Posts mit dem Label Freilichtmuseum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freilichtmuseum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. November 2020

Museum im Lichterglanz - der Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Was Weihnachtsmärkte angeht, bin ich eigentlich ziemlich wählerisch. Die großen, städtischen Märkte sind mir meist zu überlaufen, sodass - wenn überhaupt - nur ein Besuch um die Mittagszeit in Frage kommt. Von der weihnachtlichen Beleuchtung bekomme ich so natürlich nichts mit. Umso schöner, dass es auch zunehmend kleine, feine Alternativen zu diesen Massenveranstaltungen gibt. Eine davon ist der Weihnachtsmarkt im Münsteraner Freilichtmuseum Mühlenhof, dem ich 2019 einen Besuch abgestattet habe.

 

Es handelt sich um einen recht kleinen Markt, bei dem an einigen Ständen Kunsthandwerk und ähnliches angeboten wird. Auch Essen und Trinken gibt es in kleinem Rahmen, wir gönnten uns bei unserem Besuch beispielsweise einen leckeren, süßen Flammkuchen. 

Das wahre Highlight war für mich aber die Beleuchtung. Sobald die Sonne untergeht, werden die traditionellen, westfälischen Gebäude sowie die Landschaft angestrahlt und verwandelnd das Museum in ein traumhaftes Lichtermeer. Im Endeffekt haben wir dann auch die meiste Zeit unseres Besuchs damit zugebracht, zu versuchen mit unseren Kameras wenigstens einen Hauch dieses Zaubers einzufangen. Ob es mir gelungen ist, davon könnt ihr euch anhand der folgenden Impressionen selbst einen Eindruck verschaffen:




Ob nun mit der Kamera im Anschlag oder einfach nur mit staunend geöffneten Augen, ich kann den Weihnachtsmarkt im Münsteraner Freilichtmuseum nur wärmstens empfehlen. Dieses Jahr wird er vermutlich genauso wenig wie alles andere stattfinden, aber es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten, in denen gerade solche kleineren Veranstaltungen unser aller Unterstützung werden brauchen können. Bis dahin muss man sich wohl mit den Erinnerungen an bessere Zeiten zufrieden geben und öfters mal zurückblicken.

Mittwoch, 13. November 2019

Das alte Norwegen entdecken: Unterwegs im Norsk Folkemuseum in Oslo

Am Tag unserer Ankunft in Oslo passierte nicht mehr besonders viel. Wir machten lediglich einen kleinen Bummel durch unser Viertel sowie über die große Einkaufsstraße, deckten uns mit Lebensmitteln für den Urlaub sowie mit Tourismus-Broschüren ein, besorgten uns den Oslo-Pass und planten dann am Abend in unserer Wohnung ganz gemütlich den nächsten Tag.

An unserem ersten vollständigen Tag in Oslo machten wir uns dann mit dem Bus auf in Richtung Bygdøy. Auf dem Tagesprogramm standen: Museen, Museen und nochmal Museen! Davon gibt es auf Bygdøy nämlich eine ganze Menge, eines gefühlt spannender als das andere. 

Unser erster Stopp führte uns ins Norsk Folkemuseum, ein riesiges Freilichtmuseum, in dem man locker auch den ganzen Tag hätte verbringen können. Nach Landschaften gegliedert führt einen dieses Museum in die Vergangenheit Norwegens. Aus allen Teilen des Landes hat man für dieses Museum historische Gebäude abgebaut und auf der Halbinsel in Oslo wieder aufgebaut. 

 Die historischen Gebäude haben Platz, ihre Wirkung in der Landschaft zu entfalten

Dabei gibt es unheimlich viel zu entdecken: alte Bauernhäuser aus dem ganzen Land, eine kleine Poststation, eine Zahnarztpraxis geben Einblick in längst vergangene Lebenswelten, während in einer anderen Ecke des Museums eine Tankstelle sowie ein Mietshaus auf einen warten, wie man sie Mitte des vergangenen Jahrhunderts vermutlich noch in allen norwegischen Städten fand. Und auch die Samen, die indigene Bevölkerung der nordischen Länder, wurde nicht vergessen. Ihnen wurde eine interessante, kleine Ausstellung gewidmet.

