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Montag, 9. November 2020

Museum im Lichterglanz - der Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Was Weihnachtsmärkte angeht, bin ich eigentlich ziemlich wählerisch. Die großen, städtischen Märkte sind mir meist zu überlaufen, sodass - wenn überhaupt - nur ein Besuch um die Mittagszeit in Frage kommt. Von der weihnachtlichen Beleuchtung bekomme ich so natürlich nichts mit. Umso schöner, dass es auch zunehmend kleine, feine Alternativen zu diesen Massenveranstaltungen gibt. Eine davon ist der Weihnachtsmarkt im Münsteraner Freilichtmuseum Mühlenhof, dem ich 2019 einen Besuch abgestattet habe.

 

Es handelt sich um einen recht kleinen Markt, bei dem an einigen Ständen Kunsthandwerk und ähnliches angeboten wird. Auch Essen und Trinken gibt es in kleinem Rahmen, wir gönnten uns bei unserem Besuch beispielsweise einen leckeren, süßen Flammkuchen. 

Das wahre Highlight war für mich aber die Beleuchtung. Sobald die Sonne untergeht, werden die traditionellen, westfälischen Gebäude sowie die Landschaft angestrahlt und verwandelnd das Museum in ein traumhaftes Lichtermeer. Im Endeffekt haben wir dann auch die meiste Zeit unseres Besuchs damit zugebracht, zu versuchen mit unseren Kameras wenigstens einen Hauch dieses Zaubers einzufangen. Ob es mir gelungen ist, davon könnt ihr euch anhand der folgenden Impressionen selbst einen Eindruck verschaffen:




Ob nun mit der Kamera im Anschlag oder einfach nur mit staunend geöffneten Augen, ich kann den Weihnachtsmarkt im Münsteraner Freilichtmuseum nur wärmstens empfehlen. Dieses Jahr wird er vermutlich genauso wenig wie alles andere stattfinden, aber es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten, in denen gerade solche kleineren Veranstaltungen unser aller Unterstützung werden brauchen können. Bis dahin muss man sich wohl mit den Erinnerungen an bessere Zeiten zufrieden geben und öfters mal zurückblicken.

Dienstag, 18. Juni 2019

Karibische Weihnachten: der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund

Ich hatte Dortmund nach der German Comic Con kaum verlassen, als es am nächsten Tag schon wieder zurück dorthin ging. Dieses Mal war mein Ziel jedoch der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark. Als die Veranstaltung vor einigen Jahren noch in Telgte stattfand, haben meine Freunde und ich in der Vorweihnachtszeit fast dort gewohnt, doch seit dem Umzug nach Dortmund sind die Besuche leider viel seltener geworden. So sollte es an diesem 2. Dezember auch unser einziger Besuch für 2018 bleiben.

Es lockten wieder einmal unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers. Seit ein paar Jahren ist es gute Tradition, dass die Schweden auf dem MPS-Weihnachtsmarkt aufspielen und als ganz besonderes Schmankerl jedes Jahr ein neues, piratiges Weihnachtslied mitbringen. Das alleine schon ist immer einen Besuch wert. Nach Hits wie "Henry Morgan's Coming To Port" oder "Oh Cannonball" beglückte die Band uns in diesem Winter mit "Ring The Bells". Das Ganze war jedenfalls wieder ein großer Spaß - und wer weiß, wenn die Tradition fortgesetzt wird, haben wir vielleicht in ein paar Jahren die erste Piraten-Weihnachtsplatte der Welt vorliegen, die unser aller Weihnachtsfest musikalisch sicher sehr bereichern wird! :P


Zwischen den Konzerten blieb reichlich Zeit, um das Gelände zu inspizieren. Viel hatte sich nicht verändert. Für gutes Essen war wie üblich alleorten gesorgt, von Hanffladen bis gebrannte Mandeln war für jeden Geschmack, Hungergrad und Geldbeutel etwas dabei. Auch wer sich neu mittelalterlich einkleiden wollte oder auf der Suche nach dem einen oder anderen neuen Schmuckstück war, musste nicht lange suchen. Wem es kalt wurde, der konnte sich in einem Zelt aufwärmen oder sich mit einem alkoholischen oder auch alkoholfreien Heißgetränk eindecken.

Trotzdem fällt es mir, insbesondere während des Tages, jedes Mal wieder schwer, dem Gelände etwas abzugewinnen. Und ich weiß, dass es vielen, die sich noch an Telgte erinnern, ähnlich geht. Der Aufbau des Marktes ist weitestgehend unromantisch quadratisch, praktisch gut, wenig mittelalterliche Matten gegen den Schlamm inklusive. [Und ja, ich zähle zu den Puristen, die sich nie über den Schlamm beschwert, sondern ihn als gegeben hingenommen haben. Einige meiner schönsten MPS-Erlebnisse endeten mit nassen Füßen, versauten Schuhen und Schlamm bis zu den Knien ^^]. Das Zelt hat für mich zu viel Oktoberfest-Charakter, unangenehm alkoholgeschwängerte Luft und zu hoher Lautstärkepegel treiben mich in der Regel nach zwei Minuten rückwärts wieder hinaus. Die Bühne im Infield hingegen empfinde ich als zu groß für den Anlass. Tja, offenbar werde ich alt und trauere lieber jahrelang den guten alten Zeiten hinterher, anstatt mich irgendwann mal an die Neuerungen zu gewöhnen. ;)

Im Dunkeln entfaltet der PLWM dann endlich mal seinen vielgelobten Charme. Die Nacht verdeckt die unschönen, pragmatischen Bauelemente und zahlreiche Kerzen und Lichter im Wasser und an den Ständen sorgen doch noch für etwas Romantik und Mittelalter-Flair. Insbesondere der Blick über den See ist wirklich jedes Mal wieder beeindruckend.

Insgesamt hatten wir jedenfalls einen recht netten Tag auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund. Da es nicht besonders kalt war, konnte man es ganz gut länger draußen aushalten, und durch das Bühnenprogramm ist die Veranstaltung, die mir persönlich mittlerweile sonst stark auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten scheint, auch für Szeneanhänger immer noch einen Besuch wert. Und gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es ja sonst auch eher wenige Anlässe, sich in mittelalterlichem Rahmen zu treffen.

Dienstag, 24. April 2018

Weihnachten auf Schloss Merode

So, nun wird es aber Zeit, endlich die extrem verspätete Berichterstattung aus dem Vorjahr zu beenden. Dieses Jahr ist auch schon wieder einiges passiert, und es kommt gerade so richtig in Fahrt. Da nervt es schon etwas, sich noch so hartnäckig mit den "Altlasten" herumschlagen zu müssen. Aber ich habe mir nunmal vorgenommen, möglichst lückenlos zu berichten, und nur weil sie länger her sind, sind diese Aktivitäten ja nicht blöder sondern haben mir zu ihrer Zeit auch Spaß gemacht. Außerdem ist ein Ende der stockenden Blogbetreibung abzusehen: diese Woche soll es sich endlich begeben, dass ich meine Hausarbeit für die Uni, die mich seit einer ganzen Weile beschäftigt, fertig bekomme. Dann habe ich auch endlich wieder mehr Zeit zum Bloggen!.

Nun aber zum letzten Erlebnis aus 2017. Ich habe nämlich tatsächlich auch einen nicht-mittelalterlichen Weihnachtsmarkt besucht. Und es hat mir gut gefallen!

Mein Weg führte mich dafür mit Familienbegleitung nach Langerwehe ins schöne Schloss Merode. Dort findet in jedem Jahr der Romantische Weihnachtsmarkt statt, der sich mittlerweile weithin einen sehr guten Ruf erworben hat. Und das ganz zu Recht: das Gelände rund um Schloss Merode bietet sich wirklich für eine solche Veranstaltung an. Die hübschen Holzbuden, die Abends beleuchtet werden und rund um Schloss und Graben aufgestellt sind, bieten einen wirklich hübschen Anblick.

Schloss Merode zur Weihnachtszeit

Wie es nun einmal der eigentliche Sinn eines Marktes ist, gab es auch beim romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Merode die unterschiedlichsten Dinge zu erstehen. Von traditioneller Weihnachtsdeko über Feuerkörbe bis hin zu  Räucherstäbchen war wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Auch hungrig oder durstig musste man natürlich nicht bleiben. So gab es beispielsweise Backfisch, leckere gefüllte Brote oder auch nostalgische Süßigkeiten zu probieren.

Auch ein Programm gab es. So konnte man unter anderem Fahnenschwinger bei der Arbeit beobachten oder Harfenklängen lauschen. Im Schloss selbst gab es außerdem eine Krippenausstellung, in der es zum Beispiel ganz entzückende Mini-Krippen zu bestaunen gab.

