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Sonntag, 14. Januar 2018

Castlefest-Nachlese 2017: Sonntag

Am Sonntag konnten wir es wieder etwas entspannter angehen. Musikalisch begannen wir den Tag mit The Dolmen, die das erste Konzert auf der großen Forest Stage bestritten. Es wurde wie immer an tolles Konzert. Wo The Dolmen auftreten, bleiben die Beine nicht still, und beim Castlefest gilt das natürlich ganz besonders. Selbst ein Dino ging da im Publikum voll ab. :D

The Dolmen

Gleich im Anschluss gab es dann noch ein letztes Mal Emian, die ihr Publikum im Laufe dieses Wochenendes zusehends - völlig verdient - vermehrt hatten. Es ging auf das Ende zu, die Leute wollten sichtlich nochmal so richtig tanzen, und das ging in diesem Jahr wohl bei kaum jemandem besser als bei Emian.

Ein letztes Mal schlenderten wir über das Gelände, machten letzte Besorgungen und flanierten durch das gemütliche Festivaldörfchen der Heidense Bende, gaben die letzten Münzen aus und ließen uns eine Weile vor der Bühne bei Seed nieder, dann stand auch schon das Abschlusskonzert vor der Tür. Dieses wurde in diesem Jahr von Russkaja bestritten. Das gab zum Abschluss nochmal eine richtig wilde Party. Ich kannte die Band vorher kaum und war nicht so recht sicher, ob ich sie mochte, stellte dann aber schnell fest: die machen verdammt nochmal so richtig Spaß! Die Ansagen brachten mich schnell zum Lachen, der "Traktor" war eine großartige Sache, und dann genossen sie natürlich noch das Privileg, den traditionellen "Fruit Salad" in ihrem Set zu haben. Dieses immer witzige Ritual allein ist schon immer ein guter Grund, sich das letzte Konzert des Festivals anzusehen. ;)


Und dann war es auch schon wieder vorbei. Vier Tage, so lange erwartet, wie im Fluge vergangen. Und wie in jedem Jahr waren wir uns gleich sicher: Tschüss Castlefest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!


Donnerstag, 23. Februar 2017

Meine Musik des Jahres 2016

Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)


Meine Musik des Jahres 2016:


Asynje - Galdr

The Dolmen - Nuada

The Dolmen - Live At Castlefest

Faun - Midgard

Garmarna - 6

Omnia - Prayer

Songleikr - Godtfolk

Sowulo - Sol

Trolska Polska - Untold Tails



Kein Folk, trotzdem abgöttisch geliebt und darum erwähnt:

Fjørt - Kontakt

Donnerstag, 16. Februar 2017

Rückblick Winter Castlefest 2016

Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!

Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!

 Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.

Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.

Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.

Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.


Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai

Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.

Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.

Asynje

Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.


Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.

Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.

Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.

Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.

Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.


Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥

Montag, 6. Juni 2016

Unterwegs auf der Role Play Convention in Köln

Herrschte lange Zeit ziemliche Ebbe, ist momentan so viel los, dass ich mit dem Bloggen gar nicht mehr hinterher komme. Darum kommt auch heute erst mein Post zum Thema Role Play Convention.

Obwohl irgendwie keiner Bock hatte, die Veranstaltung mal mit mir zu testen, habe ich mich trotzdem entschlossen, am Sonntag hinzufahren. Im Blick hatte ich die Role Play Convention schon seit einiger Zeit, aber in diesem Jahr hat einfach mal alles gepasst: Der Termin, das Programm, die eigenen Finanzen. Also machte ich mich am Sonntag auf den Weg zum Kölner Messegelände. Eine Entscheidung, die ich nicht bereuen sollte!

Ich verbrachte mehrere Stunden damit, erstmal nur durch das Erdgeschoss zu schlendern und mir all die verschiedenen Stände, Spieltische und so nebenbei natürlich auch die an mir vorbei flanierenden kostümierten Besucher anzusehen. Das Angebot war einfach riesig und unglaublich vielseitig. Natürlich gab es ein großes Angebot an Tabletops sowie Pen & Paper Rollenspielen samt Zubehör, aber auch alle anderen Spielarten des Nerdtums kamen nicht zu kurz. Auf der Suche nach Ausrüstungsgegenständen fürs LARP wurde man ebenso fündig wie bei Mittelalterausstattung, und auch die Manga & Animeszene war zu meiner großen Freude vertreten. 

An Programm gab es zahlreiche Workshops und Lesungen. Kurz hatte ich erwogen, einmal in den Kontaktjonglage-Workshop hineinzuschnuppern, aber Bewegungslegastheniker, der ich bin, ließ ich das in der Öffentlichkeit dann doch lieber sein. Zu peinlich.
Dafür stand der Besuch einer Lesung ganz weit oben auf meiner To-See-Liste: Tommy Krappweis! Der las an diesem Sonntagnachmittag aus seinem neuen Buch "Sportlerkind", welches zusammen mit seinem Vater entstanden war und seitdam ganz oben auf meiner Buch-Anschaffungsliste steht. Eigentlich war es an diesem Tag aber gar keine reine Lesung, sondern eher eine richtig witzige Show mit einigen Lese-Einlagen. Ich hatte jedenfalls großen Spaß und habe mich ganz nebenbei sehr über die Ankündigung gefreut, dass eine Verfilmung des zweiten und dritten Teiles von Tommy Krappweis' Fantasy-Jugend-Trilogie "Mara und der Feuerbringer" trotz des bedauerlichen (und ganz und gar ungerechten!) Kinomisserfolgs des ersten Teils nun doch nicht ganz unwahrscheinlich ist.

