Dienstag, 23. Juni 2026

Buchvorstellung: Flight Sign Band 2 von Munaita


Worum es geht:

Die harten Zeiten der Fernbeziehung sind vorbei und Takagami und Iwatobi können endlich wieder zusammenziehen. Trotzdem bleibt ihnen lange nicht so viel Zeit zusammen, wie sie es sich erhofft haben. Neben inkompatiblen Arbeitszeiten sind sie beide beruflich noch nicht am Ziel und müssen sich richtig reinhängen - nicht immer einfach für ihre Beziehung! Und dann kommt es auch noch zu einem heiklen Zwischenfall in der Luft...

Meine Meinung:

Es bleibt turbulent im Leben von Co-Pilot Takagami und Fluggerätemechaniker Iwatobi. Während die beiden im zweiten Band von "Flight Sign" endlich wieder vereint sind, heißt das nicht, dass auch alle Probleme verschwunden sind.

Während Takagami sowohl beruflich als auch privat unter seinen eigenen perfektionistischen Ansprüchen leidet, muss Iwatobi einen Rückschlag bei seinem Ziel, stets derjenige zu sein, der bei den Flügen seines Partners die Startfreigabe gibt, hinnehmen. Um einander nicht zu beunruhigen, fressen beide ihre Probleme zunächst in sich hinein und beunruhigen einander dabei mehr als sie sich hätten vorstellen können. Am Ende ist es dann ausgerechnet ein Notfall im Flugebtrieb, der sie daran erinnert, was ihnen wirklich wichtig ist.

Wie schon im ersten Band fand ich auch in der Forsetzung den Spagat zwischen beruflichen und privaten Momenten extrem gelungen. Man erhält einen spannenden Einblick in die vielfältigen Aufgabengebiete des Flugverkehrs und erlebt hautnah, wie viel Druck und Verantwortung für alle Beteiligten im Spiel ist und wie dies auch das Privatleben beeinflusst. Doch auch die Beziehung zwischen Takagami und Iwatobi steht immer wieder im Fokus und zeigt die beiden einfach sehr menschlich: Ihre Sorgen, Gedanken und Wünsche werden addressiert, und keiner von ihnen ist perfekt, sodass es immer mal wieder zu Reibereien und Auseinandersetzungen kommt, ohne jedoch in unnötigem Beziehungsdrama zu enden.

Und am Ende? Nun, da wird es dann doch noch ein wenig dramatisch, aber auf ganz andere Ebene, und ich fand es äußerst spannend, wie die beiden mit dieser Situation umgegangen sind und welche Schlüsse sie gezogen haben.

Ob dem Paar im dritten Band wohl ein bisschen mehr wohlverdiente Zweisamkeit gegönnt wird? Wir werden es bald sehen - ich freue mich in jedem Fall darauf!

Flight Sign - Startfreigabe für die Liebe Band 2 | Munaita | B-Love Manga | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Montag, 22. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge 2026: Citrus von Saburouta

Toxische Paare im Yuri-Bereich? Da stellt mich die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi ja ganz schön auf die Probe, denn das ist ein Thema, um das ich eigentlich in all meinen Genres immer einen großen Bogen mache. So fällt meine Wahl vermutlich auch dermaßen zahm aus, dass es echten Connaisseuren maximal ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Nichtsdestotrotz: reden wir über "Citrus", einen Titel, der ja durchaus kontrovers betrachtet wird (zumindest auf Twitter und damit im amerikanischen Bereich beschleicht mich jedenfalls immer das Gefühl, die nächste Hexenverbrennung ist nicht weit, sobald jemand diesen Manga auch nur erwähnt. Aber die Leute dort sind ja auch noch einmal eine Kategorie für sich).

In Deutschland erschien die zehnbändige Reihe von Saburouta zwischen 2015 und 2019 bei Tokyopop, einen Anime gibt es ebenfalls. Im Zentrum der Story steht Yuzu, ein modisches, spontanes und manchmal etwas vorlautes Mädchen, welches durch die zweite Heirat ihrer Mutter in eine neue Stadt ziehen und die Schule wechseln muss. Sich in das neue Leben, das sie dort erwartet, einzufinden, fällt ihr schwer, eckt sie mit ihrem Stil und ihrem Charakter in der etablierten, konservartiven Mädchenschule doch extrem an. Und als wäre das nicht genug, stellt sich die strenge Schülersprecherin auch noch als ihre neue Schwester heraus. Mei und Yuzu geraten bei jeder sich bietenden Gelegenheit aneinander, doch irgendwie möchte Yuzu der wunderschönen, aber auch schwierigen Mei auch näher kommen - und das nicht nur im schwesterlichen Sinne!

