Samstag, 22. August 2026

Buchvorstellung: Little Mushroom Band 2 von Yi Shi Si Zhou (Story) und Yuchi Jinze, MaoMao Tou (Art)

Worum es geht:

An Zhe lernt Stück für Stück, sich an das Leben als Mensch in der Stadt zu gewöhnen, doch ihm begegnen damit immer wieder unerwartete Situationen und Gefahren. So trifft er auf alte Bekannte, an die er sich natürlich nicht aktiv erinnern kann und stellt fest, dass es zum Überleben eine wichtige Ressource namens „Geld“ braucht, für die er arbeiten muss. Natürlich bringt ein Grünschnabel wie er sich auch bei der Suche nach einer geeigneten Stelle beinahe in Teufels Küche, erhält jedoch unerwartet Hilfe. Doch wem kann er eigentlich vertrauen in einer düsteren Welt wie dieser?

Meine Meinung:

Little Mushroom“ überzeugt mich auch im zweiten Band wieder mit seiner gleichermaßen düsteren und spannenden Erzählweise. Die gedeckten Farben unterstreichen perfekt die dystopische Welt, in der An Zhe sich bewegt. Ständig hat man das Gefühl, dass Gefahren lauern – und der Manhua zeigt auch wieder an einigen Stellen, dass diese ganz real sind.

Lu Feng hingegen bleibt auch in diesem Band wieder rätselhaft. Ein dunkles Phantom, welches bedrohlich über der Stadt lauert, bereit, gnadenlos zuzuschlagen. Obwohl von ihm eine akute Gefahr für An Zhe ausgeht, kreuzen sich ihre Wege immer wieder, ohne dass etwas passiert. Ganz im Gegenteil, zeigt der Inquisitor sich ihm gegenüber erstaunlich hilfsbereit, sodass man sich unweigerlich fragt, ob das gut gehen kann.

Obwohl sich die Story nur sehr langsam voran wagt, liegt dem Manhua bisher eine ganz eigene Spannung inne, die einen beim Lesen fesselt. Hinzu kommen die wunderschönen Zeichnungen, denen es gelingt, An Zhe trotz des grauen Umfelds stets sanft und ein wenig hell, fast schon leuchtend erscheinen zu lassen. Ich werde die Serie darum gerne weiter verfolgen.

Little Mushroom Band 2 |  Yi Shi Si Zhou (Story) und Yuchi Jinze, MaoMao Tou (Art) | Manlin Verlag | Originalpreis: 18,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 19. August 2026

Buchvorstellung: Nagahama to Be, or Not to Be 2nd Season von Scarlet Beriko

Worum es geht:

Das Leben fühlt sich perfekt an für Nagisa, nachdem sein Geliebter Issa endlich wieder von der See zurückgekehrt ist. Es gibt da nur ein Problem: so sehr er auch versucht, den Gedanken zu verdrängen - bald schon wird die Arbeit Issa wieder von ihm fort führen. Also gilt es, die gemeinsame Zeit optimal zu nutzen!

Meine Meinung:

Das Wiedersehen mit Nagisa und Issa fällt genauso stark aus wie erhofft. Besonders Nagisa erlebt in diesem Band ein wahres Wechselbad der Gefühle. Natürlich will er die Zeit mit Issa genießen, und zwar bitte so lang und perfekt wie möglich, aber gleichzeitig kann er den Gedanken daran, dass sein Freund bald aufs Meer zurückkehren wird, nicht verdrängen. Seinen Zwiespalt fand ich dabei sehr gut nachvollziehbar. Einerseits will er Issa nicht von der Arbeit, die dieser liebt abhalten, andererseits fürchtet er aber die Gefahren auf See und hat Angst davor, allein zurückzubleiben. Wie es so seine Art ist, will er Issa aber auch nicht mit seinen Sorgen belasten und leidet still. Doch hier zeigt sich gleichzeitig auch schön, wie sehr beide Jungs gewachsen sind - Kommunikation ist der Schlüssel, und die gelingt ihnen hier Stück für Stück wirklich gut. Richtig starke Rollen haben übrigens auch die Mütter der beiden - ihre Auftritte waren ein absolutes Highlight für mich!