Viel Zeit habe ich bei meinem Besuch auf der Role Play Convention jedoch auch außerhalb der Messhalle verbracht. Dort gab es einen Mittelaltermarkt, auf dem ich viele bekannte Gesichter traf und einiges an Zeit vor der dort aufgebauten Bühne stand. Eigentlich hatte ich mir dort nur meine heißgeliebten The Dolmen sowie die ebenfalls großartigen Punch'n'Judy, die ich ohnehin viel zu selten live sehe, anschauen wollen.
Kayleigh, The Dolmen
Sascha, Punch'n'Judy

Durch Zufall landete ich dann jedoch auch noch bei Jan Hegenberg, der mir vorher gar kein Begriff war. Ich komme halt aus der Mittelalter - und nicht der Gamerszene. ;) Mit den Texten von Jan Hegenberg hatte ich dann jedoch so viel Spaß, dass ich bis zum Ende des Konzertes stehenblieb und Songs wie "Trendy Eistee" oder "Die Horde rennt" mit einem fetten Grinsen im Gesicht genoss - und die Woche danach irgendwie nix anderes mehr hörte. :D 
Meine Bilder von dem Auftritt sind leider alle irgendwie blöd geworden, deswegen gibt es hier stattdessen ein Video:


Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass ich allein so lang auf der RPC würde ausharren wollen, aber nun stand ich doch ganz kurz vor Schluss noch immer da. Und so ließ ich es mir dann natürlich auch nicht nehmen, mir noch den musikalischen Auftritt von Tommy Krappweis und Bina Bianca anzusehen. Dieser bildete dann auch wirklich einen ganz tollen Abschluss für die Veranstaltung. Besonders gefreut habe ich mich darüber, "Ein echter wahrer Held" live hören (und mit dem ganzen Publikum mitsingen) zu dürfen, aber auch das wirklich lange nicht gehörte "Tanzt das Brot" einmal wieder zu hören, war irgendwie ein interessantes Erlebnis. Zumal auch hier das Publikum begeistert mitsang.
Tommy Krappweis & Bina Bianca

Mit den letzten Tönen des Auftritts von Tommy Krappweis und Bina Bianca endete schließlich auch die Role Play Convention 2016. Irgendwie hoffe ich jetzt schon, dass ich nächstes Jahr die Gelegenheit haben werde, wieder hinzufahren. Mir hat es nämlich ausgezeichnet gefallen!

PS: Im nächsten Post breite ich dann wie gewohnt voller Stolz meine kleine, aber feine Ausbeute von diesem Besuch aus. :)

Mittwoch, 9. März 2016

Konzertbericht: The Dolmen und Cesair auf der Mystic Folk Night in Hameln

Vom bunten Treiben auf der Mystica Hamelon ging es Abends dann direkt weiter zum Weserbergland-Zentrum, wo die erste von zwei Mystic Folk Nights stattfand. Auf dem Programm standen The Dolmen und Cesair. Am kommenden Abend, wo wir leider nicht mehr anwesend waren, spielten noch Omnia und Waldkauz.

Das Weserbergland-Zentrum war zwar nicht ausverkauft an diesem Freitagabend, doch es hatte sich dennoch eine beachtliche Anzahl an Fans eingefunden, als die Briten von The Dolmen die Bühne betraten. Die Band lieferte eine tolle, energiegeladene Show und das Publikum ließ sich nicht lange bitten, zu den Klängen von Songs wie "Rebel Fairy Fling" oder "The Devil's Table" das Tanzbein zu schwingen. Da kam es sogar ganz recht, dass der Platz vor der Bühne zwar gut gefüllt, aber keineswegs überfüllt war und sich so jeder nach Herzenslust zur Musik bewegen konnte. Ebenfalls nicht fehlen durfte natürlich das von Kayleigh gesungene "Dead Cats Don't Meow", dass sich mittlerweile zu einer Art Kulthit der Band entwickelt hat und von so ziemlich allen Anwesenden fleißig mitgesungen wurde.

Obwohl The Dolmen ein volles, langes Set spielten, war viel zu schnell der Moment des Abschieds gekommen. Das Publikum zerstreute sich, wer einen Platz auf den roten Sofas ergattern konnte, ruhte sich dort aus und wartete auf den Beginn des nächsten Konzerts.

Hörprobe The Dolmen:


Irgendwann ging die Umbaupause vorbei und Cesair betraten die Bühne. Auch den Niederländern merkte man ihre Spielfreude von Anfang an ganz klar an. Sängerin Monique strahlte in ihrem glitzernden Bühnenkleid, als sie das Publikum mit ein paar freundlichen Worten auf Deutsch begrüßte, und die Leute strahlten zurück. Unbegreiflich, wenn beim folgenden Konzert irgendjemand seine Füße still halten konnte! Cesair spielten sowohl neue Stücke als auch solche ihres ersten Studioalbums "Dies, Nox et Omnia", darunter den Titelsong, "Canso" und "Ishtar", welches durch die Klänge von Fieke am Dulcimer für mich immer eine ganz besondere Atmosphäre erhält. Da die meisten Stücke in Sprachen gesungen werden, die wohl nur die wenigsten unter den Besuchern verstehen konnte, ging Monique in ihren Ansagen auch immer wieder auf die Bedeutung der Texte ein.

So verging die Zeit wieder einmal im Fluge. Gegen Mitternacht verließ die Band die Bühne, doch das begeisterte Publikum brachte sie alsbald für eine großzügige Zugabe zurück auf die Bühne, nach der dieser schöne Abend dann aber endgültig zu Ende ging. Eine solch gelungene erste Mystic Folk Night schreit eindeutig nach einer Wiederholung im kommenden Jahr!

