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Sonntag, 16. August 2026

Buchvorstellung: Shoot Juliet Band 1 von Katsura Komachi

Worum es geht:

Akatsuki ist die Nummer zwei in einem angesagten Host Club. Da er noch neu im Geschäft ist, wendet er sich an die unangefochtene Nummer eins in der Hoffnung auf Tipps. Seine Hintergedanken sind dabei ziemlich offensichtlich: er selbst möchte diesen Platz einnehmen. Sehr zu Akatsukis Überraschung stimmt Juri, den im Club alle Juliet nennen, tatsächlich zu und lädt ihn zu sich nach Hause ein. Bald stellt sich jedoch heraus, dass auch Akatsuki nicht vor Juris Charme gefeit ist. Eh er es sich versieht, ist sein Interesse alles andere als nur noch beruflicher Natur.

Meine Meinung:

Ursprünglich angezogen von dem für mich unfassbar schönen Cover, freue ich mich umso mehr, dass der erste Band von "Shoot Juliet" mich auch inhaltlich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Da wäre zum einen der Einblick in die japanische Welt der Host Clubs, den ich hier als sehr ausführlich, ungeschont und realistisch betrachtet habe. Die Arbeit derer, die dort und teils auch im nicht ganz fremden Rotlichtmilieu ihr Geld verdienen wird nicht romantisiert: Nächte ohne Schlaf, übergriffige Kundinnen, der ständige Zwang zum Alkoholkonsum - hinter den Kulissen ist es alles andere als glamourös, auch wenn einem die Hosts im Club dies natürlich vermitteln wollen.

Und dann sind da natürlich die Charaktere. Akatsuki habe ich im ersten Moment nicht unbedingt aus Sympathieträger gesehen. Er ist jung und attraktiv und weiß das auch. Sein Ziel ist das schnelle Geld. Umso interessanter hat das sein Zusammentreffen mit Juri gemacht, der eine komplett andere Ausstrahlung hat. Ihm ist es wichtig, den perfekten Mann für seine Kundinnen zu spielen, uns seine Aura ist ebenso mysteriös wie melancholisch. Trotz dieser offensichtlichen Unterschiede lässt er sich auf Akatsuki ein, und bald verschwimmen die Grenzen zwischen beruflichem Austausch und sehr intimen Gefühlen. Was dabei in Juris Kopf vorgeht bleibt nicht nur für Akatsuki, sondern auch für die Leser zunächst einmal ein Rätsel.

Was mich an dem Band trotz des oft wirklich derben Umgangstons besonders in den Bann gezogen hat, war die Atmosphäre. Mangaka Katsura Komachi ist es meiner Meinung nach unglaublich gut gelungen, Juris einzigartige Ausstrahlung mit ihren Zeichnungen einzufangen, sodass man sich ebenso wenig wie die Kundinnen und Akatsuki seiner Anziehungskraft erwehren kann. 

Und am Ende des Bandes? Da ist noch vieles unklar, allem voran, welche Gefühle hier eigentlich echt sind und welche nicht. Doch genau das macht auch die Faszination aus. Ich jedenfalls sehne die Fortsetzung schon dringend herbei!

Shoot Juliet Band 1 | Katsura Komachi | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Montag, 6. Juli 2026

Buchvorstellung: Jaadugar Band 1 von Tomato Soup



Worum es geht:

Sitara gelangt als verwaistes Sklavenmädchen nach Tus im heutigen Iran. Es ist das 13. Jahrhundert und die Zeiten sind unruhig, doch weil sie ein aufgewecktes Mädchen ist, wird sie in einer Gelehrtenfamilie aufgenommen und erhält dort Zugang zu Bildung in der Hoffnung, ihren Wert zu steigern. Im Rahmen dieser Möglichkeiten lebt sie ein recht glückliches Leben, bis eines Tages die Mongolen über die Stadt herfallen und alles zerstören. Erneut steht sie vor dem Nichts, doch ihr Wissen verschafft ihr Zugang zu den höheren Kreisen der mongolischen Gesellschaft. Aus dieser Position heraus schwört sie, Rache zu nehmen.

