Posts mit dem Label König Pilsener Arena werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label König Pilsener Arena werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 15. November 2020

Konzertbericht: Sabaton in Oberhausen

 Im Gegensatz zu den meistens doch verhältnismäßig kleinen Konzerten, die ich in aller Regel so besuche, stand am 1. Februar mal eine ganz große Sache auf dem Plan, nämlich ein Besuch des Sabaton-Konzerts in Oberhausen!

Da wir wie üblich mit der Bahn anreisten und diese ausnahmsweise tatsächlich einmal pünktlich ankam, hatten wir nur alle Zeit der Welt, die wir für eine letzte Stärkung am Bahnhof nutzten sowie für die Suche nach einem Schließfach für unsere Jacken und größeren Taschen. An Menschen, die nicht mit dem Auto anreisen ist bei den seit einiger Zeit besonders in größeren Locations herrschenden Einlassbestimmungen (Taschen nicht größer als ein Blatt Papier, Jacken am besten auch gleich weg lassen) nämlich so gar nicht gedacht. Als das erledigt war, konnte es losgehen und wir machten uns auf den Weg zur ausverkauften König-Pilsener-Arena. Auch dort galten natürlich die seit den jüngsten Anschlägen auf Konzerte eingeführten, verschärften Einlassregeln mit einem Bodyscan wie am Flughafen, was das ganze Prozedere natürlich arg in die Länge zog. Wobei ich der Fairness halber zugeben muss, dass sich die Abläufe seit meinem letzten Besuch der Location schon arg verbessert haben. Gewohnheit und Übung machen da wohl auch den Meister.

Irgendwann waren wir dann jedenfalls drin und machten uns zunächst auf die Suche nach unseren Plätzen - Sitzplätze oben rechts - und anschließend auf die Jagd nach einem der Sabaton-Becher, die an einigen der Getränkestände ausgegeben wurden. Als wir versorgt waren, warteten wir gespannt auf den Beginn des Konzertabends.


Das Becher-Design unserer Wahl

Dieser wurde eröffnet von den Schweden von Amaranthe. Die Band rund um die Sänger Elize Ryd, Nils Molin und Henrik Englund Wilhelmsson mit der ganzen Bandbreite an männlichem und weiblichem, clearem oder gegrowltem Gesang gab ordentlich Gas auf der Bühne und wusste von der Performance durchaus zu überzuegen. Musikalisch traf der ziemlich spezielle Stilmix der Band mit Elementen aus den verschiedensten Metal-Subgenres, Elektronik und poppig anmutenden Parts aber nicht immer meinen Geschmack. Dennoch lieferten sie ohne Zweifel eine mitreißende Show ab.


Weiter ging es mit einer Band, auf die ich mich bereits im Vorfeld sehr gefreut hatte, da ich sie schon seit Ewigkeiten hatte live erleben wollen. Die Rede ist von Apocalyptica, die mich an diesem Abend sehr begeisterten! Die Musik der finnischen Cello-Virtuosen erwies sich auf der großen Bühne als absolut mitreißend - Metal benötigt ganz offensichtlich nicht immer Gesang oder auch nur die typischen Instrumente. Doch auch, wer nicht so für Musik ohne Gesang zu haben war, konnte bei Apocalyptica glücklich werden, lud man sich doch für die einfach epische Eigeninterpretation von Rammsteins "Seemann" mit Elize von Amaranthe ganz simpel eine Gastsängerin ein. Und als es zum Abschied dann an den Metallica-Klassiker "Nothing Else Matters" ging, sang natürlich die ganze Arena mit. Was für ein Finale für eine ohnehin schon geniale Show! Unbedingt will ich diese Band in nicht allzu ferner Zukunft wiedersehen, und diesmal dann bitte in voller Pracht als Headliner. Mal schauen, wann sich das umsetzen lassen wird.


Nun aber wird es Zeit, zum krönenden Finale des Abends zu kommen: Sabaton. Du meine Güte, was für eine Show! Schon das Intro war episch, ganz zu schweigen vom grandiosen Bühnenaufbau. Die Schweden machten die Bühne mit nachgebildeten Schützengräben und Stacheldrahtmal eben flott zum Kriegsschauplatz und Schlagzeuger Hannes von Dahl muss auf seinem lebensgroßen Panzer wohl der meistfotografierte Musiker seiner Zunft sein.

Bei dem nun folgenden Auftritt feuerten die Schweden alles ab, was sie zu bieten hatten, und das waren zum einen natürlich tonnenweise Hits, aber auch jede Menge Pyroeffekte und die eine oder andere auch mal was längere Ansage. Sänger Joakim Brodén hatte sichtlich Spaß an der Interaktion mit dem Publikum, und das Publikum hatte hörbar Spaß an dem, was ihm an diesem Abend geboten wurde. Auch die Herren von Apocalyptica bekam man im Laufe des Konzertes noch einmal zu Gesicht, als beide Bands einige Songs gemeinsam performten, was ebenfalls eine richtig gute musikalische Kombi ergab.