Hörprobe Cesair:


Dienstag, 5. Januar 2016

Abschied vom Phantastischen Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Dortmund

Jetzt gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, ist er schon Geschichte, der erste Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt im Dortmunder Fredenbaumpark. Sechs - größtenteils lange - Wochenenden konnten Besucher zwischen Advent und dem neuen Jahr eintauchen in eine nicht authentische, aber dafür umso phantastischere mittelalterliche Welt. Jedes Wochenende standen andere, namhafte Künstler aus der Mittelalter - und Folkszene auf der großen Weihnachtsbühne. Und bis auf ein Wochenende ist es mir gelungen, jeweils an mindestens einem Tag dabei zu sein.

So war es - trotz zahlreicher Widrigkeiten - auch am vergangenen, letzten Wochenende der Veranstaltung. Ganz allein machte ich mich am Samstag auf den Weg. Die Freundin, die mich eigentlich hatte gebleiten wollen, war krank geworden, andere hatten entweder keine Lust, keine Zeit, kein Geld. Das Wetter war auch mehr als bescheiden. Trotzdem kam es für mich gar nicht in Frage, diesen Besuch ausfallen zu lassen, waren doch an diesem Tag meine heißgeliebten Musiker von The Dolmen zu Gast.

Pünktlich zu deren ersten Konzert des Tages stand ich vor der Bühne im Fredenbaumpark und genoss daraufhin eine Dreiviertelstunde Folk Rock vom Feinsten. Auch den zweiten Auftritt einige Stunden später durfte ich noch sehen, nur das Nachtkonzert blieb mir leider verwehrt, wollte ich doch nicht wieder die halbe Nacht auf dem Aachener Hauptbahnhof zubringen.

The Dolmen ließen es in den ersten beiden Sets verhältnismäßig ruhig und traditionell angehen. Der Mitsing-Klassiker "Loch Lomond" wurde ebenso zum besten gegeben wie "Whiskey in The Jar". Aber auch The Dolmen-Eigenkompositionen wie "Dead Cats Don't Meow" (stets mein persönliches Highlight) oder das über zehnminütige, sehr vielschichtige "The Storm" durften nicht fehlen.

Taloch von The Dolmen

Besonders gefreut hat mich auch, dass Anja (ehemals Metusa) die Band an diesem Samstag offenbar relativ spontan wieder an den Flöten unterstützte und der Musik quasi das i-Tüpfelchen aufsetzte. Außerdem war es herrlich zu beobachten, wie viel Spaß sie und Kayleigh gemeinsam auf der Bühne offenbar hatten. :)

Neben The Dolmen standen vergangenen Samstag aber noch zwei weitere Bands auf der Bühne. Zunächst einmal wären das die Cobblestones. Diese spielten direkt im Anschluss. Um ihnen zuzuhören, machte ich es mir trotz des fiesen Dauer-Nieselregens auf einem der Barhocker im hinteren Bereich vor der Bühne bequem.

Die Cobblestones kredenzten dem Publikum Irish Folk, der schnell ins Bein ging und gute Laune machte. Auch die Ansagen waren sehr unterhaltsam und die Anzahl der "Sláinte!"-Rufe hielt sich zu meinem Glück in Grenzen. In der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass meine Leute und ich förmlich die Flucht ergriffen haben, nur um diesen Ausruf nicht mehr hören zu müssen. ;)

 Martin von den Cobblestones

Mit beiden bereits erwähnten Bands teilten sich noch The Sandsacks die Bühne. Auch bei denen wurde es wieder ordentlich folkig. Musikalisch ging es in ziemlich genau die gleiche Richtung wie bei den Cobblestones - ein Setlistenvergleich offenbarte ein nicht unbedingt geringes, gemeinsames Repertoire an Traditionals.

The Sandsacks verstanden es dabei aber auch noch vorzüglich, ihr Publikum zum Tanzen zu bewegen. Selbst eine Gruppe Rentner war voller Elan mit dabei, als die Band zum Linedance aufrief und es war wohl auch definitiv der effektivste Weg, der feuchten Kälte dieses Tages ordentlich zu begegnen.

 The Sandsacks

Für mich endete der Besuch an diesem Tag nach dem bereits erwähnten zweiten The Dolmen-Auftritt dann leider auch schon. Als Wegzehrung für den langen Rückweg erstand ich am Mandelstand noch eine Tüte köstlichen Türkischen Nougat.

Obwohl ich froh war, endlich aus der Kälte zu kommen, wurde ich auch etwas wehmütig. Schließlich bedeutet das Ende des Mittelalter-Weihnachtsmarktes auch stets den Beginn der langen Winterpause. Doch glücklicherweise winken schon einige spannende Konzerte, diese ansonsten etwas triste Zeit zu füllen.

Doch jetzt heißt es erst einmal, die Erkältung auszukurieren, die ich mir an diesem Tag leider eingefangen habe. Damit ich bald wieder bereit bin für neue Schandtaten.

Dienstag, 22. September 2015

Saisonabschluss West - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Borken

Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D

Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.

Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.

Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.

An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.

Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.


Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!). 

Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht. 

Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...

Sonntag, 9. August 2015

Castlefest Nachbericht Teil 2: Ein Highlight jagt das Nächste

Es gelang uns, pünktlich an der großen Forest Stage zu stehen, um den Beginn des Auftritts von The Dolmen mitzuerleben. Das hier war nämlich ein Konzert, welches ich um keinen Preis verpassen wollte. Mal davon abgesehen, dass The Dolmen sowieso eine tolle Band sind, gab es an jenem Tag noch zwei ganz besondere Anreize für den Konzertbesuch: The Dolmen hatten nämlich angekündigt, an diesem Tag eine Live-DVD aufnehmen zu wollen und sie hatten Besuch mitgebracht.

