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Mittwoch, 27. Juli 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund, 2. Wochenende

Mit erheblicher Verspätung *verlegen räusper* folgt hier nun doch noch mein Post zum wirklich großartigen zweiten Wochenende, das ich am 10. & 11. Juni (ja, kein Tippfehler ^^) besucht habe. Zu Bückeburg wird es dieses Jahr übrigens leider keine Berichte von mir geben, da ich beide Wochenenden krankheitsbedingt ausfallen lassen musste...

Nun aber zu Dortmund. Zu diesem Wochenende machte ich mich Freitags erstmals in diesem Jahr wieder mit Zeltausrüstung auf den Weg. Drei Tage MPS standen bevor, von denen ich jedoch nur zwei besuchen wollte.

Nach dem Zeltaufbau blieb noch etwas Zeit zur Erholung, bis ich mich mit meiner Freundin und Mitcamperin auf den Weg auf das Gelände machte. Musikalisch gab es schon an diesem Freitag einiges zu sehen. So machten wir uns zunächst auf zu Corvus Corax.

Corvus Corax

Die Herren tragen ihren Ruf als Könige der Spielleute nicht zu unrecht und bieten live immer wieder ein tolles Erlebnis. So auch an diesen Tag, wo es Sänger Castus sogar schon zum Eröffnungskonzert gelang, bei seinem Besuch im Publikum eine stattliche Masse an Tänzern um sich herum zu versammeln, die mit ihm als Lindwurm durch die Gegend zogen.

Einen weiteren Grund zur Freude boten die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers, die wir uns an diesem Wochenende gleich mehrere Male anschauen sollten.

Ye Banished Privateers

Wie fast schon üblich hatten sie auch an diesem Wochenende wieder neue Gesichter mitgebracht - ob es und wohl jemals gelingen wird, die gesamte Crew zu kennen? :D

Bald wurde es dann schon Zeit für das Abendprogramm. Und das hätte mit Omnia und Cesair so schön werden können, eigentlich sogar schön werden müssen. Wäre dem Veranstalter nicht ein ziemlicher Lapsus unterlaufen: beide Bands überschnitten sich, mit fatalen Folgen für die hierzulande noch weitaus unbekannteren Cesair. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass beide Bands einen sehr ähnlichen Fankreis bedienen und mir darum absolut unbegreiflich, wie man sie nebeneinander spielen lassen kann.

Da es nun aber nicht zu ändern war, beschloss ich, mich bei Omnia ausnahmsweise ganz nach hinten zu stellen, um jederzeit gehen zu können. So schaute ich mir die erste Hälfte des Omnia-Konzertes an und wäre liebend gerne auch bis zum Ende geblieben, war es doch meine erste Chance, Omnia wieder mit Drehleier zu bewundern. Außerdem spielten sie an diesem Abend einige Songs ihres mittlerweile erschienenen neuen Albums "Prayer", darunter das ungewöhnliche, aber wirklich faszinierende "Alan Lee Tango". Trotzdem raffte ich mich einige Minuten vor Beginn des Cesair-Konzerts auf und wechselte zu deren Bühne. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.

Omnia

Fünf Minuten vor Konzertbeginn erwartete mich bei Cesair gähnende Leere und auch nach Beginn des Konzertes blieb es relativ leer, bis Omnia ihr Set beendet hatten und plötzlich scharenweise Menschen einfielen. Trotzdem war es von Anfang an ein bemerkenswertes Konzert. Cesair sind eine tolle Liveband, die meinem Gefühl nach jedes Mal besser wird. Sie hatten diesmal auch einige spannende musikalische Gäste dabei, nämlich Jyoti Verhoeff als zusätzliche Stimme und Fanny von Brisinga an der Harfe. Am Ende enterte - selbst für die Band unerwartete - noch Joris von Leaves' Eyes die Bühne. Durch das zu Beginn fehlende Publikum entstand nicht jene für Deutschland so typische Situation, dass alle wie die Ölsardinen stehen, um möglichst vorne zu stehen, sondern den Leuten blieb richtig viel Platz zum Tanzen, den sie auch gerne nutzten. So kann man wohl sagen, dass sowohl Band als auch Publikum das Beste (und zwar was richtig Gutes!) aus einer an sich eher mäßigen Situation gemacht haben.

Cesair

Ausklingen ließen wir den wunderschön lauene Sommerabend im Anschluss noch beim Nachtkonzert von Ye Banished Privateers. Glücklich und heiser gesungen ging es dann zurück ins Zelt.

Auch am Samstag stand uns wieder ein volles Programm bevor. Wir eröffneten den Tag mit Vroudenspil, die in Toppform waren und gleich zu Beginn gute Stimmung verbreiteten.

Vroudenspil

Musikalisch hervorheben möchte ich aber ganz besonders zwei Bands: Waldkauz und Faun, die zu meiner großen Freude auch noch direkt hintereinander auf der selben Bühne auftraten. So begaben wir uns zum Waldkauz-Nachmittagskonzert an den angenehm schattigen Ort des Geschehens und blieben einfach gleich bis zum späten Abend dort stehen. :D

Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal erwähnt, wie sehr ich Waldkauz mag. Auch in Dortmund konnten sie mich mit ihren Qualitäten als Liveband wieder vollstens überzeugen. Mittlerweile wurden die Songs ihres ersten Albums schon durch einige neue Lieder ergänzt, die große Lust auf neues Studiomaterial machen. Die Stimmung bei diesem nachmittäglichen Konzert war insgesamt sehr gut. Nach der viel zu langen Zeit des Regen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und die Leute tanzten ausgelassen, oftmals barfuß, unter den Bäumen, die die Bühne umgaben.