Meine Meinung:

Der erste Band von "Jaadugar - Eine Hexe in der Mongolei" konnte mich gleich auf ganzer Linie überzeugen. Alles an diesem Manga ist ein wenig ungewöhnlich - und ich meine das auf die bestmögliche Art und Weise. Zunächst einmal habe ich das historische Setting geliebt. Nicht nur entführt es die Leser in eine ganz andere Zeit und Kultur, es bringt uns auch viel bei. Denn der Schauplatz ist nicht nur Dekoration: der Aufstieg der Mongolen ist gerade dabei, das Antlitz zweier Kontinente entscheidend zu verändern, was wir durch die Augen der jungen Sitara erleben dürfen. 

Auch die Heldin selbst ist in einer ganz besonderen Position. Als Sklavin, als Frau, und zu Beginn der Geschichte auch noch als Kind ist Sitara niemals ganz frei sondern immer entscheidend von den Umständen abhängig. Diese Abhängigkeiten formen sie, doch sie zeigt auch schon früh, dass sie sowohl den Geist als auch den Willen hat, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Der Zeichenstil ist ebenso einzigartig. Am Anfang musste ich mich ein wenig daran gewöhnen, dass viele Figuren für mich jünger aussahen, als sie vermutlich sein sollten, aber schon nach einem Kapitel hatte mich dieser spezielle Stil irgendwie für sich eingenommen.

Historische Mangas sind in Deutschland ja leider eine ziemliche Seltenheit, deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass "Jaadugar" eine richtige Perle dieses Genres zu werden verspricht. Die Story ist gleichzeitig spannend und glaubwürdig und die Perspektive eines gebildeten Sklavenmädchens, welches seine scheinbar so begrenzte Macht nach den besten Möglichkeiten nutzen möchte, fügt noch einmal einen ganz besonderen Dreh hinzu.

Ich jedenfalls bin nach diesem Auftakt schon sehr gehypt und freue mich schon sehr darauf zu verfolgen, wohin Sitara ihr Weg noch führen wird!

Jaadugar - Eine Hexe in der Mongolei Band 1 | Tomato Soup | Panini Manga | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Drama, Historisch |  Link zum Buch

Freitag, 3. Juli 2026

Buchvorstellung: The Coffeeshop Owner knows nothing about love von Io Amaki


Worum es geht:

Das Café, welches Natsuki von seinem Vater übernommen hat, ist durch ein geplantes Sanierungsprojekt in Gefahr. Zuständig dafür ist niemand anderes als Akutsu, seines Zeichens Geschäftsmann in der Immobilienbranche - und Stammgast in eben jenem Café. So ist es auch nur ganz natürlich, dass die beiden regelmäßig aneinander geraten - zumindest bis zu dem Abend, an dem Akutsu zufällig vor einer Gay-Bar auf Natsuki trifft, der mit sich ringt, ob er wirklich reingehen soll und ihm vorschlägt, er könne seine ersten gleichgeschlechtlichen Erfahrungen doch einfach mit ihm machen.

Meine Meinung:

Ein Café mit altmodischem Flair samt charmantem Inhaber, ein selbstbewusster Geschäftsmann und ein großer Konflikt - viel mehr braucht Io Amakis One-Shot "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" nicht, um zu funktionieren. Und funktioniert hat der Titel für mich wirklich gut.

Natsuki ist ein sympathischer Protagonist und auch Akutsu entpuppt sich schnell trotz des ihm durch seine Rolle zugeschriebenen Misstrauens als eigentlich wirklich anständiger Kerl. Obwohl die beiden überraschend schnell im Bett landen, hatte ich insgesamt doch das positive Gefühl, dass die Story in dem Manga im Vordergrund steht und im begrenzten Rahmen eines Einzelbandes auch ganz gut herausgearbeitet wird. Natürlich steht der berufliche Konflikt ihrer Beziehung anfangs im Weg und sorgt auch für ein wenig Drama zwischen den beiden, doch insgesamt findet der Manga gute Lösungen für ihre Probleme. Auch den einen oder anderen Einblick in die Vergangenheit der Protagonisten gibt es, was ich persönlich ja immer sehr interessant finde, um diese besser zu verstehen.

Insgesamt war "The Coffeeshop Owner knows nothing about love" für mich ein richtig schön kurzweiliges Lesevergnügen für einen entspannten Nachmittag. Denn sind wir mal ehrlich: manchmal braucht es zum glücklich sein doch gar nicht viel mehr als eine heiße Tasse Kaffee und eine süße kleine Liebesgeschichte mit einer Brise Spice. 

