Wieder ist ein Jahr vorbeigegangen und es wird Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Jahresrückblick. Der fiel mir dieses Mal gar nicht so leicht. Irgendwie war 2018 für mich eher arm an bemerkenswerten Veröffentlichungen - zumindest in der Mittelalter - und Folkszene, über die ich hier ja vornehmlich blogge. Trotzdem habe ich hier mal eine Liste zusammengestellt. Diese ist wie üblich alphabetisch, damit ich mich für keine Rangliste entscheiden muss. Rezensionen sind, sofern vorhanden, verlinkt oder werden noch nachträglich verlinkt, wenn ich später noch zum Besprechen des einen oder anderen Albums komme.
Bannkreis - Sakrament
Corvus Corax - Skál
Eivør - Live in Thórshavn
Fairytale - Autumn's Crown
Faun - Best Of
Feuerschwanz - Methämmer
Heidevolk - Vuur van verzet
Heilung - Lifa
Korpiklaani - Kulkija
Omnia - Reflexions
Saltatio Mortis - Brot und Spiele
Versengold - Nacht der Balladen
Wardruna - Skald
Nicht mittelalterlich, aber dennoch erwähnenswert:
Adam Angst - Neintology
Amorphis - Queen Of Time
Blind Channel - Blood Brothers
Bury Tomorrow - Black Flame
Desasterkids - Superhuman
Hell Boulevard - In Black We Trust
KMPFSPRT - Gaijin
Lord Of The Lost - Thornstar
Mono Inc. - Welcome To Hell
Start A Revolution - Survivors
Uniklubi - Tulennielijä
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Mittwoch, 23. Januar 2019
Meine Musik des Jahres 2018
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Sonntag, 20. Mai 2018
Konzertbericht: Omnia in Heerlen
Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal in den Genuss eines Konzertes von Omnia gekommen bin. Die Band hat sich in den vergangenen Jahren auf den Bühnen deutlich rar gemacht und beabsichtigt auch nicht, dies in näherer Zukunft zu ändern. Umso mehr hat es mich gefreut, als vor der nächsten längeren Konzertpause noch einmal eine Theatertour durch die Niederlande angekündigt wurde. Inklusive einem Zwischenstopp im gerade einmal 20 Kilometer von meinem Wohnort entfernten Heerlen!
Da sich der Ticketkauf im Internet für mich als nicht-Niederländer ohne Kreditkarte mal wieder als unüberwindliche Hürde erwiesen hatte, war ich gezwungen gewesen, dem Parkstad Theater bereits im Vorfeld einen kurzen Besuch abzustatten, um mir vor Ort ein Ticket zu besorgen. bei der kurzen Strecke ist das natürlich nicht so schlimm, aber es frustriert mich trotzdem immer wieder, wie schlecht die Grenzregion in manchen Beziehungen doch vernetzt ist...
Am Konzertabend bot sich den Stammbesuchern des Theaters jedenfalls ein sicherlich etwas ungewohnter Anblick, als plötzlich scharenweise Leute in alternativer Kleidung das Foyer besetzten und auf Einlass in den Theatersaal warteten. Im gut gefüllten Saal fand sich dann schließlich ein ziemlich buntes Publikum zusammen. Omnia-Fans aus den Niederlanden, Deutschland und Belgien sowie interessierte Theater-Jahreskarten-Inhaber jeden Alters hatten sich eingefunden und warteten gespannt auf den Beginn des Konzerts. Die Stimmung war, wie eigentlich immer und überall bei Veranstaltungen in den Niederlanden, locker und gelöst.
Die Gespräche verstummten sofort, als Omnia die Bühne betraten. Für die Theater-Tour hatte die Band hauptsächlich ruhigere Stücke aus ihrem großen Repertoire ausgewählt. Die Beleuchtung war minimalistisch, die Musiker wurden schlicht jeweils mit einem Spot angeleuchtet und es gab einige Teelichter. Der Großteil der Bühne lag im Halbdunkel. Das lenkte geschickt den Blick auf das Wesentliche und passte ganz wunderbar zu dem ruhigen Set.
Neben Stücken, die selten bei einer Omnia-Show fehlen, kamen die Fans an diesem Abend auch in den Genuss von länger nicht mehr live gehörten Liedern wie "Jabberwocky". Sänger Steve unterhielt die Leute außerdem noch mit teils lustigen, teils aber auch ernsten Ansagen. Natürlich machte er auch Werbung für das gerade fertig gewordene neue Remix-Album "Reflexions", welches auch wirklich unbedingt hörenswert ist (ich durfte es für jarwinbenadar rezensieren, was mir eine große Ehre und Freude war ♥) Doch auch einige schnellere Stücke wie "Kokopelli" oder "Saltatio Vita" fanden ihren Weg in das Set und bewegten doch den einen oder anderen dazu, seinen Platz zu verlassen um sich zu den Klängen bewegen zu können.
Am Ende wurden Omnia mit stürmischem Applaus gefeiert und mussten natürlich auch noch für mehrere Zugaben und zahlreiche Verbeugungen auf die Bühne zurückkehren. Das Publikum dankte es ihnen mit noch mehr Applaus und Standing Ovations. Ein Großteil setzte sich am Ende auch gar nicht mehr hin, sondern genoss die letzten Songs klatschend und tanzend im Stehen.
Gefühlt viel zu schnell war das Konzert dann aber wirklich vorbei und Omnia verschwanden, mit Aussicht auf spätere Autoramme und Fotos, hinter der Bühne. Hoffentlich dehnen sie ihre Konzertpause nicht zu lange aus, ihre fantastischen Qualitäten als Liveband werden mir wirklich fehlen!
Donnerstag, 23. Februar 2017
Meine Musik des Jahres 2016
Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)
Meine Musik des Jahres 2016:
Asynje - Galdr
The Dolmen - Nuada
The Dolmen - Live At Castlefest
Faun - Midgard
Garmarna - 6
Omnia - Prayer
Songleikr - Godtfolk
Sowulo - Sol
Trolska Polska - Untold Tails
Kein Folk, trotzdem abgöttisch geliebt und darum erwähnt:
Fjørt - Kontakt
Sonntag, 1. Januar 2017
Konzertbericht: Omnia in Bochum
Zunächst einmal möchte ich natürlich allen Besucherns dieses Blogs ein frohes neues Jahr wünschen. Ich hoffe, ihr seid gut reingerutscht und helft nun euren Haustieren, die Traumata der letzten Nacht zu überwinden... Da ich Silvester nie besonders ausufernd feiere, bin ich nun fit und bereit, die noch ausstehenden Berichte des letzten Monats fortzusetzen. Heute auf dem Programm stehen alte Bekannte auf diesem Blog: Omnia!
Die niederländische Pagan Folk Gruppe machte am 15. Dezember im Rahmen ihrer "Prayer"-Tour Halt in Bochum. Die Chance, die Band noch ein letztes Mal für unbestimmte Zeit live zu sehen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Für alle, die es nicht mitbekommen haben sollten: Omnia haben vor einiger Zeit angekündigt, dass sie sich nach der "Prayer"-Tour in ein halbjähriges Sabbatical zurückziehen würden und in dieser Zeit keine Konzerte geben würden. Hinzu kommt nun noch der traurige Umstand, dass es mit dem Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Specataculums zu einem Zerwürfnis kam und die Band dort in Zukunft nicht mehr zu sehen sein wird. Gleiches gilt im Übrigen für das Castlefest...