Waldkauz

Viel zu schnell war das Konzert vorbei und man fand sich wartend wieder, stand doch vor dem Auftritt von Faun (für uns der erste in diesem Jahr!) noch der Bühnenumbau. Also: eine Stunde warten. Denn wo man einmal so schön vorne stand, wollte man diesen Platz natürlich gerne behalten...

Irgendwann war die Pause dann auch endlich vorbei und Faun betraten die Bühne, um an diesem wunderschönen Sommerabend ihr Konzert zu spielen. Und obwohl ich Faun mittlerweile so oft gesehen habe, war es wieder überwältigend gut. Neue Lieder gab es an diesem Abend leider noch keine zu hören, aber dafür einen schönen Querschnitt durch die langjährige Geschichte der Band. Auch die Faune selbst wirkten äußerst gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Irgendwer aus dem Publikum schenkte ihnen ein Stück Melone, das zu essen während des Konzertes nicht so gut gelang, dafür aber sofort nach Abschluss des Auftritts wieder in Angriff genommen wurde. Nach einem solchen Konzert weiß ich immer wieder ganz genau, warum ich Faun schon seit so vielen Jahren meine Lieblingsband nenne. ♥

 Faun

Nach dem Auftritt stand noch ein kurzer Besuch am Faun-Merchzelt an. Sänger Oliver hatte gerade sein drittes Buch "Wanderlust" veröffentlicht, welches es an diesem Wochenende zum ersten Mal zu kaufen gab. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an diesem Wochenende nichts auszugeben, konnte ich diesen Vorsatz nach einer solchen Ankündigung natürlich nicht mehr einhalten. :D Vielleicht stelle ich das Buch ja demnächst mal hier vor. Gelesen habe ich es natürlich längst. ^^

Den Samstag ließen wir dann ausnahmsweise mal nicht bei einem Konzert ausklingen, sondern beim großen Feuerspektakel. Wieder begaben wir uns früh zum Ort des Geschehens und konnten uns so Plätze in der ersten Reihe sichern. So mussten wir zwar eine ganze Weile rumsitzen, hatten dann jedoch einen tollen Blick auf die beeindruckende Show. Besonders Danse Infernale ließen mich regelrecht mit offenem Mund dastehen, so schön anzusehen war das Ganze!

Obwohl das MPS am Sonntag noch weiterging, fuhr ich, nachdem ich ausgeschlafen hatte, nach Hause. Keiner meiner Freunde war an diesem Tag noch vor Ort, und alleine hatte ich dann auch keine Lust mehr. Ich verließ das Gelände mit großer Vorfreude auf das kurz bevorstehende MPS in Bückeburg, das ich dann ja leider wegen einer doofer Bronchitis nicht besuchen konnte. :( Diesen Sonntag ist dafür eine Fahrt zum MPS nach Köln geplant. Ich hoffe so sehr, dass das klappt und uns nicht die zahlreichen, für diesen Tag angekündigten Großdemos in der Stadt noch einen tüchtigen Strich durch die Rechnung zu machen versuchen... Drückt mir die Daumen!

Samstag, 30. Januar 2016

Konzertbericht: Vroudenspil in Osnabrück

Letzten Samstag war es endlich an der Zeit, die Konzertsaison 2016 zu eröffnen. Aus diesem Anlass ging es einmal wieder nach Osnabrück. Im Westwerk gastierten Vroudenspil im Rahmen ihrer "Fauler Zauber"-Tour. Unterstützt wurden sie dabei von der Kilkenny Band.

Man kann nicht leugnen, dass sich zum angekündigten Einlass nur ein unerwartet kleines Publikum im Westwerk eingefunden hatte. Man munkelte, Schlagwörter wie "Blitzeis" könnten dafür verantwortlich gewesen sein. Da der Konzertbeginn sich letztlich jedoch etwas nach hinten verschob, trudelten zum Glück doch noch einige Leute ein, bis die Kilkenny Band die Bühne betrat.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich die Kilkenny Band zuletzt live sehen durfte und ich war doch sehr gespannt auf das neue, vor kurzem erst veränderte Line-Up. Überraschenderweise spielte die Band jedoch nur zu dritt, Geiger Raphael konnte leider nicht anwesend sein. Trotzdem brachte die Band auch in reduzierter Besetzung das Publikum gut in Stimmung mit ihrem Irish Folk. Zu hören gab es natürlich allerhand Traditionals, aber auch noch einiges anderes. So bewies die Kilkenny Band, dass sich ein klassisches Stück wunderbar folkig spielen lässt und präsentierte eine wirklich großartige Version von Julie Fowlis' "Touch The Sky" - vielen sicher in guter Erinnerung aus dem Pixar-Streifen "Merida". Überhaupt überzeugte die angenehme und kräftige Stimme des neuen Sängers Dennis auf ganzer Linie.

Hörprobe:


Die Kilkenny Band hinterließ für Vroudenspil ein Publikum in bester Feierlaune. So lobte auch Sänger Ratz bald die Motivation der kleinen Meute, die tapfer vor der Bühne stand und sang, sprang, tanzte und auch sonst zu allem Blödsinn bereit war.