Menschen, die sich ein wenig in der Mittelalterszene bewegen, dürften die Besucherin sogar wiedererkennen:
Anja als Flötenspielerin bei The Dolmen

Anja Novotny war bis vor einiger Zeit festes Mitglied bei Metusa und viele waren traurig, als sie ging. Um so schöner, sie noch einmal auf einer Bühne wiederzusehen. Sie lieh The Dolmen auf dem Castlefest ihre Flötenkünste und wird wohl auch auf dem in vermutlich eher näherer Zukunft erscheinenen neuen Album der Band, welches auf den Titel "Nuada" hören soll, vertreten sein. Mich freut es. :)

The Dolmen lieferten ein großartiges Konzert ab und die Menge tobte sehr bald. Sie hätten sich sicher keinen besseren Ort für eine DVD-Aufnahme aussuchen können als das Castlefest. Die Band, die auf eine über zwanzigjährige Geschichte zurückblicken kann, präsentierte zur Feier des Anlasses auch selten gespielte, ältere Lieder aus ihrem Repertorie. Doch auch neuere und allseits bekannte und beliebte Songs wie "Rebel Fairy Fling", "The Islander" oder mein persönlicher Leibling "Dead Cats don't meow" fehlten nicht. Ich bin schon wirklich gespannt auf das fertige Werk!
Kayleigh Marchant, The Dolmen
 
Nach dem Dolmen-Konzert wurde es plötzlich auffällig leer auf dem Gelände, man konnte sich freier die Straßen mit den Ständen entlangbewegen, als man es sonst gewohnt ist. Woran das lag? Auf der Village Stage spielten Omnia. Und da das Castlefest und Omnia schon von jeher zusammengehören, will sich das kaum jemand entgehen lassen. Vor der Bühne war dann auch die Hölle los, weswegen wir lieber zur Folk Stage umschwänkten und ein wenig den Tänzern bei Kelten Zonder Grenzen zusahen. 

Zum letzten Auftritt des Abends standen wir dann aber wieder bereit an der Hauptbühne und bemühten uns sogar einmal um einen Platz in der ersten Reihe. Schließlich waren es die einzigartigen Euzen, die dort gleich spielen sollten!

Auch Euzen kamen in diesem Jahr mit neuem Album zum Castlefest. Das Werk trägt den Namen "Metamorph" und die Band präsentierte einige Songs aus diesem. 
Schon der Beginn des Konzertes war fulminant, als die Band "The Stage" spielte und dabei von einer atemberaubenden Lichtshow unterstützt wurde. Zuständig für das Licht zeigte sich bei ihrem Auftritt nämlich Kilian Keuchel, der auch das Licht für Faun macht.


Sängerin Maria zog während des Konzertes wieder einmal alle Blicke auf sich mit ihrer Ausstrahlung und Bühnenpräsenz. Auch ihr Kleid (Design: Marie-Louise Ridderberg) war ein echter Hingucker. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viele Tausend Fotos an diesem Abend von ihr entstanden sind. ;)
Maria Franz, Euzen
 
Neben den neuen Songs wie "Wasted" oder "Phobia" spielten Euzen aber natürlich auch ältere Songs wie "Judged By" und die Konzertzeit ging viel zu schnell zu Ende. Schnell machten wir uns auf den Weg nach Hause. Am nächsten Tag sollte es auf dem Castlefest schon um 10 Uhr losgehen...

Fortsetzung folgt!

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kurs Nord: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Rastede

Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs MPS. Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag gemeinsam weiter Richtung MPS zu fahren.

Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung, warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir das Auto des Drachen daselbst, des MPS-Veranstalters Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D

Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte. Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der großartigen Ye Banished Privateers! Die Band sollte das gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!


 Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von Versengold, das Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!). Omnia, Celtica, Saor Patrol, Rapalje, Cultus Ferox und Mr. Hurley & die Pulveraffen schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan, und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine Dolmen-CD-Sammlung mit "Ballad of Cape Clear" um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band bereits um die 20 Alben veröffentlicht!



 Kayleigh Marchant von The Dolmen

Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum Bruchenball waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen, denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.


 Waffenkontrolle beim Bruchenball

Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von Ars Equitandi anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen. Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern. Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.



 Ritterturnier von Ars Equitandi

Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka Bruder Rectus Morgenmesse. Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.


Die Heerlager

Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der Spätzleküche beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von Olis Striezeley sowie Dracheneier von der Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von Wallners Steinofenbäckerei.

Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter! Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^

Das war es also, das zweite MPS der Saison. Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg weiter. The Dolmen und Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D

Freitag, 6. Februar 2015

CD-Vorstellung: The Dolmen - The Banquet

So, hier folgt eine weitere CD-Vorstellung zu meinem Musik des vergangenen Jahres Post. Heute geht es dafür nach England mit einem Album von The Dolmen:

Interpret: The Dolmen
Album: The Banquet
Erscheinungsdatum: 2014
Label: Eigenproduktion

Tracklist:
1. Ode To Pan | 2. The Banquet | 3. The Devil's Table | 4. Spring Of Lear | 5. Hush My Lover | 6. Carla Cosha Carla Hey | 7. I Am The Tear | 8. Torn | 9. Fool Of The Shadows | 10. Eliza | 11. Star Sapphire | 12. Portland Stallion | 13. Governor's Wife | 14. Parting Glass

Die Folk/Celtic-Rockband The Dolmen aus Weymouth in Großbritannien sind eine der produktivsten Bands, die ich kenne. Kennengelernt habe ich die Band 2012, als sie gerade mit dem damals aktuellen Album "The Storm" durch die Weltgeschichte tourten. Seitdem sind ein gemeinsames Album mit den Schotten von Saor Patrol sowie vier weitere eigene Alben der Band erschienen, davon alleine zwei im vergangenen Jahr. Eines von diesen, "The Banquet", möchte ich an dieser Stelle vorstellen.