Die Atmosphäre war während meines Besuchs auf Schloss Merode durch und durch entspannt. Nun muss ich aber auch gestehen, dass wir unseren Ausflug extra auf die Mittagszeit gelegt hatten, da es sich schon herumgesprochen hatte, dass der Markt gegen Abend ziemlich überlaufen werden kann. So verpassten wir zwar die weit gerühmte Beleuchtung, konnten aber den Markt an sich genießen. Mich stressen Veranstaltungen, bei denen man vor lauter Leuten kaum noch treten kann ja meist mehr, als dass sie mich erfreuen, so schien das einfach die bessere Lösung. Aber das ist wohl einfach eine Geschmacksfrage.

Das später sicher noch hereinbrechende Chaos zeichnete sich dann aber auch schon ab, als wir den Weihnachtsmarkt am Nachmittag wieder verließen. Im näheren Umkreis war da weit und breit kein Parkplatz mehr zu finden. Soweit ich weiß, ist die Veranstaltung darauf jedoch mit einem Park & Ride System eingerichtet.

Alles in allem hat mir der romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Merode jedenfalls sehr gut gefallen. Das Ambiente war sehr schön, die Stimmung angemessen weihnachtlich. Und vielleicht ringe ich mich ja doch irgendwann einmal dazu durch, zu späterer Stunde wiederzukommen, um mir die romantische Beleuchtung anzusehen.


Samstag, 31. März 2018

Ein paar Worte zum PLWM in Dortmund

Meine mittelalterliche Weihnachtsmarktsaison war 2017 erneut eine ziemlich kurze. Sie begann am ersten Adventssamstag mit einem Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt des MPS in Dortmund. Es sollte für dieses Jahr der einzige Besuch dieses Weihnachtsmarktes bleiben.

Anlass für einen Besuch an diesem Wochenende waren Ye Banished Privateers, die unübertroffenen Könige (und Königinnen) des Piraten-Folks. Sie spielten mehrere großartige Konzerte im Infield der Veranstaltung (ein paar Worte dazu folgen noch), bei denen sie auch ihre Weihnachtslieder zum Besten gaben. Schon alleine diese sind bei jedem Mittelalter-Weihnachtsmarkt ein Grund, der Band einen Besuch abzustatten! Es ist in den vergangenen Jahren eine schöne Tradition geworden, dass die Schweden ihr Publikum beim PLWM mit ihren piratigen Interpretationen klassischer Weihnachtslieder wie "Oh Cannonball" oder "Henry Morgan's Coming To Port" erfreuen und auch immer ein neues weihnachtliches Stück präsentieren, was immer für reichlich Lacher und gute Laune sorgt. Neu im Repertoire dieses Jahr war eine Neuinterpretation namens "The Little Rummer Boy". Zum Glück war auch in diesem Jahr wieder jemand so freundlich, das Stück auf Video zu bannen:


Zwischen den Aftritten der Privateers namen wir das Gelände mal genauer unter die Lupe, was jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm, da sich zu den vergangenen Jahren nicht allzu viel verändert hatte. Wir verpflegten uns mit Zyklopenspießen, gebrannten Mandeln und Schneebällen. Dem Musikzelt statteten wir nur einen kurzen Besuch ab. Dort spielten zwar die Cobblestones, aber dort war es vor allem auch verdammt laut und die Luft für meinen Geschmack deutlich zu glühweingeschwängert.

Am Abend unseres Besuches sollten noch die Red Hot Chilli Pipers spielen. Diese hätte ich mir gerne angesehen, jedoch wäre ich dann nicht mehr nach Hause gekommen, wo ich nächsten Tag etwas vorhatte. Somit endete unser Besuch nach dem letzten Auftritt von Ye Banished Privateers.

Es war ein schöner Tag, aber nun muss ich tatsächlich mal etwas beichten: ich bereue es nicht, dass es der einzige Besuch in Dortmund 2017 geblieben ist. Ich werde nämlich einfach nicht warm mit dem PLWM. Es ist wirklich so, dass ich bis heute dem schnuckeligen MPS-Weihnachtsmarkt in Telgte hinterhertrauere. Ich weiß, dass derartige Kritik etwas ist, was Gisi nicht gerne hört, denn er steht voll und ganz hinter seinem schneller-höher-weiter-Kurs der vergangenen Jahre. Ich tue das als Besucher nur begrenzt. Auf dem lauschigen, kleinen Markt in Telgte haben meine Freunde und ich jahrelang ganze Wochenenden zugebracht. Knackiger Frost oder Überschwemmungen konnten uns nicht abhalten, immer und immer wieder dort aufzuschlagen. Das Eintrittsgeld war schmal, die Bühnen klein - doch die Stimmung war so herrlich mittelalterlich und weihnachtlich!

Und nun, in Dortmund, vermisse ich all das. Ich will einen schönen, weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dafür brauche ich keine riesige Festivalbühne, kein beheiztes Bierzelt, keine Bodenplatten gegen Matsch. Ich brauche auch keine 3-Preisstufen-Regelung. 30 Euro, um an einem Samstag den ganzen Markt und drei Bands sehen zu dürfen - das ist ein Luxus, den ich mir maximal einmal in der Saison genehmige, und auch das eher zähneknirschend, steht das Programm doch in keinem Verhätnis zu dem, welches bei den somerlichen MPS-Terminen für einen ähnlichen Preis geboten wird. Und dafür gibt es - gerade in NRW - auch zu viele schöne Alternativen.

Eine solche Alternative bietet beispielsweise das Winterspektakulum auf Burg Altena, welches ich 2017 bereits zum zweiten Mal besucht habe und dessen Besuch eine regelrechte Offenbarung für meine Freundin und mich war. Doch davon mehr im nächsten Post.

Montag, 20. Februar 2017

Rastaban auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

So, nach nur fast zwei Monaten liefere ich heute dann endlich mal den letzten noch ausstehenden Bericht aus dem vergangenen Jahr nach... *dumdidum*

Am 29. Dezember verschlug es mich noch ein letztes Mal nach Dortmund auf den Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt. Dort war für diesen Tag nämlich ein ganz besonderes Konzert angesetzt. Die Belgier von Rastaban hatten nämlich nicht nur ihren ersten MPS-Auftritt, sondern gleich ihr erstes Deutschland-Konzert überhaupt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte!

Das Konzert fand im von mir eigentlich nicht so hochgeschätzten Zelt statt, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Beim Warten auf den Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Rundblick auf das versammelte Publikum. Da gab es einige neue Gesichter zu sehen, die vermutlich ebenfalls nur für Rastaban angereist waren. Auch hörte man an diesem Tag im Zelt deutlich mehr Französisch als sonst. Doch auch gut bekannte Gesichter hatten sich versammelt, um die neue Band auf dem MPS Willkommen zu heißen.

Rastaban begannen schließlich ganz pünktlich, und brachen mit ihrem mitreißenden Tribal Folk schnell das Eis und zeigten, dass sie auch ein Publikum in Deutschland dazu bringen können, das Tanzbein zu schwingen. Aber mal unteruns: Wer könnte auch allen Ernstes bei Songs wie "Zora" oder "La Gavotte" wie ein Stein vor der Bühne stehen bleiben? ;)

Rastaban in Dortmund

Der Platz vor der Bühne füllte sich während des Konzerts zusehends und die Leute lauschten den Klängen der Band mit großer Freude, ebenso wie den sympathischen Ansagen, für die Slideridoo-Spieler Luka sogar sein beim Fernsehen gesammeltes Deutsch hervorkramte. Am Ende verabschiedeten sich Rastaban unter begeisterten Applaus und ich bin mir sehr sicher, dass sie an diesem Tag doch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen konnten.

Für Leute, die sich gerne selbst ein Bild verschaffen wollen oder da waren und in Erinnerungen schwelgen möchten: (Fast?) das ganze Konzert diesen Tages ist auf youtube zu finden.

Es war ein wirklich durch und durch gelungener Einstand, den Rastaban da auf dem Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt mit den Besuchern feierten. Hoffentlich gibt es für uns Fans in absehbarer Zeit mehr davon auf deutschen Bühnen!

Samstag, 21. Januar 2017

Das Münsterland anno dazumal - Zu Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Guten Morgen allerseits! Ich habe endlich wieder einigermaßen stabiles Internet, also kann es ja heute endlich mal weitergehen mit den Rückständen aus dem letzten Jahr.

Den letzten Freitag vor Weihnachten habe ich für einen Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster genutzt. Obwohl ich einige Jahre in der Stadt gelebt habe, hatte ich es dorthin irgendwie nie geschafft. Es wurde also höchste Zeit, das nachzuholen!

An dem Tag gab es im Mühlenhof nicht nur das Freilichtmuseum zu besichtigen, es fand außerdem noch ein Westfälischer Weihnachtsmarkt statt. Dieser war ziemlich schnuckelig, die meisten Stände hätten auch sehr schön auf einen Kunsthandwerkermarkt gepasst. Im Backhaus des Museums hatte sich aber beispielsweise auch ein Bäcker niedergelassen, der leckere Backwaren aus dem alten Ofen anbot. So konnte man sich bestens versorgt an den Rundgang machen.

