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Dienstag, 4. August 2015

Buchvorstellung: Bernard Cornwell - Das Fort

Hallo da draußen! :) 

Nach einer kleinen Blogpause melde ich mich heute erst einmal mit einer Buchrezension zurück. Ich hatte ja erzählt, dass ich vor einiger Zeit ein Buch bei einer Verlosung auf lovelybooks gewonnen habe. Dieses habe ich mittlerweile ausgelesen und auch rezensiert, möchte es nun aber auch gerne hier vorstellen.

In den kommenden Tagen wird es von mir vermutlich eine ganze Schwemme an Beiträgen zum vergangenen Wochenende geben, aber bis ich mich durch die 700 Fotos, die ich da gemacht habe, gewühlt habe, müsst ihr wohl mit dieser bereits fertigen Rezension vorlieb nehmen. Ich wünsche viel Spaß! :D


Rezension zu "Das Fort" von Bernard Cornwell:

Autor: Bernard Cornwell
Titel: Das Fort [engl. Original: The Fort]
Erschienen: 2011 [engl.: 2010]

Amerika im Jahr 1779: Die Boston Tea Party liegt sechs Jahre zurück, doch der Kampf der amerikanischen Kolonien gegen die britische Krone geht weiter.

Als die Briten in Neu-England mit der Errichtung eines Forts beginnen, bedeutet das für die nach Unabhängigkeit strebenden Amerikaner eine Provokation sondergleichen. Um das Fort zu erobern, wird eine riesige Flotte zusammengestellt und unzählige Infanteristen werden angeworben.

Doch schon bald zeigt sich, dass sich ein erfolgreicher Kampf gegen die gut ausgebildeten britischen Rotröcke nicht nur mit großer zahlenmäßiger Überlegenheit gewinnen lässt. Viele der - oftmals zwangsverpflichteten - Infanteristen scheuen den Kampf und zwischen den Führern der amerikanischen Truppen kommt es immer wieder zu Streitereien, die einen Angriff auf das mit der Zeit immer besser ausgebaute Fort George verzögern. Werden sich die Amerikaner am Ende überhaupt gegen die viel kleinere Armee der britischen Krone durchsetzen können? 


Bernard Cornwell beleuchtet in seinem historischen Roman "Das Fort" eine Episode der britisch-amerikanischen Geschichte, die weitgehend unbekannt ist. Bei dem Kampf um Fort George handelt es sich um eine von zahlreichen Kriegshandlungen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Obwohl sie für den Krieg selbst keine größere Bedeutung hatte, ist Cornwells Interesse an eben dieser Epsiode gut nachvollziehbar.

Zu Beginn könnte die Situation der Amerikaner zur Eroberung des neuen Forts kaum besser sein: Sie sind klar in der Überzahl und es gibt unter ihnen Menschen, die die Gegend kennen. Zudem ist Fort George zu Anfang noch so schwach ausgebaut und unterbesetzt, dass es bei einem Angriff kaum verteidigt werden könnte. Doch weite Teile der amerikanischen Truppen haben keine oder nur eine unzureichende militärische Ausbildung genossen. Das zeigt sich auch deutlich in ihrem Handeln. Da werden Kompetenzen nicht anerkannt, Waffenbestände nicht richtig verwaltet, Befehle nicht befolgt. Bei den Fußtruppen befinden sich Kinder und Greise und viele ziehen es vor, sich im Ernstfall im Wald zu verstecken anstatt zu kämpfen.

Der Leser folgt der Handlung mit einem immer stärkeren Kopfschütteln. Eine Chance nach der anderen wird verspielt, sodass am Ende gar nicht mehr sicher ist, was am Anfang als Selbstverständlichkeit scheint: nämlich der schnelle Sieg für die amerikanischen Aufständischen gegen die kleine Gruppe britischer Rotröcke.


