Montag, 2. November 2026

Buchvorstellung: Shoot Juliet Band 2 von Katsura Komachi

Worum es geht:

Obwohl sich Akatsuki seiner Gefühle für Juri klar geworden ist und sie diesem auch gesteht, bleibt es kompliziert zwischen den beiden Top-Hosts. Ein Trauma aus seiner Vergangenheit macht Juri nicht nur das Leben schwer, es hindert ihn auch daran, sich Akatsuki gegenüber weiter zu öffnen. Und auch Mari, Star des Rotlichtviertels und Top-Kundin des Hotsclubs ist keine Hilfe, denn sie macht keinen Hehl aus ihrer Abneigung für Juris neuen Geliebten.

Meine Meinung:

Nachdem sich "Shoot Juliet" schon mit dem ersten Band einen Platz unter meinen Jahreshighlights sichern konnte, setzt sich dieser Trend mit der Fortsetzung nur noch weiter fort. 

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Top-Hosts ist lange nicht so glamourös wie der Club, in dem die beiden arbeiten, die Kundinnen glauben lassen will, und je tiefer man in diese Welt eintaucht, desto finsterer werden auch die Schatten.

Nachdem Juri im ersten Band noch ein ziemliches Mysterium war, erfahren die Leser durch seinen Geliebten Akatsuki, aber auch durch seine Top-Kundin Mari, zunehmend mehr über seine Hintergründe - und dort tun sich wahre Abgründe ab. Man muss wahrlich kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass der junge Mann ein schweres Trauma erlitten hat, welches ihn noch immer verfolgt. Seine eigenen Gefühle für Akatsuki stürzen ihn darum auch in ein ziemliches Chaos, ist er doch weder mit sich selbst, noch mit seinen wahren Wünschen und Bedürfnissen im Reinen.

Als richtig stark habe ich in diesem Band auch die weiblichen Figuren empfunden, allen voran Mari. Wirkt sie auf den ersten Blick doch wie die klassische Antagonistin im BL-Genre, die sich gegen die Beziehung der beiden Protagonisten stellt und keinerlei Sympathie weckt, steckt hinter ihrer Fassade so viel mehr. Sie ermöglicht einen weiblichen Blickwinkel auf das Viertel und die Welt der Hosts, und für Juri ist sie viel mehr als nur eine Kundin - die beiden verstehen einander auf einer Ebene, die den meisten anderen immer unzugänglich bleiben wird, weil ihre Erfahrungen sie verbinden. Die Beziehung zwischen ihnen ist wahrlich nicht nur schön, aber gerade darum so ehrlich und wichtig.

Überhaupt beschönigt "Shoot Juliet" wenig. Die meisten der Charaktere beschreiben sich selbst auf die eine oder andere Art als verkorkst. Sie haben keinen Platz für sich in der klassischen japanischen Gesellschaft gefunden, ihre Neigungen weichen von der Norm ab, sie sind auf der Flucht vor irgendetwas dort gelandet, wo sie nun sind. Es gibt Kriminalität, Missbrauch, psychische Probleme. Themen, über die sonst selten gesprochen wird, finden hier einen Platz, und das lässt die Geschichte in meinen Augen sehr authentisch und erwachsen wirken.

Vielleicht trotz, vielleicht aber auch gerade wegen dieser Umstände, habe ich die Beziehungsentwicklung von Juri und Akatsuki als sehr schön empfunden. Was rein körperlich begann, entfaltet sich im zweiten Band zunehmend auf emotionaler Ebene, weil Akatsuki bereit ist, sich voll und ganz und komplett unvoreingenommen auf Juris speziellen Bedürfnisse einzulassen.

Ich jedenfalls liebe die Geschichte um diese beiden jungen Hosts sehr. Setting, Erzählton, Zeichenstil und auch die Erotik sprechen mich auf ganzer Linie an. Wenn es nach mir geht, begleite ich die beiden gerne noch sehr lange durch ihr Leben miteinander und im Host-Club!

Shoot Juliet Band 2 | Katsura Komachi | Panini Manga  Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch

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