Das Tolle am Epochenfest in Jülich (Bericht hier) ist, dass man gleichzeitig auch noch Eintritt in den Zoo des Brückenkopfparks bekommt. Ein Abstecher war da natürlich Pflicht, zumal der Zoo in diesen Tagen mit der Chance lockte, ein Wolsjunges zu Gesicht zu bekommen. Was das anging, hatten wir bei unserem Besuch leider Pech, aber gelohnt hat sich der Ausflug natürlich trotzdem. Hier ein paar Impressionen:
Die Frischlinge genossen den milden Tag
Eigentlich wirkten alle Tiere sehr entspannt
Und da wundere sich nochmal einer, dass Erdmännchen immer Publikumslieblinge sind ♥
Auch die frechen, kleinen Ziegen erfreuten sich natürlich größter Beliebtheit
Obwohl sich der Zoo im Brückenkopfpark Jülich von der Größe und dem Angebot an verschiedenen Tierarten natürlich nicht mit den Großstadtzoos messen kann, ist er meiner Ansicht nach trotzdem immer wieder einen Besuch wert. Er ist weitläufig, verfügt über ansprechende, große Gehege für die Tiere und man kann dort gut und gerne mehrere Stunden verbringen. Es gibt auch einige längere Spazierpfade durch den Wald, bei denen man selbst an gut besuchten Tagen noch verhältnismäßig viel Ruhe findet.
Mittlerweile ist es schon fast gute Tradition geworden, dass sich der Brückenkopfpark in Jülich am Pfingstwochenende in ein Sammelbecken für Reenactments jeglicher Zeiten, Nationen, Kulturen verwandelt. Dann treffen dort nämlich im Zuge des Epochenfestes Soldaten aus den beiden Weltkriegen auf schottische Highlander, Wikinger philosophieren mit englischen Redcoats über den Sinn des Lebens und Steampunker fügen dem Ganzen ihre höchst eigene, Jules-Verne-artige Note hinzu. Klingt seltsam? Vielleicht, beudetet jedoch in erster Linie großen Spaß für die Besucher.
Bei einem Besuch des Epochenfests fühlt man sich wie bei einem Schnelldurchgang durch die Weltgeschichte. Wurde einem gerade noch demonstriert, wie man einen Kilt richtig anlegt, steht man im nächsten Moment schon in einem Piratennest und wähnt sich dabei in karibischen Gefilden. Ein paar Meter weiter lagern die wilden Horden der Wikinger, während man nicht weit entfernt die Briten hört, wie sie ihre Waffen demonstrieren.
Bei so viel Abwechslung und so vielen verschiedenen Eindrücken wurde es auch in diesem Jahr wieder nie langweilig auf dem Epochenfest in Jülich. Das lag neben den zahlreichen Lagern und Ständen, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein sollte, auch am großen Engagement der Teilnehmer. Wer wollte, konnte überall mit den Leuten ins Gespräch kommen, Fragen stellen, Sachen ausprobieren. Dies galt sowohl für die zahlreichen anwesenden Kinder als auch für die Erwachsenen. Und wo sonst hat man schon mal die Gelegenheit, Geschichte so spannend und lebensnah vermittelt zu bekommen?
Auch in diesem Jahr machte des Epochenfest Jülich wieder zu einem Anzugspunkt für Besucher aus nah und fern, sodass man sich beim Einlass schon auf eine gewisse Wartezeit einstellen musste. Durch die Weitläufigkeit des Brückenkopfparks verliefen sich die Massen auf dem Gelände dann aber eigentlich recht gut. Wem der Trubel auf dem Festgelände zu viel wurde, der konnte sich zwischenzeitich auch in den angeschlossenen Zoo absetzen, was von vielen auch gerne angenommen wurde. Auch ich ließ bei dieser Gelegenheit natürlich den Zoo nicht aus, doch davon wird später noch in einem separaten Beitrag die Rede sein.
Das Epochenfest jedenfalls war auch 2019 wieder eine wirklich besuchenswerte Veranstaltung und wird hoffentlich auch in Zukunft noch lange Bestand haben!