Auch bei den Zeichnungen zeigt Scarlet Beriko wieder ihr ganzes Können. Die Gesichter sind unheimlich ausdrucksstark und spiegeln die Vielzahl an Emotionen wider, durch die unsere beiden Protagonisten im Laufe der Story gehen. Auch die intimen Szenen habe ich als unheimlich sinnlich empfunden, obwohl (oder vielleicht gerade weil) in dem Manga gemäß der Altersempfehlung ab 16 Jahren nicht immer alles gezeigt wird.

"Nagahama to Be, or Not to Be" bleibt auch in der zweiten Season ein kleines Boys Love Juwel für mich. Authentische Charaktere, wunderschöne Zeichnungen und eine ansprechende Story treffen hier aufeinander und verbinden sich zu einem Manga, der nicht nur Genre-Veteranen oder Fans der Mangaka in seinen Bann ziehen dürfte. Wer Coming-of-Age Stories im ruhigen Slice of Life Setting mag, wird hier seine Freude haben.

Nagahama to Be, or Not to Be 2nd Season | Scarlet Beriko | Egmont Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Buchvorstellung: God Child von Kaori Yuki

Es gibt Geschichten, die begleiten einen eine lange Zeit. In meinem Fall ist „God Child“ eine solche Geschichte. Kennengelernt habe ich die Serie im Jahre 2003, als die Daisuki auf den Markt kam. Und ich war gleich begeistert. Kaori Yuki, die ich bereits von ihrer damals ebenfalls laufenden Reihe „Angel Sanctuary“ kannte, war meine Lieblingsmangaka, ich liebte den düsteren Zeichenstil und die morbiden Story-Elemente – eine Einschätzung, die ich offensichtlich nicht mit der Mehrheit der Daisuki-Leser teilte. Neben all den Liebesgeschichten fristete „God Child“ ein eher ungeliebtes Dasein, bis es dann eines Tages unabgeschlossen aus dem Heft genommen wurde.

Und da begann mein Dilemma: in meiner Kleinstadt-Jugend hatte ich keinen regelmäßigen Zugang zu Mangas, das Taschengeld war ebenfalls limitiert. Am Ende fehlten mir also Bände, was mich sehr lange gewurmt hat. Glücklicherweise ist man als Sammler ja auch immer ein kleines bisschen Jäger, sodass ich mir dieses Jahr endlich den lang gehegten Wunsch erfüllen und die Serie mit Gebrauchtbänden (und das zu humanen Preisen!) vervollständigen und sie in meinem Urlaub zum ersten Mal komplett und am Stück lesen konnte. Und was soll ich sagen: sie hat auch über zwanzig Jahre später für mich nichts von ihrem Zauber verloren!

Doch worum geht es überhaupt? Im Zentrum der dreizehn Bände umfassenden Geschichte steht der junge Count Cain Hargreaves. Seine noble Arroganz kann kaum verbergen, dass er kein sehr glücklicher Mann ist. Seine Familie gilt als seit Generationen verflucht, und so gilt auch er als eigensinniger Eigenbrötler, von dem man sich besser fernhält – gerade auch wegen seiner berüchtigten Expertise in Sachen tödlicher Gifte.

Als wir den Grafen kennenlernen, ist er jedoch nicht mehr ganz so allein wie in seiner tragischen Kindheit, denn an seiner Seite findet sich stets sein aufopferungsvoller Butler Riff. Die beiden teilen eine Beziehung, die sich schwer in Worte fassen lässt, die jedoch immer wieder den Neid anderer auf sich zieht, die Cain einen solch engen Vertrauten nicht gönnen. Später stößt mit der kleinen Merryweather auch noch Cains lebhafte Halbschwester dazu und sorgt dafür, dass Cains Einsamkeit endgültig der Vergangenheit angehört.

Es gibt jedoch jemanden, der Cain nicht einmal das kleinste Glück gönnt, und zwar ausgerechnet sein leiblicher Vater Alexis, der im Zusammenhang mit einer gefährlichen Geheimorganisation namens Delilah steht. Seine Motive bleiben lange ein Rätsel, doch die Gefahr, die von Delilah ausgeht, beschränkt sich nicht nur auf Cain und seine Verbündeten, sondern erstreckt sich auf ganz London. Der junge Count ist sich seiner Verantwortung, seinem Vater das Handwerk zu legen bewusst, doch wie soll er das mit seiner wenigen Unterstützung schaffen?