Als ich "Citrus" vor einiger Zeit noch einmal quergelesen habe, ist mir erst so richtig aufgefallen, wie wild der Titel in einigen Punkten ist. Mit der (Stief-)Geschwister-Thematik hatte ich persönlich eigentlich nie ein großes Problem, aber so wirklich wholesome kann man die Beziehung der beiden Mädchen zumindest am Anfang nicht bezeichnen. Da wird auch schonmal fröhlich ohne Konsens übereinander hergefallen oder emotional Druck ausgeübt - und das alles in locker-leichtem Ton und mit zuckersüßen Zeichnungen.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass mir der Titel gefallen hat, obwohl er soweit abseits meiner üblichen Präferenzen liegt. Vermutlich auch bedingt durch ihren Charakter, jagt in Yuzus Leben ein kleines Drama das nächste, sodass weder sie, noch die Leser je zur Ruhe kommen. Familiäre Konflikte, Eifersucht, schulische Probleme, psychische Ausnahmesituationen - alles dabei. Selten findet man so viel Action in einer Liebesgeschichte, was die Lektüre irgendwie immer spannend gehalten hat. 

Ich fand es in jedem Fall unterhaltsam, zu verfolgen, wie die beiden sehr ungleichen Mädchen immer wieder aneinander geraten, aber auch ihre eigenen Probleme überwinden und so menschlich wachsen. Wer eine wirklich tiefgründige Story sucht, ist hier meiner Meinung nach zwar an der falschen Stelle, aber wenn man mit einigen moralischen Zweifelhaftigkeiten (und einer absolut absurden Familiengeschichte) leben kann, kann man mit "Citrus" wirklich Spaß haben.

[PS: Fotos gibt es gerade leider nur mit Einschränkung, weil ich den zweiten Teil der Serie verliehen habe. Bin schon sehr auf das Fazit der aktuellen Leserin gespannt. Zwischenstand ist, dass die beiden sie auf die Palme bringen, was ich wirklich sehr gut nachvollziehen kann.]

Citrus | Saburouta | Toykopop | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch

Freitag, 19. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge 2026: Adachi & Shimamura


Gerade befinden wir uns bei der #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi an einer Stelle, wo ich unheimlich gespannt auf die Beiträge bin. Gefragt wurde nämlich nach Yuri-Titeln, die auf dem deutschen Markt noch fehlen, und da ich zumindest im Manga-Bereich aktuell fast ausschließlich deutsche Lizenzen lese, denke ich, dass ich da einige neue spannende Sachen entdecken werde!

Bei meinen eigenen Überlegungen zu einem Yuri-Titel, der mir auf dem deutschen Markt noch fehlt, kam mir dann auch ausgerechnet ein Titel in einem Format in den Sinn, das es hierzulande ohnehin schwer zu haben scheint: nämlich eine Light Novel.

"Adachi and Shimamura" von Hitoma Iruma erscheint in Japan schon seit 2013, die englische Version bei Seven Seas ist im Jahre 2020 gestartet. Die Reihe läuft meines Wissens nach noch und umfasst bisher 13 Bände. Inhaltlich geht es um die beiden High School Schülerinnen Sakura Adachi und Hougetsu Shimamura, die sich eines Tages beim Schuleschwänzen kennenlernen. Die beiden sind fasziniert voneiander und werden bald beste Freundinnen, doch Adachi merkt schnell, dass ihre Gefühle für Shimamura tiefer gehen. Aus Unsicherheit traut sie sich jedoch zunächst nicht, dies auch anzusprechen.

Was ich an "Adachi and Shimamura" schätze, ist der angenehm ruhige Ton. Als Leser erlebt man den ganz normalen Schulalltag mit den beiden Mädchen, und bei der Länge der Serie erhält die Beziehung der beiden richtig viel Zeit, sich zu entwickeln. Der Erzählton hat dabei oft etwas angenehm humorvolles ohne gleich übertrieben zu wirken, was mir persönlich richtig gut gefallen hat. Für mich ist es einfach eine richtig schöne Slice of Life Yuri-Reihe im klassischen Schul-Setting. Nichts super-spektakuläres vielleicht, aber für mich eben genau die Art von Titel, die ich gerne mag, mit viel Slice of Life, Charakterentwicklung und Figuren, denen der Raum gegeben wird, sich zu entfalten und einem ans Herz zu wachsen.