Schon seit ein paar Jahren verwandelt sich jeden Herbst nach Sonnenuntergang der JülicherBrückenkopfpark in ein Lichtermeer, bei dem es viel zu entdecken geht. Dieses Mal habe ich endlich die Zeit für einen Ausflug gefunden.
Mit Einbruch der Dunkelheit geht in der Herbstzeit eine Veränderung vor im Brückenkopfpark. Wo kurz zuvor noch Spaziergänger in den alten Anlagen umherwanderten und Kinder auf dem Spielplatz lärmten, hält dann eine ganz andere Stimmung Einzug. Beleuchtete Skulpturen säumen die Wege, die Bäume und Mauern werden angestrahlt. Alles wirkt plötzlich ganz anders als am Tag. Dann ist es Zeit für die Herbstlichter.
Bei einem Rundgang über das Gelände lässt sich dabei Allerhand entdecken: Lumineszierende Quallen tauchen über den Köpfen auf, bunt beleuchtete Tore ziehen einen scheinbar in eine andere Welt. Eine leuchtende Schirmlandschaft oder eine riesige Wäscheleine, bei der die Wäsche nicht nur aus sich heraus strahlt erwecken den bizarren Eindruck, die normale Welt verlassen zu haben. Mancherorts verbinden sich auch andere Elemente mit dem Licht, Wasser und Musik und Licht spielen dann miteinander.
Es ist eine faszinierende Welt, in die einen die Jülicher Herbstlichter bei einem Besuch eintauchen lassen. Leider ist es aber auch eine Welt, der Stille und Einsamkeit gut täten, die auf der sehr gut besuchten Veranstaltung oft vergeblich gesucht werden. Obwohl das Gelände nicht gerade klein ist, hatte ich bei meinem Besuch ab einem bestimmten Zeitpunkt den Eindruck, dass es einfach zu überlaufen war. Man konnte sich nichts mehr in Ruhe anschauen, und das war sehr schade. Darum würde ich auch jedem, der die Veranstaltung besuchen möchte, raten, dies möglichst früh nach Öffnung der Kassen zu tun. So hat man wenigstens zu Beginn noch Aussicht auf ein wenig Ruhe, insbesondere zum Fotografieren.
Neben diesem einen kleinen Manko, das aber natürlich zu erwarten war, kann ich die Herbstlichter im Brückenkopfpark in Jülich aber Jedem nur voll und ganz empfehlen. Eine schön gemachte Illuminations-Landschaft wartet hier darauf, von den Besuchern entdeckt zu werden. Hoffentlich wird die Veranstaltung auch in Zukunft weiterhin regelmäßig durchgeführt. Bei dem Besucherandrang würde es mich jedoch sehr wundern, wenn dem nicht so wäre.
Auch am Tag nach meinem Dokomi-Besuch ließ ich es nicht ruhiger angehen. An diesem schönen Sonntag besuchte ich nämlich mit zwei Freundinnen den Brückenkopfpark in Jülich. Dort fand am Pfingstwochenende nämlich das Epochenfest statt, eine Veranstaltung, die ich mir schon seit einigen Jahren hatte ansehen wollen. Irgendwie war es damit aber wie verhext, sodass es erst in diesem Jahr endlich klappen sollte.
Bevor wir uns das Fest näher ansahen, stand aber zunächst einmal ein Besuch des Zoos im Brückenkopfpark an. Dieser ist zwar nicht besonders groß, aber auf jeden Fall immer einen Besuch wert. Uns hatten es bei unserem Besuch ganz besonders die Erdmännchen angetan, die sich als überaus fotogen erwiesen.
Dann machten wir uns aber wirklich daran, das Epochenfest zu erkunden. Das Konzept dieser Veranstaltung ist, wie ich finde, schon etwas Besonderes. Man geht nämlich gewissermaßen auf Zeitreise, während man durch den Park flaniert. Da kann es dann auch ganz schnell passieren, dass man auf Wikinger trifft, die sich mit Soldaten aus dem 2. Weltkrieg unterhalten. Denn ganz egal ob Piraten, Rotröcke, schottische Clanführer oder mittelalterliche Bader - beim Epochenfest kann man sie alle treffen.
