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Samstag, 14. August 2021

Schwere See - das Piratenabenteuer in Vlatten

 Wer diesen Blog verfolgt - falls das überhaupt irgendwer tut *hust hust* - weiß, dass ich immer zu positiver Berichterstattung neige. Das liegt weder daran, dass ich dazu gezwungen werde (dieser Blog wird nicht gesponsort, ich berichte hier nur über Veranstaltungen, zu denen ich Tickets selbst erworben habe und kann folglich ganz unvoreingenommen schreiben, was ich denke), noch daran, dass ich extrem leicht zufriedenzustellen wäre. Nein, es ist eher so, dass ich es bei Veranstaltungen, die mir im Nachhinein absolut nicht nennenswert erscheinen vorziehe zu schweigen. Passiert selten, aber halt schon hin und wieder, und wenn ich nichts Konstruktives darüber zu sagen habe, halte ich halt ganz die Klappe.

Warum ich das schreibe? Nun, weil ich mich mit dem Bericht zum Piratenabenteuer 2021 ein wenig schwer tue.

Ich habe das Piratenabenteuer erlebt, als es noch Pirates hieß und in Jülich stattfand, ebenso wie den Umzug nach Zülpich, und ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit der Veranstaltung, der man immer angemerkt hat, dass sie ein Liebhaberprojekt ist. Ein weiterer Umzug, diesmal nach Heimbach-Vlatten, war darum für mich auch kein Ausschlusskriterium. Kleiner als zuvor? Das muss schließlich nicht per se schlecht sein, denn 'klein' heißt bei Veranstaltungen mit speziellem Thema wie dieser oft auch 'intim' und verspricht eine besondere Atmosphäre. So war auch hier viel Szenepublikum anwesend, was für mich immer ein ziemlicher Wohlfühlfaktor ist. (Das mit den interessierten Tagesgästen ist für mich ein wenig wie mit Touristen: man braucht sie, aber so richtig mögen tun sie doch eigentlich die wenigsten Einheimischen. ;)) Auch die Campsite war wohl mit Abstand die entspannteste, die ich in meinem mittlerweile doch recht langem Leben als Festivalgänger erleben durfte, mit guter Stimmung und viel gegenseitiger Rücksichtnahme.

Auch am Programm gab es im Grunde wenig auszusetzen: Es war sicher nicht leicht, in diesen unsicheren Zeiten ein Line-Up zusammenzustellen, darunter Top-Namen der Szene, alte und neue Bekannte wie Ye Banished Privateers, Punch'n'Judy oder Pyrolysis. Es dürfte auch nicht leicht gewesen sein, dass die Region kurze Zeit zuvor von der verheerenden Flutkatastrophe getroffen wurde - Schäden an der Cutlass Taverne, in der ein Teil der Veranstaltung stattfand, inklusive - hier wurde zweifelsohne hart gearbeitet, um all das so kurzfristig überhaupt möglich zu machen.

Wo lag also das Problem? Kurz gesagt: organisatorisch lief hier vieles leider einfach nicht rund. Spielpläne für die Bands sowie generell aktuelle Infos lagen online nicht vor, und die teilweise auf dem Gelände vorzufindenen Pläne - auf Tafeln geschrieben oder ausgedruckt - stimmten oft nicht. Es gab viel Leerlauf, den man nicht wirklich nutzen konnte, zumal das Angebot an Ständen leider nicht sehr groß war. Mehrere Stunden gingen außerdem mal eben flöten, weil es Gerüchte gab, dass der für den Einlass unerlässliche Corona-Test nicht für das ganze Wochenende reichen würde. Vlatten verfügte jedoch über keine Teststelle, sodass ein Ausflug nach Zülpich nötig wurde - am Wochenende ohne Auto in der ziemlich abgelegenen Region eine wahre Freude mit dem Bus, Umstieg und Wartezeiten inklusive. Am Ende wäre es vermutlich doch nicht notwendig gewesen, doch niemand wusste etwas oder hatte eine Idee, wer etwas wissen konnte, sodass die Teststelle ein Festival-Treff wurde, denn sicher ist schließlich sicher. Vor der großen Bühne gab es dann auch noch ein seltsames Vereinzelungssystem, das niemand so recht zu verstehen schien und welches mitunter viel Zeit kostete. Für ein nicht gerade günstiges Festival eines Veranstalters mit jahrelanger Erfahrung fand ich die Organisation und Kommunikation offen gestanden ziemlich enttäuschend, doch schieben wir es wie alles auf die fragwürdigen Umstände dieser Zeit und hoffen, dass wir solche Maßnahmen einfach nie wieder brauchen werden.

