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Sonntag, 24. November 2024

Buchvorstellung: Heaven Official's Blessing Band 2

(Wie schon für den ersten Teil, so hatte ich nun auch im Falle des zweiten Bandes des Manhuas zu "Heaven Official's Blessing" wieder die große Freude, ein Rezensionsexemplar für die von lovelybooks und chinabooks veranstaltete Leserunde zu erhalten. Ich bedanke mich erneut sehr herzlich für diese wunderbare Möglichkeit!)

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Auch im zweiten Band von STARembers Manhua "Heaven Official's Blessing" folgen wir erneut dem gerade erst wieder in den Himmel aufgestiegenen Xie Lian, welcher mit einer ganzen Reihe von Unwägbarkeiten zu kämpfen hat. Im Himmel gemieden und auf Erden in Vergessenheit geraten, muss er sich seinen Ruf als Gott scheinbar ganz allein wieder aufbauen. Da erweist es sich als großes Glück, dass er in der Welt der Menschen auf den sorglosen San Lang trifft, der ihm gerne bei allerlei Dingen zur Hand geht - doch ist dieser ausnehmend attraktive junge Mann mit dem ungewöhnlich großen Wissen über Götter und Geister wirklich der, der er zu sein vorgibt?

Der zweite Band von "Heaven Official's Blessing" setzt nahtlos da an, wo der erste Band aufgehört hat und führt die Leser dabei tiefer in das umfasende Universum der Reihe, wodurch die Story schnell an Tiefe gewinnt. Gemeinsam mit dem Protagonisten Xie Lian lernen wir etwas über die Aufteilung der Welt in Götter, Menschen und Dämonen, und wir erfahren mehr über den im Himmel berüchtigten "Blumen behütenden Blutregen" Hua Cheng und seine silbernen Totenschmetterlinge - gerade genug, um unsere Neugier ebenso wie die von Xie Lian zu wecken.

Neben der Story, welche auf der gleichnamigen Roman-Reihe von Mo Xiang Tong Xiu basiert, glänzt auch der zweite Band der Manhua-Adaption wieder mit den wunderschönen, durchgängig fabigen Illustrationen von STARember, welche durch die großen Panels wunderbar zur Geltung kommen. Hierbei fällt auf, wie perfekt die Farben auf die jeweiligen Szenen abgestimmt sind und damit zur passenden Stimmung beitragen. So beeindrucken die Szenen im Himmel mit ihren Darstellungen von lichtdurchfluteten, hellen Räumen, während in den Teilen, die sich mit Hua Cheng beschäftigen, dunkle Farben wie schwarz und blutrot zur bedrohlichen Darstellung des vermeintlich gefährlichen Mannes beitragen. Interessant ist auch die Umsetzung von Mimik. So kann diese in Szenen, in denen der Fokus nicht auf den Charakteren liegt, auch einmal gar nicht herausgearbeitet sein - nur um dann im Gegensatz dazu schon im nächsten Moment in präzisen Nahaufnahmen Bände über die ausgedrückten Gefühle der Protagonisten zu sprechen.

Auch qualitativ überzeugt die deutsche Ausgabe von "Heaven Official's Blessing" Band 2 erneut auf ganzer Linie. Papier, Bindung und Druck sind hochwertig und machen das Lesen zu einem großen Vergnügen für Freunde haptischer Lesekultur. Die Übersetzung von Marc Hermann liest sich ebenfalls wieder angenehm flüssig und Begriffe und Konzepte, die dem westlichen Leser fremd sein könnten, werden gleich an Ort und Stelle in hilfreichen Fußnoten erklärt. Als hübsches Extra liegen dem Band zwei schicke Postkarten und ein Lesezeichen bei.

Abschließend kann ich auch dieses Mal wieder nur eine klare Empfehlung für die deutsche Ausgabe des "Heaven Official's Blessing"-Manhuas aussprechen. Der Chinabooks-Verlag hat ganze Arbeit geleistet, diesem von vielen so heiß ersehnten Titel gerecht zu werden und ihn in hochwertiger Form in unsere heimischen Buchläden zu bringen. Jedem, der ein Interesse an chinesischen Comics, an östlicher High Fantasy und an ruhigen, gleichgeschlechtlichen Liebesgeschichten hat, sei ein Blick in diese Reihe wärmstens ans Herz gelegt. Und auch, wen es wie mich bereits voll erwischt hat, darf sich freuen: Band 3 und 4 stehen bereits in den Startlöchern, ein Release ist noch für diesen Monat (25. November) geplant.