 Kulturhistorische Gegenstände aus der Sami-Ausstellung

Das wohl unbestrittene Highlight eines Besuchs im Norsk Folkemuseum ist aber sicher die Stabkirche von Gol. Den Besuch einer dieser komplett aus Holz gebauten Kirchen sollte man sich bei einem Besuch in Norwegen doch wirklich nicht entgehen lassen, finden sich diese wunderschönen und architektonisch sehr besonderen Gebäude doch ausschließlich dort. 

 Stabkirche von Gol

Eine richtig schöne Sache ist auch, dass das Norsk Folkemuseum ein belebtes Freilichtmuseum ist. So konnten wir bei unserem Besuch Menschen in traditionellen Trachten bei der Feldarbeit zusehen und einer Tanzvorführung beiwohnen. Kleiner Bonus für den Faun-Fan in mir: so kam ich endlich einmal in den Genuss des Halling-Tanzes, den Stefan regelmäßig auf den Livekonzerten der Band beschreibt, fliegender Hut inklusive. ;)

 Belebtes Museum: allerorten trifft man auf Mitarbeiter in traditionellen Rollen

Da unsere Zeit in Oslo begrenzt war und wir uns für diesen Tag so einiges vorgenommen hatten, konnten wir bei unserem Besuch leider nicht alles im Norsk Folkemuseum sehen. Insbesondere so manche Ausstellung blieb dabei leider ein bisschen auf der Strecke. Wenn ich die Stadt eines Tages noch einmal besuche (was sicher passieren wird!), werde ich dem Museum sicher noch einmal einen Besuch abstatten. So aber ließen wir das Freilichtmuseum nach etwa drei Stunden hinter uns und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel.

Selbst ganze Straßenzüge findet man im Norsk Folkemuseum!

Freitag, 19. Januar 2018

Erster Frühmittelaltermarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof

Auch eine Woche nach dem bereits besprochenen Fare Thee Well Festival zog es mich wieder nach Münster. Murren wir sonst eher, dass dort einfach nichts für uns los ist, war es in diesem August fast mehr, als man bewältigen konnte!

Das Freilichtmuseum Mühlenhof lud am 26. & 27. August zum ersten frühmittelalterlichen Markt ein und wir folgten der Einladung. Das Wetter war besser als angekündigt, sodass viele Menschen - besonders auch Familien mit Kindern sich wie wir in den Bus setzten und auf den Weg machten. Entsprechend war die Fahrt über Gruppenkuscheln angesagt. Natürlich erwischten wir den Bus mit dem durchgeknallten Pseudo-Anarchisten, der sein unfreiwilliges Publikum die ganze Fahrt über mit seinen bedauerlicherweise nicht vorhandenen Fähigkeiten an Ukulele und Gesang vereinnahmen wollte. Das Ganze endete fast in Handgreiflichkeiten zwischen ihm und einer resoluten Dame, der das Alles ganz zurecht über Gebühr auf die Nerven ging, sodass sich schließlich auch der Busfahrer einmischte... Kurz gesagt: wir waren froh, als wir endlich aussteigen durften und keiner blutete oder weinte ^^

Das Museum Mühlenhof war gut besucht, und neben den normalen Sehenswürdigkeiten des kleinen, aber feinen Museums hatten eben auch einige Mittelalterlager ihre Zelte aufgeschlagen, die alle durchaus authentisch wirkten und sich schön in das Ambiente des historischen Dorfes einfügten. Diese waren auch alle sehr offen und freuten sich sichtlich über Interaktion mit den Besuchern. Im Gegensatz zu vielen großen Mittelaltermärkten wirkten die Lager hier auch belebt und es wurde verschiedenen Handwerken nachgegangen.


Nachdem wir uns alles angesehen hatten, waren wir dann aber bald ein wenig ratlos, was wir tun sollten. Zwar gab es ein kleines Programm mit Schaukämpfen und einer mittelalterlichen Modenschau, doch dieses sollte erst über eine Stunde nach dem Ende unseres Rundgangs beginnen. Gerne hätten wir etwas im mittelalterlichen Ambiente gegessen oder getrunken, aber in der Beziehung sah es auf dem Markt leider ziemlich mau aus. Ein musikalisches Programm gab es zu unserem Leidwesen leider auch gar nicht. So entschieden wir uns schließlich dagegen zu warten und beendeten unseren Besuch auf dem Frühmittelaltermarkt weit früher als geplant.