The Coffeeshop Owner knows nothing about love | Io Amaki | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Sonntag, 24. Mai 2026

Buchvorstellung: Warte, ich liebe dich Band 2 von Omayu

Worum es geht:

Beruflich könnte es kaum besser laufen bei Aoi und Haruto. Während die Schauspielkarriere von ersterem zunehmend an Fahrt aufnimmt, bekommt letzterer das Angebot, einen eigenen Salon zu übernehmen. Doch obwohl er seine Arbeit liebt, zögert Haruto - schließlich würde dies bedeuten, dass er Aoi noch seltener als ohnehin schon sehen kann!

Meine Meinung:

Auch im zweiten Band bleibt es einfach nur schön zwischen den beiden, und ich fand es wirklich erfrischend, wie wertschätzend und erwachsen die Protagonisten hier miteinander umgehen. Harutos Zögern, Aoi von seinem Jobangebot zu erzählen, wäre in vielen Mangas der klassische Vorwand für Konflike und Missverständnisse, doch "Warte, ich liebe dich" geht einen anderen Weg. Hier gibt es einfach Vertrauen und Verständnis, und zwei Männer, die voll im Leben stehen und sich bewusst sind, dass sie mehr sind und wollen als nur ihre Beziehung zueinander.

Genau aus diesem Grund habe ich auch die Story des Bandes wieder als sehr interessant empfunden. Beide arbeiten aktiv an ihren sehr unterschiedlichen Karrieren und machen sich viele Gedanken darüber, Arbeit und Privatleben in Einklang zu bringen und die Momente, die nur ihnen beiden gehören, vollends zu genießen. 

Und das Ende? Fand ich persönlich richtig toll. Wenn ein Paar es schafft, in Zukunft alle seine Träume zu verwirklichen, dann ja wohl dieses hier! Und wenn wir als Leser eines Tages vielleicht sogar dabei sein dürfen, freue ich mich darauf umso mehr.

Warte, ich liebe dich Band 2 | Omayu | Panini Manga | Originalpreis 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch 

Montag, 11. Mai 2026

Buchvorstellung: Warte, ich liebe dich Band 1 von Omayu

Worum es geht:

Haruto ist Friseur, Aoi ist ein erfolgreicher Jungschauspieler. Was niemand weiß und auch niemand wissen soll: die beiden sind ein schwer verliebtes Paar und verbringen jede Minute ihrer kostbaren Freizeit miteinander. So richtig knifflig wird es erst, als Haruto für einen Film, in dem Aoi mitspielt, als Hair- und Make-up-Artist engagiert wird. Können die beiden ihre Beziehung trotz der plötzlichen Nähe weiterhin geheim halten?

Meine Meinung:

Ich beginne mit einem Geständnis: wäre ich im wahren Leben gezwungen, mit zwei Menschen zu tun zu haben, die einander so sehr vergöttern wie diese beiden hier, wäre ich wahrscheinlich in kürzester Zeit genervt. In diesem Manga jedoch, wo ich die Beziehung der beiden aus ihrer eigenen Perspektive betrachten kann? Einfach nur Zucker!

Selten habe ich einen Boys Love Manga gelesen, der so viele Green Flags wie "Warte, ich liebe dich" aufweist. Haruto und Aoi sind einfach nur zwei süße Jungs, die einander lieben. Sie lernen einander über Harutos Arbeit kennen, verlieben sich und gehen trotz ihrer zunehmden unterschiedlichen Lebenssituationen eine Beziehung ein. Natürlich spielen ihre Jobs in ihrem Leben eine große Rolle, denn diese sind ihnen beiden wichtig, und sie unterstützen einander in ihren Karriereplänen so gut wie sie können.

Trotz dieser ziemlich drama-freien Umstände wird der Manga an keiner Stelle langweilig. Es macht einfach Spaß, zu erleben, wie die beiden ihr bestes geben, um ihre beruflichen Ziele zu erreichen und einander trotzdem nie zu vernachlässigen. Den Zeichenstil empfinde ich ebenfalls als sehr ansprechend. Der hübsche, zarte Stil passt einfach ganz hervorragend zur Story. Intime Szenen gibt es ebenfalls, entsprechend der Empfehlung ab 16 Jahren jedoch natürlich zensiert, was dem Vergnügen in meinen Augen jedoch keinen Abbruch tut.

Für mich steht nach dem ersten Band fest: "Warte, ich liebe dich" ist eine klare Leseempfehlung für alle, die Lust auf eine richtig süße Wohlfühlstory haben!

