Ostermontag, bestes Frühlingswetter und ein Mittelalter-Fest im nahgelegenen Tierpark: kann es da noch Zweifel über das ideale Ausflugsziel für den heutigen Tag geben. Meiner Meinung nach nein, und so ging es heute Vormittag gleich nach dem Frühstück dann nach Alsdorf.
Der Tierpark war wie immer schon für sich betrachtet einen Ausflug wert, und zu der recht frühen Stunde hielt sich auch der Andrang noch in Grenzen. Neben den wie immer überaus fotogenen Erdmännchen sorgten für mich persönlich besonders die ersten Nilgans-Küken des Jahres für große Freude. ♥
Das mittelalterliche Osterfest würde ich als klein, aber durchaus fein beschreiben. Es ließ sich einiges entdecken, und die Teilnehmer waren nur zu gerne bereit, Interessierten ihre Darstellungen zu erklären. Mein Highlight war die kleine Seilerei. Hier konnte man live miterleben, wie früher Seile hergestellt wurden. Kinder konnten es sogar selbst einmal ausprobieren und schließlich ihre selbst gedrehten Seile mit nach Hause nehmen. Wirklich lehrreich und interessant!
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Über das Mittelalter-Menü für Kinder (jegliche Ähnlichkeit mit existierenden poulären Kinder-Menüs sicherlich vollkommen zufällig) musste ich schon ein wenig kichern.
Laut Ankündigung gab es auch einige Programmpunkte wie Schwertkampf und Tanz, doch diese richteten sich in den Zeiten nach dem Besucheraufkommen und fingen darum wohl erst an, als wir schon wieder auf dem Heimweg waren - das schwere Kreuz derer, die Stoßzeiten lieber meiden. Und Spaß hatten wir auch so, also empfinde ich da wenig Reue. ;)
Mittelaltermärkte sind in meinem persönlichen Jahr leider lange nicht mehr so dicht gesät wie noch in vor-Corona Zeiten, doch umso mehr hat es mich gefreut, dass am vergangenen Wochenende ein Ausflug zu einer für mich ganz besonderen Location anstand.
Diejenigen von uns, die sich schon länger in der Szene tummeln, werden mit dem Namen des kleinen, westfälischen Städtchens Telgte vertraut sein. Ich habe dort (damals noch unter anderem Veranstalter) vor über fünfzehn Jahren mein erstes Faun-Konzert erlebt und viele Winter lang Wind und Wetter vor kleinen Bretterbühnen getrotzt. Entsprechend traurig war ich, als die Location um die Planwiese zu Telgte nach und nach aufgegeben wurde - und umso erfreuter, dass andere Veranstalter sie dann wieder für sich entdeckten.
Am vergangenen Wochenende war es dann also tatsächlich wieder so weit und mit dem Anno 1238 hielt das Mittelalter Einzug - und ich durfte am Sonntag mit dabei sein.
Und was soll ich sagen: es war ein herrlicher Tag! Eine Orientierung auf dem Gelände war nicht schwer, denn der Aufbau erinnerte an alte Zeiten, wobei jedoch besonders positiv auffiel, dass das Verhältnis von Ständen und Platz äußerst angemessen war. Es gab viel zu sehen, doch nirgendwo drängelten sich die Aufbauten so dicht an dicht, dass es zu Engstellen gekommen wäre. Auch dem Heerlager-Bereich wurde ausreichend Platz eingeräumt, was zu einer entspannten Atmosphäre führte, die einen gerne dort entlang schlendern ließ.
Das Programm konnte sich ebenfalls sehen lassen. Musikalisch waren mein persönliches Highlight Kupfergold, die mit ihren lebhaften Melodien und den gewitzten Texten das Publikum zu begeistern wissen, wo immer sie aufschlagen. Doch auch für Fans klassischer Marktmusik war dank der Spielleute Comes Vagantes gesorgt. Wer es fantastischer mochte, war bei Seinerzeit gut aufgehoben, und wer seinen Ohren bei einem Gang über das Gelände folgte, der konnte dort mit Glück auf das Duo Fjorden treffen.
Doch auch abseits der Musik wurde natürlich einiges geboten. Neben einem breiten kulinarischen Angebot konnte sich der geneigte Gast beispielsweise im Axtwerfen versuchen oder der Hitze des Wochenendes mit einem Besuch im Badezuber entkommen. Wem die Füße schwer wurden, den lockte ein gemütlich eingerichtetes Shisha-Zelt, oder aber er konnte eine Runde mit der von drei Pferden gezogenen Postkutsche machen.
Auch für die jungen Besucher war gesorgt. Ein Handkarrussel, Kinder-Ritterturniere und die Auftritte zahlreicher Gaukler sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkommen konnte, und kulinarisch fantasievoll angepasste Erfrischungen wie Frostwasser (der moderne Mensch neigt dazu, es Slush-Eis zu nennen) verhinderten, dass irgendwer, egal welchen Alters, bei knapp 30° C zur Diva werden musste.
So verlebte ich also, wie auch viele andere an diesem wunderschönen, sonnigen Sonntag, einen überaus unterhaltsamen und spannenden Tag auf dem Anno 1238 in Telgte. Da ich mittlerweile nicht mehr in der Nähe lebe und mir eine lange Heimfahrt bevorstand, hieß es leider gefühlt viel zu früh wieder Abschied nehmen. Ich hoffe jedoch sehr, dass dies nicht mein letzter Besuch auf diesem absolut sehenswerten Mittelaltermarkt gewesen sein wird!
Ich hatte Dortmund nach der German Comic Con kaum verlassen, als es am nächsten Tag schon wieder zurück dorthin ging. Dieses Mal war mein Ziel jedoch der Phantastische MittelalterlicheLichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark. Als die Veranstaltung vor einigen Jahren noch in Telgte stattfand, haben meine Freunde und ich in der Vorweihnachtszeit fast dort gewohnt, doch seit dem Umzug nach Dortmund sind die Besuche leider viel seltener geworden. So sollte es an diesem 2. Dezember auch unser einziger Besuch für 2018 bleiben.
Es lockten wieder einmal unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers. Seit ein paar Jahren ist es gute Tradition, dass die Schweden auf dem MPS-Weihnachtsmarkt aufspielen und als ganz besonderes Schmankerl jedes Jahr ein neues, piratiges Weihnachtslied mitbringen. Das alleine schon ist immer einen Besuch wert. Nach Hits wie "Henry Morgan's Coming To Port" oder "OhCannonball" beglückte die Band uns in diesem Winter mit "Ring The Bells". Das Ganze war jedenfalls wieder ein großer Spaß - und wer weiß, wenn die Tradition fortgesetzt wird, haben wir vielleicht in ein paar Jahren die erste Piraten-Weihnachtsplatte der Welt vorliegen, die unser aller Weihnachtsfest musikalisch sicher sehr bereichern wird! :P
Zwischen den Konzerten blieb reichlich Zeit, um das Gelände zu inspizieren. Viel hatte sich nicht verändert. Für gutes Essen war wie üblich alleorten gesorgt, von Hanffladen bis gebrannte Mandeln war für jeden Geschmack, Hungergrad und Geldbeutel etwas dabei. Auch wer sich neu mittelalterlich einkleiden wollte oder auf der Suche nach dem einen oder anderen neuen Schmuckstück war, musste nicht lange suchen. Wem es kalt wurde, der konnte sich in einem Zelt aufwärmen oder sich mit einem alkoholischen oder auch alkoholfreien Heißgetränk eindecken.