Grund genug also, dieses Konzert in der Bochumer Matrix ausgiebig zu genießen. So füllte sich die Konzerthalle an diesem Donnerstag auch sehr gut und Omnia enttäuschten ihr Publikum nicht. Sie präsentierten sich gut gelaunt und voller Energie. Sänger Steve setzte sich mit seinen Ansagen einmal wieder sehr deutlich gegen die Zerstörung der Natur und den schädlichen Einfluss multinationaler Konzerne und politischer Machthaber ein und machte so deutlich, dass Omnia nicht nur verdammt gute Musik spielen, sondern auch eine Botschaft haben, mit der sie die Leute zu erreichen versuchen.
Natürlich spielten sie zahlreiche Songs ihres aktuellen Albums "Prayer". Einige der Songs konnten Fans schon bei den Festivalterminen der Band im Sommer hören, doch es gab auch Neuzugänge. Darunter fand sich auch das für europäische Ohren exotisch anmutende Stück "Mongol", welches sowohl Band als auch Publikum sichtlich Spaß bereitete. Aber auch Bandklassiker wie "Etrezomp-Ni Kelted" und "Fee Ra Huri" durften natürlich nicht im Set fehlen.
Auch mit Zugaben ließ sich die Band nicht lumpen und verabschiedete sich erst nach über zwei Stunden mit dem fulminanten "Morrigan", welches für mich auch nach so vielen Jahren noch den perfekten Abschluss für jedes Omnia-Konzert bildet.
Mittlerweile hat sich die Band, die in den letzten Jahren besonders die deutschen Bühnen fast schon exzessiv bespielt hat, in ihre wohlverdiente Pause zurückgezogen. Ich wünsche ihnen, dass sie gestärkt und kreativer denn je aus dieser Pause zurückkehren und dann recht bald wieder die Veranstaltungsorte des Landes unsicher machen werden. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen!
Hörprobe:
Mittwoch, 30. November 2016
Neues Video: Omnia - Mutant Monkey
Eigentlich hatte ich heute gar nichts posten wollen, doch da kamen gestern wie aus dem Nichts Omnia mit einem neuen Musikvideo um die Ecke. Also gibt es nun doch einen kleinen Beitrag, bevor ich mich bald auch schon auf den Weg machen muss zur wunderschönen Christuskirche nach Bochum, wo heute Faun auf ihrer aktuellen Akustik-Tour gastieren.
Ich bin zuversichtlich: Dies wird ein toller Tag!
Nun aber viel Spaß mit "Mutant Monkey" vom 2014er Omnia-Album "Earth Warrior". Aber Achtung: man könnte sich nach dem Genuss des Videos den Sommer zurückwünschen. ;)
Montag, 29. August 2016
Ein Klassiker mit tollem Programm - Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Telgte
Am 13. & 14. August stand mal wieder einer der klassischen MPS-Termine vor der Tür, die ich nach Möglichkeit in jedem Jahr besuche: Telgte nahe Münster. Doch sind normalerweise zwei ganze Tage Pflicht, wurden es diesmal nur zwei kürzere Ausflüge.
Los ging es nach mehrstündiger Anfahrt erst am Nachmittag, pünktlich zum Auftritt von Corvus Corax, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Die Band rührte an diesem Tag kräftig die Werbetrommel für ihr neues Werk "Ars Mystica", welches ich vor einiger Zeit für jarwinbenadar rezensieren durfte (was ich irgendwie vergaß, hier zu posten...) sowie für das anstehende, neue BerlinksiBeat Album.
Erst danach fanden wir ein wenig Zeit, über das Gelände zu schlendern, welches trotz schon längerer anhaltender Hitze an einigen Stellen ganz schön verschlammt daherkam. Ein ziemlich deutliches Zeichen, wie unglaublich viel Regen zuvor in diesem Sommer gefallen war... An dem Samstag selber war das Wetter dafür richtig schön, es war eine der ersten Festivalnächte, die ich fast durchgängig nur im T-Shirt verbringen konnte.
Nach einer kulinarischen Stärkung hieß es für den Rest des Festivaltages Abschied nehmen von der Freundin, mit der ich dort war. Da wir beide einen ziemlich unterschiedlichen Musikgeschmack haben, standen bei uns beiden völlig andere Bands auf dem Plan.
Für mich stand der Abend im Zeichen des Pagan Folk. Los ging es mit Omnia, die das Publikum schnell dazu brachten, die notdürftig abgedeckte Schlammdecke vor der Bühne mit ausgiebigem Tanzen so richtig aufzuwühlen. Dabei präsentierten sie natürlich auch einige Songs der neuen CD "Prayer", die es bislang nur bei der Band selbst zu kaufen gibt. Da ich Omnia dieses Jahr gar nicht so oft gesehen habe, war es für mich auch eine der ersten Gelegenheiten, sie mit der nach vielen Jahren wieder ins Repertoire aufgenommenen Drehleier erleben zu dürfen, die den Sound der Band um einen tollen Aspekt erweitert.
Im Anschluss hieß es dann wieder, sich ein lauschiges Plätzchen vor der Bühne zu suchen und zu warten. Nach einer Umbaupause und dem Soundcheck folgten nämlich gleich Faun. Allein bleibt man beim Warten auf Faun-Konzerten zum Glück selten lange, und so fand ich mich bald vertieft in ein Gespräch mit meiner netten Nebenfrau. So verging die Zeit bis zum Auftritt der Band rasend schnell. Das Konzert selbst war dann wieder ganz wundervoll. Faun erinnerten sich sogar an das letzte Jahr, wo es während des Konzertes angefangen hatte zu schütten wie aus Eimern und erst mehr als zwei Tage später wieder aufgehört hatte. Die Fans vor der Bühne - eine Freundin & mich eingeschlossen - juckte das damals wenig, die meisten blieben einfach stehen und feierten wie wild weiter. Dafür bedankte sich die Band ein Jahr später noch einmal. Auch in diesem Jahr war die Stimmung im Publikum super, nur dass es diesmal eben eine wunderschöne, laue Sommernacht war. Faun spielten ebenfalls einen neuen Songs - "Nacht des Nordens" - vom zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen neuen Album, aber natürlich auch ganz viele Stücke aus den unterschiedlichsten Phasen ihres langjährigen Schaffens.
Leider das einzige Foto, das ich an diesem Tag gemacht habe: Faun beim Soundcheck
Mit den letzten Tönen des Faun-Konzertes endete auch der erste Tag auf dem MPS in Telgte. Obwohl es für ein MPS ein relativ frühes Ende war, kamen wir erst super spät zur Ruhe und zum Schlafen. Am nächsten Tag war ich darum gar nicht so unglücklich, dass ich nur noch kurz auf das Gelände konnte. Wir fuhren pünktlich zur Eröffnung nach Telgte und sahen uns ein amüsantes Konzert von Mr. Hurley & die Pulveraffen an, danach machte ich mich auf den langen Heimweg. Meine Freundin hielt es, wie ich später erfuhr, auch nicht viel länger aus. Die Müdigkeit hatte uns an diesem Tag wohl sehr fest im Griff. Trotzdem war dieser kurze Sonntag ein hübscher Ausklang für das MPS Telgte 2016.