Eingang Schuhmacherhaus

Obwohl der Mühlenhof ein recht kleines Freilichtmuseum ist, gab es bei unserem Rundgang viel zu entdecken. Ziel des Museums ist es, das Leben im Münsterland zu zeigen, wie es in der Vergangenheit ausgesehen hat. Dafür wurden rund 30 alte Gebäude zusammengetragen, von denen die meisten tatsächlich aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen und eigens auf das Museumsgelände umgesetzt wurden. Neben dem bereits erwähnten Backhaus findet man beispielsweise eine Kapelle, einen Glockenturm, eine kleine Schule, ein Dorflädchen oder auch die Werkstätten verschiedener Handwerker. Im Zentrum des Museum findet sich außerdem die namengebende Mühle, eine Bockwindmühle aus dem 18. Jahrhundert.

Bockwindmühle im Zentrum des Mühlenhofs

Der Rundgang durch den Mühlenhof war ein sehr interessantes Erlebnis, und zum Ende hin hatten wir das Glück, dass die untergehende Sonne das Gelände und die Gebäude in ein zauberhaftes Licht tauchte, was wirklich sehr schön anzusehen war.

Alter Dorfladen

Zum Abschluss haben wir uns dann fest vorgenommen, das Museum noch einmal an einem regulären Tag zu besuchen, an dem es keine Sonderveranstaltung gibt und wir folglich auch mehr Zeit haben, uns den Gebäuden, ihrer Funktion und den in ihnen ausgestellten Gerätschaften zu widmen. Am besten im Sommer, wenn auch der Bauerngarten des großen Gräftenhofs nicht so brach liegt wie er das Ende Dezember ganz natürlich tut.

Das Freilichtmuseum Mühlenhof verfügt übrigens auch über eine sehr informative Homepage, die eindeutig einen Blick wert ist: https://www.muehlenhof-muenster.org/

Montag, 28. November 2016

Von bärtigen Männern und besinnlichen Piraten - Der MPS-Lichterweihnachtsmarkt Dortmund, 1. Wochenende

Und schwupp, schon ist der Advent da und mit ihm die Zeit der Weihnachtsmärkte. Ich muss ja zugeben, dass mich normale Märkte dieser Gattung kaum locken können - zu überlaufen ist es mir dort und meinem Gefühl nach steht für immer mehr Besucher nur noch der möglichst exzessive Glühweinkonsum im Vordergrund. Doch zum Glück gibt es ja Alternativen, wie beispielsweise den Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt des MPS im Dortmunder Fredenbaumpark.

Ein wenig trauere ich zwar immernoch der schönen Telgter Location nach, aber nichtsdestotrotz machte ich mich an diesem Eröffnungswochenende gleich zweimal auf den Weg nach Dortmund. Das Programm sprach am Freitag und am Sonntag einfach für sich.

Freitag war eigentlich mehr eine Stippvisite als ein richtiger Besuch. Bei der Ankunft war die Sonne schon untergangen und das Gelände zeigte sich in seiner ganzen nächtlichen Pracht. Was die Beleuchtung angeht, hat man sich nämlich in diesem Jahr wieder nicht lumpen lassen. Angestrahlte Bäume, leuchtende Floße auf dem Teich des Parks und stimmungsvoll illuminierte Heerlager und Stände verbreiteten eine wohlige Stimmung.

Einen kleinen Knacks bekam die Stimmung beim Erreichen der Konzertlocation für diesen Tag. Statt auf der großen Außenbühne fanden die Freitagskonzerte nämlich im Weihnachtszelt statt. Dieses ist zwar durchaus praktisch für eine Veranstaltung so spät im Jahr, schützt es doch vor Regen und übermäßiger Kälte, leider verbreitet sich dort aber auch keine besonders weihnachtliche Stimmung. Man wähnte sich eher ein wenig auf dem Oktoberfest...

Doch da das Programm an diesem Abend stimmte, hieß es schlicht: Rein ins Zelt, Alkoholdünste ertragen, auf vor die Bühne. Dort spielten nämlich Ye Banished Privateers das erste Set ihres Weihnachtsmarkt-Besuchs. Und dieses Set ließ einen die Location bald ohnehin vollständig vergessen, war man doch zu gebannt von den Geschehnissen auf der Bühne. Unser aller Lieblingspiraten hatten für die Besucher auch eine tolle Überraschung mit dabei, nämlich Weihnachtslieder. Aber natürlich nicht irgendwelche, sondern solche, wie sie nur von Piraten gesungen werden. So wurde aus einem allseits bekannten, deutschen Weihnachtsklassiker das stimmungsvolle "Oh Cannonball" und natürlich kam auch nicht mehr der Weihnachtsmann in die Stadt. Vielmehr hieß es dann "Henry Morgan's Coming To Port".


Im übrigen lohnte sich an diesem Wochenende auch ein Besuch beim Merchstand von Ye Banished Privateers. Neben den Artikeln der Band (die allein schon natürlich wert sind, sich dafür tief zu verschulden! ;) ) gab es dort nämlich noch ein ganz besonderes Schmankerl zu erwerben: Den Sexy Beards Kalender 2017!  Das bedeutet: Ein jahr lang jeden Monat ein attraktive Model - unter ihnen Buckteeth Bannock von Mr. Hurley & die Pulveraffen, Bruder Rectus oder auch Blackpowder Pete von Ye Banished Privateers, um nur ein paar zu nennen - welches seinen stolzen Bart zur Schau stellt.

2017 kann kommen!

Sollte das alleine noch nicht als Kaufargument reichen: bei dem ganzen handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Projekt für den guten Zweck, geht doch der komplette Erlös an die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Also: beim nächsten Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt Augen und Ohren nach dem guten Stück offen halten oder bei Facebook einen Blick in die "We want sexy beards!"-Gruppe werfen. ;)

Nach diesem äußerst netten ersten Besuch machte ich am Samstag erstmal eine MPS-Pause (Faul rumgehangen wurde aber auch da nicht, wie ihr im nächsten Beitrag sehen werdet). Am Sonntag ging es dann aber nach einer reichlich kurzen Nacht und mit einer sehr unerquicklichen Anreise wieder nach Dortmund, diesmal für einen richtigen Tagesausflug. An diesem Tag war das Infield geöffnet, der Markt also noch ein Stück größer, und die Konzerte fanden auf der großen Bühne im Freien statt. Bei Licht fand sich an diesem Tag auch endlich die Zeit und Lust, das ganze Geländer näher in Augenschein zu nehmen, darunter auch die faszinierende Schwimmbrücke über den Teich. Den Großteil des Tages fand man sich dann aber doch vor der Bühne wieder, schließlich spielten wieder Ye Banished Privateers, von deren drei Konzerten ich keines verpassen wollte. Mittlerweiele war das Publikum sogar bei den neuen Weihnachtsstücken textfest und sang fröhlich und lautstark mit, sei es bei "Let It Blow" oder der piratigen Version von "Deck The Hall".

Ye Banished Privateers

Es stand aber auch noch eine zweite Band auf der Bühne, nämlich Harmony Glen. Obwohl diese Band schon mehrfach auf Festivals gespielt hatte, die ich besucht habe, gelang es mir am Sonntag erstmalig, sie endlich mal zu sehen. Ein Glück, denn sonst wüsste ich immer noch nicht, was für eine gute Stimmung diese Holländer verbreiten. Die fünf Musiker bezeichnen ihren Stil als Irish Folk Extravaganza, und das beschreibt es auch ziemlich gut. Beschwingte Folktunes, Traditionals und eigene Stücke mit oder ohne männlichen und weiblichen Gesang, alles im Repertoire. Die Band schien richtig gut drauf und verbreitete großartige Stimmung, das Dabeisein und Zuhören machte einfach Spaß.

Harmony Glen

Nach dem letzten Set von Ye Banished Privateers ging mein Tag auf dem Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt dann aber auch zu Ende. Mittlerweile war ich auch ordentlich durchgefroren, hatte es sich doch an diesem Wochenende ordentlich abgekühlt. Dieses Wochenende bildete jedoch einen schönen Auftakt für die diesjährige Weihnachtsmarkt-Saison. Und der nächste Dortmundbesuch is für kommenden Freitag auch schon fest eingeplant!

Dienstag, 5. Januar 2016

Abschied vom Phantastischen Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Dortmund

Jetzt gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, ist er schon Geschichte, der erste Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt im Dortmunder Fredenbaumpark. Sechs - größtenteils lange - Wochenenden konnten Besucher zwischen Advent und dem neuen Jahr eintauchen in eine nicht authentische, aber dafür umso phantastischere mittelalterliche Welt. Jedes Wochenende standen andere, namhafte Künstler aus der Mittelalter - und Folkszene auf der großen Weihnachtsbühne. Und bis auf ein Wochenende ist es mir gelungen, jeweils an mindestens einem Tag dabei zu sein.