Warte, ich liebe dich Band 1 | Omayu | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 17. März 2026

Buchvorstellung: Natsume-san will aufblühen von Mamita


Worum es geht:

Mit Kous Hilfe hat Natsume es geschafft, seine Angst vor dem körperlichen Aspekt von Beziehungen zu überwinden und es läuft gut zwischen den beiden. Doch natürlich wäre Natsume nicht Natsume, würde er nicht prompt die nächste (natürlich geheime) Agenda planen, um seinem scheinbar perfekten Partner auch wirklich gerecht zu werden. Schließlich taucht dann auch noch sein bester Freund aus Kindheitstagen auf, dem er ein Versprechen gegeben hat, welches er ebenfalls unbedingt anstandslos erfüllen möchte, und plötzlich ist er schon mittendrin in einem neuen Chaos, das so natürlich überhaupt nicht geplant war.

Meine Meinung:

Ist es überhaupt möglich, Natsume-san nicht zu mögen? Auch in "Natsume-san will aufblühen" hat er wieder nichts als gute Absichten für die Menschen, die ihm wichtig sind, tut sich durch seine Unsicherheiten jedoch schwer damit, diese auch umzusetzen und vor allem zu kommunizieren und sorgt so unfreiwillig für das eine oder andere Missverständnis. Und das schöne an Mamitas Manga ist dabei, dass nichts davon irgendwie konstruiert wirkt, um für unnötiges Drama zu sorgen.

Durch seine negativen Erfahrungen in der Vergangenheit - und auch einfach durch seinen Charakter - ist Natsume einfach noch immer ziemlich unsicher, was seine Beziehung zu Kou angeht und hebt diesen ganz unbewusst auf ein Podest. Nun ist Kou aber natürlich auch kein Heiliger, und auch eher hat Zweifel und Sorgen. Seine neue Arbeit lastet ihn sehr stark aus, und als er merkt, dass Natsume ihm etwas verschweigt, kommt er damit nicht gut klar. Da jedoch keiner den anderen mit seinen Unsicherheiten belasten will, spitzt sich die Lage unweigerlich zu und zwingt die beiden letztendlich zur Auseinandersetzung mit ihren Problemen.

Zu welcher Lösung die beiden kommen und wie sie dorthin gelangen wird an dieser Stelle natürlich nicht verrraten, aber mir hat die Art und Weise, auf die Mangaka Mamita die Geschichte erzählt, wieder einmal hervorragend gefallen. Beide Charaktere sind erwachsen und benehmen sich auch so, wobei Natsume dennoch wirklich süß ist während Kou einige ziemlich überraschende Seiten aufweist. Der Band hat eine Empfehlung ab 18 Jahren, welcher er mit mehreren unzensierten Szenen auch gerecht wird. Das Verhältnis an einschlägigen Szenen im Vergleich zur eigentlichen Story fand ich dabei insgesamt durchaus passend. Von meiner Seite aus auf jeden Fall wieder eine klare Leseempfehlung!

Natsume-san will aufblühen | Miman | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 6. Januar 2026

Buchvorstellung: Bis du "Ja" sagst von Roji


Worum es geht:

Wataru und Minato werden durch den Fotografie-Club ihrer Highschool Freunde und sind bald unzertrennlich. Als Studenten teilen sie sich sogar eine Wohnung, doch dann beschließt Minato, einen Job am anderen Ende des Landes anzunehmen. Ihre Wege trennen sich und Wataru realisiert, was er sich zuvor nie eingestehen wollte: dass seine Gefühle für Minato tiefer gehen als Freundschaft. Als Minato drei Jahre später zurückkehrt und ihm seinerseits seine Gefühle erklärt, ist Wataru vollkommen überfordert.

Meine Meinung:

Wie sehr können zwei Menschen sich und ihrem Glück nur selbst im Weg stehen? Die Antwort im Falle der Protagonisten von "Bis du 'Ja' sagst" lautet: sehr, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Da ist zum einen Minato, der Schwierigkeiten hat, seine Gefühle auszudrücken und deswegen schon sein Leben lang leicht missverstanden wird. Und dann ist da noch Wataru, der eine Nummer für sich ist. Kann man wirklich so sehr auf dem Schlauch stehen?, fragt man sich da unweigerlich beim Lesen, fast schon ein bisschen genervt – bis man irgendwann gemeinsam mit Wataru versteht, dass Unverständnis hier von Anfang an gar nicht das eigentliche Problem war und das ab diesem Punkt plötzlich alles viel mehr Sinn macht.