Sonntag, 21. August 2016
Der große Tag - Castlefest 2016, Tag 2 (Samstag)
Gemäß der Tradition schafften wir es auch am zweiten Tag des Festivals, dem bereits im Vorfeld ausverkauften Samstags, nicht pünktlich zur Eröffnung zum Gelände. Dennoch lagen wir gar nicht so schlecht in der Zeit und bekamen so noch ein paar Minuten vom Balfolk-Workshop mit. Wie schön es war, nach dem insgesamt eher ruhigen Freitag wieder so viele fröhlich tanzende Menschen zu sehen!
Balfolk-Workshop
Bei einem anschließenden kurzen Spaziergang über das Gelände sahen wir den Walking Act "Die Parade von Narziss". Das war ein faszinierender Anblick mit dem selbstverliebtem Narziss auf seinem Wagen, stelzenlaufenden Narzissen und einer fahrenden Bienenwabe!
Die Parade von Narziss
Im Anschluss an den Workshop trug es uns zur Folk Stage, auf der Pyrolysis spielten. Auch hier wurde heftig getanzt, lud die Musik der niederländischen Folkband doch wahrlich dazu ein. Die musikalischen Einflüsse schienen von Irish Folk bis zum Shanty, von Rapalje bis zu Flogging Molly zu reichen und ergaben so eine Mixtur, die wirklich großen Spaß machte. Außerdem hatten Pyrolysis mit Abstand das tollste Bandlogo des Festivals, ein Piraten-Kaninchen, das nun auch mein neustes Bandshirt ziert. :D Mal schauen, ob ich dieses Shirt am kommenden Wochenende nicht mal auf dem Pirates!-Festival in Jülich Spazieren führe. Da würden sich Pyrolysis nämlich sicher auch ganz ausgezeichnet in einer künftigen Auflage machen. ;)
Party vor der Bühne bei Pyrolysis
Als der Auftritt von Pyrolysis zu Ende war, ging es weiter zur Hauptbühne, um noch ein paar Minuten vom Konzert von Scotch mitzbekommen. Im letzten Jahr hatten wir diese ebenfalls niederländische Band irgendwie ziemlich sträflich ignoriert. Obwohl der Party Folk der Jungs wirklich Laune machte, wurde es auch in diesem Jahr wieder nur eine kurze Freude für uns. Meiner Freundin fiel auf, dass sie ihr Opfer für das später am Tag stattfindende WickerDragon-Ritual im Bed & Breakfast hatte liegen lassen. Das war natürlich unvertretbar, also musste flott ein Plan entworfen werden. Ein Glück, dass ein Freund, den wir im Steampunk-Garten beim gemütlichen Teetrinken wiederfanden, auf dem Festivalcampingplatz sein Klapprad dabei hatte. So konnte das Problem doch noch recht schnell gelöst werden.
Pünktlich zum Konzert von Seed trafen wir uns dann alle an der Village Stage wieder. Die Pagan Folk Band mit einem der wohl niedlichsten Maskottchen weit und breit gefällt mir live von Mal zu Mal besser. An diesem Samstag lieferten sie ein energiegeladenes, gutgelauntes Konzert, dessen positive Stimmung sich auch schnell auf das Publikum übertrug.
Seed
Auch nach Seed blieb uns nicht viel freie Zeit, bis der nächste Programmpunkt folgt, den wir nicht verpassen wollten. Der Samstag ist eindeutig der Haupttag des Castlefests, da bleibt zumindest tagsüber meist wenig Zeit für Enstpannung. Aber so ein bisschen Stress ist schon in Ordnung, wenn man dafür ein so wunderbares Konzert wie das von Kaunan erleben darf! Wem der Name noch nichts sagt, dem dürfte doch zumindest eines der Mitglieder gut bekannt sein. Kaunan besteht aus Oliver SaTyr von Faun an der Bouzouki, Boris an der Kontrabasharpa und Göran an Drehleier und Dudelsack. Die deutsch-österreichisch-schwedische Band spielt schwedische Polskor, eine Art schwedischer, traditioneller Tanzmusik. Das klingt für unsere Ohren mitunter etwas ungewohnt, aber lädt auch sofort dazu ein, selbst das Tanzbein schwingen zu wollen. Für mich bildete dieses Konzert einen der ganz großen Höhepunkte des diesjährigen Castlefests. Vielleicht schaffen die drei Herren es ja doch eines Tages mal, das eine oder andere von ihnen gespielte Lied aufzunehmen. Bei den Besuchern des Castlefest-Auftritts würde eine solche Veröffentlichung jedenfalls sicher auf großes Interesse stoßen.
Kaunan
Nach Kaunan wurde es dann ernst: Die Verbrennung des WickerDragon war nicht mehr fern, und wir hatten aus oben erwähnten Gründen unsere Opfer noch nicht dargebracht. Es war mittlerweile beinah18:30 Uhr, wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und vor dem WickerDragon wartete eine nicht unbeträchtliche Menschenmenge darauf, ebenfalls zum WickerDragon vorgelassen zu werden. Die Heidense Bende brachte gerade ihr Opfer in einer großen Zermonie dar. Die Stimmung bei den Wartenden vor der Absperrung konnte man leider nur als mäßig gut bezeichnen. Eine fremde Frau ranzte uns an, weil wir und ihrer Meinung nach vordrängeln wollten, statt in der Schlange zu stehen. Dabei war da gar keine Schlange auszumachen in diesem großen Knäuel von Menschen, wir standen einfach da, wo wir irgendwie noch hingekommen waren... Irgendwie machte sie den Eindruck, als würde sie bei Widerspruch auch problemlos handgreiflich werden, also ignorierten wir sie lieber einmal geflissentlich. Als sie sich kurz darauf über die schlechten Schwingungen für die Opferung beschwerte, musste ich mich jedoch sehr zusammenreißen, um mir einen möglicherweise fatalen Kommentar zu verkneifen.
Der WickerDragon
Irgendwann wurden wir dann doch vorgelassen und konnten unsere Opfer darbringen, aber ich war von dem Vorfall mit der unsympathischen Frau noch so aufgewühlt, dass ich meine Gedanken nicht richtig ordnen konnte. Beim nächsten Mal, das schworen wir uns, opfern wir gleich am Freitag, wo wir unsere Ruhe haben. Die Situation am Samstag Nachmittag war der Bedeutung dieses Rituals einfach nicht angemessen.
Bei der Suche nach einem geeigneten Platz, von dem aus wir die bald bevorstehende Zermonie gut verfolgen konnten, hatten wir mehr Glück. Irgendwie schafften wir es, und zum Stand von Miroque vorzuarbeiten, der direkt an der seitlichen Absperrung stand. So konnten wir die Verbrennung des WickerDragon quasi aus erster Reihe verfolgen und bekamen vorher sogar noch einiges vom Auftritt von Cesair mit.
