Worum es geht:
Arata ist schon ewig in seinen Kindheitsfreund Miyamoto verliebt, hat sich aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit jedoch niemals getraut ihm dies zu sagen. Stattdessen leidet er lieber still und hört immer wieder mit an, wie diverse Mädchen dem beliebten Sportass einen Antrag machen. Obwohl Miyamoto stets mit der Begründung, bereits verliebt zu sein, ablehnt, kommt es Arata nicht in den Sinn, dass er als Junge jemals eine Chance haben könnte, seinem Freund anders als durch seine geliebte Kamera nah sein zu dürfen - bis er eines Tages beim Lauschen ertappt wird und beginnt, in Miyamotos Worten eine unerwartete Wahrheit zu entdecken...
Meine Meinung:
Mit "Blitzlicht in der Dunkelheit" von Nojico Hayakawa versüßt uns Hayabusa diesen schönen Spätsommer mit einem sanften Einzelband über scheinbar unerwiderte Liebe und die Ängste des Erwachsenwerdens.
Im Zentrum der Geschichte steht Arata, ein etwas kratzbürstiger junger Mann, der bei seinen Mitschülern für seine Fotos bekannt und beliebt ist. Dies geht sogar so weit, dass er einen regelrechten Markt um sich herum aufgebaut hat und dabei hauptsächlich verliebte Mitschülerinnen mit Bildern ihrer Crushes versorgt. Seine wahre Fotoleidenschaft gilt jedoch immer nur dem einen Modell, seinem Kindheitsfreund Miyamoto.
Miyamoto ist stets gut gelaunt, sportlich und offen, jedoch manchmal auch ein wenig schwer von Begriff, und Arata hält es für ausgeschlossen, dass er als Junge jemals eine Chance bei ihm haben könnte. Dennoch lehnt sein beliebter Freund sämtliche Liebesgeständnisse ab mit der Begründung, bereits verliebt zu sein. Dies bleibt Arata ein Rätsel, bis es eines Tages nach einem dieser von ihm belauschten Geständnisse zu einer Konfrontation zwischen ihnen kommt und er einen unerwarteten Einblick in Miyamotos echte Gefühle bekommt.
Doch mit diesen veränderten Bedingungen ändert sich auch die Beziehung der beiden, und Arata fällt es nicht leicht, damit umzugehen. Erlebnisse in der Vergangenheit haben zu Unsicherheiten geführt, und auch sonst hat er Probleme, seine eigenen Gefühle zuzulassen. Miyamoto auf der anderen Seite scheint völlig unbedarft, beweist jedoch im Umgang mit Arata deutlich mehr Feingefühl, als irgendjemand ihm zugetraut hätte.
Für mich hat der Manga vor allem von der Dynamik der beiden Hauptfiguren gelebt - Gegensätze ergänzen sich manchmal eben doch ganz hervorragend! Dabei hat es mir sehr gut gefallen, dass keiner von ihnen komplett in die typischen Schablonen gepresst wurde. Arata ist kratzbürstig und macht sich durch sein Zerdenken sämtlicher möglicher Probleme gerne das Leben schwer, aber er wird dabei niemals in die Rolle des einsam leidenden Tsunderes gedrängt. Miyamoto hingegen wirkt auf den ersten Blick zwar fast ein wenig einfältig, beweist wenn es darauf ankommt jedoch großen Scharfsinn, wenn es um die Gefühle der Menschen, die ihm wichtig sind, geht.
Zeichnerisch ist der Manga eher schlicht gehalten, dafür erhält die Geschichte aufgrund der Seitenanzahl und der Menge an Gesprächen viel Raum, um sich zu entfalten. Passend zur Altersempfehlung ab 14 Jahren bleibt der körperliche Aspekt der Beziehung deutlich im Hintergrund, was in diesem Szenario voller Unsicherheiten zwischen den Protagonisten aber auch einfach sehr passend wirkt.
Mir hat "Blitzlicht in der Dunkelheit" einen wirklich schönen Lesenachmittag bereitet. Wer auf der Suche nach einem Boys Love Einzelband ist, der den Fokus auf die Beziehungsentwicklung legt und gerne auch mal ein paar Worte mehr liest, wird hier einen wirklich schönen Titel finden.
Blitzlicht in der Dunkelheit | Nojico Hayakawa | Hayabusa Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

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