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Mittwoch, 31. August 2016

Die Karibik zu Gast in Jülich - Das Pirates-Festival 2016

Am vergangenen Wochenende verwandelte sich der Jülicher Brückenkopf-Park bei wahrlich karibischen Temperaturen bereits zum vierten Mal in ein großes Piratennest. Am Sonntag begab ich mich bei einem Tagesausflug mitten hinein ins Getümmel von Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.

Man muss ja sagen, dass sich die Planer der Bahnstrecke nach Jülich nicht gerade mit Ruhm beckleckert haben. Mit dem Auto hätte ich für die dann knapp 25 Kilometer lange Strecke etwa eine halbe Stunde gebraucht. Mit dem Zug waren es knapp 1 1/2 Stunden, inklusive zwei sehr knapp berechneten Umstiegen. Entsprechend war ich auch sehr froh, als die Fahrt ohne größere Schwierigkeiten hinter mir lag und ich in Jülich die einem Backofen gleichende Rurtalbahn mit ihren riesigen Fenstern verlassen durfte.

Auf dem Weg nach Jülich: Und ich dachte, die abenteuerliche Zeitreise würde erst im Brückenkopf-Park beginnen! :P

Dann hieß es erstmal: und jetzt? Es war einer dieser Momente, in denen ich echt unglaublich glücklich über die Erfindung mobilen Internets war, hätte ich für meine Suche nach dem Fußweg zum Brückenkopf-Park doch sonst sicher erheblich länger gebraucht. Einen Bus zum Veranstaltungsort gab es zwar auch, doch fuhr der am Sonntag nur alle zwei Stunden... Egal, denn hatte man erstmal den richtigen Weg gefunden, war es eigentlich gar nicht so weit bis zum Brückenkopf-Park.

Am frühen Nachmittag konnte ich mich dann endlich ins Piraten-Abenteuer stürzen. Zunächst schlenderte ich eine Weile alleine über das Gelände und schaute mich gründlich um. Der Aufbau der zahlreichen Piratenlager war wieder sehr detailreich und liebevoll und auf dem Marktplatz gab es so manche schöne Sache zu entdecken. Später nahm ich von dort ein schönes, kleines Windspiel mit nach Hause. Erst einmal zog es mich jedoch zum Stand mit den kalten Getränken und dem Eis. Ein fruchtiges Eis schien nämlich perfekt an diesem Wochenende, das mehr Sonne und Wärme mit sich brachte, als man von diesem Sommer noch zu erhoffen gewagt hatte. Über meinem Eis traf ich dann auch eine Freundin, die schon das ganze Wochenende in Jülich gewesen war und die mir erzählte, was ich so verpasst hatte und was ich an diesem Tag auf keinen Fall verpassen sollte.

Das Wetter passte natürlich auch sehr gut zum Thema der Veranstaltung, wähnte man sich doch tatsächlich fast in karibischen Gefilden. Um die Hitze den ganzen Tag über für alle erträglich zu machen, hatte man auf dem ganzen Gelände Wassersprenger und kleine Planschbecken aufgestellt. Ich jedenfalls fand mich mehr als einmal im erfrischenden Regen des ein oder anderen Wassersprengers wieder, was wirklich eine Wohltat war!

Natürlich gab es beim Pirates auch reichlich Programm. Der erste Punkt, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte, war das Konzert von Magda Andersson. Vielen hauptsächlich bekannt als Mitglied von Ye Banished Privateers, macht sie jedoch auch solo ganz wunderbare Musik. Bei ihrem Auftritt am Sonntag ging es entspannt und ruhig zu, ganz passend zu den folkpopigen / Singer-Songwriter-artigen Klängen - und das alles mit schwedischen Texten. Magda hatte an diesem Tag auch ihr Album "Korsa Gränser" mit dabei, was sie in einer Art Pre-Release verkaufte. Das mitzunehmen ließ ich mir natürlich nicht nehmen, und da sich die Chance bot, die CD auch signieren zu lassen, nahm ich auch diese Möglichkeit wahr. Dabei überwand ich mich sogar, sie auf Schwedisch anzusprechen. Obwohl mir mein gesprochenes Schwedisch immer arg dürftig vorkommt, wurde ich verstanden (yeah! ^^) und sie schien sich auch zu freuen, dass jemand ein bisschen von ihren Texten verstehen konnte.