Da Sabaton es bekanntlich nicht so mit den ruhigen Tönen haben, gaben Band und Publikum während des knapp zweitsündigen Konzerts quasi pausenlos alles. Es war laut, heiß und einfach genau so, wie man sich ein richtig gutes Metal-Konzert vorstellt. Selbst wenn ich in diesem Jahr die Chance gehabt hätte, mehr als für meine Verhältnisse kümmerliche sechs Konzerte zu Besuchen, wäre mir dieser Abend wohl als ganz großes Jahreshighlight in Erinnerung geblieben. Was für ein gewaltiges Live-Erlebnis!



Sonntag, 28. Juli 2019

Konzertbericht: Avantasia in Oberhausen

Von der German Comic Con Spring Edition in Dortmund ging es am Abend des 14. Aprils gleich weiter zur nächsten Veranstaltung. Tobias Sammet's gewaltiges und außergewöhnliches Musikprojekt Avantasia gastierte nämlich an jenem Abend in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen.

Am Bahnhof von Oberhausen traf ich mich mit meiner Mutter, mit der ich das Konzert besuchen wollte (und die mich seinerzeit überhaupt erst auf Avantasia aufmerksam gemacht hatte), und wir machten uns auf den Weg zur Arena. Der Einlass dauerte wegen der mittlerweile arg verschärften Sicherheitsauflagen bei derartigen Großveranstaltungen zwar eine ganze Weile, verlief aber insgesamt sehr routiniert und problemlos. Drinnen angekommen, blieb immer noch genug Zeit, sich mit Essen, Trinken und Merch zu versorgen und dann in aller Ruhe seine Plätze zu suchen. Wir genossen die Show von einem Sitzplatz links der Bühne. Obwohl es natürlich immer etwas ungewöhnlich ist, ein Metalkonzert im Sitzen zu sehen, war der Ausblick von dort super.

Meine Erwartungen an dieses Konzert waren im Vorfeld wirklich hoch gewesen, und sie wurden nicht enttäuscht! Tobias Sammet erwies sich wenig überraschend von der ersten Sekunde an als totale Rampensau, der sein Publikum in minutenschnelle im Griff hatte. Schon alleine seine supersympathischen Ansagen an jenem Tag waren Gold wert und mussten wohl noch den grummeligsten Skeptiker für ihn einnehmen. Und dann natürlich das, weswegen wir alle gekommen waren: die Musik! Avantasia ist ja nun so ein Projekt, das hält man entweder für ganz große Klasse und auf ganzer Linie ungewöhnlich, oder man hält es ebenso innbrünstig für vollkommen überbewertet. Klar, welche Ansicht an jenem Abend im Publikum herrschte, folglich war auch die Stimmung vom ersten Ton an ausgezeichnet.

Obwohl auf der Tour ja das gerade erschienene, neue Album "Moonglow" vorgestellt wurde, fanden auch zahlreiche ältere Stücke ihren Weg auf die Bühne, deren Erscheinungsbild im Übrigen eine absolute Augenweide war! Die Liste der Gastsänger wich ziemlich ab von der des aktuellen Albums, doch trotzdem passte alles auf ganzer Linie. Magnum-Frontmann Bob Catley war dabei, voller Energie wie immer, aber auch Geoff Tate von Queensrÿche, Eric Martin von Mr. Big, Ronnie Atkins und Jørn Lande. Allesamt machten sie einen großartigen Job, wirkten spielfreudig und gingen auf das Publikum zu. Richtig beeindruckend fand ich auch Sängerin Adrienne Cowan. Zunächst scheinbar "nur" als Backgroundsängerin auf der Bühne, bewies sie im Laufe des Konzerts eine beeindruckende Stimmgewalt.

Die Songauswahl in Oberhausen war ebenfalls sehr gelungen, alte und neue Stücke hielten sich die Waage und fügten sich äußerst harmonisch aneinander. Das wunderschöne neue "The Raven Child" fand ebenso seinen Platz wie das mitsingfreundliche "Avantasia", das epische "The Scarecrow" passte ebenso gut in das Set wie das von vielen Fans etwas kontrovers betrachtete Flashdance-Cover "Maniac". Sogar das Steigerlied wurde zur großen Freude der in Oberhausen natürlich in großer Zahl anwesenden Ruhrpottler angestimmt. Am Ende erwartete die Fans dann auch noch eine ausgiebige Zugabe, wobei sich zum allerletzten Song noch einmal alle Musiker gemeinsam auf der Bühne sammelten. Nach mehr als dreieinhalb (!) Stunden Spielzeit fand so ein atemberaubendes Konzert sein fulminantes Ende.

