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Montag, 6. Januar 2020

Meine Musik des Jahres 2019

Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.

Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.

Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P



Die spannendsten Mittelalter- und Folkalben 2019:


Eluveitie - Ategnatos

Emian - Egeria

Faun - Märchen & Mythen

Heilung - Futha

Knasterbart - Perlen vor die Säue

La Horde - X

MacCabe & Kanaka - Around The Capstan

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Leviathan



Pyrolysis - Daylight Is Fading

Reliquiae - Babylon

Sowulo - Mann

Stormfrun - Down (EP)

Subway To Sally - Hey!

Versengold - Nordlicht

Vogelfrey - Nachtwache

Vroudenspil - Panoptikum


Was ich dieses Jahr sonst noch gerne gehört habe:

Avantasia - Moonglow

Männi - Mir tut alles weh

Refused - War Music

Ville Valo & Agents - s/t

Mittwoch, 26. August 2015

Flüssige Sonne für alle - Das MPS in Telgte

Eigentlich hatten wir uns das mit dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte ja doch etwas anders vorgestellt. Die ganze Woche hatte wunderschönes Sommerwetter geherrscht und sowas hatten wir uns natürlich auch für das Wochenende gewünscht. Allerdings sah das der Sonnenschein wohl anders und trat pünktlich zum Beginn der Veranstaltung weitestgehend den Rückzug an.

Wir ließen uns natürlich trotzdem nicht aufhalten und bis zum Samstag Abend war uns das Wetter auch relativ gnädig. So konnten wir in aller Gelassenheit das Gelände erkunden und das musikalische Programm, das unter Anderen aus Versengold, Mr. Hurley & Die Pulveraffen und natürlich Saltatio Mortis bestand, genießen. Doch ehrlich gesagt bildete das musikalische Programm an diesem Tag ausnahmsweise mal nur den Hintergrund. Denn wir hatten uns einiges vorgenommen.

Zunächst einmal hatten eine Freundin und ich uns verabredet, unsere Tin Whistles mit auf das Gelände zu bringen. Gerne hätte ich auch noch meine Blockflöte mitgebracht, aber das habe ich mich aufgrund der Wettervorhersage dann doch nicht recht getraut. Als ziemlicher Anfänger auf der Tin Whistle nahm ich an diesem Tag die Rolle des Lehrlings ein und meine Freundin mühte sich, mir eine Melodie von Ye Banished Privateers beizubringen. Das war ziemlich lustig, hat den Umstehenden aber sicher manchmal ein wenig in den Ohren wehgetan. ;)

Außerdem hatten wir uns vorgenommen, ein für uns neues Spiel zu testen: MPS-Bingo!
Original MPS-Bingo nach zwei Tagen Regen :D

Meine Freundin hatte die Idee beim Castlefest entdeckt und die auszufüllenden Felder auf das MPS angepasst. Ich würde sagen, dass das Spiel diesen ersten Test voll und ganz bestanden hat. Es hat sehr großen Spaß gemacht und man hat durch das genaue Hinsehen das ein oder andere skurrile Kostüm entdeckt! :D

Abends wurde es dann aber doch nochmal so richtig interessant in musikalischer Hinsicht: Faun spielten einen ihrer in diesem Jahr so seltenen MPS-Auftritte. Wir machten uns erstmals seit längerer Zeit wieder die Mühe, uns einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Dabei lernten wir zwei nette Damen kennen, die neben uns standen und es stellte sich heraus, dass eine von ihnen in der gleichen Kleinstadt wie ich wohnt. Zufälle gibt es!
Faun, vor dem Regen

Während des Auftritts von Faun passierte es dann. Zunächst wunderte ich mich nur, warum es plötzlich so früh dunkel wurde. Dann entdeckte ich die unschön gelblich-graue Farbe des Himmels. Und dann öffnete jener Himmel auch schon seine Pforten. Innerhalb einer Minute waren wir Tapferen, die vor der Bühne stehengeblieben waren (und das waren doch einige!) nass bis auf die Haut. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Leute tanzten wie verrückt im Regen, die Stimmung steigerte sich sogar noch im Vergleich zu vor dem Regen. Es war wirklich eines der besten Faun-Konzerte, die ich jemals erlebt habe (und ich habe da einige Vergleichswerte :P)!

Was zunächst wie ein typischer Schauer gewirkt hatte, hörte dann aber bestimmt über eine halbe Stunde einfach nicht mehr auf. Als es sich endlich beruhigte, konnte ich meinen Rock und meine Socken auswringen, so nass waren sie. Aber es galt, durchzuhalten, denn mit Knasterbart stand noch ein letzter Punkt auf dem Tagesprogramm. 