So war es - trotz zahlreicher Widrigkeiten - auch am vergangenen, letzten Wochenende der Veranstaltung. Ganz allein machte ich mich am Samstag auf den Weg. Die Freundin, die mich eigentlich hatte gebleiten wollen, war krank geworden, andere hatten entweder keine Lust, keine Zeit, kein Geld. Das Wetter war auch mehr als bescheiden. Trotzdem kam es für mich gar nicht in Frage, diesen Besuch ausfallen zu lassen, waren doch an diesem Tag meine heißgeliebten Musiker von The Dolmen zu Gast.

Pünktlich zu deren ersten Konzert des Tages stand ich vor der Bühne im Fredenbaumpark und genoss daraufhin eine Dreiviertelstunde Folk Rock vom Feinsten. Auch den zweiten Auftritt einige Stunden später durfte ich noch sehen, nur das Nachtkonzert blieb mir leider verwehrt, wollte ich doch nicht wieder die halbe Nacht auf dem Aachener Hauptbahnhof zubringen.

The Dolmen ließen es in den ersten beiden Sets verhältnismäßig ruhig und traditionell angehen. Der Mitsing-Klassiker "Loch Lomond" wurde ebenso zum besten gegeben wie "Whiskey in The Jar". Aber auch The Dolmen-Eigenkompositionen wie "Dead Cats Don't Meow" (stets mein persönliches Highlight) oder das über zehnminütige, sehr vielschichtige "The Storm" durften nicht fehlen.

Taloch von The Dolmen

Besonders gefreut hat mich auch, dass Anja (ehemals Metusa) die Band an diesem Samstag offenbar relativ spontan wieder an den Flöten unterstützte und der Musik quasi das i-Tüpfelchen aufsetzte. Außerdem war es herrlich zu beobachten, wie viel Spaß sie und Kayleigh gemeinsam auf der Bühne offenbar hatten. :)

Neben The Dolmen standen vergangenen Samstag aber noch zwei weitere Bands auf der Bühne. Zunächst einmal wären das die Cobblestones. Diese spielten direkt im Anschluss. Um ihnen zuzuhören, machte ich es mir trotz des fiesen Dauer-Nieselregens auf einem der Barhocker im hinteren Bereich vor der Bühne bequem.

Die Cobblestones kredenzten dem Publikum Irish Folk, der schnell ins Bein ging und gute Laune machte. Auch die Ansagen waren sehr unterhaltsam und die Anzahl der "Sláinte!"-Rufe hielt sich zu meinem Glück in Grenzen. In der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass meine Leute und ich förmlich die Flucht ergriffen haben, nur um diesen Ausruf nicht mehr hören zu müssen. ;)

 Martin von den Cobblestones

Mit beiden bereits erwähnten Bands teilten sich noch The Sandsacks die Bühne. Auch bei denen wurde es wieder ordentlich folkig. Musikalisch ging es in ziemlich genau die gleiche Richtung wie bei den Cobblestones - ein Setlistenvergleich offenbarte ein nicht unbedingt geringes, gemeinsames Repertoire an Traditionals.

The Sandsacks verstanden es dabei aber auch noch vorzüglich, ihr Publikum zum Tanzen zu bewegen. Selbst eine Gruppe Rentner war voller Elan mit dabei, als die Band zum Linedance aufrief und es war wohl auch definitiv der effektivste Weg, der feuchten Kälte dieses Tages ordentlich zu begegnen.

 The Sandsacks

Für mich endete der Besuch an diesem Tag nach dem bereits erwähnten zweiten The Dolmen-Auftritt dann leider auch schon. Als Wegzehrung für den langen Rückweg erstand ich am Mandelstand noch eine Tüte köstlichen Türkischen Nougat.

Obwohl ich froh war, endlich aus der Kälte zu kommen, wurde ich auch etwas wehmütig. Schließlich bedeutet das Ende des Mittelalter-Weihnachtsmarktes auch stets den Beginn der langen Winterpause. Doch glücklicherweise winken schon einige spannende Konzerte, diese ansonsten etwas triste Zeit zu füllen.

Doch jetzt heißt es erst einmal, die Erkältung auszukurieren, die ich mir an diesem Tag leider eingefangen habe. Damit ich bald wieder bereit bin für neue Schandtaten.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Das fünfte Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Obwohl Weihnachten mittlerweile hinter uns liegt, ist der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund noch lange nicht vorbei. Am vergangenen, fünften Marktwochenende war ich am Samstag wieder mit dabei. Nach einem ersten Rundgang über das Gelände, wo ich im Ausverkauf am MPS-Merchzelt ein neues T-Shirt mit Odin-Print vom Künstler Voenix für mich fand, begab ich mich zum Bühnenbereich, um dort auf den ersten Auftritt des Tages und auf meine Freundin zu warten.

Nachdem es am Wochenende davor so schön mit ihnen gewesen war, habe ich mich natürlich sehr gefreut, auch an diesem Tag wieder Faey sehen zu dürfen. Diese spielten am Samstag "nur" zwei Auftritte, die ich mir beide ansah und präsentierten dem Publikum wieder eine bunte Mischung aus Songs ihres Albums und neuen Stücken, die man wohl im kommenden Jahr auf einer neuen CD wird finden können.

Sandra von Faey

Als sich die Dunkelheit bereits über das Gelände gesenkt hatte und der Vollmond über allem auftauchte, folgte an diesem Tag noch ein weiteres, ganz besonderes musikalisches Highlight. Die Niederländer von Cesair beehrten den Markt mit einem Auftritt. Ihre Musik, die sie selbst als Epic & Mythic Folk bezeichnen, boten sie dabei in etwas anderer Form dar als sonst. Eines ihrer Mitglieder - Fieke, die normalerweise an Akkordeon, Drehleiher und Dulcimer zu finden ist - konnte an diesem Tag leider nicht anwesend sein. Dafür gab es einen guten Grund, befindet sie sich doch derzeit in Korea, um dort den Klarinettisten Romain Guyot mitsamt Kammerorchester aufzunehmen. Trotzdem hinterließ sie natürlich eine musikalische Lücke, die gefüllt werden wollte. So kam es dann, dass Cesair an diesem Abend gleich drei hochkarätige musikalische Gäste zu sich auf die Bühne einluden. Zum einen wäre des Daphyd The Crow von Omnia am Slideridoo gewesen, zum anderen Klaartje und Faber von den niederländischen Pagan Folkern Sowulo, die dem Sound der Band eine weitere Geige und ein Piano hinzufügten.

Es wurde ein großartiger Auftritt, die Band und ihre Gäste hatten offensichtlich Spaß, was sich auch auf das Publikum übertrug. Außerdem stellten auch Cesair einiges neues Material vor und weckten somit die Hoffnung, dass man im kommenden Jahr vielleicht endlich mit einem richtigen, vollständigen, neuen Album rechnen darf. Schön wäre das in jedem Fall. Sogar Geschenke fürs Publikum hatte die Band mitgebracht, hübsch eingepackt warfen sie sie gegen Ende des Auftritts in die Menge. Wenn das mal keine schöne Geste war! :)

Monique von Cesair

Nach dem Auftritt von Cesair fanden meine Freundin und ich Zeit für einen Besuch bei Gisi's Kuhmilch und Kakao Kaschemme, wo ich eine leckere karibische Milch mit Bananen und Kokossirup trank. Gegessen hatten wir schon vorher bei unserer allgemein heißgeliebten Spätzleküche. Ich hatte mir an diesem Tag dort sogar die Deluxe-Spätzleversion mit Hirschrahmsauce und Preiselbeeren gegönnt. So. Unglaublich. Lecker!

Ein letzter Auftritt stand noch an an diesem Samstag Abend. Eigentlich hatte ich schon längst auf dem Heimweg seien wollen, aber die Neugier überwog dann doch. Außerdem hofften wir, dass sich das letzte Konzert zum Poispielen eignen würde (was es im Endeffekt leider nur bedingt tat, aber egal). An diesem Tag sollten nämlich Elfenthal auftreten. Wem das noch nichts sagt: Elfenthal ist das Projekt von John Kelly (ex Kelly Family) und seiner Frau Maite Itoiz, einer spanischen Sopranistin. Zusammen haben die beiden eine Band geschaffen, die einen Bogen zwischen alter Musik und einer Rockoper zu schlagen sucht. Obwohl wir an diesem Abend eindeutig mehr aus dem Rockoper-Bereich zu sehen bekamen, schimmerte die ruhige Seite dieses Projektes immer wieder durch. Zwischenzeitlich wurden von Maite immer wieder kleine Texte und Gedichte vorgelesen. Außerdem gab es sogar immer mal wieder choreografische Einlagen von John und seiner Frau, so wurden auch schonmal die Schwerter geschwungen. Man merkte der ganzen Show den liebevoll durchdachten Ablauf wirklich an. 
Musikalisch hat mich das Ganze etwas an Blackmore's Night erinnert und traf zugegebenermaßen nicht so hundertprozentig meinen Musikgeschmack, aber den Auftritt an sich werde ich so schnell nicht vergessen.

