Dienstag, 29. April 2014

Vorfreude

Sooo, die Uni-Verpflichtungen für diese Woche sind abgehakt. Der Rucksack ist gepackt. Voll-Fleece-Schlafanzug für die Nacht: Check. Dicke Socken: Check. Gewandung nebst unauthentischem Regencape: Sowieso. 

Das alles zusammen kann nur eins heißen: Morgen geht es zum ersten Mal dieses Jahr auf in Richtung MPS, nach Dortmund. Die Wettervoraussichten sind zwar gewohnt schlecht, aber das kennen wir ja schon. Spielen wir halt wieder im Schlamm, was soll's. Hauptsache, es geht endlich wieder los!

Zur musikalischen Einstimmung an dieser Stelle ein nettes Video der morgigen Headliner, Knasterbart. So sieht wahre Gossenpoesie aus ;)


Ist sonst noch wer dabei und freut sich ebenso wie ich?

Blog-Wiederbelebung

Genau 199 Tage ist es her, seit ich meinen letzten Post hier gemacht habe. So viel zu meinen guten Vorsätzen, das Bloggen dieses Mal regelmäßiger zu halten... Aber was soll's, manchmal kommt das Leben eben ein wenig anders. :)

Auf jeden Fall habe ich beschlossen, diesen Account wiederzubeleben und ihn in etwas anderer Form als vorher zu nutzen. Bisher hatte ich mir ja gedacht, dass es hier nur um Skandinavien gehen sollte und alles, was mir eben dazu einfällt. Nun ist es aber so, dass mich in meinem Leben auch ganz andere Dinge bewegen. Deswegen werde ich an dieser Stelle ab sofort über alles berichten, was mir persönlich gerade wichtig oder interessant scheint.

Zunächst aber möchte ich dann doch noch meinen Bericht über mein Auslandssemester zu Ende bringen: Ich bin mittlerweile schon längst wieder zu Hause und hatte mehr als genug Zeit, über meine Erfahrungen in Schweden nachzudenken. Es war alles in allem oft keine einfache Zeit für mich und ich habe erkannt, wie viel mir meine Freunde und meine Familie in Deutschland eigentlich bedeuten. Aber auch in Växjö habe ich viele tolle Leute kennengelernt, ohne die es mir sicher sehr viel schlechter ergangen wäre.
Obwohl ich insgesamt sehr froh bin, wieder zurück zu sein, ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich gewisse Dinge in Växjö vermisse. Dazu zählt besonders die allgegenwärtige Natur, die Wälder und Seen überall um einen herum. Darum ist für mich auch sicher: ich werde so bald wie möglich nach Schweden zurückkehren. Diesmal jedoch nur als Urlauber, denn mein Leben findet hier in Deutschland statt, wo meine Familie und mein Freundeskreis sind. Sie alle möchte ich nicht noch einmal so lange vermissen müssen.

Freitag, 11. Oktober 2013

Buchrezension: Mikael Niemi - Fallvatten

Autor: Mikael Niemi
Titel: Fallvatten [biser keine deutsche Übersetzung vorhanden]
Erschienen: 2013
Sprache: Schwedisch

Der nordschwedische Schriftsteller Mikael Niemi, vielen sicher als Autor von "Populärmusik aus Vittula" bekannt, hat vor einiger Zeit einen neuen Roman veröffentlicht. Da ich mich ja derzeit in Schweden befinde, hatte ich das Glück, diesen bereits lesen zu können.
Inhaltlich geht das Buch in eine ganz andere Richtung als seine bisherigen Veröffentlichungen. In Schweden wird "Fallvatten" unter dem Label Thriller vermarktet, ich würde aber vielleicht eher von einem Katastrophenroman sprechen.
Die Handlung ist, wie bei Niemi üblich, in Nordschweden angesetzt. Das nördliche Norrland wird von einem unheimlich nassen Herbst heimgesucht, es regnet seit Wochen ohne Unterlass. Trotzdem verläuft das Leben am Luleälv, dem großen Fluss der die Gegend durchzieht, in geregelten Bahnen. Der Leser lernt verschiedene Personen kennen, darunter einen samischen Autonarren, einen Hubschrauberpiloten, den der Lebensmut verlassen hat und eine von ihrem Beruf frustrierte Kunstlehrerin. Als plötzlich der Damm eines Kraftwerks bricht, ändert sich vom einen auf den anderen Augenblick alles für diese Menschen. Plötzlich sind die alten Probleme verschwunden und ein Kampf um das bloße Überleben beginnt.
Mich hat "Fallvatten" von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Viele der Charaktere, die Niemi beschreibt, sind - wie man es von ihm gewohnt ist - ziemlich eigen. Mit einigen von ihnen kann man sich identifizieren, mit anderen nicht. Die Sprache ist gewohnt angenehm zu lesen und auch der Humor kommt nicht zu kurz, soweit das in einem Roman dieses Genres eben drin ist. Vor allem aber gelingt es dem Autor, die Handlung durchgehend spannend zu halten. Es fiel mir manchmal wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen um mich anderen nötigen Beschäftigungen zu widmen. Wieder einmal konnte mich Mikael Niemi vollständig überzeugen und ich wünsche mir wirklich, dass dieses Buch seinen Weg auf den deutschen Markt finden wird!

