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Donnerstag, 27. August 2015

Zu Gast auf einer römischen Baustelle - das LWL Römermuseum in Haltern am See

Am Dienstag habe ich mit einer Freundin mal wieder einen schönen Museumsausflug gemacht. Unser Ziel war dieses Mal das LWL Römermuseum in Haltern am See.

Da wir nicht wussten, wie groß das Museum ist, machten wir uns recht zeitig auf den Weg, um genug Zeit zu haben und betraten das Museum noch vor 12 Uhr Mittags. An der Kasse wurden wir sehr freundlich begrüßt, entrichteten den überaus günstigen Eintrittspreis (2 Euro für Studenten) und folgten dem Rat der Dame am Einlass, unseren Museumsbesuch im hauseigenen Mini-Kino zu beginnen.

Dort erwartete und ein etwa 8-minütiger Film, der uns in das Leben römischer Soldaten in der germanischen Provinz einführte. Der Film zeigte ein sehr realistisches Bild davon, wie es damals ausgesehen haben könnte und entließ uns mit einer Vorstellung davon, wie das Römerlager in Haltern einst aufgebaut war.

Im Anschluss betraten wir die Ausstellung. Neben den normalen Ausstellungsstücken gab es dabei auch noch einige Besonderheiten der aktuellen Sonderausstellung zu sehen. Diese Sonderausstellung, die noch bis zum 27. September zu sehen ist, trägt den Titel "Hier baut Rom" und ist als Mitmach-Ausstellung angelegt.

Und zum Mitmachen und Ausprobieren gab es für Groß und Klein wirklich einiges: Man konnte lernen, mit dem römischen Abakus zu rechnen, auf einer Wachstafel zu schreiben oder ein Haus auf römische Art zu decken. Auch konnte man selber testen, wie schwer das Marschgepäck eines römischen Soldaten wog (locker 18kg!) oder welche Entlastung ein einfacher Flaschenzug bietet.

Natürlich fand sich auch in den Vitrinen viel Informatives: Römisches Geschirr, das in Haltern gefunden wurde konnte ebenso betrachtet werden wie Werkzeuge, Münzen, Waffen oder Nahrungsreste, die Aufschluss über die Ernährung der Soldaten in Germanien gab.

Wir waren insgesamt etwa 3 Stunden in der Ausstellung. Hätten wir alles selber ausprobiert, hätten wir aber auch noch mehr Zeit dort verbringen können. Zudem wird das Museum gerade auch noch erweitert. Auf dem Außengelände entsteht nämlich gerade der Römerpark Aliso. Dort soll bald das Westtor des Halterner Kastells am Originalfundplatz neu entstehen. Später sollen dann auch die Innenbauten folgen. Diese sollen als archäologische Baustelle mit historischen Handwerkstechniken und authentischen Materialien und Werkzeugen errichtet werden. Das Ganze klingt sehr spannend und ich werde sehr gerne wiederkommen, wenn die Bauarbeiten fortgeschritten sind und man die archäologische Baustelle vielleicht auch einmal besichtigen kann.


Infomaterial

Nach dem Museumsbesuch schauten wir uns noch im kleinen Museumsshop um. Dort gab es viele interessante Bücher, aber auch einige nette Mitbringsel und auch kleine Spielereien für Kinder. Ich gönnte mir ein Infoheft der Altertumskommission für Westfalen, welches sich mit dem Römerlager in Haltern beschäftigt. Einige ältere Hefte der Kommission über frühe Burgen in Westfalen konnte man zudem kostenlos mitnehmen, wo ich gerne zugegriffen habe.

Da noch so viel vom Tag übrig war, beschlossen wir, unseren Ausflug nach Haltern noch etwas zu verlängern und statteten dem absolut sehenswerten Naturwildpark Granat noch einmal einen Besuch ab. Es war ein sehr schöner Ausflug!

Montag, 9. Februar 2015

Unterwegs auf der Via Belgica: Das Römerbad in Übach-Palenberg

Dieser Blog hat in den letzten Tagen und Wochen eindeutig zu viele Rezensionen und zu wenig anderen Inhalt gesehen. Das möchte ich heute ändern und endlich mal wieder ein kleines Ausflugsziel vorstellen, nämlich das Römerbad in Übach-Palenberg.

Das Römerbad:


Das Römerbad liegt mitten im Naherholungsgebiet der kleinen Stadt Übach-Palenberg in der Nähe von Aachen. Es handelt sich um die Rekonstruktion eines römischen Badegebäudes, welches erst 1988 wiederentdeckt wurde. Einst war das Geäude Teil eines römischen Gutshofes, einer so genannten villa rustica. Funden zu Folge wurde das Badehaus im 2. und vermutlich auch noch im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung benutzt. Die Rekonstruktion erfolgte bewusst so, dass man die antiken Teile des Gemäuers durch eine vertiefte Fuge von den neu aufgearbeiteten unterscheiden kann.