Eine so lange Serie in wenigen Worten zusammenzufassen, ist gar nicht so leicht – zumal sich in „God Child“ nicht immer alles um die Mainstory rund um Cains Kampf gegen Delilah dreht. Diese ist zwar wirklich extrem spannend und wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen auf, den kompletten Charme des Mangas zeigt sie jedoch meiner Meinung nach nicht. Was ich persönlich an der Reihe besonders geliebt habe, waren die vielen kleinen Episoden, die nicht oder nur lose mit der Hauptstory verbunden waren.

So landet Cain nämlich immer wieder mehr oder weniger zufällig in düsteren Kriminalfällen. Mysteriöse Morde, die es zu klären gilt oder unerklärliche Vorkommnisse, die auf eine Auflösung warten – und das alles im herrlichen Setting des viktorianischen Londons!

Immer wieder gibt es außerdem Bezüge zu den für unsere heutige Zeit manchmal ziemlich grausam wirkenden Kinderreimen von „Mother Goose“, welche etwa aus der gleichen Zeit stammen, und der große Kontrast zwischen der scheinbaren Leichtigkeit dieser Reime und ihres düsteren Inhalts hat mich beim Lesen damals wie heute mit seiner Morbidität fasziniert.

Wer die Werke von Kaori Yuki kennt, weiß, dass sie bei der Darstellung viktorianisch inspirierter Mode brilliert. Rüschenkleider, aufwändige Frisuren mit Korkenzieherlocken – gerade bei der Ausarbeitung ihrer Frauen- und Mädchenfiguren scheut die Mangaka keinen Aufwand, und am Ende wartet stets ein traumhaftes Design, das irgendwo zwischen der tatsächlichen Epoche und Einflüssen von Gothic und Visual Kei Style seiner Zeit liegt.

Beachtlich in Sachen Optik und auch bei der Story ist übrigens die große Konsistenz der Story. „God Child“ ist nämlich über einen Zeitraum von über zehn Jahren entstanden, mit einer mehrjährigen Pause nach Band 5. Trotzdem weist die Geschichte meiner Meinung nach keinen störenden Bruch auf, selbst die inhaltliche Wiedereinführung in die Story nach der Pause geschieht so clever und behutsam, dass sie kaum auffällt.

Und für die unter euch, die die Reihe ebenfalls gelesen haben: können wir darüber sprechen, wie schön die Beziehung zwischen Cain und Riff ist? Ich liebe die beiden einfach, und ich liebe, was sie füreinander sind und finde die Beschreibung auf einer der letzten Seiten des Mangas einfach extrem passend – definitiv kein Dienstverhältnis, aber auch kein Liebesverhältnis. Irgendwie *mehr*, anders, nicht in Worte zu fassen. (Und nein, das ist kein Boys Love Titel, und Cain ist bei seinen Frauengeschichten kein Kind von Traurigkeit. Doch genau darum gibt es ja Fanfics).

Ich denke, es ist zu diesem Zeitpunkt bereits sehr deutlich geworden, dass „God Child“ eine klare Empfehlung von meiner Seite ist. Wer sich für unheimliche und düstere Geschichten erwärmen kann und auch mit tragischen und brutalen Inhalten umgehen kann, ist hier (wie auch bei den anderen Werken der Mangaka) bestens aufgehoben!

God Child | Kaori Yuki | Carlsen Manga | Buchausgabe vergriffen, E-Books verfügbar | Genre: Shojo, Mystery | Empfohlen ab 12 Jahren | Link zur Reihe

Montag, 17. August 2026

Buchvorstellung: There Is No Love Wishing Upon A Star Band 4 von Shinoa

Worum es geht:

Die Beziehung zwischen Eri und Kyo ist zwar nicht offiziell vorbei, doch zwischen den beiden herrscht seit ihrem Streit Funkstille. Fuyuki möchte, dass sich die beiden wieder vertragen und regt an, dass sie alle gemeinsam zum Sommerfest gehen. Doch statt feierlicher Atmosphäre und Feuerwerk gibt es bei dem Besuch nur eine Explosion der unterschiedlichsten Gefühle.