Nun werde ich mich nicht der Illusion hingeben, dass die Light Novel eine große Chance auf dem deutschen Markt hätte, jedoch hat es mich immer gewundert, dass nicht spätestens nach dem Start des Animes zur Reihe vor sechs Jahren zumindest die Manga-Adaption lizensiert wurde. Diese habe ich persönlich noch nicht in der englischen Ausgabe gelesen, weil ich immer die vage Hoffnung hatte, sie könnte uns hier doch eines Tages einmal erreichen. Tja, wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt?

Adachi and Shimamura | Hitoma Iruma (Story), Non, Shizue Kaneko, Raemz (Illustrationen) | Seven Seas | Originalpreis: ab 13,99$ | Genre: Yuri | Empfohlen ab 13 Jahren | Blick ins Buch

Mittwoch, 17. Juni 2026

Buchvorstellung: Mein Leben als Moppelkatze Band 2 von otori, Ema Okadachi und Kou Kusaka

Worum es geht:

Marie genießt in ihrer Form als Katze weiterhin ein komfortables Leben bei Herzog Reinhardt, macht sich jedoch Sorgen, weil ihre Verhaltensmuster zunehmend der eines echten Stubentigers gleichen. Als der Herzog durch das noch immer unaufgeklärte Verschwinden seiner Verlobten in die Klemme gerät, weiß Marie, dass sie endlich handeln muss: doch wie soll sie nur darauf aufmerksam machen, dass sie mehr als nur eine Moppelkatze ist?

Meine Meinung:

Auch am zweiten Band von "Mein Leben als Moppelkatze" hatte ich beim Lesen wieder große Freude. Maries Verhalten ist mittlerweile so katzenhaft, dass wohl jeder Besitzer (oder Bedienstete) einer solchen Fellnase den einen oder anderen Special Effect seines eigenen Vierbeiners wiedererkennen dürfte. 

Doch Katze oder nicht, auch die Liebe gerät in dieser Fortsetzung nicht in den Hintergrund. Denn so sehr Marie es genießt, sich von Herzog Reinhardt Streicheleinheiten abzuholen, so sehr plagt sie auch die Gewissheit, dass er noch immer denkt, sie als seine Verlobte sei vor der Ehe mit ihm weggelaufen. Nicht nur, dass dies ja von vornherein nicht stimmt - durch seine Unbedarftheit seiner geliebten Katze gegenüber lernt Marie auch noch, dass er aufrichtige Gefühle für sie hegt und generell einfach ein herzensguter Mann ist, dem sie gerne beistehen möchte, und zwar als Mensch!

So findet Marie endlich die Entschlossenheit, aktiv etwas an ihrer Situation ändern zu wollen, und mit Emmeline, der Kommandantin des königlichen Ritterordens, steht dabei unerwartet bald auch eine neue, sehr charakterstarke Verbündete an ihrer Seite.

Es bleibt also turbulent in Maries Leben, und dies liest sich wie gewohnt humor- und liebevoll, aber auch sehr spannend. Marie ist dabei eine durch und durch sympathische Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Clever und witzig, aber auch ein bisschen unsicher und manchmal ein wenig tollpatschig: man versteht sofort, wie sich der Herzog in sie verliebt hat.

Ein weiterer Band folgt noch, dann ist die kurze Serie auch schon abgeschlossen. Ich jedenfalls fiebere dem Finale schon entgegen, denn wenn zwei Menschen es verdienen, ein gemeinsames Happy End zu finden, dann doch wohl diese beiden! 

Mein Leben als Moppelkatze Band 2 | otori, Ema Okadachi und Kou Kusaka | Altraverse | Originalpreis: 7,00€ | Genre: Fantasy | Empfohlen ab 13 Jahren | Blick ins Buch

Dienstag, 16. Juni 2026

Buchvorstellung Yurijuni Challenge: Wir beide! von Milk Morinaga

Yuri-Mangas im Schul- oder Unisetting gibt es so einige, aber als ich darüber nachgedacht habe, welchen Titel ich gerne für die #yurijuni2026 Challenge von manga_no_tomodachi auswählen möchte, ist meine Wahl ziemlich schnell auf "Wir beide!" von Milk Morinaga gefallen.

Für mich - wie vermutlich für viele ältere deutsche Mangaleser - war dieser Titel damals (2012) der erste Berührungspunkt mit dem Girls Love Genre. Und was soll ich sagen? Ich war damals vollauf begeistert von dieser neuen Welt, die sich aufgetan hat! Umso schöner finde ich es, heute - ganze vierzehn Jahre später - nach meinem Reread für die Challenge sagen zu können: ich mag diese Reihe noch genauso gerne wie damals!