Richtig spannend wurde das Ganze für uns, als man uns einen Besuch der Zeitreise-Akademie ans Herz legte. Dort immatrikulierten wir uns dann auch, so schnell es die Schreibmaschine zuließ, und gingen flugs auf Stempeljagd - ganz wie im wahren Studium, nur deutlich unterhaltsamer. ;) Wir lernten die alten, nordischen Runen zu interpretieren, gingen beim Bader in die Kurzlehre und erfuhren, wie viel so ein traditioneller Kilt wiegt und wie man ihn anlegt. Beim Wäschewaschen durften wir sogar selbst Hand anlegen an Waschbrett und Wäschemangel. Für einen Abschluss reichte die Zeit am Ende aber leider nicht mehr (irgendwie auch wie im wahren Leben... xD).
Irgendwann kippte dann nämlich leider das Wetter. Ein kurzer, aber kräftiger Gewitterschauer ging über Jülich nieder, den wir aber zum Glück trocken im Lager der Rotröcke aussitzen durften und dabei auch noch Bestens unterhalten wurden.
Das Gewitter verschwand so schnell wie es gekommen war wieder, aber da wurde es leider auch schon so langsam Zeit, den Rückzug anzutreten. So ging ein sehr schöner Tag im Jülicher Brückenkopfpark zu Ende. Der Besuch des Epochenfests war wirklich ein spaßiges Erlebnis, das ich gerne in einem anderen Jahr nochmal wiederholen werde!
So, erst einen Monat und einen Tag (haha, ich bin hoffnungslos im Moment ^^) ist es her, dass es meine Freundin und mich erstmalig in den Kulturbahnhof (Kuba) nach Jülich verschlug. Grund war der großartige Aachener Musiker Männi, der dort sein erstes Album "Alkohol & Melancholie" vorstellte. Trotz eines gewissen (begründeten!) Misstrauens gegen unseren Orientierungssinn waren das Kuba und ein Parkplatz recht schnell gefunden und es blieb genug Zeit, sich vor Beginn der Veranstaltung über dies und das zu unterhalten, eine Cola zu trinken und zuzusehen, wie der Konzertraum sich allmählich füllte.
Los ging es dann an diesem Abend mit Miss Resis. Die Band war kurzfristig für die erkrankten Eckpfeiler eingesprungen. Musikalisch gab es hier deutschsprachigen, melodischen (Punk)rock zu hören. Das Ganze klang insgesamt ziemlich gut und war eine schöne Eröffnung für diesen Konzertabend. Außerdem muss ich hier mal loswerden, dass das Album der Band, "Nesthäkchen", wirklich über ein wunderschönes Artwork verfügt und mich schon neugierig auf die Band machte, bevor ich auch nur einen Ton gehört hatte. ♥
Im Anschluss ging es dann weiter mit Männi und seiner Band, meinem persönlichen Highlight des Abends. Auch hier erwartete die Zuschauer wieder Punkrock mit deutschsprachigen Texten, mal extrem witzig (Hotel Spk, Mentholzigarette), aber auch durchaus mal ernst (Alles Okay, Irgendwie seltsam), immer jedoch energiegeladen und zum abgehen geeignet, was sich das Publikum auch nicht zweimal sagen ließ. Die Stimmung war super und entsprechend ging das Konzert dem Gefühl nach auch viel zu schnell zu Ende. Zu meinem großen Glück gab es am Ende dann aber noch eine kleine Zugabe in Form von "Abgefuckt", meinem Lieblingslied vom gerade erst erschienenen ersten Album "Alkohol & Melancholie".
Die folgende Umbaupause wurde genutz, um besagtes Album auch endlich zu kaufen. Abschließend standen dann noch Suburbian Rex auf dem Programm. Diese spielten ziemlich klassisch Rockmusik und hatten offenbar einen ganzen Haufen Fans mitgebracht, gaben sie ja auch ein Heimspiel in Jülich. Vor der Bühne ging es jedenfalls von Anfang an ziemlich wild zu. Hier blieben wir aber nicht mehr bis ganz zum Ende, da uns doch noch ein gutes Stück Heimweg bevorstand und der Tag lang gewesen war. Ich glaube, wir werden alt. :P
In jedem Fall war dies alles in allem wieder mal ein sehr gelungener Konzertabend mit sympathischen Bands in einem sympathischen Venue. Das können wir so in der Form gerne einmal wiederholen. ;)
Am vergangenen Wochenende verwandelte sich der Jülicher Brückenkopf-Park bei wahrlich karibischen Temperaturen bereits zum vierten Mal in ein großes Piratennest. Am Sonntag begab ich mich bei einem Tagesausflug mitten hinein ins Getümmel von Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.