Trotzdem fällt es mir, insbesondere während des Tages, jedes Mal wieder schwer, dem Gelände etwas abzugewinnen. Und ich weiß, dass es vielen, die sich noch an Telgte erinnern, ähnlich geht. Der Aufbau des Marktes ist weitestgehend unromantisch quadratisch, praktisch gut, wenig mittelalterliche Matten gegen den Schlamm inklusive. [Und ja, ich zähle zu den Puristen, die sich nie über den Schlamm beschwert, sondern ihn als gegeben hingenommen haben. Einige meiner schönsten MPS-Erlebnisse endeten mit nassen Füßen, versauten Schuhen und Schlamm bis zu den Knien ^^]. Das Zelt hat für mich zu viel Oktoberfest-Charakter, unangenehm alkoholgeschwängerte Luft und zu hoher Lautstärkepegel treiben mich in der Regel nach zwei Minuten rückwärts wieder hinaus. Die Bühne im Infield hingegen empfinde ich als zu groß für den Anlass. Tja, offenbar werde ich alt und trauere lieber jahrelang den guten alten Zeiten hinterher, anstatt mich irgendwann mal an die Neuerungen zu gewöhnen. ;)
Im Dunkeln entfaltet der PLWM dann endlich mal seinen vielgelobten Charme. Die Nacht verdeckt die unschönen, pragmatischen Bauelemente und zahlreiche Kerzen und Lichter im Wasser und an den Ständen sorgen doch noch für etwas Romantik und Mittelalter-Flair. Insbesondere der Blick über den See ist wirklich jedes Mal wieder beeindruckend.
Insgesamt hatten wir jedenfalls einen recht netten Tag auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund. Da es nicht besonders kalt war, konnte man es ganz gut länger draußen aushalten, und durch das Bühnenprogramm ist die Veranstaltung, die mir persönlich mittlerweile sonst stark auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten scheint, auch für Szeneanhänger immer noch einen Besuch wert. Und gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es ja sonst auch eher wenige Anlässe, sich in mittelalterlichem Rahmen zu treffen.
Am ersten Juniwochenende musste ich einmal gar nicht weit fahren, um ins Mittelalter eintauchen zu können. In meiner Nachbarstadt Geilenkirchen wurde an diesen beiden Tagen nämlich die BurgTrips zur Kulisse für einen Mittelaltermarkt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen ließ und der Veranstaltung am Sonntag einen Besuch abstattete.
Burg Trips
Das Gelände rund um die kleine Burg mit dem schönen Wassergraben lockte an jenem Tag zahlreiche Besucher an. Jung und alt versammelten sich, um bei bestem Wetter das vielfältige Programm zu genießen. Auch die Bewohner der Burg, in der sich ein Altersheim befindet, mischten sich unter das muntere Treiben. Schließlich wurde auf diesem Burgfest nicht "nur" ein Mittelaltermarkt geboten, sondern es gab auch einen Kunsthandwerkermarkt und ein nicht-mittelalterliches Bühnenprogramm, sodass wohl sicher (fast) jeder auf seine Kosten kam. Auch für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt - so gab es beispielsweise Kuchen, Kartoffelpuffer oder Backfisch zu erwerben.
Lagerleben
Mein Hauptinteresse galt natürlich trotzdem dem Mittelaltermarkt, und dieser konnte mich auch wirklich überzeugen. Klein, gemütlich und liebevoll gestaltet machte es wirklich Spaß, durch die Lager zu schlendern, und ein Programm gab es auch. Für Musik sorgten mit Trommeln und Dudelsäcken die Spielleute von Spielmannsfeuer, für die der Markt quasi ein Heimspiel war.
Baterius von Spielmannsfeuer
Außerdem gab es spannende Vorführungen im Schwertkampf sowie im mittelalterlichen Tanz, die auch von Vielen interessiert angenommen wurden.
Schwertkampf-Vorführung
Mittelalterlicher Tanz
Ich hatte jedenfalls eine sehr schöne Zeit auf dem Burgfest und würde mich freuen, wenn es irgendwann eine zweite Auflage geben sollte. Da wäre ich sofort wieder mit von der Partie!
Neues Jahr, neue Mittelaltermarktsaison! Und diese fing am 21. April endlich mit dem 10. Mittelaltermarkt in Ostercappeln-Venne bei Osnabrück an.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Münster gestaltete sich dabei als recht langwierig, aber nicht unmöglich. Zwar dauerte die Busfahrt von Osnabrück bis nach Venne eine ganze Weile (knapp eine Dreiviertelstunde immerhin), aber sie bot ganz nebenbei quasi eine kleine Rundfahrt auf einem Teil der Straße der Megalithkultur, was ja durchaus nett war.
Der Bus spuckte meine Freundin und mich schließlich fast direkt vor den Toren des Mittelaltermarktes aus. Zeit für einen Rundgang blieb uns zunächst nicht, da wir zunächst die Bühne suchen wollten, auf der wenig später Obscuratis spielen sollten. Die Bühne war dann auch schnell gefunden, das Konzert ließ aber wegen einiger organisatorischer Schwierigkeiten doch noch eine Weile auf sich warten. Dann aber wurde es eine sehr schöne musikalische Eröffnung unserer Marktsaison.
Der eine oder andere wird es vielleicht schon mitbekommen: Obscuratis ist das Alter Ego von Reliquiae, wenn sie mit ihrem Marktset aus traditionellen Stücken und nicht mit ihren eigenen Songs auftreten. Entsprechend gab es also dudelsacklastige Marktmusik gespielt von sympathischen Menschen. Schöne Sache das!
Svea von Obscuratis
Im Anschluss an diesen ersten Auftritt fanden wir dann auch endlich die Zeit, uns den Markt einmal genauer anzusehen. Dieser hatte eine angenehme Größe und Weitläufigkeit. Außerdem gab es Stände, Heerlager und Programmpunkte, die man nicht überall zu sehen bekommt. So konnte man beispielsweise seine Fähigkeiten beim Rattenwerfen beweisen oder einer Hexenprobe beiwohnen. Die Heerlager waren liebevoll gestaltet und die Leute offen und freundlich, sodass man schnell ins Gespräch kommen konnte.
Eine Hexe wartet auf die Vollstreckung ihres Urteils
Auch an Essen und Trinken gab es eine große Auswahl. Wir entschieden uns im Laufe des Tages für ein mit Käse und Speck gefülltes Brot und das wohl unauthentischste Essen weit und breit: Kartoffelspalten mit Nacho-Analog-Käsesauce. Ungesund, nicht mittelalterlich, aber verdammt noch mal so lecker! xD
Neben Obscuratis schauten wir uns natürlich auch die anderen Bands an, unter anderem die ebenfalls super-sympathischen Des Wahnsinns Fette Beute. Außerde, gerieten wir durch Zufall mitten in ein heißes Gefecht zwischen Wikingern und Kindern.
Warten auf den Kinder-Ansturm
Wurde einem das Treiben mal zu bunt, gab es auch immer Orte, an die man sich zurückziehen konnte. So verbrachten wir einen entspannten Teil des Tages im Gras sitzend am Rande des Wassergrabens um die Museumsinsel, der zu Teilen den natürlichen Rahmen für den Markt bildete. Das Wetter war ausgezeichnet, hinter uns hörte man die Geräusche vom quirligen Markt und vor uns beobachteten wir mit einiger Hingebung die Fische.