Mögen die Spötter noch so greinen, Tobias Sammet hat mit Avantasia etwas ganz Besonderes geschaffen, was auf der Bühne erst seine ganze Dynamik entfaltet. Lang lebe diese Metal-Oper!

Hörprobe:


Sonntag, 22. November 2015

Konzertbericht: Nightwish in Oberhausen

Gestern war er endlich da, der lang erwartete, große Tag. Nightwish zu Gast in Oberhausen, und ich durfte mit dabei sein!

Als unsere kleine Dreimann-Konzertgesellschaft die König Pilsener Arena pünktlich zum Beginn des Einlasses um 17 Uhr erreichte, hatte sich schon eine sagenhaft lange Schlange fast um den ganzen Veranstaltungsort gebildet. Als Reaktion auf die Geschehnisse in Paris vor einer Woche waren verschärfte Einlasskontrollen angekündigt worden, und niemand wollte wohl riskieren, wegen dieser Prozedur den Anfang der Veranstaltung zu versäumen. Trotz Abtasten und Taschendurchsuchungen ging es aber dennoch zügig vorwärts und bald konnten wir uns in der riesigen Arena umsehen.

Pünktlich um 18:30 Uhr ging es dann mit dem ersten Auftritt los. Die Ehre hatten die Finnen von Amorphis, die leider nur etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit zur Verfügung hatten. Diese Zeit nutzten die Mannen um Sänger Tomi Joutsen vorwiegend, um dem Publikum Songs ihres kürzlich erschienenen neuen Albums "Under The Red Cloud" zu präsentieren, darunter die Titel "Bad Blood" und "Sacrifice". Doch natürlich durften auch ein paar Klassiker der Band wie "Silver Bride", "Sky Is Mine" und "House of Sleep" nicht fehlen.

Hörprobe Amorphis:


Nach einer wirklich flotten Umbaupause ging es dann auch schon weiter mit der zweiten Supportband des Abends: Arch Enemy aus Schweden. Diese bliesen in den folgenden 50 Minuten ihr Publikum förmlich an die Wand mit ihrer energiegeladenen Show. Sängerin Alissa beeindruckte durch ihre powervolle Stimme ebenso wie durch ihre großartige Bühnenpräsenz und hatte das Publikum schnell im Griff. Die Band, die ja auch schon auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, spielte eine gute Mischung aus neuen und alten Songs. In Erinnerung geblieben sind mir bei vollständiger Unkenntnis der Diskografie der Band - Asche auf mein Haupt! - dabei besonders die Stücke "No Gods No Masters" sowie "Nemesis". 

Hörprobe Arch Enemy:


Arch Enemy verließen die Bühne, der Vorhang fiel und es folgte eine etwas längere Umbaupause, bevor dann schließlich mit Nightwish der Hauptact des Abends mit einem Knall die Bühne betrat. Was folgte, waren rund zwei Stunden Show, die einen von einem Begeisterungssturm zum nächsten katapultierte. Nightwish spielten natürlich viele Songs ihres neuen Albums "Endless Forms Most Beauty" wie beispielsweise die Singleauskopplung "Élan", aber auch Fans der älteren Werke der Band kamen auf ihre Kosten. So hatten Nightwish eine Art Reise durch die eigene Diskografie in ihre Setlist eingebaut. Neuere Fans bekamen so einen Einblick in die Bandgeschichte, während die anderen ausgiebig in Erinnerungen schwelgen konnten. Gespielt wurden, um nur einige Titel zu nennen, unter anderem "Nemo", "The Islander", "7 Days To The Wolves", "Stargazers" oder "Sleeping Sun".

Doch Nightwish wären natürlich nicht Nightwish, wenn sie ihre Songs einfach vor einem schlichten Banner dargeboten hätten. Stattdessen untermalten Videosequenzen den Großteil der Show. Diese waren durchweg fesselnd und gut gemacht, man konnte sich richtiggehend in ihnen verlieren. Auch die Licht- und Pyroshow sorgten für einige Begeisterung. So vergingen die zwei Stunden des Auftritts wie im Fluge und man wollte am Ende kaum glauben, dass es wirklich schon vorbei sein sollte. Das Ende kam leider auch ziemlich plötzlich, denn die Band kam nur noch einmal kurz auf die Bühne zurück, um sich zu bedanken, Drumsticks und Plektren ins Publikum zu werfen und sich zu verabschieden. Eine Zugabe gab es leider nicht, was einen etwas verblüfft zurückließ.

Hörprobe Nightwish:


Gegen 23 Uhr ließen wir uns so langsam aus der Halle kehren, noch immer begeistert nach diesem großartigen Abend mit drei wundervollen Konzerten, von denen der Auftritt von Nightwish natürlich den klarer Höhepunkt gebildet hatte. Sollte sich noch einmal die Gelegenheit bieten, die Band live zu sehen - ich bin dabei!