Man muss ja sagen, dass sich die Planer der Bahnstrecke nach Jülich nicht gerade mit Ruhm beckleckert haben. Mit dem Auto hätte ich für die dann knapp 25 Kilometer lange Strecke etwa eine halbe Stunde gebraucht. Mit dem Zug waren es knapp 1 1/2 Stunden, inklusive zwei sehr knapp berechneten Umstiegen. Entsprechend war ich auch sehr froh, als die Fahrt ohne größere Schwierigkeiten hinter mir lag und ich in Jülich die einem Backofen gleichende Rurtalbahn mit ihren riesigen Fenstern verlassen durfte.
Auf dem Weg nach Jülich: Und ich dachte, die abenteuerliche Zeitreise würde erst im Brückenkopf-Park beginnen! :P
Dann hieß es erstmal: und jetzt? Es war einer dieser Momente, in denen ich echt unglaublich glücklich über die Erfindung mobilen Internets war, hätte ich für meine Suche nach dem Fußweg zum Brückenkopf-Park doch sonst sicher erheblich länger gebraucht. Einen Bus zum Veranstaltungsort gab es zwar auch, doch fuhr der am Sonntag nur alle zwei Stunden... Egal, denn hatte man erstmal den richtigen Weg gefunden, war es eigentlich gar nicht so weit bis zum Brückenkopf-Park.
Am frühen Nachmittag konnte ich mich dann endlich ins Piraten-Abenteuer stürzen. Zunächst schlenderte ich eine Weile alleine über das Gelände und schaute mich gründlich um. Der Aufbau der zahlreichen Piratenlager war wieder sehr detailreich und liebevoll und auf dem Marktplatz gab es so manche schöne Sache zu entdecken. Später nahm ich von dort ein schönes, kleines Windspiel mit nach Hause. Erst einmal zog es mich jedoch zum Stand mit den kalten Getränken und dem Eis. Ein fruchtiges Eis schien nämlich perfekt an diesem Wochenende, das mehr Sonne und Wärme mit sich brachte, als man von diesem Sommer noch zu erhoffen gewagt hatte. Über meinem Eis traf ich dann auch eine Freundin, die schon das ganze Wochenende in Jülich gewesen war und die mir erzählte, was ich so verpasst hatte und was ich an diesem Tag auf keinen Fall verpassen sollte.
Das Wetter passte natürlich auch sehr gut zum Thema der Veranstaltung, wähnte man sich doch tatsächlich fast in karibischen Gefilden. Um die Hitze den ganzen Tag über für alle erträglich zu machen, hatte man auf dem ganzen Gelände Wassersprenger und kleine Planschbecken aufgestellt. Ich jedenfalls fand mich mehr als einmal im erfrischenden Regen des ein oder anderen Wassersprengers wieder, was wirklich eine Wohltat war!
Natürlich gab es beim Pirates auch reichlich Programm. Der erste Punkt, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte, war das Konzert von Magda Andersson. Vielen hauptsächlich bekannt als Mitglied von Ye Banished Privateers, macht sie jedoch auch solo ganz wunderbare Musik. Bei ihrem Auftritt am Sonntag ging es entspannt und ruhig zu, ganz passend zu den folkpopigen / Singer-Songwriter-artigen Klängen - und das alles mit schwedischen Texten. Magda hatte an diesem Tag auch ihr Album "Korsa Gränser" mit dabei, was sie in einer Art Pre-Release verkaufte. Das mitzunehmen ließ ich mir natürlich nicht nehmen, und da sich die Chance bot, die CD auch signieren zu lassen, nahm ich auch diese Möglichkeit wahr. Dabei überwand ich mich sogar, sie auf Schwedisch anzusprechen. Obwohl mir mein gesprochenes Schwedisch immer arg dürftig vorkommt, wurde ich verstanden (yeah! ^^) und sie schien sich auch zu freuen, dass jemand ein bisschen von ihren Texten verstehen konnte.