Blick über den weitläufigen, entspannten Lagerteil des Marktes
Ganz bis zum Ende bleiben konnten wir aufgrund der langen Rückreise und der Busverbindung natürlich nicht, aber das machte eigentlich nichts. Es war insgesamt ein schöner Tag, wir haben viel gesehen und großen Spaß gehabt. Der Mittelaltermarkt zu Venne hat sich als richtig toller Markt erwiesen, den ich jederzeit gerne auch ein weiteres Mal besuchen würde.
Der zweite mittelalterliche Weihnachtsmarkt, den ich 2017 besucht habe, fand in Altena statt. Bereits zum zweiten Mal zog es eine Freundin und mich auf dieses kleinen, aber feine Winterspektakel. Wir wählten für unseren Besuch einen Freitag, an dem Reliquiae ein Abendkonzert spielten.
Wunderschöne Burg eingefangen als weniger schönes Handybild
Kalt, aber schneefrei war es am Tag unseres Besuchs. Als der Zug ins in Altena ausspuckte, machten wir uns flott auf den recht kurzen Weg zum Erlebnisaufzug, mit dem man sich ganz bequem und sehr unterhaltsam auf den Weg zur Burg machen kann. Zwar besteht auch die Möglichkeit, einem (angeblich sehr schönen) Wanderweg zur Burg zu folgen, das trauten wir uns in Anbetracht der bereits hereinbrechenden Dunkelheit und unserer Ortsunkentniss jedoch nicht zu. Außerdem hatten wir in dem Aufzug bereits bei unserem vorherigen Besuch großen Spaß gehabt.
Wir ließen uns also wieder virtuelle Ritterhelme und Gugel aufsetzen, erschreckten virtuelle Fische und eher ungewollt auch ein virtuelles Reh und genossen den Aufstieg. Oben stiegen wir dann aus dem Aufzug und waren sofort mittendrin im Winterspektakel.
Es wurde ein wunderschöner Abend, der mich einmal wieder daran erinnerte, was genau es eigentlich war, weswegen ich mich vor gut einem Jahrzehnt in die Mittelaltermarkt-Szene verliebt habe. Der kleine Markt im Innenhof der Burg hatte eine wunderschöne Atmosphäre und wir führten einige sehr angeregte und schöne Gespräche. Die bezaubernde Beatrice Baumann, deren Show wir später auch noch bewunderten, händigte uns Wunderkerzen und schöne, weihnachtliche Botschaften aus, die wir uns gegenseitig vorlasen. Außerdem lernten wir das Scriptorium kennen und unterhielten uns lange und ausgiebig mit einem Mitglied dieser Gruppe. Zur Sicherheit erwarben wir bei ihm dann auch noch ein personalisiertes Zech-Recht, welches uns für diesen Tag zu Völlerei und Zecherei ermächtigte.
Die Zeit bis zum Abendkonzert von Reliquiae verging so jedenfalls wie im Fluge. Und auch das Konzert wurde großartig und rundete den schönen Ausflug perfekt ab.
Auf dem Rückweg schworen wir uns, glücklich von den schönen Ereignissen des Tages, in Zukunft wieder mehr solche kleineren Märkte zu besuchen. Die Atmosphäre auf solchen Veranstaltungen ist einfach eine ganz andere als bei den riesigen MPS-Veranstaltungen, die immer mehr Festivalcharakter gewinnen und dabei leider an Mittelaltercharakter einbüßen - eine Entwicklung, die ich wirklich zunehmend bedauere.
Mit dem Winterspektakel auf Burg Altena endete meine Mittelalter-Weihnachtsmarkt-Saison dann auch schon recht früh. Nun stand nur noch ein "gewöhnlicher" Weihnachtsmarktbesuch an. Doch davon später mehr.
Auch eine Woche nach dem bereits besprochenen Fare Thee Well Festival zog es mich wieder nach Münster. Murren wir sonst eher, dass dort einfach nichts für uns los ist, war es in diesem August fast mehr, als man bewältigen konnte!
Das Freilichtmuseum Mühlenhof lud am 26. & 27. August zum ersten frühmittelalterlichen Markt ein und wir folgten der Einladung. Das Wetter war besser als angekündigt, sodass viele Menschen - besonders auch Familien mit Kindern sich wie wir in den Bus setzten und auf den Weg machten. Entsprechend war die Fahrt über Gruppenkuscheln angesagt. Natürlich erwischten wir den Bus mit dem durchgeknallten Pseudo-Anarchisten, der sein unfreiwilliges Publikum die ganze Fahrt über mit seinen bedauerlicherweise nicht vorhandenen Fähigkeiten an Ukulele und Gesang vereinnahmen wollte. Das Ganze endete fast in Handgreiflichkeiten zwischen ihm und einer resoluten Dame, der das Alles ganz zurecht über Gebühr auf die Nerven ging, sodass sich schließlich auch der Busfahrer einmischte... Kurz gesagt: wir waren froh, als wir endlich aussteigen durften und keiner blutete oder weinte ^^
Das Museum Mühlenhof war gut besucht, und neben den normalen Sehenswürdigkeiten des kleinen, aber feinen Museums hatten eben auch einige Mittelalterlager ihre Zelte aufgeschlagen, die alle durchaus authentisch wirkten und sich schön in das Ambiente des historischen Dorfes einfügten. Diese waren auch alle sehr offen und freuten sich sichtlich über Interaktion mit den Besuchern. Im Gegensatz zu vielen großen Mittelaltermärkten wirkten die Lager hier auch belebt und es wurde verschiedenen Handwerken nachgegangen.
Nachdem wir uns alles angesehen hatten, waren wir dann aber bald ein wenig ratlos, was wir tun sollten. Zwar gab es ein kleines Programm mit Schaukämpfen und einer mittelalterlichen Modenschau, doch dieses sollte erst über eine Stunde nach dem Ende unseres Rundgangs beginnen. Gerne hätten wir etwas im mittelalterlichen Ambiente gegessen oder getrunken, aber in der Beziehung sah es auf dem Markt leider ziemlich mau aus. Ein musikalisches Programm gab es zu unserem Leidwesen leider auch gar nicht. So entschieden wir uns schließlich dagegen zu warten und beendeten unseren Besuch auf dem Frühmittelaltermarkt weit früher als geplant.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass dieser erste Frühmittelaltermarkt im FreilichtmuseumMühlenhof in Münster zwar durchaus Potenzial hat, dass dieses jedoch noch nicht optimal ausgeschöpft wurde. Das Ambiente ist für einen solchen Markt super, auch die zwangsläufig durch das eher kleine Museum limitierte Größe und die Ausrichtung auf eine authentische Darstellung durch engangierte Gruppen sind alles Punkte, die ich als sehr positiv empfunden habe. Verbesserungswürdig waren aus meiner Sicht die Verpflegung und das Programm. Ein Getränkeausschank in etwas rustikalerer Optik (und sei es so eine hölzerne Weihnachtsmarkt-Bude) sowie zwei, drei Stände mit Essen, wie man es auch im Mittelalter hätte finden können, hätten für mich beim Ersteindruck auf dem Vorplatz schon Wunder gewirkt und mich vermutlich dazu veranlasst, länger zu bleiben.
Dennoch hat es mich gefreut zu hören, dass der Markt am 23. Juni 2018 eine weitere Auflage erleben wird und ich bin gespannt zu sehen, wie sich die Veranstaltung entwickeln wird.
Nur eine Woche nach dem Highlight jedes Festivaljahren, dem Castlefest, stand Mitte August schon der nächste Termin in meinem Kalender. Auch dieser ein Klassiker, den ich mir nach Möglichkeit nicht entgehen lasse: das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte!