Magda Andersson

Gleich im Anschluss ging es weiter zu einem anderen Konzert, von dem meine Freundin meinte, ich dürfe es nicht verpassen. Wie recht sie hatte! Pat Razket waren mir vorher überhaupt kein Begriff gewesen, obwohl ich eines der Mitglieder bereits von Ye Banished Privateers kannte. Die schwedischen Piraten machten sowohl bei ihrem Akustik-Gig unter einem kleinen Sonnensegel als auch später auf der großen Bühne richtig Stimmung und ich fragte mich wirklich, woher Schweden nur all die großartigen musizierenden Piraten nimmt. :D


Viel zu schnell wurde es dann auch schon Abend, und das letzte Konzert des Tages und des Festivals stand an: Ye Banished Privateers! Wie nicht anders zu erwarten, lieferten die den krönenden Abschluss eines insgesamt sehr schönen Festivaltages.

Als das Konzert vorbei war, blickte ich auf die Uhr. 19:24 Uhr. Die ambitionierte Idee, den Zug um 19:43 Uhr noch erwischen zu können, erwuchs in mir. Schließlich kommt der Zug in Jülich - wer hätte es erwartet - auch nur einmal stündlich. ich verabschiedete mich also relativ zügig von meiner Freundin und verließ um halb acht das Gelände, um mir den für etwa 15 bis 20 Minuten gedachten  Rückweg bei der noch immer herrschenden Hitze in knapp 13 Minuten anzutun. Obwohl ich den letzten halben Kilometer rennen musste, hatte mein Plan Erfolg, doch ich fühlte mich irgendwie ziemlich zerflossen.

Laut Programmheft soll das Pirates vom 25. bis zum 27. August 2017 in die fünfte Runde gehen. Es wäre mir eine Freude, wieder dabei sein zu dürfen - dann vielleicht auch wieder drei Tage mit Übernachtung vor Ort.

Donnerstag, 3. September 2015

Welcome To Tortuga - Das Pirates-Festival in Jülich

Für manch Unwissenden muss es seltsam erschienen sein, was am vergangenen Wochenende im sonst so beschaulichen Jülich passierte. Der Klang lauter Schüsse hallte durch die Luft und mehr als ein Captain Jack Sparrow wurde gesichtet. Bereits zum dritten Mal wurde der Brückenkopfpark nämlich zum Ziel von Piraten aus aller Welt als es wieder hieß: Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.

Hatte ich es letztes Jahr noch bei einem Tagesausflug belassen, wollte ich dieses Jahr das gesamte Wochenende dabei sein. Eine Freundin und ich hatten uns darum eine Campingparzelle auf dem an diesem Wochenende nur für Festivalbesucher reservierten örtlichen Campingplatz gegönnt. Und was war das für ein Luxus für uns, die wir von anderen Festivals das Campen auf schlecht gemähten, buckligen Wiesen an Autobahnen gewöhnt sind: Abgesteckte, nummerierte Parzellen! Sanitäranlagen mit echten Duschen! Ein Traum wurde wahr! ;)

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und notgedrungen noch einkaufen gegangen waren (ein Hinweis, dass die Sanitäranlagen nicht mit Toilettenpapier ausgestattet sind, wäre freundlich gewesen!) machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Obwohl es erst Freitag Nachmittag war, war schon einiges los. Insbesondere Familien mit Kindern waren viele zu finden, was sicher auch durch das großartige Wetter begünstigt wurde. Dieses sollte sich zum Glück das ganze Wochenende über halten.
Schweres Geschütz - wenn auch nicht das schwerste ;)

Wir machten uns zunächst an eine Erkundung des Geländes, schlenderten über den Marktplatz von Port Royal und nach Porto Bello in die Südbastion. Auch bewunderten wir die durchweg aufwändig gestalteten Lager der verschiedenen anwesenden Piratengruppen. Gegen Abend begaben wir uns dann zur Hauptbühne, um uns dort "Die 3 Musketiere" anzusehen. Es handelte sich dabei um eine Lesung, die von Fecht - und Musikeinlagen begleitet wurde. Wir konnten allerdings nicht bis zum Ende bleiben, da wir unbedingt noch einen anderen Programmpunkt sehen wollten.

In Tortuga in der Nordbastion wurde nämlich das Open Air Action Theaterstück "Das Wasser des Alchemisten" aufgeführt, welches sicherlich eines der Highlights des Festivals ist. Wer Interesse hat: Im kommenden Jahr wird das Stück auch im wunderschönen Freilichttheater von Xanten aufgeführt werden. Ich überlege jetzt schon, ob sich ein Besuch einrichten lässt...

