Worum es geht:
Uka Ishimori ist ein schüchternes und unscheinbares Mädchen, welches an der Mittelschule gemobbt wurde. An ihrer neuen Oberschule begegnet sie Kai Miura, der das komplette Gegenteil von ihr zu sein scheint. Mit seinen zitronengelben Haaren fällt er sofort ins Auge, außerdem ist er cool und nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotz der Gegensätze kommen die beiden sich näher, und Uka beschließt, ihn sich zum Vorbild zu nehmen und aus ganzer Kraft ein bisschen mehr wie er zu werden und endlich Freunde zu finden. Es dauert jedoch nicht lange, bis aus freundschaftlichen Gefühlen mehr wird. Doch ist Uka auch stark genug, mit einem Jungen wie Kai eine Beziehung zu führen?
Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich ein wenig gebraucht habe, um mit „Honey Lemon Soda“ warm zu werden. Zwischenzeitlich habe ich sogar mal mit dem Gedanken gespielt, die Reihe nicht weiterzuverfolgen, doch mittlerweile bin ich doch überzeugt davon, dass es sich für mich lohnt, dran zu bleiben. Deswegen gibt es nun mein Zwischenfazit nach den ersten zehn Bänden.
Dass die Geschichte das Rad nicht neu erfindet, war wohl vom ersten Moment an klar. Schüchternes Mädchen trifft coolen Jungen, bewundert ihn und verliebt sich dann. Das Prinzip kennen wie aus anderen Reihen wie beispielsweise „Kimi Ni Todoke“. Warum dann trotzdem dranbleiben bei „Honey Lemon Soda“. Was mich angeht, weil die Story mittlerweile einen ganz eigenen, modernen Ton gefunden hat, der mich dann doch irgendwie anspricht.
Die Schule, in der sich Uka und Kai treffen, ist keine besonders gute Schule, die meisten Schüler haben folglich auch keine hohen Ambitionen. Es ist auch nicht die Schule, die Ukas Eltern sich für sie gewünscht haben – doch vermutlich ist es genau das Umfeld, was das ihr Leben lang rundum behütete Mädchen brauchte, um sich endlich selbst zu entfalten. Das Aufeinandertreffen von Ukas Welt und der Welt ihrer Altersgenossen fand ich darum bisher auch sehr interessant zu lesen. Von „Flow“ ist da plötzlich die Rede, und nichts könnte Uka wohl ferner liegen, als ein solches Konzept zu verstehen – und gerade deswegen gibt sie in ihrer ernsten Art alles, um das zu ändern und gewinnt so Stück für Stück ihre Mitschüler für sich, weil sie eben ist, wie sie ist.
Kai mochte ich am Anfang tatsächlich nicht besonders gut leiden. Er ist vorlaut, mürrisch und wirkt auf mich oft eher missgelaunt und von seinem Umfeld gelangweilt als cool. Trotzdem ist vielleicht auch eher genau der Mensch, auf den Uka gewartet hat, weil er sich nicht scheut, Dinge auszusprechen und sie nicht zu sehr verhätschelt, aber trotzdem auf Uka achtet. In den späteren Bänden zeichnet sich außerdem ab, dass auch Uka ihn verändert, und diese neue Seite, die er durch sie an sich entdeckt, gefällt mir gleich deutlich besser.
Stark finde ich auch den Umgang mit dem recht präsenten Thema Mobbing. Da sind zum einen die Rückblicke auf Ukas Mittelschulzeit, wo das Mobbing gegen sie ziemlich offen passiert ist und die Auswirkungen, die das bis heute auf sie hat. Da sind aber auch immer mal wieder kleine Momente in der jetzigen Zeit, unbedachte Kommentare von Mitschülern, Witze, die für Uka sicher nicht witzig sind und die zeigen, wie gemein Jugendliche in dem Alter sein können – teils sogar ungewollt und einfach nur unbedacht.
Obwohl auch solche schwereren Themen eine Rolle spielen, ist der Erzählton in „Honey Lemon Soda“ insgesamt doch eher locker. Es geht um das Schulleben, Freundschaften, die erste Liebe und Uka erlebt viele Dinge zum ersten Mal voller Begeisterung und Leichtigkeit. Ob Schulausflug, Sportfest oder Freizeitpark-Date, es macht Spaß, Uka durch diese Situationen zu folgen, und ich freue mich schon darauf zu erleben, wie sie und Kai sich noch entwickeln werden. Auch die ersten Nebenpärchen kündigen sich mittlerweile an.
Zeit zur Entwicklung gibt die Story ihnen allen jedenfalls genug: „Honey Lemon Soda“ endete in Japan vor Kurzem mit ganzen 31 Bänden. Wer bei Schüler-Romanzen also schnell die Geduld verliert, sollte sich den Einstieg vielleicht lieber zweimal überlegen. Wer sich aber mit Slow Burn im Schul-Setting anfreunden kann, möge gerne mal einen Blick riskieren.
Honey Lemon Soda (Band 1-10) | Mayu Murata | Tokyopop | Originalpreis: 7,50€ pro Band | Romance | Empfohlen ab 13 | Link zur Reihe

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