Zusammenfassend würde ich sagen, dass dieser erste Frühmittelaltermarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster zwar durchaus Potenzial hat, dass dieses jedoch noch nicht optimal ausgeschöpft wurde. Das Ambiente ist für einen solchen Markt super, auch die zwangsläufig durch das eher kleine Museum limitierte Größe und die Ausrichtung auf eine authentische Darstellung durch engangierte Gruppen sind alles Punkte, die ich als sehr positiv empfunden habe. Verbesserungswürdig waren aus meiner Sicht die Verpflegung und das Programm. Ein Getränkeausschank in etwas rustikalerer Optik (und sei es so eine hölzerne Weihnachtsmarkt-Bude) sowie zwei, drei Stände mit Essen, wie man es auch im Mittelalter hätte finden können, hätten für mich beim Ersteindruck auf dem Vorplatz schon Wunder gewirkt und mich vermutlich dazu veranlasst, länger zu bleiben.

Dennoch hat es mich gefreut zu hören, dass der Markt am 23. Juni 2018 eine weitere Auflage erleben wird und ich bin gespannt zu sehen, wie sich die Veranstaltung entwickeln wird.

Samstag, 21. Januar 2017

Das Münsterland anno dazumal - Zu Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Guten Morgen allerseits! Ich habe endlich wieder einigermaßen stabiles Internet, also kann es ja heute endlich mal weitergehen mit den Rückständen aus dem letzten Jahr.

Den letzten Freitag vor Weihnachten habe ich für einen Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster genutzt. Obwohl ich einige Jahre in der Stadt gelebt habe, hatte ich es dorthin irgendwie nie geschafft. Es wurde also höchste Zeit, das nachzuholen!

An dem Tag gab es im Mühlenhof nicht nur das Freilichtmuseum zu besichtigen, es fand außerdem noch ein Westfälischer Weihnachtsmarkt statt. Dieser war ziemlich schnuckelig, die meisten Stände hätten auch sehr schön auf einen Kunsthandwerkermarkt gepasst. Im Backhaus des Museums hatte sich aber beispielsweise auch ein Bäcker niedergelassen, der leckere Backwaren aus dem alten Ofen anbot. So konnte man sich bestens versorgt an den Rundgang machen.

Eingang Schuhmacherhaus

Obwohl der Mühlenhof ein recht kleines Freilichtmuseum ist, gab es bei unserem Rundgang viel zu entdecken. Ziel des Museums ist es, das Leben im Münsterland zu zeigen, wie es in der Vergangenheit ausgesehen hat. Dafür wurden rund 30 alte Gebäude zusammengetragen, von denen die meisten tatsächlich aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen und eigens auf das Museumsgelände umgesetzt wurden. Neben dem bereits erwähnten Backhaus findet man beispielsweise eine Kapelle, einen Glockenturm, eine kleine Schule, ein Dorflädchen oder auch die Werkstätten verschiedener Handwerker. Im Zentrum des Museum findet sich außerdem die namengebende Mühle, eine Bockwindmühle aus dem 18. Jahrhundert.

Bockwindmühle im Zentrum des Mühlenhofs

Der Rundgang durch den Mühlenhof war ein sehr interessantes Erlebnis, und zum Ende hin hatten wir das Glück, dass die untergehende Sonne das Gelände und die Gebäude in ein zauberhaftes Licht tauchte, was wirklich sehr schön anzusehen war.

Alter Dorfladen

Zum Abschluss haben wir uns dann fest vorgenommen, das Museum noch einmal an einem regulären Tag zu besuchen, an dem es keine Sonderveranstaltung gibt und wir folglich auch mehr Zeit haben, uns den Gebäuden, ihrer Funktion und den in ihnen ausgestellten Gerätschaften zu widmen. Am besten im Sommer, wenn auch der Bauerngarten des großen Gräftenhofs nicht so brach liegt wie er das Ende Dezember ganz natürlich tut.

Das Freilichtmuseum Mühlenhof verfügt übrigens auch über eine sehr informative Homepage, die eindeutig einen Blick wert ist: https://www.muehlenhof-muenster.org/