In "Wir beide!" geht es um Mariko, die so schüchtern und unauffällig ist, dass sie in der Schule keine wirklich engen Freunde hat. Dies ändert sich erst, als die lebhafte Akko sie anspricht. Durch die Freundschaft zu ihr ändert sich Marikos Leben sehr. Sie fängt an, sich für Mode und Trends zu interessieren und findet endlich Anschluss in ihrer Klasse. Obwohl sie den Grund lange nicht wirklich greifen kann, bleiben ihre Gefühle für Akko jedoch immer irgendwie anders als die für ihre anderen Freundinnen. Als sie eines Tages das Bedürfnis überkommt, Akko im Schlaf zu küssen, beginnt sie daran zu zweifeln, dass sie in dieser wirklich nur eine sehr enge beste Freundin sieht.

Was "Wir beide!" meiner Meinung nach von anderen Yuri-Titeln im Schulsetting abhebt ist die liebevoll-detaillierte Ausgestaltung des Alltags von Mariko und ihren Freundinnen. Die Schule als natürlicher Lebensmittelpunkt von Mädchen in diesem Alter nimmt großen Raum ein, doch auch ihre Freizeit wird immer wieder beleuchtet. Es wird geshoppt, angesagte Fast Food Ketten besucht und - mein persönlicher Favorit, weil so schön typisch für die Zeit, aus der der Manga stammt - Purikura gemacht und getauscht. So entsteht ein sehr dynamisches Bild einer Lebenswirklichkeit, um die herum sich die Geschichte von Mariko und Akko entwickeln kann.

Große Dramen sucht man hier vergeblich, auch wenn sich dies für die Protagonistinnen sicher ganz anders anfühlt. Gerade Mariko kann ihre Gefühle lange nicht richtig zuordnen und versucht sie zu unterdrücken, weil sie sie für falsch hält und Angst hat, Akko damit zu vertreiben und so ihre beste Freundin zu verlieren. Das führt irgendwann sogar so weit, dass sie ein Liebesgeständnis von einem Jungen annimmt mit der festen Absicht, sich schon irgendwann in ihn zu verlieben - ich denke, es zählt nicht als Spoiler, zu verraten, dass das natürlich nicht so furchtbar gut funktioniert. 

"Wir beide!" erzählt am Ende also mehr als nur eine Liebesgeschichte. Vielmehr habe ich es als eine Geschichte über das Erwachsenwerden gelesen. Einerseits fängt das Leben für die Mädchen gerade erst an und sie genießen es, sich selbst zu entdecken, andererseits ist Gefühlschaos nie fern. Entscheidungen für die berufliche Zukunft müssen getroffen werden, scheinbar enge Freundschaften bröckeln, sobald sich die Zusammenstellung der Klassen ändert - und dann ist da eben noch die Sache mit der Liebe, immer mit der konstanten Angst, irgendwas falsch zu machen und alles zu ruinieren. Es ist eine Reise in das Leben japanischer Teenager, thematisch zeitlos aber vom Setting her perfekt in die Zeit seiner Entstehung eingebunden. 

Vielleicht liegt es ein Stück weit einfach daran, dass ich zu eben jener Zeit (der Manga erschien in Japan ab 2006) selbst Teenager war, aber in jedem Fall habe ich bis heute große Freude an der Geschichte von Mariko und Akko, was den Manga bis heute zu einem Highlight des Genres macht.

Wir beide! | Milk Morinaga | Carlsen Manga | Originalpreis 6,95€ pro Band | Genre: Girls Love 

Montag, 15. Juni 2026

Buchvorstellung: My Pretty Policeman Band 1 von Niyama

Heute gibt es Mal keinen neuer Manga, sondern einer meiner Flohmarktfunde von vor ein paar Wochen.

Worum es geht:

Seiji war früher Polizist, hat die Karriere jedoch irgendwann an den Nagel gehängt und stattdessen den kleinen Laden seiner Eltern übernommen. Leider läuft das Geschäft nicht gut, und auch in seinem Liebesleben herrscht tote Hose (im wahrsten Sinne des Wortes). Als er seinem jüngeren Bekannten Shin gegenüber die Bemerkung fallen lässt, dass er schon darüber nachdenkt, ans andere Ufer zu wechseln, weckt er damit jedoch ungeahnt schlafende Hunde, denn Shin ist schon seit vielen Jahren in ihn verliebt.

Meine Meinung:

Was für ein unterhaltsamer Start! Der Ton in "My Pretty Policeman" ist locker und witzig, und sowohl Seiji als auch Shin wachsen einem beim Lesen schnell ans Herz. 