Dieses Mal besuchte ich das Festival am Samstag, da dieser mit einem ausgezeichneten Programm lockte. Das Wetter war wie in weiten Teilen dieses Sommers eher mäßig, Schlamm und Regen gab es genug. Doch wen hält sowas schon auf? Nur die Kamera musste leider witterungsbedingt zu Hause bleiben.
Mich nicht, und darum ließ ich mich auch nicht davon abhalten die Möglichkeit zu ergreifen, mir mit Mythemia eine Band anzusehen, die ich vorher noch nie live sehen durfte. Nachdem die anfängliche Verwirrung überwunden war (wir so: hatten die nicht mal eine Sängerin und keinen Sänger, und kennen wir den Herren nicht von irgendwo anders - beides konnte im Übrigen bejaht werden), wusste das Gehörte durchaus zu überzeugen und hielt uns ein ganzes Set lang vor der Bühne.
Mythemia
Gegen Abend wuchs dann die Vorfreude auf das, was mein persönliches Highlight dieses Tages werden sollte: Cesair gaben sich die Ehre! Die Damen und Herren haben sich im Laufe dieser MPS-Saison ganz zu recht ein treues Publikum erspielt, und so war auch bei diesem Konzert die Stimmung vor wie auch auf der Bühne großartig. Natürlich stellten sie auch den einen oder anderen Song von ihrem neuen Album "Omphalos" vor, welches eine Woche zuvor beim Castlefest erstmalig erworben werden konnte. Hoffentlich lädt Gisi diese tolle Band auch in der nächsten Saison wieder ein, sie sind eine wirkliche Bereicherung für das MPS!
Cesair
Abgeschlossen wurde der Tag auf dem MPS in Telgte für uns mit einem gewaltigen Konzert von Fiddler's Green, welches ich dank des vollen Körpereinsatzes meiner Freundin aus der ersten Reihe erleben durften. Sie hielt mir tatsächlich erfolgreich einen Platz dort vorne frei, obwohl ich bis ca. 5 Minuten vor Konzertbeginn in der Schlange am Baumstriezel-Stand festhing und sehnsüchtig auf mein Abendessen wartete xD Danke nochmal dafür!
Trotz nerviger Nachbarn (Teenager, die frustriert waren, dass sie keinen Platz weiter in der Mitte bekommen hatten und erfolglos versuchten, mich mit konstantem anpogen zu vertreiben - haha, ihr müsst noch so viel lernen, ihr Würmer!), wurde es ein super Konzert. Die Band stellte dort größtenteils ihr neues Album "Devil's Dozen" vor, in welches ich mich vom Fleck weg verliebte, besonders in das wunderbare "Mr. Tickle".
Nach diesem tollen Konzert wurde es für uns so langsam Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Dieser war zum Glück nicht allzu weit, da ich für die Nacht bei meiner Freundin im nahgelegenen Münster aufgenommen wurde.
Mit dem MPS in Telgte endete für mich 2017 auch die reguläre MPS-Saison, nur noch der Weihnachtsmarkt stand bevor, bei dem es leider auch nur zu einem Besuch kam. Doch dazu später mehr, denn bevor ich so weit komme, stehen noch einige andere Berichte aus!
Der zweite von den sehr wenigen Terminen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums, die ich in diesem Jahr besucht habe, war das MPS in Bückeburg. Da ohne Jahreskarte für mich finanziell an ein ganzes Wochenende mit Camping überhaupt nicht zu denken war, wurde es ein Tagesausflug am Samstag des ersten Wochenendes. Dieser Tag bot musikalisch aber ohnehin schon so viel, dass ich mich am späten Abend ohne große Wehmut, dafür mit vielen schönen Eindrücken vom schönen Bückeburger Schlosspark verabschieden konnte.
Gleich nach dem Betreten des Geländes zogen mich die Klänge von Waldkauz hin zur ersten Bühne, die den schönen Tag nutzten, vor Ort große Teile ihres mittlerweile erschienenen, neuen Musikvideos zu "Baba Jaga" zu drehen. Waldkauz live sind immer wieder eine große Freude, weswegen ich es sehr schade fand, dass ich sie aufgrund des großen Angebots an Programmpunkten, die ich auch noch sehen wollte, nicht so oft anschauen konnte, wie ich gerne gewollt hätte.
Nina von Waldkauz
Nach dem Waldkauz-Auftritt hätte ich mich eigentlich auf den Weg machen wollen, meine Freundin zu suchen, die separat angereist war. Aber nun standen auf der selben Bühne Faey auf dem Programm, und so blieb ich irgendwie hängen. Ich mag Faey mit ihrer so unglaublich positiven Musik einfach unglaublich gerne und bei ihren Konzerten zaubern mir zudem die sympathischen Bühnenansagen der Musiker immer wieder ein bleibendes Lächeln ins Gesicht.
Jürgen von Faey
Im Anschluss an diesen Auftritt machte ich mich dann aber tatsächlich endlich auf die Suche nach meiner Freundin und fand sie glücklicherweise auch recht bald. Zu zweit macht so eine Veranstaltung auf Dauer eben doch deutlich mehr Freude als allein. Wir inspizierten das Gelände, blieben mal vor dieser, mal vor jener Bühne hängen. Schön war es zum Beispiel, beim Auftritt von Ganaim vor der großen Bühne im Gras zu liegen und den schönen Irish Folk Klängen zu lauschen.
Und irgendwann war es dann Zeit für das große Abendkonzert meiner Lieblingsband Faun. Dieses war für mich natürlich wie immer ein absolutes Highlight. Ich ergatterte einen ziemlich guten Platz und nutze den langen, hellen Sommerabend, der es auch mir mit meiner ganz gewöhnlichen, aber heißgeliebten Kamera ermöglichte, ein paar schöne Fotos zu schießen.
Fiona von Faun
Zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann später noch ein beeindruckendes, großes Feuerspektakel, bevor es - diesmal gemeinsam - auf den Heimweg ging, den Kopf voller Eindrücke von einem schönen Tag im (phantastischen) Mittelalter.
Und weil es so schön ist, gibt es hier als Rausschmeißer noch oben erwähntes Waldkauz-Video:
Obwohl das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg für mich rein geografisch betrachtet der nächste Termin der ganzen Veranstaltungsreihe ist, hat es mich in der Vergangenheit auffällig selten dorthin verschlagen. Grund dafür war stets die schlechte Anbindung an de öffentlichen Nahverkehr: Wassenberg hat keinen Bahnhof, und die Busverbindungen sind - insbesondere ab dem frühen Abend äußerst überschaubar bis nicht mehr existent. Doch dieses Jahr gab es gute Gründe, noch einmal hinzufahren, steht das MPS Wassenberg doch auf der Liste der Termine, die in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Und dann hatte sich mit Faun in diesem Jahr auch noch meine Lieblingsband angekündigt.
Ich besuchte die Veranstaltung mit meiner Mutter, die schon seit Jahren kein MPS mehr gesehen hatte, weswegen wir den Tag mit einem Geländerundgang begannen. Es ist als regelmäßiger MPS-Besucher wirklich schön, eine dieser Veranstaltungen mal mit jemand szenefremdem zu besuchen, da man so selbst alles noch einmal mit neuen Augen sehen kann. So kam es dann sogar dazu, dass ich erstmalig in meiner mittlerweile auch schon fast zehnjährigen Mittelaltermarkt-Liebe beim Mäuseroulette teilnahm - und prompt gewann!