Hier gibt es mal einen kleinen Eindruck in das, was Elfenthal so machen: 


Bis zum Ende bleiben konnte ich aber leider nicht, sonst hätte ich meinen letzten Zug verpasst. Dachte ich zumindest. Im Endeffekt hätte das gar nichts gemacht, aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Beim Eintreffen am Bahnhof erreichte mich die freudige Botschaft, dass mein Zug laut Anzeigetafel nicht bis nach Aachen, sondern nur bis Düsseldarf fahren sollte. Der Aushang stimmte dem zu, die App nicht. Mir wurde es in jedem Fall zu heikel und ich schwenkte auf den RE1 nach Aachen um. Der leider nicht in meiner Heimatstadt hält. Es entpuppte sich trotzdem als die richtige Entscheidung, denn als ich um 02:53 Uhr Aachen wieder verließ, war mein eigentlich angepeilter Zug dort noch immer nicht eingetroffen. Ungefähre Verspätung von 120 Minuten hieß es zuletzt. Ob er wohl je ankam? Ich jedenfalls fiel gegen halb vier glücklich ins Bett. Es war trotz aller Bahnwidrigkeiten ein schöner Tag!

Freitag, 25. Dezember 2015

Faey auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Der 4. Advent stand für mich bei meinem Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund ganz im Zeichen der Band Faey. Die Folkband aus dem Süden Deutschlands ist noch recht neu auf dem MPS, kann aber im nächsten Jahr auf gleich mehreren Terminen der Veranstaltung gehört werden.

Am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt spielten Faey drei Auftritte, die ich mir auch alle angesehen habe. Der sympathischen Gruppe rund um Sängerin Sandra Elflein gelang es zum Glück schnell, das Publikum für sich zu gewinnen, sodass schon beim ersten Set viele der vorbeischlendernden Besucher vor der Bühne halt machten und sich das Konzert anschauten. Zu den späteren beiden Auftritten wurde es dann auch immer voller. Überhaupt war es an diesem Sonntag unheimlich voll - eigentlich auch kein Wunder, lagen die Temperaturen doch mit über 10°C weit höher als bei so manchem Sommer-MPS. Und im Sommer haben wir noch darüber gelacht, dass man auf dem Weihnachtsmarkt zelten kann...

Faey präsentierten an diesem Tag natürlich bekannte Stücke ihres ersten und bisher noch einzigen Albums "Golden Apples", darunter das energiegeladene Instrumental "Gipsy" oder das melancholische "Sehnsucht", hatten jedoch auch eine große Ladung an neuen Stücken dabei. Da wäre zum Beispiel "Wonderland", der wohl fröhlichste und beschwingteste Song, der jemals über eine Nacht mit üblem Filmriss geschrieben wurde. Oder "Flutterby", ein grundpositives Lied über die Dinge, die Sängerin Sandra gerne mag und das sie laut Ansage geschrieben hat, um sich selbst aufzumuntern, als es ihr nicht gut ging. Desweiteren gab es auch noch ein Trinklied, welches irgendwie doch kein Trinklied werden wollte und noch einiges mehr. Im kommenden Jahr darf man also wohl auf ein neues Album von Faey hoffen und nach dem, was man am Sonntag zu hören bekam, darf man durchaus gespannt-vorfreudig hoffen.

Sandra Elflein von Faey

Um sich den Markt entspannt anzuschauen, war der vergangene Sonntag wahrlich nicht der ideale Tag. Das gute Wetter hatte anscheinend die größte Zuschauermenge angelockt, die sich je an einem Tag auf ein MPS verirrt hat. Bewegung über das Gelände machte dies schwierig, weswegen meine Begleitung und ich den größten Teil des Tages in Bühnennähe ausharrten. Schon die Nahrungssuche gestaltete sich schwierig und ich war froh, dass mein gewünschter Nahrungslieferant an diesem Tag - die Süße Bude mit ihren leckeren Dracheneiern - sich in unmittelbarer Bühnennähe befand. Für den Heimweg gab es dann noch eine Tüte ebenfalls sehr leckerer Weihnachtsengel-Mandeln.

Wer Lust bekommen hat, den PLWM in Dortmund auch einmal zu besuchen, hat noch zwei Wochenenden Zeit dazu. Morgen geht es wieder los. Auch wer Lust hat, sich Faey einmal selbst anzuschauen, hat morgen noch einmal die Chance dazu. Ich werde mir das jedenfalls nicht entgehen lassen!

PS: Mit den Fotos hinke ich leider gnadenlos hinterher, aber sie kommen. Versprochen! :D

Samstag, 19. Dezember 2015

Von aufblasbaren Bananen und Schlüsselbund-Glöckchen - Endlich wieder auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Nach einem nicht geplanten Totalausfall am vergangenen Wochenende und der damit extrem ärgerlicherweise verpassten Chance, die großartigen Ye Banished Privateers noch einmal live zu sehen, ging es gestern endlich wieder nach Dortmund zum PLWM. 

Schon das vierte Veranstaltungs-Wochenende gastiert der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt dieses Jahr schon im Fredenbaumpark in der Dortmunder Nordstadt und hat es dabei in diesem Jahr ganz und gar nicht einfach. Das Wetter könnte unweihnachticher nicht sein, immer wieder hatte man in dieser Zeit Probleme mit Sturm und starken Regenfällen. Auch die Besucherzahlen sind - wetterbedingt? - rückläufig. Es ist ein Trauerspiel, zusehen zu müssen, wie der Markt in diesem Jahr gegen diverse Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Wir selber standen gestern pünktlich zur Eröffnung am frühen Nachmittag am Eingang und begehrten Einlass. Unser erster Gang führte uns einmal wieder zum Miroque-Stand, wo eine tolle Überraschung auf uns wartete. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte man dort einen kleinen Schlussverkauf eingerichtet, bei dem es ältere Miroque-Hefte, Bücher zu mittelalterlichen Themen und natürlich CDs und DVDs zu sehr günstigen Preisen zu bekommen gab. Für nur 5 Euro ist meine Musiksammlung nun um drei Titel reicher (Subway To Sally - Nackt II Ltd. Edition CD + DVD | Vermaledeyt - SaltaNeo, signiert | Mikuskovics Baum - Lux Natus Est). Ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk von Miroque an die Besucher! ♥

Dann stand auch schon das erste Konzert des Tages auf dem Programm: Saor Patrol spielten auf. Wir genossen die schottischen Pipes and Drums Klänge und außerdem den Spaß, den die Jungs mit einer geschenkten aufblasbaren Banane hatten. Und man soll kaum glauben, wie viel Spaß man mit so einem Ding haben kann. :D

Charlie Allan von Saor Patrol

Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon weiter mit Waldkauz, einer wirklich tollen, jungen Pagan Folk Band aus Hildesheim. Ich empfehle wirklich, ihnen mal beide Ohren zu leihen, ob nun live oder auf ihrem in diesem Jahr erschienenen ersten Album "Komm' mit", welches ich hier auch bald einmal vorstellen werde. Schließlich nähern wir uns dem Jahresende und es wird somit Zeit für die Musik des Jahres. ;) Nach dem Auftritt besuchte ich das kleine Merchzelt der Band und bin nun stolzer Besitzer eines Waldkauz-Shirts. Ausnahmsweise ist es sogar nicht schwarz, sondern braun. :P

Nach dem ersten Set von Waldkauz nahmen wir uns die Zeit, für eine Runde über das Gelände und die Nahrungssuche. Meine Wahl fiel an diesem Tag auf einen Schmachtlappen von Wallners Steinofenbäckerei. Dabei handelt es sich um einen Brotfladen belegt mit Schmand, Schinkenwürfeln und Gouda. Sehr, sehr lecker. 

Gut versorgt begaben wir uns im Anschluss zur Feuershow von Danse Infernale. Diese war wirklich beeindruckend schön.

Waldkauz

Mit dem zweiten Waldkauz-Set ging unser Tag auf dem PWLM dann auch schon vorbei. Für dieses Konzert hatte sich die Band noch eine ganz besondere Mitmachaktion für das Publikum ausgedacht. Man sollte ein Lied mit seinem Schlüsselbund rhytmisch klingelnd begleiten, um für ein bisschen Weihnachtsflair zu sorgen. Das klang wirklich gut und es machten auch viele Zuschauer mit. Jemand bekam sogar einen Sticker geschenkt für den ersten "Ausziehen!"-Ruf während eines Waldkauz-Auftritts. Es war ein wirklich sehr schönes Konzert.

