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Donnerstag, 6. November 2014

Konzertbericht: Freibeuterpack und Gauklerpack in Solingen

Und wieder einmal bin ich spät dran mit einem Konzertbericht. :D Aber immerhin habe ich dieses Mal einen guten Grund, schließlich hat ein krankes Haustier eindeutig Vorrang vor einem Blog!

Nun aber zum Bericht: 

Es war eine ziemlich spontane Entscheidung, als ich mich am 11. Oktober mit einer Freundin nach Solingen begab, um dort zwei Bands zu sehen, die mir vollkommen unbekannt waren. Aber auch meiner Begleitung ging es nicht besser, und so begaben wir uns gemeinsam ins Unbekannte.

Gauklerpack vs. Freibeuterpack stand auf dem Programm, und stattfinden sollte das ganze in der Taverne zum alten Recken im Solinger Hotel Tack.
Gehört hatte ich von jener Taverne zwar schon, war jedoch bisher nie selbst dagewesen.
Der erste Eindruck nach einer längeren Busfahrt durch Solingen war schon einmal durchaus positiv. So viele mittelalterlich gewandete sieht man außerhalb der Marktsaison ja doch eher selten, insofern war es mir eine innere Freude. Entsprechend zum Publikum gab es natürlich auch mittelalterliche Pausenmusik auf die Ohren, und schon da war die Stimmung super und der halbe Raum sang fröhlich mit bei Songs wie "Tanz" von Metusa. 

Irgendwann ging es dann aber natürlich auch im Programm los. Zuerst enterte das Freibeuterpack die Bühne. Es stellte sich dann auch schnell raus, dass es keine Schande war, die Freibeuter und Freibeuterinnen noch nicht zu kennen - der Auftritt in Solingen bildete sozusagen ihre Jungfernfahrt.
In der folgenden Stunde bot die Band Piratenliedgut aus eigener Feder, vorgetragen auf Deutsch und somit schon bald mit Mitsingpotential beim Publikum. Zwischen den Songs lockerten verschiedene Showeinlagen wie Tanz und Gaukelei das Set noch einmal zusätzlich auf. Bei diesem Auftritt konnte man getrost von einem gelungenen Einstand sprechen!

Nach einer Pause ging es weiter mit dem schon länger aktiven Gauklerpack. Wem die Ähnlichkeit zwischen den beiden Bandnamen von Anfang an verdächtig vorgekommen sein sollte: ja, es handelt sich um die gleichen Leute. Einmal im Piratenoutfit mit Seeräuberliedgut, und beim Gauklerpack entsprechend klassisch-mittelalterlich im Gaukler- und Narrendress.
Musikalisch gab es hier sowohl Eigenkompositionen als auch altbekannte Melodien zu hören. Beim Vortrag merkte man der Band an, dass man hier schon sicherer und routinierter, eben besser eingespielt war, als beim ganz neu entstandenen Freibeuterpack. Auch dieses Set wurde wieder durch verschiedene Einlagen der Mitglieder, beispielsweise als Tanzmädchen oder Jongleur, aufgelockert.

Nun passierte natürlich irgendwann das, was immer passiert: das Set neigte sich seinem Ende zu, genauso wie die Auswahl an möglichen Zugverbindungen nach Hause. Wir mussten uns also verabschieden und verpassten so die ausschweifende After-Show-Party, die Gerüchten zufolge noch bis zum kommenden Mittag gedauert haben soll.

Trotzdem lässt sich sagen: Das ganze war ein voller Erfolg und ein Riesenspaß, und das augenscheinlich für das Publikum genauso wie für die Musiker selbst. Und mich hat es mal wieder daran erinnert, dass es sich oft lohnt, einem unbekannten Bands eine Chance zu geben, denn man kann dabei sehr positiv überrascht werden!

Hörprobe:


Dienstag, 3. Juni 2014

Konzertbericht: INVSN in Solingen

Gestern Abend war für mich ein besonderer Abend. Ich bin ganz alleine nach Solingen gefahren, um dort ein Konzert in der Cobra anzuschauen. Normalerweise mache ich das ungerne, Konzerte machen gemeinsam einfach viel mehr Spaß als alleine. Aber der Anlass war in diesem Falle zu gut, als dass ich das hätte sausen lassen können und wollen. INVSN aus Umeå gaben sich nämlich die Ehre und spielten ihr einziges Clubkonzert im Westen des Landes.