Inhaltlich ist "Das Fort" von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Es vermittelt dem Leser viel Wissen über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und über wichtige historische Personen dieses Krieges, von denen erstaunlich viele am Kampf um Fort George teilgenommen haben.

Leider hat das Buch auch seine Schwächen: Obwohl 600 Seiten stark, bleiben die Charaktere hier fast durchgehend blass und ohne großen Wiedererkennungswert. Ich fand es deswegen schwierig, mich einzulesen. Oft musste ich lange überlegen, mit welchem der oft wechselnden Charaktere ich es gerade zu tun hatte, welcher Seite dieser angehörte und welche Standpunkte er vertrat.

Einzig Peleg Wadsworth sticht hier für mich ein wenig hervor. Sucht man in Cornwells Roman eine Hauptfigur, würde das am ehesten auf ihn zutreffen.

Auch die Schlachtenszenen, für die Cornwell ja berühmt-berüchtigt ist und die ich in seinem zahlreichen Mittelalterromanen so schätze, konnten mich in "Das Fort" nicht so richtig ergreifen. Am ausführlichsten beschrieben werden in dem Roman die Seeschlachten, denen zu folgen ich persönlich als schwierig empfunden habe, weil mir einfach das nötige nautische Vokabular fehlte.

Insgesamt fand ich Bernard Cornwells Roman "Das Fort" durchaus lesenswert, sein bestes Buch ist es meiner Meinung nach aber nicht.

Meine Bewertung: 

♥♥♥♥♥
[5/5]

Donnerstag, 6. November 2014

Buchvorstellung: Die Artus-Chroniken von Bernard Cornwell

Heute möchte ich mal eine Buchtrilogie vorstellen, die mich in diesem Jahr sehr gefesselt hat. Es handelt sich zwar um keine Neuerscheinung, aber wie das Schicksal es eben manchmal so will, ist sie mir erst in diesem Jahr in die Finger gefallen. 

Es handelt sich um die Artus-Chroniken (engl.: The Warlord Chronicles) von Bernard Cornwell, also konkret um die drei Bücher

- Der Winterkönig (deutsch 1996, engl. Original The Winterking 1995),

- Der Schattenfürst (deutsch 1997, engl. Original Enemy Of God 1996)

und

- Arthurs letzter Schwur (deutsch 2000, engl. Original Excalibur 1997).

Inhalt:

Wie ja die Titel schon deutlich zeigen, beschäftigt sich Bernard Cornwell in dieser Trilogie mit einem der wohl bekanntesten und ältesten Stoffkreise der Welt, nämlich der um König Artus (oder eben Arthur). 

Die Handlung setzt im späten 5. Jahrhundert ein. Um Britannien steht es nicht zum besten in dieser Zeit. Die Römer haben das Eiland verlassen und das Wissen und die Erungenschaften, die sie einst mit sich brachten, sind schon so gut wie aus der Erinnerung der Menschen getilgt. Die Sachsen fallen immer wieder in die geschwächten Kleinkönigtume ein und werden zur Plage von außen. Doch auch im Land selbst lauern neue Herausfordernungen: Das keltische Heidentum verliert an Stärke, während das Christentum seinen Siegenszug antritt.

Der einzige Mann, der Brittaniens Überleben sichern kann, scheint in dieser Situation der Großkönig Uther Pendragon - doch dieser stirbt und hinterlässt als Erben nur ein hilfloses Kleinkind, dessen Legitimität und Eignung aufgrund ungünstiger Zeichen bei seiner Geburt von vielen angezweifelt werden. 

In dieser verzweifelten Situation tritt nun Uthers Bastardsohn Arthur auf den Plan. So beginnt ein jahrzehntelanger Kampf um das Überleben Britanniens.

