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Sonntag, 12. Juli 2020

Konzertbericht: Heidevolk in Heerlen

Am 4. Oktober verschlug es mich in die nahen Niederlande. Nur einen Katzensprung von meinem Zuhause entfernt gab sich an diesem Abend mit Heidevolk eine meiner liebsten Folkmetal-Bands die Ehre.

Begleitet wurde ich dabei von einer mutigen Freundin, die ohne großes Zögern zusagte, obwohl sie die Band überhaupt nicht kannte. Gemeinsam machten wir uns also am Abend auf den Weg nach Heerlen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich als nicht ganz so einfach, aber der Club war dafür schnell gefunden.

Das Poppodium Nieuwe Nor erwies sich als eher kleiner Club und machte gleich einen positiven Eindruck. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und gut gelaunt. Ausverkauft war das Konzert zwar nicht, aber es war auch nicht schlecht besucht und die Leute hatten sichtlich Lust auf den Abend mitgebracht.

So ging es dann um 20 Uhr auch schon mit dem Support los. Alvenrad stammten ebenso wie der Headliner des Abends aus den Niederlanden und singen auch in dieser Sprache. Die Band bezeichnet ihre Musik als Skaldic Folk Metal, wobei zum Folkmetal auch ein deutlicher Prog Rock-Einfluss hinzukommt. Insgesamt ergibt das eine sehr vielseitige Mischung, die auch live an diesem Abend Spaß beim Zuhören machte. Hinzu kam, dass die Jungs wirklich sympathisch und lustig rüberkamen und gerade in den Ansagen auch allerlei Schabernack mit dem Publikum trieben. 


Nach der obligatorischen Umbaupause (die wir dazu nutzten, das Getränkemarken-System zu verstehen), betraten schließlich Heidevolk die Bühne und lieferten einmal mehr ein durch und durch episches Konzert. Natürlich stellten sie dabei viele Lieder ihres aktuellen Albums "Vuur van verzet" (zu deutsch: Feuer des Widerstands, falls es wen interessiert), darunter natürlich auch das als Video ausgekoppelte "A Wolf In My Heart / Een wolf in mijn hart", dessen bloße Existenz auf Englisch das Publikum nicht eben zu begeistern schien. Eigentlich ja auch kein Wunder, stellen doch die niederländischen Texte ein nicht zu unterschätzendes Alleinstellungsmerkmal der Musik der Gruppe dar. 
Ein absolutes Highlight war auch die Darbietung von "Yngwaz' zonen", welches in seiner ganzen musikalischen Reduziertheit in live unglaublich episch rüberkam. Und sogar einen Erzähler hatten Heidevolk an diesem Abend als Gast mitgebracht, welcher dem Publikum eine witzige Anekdote aus dem Schankhaus präsentierte - zum Leidwesen meiner der Sprache nicht kundigen Freundin natürlich auf Niederländisch :P Ein alter Bekannter war es zudem auch noch, denn auch bei meinem heißgeliebten Castlefest hat der gute Tim Talesman einen festen Platz im Programm - eine nette Überraschung. Und auch sein Auftitt wusste zu überzeugen: durch seine lebhafte und unterhaltsame Erzählweisegelang es ihm mühelos, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Eine sehr interessante Abwechslung!

Doch im Zentrum standen natürlich trotzdem stets die Mannen von Heidevolk, und die ließen es sich nicht nehmen, auch ihre beliebtesten Songs zu spielen. Zu meiner großen Freude war mein persönlicher Favorit "Nehalennia" dabei, doch die allgemeine Eskalation folgte natürlich am Ende der Show mit dem Mitgröhl-Stück schlechthin.Kaum einer in diesem Raum, der nicht aus voller Kehle "Ik ben Vulgaris Magistralis, en ik ri-j op een mammoet in het rond" mitgesungen hätte.


So ging dann schließlich ein weiterer wunderbarer Konzertabend zu Ende und wir machten uns auf den sehr kurzen Heimweg. Das war auch gut so, denn am Wochenende stand noch eine andere Veranstaltung vor der Tür.