Magda Andersson
Gleich im Anschluss ging es weiter zu einem anderen Konzert, von dem meine Freundin meinte, ich dürfe es nicht verpassen. Wie recht sie hatte! Pat Razket waren mir vorher überhaupt kein Begriff gewesen, obwohl ich eines der Mitglieder bereits von Ye Banished Privateers kannte. Die schwedischen Piraten machten sowohl bei ihrem Akustik-Gig unter einem kleinen Sonnensegel als auch später auf der großen Bühne richtig Stimmung und ich fragte mich wirklich, woher Schweden nur all die großartigen musizierenden Piraten nimmt. :D
Viel zu schnell wurde es dann auch schon Abend, und das letzte Konzert des Tages und des Festivals stand an: Ye Banished Privateers! Wie nicht anders zu erwarten, lieferten die den krönenden Abschluss eines insgesamt sehr schönen Festivaltages.
Als das Konzert vorbei war, blickte ich auf die Uhr. 19:24 Uhr. Die ambitionierte Idee, den Zug um 19:43 Uhr noch erwischen zu können, erwuchs in mir. Schließlich kommt der Zug in Jülich - wer hätte es erwartet - auch nur einmal stündlich. ich verabschiedete mich also relativ zügig von meiner Freundin und verließ um halb acht das Gelände, um mir den für etwa 15 bis 20 Minuten gedachten Rückweg bei der noch immer herrschenden Hitze in knapp 13 Minuten anzutun. Obwohl ich den letzten halben Kilometer rennen musste, hatte mein Plan Erfolg, doch ich fühlte mich irgendwie ziemlich zerflossen.
Laut Programmheft soll das Pirates vom 25. bis zum 27. August 2017 in die fünfte Runde gehen. Es wäre mir eine Freude, wieder dabei sein zu dürfen - dann vielleicht auch wieder drei Tage mit Übernachtung vor Ort.
Für manch Unwissenden muss es seltsam erschienen sein, was am vergangenen Wochenende im sonst so beschaulichen Jülich passierte. Der Klang lauter Schüsse hallte durch die Luft und mehr als ein Captain Jack Sparrow wurde gesichtet. Bereits zum dritten Mal wurde der Brückenkopfpark nämlich zum Ziel von Piraten aus aller Welt als es wieder hieß: Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.
Hatte ich es letztes Jahr noch bei einem Tagesausflug belassen, wollte ich dieses Jahr das gesamte Wochenende dabei sein. Eine Freundin und ich hatten uns darum eine Campingparzelle auf dem an diesem Wochenende nur für Festivalbesucher reservierten örtlichen Campingplatz gegönnt. Und was war das für ein Luxus für uns, die wir von anderen Festivals das Campen auf schlecht gemähten, buckligen Wiesen an Autobahnen gewöhnt sind: Abgesteckte, nummerierte Parzellen! Sanitäranlagen mit echten Duschen! Ein Traum wurde wahr! ;)
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und notgedrungen noch einkaufen gegangen waren (ein Hinweis, dass die Sanitäranlagen nicht mit Toilettenpapier ausgestattet sind, wäre freundlich gewesen!) machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Obwohl es erst Freitag Nachmittag war, war schon einiges los. Insbesondere Familien mit Kindern waren viele zu finden, was sicher auch durch das großartige Wetter begünstigt wurde. Dieses sollte sich zum Glück das ganze Wochenende über halten.
Schweres Geschütz - wenn auch nicht das schwerste ;)
Wir machten uns zunächst an eine Erkundung des Geländes, schlenderten über den Marktplatz von Port Royal und nach Porto Bello in die Südbastion. Auch bewunderten wir die durchweg aufwändig gestalteten Lager der verschiedenen anwesenden Piratengruppen. Gegen Abend begaben wir uns dann zur Hauptbühne, um uns dort "Die 3 Musketiere" anzusehen. Es handelte sich dabei um eine Lesung, die von Fecht - und Musikeinlagen begleitet wurde. Wir konnten allerdings nicht bis zum Ende bleiben, da wir unbedingt noch einen anderen Programmpunkt sehen wollten.