Von den an diesem Tag aufspielenden Bands schauten wir uns tatsächlich alle kürzer oder länger an - Cultus Ferox sogar mehrmals, da die es meiner Mutter an jenem Tag angetan hatten. Auch Versengold vermochten zu begeistern, sebst wenn wir die leider nur einmal im Zeitplan unterbringen konnten.
Cultus Ferox
Auf der kleinen Bühne schauten wir uns die Cobblestones an. Bei Saor Patrol blieb es eher bei einer Stippvisite - irgendwann muss man schließlich auch was essen. Mit leckeren Schmachtlappen vom Bäcker bewaffnet ließen wir uns auf einer Bank in einer ruhigen Ecke des schönen Geländes rund um die Burg Wassenberg nieder und beobachteten eine Zeitlang einfach die vorbeiziehenden Leute. Das Wetter war toll, das Gelände gut besucht, jedoch zum Glück nicht überlaufen. Später, quasi als Nachtisch, gönnten wir uns dann noch einen köstlichen Baumstriezel mit Zucker und Zimt. Einfach zu wunderbar, die Teile!
Ein bekanntes, aber ungewohntes Gesicht als Vertretung für Pínto bei Versengold
Irgendwie war es mir tatsächlich gelungen, meine Mutter zu überreden, den üblichen Zirkus mitzumachen, den es eben mitzumachen gilt, wenn man Faun aus der ersten Reihe erleben möchte. Ich denke, sie hat es nicht bereut. Es wurde wieder ein wunderschönes Faun-Konzert, mit zahlreichen Stücken vom aktuellen Album "Midgard" - darunter auch "Odin", welches auch ohne die musikalische Unterstützung von Einar Selvik einfach magisch ist - aber auch guten, alten Bekannten wie "Iyansa", welches seine Faszination auf mich wohl niemals verlieren wird.
Faun
So ein Faun-Konzert ist immer der perfekte Abschluss für einen MPS-Tag, und so machten wir uns im Anschluss auch ganz gemächlich auf den Heimweg, selbst wenn das Programm noch eine Weile weiterging. Auf dem Weg zum Ausgang verweilten wir kurz beim Feuerspektakel, welches aber leider winzig klein war und nicht das Highlight, was es auf größeren Terminen der Veranstaltung zu sein pflegt und welches ich meiner Mutter sehr gerne gezeigt hätte.
Vom Parkplatz aus warf ich einen letzten Blick zurück. Der Mond hing schön und hell über der idyllischen nächtlichen Silhouette von Wassenberg. Da wurde ich doch etwas wehmütig, dass dies vermutlich mein letzter Ausflug ins Wassenberger Mittelalter gewesen sein wird.
So, nach nur fast zwei Monaten liefere ich heute dann endlich mal den letzten noch ausstehenden Bericht aus dem vergangenen Jahr nach... *dumdidum*
Am 29. Dezember verschlug es mich noch ein letztes Mal nach Dortmund auf den Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt. Dort war für diesen Tag nämlich ein ganz besonderes Konzert angesetzt. Die Belgier von Rastaban hatten nämlich nicht nur ihren ersten MPS-Auftritt, sondern gleich ihr erstes Deutschland-Konzert überhaupt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte!
Das Konzert fand im von mir eigentlich nicht so hochgeschätzten Zelt statt, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Beim Warten auf den Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Rundblick auf das versammelte Publikum. Da gab es einige neue Gesichter zu sehen, die vermutlich ebenfalls nur für Rastaban angereist waren. Auch hörte man an diesem Tag im Zelt deutlich mehr Französisch als sonst. Doch auch gut bekannte Gesichter hatten sich versammelt, um die neue Band auf dem MPS Willkommen zu heißen.
Rastaban begannen schließlich ganz pünktlich, und brachen mit ihrem mitreißenden Tribal Folk schnell das Eis und zeigten, dass sie auch ein Publikum in Deutschland dazu bringen können, das Tanzbein zu schwingen. Aber mal unteruns: Wer könnte auch allen Ernstes bei Songs wie "Zora" oder "La Gavotte" wie ein Stein vor der Bühne stehen bleiben? ;)
Rastaban in Dortmund
Der Platz vor der Bühne füllte sich während des Konzerts zusehends und die Leute lauschten den Klängen der Band mit großer Freude, ebenso wie den sympathischen Ansagen, für die Slideridoo-Spieler Luka sogar sein beim Fernsehen gesammeltes Deutsch hervorkramte. Am Ende verabschiedeten sich Rastaban unter begeisterten Applaus und ich bin mir sehr sicher, dass sie an diesem Tag doch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen konnten.
Für Leute, die sich gerne selbst ein Bild verschaffen wollen oder da waren und in Erinnerungen schwelgen möchten: (Fast?) das ganze Konzert diesen Tages ist auf youtube zu finden.
Es war ein wirklich durch und durch gelungener Einstand, den Rastaban da auf dem Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt mit den Besuchern feierten. Hoffentlich gibt es für uns Fans in absehbarer Zeit mehr davon auf deutschen Bühnen!
Am vergangenen Samstag verschlug es mich an einen für mich ganz neuen Ort, nämlich in das sauerländische Altena. Dort fand an diesem Wochenende das mittelalterliche Winterspektakulum statt.
Burg Altena
Bei der Ankunft lag das beschauliche Städtchen schon im Dämmerlicht, und so bot die Burg Altena schon aus der Ferne vom Bahnhof aus gesehen einen hübschen Anblick. Jedoch barg die späte Ankunft mit der hereinbrechenden Dunkelheit auch ein kleines Problem in sich. Die Idee, den schon auf den Tourismus-Seiten im Internet als sehr steil beschriebenen Fußweg zur Burg zu Fuß zu bestreiten, erschien mir plötzlich wie eine sehr dumme Idee. Im Dunkeln einen mir fremden, bewaldeten Berg zu erklimmen ist eine Sache, die für orientierungslose und halbwegs nachtblinde Menschen wie mich nach langen Irrwegen und schmerzhaften Verstauchungen klingt. Doch zum Glück bietet Altena eine Alternative: den Erlebnisaufzug!
Dieser war schnell gefunden und stellte sich trotz langer Warteschlange und einiger Skepsis gegenüber einer zu bezahlenden Aufzugfahrt als weitere lohnenswerte Attraktion neben der Burg heraus. Nach dem Einlass spaziert man nämlich erst einmal durch einen museumsartigen Tunnel, der so allerhand zu bieten hat. Wer Zeit hat, kann sich an Audiostationen zahlreiche Legenden und Märchen aus der Region anhören. Außerdem passiert man auf seinem Weg allerhand interaktive Spielereien, die nicht nur Kinder zum innehalten und Spaß haben bewegen. Im Nachhinein bereue ich keinen Cent des zunächst nur zähneknirschend bezahlten Eintrittsgeldes!
Der Aufzug am Ende des Tunnels schließlich brachte die Besucher schließlich Schwall für Schwall nach oben zur Burg - und das in sehr bequemen 30 Sekunden. Ausgespuckt wurde man wirklich direkt in die Burg. Dort bot sich dann im Burghof und der Vorburg ein kleiner, aber sehr stimmungsvoller Mittelaltermarkt. Wer wollte, konnte auch das Burgenmuseum besichtigen und einen Rundgang durch die wirklich schöne Burg unternehmen. Aufgrund der späten Anreise blieb uns dafür aber leider kaum Zeit. Schließlich gab es für diesen Besuch einen konkreten Anlass, nämlich das Konzert von Vogelfrey.