Was dann aber an Konzerten und Programm lief, war wie gewohnt hochklassig und ein großer Spaß. Man merkte, dass alle Beteiligten gerne tun, was sie tun, und dass es für alle schön war, endlich mal wieder raus zu kommen, auf einer Bühne zu stehen, zusammen zu feiern - zeitübliches Hygienekonzept natürlich immer inklusive.

Ich hoffe, mein Bericht wirft jetzt keinen zu negativen Eindruck auf die ganze Sache, denn das ist definitiv nicht meine Absicht. Beim nächsten und bislang letzten Piratenabenteuer 2022 war ich leider aus finanziellen Gründen nicht dabei (das Kreuz meines aktuellen Lebens, haha...haaaa), doch sollte sich die Möglichkeit ergeben, gebe ich der Veranstaltung unter regulären Bedingungen liebend gerne nochmal eine Chance, weil ich weiß, mit wie viel Herzblut die Beteiligten bei der Sache sind und man das auch immer spürt. Es wäre eine Schande, wenn so ein Projekt ausgerechnet an organisatorischen Problemen kränkeln müsste.

***Dieser Beitrag wurde am 26.02.2024 verfasst, jedoch der Übersichtlichkeit und dem Tagebuch-Charakter dieses Blogs halber in die Zeit des Erlebnisses zurückdatiert.***

Montag, 11. Mai 2020

Auf zu neuen Ufern - das erste Piratenabenteuer in Zülpich

Ende August stand ein sehnsüchtig erwarteter Termin im Kalender, nämlich das erste Piratenabenteuer in Zülpich. Es handelte sich dabei quasi um die Nachfolgeveranstaltung des legendären Pirates Festivals im Jülicher Brückenkopfpark. Da jener sich leider als zu groß und zu teuer erwiesen hatte für eine Special Interest Veranstaltung dieser Art, musste das Festival einige Jahre pausieren. Umso größer war die Vorfreude auf das Comeback am neuen Austragungsort.


Aus diversen Gründen hatten wir für diese Erstauflage nur ein Ticket für den Samstag, angereist wurde aber dennoch schon am Freitag. Denn, das sei gesagt: die Anreise nach Zülpich ohne eigenes Auto ist schonmal ein Abenteuer für sich. Für mich ging es erst einmal mit dem Zug nach Düren, wo ich dann mit Sack und Pack einen Sprint sondergleichen hinlegen musste, um den nicht gerade großzügig fahrenden Bus nach Zülpich noch zu ergattern. Dem rücksichtsvollen Busfahrer sei Dank gelang es. Im Anschluss begann eine lange Rundfahrt durch die Gegend, leider ohne Durchsagen, weswegen ich echt froh war, an der richtigen Bushaltestelle auszusteigen. xD

Endlich angekommen, blieb Zeit durchzuatmen, denn meine Freundin kam erst ein wenig später mit dem Bus aus der anderen Richtung an. Gemeinsam ging es dann Richtung Zeltplatz, den wir dank der Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Piraten auch sehr schnell fanden. Und schon beim Eingang zeigte sich: dies würde der angenehmste Festival-Campingplatz werden, den ich bisher erleben durfte. Alle, sowohl Helfer als auch Besucher waren super freundlich, die Stimmung war friedlich und entspannt. Kein asoziales übergroßes-Areal-Abstecken wie bei gewissen anderen Veranstaltungen, und Nachts konnte man sogar schlafen! Man hatte nicht einmal Bedenken, seine Wertsachen allein zu lassen, weil der Eingang immer besetzt war.