"Bis du 'Ja' sagst" habe ich als Geschichte über das Erwachsenwerden und das Überwinden von Ängsten empfunden. Denn Wataru hat Angst: Angst vor Veränderung, Angst davor, dass alle um ihn herum sich schneller entwickeln als er und Angst davor, seinen besten Freund zu verlieren, was soweit geht, dass er seine eigenen Gefühle verleugnet. Zu seinem Glück hat besagter Freund Minato in den drei Jahren ihrer Trennung aber einiges über sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen gelernt und ist nun nicht bereit, aufzugeben, bis seine Gefühle endlich zu Wataru durchdringen. Dies birgt Potenzial für Konflikt, und das Hin und Her zwischen den beiden ist nicht immer schön, sondern bisweilen auch mal anstrengend zu lesen, weil sie sich im Kreis zu drehen scheinen, doch am Ende werden nicht nur die beiden jungen Männer sondern auch die Leser für ihre Geduld mit einem wirklich süßen Ende belohnt, bei dem es wie in alten Zeiten die Fotografie ist, die ihnen hilft, sich auszudrücken.

Mangaka Roji hat für mich mir "Bis du 'Ja' sagst" einen insgesamt niedlichen, aber mitunter auch etwas sperrigen Einzelband geschaffen. Der Aspekt, durch Fotografie wahre Gefühle auszudrücken hat mir persönlich dabei am besten gefallen, und ich bin fast dahingeschmolzen, als Minato seinem geliebten Großvater mit einem Vergleich zu dessem eigenen lebenslangen Fotoprojekt erklärt hat, was Wataru für ihn bedeutet. Wataru selbst wollte ich hingegen doch ein paar Mal gut durchschütteln für seine vermeintliche Begriffsstutzigkeit und seine Sturheit, auch wenn ich diese am Ende dann durchaus menschlich und nachvollziehbar fand.

Ganz perfekt fand ich den Band also nicht, doch auf der Suche nach einer eher zarten und kurzen Liebesgeschichte mit schönen Zeichnungen kann ich einen Blick hinein durchaus empfehlen. 

Bis du "Ja" sagst | Roji | Panini Manga | Originalpreis: 8,99 € | Genre: Boys Love | Empfohlen ab ? | Link zum Buch

Montag, 22. Dezember 2025

Buchvorstellung: Natsume-san will sich öffnen von Mamita

Worum es geht:

Natsume steht eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben. Er arbeitet als Ingenieur von zu Hause aus, ist fleißig und ordentlich. Trotzdem hält keine seiner Beziehungen. Als sein letzter Partner ihm beim Schlussmachen an den Kopf wirft, dass es an seinen schlechten Fähigkeiten im Bett liegt, ist Natsume tief verletzt und schwört Rache. Ganz der systematische Denker, der er nunmal ist, entwirft er einen Plan, der beste Liebhaber Japans zu werden. Da dieser Plan das Sammeln praktischer Erfahrung beeinhaltet, wendet er sich an einen Escort Service – nichtsahnend, wie sehr sein Escort Kou sein Leben auf den Kopf stellen wird. 

Meine Meinung:

Was auf den ersten Blick klingt wie ein Manga, in dem es nur um das Eine geht, hat sich für mich beim Lesen schnell als so viel mehr entpuppt. Natsumes Plan, der beste Liebhaber des Landes zu werden mag zunächst wie ein Comedy-Element wirken, ist aber eigentlich viel mehr ein durchaus ernst gemeinter und verzweifelter Versuch des Protagonisten, sich vor weiteren Zurückweisungen zu schützen. Mit Escort Kou trifft er dann auf genau den richtigen Partner, der ihn von Anfang an ernst nimmt und ihm hilft, sich seinen Problemen und Ängsten zu stellen – oder eben, wie der Titel schon verrät, sich zu öffnen, mental wie auch körperlich.

