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Montag, 1. August 2016

Friedlich Feiern statt Demonstrieren - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Köln

Nachdem ich dieses Jahr den einen oder anderen ursprünglich fest eingeplanten MPS-Termin habe ausfallen lassen müssen, hat es mich besonders gefreut, dass es wie zum Ausgleich endlich mal wieder nach Köln gehen sollte. Das Gelände am Fühlinger See hatte ich als besonders schön in Erinnerung, nur hatte ich es nach 2011 nicht mehr dorthin geschafft, überschnitt es sich doch alljährlich mit dem Castlefest in Lisse.

Dieses Jahr nun also die Überrschung: das MPS Köln eine Woche vor dem Castlefest! Einem Besuch stand also nichts im Weg. Da es am Fühlinger See schon seit einigen Jahren keine Campsite mehr gibt, wurde der Sonntag als Besuchstag ausgewählt, da man so bis zum an diesem Tag früheren Ende bleiben konnte und trotzdem noch nach Hause kam. Ein bisschen bang wurde es einem nur beim Gedanken an die zahlreichen, ebenfalls an diesem Sonntag stattfindenden Demonstrationen, unter ihnen die Türkische Großdemo sowie Demos rechter und linker Gruppen. Genug Sprengstoff also, um einen als Bahnfahrer die verkehrtechnische Lage den ganzen Tag über sicherheitshalber im Auge behalten zu lassen.

Am Fühlinger See angekommen, stellte sich schnell heraus: das Gelände ist so schön, wie man es in Erinnerung hatte. Heerlager, Stände und sogar zwei der Bühnen vor dem Hintergrund des Sees machen optisch wirklich was her. Wem es danach verlangte, der konnte natürlich auch schwimmen gehen. Einige hartgesottene taten dies auch, obwohl man nicht unbedingt behaupten kann, dass das Wetter dazu einlud. Für die Jahreszeit war es ziemlich frisch und leider gingen auch immer wieder Schauer über dem Gelände nieder. Egal, wir hatten schon MPS-Veranstaltungen mit weitaus schlechterem Wetter!

Musikalisch gönnten wir uns bei diesem Besuch ein bisschen von allem: Sören Vogelsang, Celtica, Weltenkrieger, Saor Patrol, die Cobblestones. Aber vor allem: Ye Banished Privateers! Schon wieder hatten die Schweden Crewmitglieder dabei, die wir noch nicht kannten, darunter sogar einen Sitar-Spieler. Obwohl an diesem Tag auf der Bühne weder ausgepeitscht, gehängt noch erstochen oder ersäuft wurde, waren alle drei Konzerte wieder ein riesiger Spaß, für den wir zeitweise sogar gerne im strömenden Regen stehen blieben (und dabei von der Band fotografiert wurden, der das anscheinend ziemlich verrückt vorkam xD). Songtechnisch blieben keine Wünsche offen, zwei mir vorher noch unbekannte Stücke steigerten die Vorfreude auf das nächste Album noch weiter - was ich vorher für kaum noch möglich gehalten hatte. Und was freue ich mich darauf, die Band schon nächstes Wochenende auf dem schönsten aller Festivals (aka Castlefest) wiederzusehen!

Ye Banished Privateers

Zum Abschluss des MPS-Tages gab es dann noch ein halbes Stündchen vom großen Versengold-Abendkonzert, bevor es Zeit wurde, sich auf den wegen den Demos sicherheitshalber etwas früher geplanten Rückweg zu machen. Trotz des mäßigen Wetters war es sehr schön, wieder einmal das MPS in Köln besuchen zu können.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund - erstes Wochenende

Eigentlich hatte ich ja geplant, beide Wochenenden, an denen das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in diesem Jahr in Dortmund gastierte, auch komplett vor Ort zu verbringen. Doch in der Woche vor dem ersten Termin ging ich zunehmend von diesem Gedanken ab.

So ziemlich jeden Tag gingen in NRW Unwetter nieder - auch Dortmund blieb davon während der Aufbauarbeiten nicht verschont. Die Vorstellung, mit meinem altersschwachen Zelt in einem Unwetter zu landen, gefiel mir nun aber ganz und gar nicht und so entschloss ich mich, es am ersten Wochenende bei einem Tagestrip zu belassen.

Gesagt, getan, machte ich mich also am 04. Juni auf den Weg in den Fredenbaumpark. Sicherheitshalber inklusive Regencape und ohne Kamera - um letztlich festzustellen, dass das schlechte Wetter das MPS an diesem Tag verschonen sollte. :D 

So wurde es jedenfalls ein ziemlich entspannter Tag und mein Bericht wird etwas kürzer als gewohnt ausfallen. Die anwesenden Bands wie Mr. Hurley & die Pulveraffen und Celtica wurden weitestgehend von lauschigen Sitzplätzen aus bewundert, nur für Versengold bequemte ich mich Nachmittags einmal direkt vor die Bühne. 