Vroudenspil spielten an diesem Abend wie erwartet viele Songs ihrer neuen Platte "Fauler Zauber", ließen jedoch auch die Klassiker nicht zu kurz kommen. Natürlich wurde auch der Geburtstag von Bandmitglied Petz gebührend mit einem Liedchen und Luftballons gefeiert. 

Bei Songs wie "Spilmannsweise" konnten natürlich weite Teile des Publikums mitsingen, doch sogar bei den ganz neuen Songs entdeckte ich schon einiges an Textfestigkeit um mich herum. Die neuen Songs kamen live auch sehr gut rüber und wurden sehr gefeiert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Leute, die sich an diesem Samstagabend eingefunden hatten ihre verhältnismäßig kleine Anzahl durch ein richtig großes Engagement wieder wettmachten. Auch die Band machte den Eindruck, als hätten sie Spaß und gemeinsam wurde es ein wirklich guter Abend.

Leider ereilte meine Freundin und mich wieder einmal das alte Schicksal der ÖPNV-Nutzer und wir mussten ein paar Minuten vor Ende des Konzerts gehen. Das letzte, was wir sahen, war ein auf Wunsch der Band gemütlich auf dem Boden vor der Bühne sitzendes Publikum. Ein schöner letzter Eindruck an einem ingesamt sehr gelungenen Abend. An alle, die nicht da waren, bleibt nur zu sagen: ihr habt wirklich was verpasst!

Hörprobe:


Dienstag, 5. Januar 2016

Meine Musik des Jahres 2015

Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.

Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.

Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D


Die Favoriten:




Heilung - Oefnir


Omnia - Naked Harp

Rastaban - Arise

Seed - Portal To Elfland

Versengold - Zeitlos



Weiterhin erwähnenswert:

Die Irrlichter - Rauhnächte

Korpiklaani - Noita

Leaves' Eyes - King of Kings

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Voodoo

Nachtgeschrei - Staub und Schatten

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker

Versengold - Live

Vogelfrey - Sturm und Klang

Vroudenspil - Fauler Zauber

V/A - Herbstmond


Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D

Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.

Donnerstag, 3. September 2015

Welcome To Tortuga - Das Pirates-Festival in Jülich

Für manch Unwissenden muss es seltsam erschienen sein, was am vergangenen Wochenende im sonst so beschaulichen Jülich passierte. Der Klang lauter Schüsse hallte durch die Luft und mehr als ein Captain Jack Sparrow wurde gesichtet. Bereits zum dritten Mal wurde der Brückenkopfpark nämlich zum Ziel von Piraten aus aller Welt als es wieder hieß: Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.

Hatte ich es letztes Jahr noch bei einem Tagesausflug belassen, wollte ich dieses Jahr das gesamte Wochenende dabei sein. Eine Freundin und ich hatten uns darum eine Campingparzelle auf dem an diesem Wochenende nur für Festivalbesucher reservierten örtlichen Campingplatz gegönnt. Und was war das für ein Luxus für uns, die wir von anderen Festivals das Campen auf schlecht gemähten, buckligen Wiesen an Autobahnen gewöhnt sind: Abgesteckte, nummerierte Parzellen! Sanitäranlagen mit echten Duschen! Ein Traum wurde wahr! ;)

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und notgedrungen noch einkaufen gegangen waren (ein Hinweis, dass die Sanitäranlagen nicht mit Toilettenpapier ausgestattet sind, wäre freundlich gewesen!) machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Obwohl es erst Freitag Nachmittag war, war schon einiges los. Insbesondere Familien mit Kindern waren viele zu finden, was sicher auch durch das großartige Wetter begünstigt wurde. Dieses sollte sich zum Glück das ganze Wochenende über halten.
Schweres Geschütz - wenn auch nicht das schwerste ;)

Wir machten uns zunächst an eine Erkundung des Geländes, schlenderten über den Marktplatz von Port Royal und nach Porto Bello in die Südbastion. Auch bewunderten wir die durchweg aufwändig gestalteten Lager der verschiedenen anwesenden Piratengruppen. Gegen Abend begaben wir uns dann zur Hauptbühne, um uns dort "Die 3 Musketiere" anzusehen. Es handelte sich dabei um eine Lesung, die von Fecht - und Musikeinlagen begleitet wurde. Wir konnten allerdings nicht bis zum Ende bleiben, da wir unbedingt noch einen anderen Programmpunkt sehen wollten.

In Tortuga in der Nordbastion wurde nämlich das Open Air Action Theaterstück "Das Wasser des Alchemisten" aufgeführt, welches sicherlich eines der Highlights des Festivals ist. Wer Interesse hat: Im kommenden Jahr wird das Stück auch im wunderschönen Freilichttheater von Xanten aufgeführt werden. Ich überlege jetzt schon, ob sich ein Besuch einrichten lässt...