Bei so vielen Veröffentlichungen könnte man fürchten, die Qualität würde leiden. Das jedoch ist bei The Dolmen niemals der Fall. Auch "The Banquet" hat mich wieder auf ganzer Linie überzeugt. Entschieden habe ich mich für dieses Album übrigens nach eingehender Beratung am Merchstand der Band auf dem Castlefest. Die Aussage der Verkäuferin, das Album sei ihrer Meinung nach irgendwie von Game Of Thrones inspiriert, war das ausschlaggebende Argument für "The Banquet" und gegen "Ballad Of Cape Clear", welches ich dafür sicherlich dieses Jahr kaufen werde. Danke noch einmal herzlich für die gute Beratung! :D

Nun aber wirklich zu "The Banquet": Nachdem sich in der Vergangenheit einige der Alben der Band inhaltlich vorrangig der Seeräuberei gewidmet haben, beschwört "The Banquet" eher die Vorstellung einer hochmittelalterlichen Tafel herauf - oder nach dem Genuss der letzten beiden Game Of Thrones Staffeln möglicherweise auch die Erinnerung an das ein oder andere Hochzeitsfest. ;)
Eröffnet wird das Album von einem ruhigen Instrumentalstück, gewidmet dem Gott Pan (The Dolmen sind praktizierende Neuheiden), welches einen schönen Einstieg bietet. Im Anschluss folgen 13 Stücke mit sowohl männlichem als auch weiblichem Gesang. Für den weiblichen Gesang zeigt sich erneut Kayleigh Marchant mit ihrer großartigen Stimme verantwortlich und macht damit Songs wie "The Devil's Table" und "Hush My Lover" zu einem ganz besonderen Hörgenuss.
Doch auch wer männlichen Gesang bevorzugt, kommt dank Frontmann Taloch Jameson nicht zu kurz - auch er hat eine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, wie er beispielsweise im Rausschmeißer des Albums, dem Traditional "The Parting Glass" beweist, das eine der schönsten Versionen dieses Songs ist, die ich je gehört habe und einfach einen wunderbaren Abschluss für dieses Album bietet.

Wieder einmal ist es The Dolmen mit "The Banquet" gelungen, ein großartiges Celticfolk-Rock Album zu veröffentlichen, welches durch die mittelalterlichen Elemente ganz neue Akzente im Werk der Band setzt. Man bekommt wirklich das Gefühl, dass es der Band gelingt, sich regelmäßig neu zu erschaffen und dabei nie an Qualität einzubüßen. Dies macht die Briten zu einer Band, die einfach nie langweilig wird. 

Von den auf CD teilweise sehr ruhig wirkenden Stücken sollte man sich übrigens nicht täuschen lassen: Dolmen-Konzerte sind immer für ausufernde Parties gut. Das werden die Damen und Herren auch dieses Jahr wieder auf deutschen Bühnen beweisen - lasst es euch nicht entgehen!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

Hörprobe:


Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Musik des Jahres 2014

Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:


Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen. 

Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres: 

Alben: 











Live-Album:


Musik-DVD:


Die Liste ist natürlich vollkommen subjektiv und meinen aktuellen Hörgewohnheiten gemäß ziemlich Folk- und Mittelalter-lastig. :)

Die Rezensionen werde ich nach und nach mit ihrem Erscheinen hier verlinken.

Montag, 1. September 2014

Castlefest Nachlese, Teil 5

Uff, schon September und ich sitze noch immer an der Castlefest Nachlese :oops: Naja, was soll man machen. Im August ist immer so viel los und leider hat man eh nicht immer so viel Zeit zum Bloggen, wie man sich wünschen würde.

Nun gut, zur Erinnerung: Wir sind immer noch beim Samstag Nachmittag. Als nächsten auf dem Programm standen die Ungarn von The Moon And The Nightspirit, zu deren ruhigeren Klängen mal weniger getanzt wurde als zuvor bei Zirp. Schön war es trotzdem und die Band präsentierte sowohl alte Songs als auch neue von dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen Album "Holdrejtek", die sehr vielversprechend klangen. Mittlerweile kann ich auch bestätigen: Ja, das klang nicht nur vielversprechend - das neue Album IST wieder toll geworden, aber dazu später mal mehr :) Falls sich jemand über den Titel wundert - dieser ist, wie auch die meisten Texte der Band, Ungarisch. Doch die Musik spricht zum Glück für sich, auch wenn man (wie ich) leider kein Wort Ungarisch spricht.


Im Anschluss an The Moon and The Nightspirit hatten wir uns eigentlich die Könige der Spielleute, Corvus Corax, ansehen wollen. Obwohl diese musikalisch ziemlich aus dem Rahmen fallen, werden sie beim Castlefest eigentlich immer heftig abgefeiert. Da sie aber diesmal zeitgleich mit The Dolmen auftraten, die uns am Vortag schon so überzeugt hatten, wurden die Pläne spontan geändert - einen Schritt, den wohl keine von uns bereut hat. The Dolmen gaben wieder alles und es wurde eine großartige Party!


Für die nächste Band, Trolska Polska aus Dänemark, blieben uns leider nur ein paar Minuten, die mich persönlich nicht vollständig zu überzeugen vermochten. Vielleicht muss man sich da auch etwas genauer einhören, aber so spontan war mir das irgendwie musikalisch zu anstrengend.