Geschildert werden die Ereignisse aus der Sicht eines alten, einarmigen Mönches namens Derwel. Dieser focht - damals noch Heide - stets an Arthurs Seite für die Zukunft Britanniens und stieg dabei vom einfachen Soldaten zum Lord auf. Gegen den Willen seines Klostervorstehers, aber auf Wunsch seiner Königin begann er später, die Ereignisse aufzuschreiben, um sie für die Nachwelt zu bewahren - und seine Geschichte unterscheidet sich in einigen Aspekten sehr interessant von denen, wie man sie aus der mittelalterlich-höfischen Überlieferung kennt...

Fazit:

Obwohl ich schon länger ein begeisterter Leser der Romane von Bernard Cornwell bin, habe ich die Artus-Chroniken lange unbeachtet links liegen lassen. Zu alltbekannt schien der Stoff, zu langweilig waren mir viele der romantisch-verklärten Schilderungen, die dieser Stoffkreis bis heute hervorgebracht hat. Im Nachhinein kann ich mich jedoch nur fragen: wie konnte ich nur glauben, Cornwell werde den Stoff ähnlich platt angehen?

In den drei Romanen trifft man auf sämtliches Personal, dass man mit dem Mythos Arthur verbindet: Arthur selbst mit seinem Schwert Excalibur, seine große Liebe Guinevere, den Zauberer Merlin und seine Schwester Morgane, seine Ritter, und, und, und. Doch Cornwell schafft es, ihnen wirklich Leben einzuhauchen. Niemand ist hier einfach gut oder böse - Arthur beispielsweise ist nicht nur der strahlende, edle Held, er hat seine Stärken und Schwächen und einen durchaus schwierigen Charakter. Lancelot ist ein eitler Pimpf, der es aber perfekt versteht, sich selbst ins rechte Licht zu setzen während einer der in der Überlieferung edelsten Ritter hier zum naiven Volltrottel wird. Diese alternativen Charakterisierungen der Figuren hat mich wirklich tief beeindruckt, denn sie wirkten so extrem lebendig - eben Menschen, wie sie tatsächlich gewesen sein könnten.

Auch wegen den magischen Aspekten hatte ich so meine Sorge. Bernard Cornwell schreibt ja nun eigentlich historische Romane, was also anfangen mit Charakteren wie Merlin in seinen Büchern? Doch auch dieses Problem wurde famos gelöst. Hier schwingt niemand plump den Zauberstab, die Druiden und Magier arbeiten (und spielen in gewisser Weise) vielmehr mit ganz realistischen Mitteln wie ihrer eigenen Menschenkentnisse, Illusionen und den Erwartungen der Menschen. Auch sie wirken ganz und gar glaubhaft.

Als Autor historischer Romane beschäftigt sich Bernard Cornwell in den Romanen aber natürlich auch mit der brittischen Geschichte. Da die wahren Wurzeln des Artus-Stoffes jedoch ziemlich im Dunkeln liegen, blieb hier natürlich viel Spielraum, ein Szenario, wie es gewesen sein könnte zu erschaffen. Die Bücher legen keinen Wert auf historische Korrektheit, was ja bei der Themenwahl auch unsinnig wäre, doch sie wirken in sich stimmig. 

Wer (wie ich) Cornwells Schlachtenbeschreibungen liebt, kommt natürlich ebenfalls auf seine Kosten. Es wird viel gekämpft, meist gegen die eindringenden Sachsen, manchmal jedoch auch gegen interne Feinde, und die Beschreibungen sind wie üblich bei diesem Autor lebendig, doch ohne übertriebenen Pathos und ohne in brutale Beschreibung von Gemetzel abzudriften. 

Also von meiner Seite: Wers noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Bernard Cornwell at his best!

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Mittwoch, 4. Juni 2014

Buchvorstellung: Die Bücher vom Heiligen Gral von Bernard Cornwell

Meine nächste Buchvorstellung führt ins Mittelalter. Auch dieses Mal handelt es sich wieder nicht um einen einzelnen Roman, sondern um eine Romantrilogie. Ich möchte euch die "Bücher vom heiligen Gral" von Bernard Cornwell vorstellen.