Meine Wertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

[PS vom 05.10.2015: Mittlerweile hat dieses Buch natürlich längst seinen Weg auf den deutschen Markt gefunden. Es hört hierzulande auf den Titel "Die Flutwelle".]

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Mein Auslandssemester, Teil 5

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, was im Wesentlichen daran liegt, dass außerhalb der virtuellen Welt einiges los war.
Während in Deutschland das neue Semester gerade erst anfängt, habe ich letzte Woche schon meinen ersten Kurs mit einer Abschlussprüfung (hoffentlich erfolgreich) abgeschlossen. Gestern hat der zweite Kurs angefangen.
Ich weiß noch immer nicht so recht, was ich von diesem schwedischen System halten soll. Jedes Thema wird in 5 Wochen abgehakt, dann folgt ein neuer Kurs mit anderen Themen. So ging es in meinem ersten Kurs um Geografie und Archäologie in Schweden, und im neuen Kurs ist das Thema Geschichte und Religion. Irgendwie hatte ich aber am Ende des ersten Kurses das Gefühl, alles nur angerissen zu haben. Diesen Monat habe ich deutlich mehr Vorlesungen als bisher, also wird sich zeigen, ob das bei diesem Kurs anders sein wird.
Auch die Prüfungen verlaufen anscheinend etwas anders als von zu Hause gewohnt. An der Tür des Prüfungsraums muss man sich in eine Liste eintragen und bekommt dann einen Platz zugewiesen, während der Prüfung werden dann die Ausweise, die auf dem Tisch zu liegen haben begutachtet um die Identität zu überprüfen. Die Prüfung selber war auf vier Stunden angelegt und zur Hälfte als Open Book exam angelegt - die Kursliteratur durfte also mitgebracht und verwendet werden.

Ansonsten ist hier so langsam der Alltag eingekehrt. Für diesen Kurs und ein groß angelegtes Projekt bin ich im Moment gut beschäftigt, viel muss gelesen und recherchiert werden. Draußen hat der Herbst Einzug gehalten und die Bäume leuchten in allen Farben. Das Wetter ist dabei meist ziemlich gut, oft ist es sogar richtig sonnig, was anscheinend eher untypisch für die Gegend ist - angeblich ist die Niederschlagsquote eine der höchsten in Südschweden. In genau zehn Tagen ist die Hälfte meiner Zeit hier schon vorbei, vor Weihnachten geht es nach Hause, mit dem Zug. Das wird sicher ein Gewalttrip, aber ich freue mich doch schon, meine Leute zu Hause alle wiederzusehen! :)

Sonntag, 15. September 2013

Bonjour Tristesse - Der erste Regentag

Was für ein deprimierender Sonntag!
Der Wettergott hatte wohl was gegen meinen Plan, heute mal wieder ein bisschen rauszugehen - es regnet seit heute Morgen in einer Tour :( Na dann, herzlich Willkommen, lieber Herbst...

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass mir die Wochenenden im Moment sehr zuwider sind... Ich habe hier niemanden, mit dem ich sie verbringen könnte und meine Freunde in Deutschland sind natürlich unterwegs und haben Spaß. Wäre ich zu Hause, dann wäre auch ich dabei.
Unter der Woche kann ich wenigstens mit ihnen chatten, aber am Wochenende - Flaute. Die drei Monate, die noch vor mir liegen, scheinen mir in solchen Zeiten unendlich lang zu sein. Ob das noch besser wird?

Ich habe schon seit Jahren nicht mehr so viel zu Hause gesessen, Zeit im Internet verschwendet, Musik gehört, gelesen oder erinfach nur aus dem Fenster gestarrt. Und das ist auch kein Zustand, den ich jemals vermisst habe oder, wenn es vorbei ist, vermissen werde. Ich habe gerne mal meine Ruhe und bin alleine, aber das ist zu viel des "Guten"!

Wie ich mich noch in diesem Jahr über so manches "langweilige" Wochenende, das ich einfach ohne besondere Unternehmungen bei meiner Familie verbracht habe, geärgert habe - und wie ich mich jetzt danach sehne, so ein Wochenende zu haben...

So schnell können sich die Dinge ändern.