Mit den beiden Protagonisten treffen zwei ziemlich unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander. Seiji ist zwar der Ältere, nimmt sich selbst und das Leben aber nicht immer allzu ernst. Sehr zu Shins Leidwesen, der als Jugendlicher dank ihm sein Leben in die Hand genommen hat und ein verantwortungsvoller Polizist geworden ist, schließt das auch ihn mit ein. Auch zehn Jahre später sieht Seiji in ihm anscheinend nur den etwas zu groß geratenen Jungen und merkt nichts von seinen intensiven Gefühlen. Doch das soll sich nun ändern.

Shins und Seijis Annäherungen lesen sich dabei durchgehend sehr angenehm und auch oft ziemlich erheiternd. Beide Männer wissen, was sie wollen (und was nicht) und respektieren ihre Grenzen, wobei Seiji, der anfangs ziemlich an der physischen Umsetzbarkeit von Shins Plänen mit ihm zweifelt, tatsächlich der absolute Klassiker rettet - ich sag nur: "Ich kann nicht, wenn die Katze guckt!". ;)

Gerade, weil sich der Manga nicht immer ganz so ernst nimmt, aber dennoch einige story-technisch richtig spannende Szenen aufweist, fand ich den Einstieg sehr charmant. Eine richtig schöne, kurzweilige Lektüre ohne unnötiges Drama, der ich gerne weiter folgen werde.

My Pretty Policeman Band 1 | Niyama | Kaze | Originalpreis: 7,00€ | Empfohlen ab 16 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch

Sonntag, 14. Juni 2026

Buchvorstellung: Der Duft von Rosen in schlaflosen Nächten von Daisuke


Worum es geht:

Seit einem Polizeieinsatz, der gründlich schief gelaufen ist, leidet Koyama an Schlafstörungen. Auf die Empfehlung eines Vorgesetzten hin sucht er darum den Hypnotiseur Henderson auf, der mit einem einzigartigen Rosenduft arbeitet und schnell Erfolge in Koyamas Behandlung erzielt. Abseits der Therapie bleibt es jedoch schwierig für den jungen Polizisten. Als wäre es nicht genug, dass er Arbeit und kleine Missgeschicke anzieht wie ein Magnet, hält auch noch ein spektakulärer Kriminalfall die Wache in Aufruhr. Ein Phantomdieb, der nur die Superreichen bestiehlt und Koyama immer wieder durch die Finger gleitet, lässt ihm einfach keine Ruhe.

Meine Meinung:

"Der Duft von Rosen in schlaflosen Nächten" war für mich ein typischer Coverkauf, denn ich war sofort ganz hingerissen von der sinnlichen Szene auf dem Titel, der farbigen Illustration am Anfang und den beiden wunderschönen Extras, einem kleinen Shikishi und einer Postkarte.

Umso überraschter war ich dann, dass der Manga inhaltlich eine ganz andere Richtung einschlägt. Dafür, dass es Hendersons Job ist, Menschen beim Einschlafen zu helfen, ist sein Charakter doch ziemlich - sagen wir mal - kantig. Er mag kleine Provokationen, anzügliche Witze und Grenzüberschreitungen. Mit anderen Worten: er bringt den geradlinigen und rechtschaffenen Koyama vom ersten Moment an auf die Palme. Trotzdem ist die Anziehung zwischen den beiden gegenseitig. Während Henderson Koyamas unkomplizierten Charakter (und seine körperlichen Vorzüge) schätzt, wird Koyama beinahe magisch von Hendersons Duft angezogen. Von Liebe kann hier zwar meiner Meinung nach von keiner der beiden Seiten aus gesprochen werden, aber der Ansatz, dass Gegensätze sich anziehen, wird dafür doch ziemlich lebhaft verfolgt. 

Die Zeichnungen waren für mich nicht unansprechend, aber unerwartet unruhig im Vergleich zu dem, was die Farbillustrationen suggerieren. Im Grunde passt das jedoch gar nicht so schlecht zur Story, denn durch die Handlungsstränge rund um den Phantomdieb gibt es in dem Einzelband auch einiges an Action.

Mit einem Fazit tue ich mich nach der Lektüre dieses Mangas aber irgendwie doch ein bisschen schwer. Schlecht war er definitiv nicht, aber deutlich anders, als ich es vom Artwork her vermutet hätte, und der Rahmen eines relativ schmalen Einzelbandes war vielleicht auch einfach nicht genug, um der Geschichte, die ja gewissermaßen zwei Handlungsstränge verfolgt, den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. So bleibt am Ende beides - Beziehung und Kriminalfall - nur vage und unzureichend angerissen. Eine Fortsetzung könnte hier definitiv gewinnbringend sein.

Der Duft von Rosen in schlaflosen Nächten | Daisuke | Egmont Manga | Originalpreis: 9,50€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren| Link zum Buch