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Montag, 25. Mai 2015

Streit um das Fairytale Festival geht in die nächste Runde

Vor einigen Tagen hatte ich ja bereits berichtet, dass beim nächsten Monat in Osnabrück stattfindenden Fairytale Musikfestival mit Feuerschwanz einer der Headliner spontan ausgeladen wurde. 

Grund für die kurzfristige Ausladung der Band waren Vorwürfe der autonomen Referate des Asta der Uni Osnabrück, die Band verbreite sexistische und frauenfeindlicheTexte. Konkret bezog man sich dabei wohl hauptsächlich auf das Lied "Wunsch ist Wunsch", bei dem es um den Beischlaf mit einer Fee (sic!) geht. Die Kritiker/innen interpretierten den Songtext als Ausdruck einer Vergewaltigungsphantasie. Ich möchte an dieser Stelle eigentlich nicht nochmal darauf eingehen, wie man einen Text mit einem so offenkundig nicht ernst gemeinten Text für bare Münze nehmen kann. Auch spare ich mir den Einwand, dass die Fee bei Feuerschwanz-Konzerten meiner Erinnerung nach immer von einem Mann dargestellt werden. Wie sich herausgestellt hat, prallt jegliche Kritik an dem albernen Vorgehen der Veranstalter ohnehin ungehört ab.

Für die einen ist es schlicht lustiger Klamauk, für die anderen aber offenbar Sexismus: Feuerschwanz mit "Wunsch ist Wunsch"

In der lebhaften Diskussion, die sich an die Bekanntgabe der Absage von Feuerschwanz anschloss meinten viele der Verteidiger der Band mit offensichtlicher Ironie, dass man bei diesem Vorgehen ja wohl ganz eindeutig auch die Band Unzucht mit ihrem Track "Kleine geile Nonne" nicht hätte einladen dürfen. 

 
Da hatte man wohl nicht mit der kompletten Humorlosigkeit der Feuerschwanz-Kritiker gerechnet, denn nun steht besagte Band tatsächlich auf einer Prüfliste, man halte sie für "nicht unproblematisch" (NOZ). Auch alle anderen Künstler sollen nun auf ihre Texte überprüft werden. Die Farce geht also in eine neue Runde.

Feuerschwanz haben sich mittlerweile selbst zu den Geschehnissen geäußert und zeigen sich verständlicherweise ziemlich überrascht. Stephanie Pracht, Pressesprecherin der Band und vielen auch als Mitglied der Band unter dem Künstlernamen Johanna von der Vögelweide bekannt äußerte sich gegenüber der neuen Osnabrücker Zeitung wie folgt:
Alles, was wir machen, war und ist immer mit einem Augenzwinkern zu sehen. Wir waren immer der Meinung, dass unser Auftreten stets so überzogen gezeichnet ist, dass die Satire darin unmöglich zu übersehen sein könnte. Im Bezug auf den Asta der Uni Osnabrück ist dies wohl leider nicht der Fall.
Quelle: NOZ

Es bleibt abzuwarten, wer am 13. Juni nun überhaupt noch auf der Bühne am Osnabrücker Schloss stehen darf...

Freitag, 22. Mai 2015

Sexismusvorwürfe gegen Feuerschwanz - Fairytale Festival lädt einen der Headliner aus

Am 13. Juni findet in Osnabrück das kostenlose Fairytale Festival des Astas der dortigen Uni statt. Angekündigt wurde ein ziemlich buntes Line Up, bei dem neben Bands wie Jaya The Cat, Radio Havanna oder Unzucht eben auch Mittelalterliches von Feuerschwanz geboten werden sollte.

Letztere wurden nun kurz nach Bekanntgabe des Line-Ups gleich wieder ausgeladen. Unter den Studenten war Kritik laut geworden, der Band wurde Sexismus vorgeworfen und Proteste im Falle eines Auftretens angekündigt.

Feuerschwanz selber zeigten sich verständlicherweise überrascht und versprach ein Statement zu der Angelegenheit zu veröffentlichen. Auf der Facebookseite des Festivals liefern sich unterdessen Fans und Gegner der Band eine heftige Diskussion.

Ich persönlich halte die Ausladung der Band für ein ziemliches Armutszeugnis. Auf Wikipedia findet man als Beschreibung für den Stil von Feuerschwanz "Mittelalter Folk Comedy", und das trifft den Kern auch eigentlich ziemlich gut. Hier wieden sämtliche Klischees über das Mittelalter aufs Korn genommen und dabei wird man auch gerne mal anzüglich. Weil es lustig ist. Humor ist eben nicht immer auf dem Niveau politischen Kabaretts. Dass dabei niemand Textzeilen wie "Bück dich Fee" ernst meint, sollte eigentlich jedem mit einem Körnchen gesunden Menschenverstand klar sein. Bisher hatte ich auch immer den Eindruck, dass es auch jedem klar ist. Denn wer das Ernst nimmt und die Band dafür anfeindet, dem ist meiner Ansicht nach nicht mehr zu helfen. So sieht für mich fehlgerichtete und übertrieben Political Correctness in Reinstform aus. 

Als gäbe es nicht genug Themen in diesem Land, bei denen es für Feministinnen und Feministen, Antisexisten und Antisexistinnen (na, war das PC genug?), die gerne aktiv werden mögen, sinnvoll wäre, Präsenz zu zeigen und zu protestieren. Aber nein, da genießt man lieber den zweifelhaften Erfolg, eine harmlose Band von einem Festival Line-Up gekickt zu haben und damit einem ganzen Haufen Fans ans Bein gepisst zu haben. Herzlichen Glückwunsch. Zum Glück sind wir es in der Mittelalterszene ja gewohnt, pauschal mit diversen negativen Attributen versehen zu werden. Sind wir nun nicht nur kindisch, dumm, ungewaschen, rechtsradikal und was ich nicht noch alles schon gelesen habe, sondern eben auch noch sexistisch. Manch eine(r) macht sich die Welt eben gerne so, wie sie ihm oder ihr gefällt. 

Den Platz von Feuerschwanz nimmt nun übrigens die Osnabrücker Mittelalterband Reliquiae ein. Viele Feuerschwanz-Fans haben trotz des würdigen Ersatzes bereits verkündet, das Festival von nun an meiden zu wollen. Eine Freundin und ich planen weiterhin den Besuch, schon alleine wegen Reliquiae, die ja nichts für den ganzen Ärger können. Und möglicherweise wird meine Freundin an dem Tag ja rein zufällig ihr Feuerschwanz-Hoodie tragen und damit vielleicht nicht alleine sein... :D

Der neuen Osnabrücker Zeitung war die ganze Geschichte übrigens auch schon einen Artikel wert, den ich an dieser Stelle mal verlinken werde:

Fairytale-Festival 2015: Sexismus? Asta der Uni Osnabrück lädt Band Feuerschwanz aus

Es möge sich nun jeder sein eigenes Bild machen.

Übrigens, möchten sich die christlichen Univerbände nun vielleicht auch noch einmischen und Unzucht vom Festival kicken? Schließlich haben die einen Song namens "Kleine geile Nonne". Oder wäre das nicht gar auch noch ein Anliegen für die feministisch Engagierten Osnabrücks? Geht hier doch schließlich auch um die Würde der Frau. ;)