Die Zeremonie rund um die Verbrennung des Wickerman, der in diesem Jahr die Form eines Drachens mit einem Ei hatte, war auch wieder unheimlich bewegend. Dies ist wohl für die meisten die wichtigste Angelegenheit auf dem Castlefest und die Stimmung ist immer ganz außergewöhnlich. Der Jubel, der aufbrandet, wenn der Wickerman in hellen Flammen steht und mit all den in den vorherigen Tagen gemachten Opfern verbrennt. Die folgende andächtige Stille, während die so stets so aufwendig modelierte Weidenfigur endgültig zu Asche verbrennt. Man möchte sich am liebsten gar nicht abwenden, so vieles geht einem durch den Kopf.
WickerDragon-Zeremonie
In diesem Jahr war es dann leider der Omnia-Soundcheck, der uns gefühlt viel zu früh wieder in die Wirklichkeit zurückholte. Ich würde mir wirklich eine längere Stille um das Wickerman-Ritual herum wünschen.
Trotz der Störung hatte ich das Gefühl, noch eine Weile wie im Traum über das Gelände zu wandern. Das am Samstag stets so volle Gelände wurde langsam leerer, unser Zeitplan zeigte eine große, freie Lücke. Wir taten, worum wir uns schon den ganzen Tag gedrückt hatten, und kauften ein Parkticket, die es an diesem Tag nur an der Info auf dem Gelände gab und für die man entsprechend eine ganze Weile anstehen musste...
Anschließend landeten wir an der Village Stage, wo wir uns durch die zahlreichen exotischen Gerüche am Stand des Kräuterkutschers schnüffelten. Der Geruch von arabischem Teegewürz löste eine unheimliche Lust auf Chai-Tee aus, der wir wenige Stände weiter auch nachgeben konnten.
Mit unserem leckeren, heißen Tee setzten wir uns schließlich für das letzte Konzert ins Gras vor die Bühne. Dort spielten die Amerikaner von Woodland ihre ruhigen, verträumten Lieder, die uns zeigten, wie sehr sich die amerikanische Pagan Folk Szene klanglich doch von der europäischen unterscheidet. In diesem Moment passte diese Musik jedoch einfach perfekt. Es war unheimlich schön dort vor der Bühne mit den ruhigen Klängen und der wunderbaren Lichtshow, während uns die Kühle der Sommernacht umfing und der klare Sternenhimmel über uns stand. Es war der perfekte Ausklang für diesen erlebnisreichen zweiten Tag auf dem Castlefest.
Montag, 15. August 2016
Auf gehts! - Castlefest 2016, Tag 1 (Freitag)
Gut ausgeschlafen und nach einem wunderbar niederländischen Frühstück mit vier Sorten Hagelslag, Pindakaas und natürlich Gouda-Käse, konnte der erste Tag des Castlefests für uns beginnen.
Das klassische Castlefest-Frühstück
Zum Einlass schafften wir es wie üblich nicht, gehört ein ausgiebiges Frühstück doch einfach zum Luxus, den wir uns bei jedem Castlefest gönnen, aber pünktlich zum Auftritt von The Moon and The Nightspirit waren wir dann doch angekommen und genossen so einen musikalisch sehr entspannten Einstand in das Festival. Deren Konzert ließ sich wunderbar von vor der Bühne sitzend aus betrachten und lud zu einem ersten Umschauen im anwesenden Publikum ein. Dabei entdeckten wir schnell zahlreiche bekannte Gesichter, denn wer einmal zum Castlefest kommt, der kommt meist auch gerne jedes Jahr wieder.
The Moon And The Nightspirit
Auch bei unserem nächsten Programmpunkt blieb es musikalisch eher ruhig. Irfan aus Bulgarien bespielten nebst musikalischen Gästen (Monique und Fieke von Cesair) die Folk Stage und bewiesen einmal wieder, wie wunderbar sich ihre Musik live entfalten kann.
Irfan
Nach dem Auftritt von Irfan hatten wir etwas Leerlauf. Zeit, einen ersten ausgiebigeren Spaziergang über das Gelände zu machen. Schnell fiel ins Auge, dass sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren einiges am Aufbau geändert hatte. So hatte der Wickerman beispielsweise umziehen müssen, da an seinem bisherigen Standort gebaut wurde. Der neue Platz sollte sich leider am Samstag als eher weniger geeignet erweisen. Auch war die kleinste und abgelegenste der Bühnen verschwunden. Stattdessen befand sich an ihrer Stelle nun eine gemütliche, kleine Mittelalter-Landschaft, an der am Wochenende Ritterturniere und Kämpfe ausgetragen wurden.
Auch für ein erstes Ständegucken blieb am Freitag Zeit, wobei es weitestgehend beim Gucken bleiben sollte. Zum Shopping-Tag wurde nämlich der Sonntag auserkoren. Bis dahin hatte man sicher alles gesehen und auch reichlich Zeit gehabt, sich zwischen all den tollen Dingen für die paar Lieblingsstücke zu entscheiden, die schließlich mit nach Hause kommen sollten.
Unser Weg führte uns irgendwann zu einer kurzen Stipvisite bei Omnia, die am frühen Abend auf der Village Stage spielten. Da es nicht so voll war wie befürchtet, blieben wir ein paar Lieder lang stehen, bevor es Zeit wurde, sich auf den Weg zur großen Forest Stage zu machen. Dort nämlich gaben die Schweden von Ye Banished Privateers ihre Castlefest (und ich glaube auch NL-) Premiere. Ein Ereignis, das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Zu recht, wie sich schnell zeigte.
Ye Banished Privateers
Wir trafen zu den Tönen des ersten, bisher noch unbetitelten Stücks an der Bühne ein. Es war ein ruhiges Stück und das Publikum noch sichtbar skeptisch, sodass es kein Problem darstellte, sich ein Plätzchen in der ersten Reihe zu schnappen und der großartigen Dinge zu harren, die noch kommen sollten. Und ab dem zweiten Lied wurde deutlich, dass diese Piraten einfach wissen, wie man sich einem neuen Publikum standesgemäß vorstellt. Es wurde ausgepeitscht, erstochen, ersäuft, gehängt und sogar über die Planke ins Publikum geführt. Die Skepsis des Publikums schlug in Minutenschnelle in Begeisterung und Euphorie um, die anwesenden Fotografen überschlugen sich fast vor Eifer. Es wurde für alle ein absolut großartiges Konzert. Das heißt, für alle außer dem Bühnentechniker, den die nackte Angst um seine Technik angesichts von knapp einem dutzend über die Bühne wirbelnden Schweden, die dabei auch noch mit reichlich Wasser herumhantierten, vor Entsetzen die Hände vor das Gesicht schlagen ließ. Es war wahrlich ein Anblick für die Götter. ;)
Nach diesem wunderbaren Konzert stand noch ein weiterer Punkt auf unserem Programm: Faun! Irgendwie gelang es uns auch hier, an gute Plätze in der ersten Reihe zu gelangen (die letzten Jahre waren wir da immer chancenlos gewesen), von dem aus wir das Konzert sehr schön verfolgen konnten. Die Bühnendeko stand schon voll im Zeichen des am kommenden Freitag (19. August) erscheinenden, neuen Albums "Midgard" und auch ein erstes Lied von diesem Werk gab es mit "Nacht des Nordens" zu hören. Es war ein ruhiges, überaus stimmungsvolles Lied, das einfach perfekt in diese Sommernacht zu passen schien.