Dieses Bodendenkmal ist 13 Meter lang und 6 Meter breit. Man kann bei der Besichtigung die verschiedenen Räume erkennen und eine Hinweistafel gibt Auskunft über die Nutzung jener Räume. Zu sehen gibt es einen Umkleideraum, ein Kaltwasserbecken, einen beheizbaren Baderaum sowie einen Schwitzraum.

Das Badehaus stand vermutlich einst direkt an der Wurm, dem örtlichen Fluss. Dieser verläuft heute in einigen Metern Entfernung. Bei dem Gewässer, welches man im Hintergrund sieht, handelt es sich um einen künstliche angelegten Teich.

Das römische Badehaus ist heute Teil der Erlebnisroute Via Belgica. Dabei handelt es sich um eine touristsiche Route, die grob dem Verlauf einer alten römischen Heerstraße von Köln bis nach Herzogenrath nahe Aachen folgt.

Beaduerlicherweise wird das Gemäuer durch seine stets zugängliche Lage in einem Park immer mal wieder durch Graffitis verschandelt, was leider ein häufigeres Problem bei solchen Anlagen zu sein scheint.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Fahndung nach Augustus - Besuch in der aktuellen Wanderausstellung in Aachen

Am Sonntag habe ich mich zusammen mit meiner Mutter schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ins neueröffnete Centre Charlemagne nach Aachen begeben. Anlass dieses Mal war eine derzeit gastierende Ausstellung mit dem klangvollen Namen "Fahndung nach Augustus - Suche nach den Wurzeln der Euregio".

Erarbeitet wurde die Ausstellung von einer deutsch-niederländischen Wissenschaftsgruppe, die auf den Namen "Euregionale Vicusgruppe" hört und aus Archäologen, Historikern und Museumsleuten besteht. Gegründet wurde die Gruppe mit der Absicht, die Geschichte der vier heutigen Städte Aachen, Maastricht, Heerlen und Jülich zu untersuchen, die alle aus einstigen römischen Siedlungen hervorgegangen sind.

Die bisherigen Ergebnisse ihrer Untersuchungen kann man nun eben in der momentan in Aachen befindlichen Ausstellung bestaunen.
Doch warum Augustus? Zunächst einmal, weil sich dessen Tod dieses Jahr zum 2000. Mal jährt und man als überaus bedeutende historische Persönlichkeit aus diesem Anlass sicher eine Ausstellung verdient hat.
Doch es gibt noch einen anderen Grund: Die Wissenschaftler sind in ihren Untersuchungen nämlich zu dem Schluss gekommen, dass alle vier vorgestellten Städte mit großer Wahrscheinlichkeit auf Siedlungen aus augusteischer Zeit zurückgehen.

Wie sie zu diesem Schluss gekommen sind und wer Kaiser Augustus eigentlich war, darüber gibt die Ausstellung Auskunft.
So werden verschiedenste Funde aus allen Zeiten präsentiert, die den großen Imperator darstellen. Da gibt es Keramik, Fibeln, Münzen und noch vieles mehr zu bestaunen. Ein Film informiert zudem über die Kleidung und Ausrüstung eines römischen Soldaten zu Augustus' Zeit.
Außerdem erhalten Besucher einen Einblick in die Arbeit von Archäologen. So wird beispielsweise das Verfahren der Dendrochronologie erklärt, mit dessen Hilfe sich Funde aus Holz sehr genau datieren lassen.

Wem das bloße Schlendern durch die sehr interessante Ausstellung zu wenig ist, für den hat man sich im Centre Charlemagne noch etwas ganz besonders einfallen lassen:
Bei Betreten der Wechselausstellung finden Besucher einen Stapel mit kleinen Broschüren vor, die den Titel "Wer wird Imperator?" tragen. Beim Aufklappen erwartet sie dann ein 18 Fragen umfassendes Quiz. Die Fragen sind knifflig, aber alle mit Hilfe der Ausstellungsstücke und deren Begleittexten zu beantworten. Eine wirklich schöne Idee für ungeduldige Kinder, aber auch für Erwachsene, da man so auf einige Besonderheiten der ausgestellten Stücke gestoßen wird, die man sonst vielleicht übersehen hätte.

Wer das mindestens zur Hälfte gelöste Quiz am Ende des Museumsbesuches abgibt, der hat die Möglichkeit an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Wir haben unseres vollständig ausgefüllt aber als Erinnerungsstück mit nach Hause genommen:


Die überaus lohnenswerte Ausstellung gibt es noch bis zum 11. Januar 2015 im Centre Charlemagne in Aachen zu sehen. Danach zieht sie weiter in andere Museen nach Heerlen, Jülich und Maastricht.
Die Tickets in Aachen kosten 5, ermäßigt 3 Euro. Im Centre Charlemagne befindet sich neben der Augustus-Ausstellung auch noch eine sehenswerte Dauerausstellung zur Aachener Stadtgeschichte.