsvolles Ende für einen bereithält. 

Erzählt wird die Geschichte der beiden Füchsinnen in durchgehend farbigen, ausdrucksstarken Bildern, bei denen der Humor nicht auf der Strecke bleibt. Auf über 200 Seiten erhält die Story dabei genug Raum, sich zu entfalten und die beiden unterschiedlichen, aber sympathischen Füchsinnen wachsen einem schnell ans Herz. Vom Text her erzählt der Band, was erzählt werden muss, ohne dabei überladen zu wirken und lässt oft auch einfach die Zeichnungen für sich sprechen. 

Das Buch selbst ist wie vom Chinabooks-Verlag wieder eine Freude für Liebhaber gedruckter Comics. Ein fester Einband, dickes Papier und ein schöner, klarer Druck sorgen für ein gutes Gefühl beim Lesen. Die Übersetzung von Eva Lüdi Kong lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Begriffe und Begebenheiten, die westlichen Lesern unbekannt sein könnten, werden in kurzen Fußnoten erklärt und helfen beim Verständnis.

Das alles zusammen macht Yang Zhis "Die Verwandlungen der Füchsin" für mich zu einem wirklich gelungenen Manhua mit außergewöhnlicher Thematik, an dem ich beim Lesen große Freude hatte. Wer sich für fernöstliche Legenden begeistern kann und offen ist für eine moderne, philosophische Betrachtung solcher Stoffe, sollte unbedingt einmal einen Blick riskieren.

Die Verwandlungen der Füchsin | Yang Zhi | Chinabooks Verlag | Originalpreis: 19,00€ | Genre: Drama, Fantasy | Link zum Buch

Dienstag, 21. April 2026

Buchvorstellung: Sinken oder Schwimmen von Shikke

Worum es geht:

Oka, Mao, Kadoi und Hasumoto besuchen gemeinsam die technische Oberschule und sind gut befreundet. Als Kadoi und Hasumoto plötzlich verkünden, jetzt ein Paar zu sein, weckt das bei Mao Neugier und er versucht, Oka zu überzeugen, dass die beiden es doch auch einmal miteinander probieren könnten - sehr zu dessen großer Irritation. 

Meine Meinung:

Ich gestehe: dieser Manga ist nur auf meiner Leseliste gelandet, weil ich Shikke als Mangaka hoch schätze. Thematisch hatte ich hier meine Zweifel, denn Tropes wie 'everyone is gay' und 'Ich steh eigentlich gar nicht auf Männer, aber...' sind meiner Erfahrung nach eine schwierige Angelegenheit und überzeugen mich am Ende oft nicht. Leider war das auch hier der Fall.

Doch zunächst einmal zu den positiven Seiten dieses schmalen Einzelbandes. Neben der Optik wären da besonders die Charaktere zu nennen, die trotz des begrenzten Raums alle die Möglichkeit erhalten, ihre eigene Perönlichkeit zu zeigen. Der Ton zwischen den vier Jungs ist locker und humorvoll, die Sprache angenehm alltäglich. Auch die Beziehung zwischen Kadoi und Hasumoto fand ich schön dargestellt, ganz besonders auch, wie die beiden ihren Freunden gegenüber damit umgehen und wie sich durch die Veränderung nichts an ihrer Freundschaft, jedoch durchaus an der Beziehung zwischen Mao und Oka ändert. 

Eigentlich also viel Potenzial, was meiner Ansicht nach jedoch leider ungenutzt bleibt, denn Mao ist in seinem nun folgendem scheinbar unbedarften Bestreben, Oka rumzukriegen, so forsch, dass es mir beim Lesen fast schon unangenehm war. Was immer da zwischen den beiden passiert ist, habe ich nicht als natürliche Beziehungsentwicklung wahrgenommen, und so wirkte auch die Beziehung, die am Ende dabei herauskam, auf mich irgendwie unglaubwürdig.

Neben der Hauptstory (samt einer recht expliziten Zugabe) enthält der Band noch eine unabhängige Kurzgeschichte über zwei Jungs, die als Kinder befreundet waren, einander dann aus den Augen verloren haben und sich im Studium wiedertreffen. Trotz der Kürze hat mir diese Story gut gefallen, hat sie doch interessante Fragen darüber aufgeworfen, wie gut zwei Menschen, die einander einmal  nahe zu stehen glaubten, sich eigentlich wirklich kennen und wie sehr sich die Beziehungen zwischen Kindern doch von denen zwischen Erwachsenen unterscheiden.

Zusammenfassend lässt mich "Sinken oder Schwimmen" etwas ratlos dastehen. Weder fand ich die Lektüre empörend schlecht, noch bin ich wirklich beeindruckt. Vermutlich einfach kein Band für mich. Schade, aber manchmal passt es halt einfach nicht.

Sinken oder Schwimmen | Shikke | Egmont Manga | Originalpreis 8,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 7. April 2026

Buchvorstellung: Our Sunny Days Band 1 von Jeong Seokchan


Worum es geht:

Als Ho Sungs Ex-Freundin ihm nach einem Jahr Funkstille plötzlich das gemeinsame Baby in die Hand drückt und verschwindet, fasst dieser die Entscheidung, seine Karriere beim amerikanischen Militär hinter sich zu lassen und mit dem Kind nach Korea zurückzukehren. Der Start in das für ihn neue Landleben verläuft holprig, doch die Bekanntschaft mit dem auf den ersten Blick schroffen Ladenbesitzer und Dorfvorsteher Haebom Kwon verändert vieles.