Nach ein paar Minuten mussten wir aber eh gehen, schließlich war es Zeit für die Verbrennung des Wickermans, das zentrale Ritual auf dem Festival, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. In einer feierlichen Zeremonie wird dabei der Wickerman, der dieses Jahr die Form einer Eule hatte, mit all den vorher dargebrachten Opfern der Besucher und Teilnehmer des Festivals, angezündet. Die Stimmung dabei ist wirklich feierlich und es ist nicht möglich, die Gefühle zu beschreiben, die einen durchlaufen, wenn der Wickerman in Flammen aufgeht und der Jubel losbrandet. Das muss man einfach selbst erleben.


Die Ehre, das erste Konzert nach dem Ritual zu spielen, lag dieses Jahr bei Faun. Die meisten Menschen, die am Ritual teilgenommen hatten, blieben auch gleich dort, weswegen das Konzert auch von einer unglablichen Menschenmasse besucht war. Es war unmöglich, einen auch nur halbwegs guten Platz zu ergattern, wenn man nicht schon vorher gut gestanden hatte. Darum entschlossen wir uns irgendwann, die Chance zu nutzen, dass es überall anders recht leer war und machten uns auf den langen Weg zum Parkplatz, um unsere Jacken zu holen. Dass wir ein Faun-Konzert freiwillig vorzeitig verließen war wohl auch für alle eine Prämiere, aber beim Castlefest sieht man alle Dinge irgendwie etwas entspannter als sonst :)

Ein Konzert stand danach noch an: Wardruna spielten auf der Hauptbühne. Es ist unglaublich, wie gespannt ich auf diesen Auftritt war - und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Musik von Wardruna ist schwer zu beschreiben, weswegen ich einfach ein Video anhängen werde, durch das sich jeder selbst ein Bild machen kann. Obwohl größtenteils sehr ruhig, entwickelt diese Musik eine ganz besondere Stimmung und eine unglaubliche Kraft und zieht einen unweigerlich in ihren Bann. Die Dunkelheit der Nacht und die Beleuchtung taten ihren Teil zu der einzigartigen Stimmung. Bei einem Lied erhielt die Band außerdem noch musikalische Unterstützung von Kaat Geevers an der Nyckelharpa. Insgesamt war das einfach ein Auftritt, den wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird!


Fortsetzung folgt!

Dienstag, 26. August 2014

Castlefest Nachlese, Teil 3

Um 20 Uhr ging es weiter im Programm mit den Damen und Herren von Cesair. Auch diese Band gehört irgendwie untrennbar zum Castlefest und ich freue mich jedes Jahr darauf, sie zu sehen. Sie spielten die mal ruhigen, mal tanzbaren Songs ihres ersten Albums "Dies, Nox Et Omnia" und brachten damit schnell Stimmung ins Publikum.


Nach einer Umbaupause ging es auf der gleichen Bühne weiter mit den immer wieder großartigen The Dolmen. Es war wirklich unglaublich, aber nach nicht mal einem halben Song (Rebel Fairy Fling vom Storm-Album übrigens) hatten sie das ganze Publikum zum Tanzen gebracht. Die Band präsentierte viele Lieder ihrer zwei neuen Alben (The Dolmen sind eine wirklich produktive Band), aber auch beliebte "Klassiker" wie das auch von mir heißgeliebte "Dead Cats Don't Meow". Schon nach wenigen Liedern war klar, dass wir uns auch den nächsten Auftritt der Band am folgenden Tag anschauen würden!



Wir verließen das Dolmen-Konzert ein paar Minuten vor seinem Ende. Eine Entscheidung, die wir im Nachhinein alle bitter bereuten. Grund für das vorzeitige Verschwinden waren die Headliner des Tages, Rosa†Crvx. Wir kannten die Band überhaupt nicht, aber das Castlefest hatte im Vorfeld derart interessante Ankündigungen gemacht, dass unsere Neugier geweckt wurde. Das Bühnenbild, welches aufgebaut worden war, verstärkte diese Neugier noch. Markenzeichen der Band ist anscheinend, dass sie Glocken auf der Bühne verwenden. Das Gerüst, was dafür aufgebaut wurde, war auch echt beeindruckend. Ebenso das Lichtermeer von Kerzen sowie ein richtiges Piano auf der Bühne.
Dann war es endlich so weit und Rosa†Crvx betraten die Bühne - und waren so gar nicht mein Ding. Und das Ding meiner Begleiter ebenfalls nicht. Die Musik schien eher auf ein Gothic-Festival zu gehören. Von den Glocken hörte man überhaupt nichts, was aber vermutlich an einer schlechten Abmischung gelegen hat. Hätte nicht eine von uns einen Ausflug in den Fotograben gemacht, hätten wir nie herausgefunden, dass das Wesen im Kutschermantel, welches Glocken und Piano bediente, eine Frau ist, da sie dem Publikum das ganze Konzert lang den Rücken zuwandte... Das heißt, ehrlich gesagt kann ich nicht beweisen, dass sie es das ganze Konzert tat - nach ein paar Songs beschlossen wir nämlich, dass es gar nicht so schlecht wäre, ein bisschen früher ins Bett zu kommen und machten uns auf den Heimweg. Auch musikalische Enttäuschungen gehören nun mal zu einem mehrtägigen Musikfestival wie dem Castlefest!

Fortsetzung folgt!