Da wir ja nun nur ein Ticket für den Samstag hatten, blieb uns nun einige freie Zeit. Das machte aber nichts, denn diese verging wie im Flug. Sogar für die Versorgung war durch einen nahgelegenen Supermarkt gesorgt. 

Blick auf das Gelände

Am Samstag wurde es dann endlich Zeit, das Gelände zu erobern. Dieses erwies sich im Vergleich zu seinem Vorgänger in Jülich zwar als ziemlich klein, erweckte dafür aber umso mehr den Eindruck eines gemütlichen Piratennests. Wir machten im Laufe des Tages so einige Spaziergänge über das Gelände, und immer gab es etwas Neues zu entdecken. Man kam ganz wunderbar ins Gespräch mit Händlern, Besuchern und Musikern, und irgendwann hatten wir plötzlich sogar ein ganz entzückendes Frettchen auf dem Arm! ♥ 

Auch die Besucher trugen ihren Teil bei zur großartigen Atmosphäre dieses Festivals. Die Menge an Gewandeten war extrem hoch, und die Leute kamen aus den verschiedensten Ländern. Man hörte die unterschiedlichsten Sprachen, es war fast wie in einer echten, quirligen Hafenstadt. 

Pyrolysis auf der Festungsbühne

Und musikalisch war der Tag natürlich ein Traum. An der gemütlichen Festungsbühne erlebten wir wunderbare, energiegeladene Auftritte von MacCabe & Kanaka sowie Pyrolysis und freuten uns den ganzen Tag wie Bolle auf den Abend mit der Swedish Pirate Armada. Man hatte sich nämlich ganz und gar nicht lumpen lassen und es möglich gemacht, zum ersten Mal auf deutschem Boden die drei großartigen schwedischen Piratenbands Stormfrun, Pat Razket und Ye Banished Privateers gemeinsam zu erleben. Was für eine Party, das schreit nach Wiederholung!

 Wie viele Piraten passen auf eine Bühne?

Nach so einem erlebnisreichen Tag schliefen wir natürlich hervorragend, und eh wir es uns versahen, war es schon Zeit für Abbau und Abreise. Diese erwies sich für mich als ziemliche Katastrophe - etwa fünf Stunden für 60 Kilometer sind selbst für erprobte ÖPNV-Nutzer heftig... ^^ Aber reden wir nicht weiter drüber.

Das Piratenabenteuer in Zülpich erwies sich für mich als eines der schönsten Festivals des vergangenen Jahres. Es war liebevoll gestaltet, stimmungsvoll und verfügte über ein absolut großartiges Programm. Man merkte deutlich, dass der Veranstalter sein Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt hatte und dass es auch für das Publikum ein besonderer Termin im vollen August-Eventkalender war. 

Stockbrot, arrr!

In diesem Jahr (ja, ich rede von 2020) soll das Festival erneut stattfinden. Angesetzt ist es für das Wochenende vom 7.-9. August. Mit vergrößertem Gelände und verringerter Besucherzahl hofft man derzeit noch, nicht unter die aktuell geltenden Beschränkungen für Großveranstaltungen zu fallen. Ich hoffe sehr, dass das nicht nur ein schöner Traum bleibt (und endlich mal jemand den Arsch in der Hose hat, den Begriff 'Großveranstaltung' zu konkretisieren, damit die ohnehin schon gebeutelten Veranstalter wenigstens etwas Planungssicherheit erhalten!). Mein Ticket ist jedenfalls geordert, und das dieses Mal gleich für das ganze Wochenende.

Montag, 6. Januar 2020

Meine Musik des Jahres 2019

Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.

Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.

Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P



Die spannendsten Mittelalter- und Folkalben 2019:


Eluveitie - Ategnatos

Emian - Egeria

Faun - Märchen & Mythen

Heilung - Futha

Knasterbart - Perlen vor die Säue

La Horde - X

MacCabe & Kanaka - Around The Capstan

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Leviathan



Pyrolysis - Daylight Is Fading

Reliquiae - Babylon

Sowulo - Mann

Stormfrun - Down (EP)

Subway To Sally - Hey!