Wir richteten uns also vor der Bühne im Burghof ein und stellten fest, dass es sich streng genommen sogar um zwei Konzerte handelte. Oder 1 1/2. Wie man so will. Zunächst betraten nur Sänger Jannik und Geiger Alex die Bühne, um dem Publikum unter dem Namen "Die Affenbrüder" einen kleinen Vorgeschmack zu bieten. Das ergab ein schönes, kleines Akkustik-Set, bei dem neben einer sehr ruhigen Version von "Heldentod" auch fremde Stücke von den Streunern oder Subway To Sally sowie der WoW-Kulthit "Die Horde rennt" dargeboten wurden.
Nach einer Pause folgte dann das Set vom Vogelfrey in kompletter Besetzung. Es wurde ein großartiges Konzert mit einer Setlist, die wohl kaum Wünsche offenließ. Vom "Ball der Gehängten" über "Der Tusch" bis zu "Strohfeuer" war von allen drei Alben der Band etwas dabei, und viele der Anwesenden kannten die Texte und sangen gerne mit. Alle anderen ließen sich gerne überreden, Textstücke zu lernen, schlicht Lalala zu singen und im Takt zu klatschen. Sänger Jannik hatte außerdem großen Spaß mit den anwesenden Kindern in der ersten Reihe und schaffte es, diese so für die Show zu begeistern, dass die Meisten fast das ganze Konzert sehr aufmerksam vorne sitzen und stehen blieben.
Vogelfrey
Obwohl Vogelfrey schon deutlich länger spielten, als es das Programm angekündigt hatte, ging das Konzert viel zu schnell vorbei. Noch während der Klänge des letzten Stückes mussten wir uns dann allerdings schon auf den Weg zurück zum Aufzug machen, um unseren Zug nicht zu verpassen.
Die Rückfahrt wurde ein Alptraum mit heimkehrender, im Fahrradabteil kiffenden Fußballfans und einem aggressiven Ballermannfan, der bei uns ebenso penetrant wie laut eine sicherlich sehr tragische musikalische Bildungslücke schloss. Wobei sich mir bis heute nicht so recht erschließen will, wo der Zusammenhang zwischen dem weiblichen Busen und Kartoffelsalat besteht. ;)
Alles in Allem war es aber ein wunderschöner Tag und ich würde Burg Altena gerne nochmal an einem ganz normalen Tag besuchen, um mir einfach die schöne Burg und das Museum anzusehen. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann nochmal die Gelegenheit dazu.
Und schwupp, schon ist der Advent da und mit ihm die Zeit der Weihnachtsmärkte. Ich muss ja zugeben, dass mich normale Märkte dieser Gattung kaum locken können - zu überlaufen ist es mir dort und meinem Gefühl nach steht für immer mehr Besucher nur noch der möglichst exzessive Glühweinkonsum im Vordergrund. Doch zum Glück gibt es ja Alternativen, wie beispielsweise den Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt des MPS im Dortmunder Fredenbaumpark.
Ein wenig trauere ich zwar immernoch der schönen Telgter Location nach, aber nichtsdestotrotz machte ich mich an diesem Eröffnungswochenende gleich zweimal auf den Weg nach Dortmund. Das Programm sprach am Freitag und am Sonntag einfach für sich.
Freitag war eigentlich mehr eine Stippvisite als ein richtiger Besuch. Bei der Ankunft war die Sonne schon untergangen und das Gelände zeigte sich in seiner ganzen nächtlichen Pracht. Was die Beleuchtung angeht, hat man sich nämlich in diesem Jahr wieder nicht lumpen lassen. Angestrahlte Bäume, leuchtende Floße auf dem Teich des Parks und stimmungsvoll illuminierte Heerlager und Stände verbreiteten eine wohlige Stimmung.
Einen kleinen Knacks bekam die Stimmung beim Erreichen der Konzertlocation für diesen Tag. Statt auf der großen Außenbühne fanden die Freitagskonzerte nämlich im Weihnachtszelt statt. Dieses ist zwar durchaus praktisch für eine Veranstaltung so spät im Jahr, schützt es doch vor Regen und übermäßiger Kälte, leider verbreitet sich dort aber auch keine besonders weihnachtliche Stimmung. Man wähnte sich eher ein wenig auf dem Oktoberfest...
Doch da das Programm an diesem Abend stimmte, hieß es schlicht: Rein ins Zelt, Alkoholdünste ertragen, auf vor die Bühne. Dort spielten nämlich Ye Banished Privateers das erste Set ihres Weihnachtsmarkt-Besuchs. Und dieses Set ließ einen die Location bald ohnehin vollständig vergessen, war man doch zu gebannt von den Geschehnissen auf der Bühne. Unser aller Lieblingspiraten hatten für die Besucher auch eine tolle Überraschung mit dabei, nämlich Weihnachtslieder. Aber natürlich nicht irgendwelche, sondern solche, wie sie nur von Piraten gesungen werden. So wurde aus einem allseits bekannten, deutschen Weihnachtsklassiker das stimmungsvolle "Oh Cannonball" und natürlich kam auch nicht mehr der Weihnachtsmann in die Stadt. Vielmehr hieß es dann "Henry Morgan's Coming To Port".
Im übrigen lohnte sich an diesem Wochenende auch ein Besuch beim Merchstand von Ye Banished Privateers. Neben den Artikeln der Band (die allein schon natürlich wert sind, sich dafür tief zu verschulden! ;) ) gab es dort nämlich noch ein ganz besonderes Schmankerl zu erwerben: Den Sexy Beards Kalender 2017! Das bedeutet: Ein jahr lang jeden Monat ein attraktive Model - unter ihnen Buckteeth Bannock von Mr. Hurley & die Pulveraffen, Bruder Rectus oder auch Blackpowder Pete von Ye Banished Privateers, um nur ein paar zu nennen - welches seinen stolzen Bart zur Schau stellt.
2017 kann kommen!
Sollte das alleine noch nicht als Kaufargument reichen: bei dem ganzen handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Projekt für den guten Zweck, geht doch der komplette Erlös an die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Also: beim nächsten Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt Augen und Ohren nach dem guten Stück offen halten oder bei Facebook einen Blick in die "We want sexy beards!"-Gruppe werfen. ;)
Nach diesem äußerst netten ersten Besuch machte ich am Samstag erstmal eine MPS-Pause (Faul rumgehangen wurde aber auch da nicht, wie ihr im nächsten Beitrag sehen werdet). Am Sonntag ging es dann aber nach einer reichlich kurzen Nacht und mit einer sehr unerquicklichen Anreise wieder nach Dortmund, diesmal für einen richtigen Tagesausflug. An diesem Tag war das Infield geöffnet, der Markt also noch ein Stück größer, und die Konzerte fanden auf der großen Bühne im Freien statt. Bei Licht fand sich an diesem Tag auch endlich die Zeit und Lust, das ganze Geländer näher in Augenschein zu nehmen, darunter auch die faszinierende Schwimmbrücke über den Teich. Den Großteil des Tages fand man sich dann aber doch vor der Bühne wieder, schließlich spielten wieder Ye Banished Privateers, von deren drei Konzerten ich keines verpassen wollte. Mittlerweiele war das Publikum sogar bei den neuen Weihnachtsstücken textfest und sang fröhlich und lautstark mit, sei es bei "Let It Blow" oder der piratigen Version von "Deck The Hall".