Freitag, 18. Juli 2014

Gab es hier schon immer eine Seenplatte? - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

Bevor ich mich morgen erst einmal für zwei Wochen in den Urlaub mit anschließendem Castlefest verkrümele, möchte ich vorher noch ein paar Worte zum letzten Wochenende verlieren, welches ich auf dem MPS in Bückeburg verbracht habe. Eigentlich hatte ich ja auch dieses Wochenende dort verbringen wollen, aber nach einer kleinen Planänderung mache ich nun morgen nur einen Tagesausflug. Darüber werde ich aber wohl erst nach dem Urlaub etwas schreiben können.
Nun aber wirklich erstmal zum letzten Wochenende:

Das Abenteuer Bückeburg 2014 begann am Freitag um die Mittagszeit bei strahlenden Sonnenschein. Die Anreise verlief ohne größere Zwischenfälle, trotz mehr als 20 Minuten Verspätung der Bahn erwischten wir in Minden den Bus nach Bückeburg und mussten unsere Koffer nur noch knapp 10 Minuten zur Campsite rollen. Dort erwartete uns die Erkenntnis, dass es in Niedersachsen in den vorausgegangenen Tagen wohl genauso viel geregnet hatte wie in Nordrhein-Westfalen: Die halbe Campsite hatte sich in eine Seenplatte verwandelt! Doch wir fanden ein halbwegs trockenes Plätzchen und konnten fortan beobachten, wie Wohnwagen und Wohnmobile mit schwerem Gerät durch den Matsch gezogen werden mussten, während Kinder in den großen Pfützen auf dem Gelände plantschten.


Samstag wartete dann einmal wieder ein Top-Musikprogramm auf uns. Los ging es mit den Engländern von The Dolmen, die das MPS dieses Jahr nur sehr sporadisch beehren (dürfen?). Bei weiterhin besten Wetter war die Stimmung ausgelassen und gut, und tanzbar sind The Dolmen ja eh allemale.


Weiter ging es mit Versengold, die ich dieses Jahr bisher auch noch kaum auf dem MPS zu sehen bekommen hatte. Die fünf Jungs waren wie immer großartig und machten mich extra glücklich, als sie während des ersten Sets "Frey und vernarrt" spielten, mein absolutes Versengold-Lieblingsstück!


Ebenfalls sehr spaßig war es im Anschluss bei den Piraten von Vroudenspil, auch wenn Sänger Ratz von der Planke bei diesem ersten Set sichtlich angeschlagen war und im sitzen auftreten musste. Später ging es ihm dann zum Glück wieder besser.


Einen Abstecher zur großen Bühne machte ich schließlich, um mir seit langem Mal wieder ein Feuerschwanz-Konzert anzusehen. Faszinierend, dass das neue Mitglied Felix Taugenix seinem Vorgänger (zumindest flüchtig betrachtet) verdammt ähnlich sieht! :D Die Band spielte auch Songs ihres kommenden neuen Albums "Auf's Leben". Texte wie "Metsaufen, ich bin der kleine Bär", die sofort rege vom Publikum mitgegröhlt wurden, lassen erahnen, dass die Band auch auf diesem Album ihren Fans witzige und metschwangere Texte präsentieren wird. :)


Der Abend stand dann mit Omnia und Faun (letztere endlich mal als Headliner, jedoch bedauerlicherweise zeitgleich mit Knasterbart) im Zeichen des Pagan Folk. Da wir bei beiden Band recht weit hinten standen bzw. saßen, gibt es davon diesmal keine Bilder. Aber ich kann sagen, dass es auch dieses Mal wieder toll war! Sehr erfreulich war auch, dass die Band dort offiziell ihr kommendes Album ankündigte, welche auf den Namen "Luna" hören wird und sich als Konzeptalbum mit dem Mond beschäftigen wird. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten, das gute Stück Anfang September in den Händen zu halten! <3

Am Sonntag ging es dann nur noch einmal kurz zurück aufs Gelände, um das erste Set von The Dolmen zu hören - ein schöner, entspannter Ausklang. Im Anschluss ging es dann in aller Ruhe durch den Schlosspark zurück zum Bahnhof mit dem Gedanken, dass Bückeburg wirklich ein schönes Städtchen ist, in dem man echt mal eine Sightseeing- und Fototour machen sollte. Vielleicht ja nächstes Jahr, denn bei meinem Tagestrip morgen werde ich wohl leider nicht dazu kommen!

Donnerstag, 10. Juli 2014

Das Keltisch Midzomer Festival in Bad Nieuweschans, NL

Am letzten Samstag war ich wieder einmal unterwegs, dieses Mal bereits zum zweiten Mal auf dem Keltisch Midzomer Festival im niederländischen Bad Nieweschans. Wem der Ort nichts sagt: es handelt sich dabei um ein kleines Städtchen gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Die nächste größere Stadt auf deutscher Seite ist Leer.

Obwohl der Wetterbericht etwas anderes befürchten hatte lassen, begann der Festivalausflug bei bestem Wetter. Sofort nach Einlass ging das musikalische Programm auf einer der drei Bühnen mit Jami's Fancy los. Das etwas ungleiche niederländische Duo - zwischen den beiden Mitgliedern liegen 33 Jahre altersunterschied - präsentierte Irish Folk mit Uilleann Pipe, irischen Flöten, Gitarre und Irish Bouzouki. Eine schöne Einstimmung auf das Festival.

Im Anschluss daran war es schon Zeit für eines der Highlights des Festivals, die Handfasting Zeremonie. Bei dieser Zeremonie erhalten jedes Jahr jeweils vier Paare die Möglichkeit, an einer neukeltischen Hochzeitszeremonie teilzunehmen. Geleitet wird diese von einem Druiden. Die Teilnehmer der Zeremonie werden durch verschiedenfarbige Bänder an den Händen verbunden, wobei die verschiedenen Farben für unterschiedliche Eigenschaften stehen. Nachdem die Zuschauer den Verbindungen ihren Segen gegeben haben, werden die Bänder wieder gelöst. Begleitet von fröhlicher Musik verlassen die Paare dann den Ring, in dem die Zeremonie stattgefunden hat, indem sie gemeinsam über einen Besen springen, wobei es sich um ein Fruchtbarkeitssymbol handelt. Die Paare sind nun für ein Jahr und einen Tag verbunden, dann können sie entscheiden, ob sie die Verbindung lösen wollen oder sie um ein weiteres Jahr oder gar für ein ganzes Leben erneueren wollen.
In diesem Jahr wurden am Samstag bei der Zeremonie sowohl deutsche als auch niederländische Paare zusammengegeben, die musikalische Untermalung stammte von Serpentyne. Es war wieder eine wunderschöne Zeremonie, die einen wirklich zu Tränen rühren konnte!