Aber zurück zum Pirates-Festival: nach der fulminanten Show war es nämlich noch lange nicht Zeit zum Schlafen gehen, gaben doch Mr. Hurley & die Pulveraffen noch ihr einziges Konzert bei diesem Pirates-Festival. Das ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen, genauso wenig wie die ebenfalls anwesenden Ye Banished Privateers, von denen zwei die Band beim "Plankentanz" durch das Schütteln ihres Achterdecks unterstützten. :D

Der Samstag und der Sonntag standen dann für uns wesentlich im Zeichen einer ganz besonderen Band: Ye Banished Privateers! Die vielköpfige Band aus dem nordschwedischen Umeå war bisher bei jedem Pirates-Festival dabei - und wird es hoffentlich auch in Zukunft noch sein! Die Energie, die Ye Banished Privateers auf der Bühne freisetzen, ist einfach unbeschreiblich, das muss man selbst erlebt haben. Zudem gibt es immer noch die eine oder andere spezielle, piratige Bühneneinlage. Da spritzt auch schonmal Blut bis ins Publikum oder jemand endet am Galgen. ;)
Die Mannschaft hat es übel erwischt: Ye Banished Privateers

Am Samstag Abend gab es von der Band auch noch einen ganz besonderen Song zu Hören: "Devils Bellows" war ein Dankeschön für eine von deutschen Fans realisierte Spendenaktion. Akkordeonspieler Björn hatte auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover sein Instrument verloren (oder vielmehr: es war ihm gestohlen worden). Mit der spontan ins Leben gerufenen Spendenaktion konnte innerhalb kürzester Zeit genug Geld gesammelt werden, um ihm sein Instrument zu ersetzen. Im Dankessong wurden darum alle Vornamen der Spender genannt. Wenn das mal keine schöne Art ist Danke zu sagen!

Die Fans revanchierten sich mit weiteren Geschenken: So hatte der Fanclub Geld gesammelt und der Band ein großes Banner geschenkt. Außerdem hatte jemand kleine Püppchen der Musiker angefertigt, so dass nun alle über wirklich tolle Miniaturausgaben ihrer Selbst verfügen.

Doch natürlich gab es auch noch andere Bands zu hören: So spielten beispielsweise noch Vroudenspil, die wir uns am Samstag auf der Hauptbühne auch von ganz vorne anschauten. Leider hatte die Band anfangs ziemliche Probleme mit der Technik, weswegen der erste Auftritt etwas kürzer als geplant ausfiel und die Band anfangs sichtlich genervt war. Irgendwann lief es dann aber zum Glück doch und die Fans, die trotz der verlängerten Wartezeit ausgeharrt hatten, wurden mit Songs wie "Küss mich" (einer meiner persönlichen Favoriten :P) entlohnt.
Vroudenspil

Ein weiteres musikalisches Highlight war am Samstag der erste Soloauftritt von Magda Andersson in Deutschland. Magda, die sonst auch bei Ye Banished Privateers singt, präsentierte am frühen Abend mit Unterstützung einiger Bandkollegen ihre eigenen, wunderschönen, ruhigen Folksongs. Das Besondere: sie sang fast ausschließlich auf Schwedisch! Obwohl also der Großteil des Publikums die Texte nicht verstand, hatten sich doch sehr viele eingefunden und lauschten gebannt, in gemütlicher Runde vor der Bühne sitzend. 

Magda Andersson

Magda spielte sowohl Songs von ihrer ersten EP und dem in Arbeit befindlichen ersten Album als auch einige Eigeninterpretationen anderer Lieder wie Cornelis Vreeswijks "Blues för Fatumeh" oder (was für besondere Begeisterung sorgte) "Blau wie das Meer" von Mr. Hurley & die Pulveraffen, inklusive eines "So-klingt-deutsch-wenn-du-es-nicht-verstehst" und eines schwedischen Teils. :D 

Letzteres Lied hat eine Freundin sogar als Video festgehalten, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:


Doch natürlich gab es nicht nur Musik: Wie bei Piraten üblich wurde viel gekämpft und viel geschossen. Gerüchteweise sogar so viel und laut, dass es Anwohnerbeschwerden gab. ;) Gaukler unterhielten die Besucher mit ihren Künsten, Piraten und Marineangehörige maßen ihre Kräfte, Lesungen wurden gehalten, Theaterstücke vorgeführt, kurzum: es war für jeden Geschmack etwas dabei.
Es wurde viel gefochten in Jülich

Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Kulinarische Neuentdeckung des Wochenendes waren dabei für uns Curly Potatoes: Spiralkartoffeln mit verschiedener Würzung nach Wahl an einem Spieß. Sicher nicht unbedingt eine gesunde Hauptmahlzeit, aber unheimlich lecker!

Am frühen Sonntag Nachmittag wurde es dann für uns Zeit, die Welt der Piraten für dieses Jahr zu verlassen. Aber es sieht danach aus, dass wir alle nächstes Jahr wiederkommen dürfen: Das großartige Wetter hat in diesem Jahr für richtig gute Besucherzahlen gesorgt, so dass einem vierten Pirates-Festival im kommenden Jahr voraussichtlich nichts im Weg steht. Ich für meinen Teil bin dann gerne wieder mit dabei!