[Werbung - das Buch wurde mir im Rahmen einer lovelybooks Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt]
Worum es geht:
Brendans Leben ist aus seiner eigenen Sicht eigentlich ziemlich unspektakulär. Er geht zur Schule, wo er weder besonders beliebt noch sportlich oder mit tollen Noten gesegnet ist, wäscht als Nebenjob die Autos des lokalen Bestatters und verbringt seine Zeit ansonsten meistens allein. Es ist ein Alltag, mit dem er eigentlich ziemlich zufrieden ist, zumal er weiß, dass in der Schule stets sein bester Freund Ronan auf ihn wartet. Privat treffen sich die beiden nie, in der Schule sind sie jedoch unzertrennlich, obwohl Ronan so ganz anders ist als Brendan. Er ist ein hervorragender Sportler und unglaublich beliebt bei den anderen, sodass Brendan manchmal gar nicht umhin kann, sich zu fragen, wieso er ausgerechnet jemanden so unscheinbaren wie ihn als seinen besten Freund ausgewählt hat. Aber das hat er, und wenn Brendan Ärger droht, weiß er, dass Ronan immer für ihn da ist. Er ist der Leader, und Brendan folgt ihm nur allzu gerne bei all seinen Plänen und Ideen - bis plötzlich zu Beginn ihres letzten gemeinsamen Schuljahrs alles anders wird und ihre Rollen sich vertauschen. Nun ist es Brendan, der die Führung übernehmen muss, der für sich selbst und für Ronan einstehen und neben all dem Chaos noch die ganz alltäglichen Herausforderungen von Erwachsenwerden, erster Liebe und die Planung seiner eigenen Zukunft stemmen muss.
Meine Meinung:
Colin Morgan präsentiert mit seinem Debütroman "Die Ballade von Ronan McCoy" einen Coming-of-Age Roman, der mich beim Lesen tief bewegt hat. Protagonist Brendan ist ein ganz normaler junger Mann, mit dem man sich nur zu gut identifizieren kann. Er hält weder sich noch sein Leben für besonders herausragend und will daran auch gar nichts ändern, bis das Schicksal ihm aus heiteren Himmel eine ganze Reihe von Herausforderungen entgegenwirft, die wohl auch für einen Erwachsenen nur schwer zu bewältigen wären.
Man sagt ja, dass sich der wahre Charakter eines Menschen in einer Krisensituation zeigt - doch was passiert, wenn der Mensch in der Krise eigentlich noch selbst mitten in der Charakterbildung steckt? Der Antwort auf diese Frage kann man mit der Lektüre dieses Romans auf jeden Fall näher kommen. Brendan erzählt seine Geschichte hier selbst, aus der Ich-Perspektive, und das trägt dazu bei, dass man sich ihm uns seinen Gefühlen immer ganz nahe fühlt. Man erlebt mit, wie sein Leben aufgerüttelt wird, wie er strauchelt, zaudert, leidet. Man erkennt aber auch - lange vor ihm selbst - wie er beginnt sich zu verändern. Zu wachsen, zu kämpfen und jemand zu werden, auf den nicht nur er selbst stolz sein kann. Jemand, der sogar dazu in der Lage ist, sein Umfeld zu inspirieren und zu beeinflussen.
"Die Ballade von Ronan McCoy" war für mich beim Lesen ein sehr emotionaler Roman, der mich mehrfach zu Tränen gerührt hat. Es geht um Freundschaft und das Erwachsenwerden, aber auch um den Umgang mit Veränderung und Trauer und um die Bedeutung der Bindungen, die wir in unserem Leben machen, und wie sie uns formen und sich mit uns entwickeln. Ich habe es auch als einen Roman empfunden, der für ganz verschiedene Altersgruppen interessant sein kann, weil er so viele verschiedene Fragen beleuchtet. Jüngere Leser werden sich vielleicht eher mit Brendans Weg zum Erwachsenen und dessen Herausforderungen identifizieren, während jene mit mehr Lebenserfahrung eher den Umgang mit Verlust und Familie in den Fokus stellen werden. So oder so vermag das Buch meinem Empfinden nach viel zu geben. Mich jedenfalls hat es zum Nachdenken angeregt und wird mir sicher noch lange gut in Erinnerung bleiben.
Die Ballade von Ronan McCoy | Colin Morgan | Droemer | Originalpreis: 22,00€ | Genre: Coming Of Age | Link zum Buch

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