Aber zurück zum Pirates-Festival: nach der fulminanten Show war es nämlich noch lange nicht Zeit zum Schlafen gehen, gaben doch Mr. Hurley & die Pulveraffen noch ihr einziges Konzert bei diesem Pirates-Festival. Das ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen, genauso wenig wie die ebenfalls anwesenden Ye Banished Privateers, von denen zwei die Band beim "Plankentanz" durch das Schütteln ihres Achterdecks unterstützten. :D

Der Samstag und der Sonntag standen dann für uns wesentlich im Zeichen einer ganz besonderen Band: Ye Banished Privateers! Die vielköpfige Band aus dem nordschwedischen Umeå war bisher bei jedem Pirates-Festival dabei - und wird es hoffentlich auch in Zukunft noch sein! Die Energie, die Ye Banished Privateers auf der Bühne freisetzen, ist einfach unbeschreiblich, das muss man selbst erlebt haben. Zudem gibt es immer noch die eine oder andere spezielle, piratige Bühneneinlage. Da spritzt auch schonmal Blut bis ins Publikum oder jemand endet am Galgen. ;)
Die Mannschaft hat es übel erwischt: Ye Banished Privateers

Am Samstag Abend gab es von der Band auch noch einen ganz besonderen Song zu Hören: "Devils Bellows" war ein Dankeschön für eine von deutschen Fans realisierte Spendenaktion. Akkordeonspieler Björn hatte auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover sein Instrument verloren (oder vielmehr: es war ihm gestohlen worden). Mit der spontan ins Leben gerufenen Spendenaktion konnte innerhalb kürzester Zeit genug Geld gesammelt werden, um ihm sein Instrument zu ersetzen. Im Dankessong wurden darum alle Vornamen der Spender genannt. Wenn das mal keine schöne Art ist Danke zu sagen!

Die Fans revanchierten sich mit weiteren Geschenken: So hatte der Fanclub Geld gesammelt und der Band ein großes Banner geschenkt. Außerdem hatte jemand kleine Püppchen der Musiker angefertigt, so dass nun alle über wirklich tolle Miniaturausgaben ihrer Selbst verfügen.

Doch natürlich gab es auch noch andere Bands zu hören: So spielten beispielsweise noch Vroudenspil, die wir uns am Samstag auf der Hauptbühne auch von ganz vorne anschauten. Leider hatte die Band anfangs ziemliche Probleme mit der Technik, weswegen der erste Auftritt etwas kürzer als geplant ausfiel und die Band anfangs sichtlich genervt war. Irgendwann lief es dann aber zum Glück doch und die Fans, die trotz der verlängerten Wartezeit ausgeharrt hatten, wurden mit Songs wie "Küss mich" (einer meiner persönlichen Favoriten :P) entlohnt.
Vroudenspil

Ein weiteres musikalisches Highlight war am Samstag der erste Soloauftritt von Magda Andersson in Deutschland. Magda, die sonst auch bei Ye Banished Privateers singt, präsentierte am frühen Abend mit Unterstützung einiger Bandkollegen ihre eigenen, wunderschönen, ruhigen Folksongs. Das Besondere: sie sang fast ausschließlich auf Schwedisch! Obwohl also der Großteil des Publikums die Texte nicht verstand, hatten sich doch sehr viele eingefunden und lauschten gebannt, in gemütlicher Runde vor der Bühne sitzend. 

Magda Andersson

Magda spielte sowohl Songs von ihrer ersten EP und dem in Arbeit befindlichen ersten Album als auch einige Eigeninterpretationen anderer Lieder wie Cornelis Vreeswijks "Blues för Fatumeh" oder (was für besondere Begeisterung sorgte) "Blau wie das Meer" von Mr. Hurley & die Pulveraffen, inklusive eines "So-klingt-deutsch-wenn-du-es-nicht-verstehst" und eines schwedischen Teils. :D 

Letzteres Lied hat eine Freundin sogar als Video festgehalten, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:


Doch natürlich gab es nicht nur Musik: Wie bei Piraten üblich wurde viel gekämpft und viel geschossen. Gerüchteweise sogar so viel und laut, dass es Anwohnerbeschwerden gab. ;) Gaukler unterhielten die Besucher mit ihren Künsten, Piraten und Marineangehörige maßen ihre Kräfte, Lesungen wurden gehalten, Theaterstücke vorgeführt, kurzum: es war für jeden Geschmack etwas dabei.
Es wurde viel gefochten in Jülich

Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Kulinarische Neuentdeckung des Wochenendes waren dabei für uns Curly Potatoes: Spiralkartoffeln mit verschiedener Würzung nach Wahl an einem Spieß. Sicher nicht unbedingt eine gesunde Hauptmahlzeit, aber unheimlich lecker!

Am frühen Sonntag Nachmittag wurde es dann für uns Zeit, die Welt der Piraten für dieses Jahr zu verlassen. Aber es sieht danach aus, dass wir alle nächstes Jahr wiederkommen dürfen: Das großartige Wetter hat in diesem Jahr für richtig gute Besucherzahlen gesorgt, so dass einem vierten Pirates-Festival im kommenden Jahr voraussichtlich nichts im Weg steht. Ich für meinen Teil bin dann gerne wieder mit dabei!

Freitag, 3. April 2015

Konzertbericht: Feuerschwanz in Osnabrück

Wie in letzter Zeit fast jedes Wochenende hat es mich auch am vergangenen Samstag wieder nach Osnabrück verschlagen. Dort machten an jenem Tag Feuerschwanz im Rahmen ihrer "Auf's Leben!" Tour in der Lagerhalle halt. Nachdem das gleichnamige neue Album durchaus gelungen ist und die Band dieses Jahr bedauerlicherweise nicht das MPS bespielen wird ein guter Grund, einmal vorbeizuschauen.