Wer die Band gerne live sehen möchte, hat heute noch einmal die Chance dazu. Ich selber pausiere heute mal (die Weihnachtsplätzchen backen sich schließlich auch nicht von selbst!), aber morgen geht es dann wieder nach Dortmund. Auf dem Programm stehen dann Saor Patrol und Faey. Ich freu mich drauf! :)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Anders als geplant - Das zweite Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Es neigt sich schon dem Ende zu, das zweite Wochenende des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkts (kurz: PLWM) in Dortmund. Daran, dass ich gerade hier sitze und darüber schreibe, lässt sich schon erahnen: für mich persönlich ist es schon vorbei. Und irgendwie lief eh alles anders als geplant.

Zwei ganze Tage im Fredenbaumpark - Freitag und Samstag - hätten es werden sollen, zusammen mit einer Freundin. Doch wie das Leben nunmal manchmal so ist, wurde die Freundin krank und ich stand alleine vor den Scherben der gemeinsamen Wochenendplänen. Dumm gelaufen, die Sache. Da stand ich nun also vor den Alternativen a) das Wochenende gelangweilt und leicht frustriert zu Hause verbringen oder b) alleine hinfahren.

Zwei Bands waren es schließlich, die den Ausschlag für Variante b) gaben. Zwei ganze Tage alleine fand ich dann aber doch zu deprimierend, weswegen ich mich am Freitag und am Samstag aufmachte, den Markt für zwei Ultrakurzausflüge anzupeilen. 

Der PLWM in der Dämmerung

Am Freitag erreichte ich den Markt gegen 16:30 Uhr und wurde, noch bevor ich auch nur eine Runde über das Gelände drehen konnte, von Dudelsackklängen angezogen. Immer den Ohren nach erreichte ich bald den Schauplatz des Geschehens und fand mich mitten in einem Auftritt von Comes Vagantes wieder. Die Spielleute traten nicht auf einer Bühne auf (na gut, das Schlagwerk stand auf einer kleinen Bühne) und bewegten sich mit ihren Instrumenten auch immer wieder mitten durch ihr Publikum. Es war ein schöner Auftritt, klassische Marktmusik genauso, wie ich sie mag. 

Anschließend fand ich noch die Zeit, für eine kleine Runde über das Gelände, bevor ich es mir schließlich in der ersten Reihe vor der Weihnachtsbühne gemütlich machte und auf die Band wartete, die eigentlich der einzige Grund für meinen Besuch an jenem Tag war. 

17:30 Uhr war es dann auch schon so weit und Qntal betraten die Bühne. Obwohl keine typische MPS-Band, hatten sie eine ordentliche schar Fans angelockt und brachten auch viele der vorbeischlendernden Besucher dazu, innezuhalten und sich ihren Auftritt anzuschauen. auch ich war bald mehr als überzeugt, dass allein dieses Konzert die 2 1/2 stündige Anfahrt aus dem Aachener Umland absolut wert war.

Im Konzert ging es mal ruhig, mal lauter zu und die Mischung aus alten, mittelalterlichen Texten und Melodien und elektronischen Beats kam meinem Eindruck nach allgemein sehr gut an. Mich hat sie jedenfalls sehr fasziniert. Es sollte mich verwundern, wenn irgendjemand es bei Songs wie "Flamma" schaffte, nicht zumindest Kopf und Beine im Takt zu bewegen. 

Syrah von Qntal

Ich wäre begeistert, wenn dies nicht das einzige Gastspiel von Qntal auf einer MPS-Veranstaltung bleiben würde. Schauen wir mal, was das nächste Jahr diesbezüglich so bringt...

Wäre meine Freundin nicht krank gewesen, hätte an diesem Freitagabend mit Vogelfrey noch ein weiteres musikalisches Highlight gewunken. So gab es aber keine Möglichkeit für mich, den Auftritt zu sehen und danach auch noch zu einer annährend humanen Zeit nach Hause zu kommen. Also musste ich diesen Punkt schweren Herzens streichen und machte mich ziemlich bald nach dem Auftritt von Qntal auf den Heimweg. 

Der nächste Tag sah ähnlich aus: Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg und erreichte pünktlich zum zweiten Set von Versengold das PLWM-Gelände. Man merkte gleich, dass Versengold in dieser Szene mittlerweile einen richtig fetten Bekanntheitsstatus erreicht haben, denn es war unheimlich voll vor der Bühne. Leider dauerte das Set nur eine halbe Stunde, machte aber mit Songs wie "Einerley" und "Voll wie mein Krug" trotzdem richtig gute Laune. Zum Abschluss kündigte die Band noch an, später am Tag an der Drachenschenke das Release ihres ersten Livealbums feiern zu wollen. Eine Feier, die ich leider nicht mehr mitbekam.

Pínto, Paule und Honza von Versengold

Nach dem Konzert machte ich mich auf, das Nikolausgeld, was ich von meinen Großeltern bekommen hatte (vielen, vielen Dank dafür!) sinnvoll in ein Omnia-Shirt zu investieren. Motiv "Omnia est Chaos". Ich liebe es! ♥

Dann pflanzte ich mich wieder in die erste Reihe und wartete auf den Auftritt von Omnia. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Band, die zu meinen absoluten Favoriten zählt, mittlerweile live gesehen habe. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Auch die Wartezeit vor dem Auftritt war nicht allzu langweilig, da Omnia es erstaunlicherweise immer wieder schaffen, auch ihren Soundcheck in etwas zu verwandeln, das man sich gerne anschaut. Und um 18 Uhr war es dann auch schon so weit und Omnia betraten die Bühne.

Satria von Omnia

Auch sie hatten ein riesiges und sehr textsicheres Publikum mitgebracht, welches bei älteren Stücken wie "Alive!" ebenso mitsingen konnte wie bei den Songs des letzten Albums "Earth Warrior". Von Jennys brandneuem quasi-Soloalbum "Naked Harp" gab es leider nichts zu hören, es konnte aber natürlich am Merchzelt der Band erstanden werden. Eine Investition, zu der ich persönlich nur wärmstens raten kann.

Als Omnia die Bühne wieder verließen, offenbarte ein Blick auf meine Uhr, dass ich wirklich spät dran war. Ich hatte es also ziemlich eilig, das Gelände Richtung U-Bahn Station zu verlassen. Leider verstreuten sich die Massen nur sehr langsam, zäh wie Kaugummi flossen die Menschenströme dahin. Also tat ich, was getan werden musste und nahm die Abkürzung an den Feuerstellen vorbei. Da ging nämlich kein Mensch. Mir war auch klar, warum das so war, handelt es sich doch um die wohl heimtückischste, schlammigste Stelle auf dem ganzen Gelände. Die Stelle, an der man sieht, was für großartige Arbeit Gisi und seine Mitarbeiert geleistet haben, indem sie weite Teile des Geländes mit Matten und ähnlichem ausgelegt haben, um sie begehbar zu halten. Das nur mal so für die ganzen "Ist aber matschig hier!"-Nörgler.

Fazit der Aktion: Meine Schuhe brauchen heute eine Tiefenreinigung, aber die verdammte U-Bahn ist nicht ohne mich gefahren. :D Dann mal bis nächstes Wochenende, lieber Phantastischer Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund! :)

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Endlich wieder Marktzeit - ein erster Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Letztes Wochenende war sie endlich vorbei, die schon wieder viel zu lange und lästige Marktpause. Dafür sorgte die Eröffnung des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund. Samstag machte ich mich zum ersten Mal auf den Weg dorthin.

Es war ein richtig merkwürdiges Gefühl, dieses Jahr nach Dortmund zu fahren, ist die Veranstaltung in meinem Kopf doch eng verbunden mit den Erinnerungen vieler Jahre aus Telgte. Dort hatte sie nämlich bisher immer stattgefunden. Dieses Jahr nun also Dortmund, ein weiterer Anfahrtsweg und damit leider auch weniger Besuche. So viele wie möglich sollen es aber natürlich dennoch werden!

Die deutsche Bahn tat an diesem Tag wieder alles, um meine Reise möglichst erfolgreich zu sabotieren, darum verzögerte sich meine Ankunft auch ein gutes Stück nach hinten. Am Bahnhof traf ich mich dann mit einer Freundin und wir machten uns gemeinsam auf den Weg. 

Paris war auch hier nicht unsichtbar, und so mussten wir am Einlass zunächst unsere Taschen kontrollieren lassen. Nachdem das erledigt war, konnten wir uns aber endlich ins Getümmel stürzen. Allererste Amtshandlung meinerseits war es, den Miroque-Stand anzupeilen und die neue Omnia-CD in mein Eigentum zu überführen. Weit kamen wir auch danach erstmal nicht, denn auf der großen Bühne spielten gerade Rapalje, die wir uns natürlich anschauten. Die Niederländer und der Mittelalter-Weihnachtsmarkt passen einfach jedes Jahr perfekt zueinander!

