Worum es geht:
Noch immer im Körper eines Kindes, gibt Chiaki dennoch sein Bestes, um seinem zukünftigen Geliebten Kuon zu retten. Dabei stößt er jedoch immer wieder an Grenzen. So hat sein possessiver Bruder Wind von seinen Besuchen bei Kuon bekommen und beginnt, sich zwischen die beiden zu stellen, und dann taucht auch noch eine mysteriöse Frau auf, zu der Kuon eine schwierige Beziehung unterhält. Wie soll es Chiaki da nur gelingen, Kuon zu überzeugen, dass er ihm helfen kann?
Meine Meinung:
Auch nach dem zweiten Band von Scarlet Berikos erstem Webtoon "Redeem" habe ich tatsächlich keinen Plan, wohin die Geschichte eigentlich führen mag, aber mein Interesse ist ungebrochen.
Chiaki scheint sich langsam daran zu gewöhnen, dass seine Grenzen in diesem Kinderkörper ihn einschränken und beginnt sich Lösungen zu überlegen, um dennoch sein Ziel zu erreichen und Kuon eine Stütze zu sein. Und auch dieser scheint sich langsam aber sicher mit der Präsenz des aufdringlichen kleinen Jungen abzufinden, der stets behauptet, in der Zukunft sein Partner zu sein.
Dennoch hält der Band neue Herausforderungen für die beiden bereit, allem voran Chiakis unangenehmen Bruder, der es gar nicht schätzt, wenn sein kleiner Bruder irgendetwas macht, was er nicht kontrollieren kann. Doch auch Kuons Leben scheint zu dieser Zeit geprägt von einer eher toxischen Beziehung, die er einst aus finanziellen Gründen eingegangen ist und die ihn zunehmend zu belasten scheint.
Da ich weiß, dass es diesbezüglich bei dieser Serie immer wieder bedenken gibt, möchte ich betonen, dass auch im zweiten Band die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten gänzlich unbedenklich bleibt. Kuon sieht Chiaki als nichts anderes als ein Kind und handelt auch entsprechend, und auch dieser scheint sich mit diesen Grenzen abgefunden zu haben. Im Zentrum steht vielmehr Chiakis Wunsch, herauszufinden, warum der Kuon der Vergangenheits-Kuon so abweisend und unglücklich scheint und etwas daran zu ändern - immerhin war es schließlich dessen sanftes und liebevolles Zukunfts-Ich, in das er sich in seiner erwachsenen Form verliebt hatte.
Ihr seht es also: die Dynamik in dieser Serie ist durchaus etwas speziell und auch ziemlich einzigartig, doch das macht auch den Reiz der Geschichte aus. Besonders realistisch empfinde ich sie aus vielerlei Gründen bisher nicht - und damit meine ich tatsächlich nicht nur die Zeitreise Chiakis in die Vergangenheit, sondern den gesamten Verlauf der Story - aber neugierig gemacht hat sie mich dennoch ziemlich. Schließlich habe ich ein kleines Faible für traumatische Backstories, und Kuon scheint in dieser Beziehung einiges mit sich herumzuschleppen, was nur langsam und nach und nach ans Licht kommt.
Künstlerisch gibt es an "Redeem" übrigens absolut gar nichts auszusetzen. Scarlet Beriko ist für mich einfach eine Meisterin ausdrucksstarker Zeichnungen, und das beweist sie hier in Vollfarbe genauso eindrücklich wie in ihren nicht colorierten Werken.
Durch die etwas spezielle Thematik ist die Reihe sicher nicht für jedermann, doch wer sich daran nicht stört (oder wie ich großes Vertrauen in die Mangaka hat, hier keinen inhaltlich bedenklichen Weg einzuschlagen), darf gerne mal einen Blick riskieren.
Redeem Band 2 | Scarlet Beriko | C.Lines Verlag | Originalpreis: 15,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Blick ins Buch