Los ging es jedoch erst einmal mit dem Support, den uns ebenfalls nicht unbekannten Freibeutern von Vroudenspil. Zu Beginn ihres Auftritts hatte man den Eindruck, dass viele der anwesenden Menschen die Band noch nicht kannten. Dennoch gelang es den Damen und Herren recht schnell, das Publikum auf ihre Seite zu bekommen und die Stimmung stieg von Lied zu Lied. Die Band - nicht wie gewohnt mit Kraken, sondern mit Flosse am Schlagzeug - bot einen schönen Querschnitt durch ihr bisheriges, immerhin schon drei Alben umfassendes Werk, wobei Songs wie "In der Halle des Dattelschnapskönigs" und "Reise nach Tortuga" nicht fehlen durften. Vroudenspil lieferten eine solide Liveshow und entließen das Publikum am Ende stimmungstechnisch perfekt für den weiteren Abend vorbereitet.

Nach der üblichen Umbaupause ging es dann weiter mit dem Hauptact des Abends, Feuerschwanz. Gespielt wurden an diesem Abend neben Liedern der neuen Platte wie "Blöde Frage, Saufgelage" und "Zuckerbrot und Peitsche" auch einige Klassiker wie "Hurra Hurra die Pest ist da" oder "Wir lieben Dudelsack". Und Feuerschwanz ließen sich auch wahrlich nicht lumpen, was ihre Show anging. Da wurde eine dracheneifömige Metmaschine aufgefahren, der Hauptmann hüllte sich in ein überlebensgroßes Ohr und Prinz Hodenherz stürmte als Druide verkleidet die Bühne. Auch eine tanzende Mieze durfte natürlich nicht fehlen. Auch das Publikum wurde stets eingebunden: So wurde eine Besucherin zur Jungfer, deren Aufgabe es war, dem Werben Hodis nicht nachzugeben und ein sehr glücklich wirkender junger Mann wurde seines Oberteils beraubt und stattdessen mit Matrosenmütze und Surfbrett ins Publikum zum Crowdsurfen zurückgeschickt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass Feuerschwanz ein Spektakel boten, das seinesgleichen noch sucht. 

Positiv aufgefallen an diesem Abend ist aber auch, dass die Band es schafft, auch ernste Momente in ihre Show zu integrieren - keine leichte Sache für eine Band mit dem Ruf, eine der Mittelalter-Party-Bands schlechthin zu sein. Mit "Auf Wiederseh'n" bewies die Band dies eindrücklich, als er das ruhige und melancholische Stück seiner verstorbenen Mutter widmete und das Publikum während des ganzen Stückes andächtig ohne Zwischenrufe lauschte - etwas, was heute ja durchaus keine Selbstverständlichkeit (mehr?) zu sein scheint.

Irgendwann neigte sich dann natürlich auch dieses schöne Konzert seinem Ende entgegen, wobei keiner leugnen kann, dass Feuerschwanz selbst den Abschied pompös zelebrierten. Die Band konnte mich an diesem Abend mal wieder restlos von ihren Qualitäten als Liveband überzeugen. Wer eine gute Show und eine gute Party sucht, ist hier definitiv an der richtigen Stelle. Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

Hörprobe:


Montag, 15. September 2014

Ein Tag unter Piraten - das Pirates-Festival in Jülich

Wieder einmal hat sich das Leben zwischen mich und meine guten Vorsätze regelmäßig zu bloggen gestellt - darum folgt auch erst jetzt, über einen halben Monat verspätet, mein Bericht zum Pirates Festival, welches ich am letzten Augustwochenende besucht habe. :D


Bereits zum zweiten Mal verwandelte sich an diesem Wochenende der Brückenkopfpark in Jülich bei Aachen in eine Piratenhochburg. Freibeuter, Piraten und alles, was die See in aller Herren Länder sonst noch so an leicht zwielichtigen Gestalten zu bieten hat, versammelten sich zu diesem Zweck für bis zu vier Tage auf dem historischen Gelände um ihr Handwerk auszuüben, aber natürlich vor allem, um zu feiern. Und was braucht man zum Feiern? Ganz genau: Gute Musik! Und diese lieferte am Samstag, als ich das Festival besuchte, mehrere hochkarätige Piratenbands.

Los ging es für mich aber zunächst mit den größten Feinden der Piraten: Mit der Pressgëng hatte sich doch tatsächlich eine Truppe Marineangehöriger in das Piratennest verirrt! Da der Pirat an sich aber tolerant ist und die vier Herren musikalisch einiges zur Unterhaltung aufbieten konnte, war dieser Umstand natürlich schnell verziehen und die ansonst eher verfeindeten Parteien feierten einträchtig zusammen.


Die anderen Bands des Tages passten da schon viel eindeutiger ins Piratenmilieu. Zunächst einmal wären da die Damen und Herren von Elmsfeuer, die, unterstützt von ihrem Fahnenschwingenden Fanclub Piratenrock präsentierten. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war dieses sehr solide Set das letzte, was ich von der Band in dieser Form erleben sollte. Wenig später gaben zwei Mitglieder ihren Ausstieg bekannt und die restlichen Auftritte der Saison wurden abgesagt. Es scheint noch recht ungewiss, wie genau es mit der Truppe nun weitergehen wird.