Versengold - Nordlicht

Vogelfrey - Nachtwache

Vroudenspil - Panoptikum


Was ich dieses Jahr sonst noch gerne gehört habe:

Avantasia - Moonglow

Männi - Mir tut alles weh

Refused - War Music

Ville Valo & Agents - s/t

Samstag, 17. November 2018

Auf in neue Welten: El Mundo Fantasia in Landgraaf

Am 7. und 8. Juli verwandelte sich der Freizeitpark Mondo Verde im niederländischen Landgraaf bereits zum dritten Mal in eine andere Welt als es wieder hieß: El Mundo Fantasia. Zwei Tage lang füllte sich die weitläufige Parkanlage mit allerlei buntem Volk. Disney-Prinzessinnen trafen dort auf Hogwarts-Schüler und Steampunk-Anhänger schritten mit Wikingern einher. Kurzum: sämtliche vorstellbare Fantasiewelten hielten Einzug und machten einen Ausflug in die Gärten der Welt zu einem wahrlich außergewöhnlichen Erlebnis.

In Deutschland gibt es derlei Events meines Wissens nach bisher nicht, und so musste man als Interessierter bisher weit fahren um ähnliche Veranstaltungen wie die Elf Fantasy Fair zu erleben. Da ist es doch schön, dass man nun versucht, mit El Mundo Fantasia ein weiteres Fantasy-Spektakel dieser Art gleich hinter der niederländisch-deutschen Grenze bei Aachen zu etablieren. Und in diesem Jahr hatte ich auch endlich die Möglichkeit, mir besagte Veranstaltung einmal anzuschauen.

Welten treffen aufeinander bei El Mundo Fantasia

Am Tag meines Besuches, dem Samstag, war der Park bei bestem Wetter gut gefüllt, wirkte durch seine Weitläufigkeit jedoch zum Glück selten überlaufen. Zahlreiche Besucher waren in aufwendigen und kreativen Kostümen erschienen, die sie nur zu gerne zur Schau stellten. Für Fotografen bot die Parklandschaft dabei natürlich zahlreiche tolle Kulissen, sodass man aller Orten auf kleine Shootings mit den Kostümierten stoßen konnte.

Die Dino-Apokalypse ist hier

Ein Rahmenprogramm gab es natürlich auch. So spielte unter anderem die junge niederländische Folkband Pyrolysis, die auch schon bei großen Szenefestivals wie dem Castlefest zu überzeugen wussten sowie Pyrates!, eine der renommiertesten Piratenbands, die derzeit auf den Bühnen der Welt unterwegs sind. [Für alle Außenstehenden, die sich nun wundern: ja, es gibt eine nennenswerte Szene für Piratenmusik ;)]. Außerden gab es Kostümpremierungen und überall immer wieder kleine Vorführungen von Besuchern und Ausstellern.

Trommlercorps geht auch in cool

Natürlich konnte man auch gerne sein Geld auf dem Magical Market loswerden. Dort boten die verschiedentsen Aussteller ihre Waren an. Von der Runen-Halskette bis zu Harry Potters Butterbier war auch hier für jeden Geschmack etwas dabei. So kam an diesem Tag dank des tollen Loeff Bureau Creative nach ach so vielen Jahren dann doch endlich noch die Eule mit dem lang ersehnten Brief aus Hogwarts zu mir: :P

After all this time...

Und dann sollte man natürlich nicht vergessen, das schon Mondo Verde an sich ein sehr lohnendes Ausflugsziel ist. Wem der Rummel im Zentrum der Veranstaltung zu viel wurde, konnte sich auch jederzeit in die etwas abseits gelegenen Teile des Parks zurückziehen und dort die Gartenlandschaften sowie die Tiergehege besuchen.