Faun
Überhaupt war dies ein wie gewohnt rundherum tolles Faun-Konzert mit einer überaus gut gelaunten Band. Ich hätte mir keinen schöneren Ausklang für diesen ersten Festivaltag vorstellen können.
Mittwoch, 27. Juli 2016
Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund, 2. Wochenende
Mit erheblicher Verspätung *verlegen räusper* folgt hier nun doch noch mein Post zum wirklich großartigen zweiten Wochenende, das ich am 10. & 11. Juni (ja, kein Tippfehler ^^) besucht habe. Zu Bückeburg wird es dieses Jahr übrigens leider keine Berichte von mir geben, da ich beide Wochenenden krankheitsbedingt ausfallen lassen musste...
Nun aber zu Dortmund. Zu diesem Wochenende machte ich mich Freitags erstmals in diesem Jahr wieder mit Zeltausrüstung auf den Weg. Drei Tage MPS standen bevor, von denen ich jedoch nur zwei besuchen wollte.
Nach dem Zeltaufbau blieb noch etwas Zeit zur Erholung, bis ich mich mit meiner Freundin und Mitcamperin auf den Weg auf das Gelände machte. Musikalisch gab es schon an diesem Freitag einiges zu sehen. So machten wir uns zunächst auf zu Corvus Corax.
Corvus Corax
Die Herren tragen ihren Ruf als Könige der Spielleute nicht zu unrecht und bieten live immer wieder ein tolles Erlebnis. So auch an diesen Tag, wo es Sänger Castus sogar schon zum Eröffnungskonzert gelang, bei seinem Besuch im Publikum eine stattliche Masse an Tänzern um sich herum zu versammeln, die mit ihm als Lindwurm durch die Gegend zogen.
Einen weiteren Grund zur Freude boten die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers, die wir uns an diesem Wochenende gleich mehrere Male anschauen sollten.
Ye Banished Privateers
Wie fast schon üblich hatten sie auch an diesem Wochenende wieder neue Gesichter mitgebracht - ob es und wohl jemals gelingen wird, die gesamte Crew zu kennen? :D
Bald wurde es dann schon Zeit für das Abendprogramm. Und das hätte mit Omnia und Cesair so schön werden können, eigentlich sogar schön werden müssen. Wäre dem Veranstalter nicht ein ziemlicher Lapsus unterlaufen: beide Bands überschnitten sich, mit fatalen Folgen für die hierzulande noch weitaus unbekannteren Cesair. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass beide Bands einen sehr ähnlichen Fankreis bedienen und mir darum absolut unbegreiflich, wie man sie nebeneinander spielen lassen kann.
Da es nun aber nicht zu ändern war, beschloss ich, mich bei Omnia ausnahmsweise ganz nach hinten zu stellen, um jederzeit gehen zu können. So schaute ich mir die erste Hälfte des Omnia-Konzertes an und wäre liebend gerne auch bis zum Ende geblieben, war es doch meine erste Chance, Omnia wieder mit Drehleier zu bewundern. Außerdem spielten sie an diesem Abend einige Songs ihres mittlerweile erschienenen neuen Albums "Prayer", darunter das ungewöhnliche, aber wirklich faszinierende "Alan Lee Tango". Trotzdem raffte ich mich einige Minuten vor Beginn des Cesair-Konzerts auf und wechselte zu deren Bühne. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.
Omnia
Fünf Minuten vor Konzertbeginn erwartete mich bei Cesair gähnende Leere und auch nach Beginn des Konzertes blieb es relativ leer, bis Omnia ihr Set beendet hatten und plötzlich scharenweise Menschen einfielen. Trotzdem war es von Anfang an ein bemerkenswertes Konzert. Cesair sind eine tolle Liveband, die meinem Gefühl nach jedes Mal besser wird. Sie hatten diesmal auch einige spannende musikalische Gäste dabei, nämlich Jyoti Verhoeff als zusätzliche Stimme und Fanny von Brisinga an der Harfe. Am Ende enterte - selbst für die Band unerwartete - noch Joris von Leaves' Eyes die Bühne. Durch das zu Beginn fehlende Publikum entstand nicht jene für Deutschland so typische Situation, dass alle wie die Ölsardinen stehen, um möglichst vorne zu stehen, sondern den Leuten blieb richtig viel Platz zum Tanzen, den sie auch gerne nutzten. So kann man wohl sagen, dass sowohl Band als auch Publikum das Beste (und zwar was richtig Gutes!) aus einer an sich eher mäßigen Situation gemacht haben.
Cesair
Ausklingen ließen wir den wunderschön lauene Sommerabend im Anschluss noch beim Nachtkonzert von Ye Banished Privateers. Glücklich und heiser gesungen ging es dann zurück ins Zelt.
Auch am Samstag stand uns wieder ein volles Programm bevor. Wir eröffneten den Tag mit Vroudenspil, die in Toppform waren und gleich zu Beginn gute Stimmung verbreiteten.
Vroudenspil
Musikalisch hervorheben möchte ich aber ganz besonders zwei Bands: Waldkauz und Faun, die zu meiner großen Freude auch noch direkt hintereinander auf der selben Bühne auftraten. So begaben wir uns zum Waldkauz-Nachmittagskonzert an den angenehm schattigen Ort des Geschehens und blieben einfach gleich bis zum späten Abend dort stehen. :D
Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal erwähnt, wie sehr ich Waldkauz mag. Auch in Dortmund konnten sie mich mit ihren Qualitäten als Liveband wieder vollstens überzeugen. Mittlerweile wurden die Songs ihres ersten Albums schon durch einige neue Lieder ergänzt, die große Lust auf neues Studiomaterial machen. Die Stimmung bei diesem nachmittäglichen Konzert war insgesamt sehr gut. Nach der viel zu langen Zeit des Regen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und die Leute tanzten ausgelassen, oftmals barfuß, unter den Bäumen, die die Bühne umgaben.
Waldkauz
Viel zu schnell war das Konzert vorbei und man fand sich wartend wieder, stand doch vor dem Auftritt von Faun (für uns der erste in diesem Jahr!) noch der Bühnenumbau. Also: eine Stunde warten. Denn wo man einmal so schön vorne stand, wollte man diesen Platz natürlich gerne behalten...