Samstag, 14. September 2013

Växjö - Eine kleine Vorstellung

Heute habe ich mir vorgenommen, die Stadt Växjö, in der ich im Moment lebe, einmal vorzustellen.
Växjö liegt im südlichen Teil Schwedens und gehört zur historischen Provinz Småland. Außerdem ist sie die Hauptstadt des schwedischen "län" (eine Provinz) Kronoberg. Zusammen mit der weiter östlich gelegenen Stadt Kalmar bildet sie den Standort für die Linné-Universität. In der Stadt leben ca. 60.000 Menschen, von denen die Studenten keinen unerheblichen Teil ausmachen. Sie zählt mit dieser Einwohnerzahl noch zu den 20 größten Städten Schwedens (Nur mal so zum Vergleich: In Münster, wo ich vorher gelebt habe, beträgt die Einwohnerzahl mittlerweile fast 300.000 Menschen - man muss in Schweden eben in ganz anderen Dimensionen denken). Die Stadt liegt außerdem im "Glasreich" Schwedens, einer Gegend, die für die Herstellung hochwertiger und künstlerischer Glasgegenstände bekannt ist. Zahlreiche Stücke sind im ansässigen Smålands-Museum zu bewundern. 

Neben eben jenem Smålands-Museum gibt es hier noch das "Utvandrarnas Hus", ein Museum, das sich mit der Geschichte schwedischer Auswanderung vor allem nach Amerika beschäftigt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Schlossruine Kronoberg, das Schloss Teleborg und die Domkirche, an deren Außenmauer man einen Runenstein bewundern kann. Auch das Innere des Doms ist sehenswert, besonders der "Ljusträd", eine wunderschöne Glasskulptur. Aber von den Sehenswürdigkeiten will ich ein anderes Mal genaueres berichten. 

Wer weniger an Kultur, dafür mehr an Natur interessiert ist kommt in Växjö auch nicht zu kurz: Es gibt in der Stadt mehrere öffentliche Parks und Gärten jeder Größe und für jeden Geschmack. Außerdem ist die Stadt von zahlreichen schönen Seen und mehreren Naturschutzgebieten umgeben. Wer gerne wandert oder Fahrrad fährt, für den gibt es auch einen gekennzeichneten Weg, der einmal um die Stadt herumführt und dabei möglichst naturnah bleibt. 

Växjö wirbt für sich selbst mit dem Slogan, die grünste Stadt Europas zu sein. Dies bezieht sich auf die Arbeit der Stadt auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Seit Jahrzehnten arbeitet man daran, einer möglichst "grünen" Zukunft entgegenzugehen - und eine Vielzahl an Umweltpreisen und Auszeichnungen sprechen für den Erfolg dieser Bestrebungen. 

Ich muss zugeben, dass mir dieser Ruf Växjös als grüne Stadt vor meiner Ankunft nicht bekannt war, dass ich dies aber sehr interessant finde und gerne, wenn ich mich selbst noch einmal etwas näher informiert habe, noch einmal etwas darüber schreiben möchte.

Mittwoch, 11. September 2013

Mein Auslandssemester, Teil 4

Gestern hatte ich endlich meine erste Vorlesung, nachdem ich eine Woche lang ohne irgendwelche konkreten Verpflichtungen zu Hause gesessen habe oder in der Gegend rumgestromert bin.
Die Vorlesung war interessant, es ging im Wesentlichen um demographischen Wandel in Schweden. Morgen folgt noch eine Vorlesung, und das war es dann auch schon für diese Woche. Bis auf die umfangreiche Kursliteratur natürlich, die bis zum Abschlusstest des Teilkurses Anfang nächsten Monats gelesen sein muss.

Die letzte Woche war hart für mich. Ich fand es unheimlich frustrierend hier zu hocken und auf die erste Veranstaltung zu warten, wo ich doch noch niemanden kenne und also die meiste Zeit alleine war. Ich hatte Heimweh und habe mir ständig gedacht, dass ich lieber zu Hause wäre und mit meinen Freunden Spaß hätte. So konnte ich mich auch nicht recht motivieren, mich der Kursliteratur zu widmen oder sonst was sinnvolles zu machen. Seit Anfang der Woche ist es aber etwas besser. Ich habe mir eine Art Stundenplan gemacht und versuche täglich, etwas von der Kursliteratur zu lesen und ein bisschen Schwedisch zu üben. Ich glaube, dass diese gewisse Art von Routine mir hilft.

Mit dem schönen Wetter ist es leider vorbei. Es hat sich ganz schön abgekühlt und regnet viel. Eigentlich hatte ich heute in die Stadt gehen wollen, um neue Postkarten zu kaufen, aber das habe ich dann doch lieber verschoben. Hoffentlich ist es morgen was besser!