In Tortuga in der Nordbastion wurde nämlich das Open Air Action Theaterstück "Das Wasser des Alchemisten" aufgeführt, welches sicherlich eines der Highlights des Festivals ist. Wer Interesse hat: Im kommenden Jahr wird das Stück auch im wunderschönen Freilichttheater von Xanten aufgeführt werden. Ich überlege jetzt schon, ob sich ein Besuch einrichten lässt...
Aber zurück zum Pirates-Festival: nach der fulminanten Show war es nämlich noch lange nicht Zeit zum Schlafen gehen, gaben doch Mr. Hurley & die Pulveraffen noch ihr einziges Konzert bei diesem Pirates-Festival. Das ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen, genauso wenig wie die ebenfalls anwesenden Ye Banished Privateers, von denen zwei die Band beim "Plankentanz" durch das Schütteln ihres Achterdecks unterstützten. :D
Der Samstag und der Sonntag standen dann für uns wesentlich im Zeichen einer ganz besonderen Band: Ye Banished Privateers! Die vielköpfige Band aus dem nordschwedischen Umeå war bisher bei jedem Pirates-Festival dabei - und wird es hoffentlich auch in Zukunft noch sein! Die Energie, die Ye Banished Privateers auf der Bühne freisetzen, ist einfach unbeschreiblich, das muss man selbst erlebt haben. Zudem gibt es immer noch die eine oder andere spezielle, piratige Bühneneinlage. Da spritzt auch schonmal Blut bis ins Publikum oder jemand endet am Galgen. ;)
Die Mannschaft hat es übel erwischt: Ye Banished Privateers
Am Samstag Abend gab es von der Band auch noch einen ganz besonderen Song zu Hören: "Devils Bellows" war ein Dankeschön für eine von deutschen Fans realisierte Spendenaktion. Akkordeonspieler Björn hatte auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover sein Instrument verloren (oder vielmehr: es war ihm gestohlen worden). Mit der spontan ins Leben gerufenen Spendenaktion konnte innerhalb kürzester Zeit genug Geld gesammelt werden, um ihm sein Instrument zu ersetzen. Im Dankessong wurden darum alle Vornamen der Spender genannt. Wenn das mal keine schöne Art ist Danke zu sagen!
Die Fans revanchierten sich mit weiteren Geschenken: So hatte der Fanclub Geld gesammelt und der Band ein großes Banner geschenkt. Außerdem hatte jemand kleine Püppchen der Musiker angefertigt, so dass nun alle über wirklich tolle Miniaturausgaben ihrer Selbst verfügen.
Doch natürlich gab es auch noch andere Bands zu hören: So spielten beispielsweise noch Vroudenspil, die wir uns am Samstag auf der Hauptbühne auch von ganz vorne anschauten. Leider hatte die Band anfangs ziemliche Probleme mit der Technik, weswegen der erste Auftritt etwas kürzer als geplant ausfiel und die Band anfangs sichtlich genervt war. Irgendwann lief es dann aber zum Glück doch und die Fans, die trotz der verlängerten Wartezeit ausgeharrt hatten, wurden mit Songs wie "Küss mich" (einer meiner persönlichen Favoriten :P) entlohnt.
Vroudenspil
Ein weiteres musikalisches Highlight war am Samstag der erste Soloauftritt von Magda Andersson in Deutschland. Magda, die sonst auch bei Ye Banished Privateers singt, präsentierte am frühen Abend mit Unterstützung einiger Bandkollegen ihre eigenen, wunderschönen, ruhigen Folksongs. Das Besondere: sie sang fast ausschließlich auf Schwedisch! Obwohl also der Großteil des Publikums die Texte nicht verstand, hatten sich doch sehr viele eingefunden und lauschten gebannt, in gemütlicher Runde vor der Bühne sitzend.