Irgendwann war die Pause dann auch endlich vorbei und Faun betraten die Bühne, um an diesem wunderschönen Sommerabend ihr Konzert zu spielen. Und obwohl ich Faun mittlerweile so oft gesehen habe, war es wieder überwältigend gut. Neue Lieder gab es an diesem Abend leider noch keine zu hören, aber dafür einen schönen Querschnitt durch die langjährige Geschichte der Band. Auch die Faune selbst wirkten äußerst gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Irgendwer aus dem Publikum schenkte ihnen ein Stück Melone, das zu essen während des Konzertes nicht so gut gelang, dafür aber sofort nach Abschluss des Auftritts wieder in Angriff genommen wurde. Nach einem solchen Konzert weiß ich immer wieder ganz genau, warum ich Faun schon seit so vielen Jahren meine Lieblingsband nenne. ♥
Faun
Nach dem Auftritt stand noch ein kurzer Besuch am Faun-Merchzelt an. Sänger Oliver hatte gerade sein drittes Buch "Wanderlust" veröffentlicht, welches es an diesem Wochenende zum ersten Mal zu kaufen gab. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an diesem Wochenende nichts auszugeben, konnte ich diesen Vorsatz nach einer solchen Ankündigung natürlich nicht mehr einhalten. :D Vielleicht stelle ich das Buch ja demnächst mal hier vor. Gelesen habe ich es natürlich längst. ^^
Den Samstag ließen wir dann ausnahmsweise mal nicht bei einem Konzert ausklingen, sondern beim großen Feuerspektakel. Wieder begaben wir uns früh zum Ort des Geschehens und konnten uns so Plätze in der ersten Reihe sichern. So mussten wir zwar eine ganze Weile rumsitzen, hatten dann jedoch einen tollen Blick auf die beeindruckende Show. Besonders Danse Infernale ließen mich regelrecht mit offenem Mund dastehen, so schön anzusehen war das Ganze!
Obwohl das MPS am Sonntag noch weiterging, fuhr ich, nachdem ich ausgeschlafen hatte, nach Hause. Keiner meiner Freunde war an diesem Tag noch vor Ort, und alleine hatte ich dann auch keine Lust mehr. Ich verließ das Gelände mit großer Vorfreude auf das kurz bevorstehende MPS in Bückeburg, das ich dann ja leider wegen einer doofer Bronchitis nicht besuchen konnte. :( Diesen Sonntag ist dafür eine Fahrt zum MPS nach Köln geplant. Ich hoffe so sehr, dass das klappt und uns nicht die zahlreichen, für diesen Tag angekündigten Großdemos in der Stadt noch einen tüchtigen Strich durch die Rechnung zu machen versuchen... Drückt mir die Daumen!
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Dienstag, 5. Januar 2016
Meine Musik des Jahres 2015
Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.
Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.
Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D
Die Favoriten:
Heilung - Oefnir
Omnia - Naked Harp
Rastaban - Arise
Seed - Portal To Elfland
Versengold - Zeitlos
Weiterhin erwähnenswert:
Die Irrlichter - Rauhnächte
Korpiklaani - Noita
Leaves' Eyes - King of Kings
Mr. Hurley & die Pulveraffen - Voodoo
Nachtgeschrei - Staub und Schatten
Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist
Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker
Versengold - Live
Vogelfrey - Sturm und Klang
Vroudenspil - Fauler Zauber
V/A - Herbstmond
Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D
Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.
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Waldkauz
Dienstag, 29. Dezember 2015
Das fünfte Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund
Obwohl Weihnachten mittlerweile hinter uns liegt, ist der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund noch lange nicht vorbei. Am vergangenen, fünften Marktwochenende war ich am Samstag wieder mit dabei. Nach einem ersten Rundgang über das Gelände, wo ich im Ausverkauf am MPS-Merchzelt ein neues T-Shirt mit Odin-Print vom Künstler Voenix für mich fand, begab ich mich zum Bühnenbereich, um dort auf den ersten Auftritt des Tages und auf meine Freundin zu warten.
Nachdem es am Wochenende davor so schön mit ihnen gewesen war, habe ich mich natürlich sehr gefreut, auch an diesem Tag wieder Faey sehen zu dürfen. Diese spielten am Samstag "nur" zwei Auftritte, die ich mir beide ansah und präsentierten dem Publikum wieder eine bunte Mischung aus Songs ihres Albums und neuen Stücken, die man wohl im kommenden Jahr auf einer neuen CD wird finden können.
Sandra von Faey
Als sich die Dunkelheit bereits über das Gelände gesenkt hatte und der Vollmond über allem auftauchte, folgte an diesem Tag noch ein weiteres, ganz besonderes musikalisches Highlight. Die Niederländer von Cesair beehrten den Markt mit einem Auftritt. Ihre Musik, die sie selbst als Epic & Mythic Folk bezeichnen, boten sie dabei in etwas anderer Form dar als sonst. Eines ihrer Mitglieder - Fieke, die normalerweise an Akkordeon, Drehleiher und Dulcimer zu finden ist - konnte an diesem Tag leider nicht anwesend sein. Dafür gab es einen guten Grund, befindet sie sich doch derzeit in Korea, um dort den Klarinettisten Romain Guyot mitsamt Kammerorchester aufzunehmen. Trotzdem hinterließ sie natürlich eine musikalische Lücke, die gefüllt werden wollte. So kam es dann, dass Cesair an diesem Abend gleich drei hochkarätige musikalische Gäste zu sich auf die Bühne einluden. Zum einen wäre des Daphyd The Crow von Omnia am Slideridoo gewesen, zum anderen Klaartje und Faber von den niederländischen Pagan Folkern Sowulo, die dem Sound der Band eine weitere Geige und ein Piano hinzufügten.
Es wurde ein großartiger Auftritt, die Band und ihre Gäste hatten offensichtlich Spaß, was sich auch auf das Publikum übertrug. Außerdem stellten auch Cesair einiges neues Material vor und weckten somit die Hoffnung, dass man im kommenden Jahr vielleicht endlich mit einem richtigen, vollständigen, neuen Album rechnen darf. Schön wäre das in jedem Fall. Sogar Geschenke fürs Publikum hatte die Band mitgebracht, hübsch eingepackt warfen sie sie gegen Ende des Auftritts in die Menge. Wenn das mal keine schöne Geste war! :)
Monique von Cesair
Nach dem Auftritt von Cesair fanden meine Freundin und ich Zeit für einen Besuch bei Gisi's Kuhmilch und Kakao Kaschemme, wo ich eine leckere karibische Milch mit Bananen und Kokossirup trank. Gegessen hatten wir schon vorher bei unserer allgemein heißgeliebten Spätzleküche. Ich hatte mir an diesem Tag dort sogar die Deluxe-Spätzleversion mit Hirschrahmsauce und Preiselbeeren gegönnt. So. Unglaublich. Lecker!
Ein letzter Auftritt stand noch an an diesem Samstag Abend. Eigentlich hatte ich schon längst auf dem Heimweg seien wollen, aber die Neugier überwog dann doch. Außerdem hofften wir, dass sich das letzte Konzert zum Poispielen eignen würde (was es im Endeffekt leider nur bedingt tat, aber egal). An diesem Tag sollten nämlich Elfenthal auftreten. Wem das noch nichts sagt: Elfenthal ist das Projekt von John Kelly (ex Kelly Family) und seiner Frau Maite Itoiz, einer spanischen Sopranistin. Zusammen haben die beiden eine Band geschaffen, die einen Bogen zwischen alter Musik und einer Rockoper zu schlagen sucht. Obwohl wir an diesem Abend eindeutig mehr aus dem Rockoper-Bereich zu sehen bekamen, schimmerte die ruhige Seite dieses Projektes immer wieder durch. Zwischenzeitlich wurden von Maite immer wieder kleine Texte und Gedichte vorgelesen. Außerdem gab es sogar immer mal wieder choreografische Einlagen von John und seiner Frau, so wurden auch schonmal die Schwerter geschwungen. Man merkte der ganzen Show den liebevoll durchdachten Ablauf wirklich an.