Natürlich wurde auch über den Markt geschlendert. Aus dem kulinarischen Angebot entschied ich mich an diesem Tag erstmals seit langem wieder für eine leckere Käsebrezel vom Brez'n Bäcker - und frage mich, warum ich die vorher so lange nicht mehr gegessen habe, war sie doch in meinen Marktanfängen sowas wie mein Grundnahrungsmittel, lecker, günstig und sättigend, wie sie ist. Später gab es dann kurz vorm Abschied vom Markt noch ein süßes Stockbrot. Beim MPS könnte man eben, wenn man wollte, den halben Tag mit Essen verbringen. :D

Kurz nach 20 Uhr endete mein Tag auf dem MPS in Dortmund dann leider auch schon und ich machte mich glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Am nächsten Wochenende sollte es weitergehen und da würde ich dann auch länger mit dabei sein.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kurs Nord: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Rastede

Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs MPS. Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag gemeinsam weiter Richtung MPS zu fahren.

Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung, warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir das Auto des Drachen daselbst, des MPS-Veranstalters Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D

Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte. Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der großartigen Ye Banished Privateers! Die Band sollte das gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!


 Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von Versengold, das Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!). Omnia, Celtica, Saor Patrol, Rapalje, Cultus Ferox und Mr. Hurley & die Pulveraffen schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan, und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine Dolmen-CD-Sammlung mit "Ballad of Cape Clear" um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band bereits um die 20 Alben veröffentlicht!



 Kayleigh Marchant von The Dolmen

Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum Bruchenball waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen, denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.


 Waffenkontrolle beim Bruchenball

Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von Ars Equitandi anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen. Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern. Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.



 Ritterturnier von Ars Equitandi

Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka Bruder Rectus Morgenmesse. Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.


Die Heerlager

Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der Spätzleküche beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von Olis Striezeley sowie Dracheneier von der Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von Wallners Steinofenbäckerei.

Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter! Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^

Das war es also, das zweite MPS der Saison. Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg weiter. The Dolmen und Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D

Freitag, 20. Juni 2014

Der erste Parteitag der Branntwein Volkspartei oder: MPS in Rastede, Tag 1

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: Das MPS in Rastede 2014 begann! Wie schon am Tag zuvor begann auch dieser neue Tag, glücklicherweise etwas trockener, mit der Suche nach einem Bus. Zwischen der Campsite und dem Veranstaltungsgelände sollte es, wie bereits im Jahr zuvor, einen Shuttlebus geben. Kurz vorher wurde aber angekündigt, der Bus könne nun wohl doch nicht fahren, aber alle Aussagen widersprachen sich und die Gründe für den Ausfall kannte auch keiner. Nach einigen gezielten Nachfragen war schnell geklärt: Nein, kein Bus. Der direkte Weg zum Gelände, ein schlechter Privatweg, durfte in diesem Jahr nicht mehr befahren werden, ein anderer Weg war dem Bus wegen einer fehlenden Wendemöglichkeit nicht gegeben. Nun gut, was solls. Knapp 2 km zum Gelände sind gerade nach mehr als 12 Stunden Festival Nachts nicht erfreulich, aber doch machbar. Also stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.

Musikalisch wurde an diesem Donnerstag auf dem MPS ein rieisges Programm aufgefahren. Wir begannen unseren Festivaltag mit den Niederländern von Rapalje. Die vier Herren kamen wie immer fröhlich-entspannt daher und bereiteten uns damit den perfekten Einstieg in ein langes Festivalwochenende.


Im Anschluss verweilten wir einfach gleich bei der Bühne und schauten uns Saor Patrol an. Wer die Schotten kennt, weiß, dass es dort weniger ruhig zur Sache geht. Die Dudelsäcke, das Schlagwerk und die E-Gitarre weckten uns endgültig aus der frühmittäglichen Lethargie - wer bei dieser Band still sitzen bleiben kann, muss wohl zu diesem seltsamen Menschenschlag gehören, der beim Klang von Dudelsäcken die Flucht ergreifen oder seine Ohren verstopfen möchte ;)


Weiter im Programm ging es ebenfalls recht schottisch mit Celtica, die dieses Jahr erstmalig auf dem MPS unterwegs sind, sich aber schon eine solide Fanbasis erspielt zu haben scheinen - und das zurecht! Die Mischung aus definitiv rockenden eigenen Stücken und Pipe and Drum Versionen bekannter Stücke anderen Künstler (U2 zum Beispiel) zündet einfach, das sollte man sich nicht entgehen lassen!