Meine Meinung:

Im vorletzten Band der Yuri-Reihe "There Is No Love Wishing Upon A Star" nimmt die Tragödie rund um die drei Kindheitsfreunde Eri, Fuyuki und Kyo weiter ihren Lauf. Gewohnt besorgt um das Glück ihrer unerwiderten Liebe Eri, bemüht sich Fuyuki, sie und Kyo wieder zusammenzubringen, doch der Plan scheitert grandios, sodass es auch noch zu einer Konfrontation zwischen den beiden jungen Frauen kommt, bei der Fuyuki ihre Gefühle nicht mehr im Griff behalten kann. Ob Freundschaft oder Liebe - danach scheint nichts mehr so zu sein, wie es einst war zwischen dem einst unzertrennlichen Trio.

Was für eine vertrakte Situation! Während Kyo sich dank eines wirklich dummen und unnötigen Fehltritts selbst ins Abseits katapultiert, schafft es Eri doch tatsächlich, Fuyuki dazu zu provozieren, ihre tiefsten Gefühle preiszugeben, ist dann erstmal mit dem Resultat überfordert, fasst am Ende dann aber anscheinend doch noch einen Entschluss, dessen Ergebnis uns der Band jedoch noch nicht verraten möchte. Klingt nach Drama und Chaos? Genau so hat es sich beim Lesen auch angefühlt!

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Bänden, ist der vierte Band der Reihe passend zu den Gefühlen der Protagonisten ziemlich unruhig. Keiner genießt hier den Sommer, alle sind dazu viel zu sehr mit der Situation überfordert. So kommt es dann auch, dass das Sommerfest keine Kulisse für Romantik, sondern Schauplatz tiefer, herausbrechender Konflikte wird. Eine kleine Katastrophe reiht sich an die nächste, und wie am Ende irgendwer glücklich werden kann, scheint in der Tat maximal in den Sternen zu stehen - wenn die denn, anders als der Titel vermuten lässt, helfen können.

Ich muss ja sagen, dass ich den Herzschmerz in "There Is No Love Wishing Upon A Star" wirklich liebe. Lange haben die Figuren still gelitten, doch zunehmend sucht sich ihre Verzweiflung einen Weg nach draußen. Das ist für alle Beteiligten schmerzhaft, doch so werden endlich Dinge ausgesprochen, die schon viel zu lange ungesagt geblieben sind.

Was mir auch sehr gut gefällt: selbst so kurz vor dem Ende der Reihe konnte ich am Ende des vorletzten Bandes noch überhaupt nicht absehen, welche Art Abschluss einen hier wohl erwarten mag. Ein Happy End - zumindest für alle Beteiligten - scheint fast unmöglich. Was vermutlich auch der Grund ist, warum ich mich noch immer nicht getraut habe, den Abschluss zu lesen. 

Mein Fazit zum vierten Band: die Reihe bleibt stark. Wer eine ruhige Geschichte über unerwiderte Liebe und unausgesprochene Gefühle sucht, ist hier an der besten Adresse.

There Is No Love Wishing Upon A Star 4 | Shinoa | Egmont Manga | Originalpreis: 9,00€ | Genre: Girls Love | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum Buch

Die Gacha Woche 10. bis 16. August

Genshin Impact:

Snezhnaya ist da! Noch blitzschnell die Sumeru-Archon Quest abgeschlossen. Hat sich zwischenzeitlich ein bisschen gezogen, war aber insgesamt trotzdem sehr interessant. Den Sumeru-Cast wiederzutreffen war außerdem toll, ganz besonders, dass es so viel Fokus auf Alhaitham, Kaveh und ihre Differenzen gab und wie sie die am Ende überwunden haben! Der erste Eindruck von Snezhnaya ist ebenfalls positiv. Erkundung ohne Quest scheint schwierig zu sein, aber die Archon Quest ist interessant genug, dass mich das nicht weiter stört. Nur an die Materialien für Alyosha käme ich dann langsam doch mal gerne ran. Mag den Jungen sehr und wüsste gerne, ob er auch im Kampf was kann. Zu Odette hab ich noch keine feste Meinung, könnte sie mir aktuell aber eh nicht leisten. Mein nächstes Ziel dürfte Mitya werden.

Honkai: Star Rail

Arbeite mich weiter Stück für Stück durch die Story, aber das Interesse bleibt mäßig und es geht folglich nicht besonders schnell voran. Der Wunsch, die Mainstory bis zum Update aufzuholen, bleibt aber. 