Inhalt:

Die Trilogie beginnt mit dem Roman "Der Bogenschütze" (Original: Harlequin). Die Handlung setzt am Ostermorgen des Jahres 1342 ein. Der junge Thomas muss miterleben, wie sein Dorf an der englischen Küste von einer Gruppe französischer Schiffe überfallen wird. Die Gruppe unter Führung eines mysteriösen, schwarzen Ritters, der sich als "Harlekin" bezeichnet, brennt das Dorf nieder, tötet die meisten Einwohner und stiehlt den Kirchenschatz, die Lanze von Sankt Georg. Thomas' Vater, der Pfarrer des Dorfes, überlebt den Überfall nicht. Bevor er jedoch stirbt, verrät er seinem Sohn noch, dass es sich beim Harlekin um einer Verwandten handele. Thomas schwört Rache für den Tod seines Vaters, doch dieses Vorhaben lässt sich nicht so leicht in die Tat umsetzen. Sein Feind scheint ihm immer einen Schritt zuvor zu sein und verfügt anscheinend über die mächtigste Waffe des Christentums, den heiligen Gral. Auch kann er sich nicht voll und ganz auf die Suche konzentrieren. Als Bogenschütze wird er in den Hundertjährigen Krieg hineingezogen.

Im zweiten Band "Der Wanderer" (Original: Vagabond) erhält Thomas schließlich vom englischen König den offiziellen Auftrag, den Heiligen Gral zu suchen. Die Suche entwickelt sich auch zu einer Reise in die Geschichte seiner eigenen Familie. Als Soldat hat Thomas zusätzlich noch zahlreiche Schlachten im Hundertjährigen Krieg zu schlagen, doch irgendwann trifft er dann endlich wieder auf den schwarzen Ritter, dem er Rache für den Tod seines Vaters und die Zerstörung seines Dorfes geschworen hatte.

Im abschließenden Band der Trilogie, "Der Erzfeind" (Original: Heretic), läuft die Handlung auf das große Finale zu, und das im Großen wie im Kleinen. Im Hundertjährige Krieg werden immer blutigere Schlachten geschlagen und Thomas kommt auf seiner Suche nach dem Geheimnis des Heiligen Grals seinem Ziel immer näher...

Fazit:

Bernard Cornwell ist einer der ganz großen Autoren moderner und spannender historischer Romane. Eine seiner großen Stärken ist die Beschreibung von Schlachten. Diese sind ihm auch in den Büchern vom Heiligen Gral überaus gut gelungen. Die Kämpfe des Hundertjährigen Krieges werden hier vor den Augen des Lesers in all ihrer Grausamkeit und Brutalität lebendig. Dennoch verliert der Autor sich nicht in übertrieben blutigen Metzeleien. Stattdessen vermittelt er einen guten Einblick in die Strategien der Kriegsführung, in den Einsatz der unterschiedlichen Waffen und die Gefühle der kämpfenden Soldaten.

Die Rahmenhandlung schien mir im Falle dieser Trilogie jedoch etwas ungewöhnlich. Mit der Suche nach dem Heiligen Gral wird eines der ältesten Themen der europäischen Literatur aufgegriffen. Der Gral fungiert hier jedoch nur als Rahmen für die Suche von Thomas nach seiner Familiengeschichte. Insgesamt finde ich, dass sich die Gralsgeschichte nicht besonders gut in die Gesamthandlung einfügt. Mich persönlich hat sie eher irritiert bis genervt, als dass ich sie als spannend betrachtet hätte. 

Insgesamt ist die Trilogie, wie alle Bücher, die ich bisher von Bernard Cornwell gelesen habe, durchaus lesenswert. Jedoch handelt es sich bei den "Büchern vom Heiligen Gral" für mich um eines der schwächeren seiner Werke. Anfängern würde ich empfehlen, mit einem anderen Buch des Autors zu beginnen. Empfehlenswert finde ich zum Beispiel die Uthred-Reihe oder die Artus-Chroniken.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥
[3/5]