Magda Andersson
Magda spielte sowohl Songs von ihrer ersten EP und dem in Arbeit befindlichen ersten Album als auch einige Eigeninterpretationen anderer Lieder wie Cornelis Vreeswijks "Blues för Fatumeh" oder (was für besondere Begeisterung sorgte) "Blau wie das Meer" von Mr. Hurley & die Pulveraffen, inklusive eines "So-klingt-deutsch-wenn-du-es-nicht-verstehst" und eines schwedischen Teils. :D
Letzteres Lied hat eine Freundin sogar als Video festgehalten, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:
Doch natürlich gab es nicht nur Musik: Wie bei Piraten üblich wurde viel gekämpft und viel geschossen. Gerüchteweise sogar so viel und laut, dass es Anwohnerbeschwerden gab. ;) Gaukler unterhielten die Besucher mit ihren Künsten, Piraten und Marineangehörige maßen ihre Kräfte, Lesungen wurden gehalten, Theaterstücke vorgeführt, kurzum: es war für jeden Geschmack etwas dabei.
Es wurde viel gefochten in Jülich
Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Kulinarische Neuentdeckung des Wochenendes waren dabei für uns Curly Potatoes: Spiralkartoffeln mit verschiedener Würzung nach Wahl an einem Spieß. Sicher nicht unbedingt eine gesunde Hauptmahlzeit, aber unheimlich lecker!
Am frühen Sonntag Nachmittag wurde es dann für uns Zeit, die Welt der Piraten für dieses Jahr zu verlassen. Aber es sieht danach aus, dass wir alle nächstes Jahr wiederkommen dürfen: Das großartige Wetter hat in diesem Jahr für richtig gute Besucherzahlen gesorgt, so dass einem vierten Pirates-Festival im kommenden Jahr voraussichtlich nichts im Weg steht. Ich für meinen Teil bin dann gerne wieder mit dabei!
Wieder einmal hat sich das Leben zwischen mich
und meine guten Vorsätze regelmäßig zu bloggen gestellt - darum folgt
auch erst jetzt, über einen halben Monat verspätet, mein Bericht zum
Pirates Festival, welches ich am letzten Augustwochenende besucht habe. :D
Bereits zum zweiten Mal verwandelte sich an diesem Wochenende der
Brückenkopfpark in Jülich bei Aachen in eine Piratenhochburg.
Freibeuter, Piraten und alles, was die See in aller Herren Länder sonst
noch so an leicht zwielichtigen Gestalten zu bieten hat, versammelten
sich zu diesem Zweck für bis zu vier Tage auf dem historischen Gelände
um ihr Handwerk auszuüben, aber natürlich vor allem, um zu feiern. Und
was braucht man zum Feiern? Ganz genau: Gute Musik! Und diese lieferte
am Samstag, als ich das Festival besuchte, mehrere hochkarätige
Piratenbands.
Los ging es für mich aber zunächst mit den größten Feinden der Piraten: Mit der Pressgëng
hatte sich doch tatsächlich eine Truppe Marineangehöriger in das
Piratennest verirrt! Da der Pirat an sich aber tolerant ist und die vier
Herren musikalisch einiges zur Unterhaltung aufbieten konnte, war
dieser Umstand natürlich schnell verziehen und die ansonst eher
verfeindeten Parteien feierten einträchtig zusammen.
Die anderen Bands des Tages passten da schon viel eindeutiger ins
Piratenmilieu. Zunächst einmal wären da die Damen und Herren von Elmsfeuer,
die, unterstützt von ihrem Fahnenschwingenden Fanclub Piratenrock
präsentierten. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war dieses sehr
solide Set das letzte, was ich von der Band in dieser Form erleben
sollte. Wenig später gaben zwei Mitglieder ihren Ausstieg bekannt und
die restlichen Auftritte der Saison wurden abgesagt. Es scheint noch
recht ungewiss, wie genau es mit der Truppe nun weitergehen wird.
Wie üblich richtig gut waren auch Vroudenspil,
deren Sänger bewundernswerter Weise kurz nach einer schweren Rücken-OP
wieder die Bühne enterte. Richtig gut war hier dieses Mal die
Zusammenarbeit mit einer Band, auf die ich nun etwas genauer eingehen
will, weil sie das absolute, unbestrittene, nahezu unglaublich
großartige Highlight des Festivals war. Die Rede ist von Ye Banished Privateers!