Wer jetzt annimmt, auf dem MPS kämen nur Musikfans auf ihre Kosten, der irrt natürlich. Vielmehr bietet die Veranstaltung auch alles, was ein wirklich guter Mittelaltermarkt nur bieten kann. Ritterturniere, Sport in Form von Bruchenball, kulinarische Genüsse, kampfvorführungen und vieles mehr. Seit vielen Jahren dabei ist zum Beispiel die tschechische Fechtkampftruppe Fictum, deren Vorführung auch immer mal wieder einen Besuch wert ist und besonders bei Familien mit Kindern extrem gut ankommt.


Da ich nun aber ein bekennender Musikfreak bin, tifft man mich trotzdem meistens vor einer der Bühnen an, wo einfach zu viel spannendes und wohlklingendes geboten wird. So führte mich mein Weg Nachmittags dann auch weiter zu Metusa, einer Band, die bei ihren Auftritten immer 100% gibt. Leider vermisse ich die Ende letzten Jahres ausgeschiedene Anja immer noch sehr bei den Liveauftritten - die Interaktion ziwschen ihr und Sänger Dominik bleibt einfach unersetzlich! Trotzdem bleibt die Band definitiv einen Besuch wert. Besonders spaßig für mich ist momentan ihre Performance von "Männer mit Bärten". Es hat sich nämlich zu einer Art Running Gag entwickelt, dass die Band das traditionelle Stück in immer anderem Gewand präsentiert - als Country Version oder auch auf die Melodie bekannter Stücke aus Pop-und Rock. In Rastede gab es so beispielsweise eine Version, die doch sehr stark an ein bekanntes Stück der Band Blur erinnerte.


Als nächstes gab es eine Band zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte: die Dudelzwerge. Die Band bot das, was ich unter typischer Marktmusik verstehe, mit den Szeneklassikern, die man gleich am Anfang, wenn man sich mit der Szene beschäftigt, kennenlernt. Da sowas langsam auf dem MPS selten wird und die Songs alle gut gespielt waren, ist mir die Band durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Auch die eigenen Songs der Band haben mir gut gefallen. Als Sängerin Emmi bei "Herr Mannelig" das Publikum durch die Aufforderung zum Mitsingen ein wenig Ärgern wollte, habe ich es ein wenig bereut, nicht vorne gestanden zu haben - dadurch, dass ich Schwedisch spreche, hätte ich dieser Bitte ja problemlos nachkommen können ;)


Im Anschluss daran machten wir uns daran, eine uns gut bekannte Band zu besuchen: Mr. Hurley & die Pulveraffen. Was soll ich sagen? Die Jungs sind einfach gut, wo die spielen kommt auch gute Laune auf, und so war es auch dieses Mal. Durch ausgiebiges Touren dürfte die Band den meisten ohnehin bekannt gewesen sein, entsprechend konnten auch alle bei Songs wie "Ach ja?!" fröhlich mitpöbeln und gröhlen, wie sich das für Piraten eben so gehört. Da in vermutlich nicht allzu neuer Zukunft neues Material der Band zu erwarten ist, wurden auch einige neue Songs präsentiert, die bisher noch auf keinem Album zu finden sind. Macht den Anschein, als käme da wieder Großes auf uns zu, denn Stücke wie "Urlaub" gehen richtig schön ins Ohr und danach nie wieder freiwillig raus aus eben jenem!


Aus dem gleichen Heimathafen wie die Pulveraffen kommt die Kilkennyband. Die drei Herren und eine Dame spielen Irish Folk und sind insgesamt durchaus sympathisch. Wer es also folkig, beschwingt und ohne Dudelsäcke mag, ist hier bestens aufgehoben.


Kommen wir nun aber zum wahren Höhepunkt des Tages: Dem ersten Parteitag der Branntwein Volkspartei! "Bitte was?" mögen sich jetzt viele fragen. Nun ja, große Ereignisse warfen an diesem Tag ihre Schatten voraus. Das Gossenpack von Knasterbart hatte zur Feier des einjährigen Bestehen und zum Albumrelease geladen und versprach, zur Feier des Tages auch gleich ein komplett neues Bühnenprogramm zu enthüllen. Den ganzen Tag wurden auf dem Gelände fleißig Plakate verteilt, und als die Sonne und die Kinderchen längst in ihren Betten verschwunden waren, war es tatsächlich so weit: Mit Branntweinfahnen schwingenden Gossengirls wurde das Knasterbart-Nachtkonzert eröffnet und die Frontmänner Hotze und Fips präsentierten das musikalische Parteiprogramm von den auf der Bühne aufgestellten Rednerpulten. Zahlreiche neue, noch nie live gespielte Tracks vom an diesem Tag erscheinenden ersten Album der Band wurden gespielt, ein neues Bandmitglied vorgestellt und die Tavernen auf dem MPS überboten sich gegenseitig mit kreativ dargebrachten, flüssigen Geschenken an die Bandmitglieder. Veranstalter Gisbert Hiller, genannt "Gisi", gewährte der vor der Bühne versammelten Meute sogar mehrere Zugaben, selbst auf die Gefahr hin, Ärger mit der Polizei zu bekommen (die Spielgenehmigung reichte eben irgendwie nicht bis zwei Uhr Nachts, gell).