 

Weiterführende Links:

Chinabooks Verlag

lovelybooks

Samstag, 5. Oktober 2024

Buchvorstellung: Heaven Official's Blessing von STARember

[Diese Rezension wird für die Leserunde zu 'Heaven Official's Blessing' Band 1 bei lovelybooks veröffentlicht. Das Leseexemplar wurde im Zuge einer Verlosung von chinabooks zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank für diese Möglichkeit!] 

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Es dürfte wohl kaum jemanden geben, der sich in den letzten Jahren im Bereich der asiatischen Popkultur bewegt hat, an dem der Name "Heaven Official's Blessing" vorbeigegangen ist. Ursprünglich als Webnovel erschienen, hat das Werk der chinesischen Autorin Mo Xiang Tong Xiu mittlerweile zahlreiche Adaptionen erfahren. Eine davon ist die Manhua-Version von STARember, deren ersten Band ich euch heute vorstellen darf. 

Bei "Heaven Official's Blessing" handelt es sich um einen Danmei-Manhua - oder um auf andere, hierzulande aktuell noch vertrautere Begriffe zurückzugreifen, um einen chinesischen Boys Love Comic. Angesiedelt ist die Story in einem Xianxia-Setting, in dem traditionelle chinesische Elemente und Fantasy verbunden werden und so eine einzigartige Welt entstehen lassen.

Gleich zu Beginn begegnen wir einer der beiden Hauptfiguren des Manhuas, Xie Lian. Dieser ist ein Gott, welcher auf eine lange und ziemlich bewegte Geschichte zurückblicken kann - wobei ihm das Glück nicht immer hold war. So beginnt auch sein dritter Aufstieg in den Himmel, aus dem er zuvor bereits zweimal verwiesen wurde, mit einem kleinen Malheur, als bei seiner spektakulären Ankunft wertvolle himmlische Gebäude zu Schaden kommen. Kompensation ist da unerlässlich, doch die dafür nötigen Karmapunkte wollen erst einmal verdient werden. Da kommt es Xie Lian gerade gelegen, dass sich ihm die Möglichkeit bietet, die Klärung des Falles um einen mysteriösen Geisterbräutigam zu übernehmen, der auf Erden sein Unwesen treibt und unschuldige Bräute auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entführt. Zur Seite stehen ihm dabei die zwei streitlustigen himmlischen Beamten Nan Feng und Fu Yao - und ein mysteriöser, in rot gekleideter Mann, der von einer Schar silberner Schmetterlinge umgeben scheint.

Der erste Band von "Heaven Official's Blessing" startet bildgewaltig. Sanfte Farben setzen Xie Lian, seine Heimat und seine Vergangenheit in Szene, während später, bei den Untersuchungen zum Geisterbräutigam passend zum bedrohlichen Umfeld dunkle Farben und ein tiefes Blutrot überwiegen. Doch ganz egal ob himmlisch hell oder dämonisch düster: die Bilder ziehen einen durch ihre Schönheit in den Bann, und der Einfluss klassischer chinesischer Kunst ist deutlich zu erkennen. Der Humor bleibt jedoch neben so viel Ästhetik keineswegs auf der Strecke. So lockern an den passenden Stellen niedliche Chibi-Darstellung die Handlung auf und sorgen für das eine oder andere Schmunzeln. 

Neben den Bildern wissen aber auch die Texte und die deutsche Übersetzung zu überzeugen. Alles ist von der Größe, Farbe und Schriftart her gut lesbar, und die Texte, welche für die deutsche Ausgabe von dem Germanisten und Sinologen Marc Hermann übersetzt wurden, wirken natürlich und flüssig. Positiv aufgefallen ist mir neben der Erklärung möglicherweise unbekannter chinesischer Begriffe auch der Verweis darauf, dass einige spezifische Begriffe in der deutschen Fassung der Romanversion anders übersetzt wurden, sodass Leser beider Versionen dies einfach in Einklang bringen können.