Was ist nun so besonders an dieser Band? Nun, ich denke, am
deutlichsten wird das, wenn man sie einmal erlebt hat. Aber hier
trotzdem ein Erklärungsversuch: Man stelle sich eine Bühne vor, sehr
piratig dekoriert. Plötzlich betreten zwölf Damen und Herren dieselbe.
Sie tragen die ab piratigst aussehenden Kostüme, die du außerhalb
bekannter Hollywood-Filme jemals gesehen hast. Sie nehmen ihre
Instrumente zur Hand und legen alle zusammen los. Und du fühlst dich
einfach umgeblasen von der Energie, die dir da entgegenschlägt. Du
willst tanzen, feiern, gröhlen, und das nicht zu knapp. Bitteschön - da
hast du Ye Banished Privateers! :D
Die Band besteht streng genommen jedoch nicht nur aus zwölf, sondern
aus sechsundzwanzig Mitgliedern. Ja, richtig gelesen: Sechsundzwanzig.
Und wer Zeit und Lust hat, tritt eben auf. Natürlich gibt es eine Art
Kernbesetzung, aber weite Teile der Band sind sehr flexibel. Stammen tut
die Band übrigens - das aber nur ganz nebenbei - aus Umeå, der neben
Riga leicht stiefmütterlich behandelten zweiten europäischen
Kulturhauptstadt dieses Jahr. Eine Stadt, aus der ein ganzer Haufen
großartiger Musik kommt. Aber das ist eine andere Geschichte. Ye Banished Privateers veröffentlichen jedenfalls am Freitag ihr zweites Album "The Legend Of Libertalia".
Beim Pirates-Festival gab es einen exklusiven Presale, weswegen ich das
Album jetzt schon eine ganze Weile mein eigen nenne. Und - wer hätte es
gedacht - es ist großartig! Ich werde es demnächst einmal an dieser
Stelle präsentieren.
An mehreren Stellen des Tages arbeitete die Band jedenfalls, wie bereits angedeutet, mit Vroudenspil
zusammen, was wirklich unheimlich cool war. Sie hatten für ihre
deutschen Piratenkollegen sogar ein tolles, typisch nordschwedisches
Geschenk mitgebracht: einen (vermutlich selbstgebrannten) Schnaps
inklusive irgendeinem Biberdrüsen-Extrakt. Das ganze muss ziemlich
scheußlich geschmeckt haben und die Schweden hatten offenbar einen
Heidenspaß dabei, das Verkosten zu filmen. :D
Eine weitere ziemlich gute Band an diesem Tag waren Pyrates!.
Obwohl sie schon mehrfach auf Veranstaltungen gespielt haben, die ich
besucht habe, habe ich die Band bisher immer verpasst. Auch bei Pirates
war es eher ein Zufall, dass ich sie gesehen habe - aber ein ziemlich
glücklicher! Die Jungs machten unheimlich Stimmung, da wurde tierisch
getanzt (und das in Deutschland ;) ) und es war insgesamt einfach ziemlich cool!
Natürlich wurde aber nicht nur Musik geboten an diesem schönen Tag.
Die verschiedenen Lager zeigten das Leben von Piraten, Kanonenschüsse
donnerten den ganzen Tag über das Gelände. In Zusammenarbeit
verschiedener Piratengruppen, darunter den Flint's Buccaneers,
gab es ein großes Theaterstück in bester Fluch der Karibik-Manier mit
viel Action, Stunts und Feuer. Es war deutlich zu erkennen, wie viel
Herzblut in diesem Stück steckte. Umso bedauerlicher, dass das Wetter
nicht bei allen Vorführungen mitspielen wollte.
Krönender Abschluss des Samstags war dann aber doch wieder musikalischer Art: Gegen Mitternacht spielten Ye Banished Privateers
ein richtig schönes Tavernenkonzert, also Unplugged, spontan und sehr
familiär. Ein mehr als würdiger Abschluss eines wunderschönen Tages!