Es war eine würdige Feier, und ausgelaugt, aber glücklich stolperten wir den unbeleuchteten Feldweg zu unseren Zelten zurück. So endete der erste Tag auf dem MPS in Rastede 2014.

Fortsetzung folgt!

Montag, 5. Mai 2014

Unter Kelten und Piraten - Das MPS in Dortmund, Samstag

Wie angekündigt folgt hier nun mein Bericht von meinem zweiten Tag beim MPS in Dortmund.

Samstag, 03. Mai:

Mein Samstag auf dem MPS begann ungewöhnlich spät gegen 17 Uhr. Vorher hatte ich mich einfach nicht aus dem Urlaub verabschieden können und den Markt in Venlo besucht. Als ich dann endlich das Veranstaltungsgelände erreichte, begrüßte mich zunächst die Musik der Kilkenny Band. Obwohl ich mich eigentlich zunächst einmal auf die Suche nach meinen Freunden, die schon irgendwo auf dem Gelände herumliefen, machen wollte, blieb ich doch lieber eine Weile vor der Bühne und lauschte den Irish Folk-Klängen der Osnabrücker Band.
 Shawn von der Kilkenny Band

Danach nahm ich die Suche wieder auf. Sie stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn es war unheimlich voll auf dem Gelände, und das sogar ganz ohne die Publikumsmagnete von Saltatio Mortis, die bei diesem MPS nur am Mittwoch anwesend waren.
Nach etwa zwei Runden über das recht weitläufige Gelände fand ich meine Freunde dann endlich bei den Piraten von Vroudenspil (sprich: Freudenspiel). Zu reden blieb zunächst wenig Zeit, denn direkt im Anschluss hieß es: Schnell schnell, Bühnenwechsel, denn mit Elmsfeuer wartete eine weitere Piratenband, die angehört werden wollte. 

Danach war es endlich Zeit für Celtica. Die schottisch-amerikanisch-österreichische Combo spielt Pipes Rock und vertonen nebst eigener Lieder auch bekannte Songs aus Rock, Pop und Filmmusik mit viel Wumms und Dudelsack. Auch sie sind, wie schon die Ye Banished Privateers am Mittwoch, ein MPS-Neuzugang in diesem Jahr, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Weil es so schön war, schauten wir uns Celtica natürlich später auch noch bei ihrem großen Nachtkonzert an.


Celtica | Pipes Rock!

Vorher gab es allerdings noch einen anderen absoluten Pflichtpunkt im Programm: Omnia! Die niederländischen Paganfolker zählen zu meinen absoluten Lieblingsbands und werden auch nach über 20 besuchten Konzerten nie langweilig.
Leider waren die Umstände in Dortmund für uns dieses Mal etwas widrig. Wie üblich peilten wir einen Platz in der ersten Reihe an, hatten aber wenig Glück und erwischten nur noch suboptimale Plätze vor der Treppe, die zentral auf die Bühne führt. Ich selbst hatte dann nachher noch das Pech, dass sich eine Fotografin vor mich stellte und die ganze Zeit dort stehen blieb (ich hatte irgendwie angenommen, dass sie sich nach einigen Liedern weiterbewegt. Irren ist bekanntlich menschlich ;) . Außerdem war es generell sehr voll, da der Platz vor der Bühne eigentlich etwas zu eng war für die Massen, die Omnia mittlerweile anlocken. Tanztechnisch musste man sich also etwas einschränken. Das tat der Stimmung trotzdem keinen Abbruch. Wie üblich bei Omnia verwandelte sich selbst der Soundcheck schon zum unterhaltsamen Erlebnis für das schon eine Stunde vor Beginn versammelte Publikum. In ihrem Set präsentierten Omnia dann eine schöne Mischung aus neuen und alten, ruhigen und tanzbaren Stücken. es war, wie üblich, ein sehr schöner Auftritt.


Steve von Omnia

Nach dem Celtica-Nachtkonzert entschlossen wir uns, das Gelände zu verlassen und uns auf den knapp einstündigen Heimweg zu machen. Als wir den Waldweg zum Parkplatz entlangliefen, begleitete uns aus dem Hintergrund noch das wunderschöne "Caledonia" von Rapalje. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen MPS-Besuchs.