Wie üblich richtig gut waren auch Vroudenspil, deren Sänger bewundernswerter Weise kurz nach einer schweren Rücken-OP wieder die Bühne enterte. Richtig gut war hier dieses Mal die Zusammenarbeit mit einer Band, auf die ich nun etwas genauer eingehen will, weil sie das absolute, unbestrittene, nahezu unglaublich großartige Highlight des Festivals war. Die Rede ist von Ye Banished Privateers!

Was ist nun so besonders an dieser Band? Nun, ich denke, am deutlichsten wird das, wenn man sie einmal erlebt hat. Aber hier trotzdem ein Erklärungsversuch: Man stelle sich eine Bühne vor, sehr piratig dekoriert. Plötzlich betreten zwölf Damen und Herren dieselbe. Sie tragen die ab piratigst aussehenden Kostüme, die du außerhalb bekannter Hollywood-Filme jemals gesehen hast. Sie nehmen ihre Instrumente zur Hand und legen alle zusammen los. Und du fühlst dich einfach umgeblasen von der Energie, die dir da entgegenschlägt. Du willst tanzen, feiern, gröhlen, und das nicht zu knapp. Bitteschön - da hast du Ye Banished Privateers! :D
Die Band besteht streng genommen jedoch nicht nur aus zwölf, sondern aus sechsundzwanzig Mitgliedern. Ja, richtig gelesen: Sechsundzwanzig. Und wer Zeit und Lust hat, tritt eben auf. Natürlich gibt es eine Art Kernbesetzung, aber weite Teile der Band sind sehr flexibel. Stammen tut die Band übrigens - das aber nur ganz nebenbei - aus Umeå, der neben Riga leicht stiefmütterlich behandelten zweiten europäischen Kulturhauptstadt dieses Jahr. Eine Stadt, aus der ein ganzer Haufen großartiger Musik kommt. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ye Banished Privateers veröffentlichen jedenfalls am Freitag ihr zweites Album "The Legend Of Libertalia". Beim Pirates-Festival gab es einen exklusiven Presale, weswegen ich das Album jetzt schon eine ganze Weile mein eigen nenne. Und - wer hätte es gedacht - es ist großartig! Ich werde es demnächst einmal an dieser Stelle präsentieren.

An mehreren Stellen des Tages arbeitete die Band jedenfalls, wie bereits angedeutet, mit Vroudenspil zusammen, was wirklich unheimlich cool war. Sie hatten für ihre deutschen Piratenkollegen sogar ein tolles, typisch nordschwedisches Geschenk mitgebracht: einen (vermutlich selbstgebrannten) Schnaps inklusive irgendeinem Biberdrüsen-Extrakt. Das ganze muss ziemlich scheußlich geschmeckt haben und die Schweden hatten offenbar einen Heidenspaß dabei, das Verkosten zu filmen. :D

Eine weitere ziemlich gute Band an diesem Tag waren Pyrates!. Obwohl sie schon mehrfach auf Veranstaltungen gespielt haben, die ich besucht habe, habe ich die Band bisher immer verpasst. Auch bei Pirates war es eher ein Zufall, dass ich sie gesehen habe - aber ein ziemlich glücklicher! Die Jungs machten unheimlich Stimmung, da wurde tierisch getanzt (und das in Deutschland ;) ) und es war insgesamt einfach ziemlich cool!


Natürlich wurde aber nicht nur Musik geboten an diesem schönen Tag. Die verschiedenen Lager zeigten das Leben von Piraten, Kanonenschüsse donnerten den ganzen Tag über das Gelände. In Zusammenarbeit verschiedener Piratengruppen, darunter den Flint's Buccaneers, gab es ein großes Theaterstück in bester Fluch der Karibik-Manier mit viel Action, Stunts und Feuer. Es war deutlich zu erkennen, wie viel Herzblut in diesem Stück steckte. Umso bedauerlicher, dass das Wetter nicht bei allen Vorführungen mitspielen wollte.

Krönender Abschluss des Samstags war dann aber doch wieder musikalischer Art: Gegen Mitternacht spielten Ye Banished Privateers ein richtig schönes Tavernenkonzert, also Unplugged, spontan und sehr familiär. Ein mehr als würdiger Abschluss eines wunderschönen Tages!

Freitag, 18. Juli 2014

Gab es hier schon immer eine Seenplatte? - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

Bevor ich mich morgen erst einmal für zwei Wochen in den Urlaub mit anschließendem Castlefest verkrümele, möchte ich vorher noch ein paar Worte zum letzten Wochenende verlieren, welches ich auf dem MPS in Bückeburg verbracht habe. Eigentlich hatte ich ja auch dieses Wochenende dort verbringen wollen, aber nach einer kleinen Planänderung mache ich nun morgen nur einen Tagesausflug. Darüber werde ich aber wohl erst nach dem Urlaub etwas schreiben können.
Nun aber wirklich erstmal zum letzten Wochenende:

Das Abenteuer Bückeburg 2014 begann am Freitag um die Mittagszeit bei strahlenden Sonnenschein. Die Anreise verlief ohne größere Zwischenfälle, trotz mehr als 20 Minuten Verspätung der Bahn erwischten wir in Minden den Bus nach Bückeburg und mussten unsere Koffer nur noch knapp 10 Minuten zur Campsite rollen. Dort erwartete uns die Erkenntnis, dass es in Niedersachsen in den vorausgegangenen Tagen wohl genauso viel geregnet hatte wie in Nordrhein-Westfalen: Die halbe Campsite hatte sich in eine Seenplatte verwandelt! Doch wir fanden ein halbwegs trockenes Plätzchen und konnten fortan beobachten, wie Wohnwagen und Wohnmobile mit schwerem Gerät durch den Matsch gezogen werden mussten, während Kinder in den großen Pfützen auf dem Gelände plantschten.