Ye Banished Privateers
Es stand aber auch noch eine zweite Band auf der Bühne, nämlich Harmony Glen. Obwohl diese Band schon mehrfach auf Festivals gespielt hatte, die ich besucht habe, gelang es mir am Sonntag erstmalig, sie endlich mal zu sehen. Ein Glück, denn sonst wüsste ich immer noch nicht, was für eine gute Stimmung diese Holländer verbreiten. Die fünf Musiker bezeichnen ihren Stil als Irish Folk Extravaganza, und das beschreibt es auch ziemlich gut. Beschwingte Folktunes, Traditionals und eigene Stücke mit oder ohne männlichen und weiblichen Gesang, alles im Repertoire. Die Band schien richtig gut drauf und verbreitete großartige Stimmung, das Dabeisein und Zuhören machte einfach Spaß.
Harmony Glen
Nach dem letzten Set von Ye Banished Privateers ging mein Tag auf dem Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt dann aber auch zu Ende. Mittlerweile war ich auch ordentlich durchgefroren, hatte es sich doch an diesem Wochenende ordentlich abgekühlt. Dieses Wochenende bildete jedoch einen schönen Auftakt für die diesjährige Weihnachtsmarkt-Saison. Und der nächste Dortmundbesuch is für kommenden Freitag auch schon fest eingeplant!
Wer mich oder diesen Blog hier kennt, der dürfte gemerkt haben: Ich liebe Mittelaltermärkte, bin aber auch Zoos und Tierparks alles andere als abgeneigt. Wie schön, wenn sich zwei eher unterschiedliche Interessen wie diese auch mal verbinden lassen. Und sogar besonders schön, wenn das an einem Ort passiert, den ich schon länger auf meiner mentalen Places-To-Visit-Liste stehen habe. Grund genug, sich am 03. September zu einer für mein Verständnis nahezu unmenschlich frühen Zeit auf den Weg zu machen nach Hessen in den Tierpark Sababurg!
Nach einer mehrstündigen Anreise mit Bussen und Bahnen erreichten meine Freundin und ich gegen Mittag den Tierpark, der an diesem Wochenende zum Mittelalterlichen Spectaculum geladen hatte. Bis wir den Markt dann tatsächlich erreichten, sollte allerdings noch einige Zeit verstreichen, luden doch auf dem Weg schon zahlreiche verschiedene Tierarten zum verweilen ein. Esel wollten gestreichelt, Fischotter in ihrem Gehege gesucht werden, Wellensittiche durften sogar in ihrer riesigen Voliere besucht und gefüttert werden. Das Wetter war großartig, sodass viele Tiere entspannt in der Sonne dösend angetroffen werden konnten.
Auf Tuchfühlung mit den neugierigen Wellensittichen
Beidseitige Neugierde auch bei den Kattas
Die Trommeln wiesen uns dann aber doch noch den Weg zum Mittelaltermarkt. Dieser fand auf einer großen Freifläche mitten im Tierpark statt, mit genug Abstand zu den Tiergehegen, sodass deren Bewohner sich von den lauten Marktklängen nicht gestört fühlen mussten. Der Markt war nicht riesig, aber liebevoll aufgebaut mit einigen interessanten Ständen, die man nicht auf jedem Mittelaltermarkt findet. Es gab ein schönes Karussel im Wikingerschiff-Stil und eine "Wipp-Lounge" (eine Wippe direkt neben den langweiligen Bierbänken für die Erwachsenen) für die Kinder. Der Heerlager-Bereich war ebenfalls ansehnlich und auf der Bühne gab es ein vielseitiges Programm. An Musikern spielten so beispielsweise Tarranis, Unvermeydbar und Fabula auf und beschallten das Gelände mit solider Marktmusik. Da das Gelände in einer Schräge lag, hatte man von oben einen wunderschönen Ausblick über den gesamten Markt und sah in der Ferne auch gleich die Sababurg.
Heerlager mit Burgblick
Auf das so genannte Dornröschenschloss Sababurg bot sich von einigen Stellen des Tierparks aus ein herrlicher Ausblick, wobei der Anblick des modernen Anbaus - vermutlich ein Hotel? - für uns das Panorama doch empfindlich störte. Doch es sei gesagt: wer lang genug sucht, der findet auch den einen oder anderen Winkel im Tierpark, von dem aus sich die Sababurg ohne störende bunte Markisen und Parabolantennen betrachten und fotografieren lässt. ;) Wikipedia erzählte mir übrgens gerade, dass die Sababurg der Ursprung eines meiner liebsten Brettspiele aus der Kinderzeit, nämlich Sagaland, ist. Eine sehr schöne Vorstellung! :)
Sababurg vom Tierpark aus betrachtet
Viel Zeit auf dem Markt verbrachten wir letzten Endes nicht an diesem Tag, dafür gab es im Tierpark einfach zu viel zu sehen. Schon um hier alles zu sehen, reichte unsere Zeit kaum. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Tierpark eine Größe von 130 ha hat und mehr als 80 verschiedene Tierarten zeigt! Für einen Besuch der Fütterungen oder der Greifvogel-Flugschauen sowie eine Fahrt mit dem Tierpark-Express blieb da leider keine Zeit mehr. Einen ausgedehnten Aufenthalt in den verschiedenen Streichelzoo-Arealen ließen wir uns aber nicht nehmen und begaben uns mit vor Ort gekauften Futter zu den hungrigen und frechen Ziegen sowie den zurückhaltendereren, aber ebenfalls hungrigen Schafen.
Komm fressen: Junge Waliser Schwarzhalsziege
Ziemlich lange verweilten wir auch im hinteren Bereich des Tierparks. Hier gab es in schönen und sehr weitläufigen Gehegen einige meiner liebsten Tiere zu sehen. Die Wölfe waren etwas schläfrig, dafür zeigten sich die weißen Hirsche in ihrer ganzen Pracht. In einem Bereich wähnte man sich gar in Skandinavien. Dort gab es ein Lapplandlager mit den Rentieren, welches zwar leider für Besucher geschlossen war, aber dennoch einen schönen Anblick bot, bei dem man fast glaubte, in Sápmi gelandet zu sein. Außerdem ließen sich von der rustikalen Elch-Lodge aus die majestätischen Elche beobachten während die schwedisch anmutende Kaffee-Stuga (samt Elch-Warnschild) zu einer kleinen Stärkung einlud.
In der Sonne dösender Wolf
Prächtiger weißer Hirsch
Lapplandlager Björkträsk
Viel zu schnell kam die Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Nach dem stundenlangen Laufen waren wir zwar auch durchaus schon müde, aber es hätte doch noch so viel zu sehen gegeben. Auf dem Rückweg mit dem Bus zum Bahnhof in Hofgeismar warf ich im Vorbeifahren noch einen kurzen, sehnsüchtigen Blick auf den Eingang zum Urwald Sababurg. Für einen Besuch hier hatte die Zeit natürlich auch nicht mehr gereicht. Somit gibt es also mehr als nur einen Grund, irgendwann noch einmal zurückzukommen. Ich würde die lange Fahrt jederzeit wieder auf mich nehmen!
Am 13. & 14. August stand mal wieder einer der klassischen MPS-Termine vor der Tür, die ich nach Möglichkeit in jedem Jahr besuche: Telgte nahe Münster. Doch sind normalerweise zwei ganze Tage Pflicht, wurden es diesmal nur zwei kürzere Ausflüge.