Meine Meinung:

Ich gebs zu: bevor ich "Our Sunny Days" in die Hand genommen habe, zählte ich zu den Leuten, die das Baby ganz schön hässlich fanden. 😆 Nach der Lektüre des ersten Bandes kann ich nun aber doch nicht mehr anders und habe die kleine Rotznase ähnlich lieb gewonnen wie ihr Vater und der neue Nachbar. Und wie könnte es auch anders sein, nach so einem überzeugenden Auftakt?

"Our Sunny Days" präsentiert sich als herzerwärmender Titel über einen alleinerziehenden, jungen Vater, der seinem Kind gerne das geben möchte, was ihm selbst einst vorenthalten wurde. Ho Sung selbst ist als Waise aufgewachsen, was es ihm schwer macht, Konzepte wie Familie oder Heimat nachzuvollziehen. Gerade darum möchte er jedoch, dass seine Tochter in einem Umfeld aufwächst, in dem es ihr an nichts fehlt. 

Das Dorf, welches er für ihr zukünftiges Leben auswählt, hat jedoch zunächst einmal wenig mit dem gängigen Narrativ des idyllischen Landlebens gemein. Es gibt wenig Wohlstand, die Gesellschaft ist alt und das Misstrauen gegen Außenstehende groß. Ho Sung merkt schnell, dass es nicht ganz leicht werden wird, seinen Platz in dieser Welt zu finden. Umso wertvoller ist da der Beistand durch Dorfvorsteher Haebom Kwon, unter dessen rauher Schale ein wirklich fürsorglicher Mann steckt.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern beginnt im ersten Band ganz zaghaft, aber gerade dadurch wunderschön, ergänzen sie sich doch in ihrer großen Unterschiedlichkeit perfekt. Während Ho Sung nie eine besondere Verbindung zu einem bestimmten Ort hatte und darum überall zu Hause sein konnte, scheint die enge Bindung an seine Heimat für Haebom Kwon gleichermaßen Segen wie Fluch zu sein. Der weitgereiste Vater mit der charmanten kleinen Tochter bringt neuen Wind in festgefahrene Beziehungen - etwas, wovon am Ende vielleicht alle profitieren werden.

Obwohl die Themen in "Our Sunny Days" also durchaus Tiefgang haben, erzählt der Webtoon die Story mit Humor und angenehmer Leichtigkeit, was den Band für mich zu einer richtigen Wohlfühl-Lektüre gemacht hat. Obwohl es größtenteils um den Alltag auf dem Dorf geht, gibt es einige Konfrontationen und unerwartete Situationen, die ohne übertriebenes Drama für Spannung sorgen.

Ich habe mich beim Lesen rundherum wohlgefühlt und kann den Band wirklich uneingeschränkt empfehlen.

Our Sunny Days Band 1 | Jeong Seokchan | Papertoons | Originalpreis 18,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Montag, 6. April 2026

Ostern im Mittelalter: Zu Besuch beim mittelalterlichen Osterfest im Tierpark Alsdorfer Weiher

Ostermontag, bestes Frühlingswetter und ein Mittelalter-Fest im nahgelegenen Tierpark: kann es da noch Zweifel über das ideale Ausflugsziel für den heutigen Tag geben. Meiner Meinung nach nein, und so ging es heute Vormittag gleich nach dem Frühstück dann nach Alsdorf.


 

Der Tierpark war wie immer schon für sich betrachtet einen Ausflug wert, und zu der recht frühen Stunde hielt sich auch der Andrang noch in Grenzen. Neben den wie immer überaus fotogenen Erdmännchen sorgten für mich persönlich besonders die ersten Nilgans-Küken des Jahres für große Freude. ♥

Das mittelalterliche Osterfest würde ich als klein, aber durchaus fein beschreiben. Es ließ sich einiges entdecken, und die Teilnehmer waren nur zu gerne bereit, Interessierten ihre Darstellungen zu erklären. Mein Highlight war die kleine Seilerei. Hier konnte man live miterleben, wie früher Seile hergestellt wurden. Kinder konnten es sogar selbst einmal ausprobieren und schließlich ihre selbst gedrehten Seile mit nach Hause nehmen. Wirklich lehrreich und interessant!

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Über das Mittelalter-Menü für Kinder (jegliche Ähnlichkeit mit existierenden poulären Kinder-Menüs sicherlich vollkommen zufällig) musste ich schon ein wenig kichern.

Laut Ankündigung gab es auch einige Programmpunkte wie Schwertkampf und Tanz, doch diese richteten sich in den Zeiten nach dem Besucheraufkommen und fingen darum wohl erst an, als wir schon wieder auf dem Heimweg waren - das schwere Kreuz derer, die Stoßzeiten lieber meiden. Und Spaß hatten wir auch so, also empfinde ich da wenig Reue. ;)