Eine kurze Programmpause erlaubte uns dann, das Gelände einmal näher zu inspizieren. Da das Festival eher klein ist, dauerte das nicht lange, doch wir blieben noch für einige Zeit beim Balfolk-Workshop hängen. Wem der Ausdruck nichts sagt: Beim Balfolk handelt es sich um Tanzveranstaltungen, bei denen Kreis-und Reihentänze getanzt werden - beispielsweise solche, wie man sie in Historienserien wie den Tudors bewundern darf, gerne jedoch auch welche, die etwas weniger komplex sind und deshalb von mehr Leuten schneller mitgetanzt werden können. ;)


Im Anschluss ging es schließlich wieder musikalisch weiter: Serpentyne, die eben noch die Zeremonie unterstützt hatten, traten auf der größten Bühne auf. Für mich war die Band an diesem Tag noch neu, aber sie wussten mich schnell zu überzeugen. Musikalisch wurde eine Mischung aus alten, traditionellen Songs in eigenem Gewand, so zum Beispiel "Pastime with good Company", und auch eigene Songs wie das extrem ohrwurmtaugliche "Boudica" geboten. Der anfänglichen Tanzfaulheit des Publikums wurde auch schnell abgeholfen, als eine der beiden Sängerinnen ins Publikum stieg und die Leute persönlich zum Tanzen aufforderte und mit ihnen gemeinsam dann einige Tanzschritte auf dem Platz vor der Bühne machte. Dieser Einladung konnte auch ich mich nicht entziehen - umso besser, dass es in den Niederlanden niemanden interessiert, wie gut oder schlecht man tanzt, solange es nur ordentlich Spaß macht ;)


Als nächstes waren die Niederländer von Seed (bitte kein 'E' zu viel benutzen) an der Reihe. Die junge Band spielt Pagan Folk und hat bisher noch keine Musik veröffentlicht. Umso gespannter war ich, was genau mich hier erwartet. Die akustischen Stücke wussten auch sofort zu überzeugen, bei den Liedern mit Gesang hätte man meiner Meinung nach den Gesang etwas deutlicher in den Vordergrund rücken können, sodass man den Texten besser hätte folgen können. Leider fielen weite Teile des Konzerts buchstäblich ins Wasser, als plötzlich ein fieser Platzregen niederging, während dem wir uns an der Kartoffelbräterei unterstellen durften. Einige Zuschauer ließen sich aber auch gar nicht stören und tanzten einfach im Regen weiter.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit dieser Band in Zukunft noch weitergehen wird und freue mich auf kommende Veröffentlichungen.




Gleich im Anschluss ging es weiter mit Serpentyne's Landsmannen-und Frauen von The Dolmen. Dass die Band live abgeht wie nix, sollte mitlerweile eigentlich jeder in der Szene mitbekommen haben - und so war es auch an diesem Tag wieder! Das neue, Geige spielende Mitglied fügte sich musikalisch super in die Truppe ein und die Band tat dem Publikum außerdem den Gefallen, das absolut großartige Piratenstück "Dead Cats Don't Meow" zu spielen - es ist echt eine Schande, dass die Band dieses Jahr nur so selten auf deutschen Veranstaltungen wie dem MPS unterwegs ist!


Als nächstes folgte für mich ein weiteres musikalisches Highlight, der Auftritt der Pagan Folk Band Sowulo. Die vier Niederländer spielen quasi ausschließlich Instrumentalstücke und hatten einen eigenen Priester dabei, der die nordischen Götter angerufen hat. Außerdem wurde während des ganzen Sets Weihrauch verbrannt - wirklich ein ganz besonderes Konzert. Die Band spielte Songs von ihrem bisher einzigen Album "Alvenrad", in dem die einzelnen Stücke besondere Jahreshöhepunkte des germanisch-heidnischen Kalenders thematisieren. Außerdem stellten sie ein neues Stück vor, was einen deutlichen Einfluss durch die Norweger von Wardruna nicht verbergen konnte und wirklich Lust auf neues Material machte.


Für mich endete der Festivaltag dann auch schon nach dem Auftritt der nächsten Band, den Co-Headlinern Heidevolk. Bei einem sonst sehr folkigen Festival vielen die mit ihrem Folk Metal natürlich schon ziemlich auf, konnten aber durchaus für Stimmung sorgen und das Publikum schaltete einfach von Tanzen auf Moshen und Headbangen um ;) Der Platz vor der Bühne hatte sich nach einem weiteren, heftigen Regen in eine Schlammfläche verwandelt, was das Ganze ein wenig an ein metallastiges Woodstock erinnern ließ. Heidevolk präsentierten einen Querschnitt durch ihre vier Alben und ließen dabei keine Hits aus: "Het Bier Zal Weer Vloeien", "Nehalennia", "Saksenland" und natürlich auch "Vulgaris Magistralis" - sie alle durften nicht fehlen und machten das Konzert für mich zu einem würdigen Festivalabschluss.


Im Anscchluss daran enterten noch einmal The Dolmen die Bühne, aber davon kann ich nichts erzählen. Nach einer leckeren Portion Slingerchips zum Abschluss ging es für mich heimwärts - aber wenn es nach mir geht, komme ich nächstes Jahr wieder - hoch lebe das Keltisch Midzomer Festival!