Musikalisch hat mich das Ganze etwas an Blackmore's Night erinnert und traf zugegebenermaßen nicht so hundertprozentig meinen Musikgeschmack, aber den Auftritt an sich werde ich so schnell nicht vergessen.
Hier gibt es mal einen kleinen Eindruck in das, was Elfenthal so machen:
Bis zum Ende bleiben konnte ich aber leider nicht, sonst hätte ich meinen letzten Zug verpasst. Dachte ich zumindest. Im Endeffekt hätte das gar nichts gemacht, aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Beim Eintreffen am Bahnhof erreichte mich die freudige Botschaft, dass mein Zug laut Anzeigetafel nicht bis nach Aachen, sondern nur bis Düsseldarf fahren sollte. Der Aushang stimmte dem zu, die App nicht. Mir wurde es in jedem Fall zu heikel und ich schwenkte auf den RE1 nach Aachen um. Der leider nicht in meiner Heimatstadt hält. Es entpuppte sich trotzdem als die richtige Entscheidung, denn als ich um 02:53 Uhr Aachen wieder verließ, war mein eigentlich angepeilter Zug dort noch immer nicht eingetroffen. Ungefähre Verspätung von 120 Minuten hieß es zuletzt. Ob er wohl je ankam? Ich jedenfalls fiel gegen halb vier glücklich ins Bett. Es war trotz aller Bahnwidrigkeiten ein schöner Tag!
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Sonntag, 6. Dezember 2015
Anders als geplant - Das zweite Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund
Es neigt sich schon dem Ende zu, das zweite Wochenende des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkts (kurz: PLWM) in Dortmund. Daran, dass ich gerade hier sitze und darüber schreibe, lässt sich schon erahnen: für mich persönlich ist es schon vorbei. Und irgendwie lief eh alles anders als geplant.
Zwei ganze Tage im Fredenbaumpark - Freitag und Samstag - hätten es werden sollen, zusammen mit einer Freundin. Doch wie das Leben nunmal manchmal so ist, wurde die Freundin krank und ich stand alleine vor den Scherben der gemeinsamen Wochenendplänen. Dumm gelaufen, die Sache. Da stand ich nun also vor den Alternativen a) das Wochenende gelangweilt und leicht frustriert zu Hause verbringen oder b) alleine hinfahren.
Zwei Bands waren es schließlich, die den Ausschlag für Variante b) gaben. Zwei ganze Tage alleine fand ich dann aber doch zu deprimierend, weswegen ich mich am Freitag und am Samstag aufmachte, den Markt für zwei Ultrakurzausflüge anzupeilen.
Der PLWM in der Dämmerung
Am Freitag erreichte ich den Markt gegen 16:30 Uhr und wurde, noch bevor ich auch nur eine Runde über das Gelände drehen konnte, von Dudelsackklängen angezogen. Immer den Ohren nach erreichte ich bald den Schauplatz des Geschehens und fand mich mitten in einem Auftritt von Comes Vagantes wieder. Die Spielleute traten nicht auf einer Bühne auf (na gut, das Schlagwerk stand auf einer kleinen Bühne) und bewegten sich mit ihren Instrumenten auch immer wieder mitten durch ihr Publikum. Es war ein schöner Auftritt, klassische Marktmusik genauso, wie ich sie mag.
Anschließend fand ich noch die Zeit, für eine kleine Runde über das Gelände, bevor ich es mir schließlich in der ersten Reihe vor der Weihnachtsbühne gemütlich machte und auf die Band wartete, die eigentlich der einzige Grund für meinen Besuch an jenem Tag war.
17:30 Uhr war es dann auch schon so weit und Qntal betraten die Bühne. Obwohl keine typische MPS-Band, hatten sie eine ordentliche schar Fans angelockt und brachten auch viele der vorbeischlendernden Besucher dazu, innezuhalten und sich ihren Auftritt anzuschauen. auch ich war bald mehr als überzeugt, dass allein dieses Konzert die 2 1/2 stündige Anfahrt aus dem Aachener Umland absolut wert war.
Im Konzert ging es mal ruhig, mal lauter zu und die Mischung aus alten, mittelalterlichen Texten und Melodien und elektronischen Beats kam meinem Eindruck nach allgemein sehr gut an. Mich hat sie jedenfalls sehr fasziniert. Es sollte mich verwundern, wenn irgendjemand es bei Songs wie "Flamma" schaffte, nicht zumindest Kopf und Beine im Takt zu bewegen.
Syrah von Qntal
Ich wäre begeistert, wenn dies nicht das einzige Gastspiel von Qntal auf einer MPS-Veranstaltung bleiben würde. Schauen wir mal, was das nächste Jahr diesbezüglich so bringt...
Wäre meine Freundin nicht krank gewesen, hätte an diesem Freitagabend mit Vogelfrey noch ein weiteres musikalisches Highlight gewunken. So gab es aber keine Möglichkeit für mich, den Auftritt zu sehen und danach auch noch zu einer annährend humanen Zeit nach Hause zu kommen. Also musste ich diesen Punkt schweren Herzens streichen und machte mich ziemlich bald nach dem Auftritt von Qntal auf den Heimweg.
Der nächste Tag sah ähnlich aus: Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg und erreichte pünktlich zum zweiten Set von Versengold das PLWM-Gelände. Man merkte gleich, dass Versengold in dieser Szene mittlerweile einen richtig fetten Bekanntheitsstatus erreicht haben, denn es war unheimlich voll vor der Bühne. Leider dauerte das Set nur eine halbe Stunde, machte aber mit Songs wie "Einerley" und "Voll wie mein Krug" trotzdem richtig gute Laune. Zum Abschluss kündigte die Band noch an, später am Tag an der Drachenschenke das Release ihres ersten Livealbums feiern zu wollen. Eine Feier, die ich leider nicht mehr mitbekam.
Pínto, Paule und Honza von Versengold
Nach dem Konzert machte ich mich auf, das Nikolausgeld, was ich von meinen Großeltern bekommen hatte (vielen, vielen Dank dafür!) sinnvoll in ein Omnia-Shirt zu investieren. Motiv "Omnia est Chaos". Ich liebe es! ♥
Dann pflanzte ich mich wieder in die erste Reihe und wartete auf den Auftritt von Omnia. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Band, die zu meinen absoluten Favoriten zählt, mittlerweile live gesehen habe. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Auch die Wartezeit vor dem Auftritt war nicht allzu langweilig, da Omnia es erstaunlicherweise immer wieder schaffen, auch ihren Soundcheck in etwas zu verwandeln, das man sich gerne anschaut. Und um 18 Uhr war es dann auch schon so weit und Omnia betraten die Bühne.