Gemäß Kous Job steht dabei natürlich der körperliche Aspekt zunächst einmal im Fokus, und der Band hat seine Empfehlung ab 18 entsprechend auch nicht zu unrecht. Die Szenen, in denen es zwischen den beiden intim wurde, haben mir dabei richtig gut gefallen. Mamitas Zeichenstil ist detailreich und ästhetisch ansprechend, und der clevere Aufbau der Szenen - Kous Services haben ein striktes Zeitlimt - hat es für mich immer wieder unmöglich gemacht, den Manga aus der Hand zu legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Auch die beiden Protagonisten habe ich ganz schnell ins Herz geschlossen. Natsumes Unsicherheiten haben einfach so realistisch seinen ernsthaften, etwas distanzierten Charaktere widergespiegelt und ihn damit sehr glaubhaft gemacht – man kam gar nicht umhin, mitzufieber, ob es ihm gelingt, sein Ziel zu erreichen! Und dann noch Kou: Hand aufs Herz, dieser Mann war hier doch einfach perfekt. Selbstsicher, aber nicht arrogant. Mit Natsumes Wohl im Blick, jedoch ohne dabei seine eigenen Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Ich habe seine Lektionen für Natsume, die diesen nicht selten nicht nur an seine körperlichen Grenzen gebracht haben, so sehr genossen, dass ich das Gefühl hatte, beim Lesen auch noch eine ganz neue Seite an mir selbst zu entdecken.

Das alles zusammen hat "Natsume-san will sich öffnen" für mich zu einem tatsächlich eher unerwarteten Highlight gemacht. Entsprechend freue ich mich auch schon sehr darauf, die beiden in der für Februar angekündigten Fortsetzung "Natsume-san will aufblühen" wiederzusehen.

Natsume-san will sich öffnen | Mamita | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 12. November 2025

Buchvorstellung: One Hour Lover von Zazon

Worum es geht:

Fujino führt ein Doppelleben. Tagsüber jobbt er als Putzkraft, während er in den Nächten zum Callboy Kanato wird. Obwohl er den Job einst aus Not heraus angenommen hat, übt er ihn heute gerne aus. Alles läuft auch scheinbar bestens, bis er plötzlich vom scheinbar perfekten Amami gebucht wird, der in einer der Firmen, in der Fujino putzt, eine leitende Position hat. Obwohl er ihn nicht zu erkennen scheint, ist Fujino von seinem neuen Kunden irritiert, der sich zwar offensichtlich zu ihm hingezogen fühlt, ihm aber gleichzeitig nicht näherkommen will. Bald beginnen dann auch noch die Grenzen zwischen professioneller und privater Beziehung zu verschmelzen - bis ein Zufall Dinge ans Tageslicht bringt, die in Fujino alte Wunden aufreißen und lange verborgene Emotionen wecken. 

Meine Meinung: 

"One Hour Lover" von Zazon ist ein Boys Love Einzelband, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat, vor allem durch die Charakterisierung der Hauptfigur Fujino. Dieser scheint zunächst wirklich zufrieden mit seinem Leben als Callboy - bis die sich entwickelnde Beziehung zu Amami offenbart, wie tief das Trauma seiner Vergangenheit, welches ihn in diese Situation geführt hat, eigentlich sitzt. So verfolgt man als Leser gebannt, wie ihm selbst erst Stück für Stück bewusst wird, dass er bedeutungsvolle Beziehungen zu anderen Menschen scheut und wie schwer es ihm fällt, Amamis Freundlichkeit nicht misstrauisch zu hinterfragen, obwohl er sich die Fähigkeit, ihm zu vertrauen ab einem gewissen Punkt eindeutig selber wünscht. Auch rechne ich es dem Manga hoch an, dass Amami hier nicht durch seine gesellschaftlich überlegene Position zum Retter verklärt wird: Fujinos Autonomie als Person, welche ihm sehr wichtig ist, bleibt stets gewahrt.

Zeichnerisch fand ich den Band ebenfalls ansprechend. Der Stil hat ein paar Ecken und Kanten, die gut zur Story passen und den Charakteren Wiedererkennungswert verleihen. Explizite Szenen gibt es auch, doch sie halten sich in ihrer Menge und Ausführlichkeit für einen Manga mit einer 18+ Empfehlung in Grenzen, sind aber dafür sehr ansprechend gestaltet.

Für mich war "One Hour Lover" eine runde Sache. Wer einen Einzelband sucht, bei dem die Charaktere und Story mehr als nur dekoratives Beiwerk sein dürfen, sollte unbedingt mal einen Blick riskieren. 

One Hour Lover | Zazon | Panini Manga | Neupreis 8,99€ | Empfohlen ab 18 | Genre: Boys Love | Link zum Buch