Ich jedenfalls hatte einen sehr schönen Tag beim El Mundo Fantasia. Die Veranstaltung hat durchaus noch Wachstumspotenzial und scheint auch nach drei Jahren noch eher ein Geheimtipp zu sein - inesbondere in Deutschland. Es wäre zu wünschen, dass sich das noch ändert und sich so in Landgraaf ein wahres Fantasy-Spektakel etablieren kann. So eine kreative Veranstaltung können wir hier wirklich gut gebrauchen. ♥

Donnerstag, 25. August 2016

Castlefest - Die Ausbeute

Nun dann, es wird Zeit, die Castlefest-Berichterstattung endlich zu einem Ende zu bringen. Da dies das einzige Festival ist, bei dem Shopping traditionell dazugehört, weil es einfach so viele schöne Dinge gibt, die man sonst nirgendwo findet, möchte ich hier einfach kurz die "Ausbeute" präsentieren. Die fiel in diesem Jahr recht schmuck-lastig aus:


Das Armband auf der linken Seite stammt von Gnoom Artful Things, die wunderschönen, naturnahen Schmuck handfertigen und bei denen ich mich Jahr für Jahr mit tollen, neuen Sachen eindecken könnte.

Die Kette in der Mitte stammt von The Gift Of Magic, einem Stand, der mir in diesem Jahr zum ersten Mal aufgefallen ist.

Die beiden Anhänger auf der rechten Seite - Mond und keltischer Lebensbaum - stammen von einem Stand, der eigentlich auf Dreadlock - und Bartperlen spezialisiert war, etwas versteckt jedoch auch ganz tollen Schmuck dabei hatte.

Doch auch ein paar andere Sachen kamen noch mit nach Hause:



Das Pyrolsysis-Shirt (unten rechts) habe ich ja bereits erwähnt. Ich finde das Logo der Band einfach großartig! :D

Mit dem Bild (links) habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Schon seit Jahren habe ich mir ein Bild von Yperman Fantasy Paints gewünscht, und dieses Jahr habe ich mich endlich für eines entschieden. Es hat zwar nur Postkartengröße, aber wer die Wände meines Zimmers kennt, weiß: für viel mehr wäre hier eh kein Platz mehr gewesen! :P

Musik gab es für uns dieses Jahr relativ wenig, nur die EP von Shireen sowie eine One Track-Single von Sowulo, die leider gar nicht auf dem Festival gespielt haben. Zu der Sowulo-Single gibt es übrigens auch ein sehr sehenswertes Video, das ich hier einfach mal einfügen möchte:


Das war es dann für dieses Jahr wirklich in Sachen Castlefest. Ich freue mich dennoch jetzt schon wieder aufs nächste Mal! ♥

Sonntag, 21. August 2016

Der große Tag - Castlefest 2016, Tag 2 (Samstag)

Gemäß der Tradition schafften wir es auch am zweiten Tag des Festivals, dem bereits im Vorfeld ausverkauften Samstags, nicht pünktlich zur Eröffnung zum Gelände. Dennoch lagen wir gar nicht so schlecht in der Zeit und bekamen so noch ein paar Minuten vom Balfolk-Workshop mit. Wie schön es war, nach dem insgesamt eher ruhigen Freitag wieder so viele fröhlich tanzende Menschen zu sehen!

Balfolk-Workshop

Bei einem anschließenden kurzen Spaziergang über das Gelände sahen wir den Walking Act "Die Parade von Narziss". Das war ein faszinierender Anblick mit dem selbstverliebtem Narziss auf seinem Wagen, stelzenlaufenden Narzissen und einer fahrenden Bienenwabe!