Die deutsche Ausgabe des Manhuas zu "Heaven Official's Blessing" erscheint im auf chinesische Comics spezialisierten chinabooks Verlag, und zumindest der unlängst erschienene erste Band überzeugt auf ganzer Linie durch seine hochwertige Ausstattung. Der Manhua ist mit seinen 234 Seiten vollständig coloriert und kommt in schönem, dicken Papier. Als Extras liegen außerdem noch ein kleines Poster sowie fünf längliche Postkarten bei. Der Band bildet den Auftakt einer noch nicht abgeschlossenen Reihe - der Verlag listet aktuell fünf Bände auf seiner Homepage, der zweite Band soll bereits Mitte Oktober erscheinen. Die Altersempfehlung liegt aktuell bei 14 Jahren.

Ich persönliche hatte als großer Fan der Romanvorlage viel Freude an diesem ersten Band des Manhuas zu "Heaven Official's Blessing". Obwohl ein Comic erzählerisch selbstverständlich nicht so in die Breite gehen kann wie ein Roman, hatte ich den Eindruck, dass der Kern und der Ton der Erzählung hier gut gewahrt werden. Optisch hat mich das Werk ebenfalls von der ersten Seite an überzeugt. Ich bedanke mich sehr bei lovelybooks und chinabooks für die großartige Möglichkeit, den ersten Band im Rahmen der Leserunde zu rezensieren und freue mich schon jetzt darauf, die Serie in Zukunft weiterzuverfolgen!

 

Weiterführende Links:

Chinabooks Verlag

Lovelybooks

Sonntag, 3. Februar 2019

Drachentanz am Rhein - Das Chinafest in Düsseldorf

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Düsseldorf mit seiner großen japanischen Community das Mekka für Japanfans in Deutschland ist. Auch der Japantag zieht jährlich hunderttausende Menschen an. Viel weniger bekannt ist hingegen, dass es in der Stadt am Rhein auch schon seit Jahren ein Chinafest gibt. 2018 fand dieses unter dem Motto "Der Drache tanzt am Rhein" am 15. September auf dem Marktplatz, mitten in der Altstadt statt.

Buntes Treiben

Der Platz rund um das Jan-Wellem-Denkmal hatte sich für das Fest komplett verwandelt. Chinesische Pavillons und Lampions über den Köpfen der Leute ließen den Eindruck entstehen, wirklich in ein kleines chinesisches Straßenfest einzutauchen. Die Veranstaltung war gut besucht, es ging also auch sehr wuselig zu. Die Pavillons boten Infos zu den unterschiedlichsten Themen. So konnte man beispielsweise wunderschöne, filigrane chinesische Fächermalerei bewundern oder bei einem Schnupperkurs die chinesische Sprache kennenlernen. Es gab Dekogegenstände und Glücksbringer zu erwerben und die Stände mit Essen aus den verschiedenen Regionen des Landes erfreuten sich größter Beliebtheit. Ich selber probierte scharf mariniertes Hühnerfleisch - superlecker!

Traditionelle chinesische Musik

Auf der eigens aufgestellten Bühne fand außerdem noch ein vielseitiges Programm statt. Von Tai Chi zum Mitmachen über eine Vorstellung des Spieleklassikers Mah-Jongg bis hin zu traditioneller Musik und Tanz war für jeden Geschmack etwas dabei. Ich schaute mir unter anderem eine Darbietung auf dem Guzheng an, einer chinesischen Art der Zither mit langer Tradition. Außerdem sah ich noch eine Tanzvorführung sowie einen sehr amüsanten Chinesisch-Schnupperkurs, bei dem mehrere Teilnehmer in einem kleinen Wettbewerb gegeneinander antraten. Es galt, chinesische Schriftzeichen ihren gesprochenen Worten zuzuorten. Der Sieg ging dabei unbestreitbar an ein entückendes kleines Mädchen, die - man muss es der Fairness halber sagen - wohl einen kleinen Heimvorteil gegenüber ihren Konkurrenten hatte und der Sprache bereits vorher mächtig gewesen war. Trotzdem gönnte ihr wohl jeder den Triumph, war sie doch mit Feuereifer bei der Sache. ;)

Natürlich habe auch ich an diesem Tag die eine oder andere Kleinigkeit erworben. Meine "Ausbeute" sieht dabei wie folgt aus:


Mir hat es auf dem Chinafest in Düsseldorf ausgeprochen gut gefallen. Es gab viel Neues zu entdecken über ein Land mit langer Geschichte, über das zumindest ich bisher eher wenig wusste. Wer nun Interesse bekommen hat: das Chinafest soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden, diesmal jedoch in Köln. Nähere Informationen dazu habe ich aber leider noch keine entdecken können.