Maceál von Rapalje

Erst danach fanden wir Zeit, eine Runde über das Gelände zu drehen. An den Ständen fanden wir die ersten Inspirationen für Weihnachtsgeschenke wie natürliche Seifen und schöne Bienenwachskerzen, außerdem tolle Winterklamotten. Hätte man doch bloß etwas mehr Geld. :D

Auch die Essensstände wurden schonmal näher betrachtet und es fand sich das eine oder andere, was in dieser Weihnachtsmarktsaison unbedingt noch probiert werden möchte. Als erstes testeten wir einen Stand mit allerlei Leckereien wie Schneeballen und Schaumküssen. Dieser fand unsere vollste Zustimmung und wird sicher in den kommenden Wochen noch häufiger angesteuert werden. ;) 
Zum Mittagessen gab es später in meinem Fall dann nur noch eine Kleinigkeit, nämlich Kartoffelspalten mit Kräuterquark. Und bevor das Gequängel jetzt losgeht: nein, dieser Mittelalter-Weihnachtsmarkt beansprucht für sich ausdrücklich nicht, authentisch zu sein. Es spricht also nichts gegen Kartoffeln. :P

Beim Bummeln über das Gelände hörten wir plötzlich bekannte Stimmen. Sie führten uns in ein beheiztes Zelt mit vielen kuscheligen Sofas. Wir hatten die Kuschelbühne gefunden! Und mit ihr die zwei Damen von PurPur. Leider waren wir viel zu spät dran, so dass wir nur noch das letzte Lied des Sets ("Ritterlied", darum auch die ritterliche Mütze mit Visier auf dem Foto, falls sich wer wundert) mitnehmen konnten. Dafür kehrten wir aber später nochmal wieder, um uns das komplette folgende Set von einem Sofa in der ersten Reihe anzuschauen. Es wurde ein unglaublich witziges Konzert in sehr heimeliger Atmosphäre. Die Idee einer solchen Indoorbühne war echt eine großartige Idee von Veranstalter Gisi!

Gabria von PurPur

Für uns folgte dann bald schon der Abschluss des Tages: Dunkelschön beehrten den Markt mit einem Abendkonzert. Leider war ihnen das Wetter nicht hold. Hatte es sich noch den ganzen Tag halbwegs gehalten, setzte bald nach Konzertbeginn Regen ein, der viele Besucher vetrieb. Eine treue Schar Zuschauer (und wir natürlich auch) harrten tapfer aus und erlebten ein wirklich tolles Konzert. Das Repertoire von Dunkelschön ist ja ziemlich vielfältig, und so präsentierten sie auch an diesem Samstag Abend alles von rockigen Stücken über Balladen zu Markttraditionals. Es ist mir unverständlich, warum sich viele das wegen ein paar Regentropfen (na gut, zwischenzeitlich waren es vielleicht auch ein bisschen mehr als nur ein paar Tropfen :P) entgehen ließen.

Michael von Dunkelschön

Nach Dunkelschön machten wir uns dann auf den Heimweg und verpassten somit leider das Abschlusskonzert von Rapalje. Aber schließlich stand uns in diesem Jahr erstmals eine längere Rückfahrt bevor. Auf dem Weg runter vom Gelände bewunderten wir noch die nächtliche Beleuchtung, bei der man sich auf der Markt einmal wieder große Mühe gegeben hatte. Mit Kerzen erleuchtete Floße schwommen auf dem parkeigenen Teich, Bäume wurden angestrahlt und allerorten fand man Lichterketten, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgten. 

 Beerenweine bei Nacht

Für uns war es ein sehr gelungener Auftakt. Ich freue mich schon sehr darauf, den Markt am kommenden Wochenende wieder zu besuchen. Dieses Mal - wenn alles klappt - sogar an zwei Tagen.

Montag, 29. Dezember 2014

Riesenspaß im Bällebad - der Mittelalter-Lichterweihnachtsmarkt in Telgte, 4. Wochenende

Am 4. Advent ging es für mich ein letztes Mal zum Mittelalter-Lichterweihnachtsmarkt nach Telgte.
Das Wetter zeigte sich an diesem Sonntag mal wieder von seiner fiesesten Seite. So begleitete die Besucher den ganzen Tag über ein fieser Nieselregen. Für uns hatte das Ganze aber auch etwas Gutes: Das große Bällchenbad auf dem Gelände war zeitweise ganz leer, so dass auch wir übergroßen Spielkinder uns darin vergnügen konnten. Auch mit Mitte 20 macht es noch riesigen Spaß, mit Anlauf in die kleinen, goldenen Bällchen abzutauchen! :D

Gekommen waren wir natürlich aus musikalischen Gründen, nämlich wegen Versengold. Die Bremer Jungs spielten auch an diesem letzten Adventswochenende wieder ihren herrlich tanzbaren Folk mit intelligenten und witzigen Texten und trotzen dabei zwei Tagen der Kälte und dem miesen Wetter.



Das erste Konzert des Tages gestalteten sie sogar als Wunschkonzert und auch beim abschließenden Abendkonzert gab es eine schöne Überraschung. Dort nämlich performten sie mit Unterstützung von Martin von den Cobblestones, die an diesem Wochenende ebenfalls spielten, den Song "Allschön die Maid" - ein Song, den sie sonst fast gar nicht live spielen! Das ganze war wirklich witzig, was auch noch von den leichten, aber gut überdeckten Textschwächen von Sänger Snorre verstärkt wurde. :D
Hier gibt es ein Video von dem Auftritt:



Auch die Cobblestones schauten wir uns an diesem Tag mal wieder an. Ich muss ja zugeben, dass ich um diese Band, obwohl sie sehr soliden Irish Folk spielen, im Sommer eher einen weiten Bogen gemacht habe. Es ist nämlich so... die Herren haben da eine Angewohnheit, die mich und meine Freunde nach spätestens drei Liedern beginnt in den Wahnsinn zu treiben. Und zwar prosten sie sich, anderen, der Welt und weiß-der-Geier-wem-sonst-noch nach jeden Lied zu. Auf Irisch. Sláinte! Irgendwann kann ich das einfach nicht mehr ertragen, so Leid es mir tut. Bei den recht kurzen Weihnachtsmarkt-Sets ging es dann aber gerade noch so. :D

Da Telgte ein ziemlich konservatives Örtchen ist, galt es wie an jedem Tag auch eine Mittagspause zu überbrücken, in der keine Musik gespielt wurde. Diese verbrachten wir in einem der großen Zelte mit einem netten Würfelspiel.

Irgendwann später mussten wir uns dann zwangsläufig auf Nahrungssuche begeben. Noch verwöhnt von der riesigen Auswahl am Vortag in Hannover fiel und das gar nicht so leicht. Eigentlich hatte ich mich unheimlich auf die von mir angedachteFalafeltasche mit Salat gefreut - wie groß war dann die Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass es diese plötzlich nicht mehr gab! Ich hoffe immer noch inständig, dass das keine dauerhafte Änderung ist, denn ich würde dieses Gericht sehr vermissen. Letzten Endes entschied ich mich dann für ein Lachsbrötchen mit Meerrettich - ebenfalls sehr lecker!

Nach dem letzten Set von Versengold beendeten wir ziemlich wehmütig unseren Besuch in Telgte, mit dem Wissen, dass nun die lange, lange Winterpause beginnt. Ein Vierteljahr ohne Mittelaltermärkte, die ansonsten so sehr meine Wochenenden bestimmen. Der Gedanke deprimiert mich schon jetzt! :D

Doch immerhin war der Lichter-Weihnachtsmarkt in Telgte wie in jedem Jahr wieder ein würdiger Jahresabschluss und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir uns in der kommenden Saison alle wiedersehen!

Weihnachten zwischen Finnland und der Karibik - Besuch im historischen Dorf in Hannover

Ich hatte ja erwähnt, dass da noch ein paar vorweihnachtliche Erlebnisberichte ausstehen: Und hier kommt dann auch endlich mal der erste.

Am Samstag des letzten Adventswochenendes verschlug es mich und eine Freundinnämlich nach Hannover, in das historische Dorf am Leineufer.

Trotz großer Vorfreude fragte ich mich morgens um sechs, als der Wecker klingelte, jedoch zunächst einmal: sind wir eigentlich verrückt? Aber der Weg nach Hannover ist weit, und es muss sich ja auch lohnen, also verließen wir tatsächlich zunächst einmal das Bett und später dann sogar das Haus, um uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Erstaunlicherweise war uns das Schicksal sogar einmal hold und wir erreichten trotz minimaler Umsteigezeit unseren angestrebten Anschlusszug, der uns direkt nach Hannover bringen sollte.