Die Parade von Narziss

Im Anschluss an den Workshop trug es uns zur Folk Stage, auf der Pyrolysis spielten. Auch hier wurde heftig getanzt, lud die Musik der niederländischen Folkband doch wahrlich dazu ein. Die musikalischen Einflüsse schienen von Irish Folk bis zum Shanty, von Rapalje bis zu Flogging Molly zu reichen und ergaben so eine Mixtur, die wirklich großen Spaß machte. Außerdem hatten Pyrolysis mit Abstand das tollste Bandlogo des Festivals, ein Piraten-Kaninchen, das nun auch mein neustes Bandshirt ziert. :D Mal schauen, ob ich dieses Shirt am kommenden Wochenende nicht mal auf dem Pirates!-Festival in Jülich Spazieren führe. Da würden sich Pyrolysis nämlich sicher auch ganz ausgezeichnet in einer künftigen Auflage machen. ;)

Party vor der Bühne bei Pyrolysis

Als der Auftritt von Pyrolysis zu Ende war, ging es weiter zur Hauptbühne, um noch ein paar Minuten vom Konzert von Scotch mitzbekommen. Im letzten Jahr hatten wir diese ebenfalls niederländische Band irgendwie ziemlich sträflich ignoriert. Obwohl der Party Folk der Jungs wirklich Laune machte, wurde es auch in diesem Jahr wieder nur eine kurze Freude für uns. Meiner Freundin fiel auf, dass sie ihr Opfer für das später am Tag stattfindende WickerDragon-Ritual im Bed & Breakfast hatte liegen lassen. Das war natürlich unvertretbar, also musste flott ein Plan entworfen werden. Ein Glück, dass ein Freund, den wir im Steampunk-Garten beim gemütlichen Teetrinken wiederfanden, auf dem Festivalcampingplatz sein Klapprad dabei hatte. So konnte das Problem doch noch recht schnell gelöst werden.


Pünktlich zum Konzert von Seed trafen wir uns dann alle an der Village Stage wieder. Die Pagan Folk Band mit einem der wohl niedlichsten Maskottchen weit und breit gefällt mir live von Mal zu Mal besser. An diesem Samstag lieferten sie ein energiegeladenes, gutgelauntes Konzert, dessen positive Stimmung sich auch schnell auf das Publikum übertrug.

Seed

Auch nach Seed blieb uns nicht viel freie Zeit, bis der nächste Programmpunkt folgt, den wir nicht verpassen wollten. Der Samstag ist eindeutig der Haupttag des Castlefests, da bleibt zumindest tagsüber meist wenig Zeit für Enstpannung. Aber so ein bisschen Stress ist schon in Ordnung, wenn man dafür ein so wunderbares Konzert wie das von Kaunan erleben darf! Wem der Name noch nichts sagt, dem dürfte doch zumindest eines der Mitglieder gut bekannt sein. Kaunan besteht aus Oliver SaTyr von Faun an der Bouzouki, Boris an der Kontrabasharpa und Göran an Drehleier und Dudelsack. Die deutsch-österreichisch-schwedische Band spielt schwedische Polskor, eine Art schwedischer, traditioneller Tanzmusik. Das klingt für unsere Ohren mitunter etwas ungewohnt, aber lädt auch sofort dazu ein, selbst das Tanzbein schwingen zu wollen. Für mich bildete dieses Konzert einen der ganz großen Höhepunkte des diesjährigen Castlefests. Vielleicht schaffen die drei Herren es ja doch eines Tages mal, das eine oder andere von ihnen gespielte Lied aufzunehmen. Bei den Besuchern des Castlefest-Auftritts würde eine solche Veröffentlichung jedenfalls sicher auf großes Interesse stoßen.

Kaunan

Nach Kaunan wurde es dann ernst: Die Verbrennung des WickerDragon war nicht mehr fern, und wir hatten aus oben erwähnten Gründen unsere Opfer noch nicht dargebracht. Es war mittlerweile beinah18:30 Uhr, wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und vor dem WickerDragon wartete eine nicht unbeträchtliche Menschenmenge darauf, ebenfalls zum WickerDragon vorgelassen zu werden. Die Heidense Bende brachte gerade ihr Opfer in einer großen Zermonie dar. Die Stimmung bei den Wartenden vor der Absperrung konnte man leider nur als mäßig gut bezeichnen. Eine fremde Frau ranzte uns an, weil wir und ihrer Meinung nach vordrängeln wollten, statt in der Schlange zu stehen. Dabei war da gar keine Schlange auszumachen in diesem großen Knäuel von Menschen, wir standen einfach da, wo wir irgendwie noch hingekommen waren... Irgendwie machte sie den Eindruck, als würde sie bei Widerspruch auch problemlos handgreiflich werden, also ignorierten wir sie lieber einmal geflissentlich. Als sie sich kurz darauf über die schlechten Schwingungen für die Opferung beschwerte, musste ich mich jedoch sehr zusammenreißen, um mir einen möglicherweise fatalen Kommentar zu verkneifen.