Los ging es nach mehrstündiger Anfahrt erst am Nachmittag, pünktlich zum Auftritt von Corvus Corax, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Die Band rührte an diesem Tag kräftig die Werbetrommel für ihr neues Werk "Ars Mystica", welches ich vor einiger Zeit für jarwinbenadar rezensieren durfte (was ich irgendwie vergaß, hier zu posten...) sowie für das anstehende, neue BerlinksiBeat Album.
Erst danach fanden wir ein wenig Zeit, über das Gelände zu schlendern, welches trotz schon längerer anhaltender Hitze an einigen Stellen ganz schön verschlammt daherkam. Ein ziemlich deutliches Zeichen, wie unglaublich viel Regen zuvor in diesem Sommer gefallen war... An dem Samstag selber war das Wetter dafür richtig schön, es war eine der ersten Festivalnächte, die ich fast durchgängig nur im T-Shirt verbringen konnte.
Nach einer kulinarischen Stärkung hieß es für den Rest des Festivaltages Abschied nehmen von der Freundin, mit der ich dort war. Da wir beide einen ziemlich unterschiedlichen Musikgeschmack haben, standen bei uns beiden völlig andere Bands auf dem Plan.
Für mich stand der Abend im Zeichen des Pagan Folk. Los ging es mit Omnia, die das Publikum schnell dazu brachten, die notdürftig abgedeckte Schlammdecke vor der Bühne mit ausgiebigem Tanzen so richtig aufzuwühlen. Dabei präsentierten sie natürlich auch einige Songs der neuen CD "Prayer", die es bislang nur bei der Band selbst zu kaufen gibt. Da ich Omnia dieses Jahr gar nicht so oft gesehen habe, war es für mich auch eine der ersten Gelegenheiten, sie mit der nach vielen Jahren wieder ins Repertoire aufgenommenen Drehleier erleben zu dürfen, die den Sound der Band um einen tollen Aspekt erweitert.
Im Anschluss hieß es dann wieder, sich ein lauschiges Plätzchen vor der Bühne zu suchen und zu warten. Nach einer Umbaupause und dem Soundcheck folgten nämlich gleich Faun. Allein bleibt man beim Warten auf Faun-Konzerten zum Glück selten lange, und so fand ich mich bald vertieft in ein Gespräch mit meiner netten Nebenfrau. So verging die Zeit bis zum Auftritt der Band rasend schnell. Das Konzert selbst war dann wieder ganz wundervoll. Faun erinnerten sich sogar an das letzte Jahr, wo es während des Konzertes angefangen hatte zu schütten wie aus Eimern und erst mehr als zwei Tage später wieder aufgehört hatte. Die Fans vor der Bühne - eine Freundin & mich eingeschlossen - juckte das damals wenig, die meisten blieben einfach stehen und feierten wie wild weiter. Dafür bedankte sich die Band ein Jahr später noch einmal. Auch in diesem Jahr war die Stimmung im Publikum super, nur dass es diesmal eben eine wunderschöne, laue Sommernacht war. Faun spielten ebenfalls einen neuen Songs - "Nacht des Nordens" - vom zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen neuen Album, aber natürlich auch ganz viele Stücke aus den unterschiedlichsten Phasen ihres langjährigen Schaffens.
Leider das einzige Foto, das ich an diesem Tag gemacht habe: Faun beim Soundcheck
Mit den letzten Tönen des Faun-Konzertes endete auch der erste Tag auf dem MPS in Telgte. Obwohl es für ein MPS ein relativ frühes Ende war, kamen wir erst super spät zur Ruhe und zum Schlafen. Am nächsten Tag war ich darum gar nicht so unglücklich, dass ich nur noch kurz auf das Gelände konnte. Wir fuhren pünktlich zur Eröffnung nach Telgte und sahen uns ein amüsantes Konzert von Mr. Hurley & die Pulveraffen an, danach machte ich mich auf den langen Heimweg. Meine Freundin hielt es, wie ich später erfuhr, auch nicht viel länger aus. Die Müdigkeit hatte uns an diesem Tag wohl sehr fest im Griff. Trotzdem war dieser kurze Sonntag ein hübscher Ausklang für das MPS Telgte 2016.
Nachdem ich dieses Jahr den einen oder anderen ursprünglich fest eingeplanten MPS-Termin habe ausfallen lassen müssen, hat es mich besonders gefreut, dass es wie zum Ausgleich endlich mal wieder nach Köln gehen sollte. Das Gelände am Fühlinger See hatte ich als besonders schön in Erinnerung, nur hatte ich es nach 2011 nicht mehr dorthin geschafft, überschnitt es sich doch alljährlich mit dem Castlefest in Lisse.
Dieses Jahr nun also die Überrschung: das MPS Köln eine Woche vor dem Castlefest! Einem Besuch stand also nichts im Weg. Da es am Fühlinger See schon seit einigen Jahren keine Campsite mehr gibt, wurde der Sonntag als Besuchstag ausgewählt, da man so bis zum an diesem Tag früheren Ende bleiben konnte und trotzdem noch nach Hause kam. Ein bisschen bang wurde es einem nur beim Gedanken an die zahlreichen, ebenfalls an diesem Sonntag stattfindenden Demonstrationen, unter ihnen die Türkische Großdemo sowie Demos rechter und linker Gruppen. Genug Sprengstoff also, um einen als Bahnfahrer die verkehrtechnische Lage den ganzen Tag über sicherheitshalber im Auge behalten zu lassen.
Am Fühlinger See angekommen, stellte sich schnell heraus: das Gelände ist so schön, wie man es in Erinnerung hatte. Heerlager, Stände und sogar zwei der Bühnen vor dem Hintergrund des Sees machen optisch wirklich was her. Wem es danach verlangte, der konnte natürlich auch schwimmen gehen. Einige hartgesottene taten dies auch, obwohl man nicht unbedingt behaupten kann, dass das Wetter dazu einlud. Für die Jahreszeit war es ziemlich frisch und leider gingen auch immer wieder Schauer über dem Gelände nieder. Egal, wir hatten schon MPS-Veranstaltungen mit weitaus schlechterem Wetter!
Musikalisch gönnten wir uns bei diesem Besuch ein bisschen von allem: Sören Vogelsang, Celtica, Weltenkrieger, Saor Patrol, die Cobblestones. Aber vor allem: Ye Banished Privateers! Schon wieder hatten die Schweden Crewmitglieder dabei, die wir noch nicht kannten, darunter sogar einen Sitar-Spieler. Obwohl an diesem Tag auf der Bühne weder ausgepeitscht, gehängt noch erstochen oder ersäuft wurde, waren alle drei Konzerte wieder ein riesiger Spaß, für den wir zeitweise sogar gerne im strömenden Regen stehen blieben (und dabei von der Band fotografiert wurden, der das anscheinend ziemlich verrückt vorkam xD). Songtechnisch blieben keine Wünsche offen, zwei mir vorher noch unbekannte Stücke steigerten die Vorfreude auf das nächste Album noch weiter - was ich vorher für kaum noch möglich gehalten hatte. Und was freue ich mich darauf, die Band schon nächstes Wochenende auf dem schönsten aller Festivals (aka Castlefest) wiederzusehen!
Ye Banished Privateers
Zum Abschluss des MPS-Tages gab es dann noch ein halbes Stündchen vom großen Versengold-Abendkonzert, bevor es Zeit wurde, sich auf den wegen den Demos sicherheitshalber etwas früher geplanten Rückweg zu machen. Trotz des mäßigen Wetters war es sehr schön, wieder einmal das MPS in Köln besuchen zu können.