Reverse 1999:

Wer hat nicht mitgekriegt, dass die Story einen Tag vor dem Rest des Events endet und so die Atomic Hearts Collab nicht abgeschlossen? Richtig, ich. Da ich keinen Bezug zu dem Spiel habe, hat sich mein Interesse leider eh so ein bisschen in Grenzen gehalten, aber zumindest die Story hätte ich doch ganz gerne gelesen. Machste nix.

Sonntag, 16. August 2026

Buchvorstellung: Shoot Juliet Band 1 von Katsura Komachi

Worum es geht:

Akatsuki ist die Nummer zwei in einem angesagten Host Club. Da er noch neu im Geschäft ist, wendet er sich an die unangefochtene Nummer eins in der Hoffnung auf Tipps. Seine Hintergedanken sind dabei ziemlich offensichtlich: er selbst möchte diesen Platz einnehmen. Sehr zu Akatsukis Überraschung stimmt Juri, den im Club alle Juliet nennen, tatsächlich zu und lädt ihn zu sich nach Hause ein. Bald stellt sich jedoch heraus, dass auch Akatsuki nicht vor Juris Charme gefeit ist. Eh er es sich versieht, ist sein Interesse alles andere als nur noch beruflicher Natur.

Meine Meinung:

Ursprünglich angezogen von dem für mich unfassbar schönen Cover, freue ich mich umso mehr, dass der erste Band von "Shoot Juliet" mich auch inhaltlich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Da wäre zum einen der Einblick in die japanische Welt der Host Clubs, den ich hier als sehr ausführlich, ungeschont und realistisch betrachtet habe. Die Arbeit derer, die dort und teils auch im nicht ganz fremden Rotlichtmilieu ihr Geld verdienen wird nicht romantisiert: Nächte ohne Schlaf, übergriffige Kundinnen, der ständige Zwang zum Alkoholkonsum - hinter den Kulissen ist es alles andere als glamourös, auch wenn einem die Hosts im Club dies natürlich vermitteln wollen.

Und dann sind da natürlich die Charaktere. Akatsuki habe ich im ersten Moment nicht unbedingt aus Sympathieträger gesehen. Er ist jung und attraktiv und weiß das auch. Sein Ziel ist das schnelle Geld. Umso interessanter hat das sein Zusammentreffen mit Juri gemacht, der eine komplett andere Ausstrahlung hat. Ihm ist es wichtig, den perfekten Mann für seine Kundinnen zu spielen, uns seine Aura ist ebenso mysteriös wie melancholisch. Trotz dieser offensichtlichen Unterschiede lässt er sich auf Akatsuki ein, und bald verschwimmen die Grenzen zwischen beruflichem Austausch und sehr intimen Gefühlen. Was dabei in Juris Kopf vorgeht bleibt nicht nur für Akatsuki, sondern auch für die Leser zunächst einmal ein Rätsel.

Was mich an dem Band trotz des oft wirklich derben Umgangstons besonders in den Bann gezogen hat, war die Atmosphäre. Mangaka Katsura Komachi ist es meiner Meinung nach unglaublich gut gelungen, Juris einzigartige Ausstrahlung mit ihren Zeichnungen einzufangen, sodass man sich ebenso wenig wie die Kundinnen und Akatsuki seiner Anziehungskraft erwehren kann. 

Und am Ende des Bandes? Da ist noch vieles unklar, allem voran, welche Gefühle hier eigentlich echt sind und welche nicht. Doch genau das macht auch die Faszination aus. Ich jedenfalls sehne die Fortsetzung schon dringend herbei!