Der WickerDragon

Irgendwann wurden wir dann doch vorgelassen und konnten unsere Opfer darbringen, aber ich war von dem Vorfall mit der unsympathischen Frau noch so aufgewühlt, dass ich meine Gedanken nicht richtig ordnen konnte. Beim nächsten Mal, das schworen wir uns, opfern wir gleich am Freitag, wo wir unsere Ruhe haben. Die Situation am Samstag Nachmittag war der Bedeutung dieses Rituals einfach nicht angemessen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Platz, von dem aus wir die bald bevorstehende Zermonie gut verfolgen konnten, hatten wir mehr Glück. Irgendwie schafften wir es, und zum Stand von Miroque vorzuarbeiten, der direkt an der seitlichen Absperrung stand. So konnten wir die Verbrennung des WickerDragon quasi aus erster Reihe verfolgen und bekamen vorher sogar noch einiges vom Auftritt von Cesair mit.

Die Zeremonie rund um die Verbrennung des Wickerman, der in diesem Jahr die Form eines Drachens mit einem Ei hatte, war auch wieder unheimlich bewegend. Dies ist wohl für die meisten die wichtigste Angelegenheit auf dem Castlefest und die Stimmung ist immer ganz außergewöhnlich. Der Jubel, der aufbrandet, wenn der Wickerman in hellen Flammen steht und mit all den in den vorherigen Tagen gemachten Opfern verbrennt. Die folgende andächtige Stille, während die so stets so aufwendig modelierte Weidenfigur endgültig zu Asche verbrennt. Man möchte sich am liebsten gar nicht abwenden, so vieles geht einem durch den Kopf.



WickerDragon-Zeremonie

In diesem Jahr war es dann leider der Omnia-Soundcheck, der uns gefühlt viel zu früh wieder in die Wirklichkeit zurückholte. Ich würde mir wirklich eine längere Stille um das Wickerman-Ritual herum wünschen.

Trotz der Störung hatte ich das Gefühl, noch eine Weile wie im Traum über das Gelände zu wandern. Das am Samstag stets so volle Gelände wurde langsam leerer, unser Zeitplan zeigte eine große, freie Lücke. Wir taten, worum wir uns schon den ganzen Tag gedrückt hatten, und kauften ein Parkticket, die es an diesem Tag nur an der Info auf dem Gelände gab und für die man entsprechend eine ganze Weile anstehen musste...

Anschließend landeten wir an der Village Stage, wo wir uns durch die zahlreichen exotischen Gerüche am Stand des Kräuterkutschers schnüffelten. Der Geruch von arabischem Teegewürz löste eine unheimliche Lust auf Chai-Tee aus, der wir wenige Stände weiter auch nachgeben konnten.

Mit unserem leckeren, heißen Tee setzten wir uns schließlich für das letzte Konzert ins Gras vor die Bühne. Dort spielten die Amerikaner von Woodland ihre ruhigen, verträumten Lieder, die uns zeigten, wie sehr sich die amerikanische Pagan Folk Szene klanglich doch von der europäischen unterscheidet. In diesem Moment passte diese Musik jedoch einfach perfekt. Es war unheimlich schön dort vor der Bühne mit den ruhigen Klängen und der wunderbaren Lichtshow, während uns die Kühle der Sommernacht umfing und der klare Sternenhimmel über uns stand. Es war der perfekte Ausklang für diesen erlebnisreichen zweiten Tag auf dem Castlefest.