Satria von Omnia
Auch sie hatten ein riesiges und sehr textsicheres Publikum mitgebracht, welches bei älteren Stücken wie "Alive!" ebenso mitsingen konnte wie bei den Songs des letzten Albums "Earth Warrior". Von Jennys brandneuem quasi-Soloalbum "Naked Harp" gab es leider nichts zu hören, es konnte aber natürlich am Merchzelt der Band erstanden werden. Eine Investition, zu der ich persönlich nur wärmstens raten kann.
Als Omnia die Bühne wieder verließen, offenbarte ein Blick auf meine Uhr, dass ich wirklich spät dran war. Ich hatte es also ziemlich eilig, das Gelände Richtung U-Bahn Station zu verlassen. Leider verstreuten sich die Massen nur sehr langsam, zäh wie Kaugummi flossen die Menschenströme dahin. Also tat ich, was getan werden musste und nahm die Abkürzung an den Feuerstellen vorbei. Da ging nämlich kein Mensch. Mir war auch klar, warum das so war, handelt es sich doch um die wohl heimtückischste, schlammigste Stelle auf dem ganzen Gelände. Die Stelle, an der man sieht, was für großartige Arbeit Gisi und seine Mitarbeiert geleistet haben, indem sie weite Teile des Geländes mit Matten und ähnlichem ausgelegt haben, um sie begehbar zu halten. Das nur mal so für die ganzen "Ist aber matschig hier!"-Nörgler.
Fazit der Aktion: Meine Schuhe brauchen heute eine Tiefenreinigung, aber die verdammte U-Bahn ist nicht ohne mich gefahren. :D Dann mal bis nächstes Wochenende, lieber Phantastischer Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund! :)
Mittwoch, 2. Dezember 2015
Endlich wieder Marktzeit - ein erster Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund
Letztes Wochenende war sie endlich vorbei, die schon wieder viel zu lange und lästige Marktpause. Dafür sorgte die Eröffnung des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund. Samstag machte ich mich zum ersten Mal auf den Weg dorthin.
Es war ein richtig merkwürdiges Gefühl, dieses Jahr nach Dortmund zu fahren, ist die Veranstaltung in meinem Kopf doch eng verbunden mit den Erinnerungen vieler Jahre aus Telgte. Dort hatte sie nämlich bisher immer stattgefunden. Dieses Jahr nun also Dortmund, ein weiterer Anfahrtsweg und damit leider auch weniger Besuche. So viele wie möglich sollen es aber natürlich dennoch werden!
Die deutsche Bahn tat an diesem Tag wieder alles, um meine Reise möglichst erfolgreich zu sabotieren, darum verzögerte sich meine Ankunft auch ein gutes Stück nach hinten. Am Bahnhof traf ich mich dann mit einer Freundin und wir machten uns gemeinsam auf den Weg.
Paris war auch hier nicht unsichtbar, und so mussten wir am Einlass zunächst unsere Taschen kontrollieren lassen. Nachdem das erledigt war, konnten wir uns aber endlich ins Getümmel stürzen. Allererste Amtshandlung meinerseits war es, den Miroque-Stand anzupeilen und die neue Omnia-CD in mein Eigentum zu überführen. Weit kamen wir auch danach erstmal nicht, denn auf der großen Bühne spielten gerade Rapalje, die wir uns natürlich anschauten. Die Niederländer und der Mittelalter-Weihnachtsmarkt passen einfach jedes Jahr perfekt zueinander!
Maceál von Rapalje
Erst danach fanden wir Zeit, eine Runde über das Gelände zu drehen. An den Ständen fanden wir die ersten Inspirationen für Weihnachtsgeschenke wie natürliche Seifen und schöne Bienenwachskerzen, außerdem tolle Winterklamotten. Hätte man doch bloß etwas mehr Geld. :D
Auch die Essensstände wurden schonmal näher betrachtet und es fand sich das eine oder andere, was in dieser Weihnachtsmarktsaison unbedingt noch probiert werden möchte. Als erstes testeten wir einen Stand mit allerlei Leckereien wie Schneeballen und Schaumküssen. Dieser fand unsere vollste Zustimmung und wird sicher in den kommenden Wochen noch häufiger angesteuert werden. ;)
Zum Mittagessen gab es später in meinem Fall dann nur noch eine Kleinigkeit, nämlich Kartoffelspalten mit Kräuterquark. Und bevor das Gequängel jetzt losgeht: nein, dieser Mittelalter-Weihnachtsmarkt beansprucht für sich ausdrücklich nicht, authentisch zu sein. Es spricht also nichts gegen Kartoffeln. :P
Beim Bummeln über das Gelände hörten wir plötzlich bekannte Stimmen. Sie führten uns in ein beheiztes Zelt mit vielen kuscheligen Sofas. Wir hatten die Kuschelbühne gefunden! Und mit ihr die zwei Damen von PurPur. Leider waren wir viel zu spät dran, so dass wir nur noch das letzte Lied des Sets ("Ritterlied", darum auch die ritterliche Mütze mit Visier auf dem Foto, falls sich wer wundert) mitnehmen konnten. Dafür kehrten wir aber später nochmal wieder, um uns das komplette folgende Set von einem Sofa in der ersten Reihe anzuschauen. Es wurde ein unglaublich witziges Konzert in sehr heimeliger Atmosphäre. Die Idee einer solchen Indoorbühne war echt eine großartige Idee von Veranstalter Gisi!
Gabria von PurPur
Für uns folgte dann bald schon der Abschluss des Tages: Dunkelschön beehrten den Markt mit einem Abendkonzert. Leider war ihnen das Wetter nicht hold. Hatte es sich noch den ganzen Tag halbwegs gehalten, setzte bald nach Konzertbeginn Regen ein, der viele Besucher vetrieb. Eine treue Schar Zuschauer (und wir natürlich auch) harrten tapfer aus und erlebten ein wirklich tolles Konzert. Das Repertoire von Dunkelschön ist ja ziemlich vielfältig, und so präsentierten sie auch an diesem Samstag Abend alles von rockigen Stücken über Balladen zu Markttraditionals. Es ist mir unverständlich, warum sich viele das wegen ein paar Regentropfen (na gut, zwischenzeitlich waren es vielleicht auch ein bisschen mehr als nur ein paar Tropfen :P) entgehen ließen.
Michael von Dunkelschön
Nach Dunkelschön machten wir uns dann auf den Heimweg und verpassten somit leider das Abschlusskonzert von Rapalje. Aber schließlich stand uns in diesem Jahr erstmals eine längere Rückfahrt bevor. Auf dem Weg runter vom Gelände bewunderten wir noch die nächtliche Beleuchtung, bei der man sich auf der Markt einmal wieder große Mühe gegeben hatte. Mit Kerzen erleuchtete Floße schwommen auf dem parkeigenen Teich, Bäume wurden angestrahlt und allerorten fand man Lichterketten, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgten.
Beerenweine bei Nacht
Für uns war es ein sehr gelungener Auftakt. Ich freue mich schon sehr darauf, den Markt am kommenden Wochenende wieder zu besuchen. Dieses Mal - wenn alles klappt - sogar an zwei Tagen.
Dienstag, 22. September 2015
Saisonabschluss West - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Borken
Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.
Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D
Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.
Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.
Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.
An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.
Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.
Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!).
Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht.
Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...
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