Shoot Juliet Band 1 | Katsura Komachi | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Samstag, 15. August 2026

Buchvorstellung: Sakura, Saku - Liebe in voller Blüte 1-5 von Io Sakisaka

Worum es geht:

Saku ist ein eher unscheinbares Mädchen, welches sich in keinem Bereich besonders hervortut. Als ihr eines Tages in der Bahn schwindelig wird und sie ihre Tasche verliert, gibt ein Fremder diese für sie ab. Dieser kleine Akt der Freundlichkeit bewegt sie so sehr, dass sie den Entschluss fasst, sich zu verändern: zukünftig will auch sie ein Mensch sein, der anderen hilft und somit einen Unterschied macht! Gleichzeitig träumt sie aber auch davon, ihren "Rettenden Engel" zu finden - also den Jungen, der ihr die geliebte Tasche zurückgebracht hat. Da sie nur seinen Namen kennt, erweist sich dies jedoch als gar nicht so leicht, bis sie in der Schule Haruki, den kleinen Bruder des vermeintlichen Finders trifft. Dieser ist anfangs jedoch weder von Sakus Art besonders angetan, noch willig, ihr bei der Übermittlung ihrer Gefühle zu helfen. Als die beiden jedoch immer mehr miteinander zu tun bekommen, ist sich Saku ihrer Gefühle plötzlich ganz und gar nicht mehr sicher: Kann es sein, dass sie den schroffen Haruki mag?

Meine Meinung:

In den ersten fünf Bänden baut sich bei "Sakura, Saku - Liebe in voller Blüte" ein ganz schön komplexer Teenager-Gefühls-Komplex auf, in dessen Zentrum Protagonistin Saku steht. Sie ist ein fröhliches und überaus energiegeladenes Mädchen, das immer positiv denkt, darum manchmal jedoch auch etwas naiv wirkt und sich selbst im Weg steht. Ihr Gefühlschaos würde ich als alterstypisch betrachten: kann sie anfangs noch nicht wirklich trennen, ob ihre Gefühle für Harukis großen Bruder Liebe, Bewunderung oder Dankbarkeit sind, erkennt sie Harukis Bedeutung für ihr Leben lange gar nicht und möchte sie vielleicht auch gar nicht wahrhaben.

Denn - das ist ihr ganz großes Dilemma - sie möchte ja immer, das alle anderen glücklich sind. Und wenn sie ihr eigenes Glück dafür hinten anstellen muss, dann ist das eben so. Dass dieses Vorgehen oft alles andere als zielführend ist und in allerlei Missverständnissen gipfelt, muss man wohl kaum extra betonen.

Trotz der vielen kleinen Dramen empfinde ich "Sakura, Saku" bisher als sehr entspannte Lektüre. Das Erzähltempo ist langsam und dreht sich hauptsächlich um das Schul- und Alltagsleben von Saku und ihren Freunden. Unterstrichen wird diese ruhige Atmosphäre auch von den sanften Zeichnungen der Mangaka Io Sakisaka, die mich persönlich sehr ansprechen.

Überrascht hat mich die Rolle von Sakus bester Freundin Kotono. Nachdem diese eine Scheinbeziehung zu Haruki eingegangen ist, um sich vor ihrem aufdringlichen Exfreund zu schützen, erweckt es lange den Eindruck, dass sie in dieser Zeit tatsächlich Gefühle für ihn entwickelt und man sich dem klassischen Szenario nähert, in dem die Freundschaft auf die Probe gestellt wird, weil beide Mädchen den gleichen Jungen mögen - wahrlich nicht mein Lieblingstrope. Umso spannender fand ich, dass der Manga hier einen ganz anderen, im Shojo-Bereich meiner Meinung nach total untypischen Weg geht, frage mich jetzt jedoch auch, ob das Thema in Zukunft wohl noch einmal aufgegriffen wird oder ob dies ein unausgesprochenes Geheimnis bleibt, was für immer zwischen Saku und Kotono stehen muss.

Nach fünf Bänden hat der Manga seine Halbzeit überschritten - die japanische Version wurde 2023 mit neun Bänden abgeschlossen. Ich finde, dass das einen guten Zeitpunkt für ein Zwischenfazit bildet. Bisher mag ich die Reihe sehr. Sie erfindet zwar sicher das Genre nicht neu, hat mir aber schon einige wirklich entspannte Lesestunden bereitet. Ich könnte mir vorstellen, dass das Tempo für einige Leser arg langsam wirkt, wer jedoch wie ich Freude an solch ruhigen Liebesgeschichten hat und sich nicht am jungen Alter der Figuren und den entsprechend typischen Themen stört, findet hier eine schöne Lektüre.

Sakura, Saku - Liebe in voller Blüte (Band 1-5) | Io Sakisaka | Tokyopop | Originalpreis pro Band: 7,50€ | Genre: Romance | Empfohlen ab 13 | Link zum ersten Band