Samstag wartete dann einmal wieder ein Top-Musikprogramm auf uns. Los ging es mit den Engländern von The Dolmen, die das MPS dieses Jahr nur sehr sporadisch beehren (dürfen?). Bei weiterhin besten Wetter war die Stimmung ausgelassen und gut, und tanzbar sind The Dolmen ja eh allemale.


Weiter ging es mit Versengold, die ich dieses Jahr bisher auch noch kaum auf dem MPS zu sehen bekommen hatte. Die fünf Jungs waren wie immer großartig und machten mich extra glücklich, als sie während des ersten Sets "Frey und vernarrt" spielten, mein absolutes Versengold-Lieblingsstück!


Ebenfalls sehr spaßig war es im Anschluss bei den Piraten von Vroudenspil, auch wenn Sänger Ratz von der Planke bei diesem ersten Set sichtlich angeschlagen war und im sitzen auftreten musste. Später ging es ihm dann zum Glück wieder besser.


Einen Abstecher zur großen Bühne machte ich schließlich, um mir seit langem Mal wieder ein Feuerschwanz-Konzert anzusehen. Faszinierend, dass das neue Mitglied Felix Taugenix seinem Vorgänger (zumindest flüchtig betrachtet) verdammt ähnlich sieht! :D Die Band spielte auch Songs ihres kommenden neuen Albums "Auf's Leben". Texte wie "Metsaufen, ich bin der kleine Bär", die sofort rege vom Publikum mitgegröhlt wurden, lassen erahnen, dass die Band auch auf diesem Album ihren Fans witzige und metschwangere Texte präsentieren wird. :)


Der Abend stand dann mit Omnia und Faun (letztere endlich mal als Headliner, jedoch bedauerlicherweise zeitgleich mit Knasterbart) im Zeichen des Pagan Folk. Da wir bei beiden Band recht weit hinten standen bzw. saßen, gibt es davon diesmal keine Bilder. Aber ich kann sagen, dass es auch dieses Mal wieder toll war! Sehr erfreulich war auch, dass die Band dort offiziell ihr kommendes Album ankündigte, welche auf den Namen "Luna" hören wird und sich als Konzeptalbum mit dem Mond beschäftigen wird. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten, das gute Stück Anfang September in den Händen zu halten! <3

Am Sonntag ging es dann nur noch einmal kurz zurück aufs Gelände, um das erste Set von The Dolmen zu hören - ein schöner, entspannter Ausklang. Im Anschluss ging es dann in aller Ruhe durch den Schlosspark zurück zum Bahnhof mit dem Gedanken, dass Bückeburg wirklich ein schönes Städtchen ist, in dem man echt mal eine Sightseeing- und Fototour machen sollte. Vielleicht ja nächstes Jahr, denn bei meinem Tagestrip morgen werde ich wohl leider nicht dazu kommen!

Freitag, 20. Juni 2014

Der Tag des Kolkraben: Das MPS in Rastede, Tag 3

Der Tag, nachdem Faun und/oder Omnia beim MPS waren, ist bei mir manchmal so eine Sache. Das persönliche Highlight ist dann vorüber und das Ganze wird schnell zum Gammeltag. Doch nicht so dieses Jahr in Rastede, denn da versprach auch der folgende Samstag noch einige musikalische Highlights, die ich mir nicht entgehen lassen könnte. 

Wir begannen den Tag ganz entspannt mit der Markteröffnung, die ich mir in diesem Jahr noch nicht angsehen hatte. Durch den Weggang des Marktvogtes hat sich dieser im Verhältnis zu den letzten Jahren zwangsläufig gewandelt. Im Zentrum steht nach wie vor MPS-Kultfigur Bruder Rectus, begleitet wird er dieses Jahr unter anderen vom Hässlichen Hans, dem Tod, dem Pisspagen und zwei entzückenden Nonnen- und zusammen ergibt das ein äußerst amüsantes Programm für die Markteröffnung 2014! Am Samstag in Rastede wurden so nicht nur die Handeltreibenden vorgestellt und Speisen und Getränke verköstigt, nein. Es gab einen Ritterschlag und auch an Teer und Federn wurde nicht gespart.


Musikalisch dürfte der Samstag für viele durch die Auftritte von Feuerschwanz und Saltatio Mortis das Highlight des Wochenendes gewesen sein. Ich stattete beiden Bands nur kurze Stipvisiten ab, gab es doch einfach zu viel anderes zu sehen.


Los ging es mit den Sandsacks. Irish Folk ist auf dem MPS definitiv im Kommen, und das bei großartigen Bands wie eben den Sandsacks auch ganz zurecht. Ich hab die Jungs an diesem Tag zum ersten Mal gesehen und mir hat wirklich gefallen, was ich da gehört habe. Das war alles extrem tanzbar und mit großer Spielfreude vorgetragen, guck ich mir bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit sicher nochmal mit Freuden an!