Die Fahrt verlief soweit auch problemlos, nur einen kleinen Disput mit einer zickigen Dame, die sich mit ihrem Sohn zu uns setzen wollte, galt es auszustehen: Sie fragte, ob die Plätze frei seien, meine Begleitung antwortete mit "Ja". Das hatte die gute Frau aber wohl nicht gehört, und anscheinend waren wir ihr beim Freiräumen der Sitze auch nicht schnell genug (sowas dauert eben mit Winterklamotten und Gepäck für einen ganzen Tag draußen!), jedenfalls fing sie sofort zu zetern an, wir seien unfreundlich und man solle sich besser nicht mit ihr anlegen. Woraufhin ich bedauerlicherweise ein wenig lachen musste. Immerhin war sie dann still, vermutlich beleidigt, weil wir ihre Drohung nicht ernst nahmen... Mir soll's egal sein, aber manche Leute sind echt verdammt unentspannt, gerade vor Weihnachten. ^^

Kurz nach 11 erreichten wir wie geplant Hannover. Ich war vorher noch nie dort gewesen (außer in den Herrenhäuser Gärten), fand aber, dass die Stadt auf den ersten Blick sympathisch wirkte. In der Einkaufspassage sahen wir eine riesige Weihnachtspyramide, die irgendwie ziemlich beeindruckend wirkte:


Nachdem wir diese eingehend betrachtet hatten, machten wir uns auf den Weg zum historischen Dorf am Leineufer und schauten uns dort einmal um. Der Begriff "Dorf" hatte bei uns eigentlich etwas andere Assoziationen geweckt, denn eigentlich handelte es sich eher um einen historischen Weihnachtsmarkt mit Ständen und Buden aus Holz. Aber es gab dafür wirklich schöne Stände, auch mit tollen Geschenkideen für Weihnachten.

Direkt neben dem historischen Dorf gab es noch einen finnischen Weihnachtsmarkt, den wir uns auch unbedingt anschauen wollten. Dieser war zwar sehr klein, aber auch wirklich fein. Dort gab es einige kulinarische Spezialitäten, die wir unbedingt probieren mussten. Da wäre zunächst einmal der Glöggi, also finnische (Beeren-)Glühwein, wobei wir uns an die alkoholfreie Variante für Kinder hielten. Unheimlich lecker!

Zum Essen wählten wir zunächst kaelische Piroggen, gefüllt mit Milchreis. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, war aber auch total lecker. So sahen sie aus:


Als Hauptspeise wagten wir uns jedoch an dunkles Brot mit Rentierfleisch und Käse überbacken und mit Preiselbeersauce abgerundet. Mir läuft noch heute das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke! :D

Einer der Hauptgründe für unseren Besuch an jenem Wochenende war jedoch einmal wieder musikalischer Natur und spielte im historischen Dorf auf, wohin wir uns deswegen auch bald zurückbegaben. Unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers waren nämlich an diesem Wochenende extra aus dem hohen Norden Schwedens angereist, um ein wenig karibisches Flair auf dem Markt zu verbreiten.

Das Wetter war ihnen und uns leider überhaupt nicht hold: Kurz vor dem ersten Auftritt ging ein richtig fieser Graupelschauer mit kräftigen Windböen nieder, der die Bühne vorübergehend unbespielbar machte und auch sonst einige Schäden verursachte. Doch die Privateers wären wohl kaum die coolsten Piraten weit uns breit, hätten sie sich davon beeindrucken lassen. Die Bande schnappte sich ihre Instrumente und spielte einfach unverstärkt an der Taverne, bis die Bühne zum dritten Auftritt wieder funktionstüchtig war.

Da ich selber keine besonders brauchbaren Bilder von der Band gemacht habe, gibt es stattdessen ein schönes Video von Freunden, jedoch an einem anderen Tag gemacht:



Den letzten Auftritt der Band an jenem Tag sahen wir leider gar nicht mehr. Wir waren nass, durchgefroren und müde und wussten, dass eine lange Rückfahrt vor uns liegt. Auf der Rückfahrt klappte dann bahntechnisch leider auch gar nichts mehr, weswegen wir trotzdem erst zu Hause ankamen, als es längst Zeit zum Schlafen war - denn am nächsten Tag wartete gleich der nächste Weihnachtsmarkt auf uns. Aber davon später mehr. :)

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Unterwegs auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt Telgte

Alle Jahre wieder bedeuten die Adventswochenenden für mich eine für diese Zeit des Jahres sonst eher ungewöhnlich lange Zeit an der frischen Luft. Der Grund dafür? In Telgte findet der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt statt! 

Bis 2012 noch zum MPS gehörend, wird die Veranstaltung nun aber von Dito-Events durchgeführt. Die Veränderungen sind aber (zum Glück) nicht allzu gravierend, arbeitet man doch weiter eng zusammen. 

An diesem ersten Adventswochenende machte ich mich am Samstag mit einer Freundin auf den Weg in das bei Münster gelegene Örtchen Telgte. Pünktlich zum Weihnachtsmarkt war es kalt geworden, was aber nach jahrelangem Training und der systematischen Entwicklung des perfekten Zwiebel-Looks kein größeres Hindernis darstellte. 

Schwieriger war da schon die Anreise, denn die deutsche Bahn wollte an diesem Tag einmal so gar nicht wie wir. Gleich der erste Zug konnte mal eben mit einer Dreiviertelstunde Verspätung aufwarten, so dass die Route umgeplant werden musste. Im Anschlusszug wurde es dann jedoch erheblich besser und wir verbrachten einen Großteil der Fahrt mit einem Gespräch mit einer sehr netten Zugbegleiterin (jupp, das gibts tatsächlich!). Auch der Bus, der uns das letzte Stück von Münster nach Telgte befördern sollte, war ausnahmsweise einmal pünktlich (weswegen wir ihn fast verpasst hätten, haha).


Am frühen Nachmittag erreichten wir das Gelände pünktlich zum zweiten Auftritt von Rapalje. Die Stimmung vor uns auf der Bühne war ausgelassen und ich stellte einmal wieder fest, dass der celtic Folk der vier Niederländer bestens in die Weihnachtszeit passt. Besonders schön wirkte das ganze, weil man sich dieses Jahr auch so viel Mühe bei der Bühnengestaltung gegeben hatte. So stand an jeder Seite der Bühne ein hübsch dekorierter Weihnachtsbaum und auch an Lichterketten auf der Bühne wurde nicht gegeizt, was besonders im Dunkeln wunderschön anzuschauen war. 

Nach dem Konzert war endlich Zeit, den (im Verhältnis zum Sommer-MPS) kleinen aber feinen Mittelaltermarkt zu inspizieren. Dabei habe ich einmal wieder getrauert, dass mir stets das nötige Kleingeld fehlt. Sonst hätte ich mir sicher ein schönes Paar Stulpen oder ein wärmendes Tuch zum Umhängen gegönnt... *seufz*

Da war nun aber nichts zu machen, also stürzten wir uns lieber auf die kleinen, auch für uns erschwinglichen Freuden. Zum Mittagessen gab es eine deftige Ritterstange vom Brez'n Bäcker, zum wärmen im Anschluss noch eine warme Kokosmilch mit Kakao - lecker lecker!

Auch ist es für mich mittlerweile Tradition geworden, so ziemlich jeden Weihnachtsmarkt-Besuch in Telgte mit einem Ausflug zu einem der Mandelstände zu beenden. Dort gibt es einfach eine riesige Auswahl an Leckereien, die nur darauf warten, probiert zu werden. In dieser Woche fiel meine Wahl jedoch auf einen Klassiker, nämlich die Vanillemandeln. mal schauen, ob ich beim nächsten Mal wieder experimentierfreudiger sein werde. :)

Auch im Programm gab es aber natürlich noch einiges zu sehen. So schauten wir uns die Feuershow von Abraxas und Luna an. Es war wirklich schön, Abraxas nach dem schrecklichen Unfall im letzten Jahr wieder auf einer Bühne stehen zu sehen!

Sehr lustig war auch die Bescherung durch Nikolaus und Weihnachtsmann, die durch den Besuch von Rapalje eine ganz eigene niederländische Note bekam. Rapalje lassen es sich nämlich eigentlich nie nehmen, die Bescherung der kleinen und großen Kinder selbst in die Hand zu nehmen. Und wie sich das beim niederländischen Sinterklaas gehört, wurden zu diesem Zweck auch niederländische Lieder gesungen (vom Fanclub wurden in weiser Voraussicht Textblätter verteilt) und die Zwarten Pieten, die Gehilfen des Sinterklaas, mischten das Geschehen auf.

Mein persönliches Highlight aber war ein "Märchen", welches Rapalje auf der Bühne zum besten gaben. Ich konnte mich vor Lachen kaum noch einkriegen! :D Aber seht am besten selbst:

 
Ob ich es dieses Wochenende wieder nach Telgte schaffen werde, steht leider noch nicht ganz fest, aber spätestens am dritten Adventswochenende werde ich wieder mit dabei sein und natürlich auch hier berichten. Das wird ein Spaß, ich freue mich jetzt schon! :)