Wer die Band noch nicht kennt, dem könnte an dieser Stelle tatsächlich mit etwas Namedropping geholfen werden. Am Mikro steht Dennis Lyxzén, allgemein bekannt auch als Sänger mehr oder weniger verflossener Bands wie Refused oder The (International) Noise Conspiracy. Wer eine der besagten Bands schon einmal live sehen durfte, der weiß an dieser Stelle, warum es sich immer lohnt ein Konzert zu besuchen, bei dem dieser Mann beteiligt ist. Trotzdem weitere Namen gefällig? INVSN hätten da noch Sara Almgren im Angebot, die in den vergangenen Jahren vor allem durch ihre Tätigkeit bei den großartigen Masshysteri auf sich aufmerksam gemacht hat. Und die Liste ließe sich für die restlichen Bandmitglieder beliebig erweitern. Aber lassen wir das.

Entstanden sind INVSN aus Dennis Lyxzéns Soloprojekt The Lost Patrol, welches sich bald zur Lost Patrol Band auswuchs, später in Invasionen umbennant wurde und unlängst dann in den auch für nicht-Schweden auszusprechenden Namen INVSN umgetauft wurde. Die Musik hat sich in all diesen Jahren stetig gewandelt und das, was INVSN heute spielen, bezeichnen sie selbst gerne als dystopischen Post-Punk - eine Beschreibung, die den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft.

Doch zurück nach Solingen. Gegen 21 Uhr betrat erst einmal die Vorband Palace Fever die Bühne. Die Solingen Band präsentierten dem Publikum eine Dreiviertelstunde lang ihren Mix aus Rock mit Country-Anleihen.

Gleich im Anschluss betraten dann INVSN die Bühne und eröffneten ihr Set mit dem großartigen "#61". In dem folgenden etwas mehr als einstündigen Konzert präsentierten sie fast ihr komplettes erstes Album, außerdem die englische Version von "En Annan Slags Gud" vom letzten Invasionen-Album, welches nie auf Englisch veröffentlicht wurde. (Und ja, mich wundert immernoch, dass die Band niemanden gefunden hat, der das Album auf Englisch veröffentlichen wollte!) Zwischen den Songs gab es die für Dennis Lyxzén typischen, mal ernsten, mal unterhaltsamen Ansagen. Besonders angesprochen hat mich die Ansage zu "Distorted Heartbeat", in der er davon erzählt hat, wie es dir eines Tages klar wird, dass es nicht stimmt, wenn die Leute dir sagen: Wie du gerade lebst, das mit der Musik und alles, ist nur ne Phase, irgendwann wächst du da raus und kriegst dein Leben auf die Reihe. (Ich schätze, auf das Ende dieser "Phase" warten meine Eltern auch schon seit über 10 Jahren ^^) Besonders unterhaltsam gestaltete sich auch die Zugabe "The Hate". Obwohl die Bühne so klein war und Dennis sich entsprechend nur verhältnismäßig wenig bewegen konnte, war es ihm beim letzten Song irgendwie gelungen, seine Hose zu zerstören. Aus diesem Grund musste er den letzten Song mit einem langen Riss im Stoff auf der Innenseite des Oberschenkels bewältigen, was mein Nebenmann gleich mit den Worten "I can see your balls!" quittierte. :D

Viel zu schnell war das Konzert um 23 Uhr dann auch schon zu Ende, worüber ich trotzdem ganz froh war. So konnte ich mir noch ein Shirt am Merchstand holen und mich dann in aller Ruhe zum Bahnhof begeben. Kurz nach 1 Uhr strandete ich dann in Aachen am Hauptbahnhof, von wo in den nächsten zwei Stunden kein Entkommen war. Nachts als Frau alleine am Bahnhof, das ist in der Regel im besten Fall langweilig, oft aber auch unheimlich. Doch der Aufenthalt gestaltete sich dieses Mal ganz anders als ich erwartet hatte. Schon bald hatte ich Gesellschaft, man fühlte sich verpflichtet auf mich aufzupassen und ich wurde sogar zum Bahnsteig eskortiert. Ein bemerkenswerter Abschluss eines großartigen Konzertabends. 

INVSN für Anfänger: