Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs
MPS.
Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins
niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für
mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer
Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag
gemeinsam weiter Richtung
MPS zu fahren.
Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf
eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich
leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also
schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung,
warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich
mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war
mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir
das Auto des Drachen daselbst, des
MPS-Veranstalters
Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit
seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D
Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher
angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte.
Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf
ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der
großartigen
Ye Banished Privateers! Die Band sollte das
gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands
mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den
Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder
auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile
auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der
die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der
Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab
sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann
Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und
Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz
vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!
Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von
Versengold, das
Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!).
Omnia,
Celtica,
Saor Patrol,
Rapalje,
Cultus Ferox und Mr. Hurley & die
Pulveraffen
schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan,
und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von
The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "
Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine
Dolmen-CD-Sammlung mit "
Ballad of Cape Clear"
um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung
bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band
bereits um die 20 Alben veröffentlicht!
Kayleigh Marchant von The Dolmen
Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum
Bruchenball
waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und
alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS
verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen,
denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten
Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport
handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.
Waffenkontrolle beim Bruchenball
Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von
Ars Equitandi
anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich
auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen.
Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter
in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern.
Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show
mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.
Ritterturnier von Ars Equitandi
Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka
Bruder Rectus Morgenmesse.
Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu
bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde
auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von
Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut
dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal
Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.
Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der
Spätzleküche
beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während
an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert
werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von
Olis Striezeley sowie Dracheneier von der
Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von
Wallners Steinofenbäckerei.
Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter!
Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür
auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der
man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man
so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da
war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden
Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem
Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein
kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre
ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende
Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^
Das war es also, das zweite
MPS der Saison.
Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im
kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg
weiter.
The Dolmen und
Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D