Nicht neu, aber immer wieder einen Besuch wert auf dem MPS, sind auch die Freibeuter von Vroudenspil. Bei denen ist es zwar nie wirklich überfüllt (warum eigentlich nicht, ihr Banausen?), dafür ist die Stimmung immer hervorragend. Als ich am Samstag da war wurden Songs wie "Ein unwichtiger Bösehold" jedenfalls mal wieder derbe vom Publikum abgefeiert. Das war ein Spaß!


Und dann war da noch was. Etwas, was diesem Blogeintrag seinen Namen gegeben hat. Erstmalig anwesend waren nämlich auch die Könige der Spielleute, Corvus Corax. Und die haben auch verdammt schnell bewiesen, dass sie diesen Ehrentitel nicht zu Unrecht tragen. Das hat musikalisch einfach mal gewaltig geknallt, das war irgendwie martialisch, beeindruckend, gewaltig. Jemand der in meiner Nähe stehenden meinte nach dem ersten Konzert gar, im Vergleich seien Saltatio Mortis ja wohl Kindergarten - und man konnte es bei aller Liebe kaum leugnen. So kam es dann auch, dass wir aller dritter-Festivaltag-Müdigkeiten zum Trotz auch beim Nachtkonzert der Kolkraben mit dabei waren. Und auch das war ein Fest. Ich hoffe, man sieht sich bald wieder mal live, ich will definitiv mehr davon!


Montag, 5. Mai 2014

Unter Kelten und Piraten - Das MPS in Dortmund, Samstag

Wie angekündigt folgt hier nun mein Bericht von meinem zweiten Tag beim MPS in Dortmund.

Samstag, 03. Mai:

Mein Samstag auf dem MPS begann ungewöhnlich spät gegen 17 Uhr. Vorher hatte ich mich einfach nicht aus dem Urlaub verabschieden können und den Markt in Venlo besucht. Als ich dann endlich das Veranstaltungsgelände erreichte, begrüßte mich zunächst die Musik der Kilkenny Band. Obwohl ich mich eigentlich zunächst einmal auf die Suche nach meinen Freunden, die schon irgendwo auf dem Gelände herumliefen, machen wollte, blieb ich doch lieber eine Weile vor der Bühne und lauschte den Irish Folk-Klängen der Osnabrücker Band.
 Shawn von der Kilkenny Band

Danach nahm ich die Suche wieder auf. Sie stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn es war unheimlich voll auf dem Gelände, und das sogar ganz ohne die Publikumsmagnete von Saltatio Mortis, die bei diesem MPS nur am Mittwoch anwesend waren.
Nach etwa zwei Runden über das recht weitläufige Gelände fand ich meine Freunde dann endlich bei den Piraten von Vroudenspil (sprich: Freudenspiel). Zu reden blieb zunächst wenig Zeit, denn direkt im Anschluss hieß es: Schnell schnell, Bühnenwechsel, denn mit Elmsfeuer wartete eine weitere Piratenband, die angehört werden wollte. 

Danach war es endlich Zeit für Celtica. Die schottisch-amerikanisch-österreichische Combo spielt Pipes Rock und vertonen nebst eigener Lieder auch bekannte Songs aus Rock, Pop und Filmmusik mit viel Wumms und Dudelsack. Auch sie sind, wie schon die Ye Banished Privateers am Mittwoch, ein MPS-Neuzugang in diesem Jahr, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Weil es so schön war, schauten wir uns Celtica natürlich später auch noch bei ihrem großen Nachtkonzert an.


Celtica | Pipes Rock!

Vorher gab es allerdings noch einen anderen absoluten Pflichtpunkt im Programm: Omnia! Die niederländischen Paganfolker zählen zu meinen absoluten Lieblingsbands und werden auch nach über 20 besuchten Konzerten nie langweilig.
Leider waren die Umstände in Dortmund für uns dieses Mal etwas widrig. Wie üblich peilten wir einen Platz in der ersten Reihe an, hatten aber wenig Glück und erwischten nur noch suboptimale Plätze vor der Treppe, die zentral auf die Bühne führt. Ich selbst hatte dann nachher noch das Pech, dass sich eine Fotografin vor mich stellte und die ganze Zeit dort stehen blieb (ich hatte irgendwie angenommen, dass sie sich nach einigen Liedern weiterbewegt. Irren ist bekanntlich menschlich ;) . Außerdem war es generell sehr voll, da der Platz vor der Bühne eigentlich etwas zu eng war für die Massen, die Omnia mittlerweile anlocken. Tanztechnisch musste man sich also etwas einschränken. Das tat der Stimmung trotzdem keinen Abbruch. Wie üblich bei Omnia verwandelte sich selbst der Soundcheck schon zum unterhaltsamen Erlebnis für das schon eine Stunde vor Beginn versammelte Publikum. In ihrem Set präsentierten Omnia dann eine schöne Mischung aus neuen und alten, ruhigen und tanzbaren Stücken. es war, wie üblich, ein sehr schöner Auftritt.


Steve von Omnia

Nach dem Celtica-Nachtkonzert entschlossen wir uns, das Gelände zu verlassen und uns auf den knapp einstündigen Heimweg zu machen. Als wir den Waldweg zum Parkplatz entlangliefen, begleitete uns aus dem Hintergrund noch das wunderschöne "Caledonia" von Rapalje. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen MPS-Besuchs.