Sonntag, 20. Mai 2018

Konzertbericht: Omnia in Heerlen

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal in den Genuss eines Konzertes von Omnia gekommen bin. Die Band hat sich in den vergangenen Jahren auf den Bühnen deutlich rar gemacht und beabsichtigt auch nicht, dies in näherer Zukunft zu ändern. Umso mehr hat es mich gefreut, als vor der nächsten längeren Konzertpause noch einmal eine Theatertour durch die Niederlande angekündigt wurde. Inklusive einem Zwischenstopp im gerade einmal 20 Kilometer von meinem Wohnort entfernten Heerlen!

Da sich der Ticketkauf im Internet für mich als nicht-Niederländer ohne Kreditkarte mal wieder als unüberwindliche Hürde erwiesen hatte, war ich gezwungen gewesen, dem Parkstad Theater bereits im Vorfeld einen kurzen Besuch abzustatten, um mir vor Ort ein Ticket zu besorgen. bei der kurzen Strecke ist das natürlich nicht so schlimm, aber es frustriert mich trotzdem immer wieder, wie schlecht die Grenzregion in manchen Beziehungen doch vernetzt ist...

Am Konzertabend bot sich den Stammbesuchern des Theaters jedenfalls ein sicherlich etwas ungewohnter Anblick, als plötzlich scharenweise Leute in alternativer Kleidung das Foyer besetzten und auf Einlass in den Theatersaal warteten. Im gut gefüllten  Saal fand sich dann schließlich ein ziemlich buntes Publikum zusammen. Omnia-Fans aus den Niederlanden, Deutschland und Belgien sowie interessierte Theater-Jahreskarten-Inhaber jeden Alters hatten sich eingefunden und warteten gespannt auf den Beginn des Konzerts. Die Stimmung war, wie eigentlich immer und überall bei Veranstaltungen in den Niederlanden, locker und gelöst.

Die Gespräche verstummten sofort, als Omnia die Bühne betraten. Für die Theater-Tour hatte die Band hauptsächlich ruhigere Stücke aus ihrem großen Repertoire ausgewählt. Die Beleuchtung war minimalistisch, die Musiker wurden schlicht jeweils mit einem Spot angeleuchtet und es gab einige Teelichter. Der Großteil der Bühne lag im Halbdunkel. Das lenkte geschickt den Blick auf das Wesentliche und passte ganz wunderbar zu dem ruhigen Set.

Neben Stücken, die selten bei einer Omnia-Show fehlen, kamen die Fans an diesem Abend auch in den Genuss von länger nicht mehr live gehörten Liedern wie "Jabberwocky". Sänger Steve unterhielt die Leute außerdem noch mit teils lustigen, teils aber auch ernsten Ansagen. Natürlich machte er auch Werbung für das gerade fertig gewordene neue Remix-Album "Reflexions", welches auch wirklich unbedingt hörenswert ist (ich durfte es für jarwinbenadar rezensieren, was mir eine große Ehre und Freude war ♥) Doch auch einige schnellere Stücke wie "Kokopelli" oder "Saltatio Vita" fanden ihren Weg in das Set und bewegten doch den einen oder anderen dazu, seinen Platz zu verlassen um sich zu den Klängen bewegen zu können.

Am Ende wurden Omnia mit stürmischem Applaus gefeiert und mussten natürlich auch noch für mehrere Zugaben und zahlreiche Verbeugungen auf die Bühne zurückkehren. Das Publikum dankte es ihnen mit noch mehr Applaus und Standing Ovations. Ein Großteil setzte sich am Ende auch gar nicht mehr hin, sondern genoss die letzten Songs klatschend und tanzend im Stehen.

Gefühlt viel zu schnell war das Konzert dann aber wirklich vorbei und Omnia verschwanden, mit Aussicht auf spätere Autoramme und Fotos, hinter der Bühne. Hoffentlich dehnen sie ihre Konzertpause nicht zu lange aus, ihre fantastischen Qualitäten als Liveband werden mir wirklich fehlen!