Der Sonntag begrüßte uns dann mit Dauerregen. War es zunächst nur ein feiner Regen, ging dieser zum Nachmittag hin in dauerhaften Starkregen über. Es war ein ziemliches Trauerspiel. Meine Schuhe waren noch vom Vortag nass, immerhin trockene Klamotten hatte ich mir aber zum Glück von einer Freundin leihen können. Das Gelände hatte sich in eine einzige große Matschfläche verwandelt und wir verbrachten weite Teile des Tages unter einem der Sonnensegel im Stroh. Irgendwann wurde mir das zu langweilig, sodass ich beschloss, als einzige von uns den ursprünglichen Plan beizubehalten, und mir das Konzert von Omnia trotzdem von vorne anzusehen. Etwa eine Viertelstunde vor Beginn stellte ich mich also in den Regen und sicherte mir somit einen Platz in der dritten Reihe - bei gutem Wetter wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Belohnt wurde ich mit einem Konzert bei bester Stimmung, denn alle, die da vor der Bühne standen, wollten uneingeschränkt Omnia sehen. Sonst hätte sich das wohl keiner angetan. ;)

Zu meiner eigenen Überraschung habe ich mich an diesem Wochenende nicht erkältet. Wir sind ja mit einigen Jahren MPS-Erfahrung schon an einiges gewöhnt, aber das war selbst für unsere Verhältnisse extrem. In der darauffolgenden Woche habe ich mir endlich Gummistiefel gekauft. So nasse Füße möchte ich mir nämlich nicht noch einmal holen. :D

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fegefeuer und Sintflut - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

The Show must go on, wie es so schön heißt. Darum folgt hier nun, nur einen Tag nach Beginn des Umzugs auf der Großbaustelle meines neuen Blogs mein Bericht zum ersten Wochenenden des Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Bückeburg.

 Der hässliche Hans teert einen 'Übeltäter'

"Fegefeuer und Sintflut" - so heißt es auf den Shirts zum diesjährigen MPS in Bückeburg. Ein weise gewählter Slogan, den die Verantwortlichen sich da ausgedacht haben, fällt Bückeburg doch alljährlich durch heftige Wetterkapriolen auf. Da will es wohl auch dieses Jahr wieder keine Ausnahme machen, obwohl das erste Wochenende da noch ziemlich harmlos daherkam, wenn ich mir so den Wetterbericht für das nun Folgende anschaue....

Wir erreichten das beschauliche Bückeburg am frühen Freitag Vormittag bei bestem Wetter. Nach dem Zeltaufbau in einer ruhigen Ecke der Campsite (die auch tatsächlich einmal das ganze Wochenende ruhig bleiben sollte!), gingen wir Einkaufen. Lebensmittel für das bevorstehende Wochenende, Eis und etwas kaltes zu Trinken wegen der Hitze. 

Am Samstag klarte es dann pünktlich zum Veranstaltungsbeginn ebenfalls auf und uns erwartete ein schöner Tag bei bestem Wetter. Eis und kühle Getränke waren hoch frequentiert, ebenso die aufgestellten Sprenkler, unter denen sich die Leute abkühlen konnten. Ich musste auf eine solche Abkühlung an diesem Wochenende jedoch leider verzichten, da ich mir kurz vorher die Niere verkühlt hatte und noch nicht wieder ganz fit war. 

Aber dabei sein ist ja bekanntlich alles, also ging ich den Tag einfach etwas ruhiger an und widmete mich der gebotenen musikalischen Vielfalt: Mr. Hurley & die Pulveraffen durften ebenso wenig fehlen wie Versengold, Metusa und Saor Patrol oder die Neu-MPSler Bands Pyrates! und Waldkauz. Abends stand dann natürlich das große Omnia-Abendkonzert an, bei dem die Band Unterstützung von Kontaktjongleur Kelvin Kalvus erhielt.

Steve von Omnia und Kelvin Kalvus

Abgeschlossen wurde der Tag musikalisch von Knasterbart, die mich mit ihrem neuen Programm (inklusive absolut großartigem Intro) einmal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnten. Und glücklicherweise wurden sie diesmal auch nicht wieder genötigt, ihr Konzert endlos in die Länge zu ziehen. ;)

Mit dem Sonntag kam dann der Regen, und zwar ziemlich püntklich zum Zeltabbau. Trotzdem entschieden wir uns, noch einmal eine Weile aufs Gelände zu gehen. Dort spielten auf der großen Bühne gleich zu Beginn Waldkauz, denen es tatsächlich gelang, das müde Publikum schon um diese Zeit ordentlich zum Tanzen zu bringen.

Sie teilten sich die Bühne an diesem Tag mit Versengold, deren erstes Konzert wir uns auch noch anschauten. Bodhrán-Spieler Pínto fehlte an diesem Wochenende, was irgendwie seltsam war, doch die Band hatte mit ihrem Roadie Kevin in gewisser Weise einen "Ersatzmann" dabei, der absolut freiwillig und hochgradig kompetent Píntos Ansagen übernahm. ;)

Im Anschluss hieß es für uns dann aber endgültig Abschied nehmen vom MPS in Bückeburg - zumindest für dieses Wochenende. Denn heute wird noch das Zelt geflickt, und dann geht es morgen zurück Richtung Niedersachsen. Pünktlich zur geplanten Ankunft sind Windböen gemeldet, der Samstag soll regnerisch werden, während uns der Abreisetag wohl mit bestem Sonnenwetter begrüßen wird. Aber so ist das eben im schönen Bückeburg.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kurs Nord: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Rastede

Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs MPS. Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag gemeinsam weiter Richtung MPS zu fahren.

Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung, warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir das Auto des Drachen daselbst, des MPS-Veranstalters Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D

Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte. Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der großartigen Ye Banished Privateers! Die Band sollte das gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!


 Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von Versengold, das Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!). Omnia, Celtica, Saor Patrol, Rapalje, Cultus Ferox und Mr. Hurley & die Pulveraffen schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan, und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine Dolmen-CD-Sammlung mit "Ballad of Cape Clear" um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band bereits um die 20 Alben veröffentlicht!



 Kayleigh Marchant von The Dolmen

Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum Bruchenball waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen, denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.


 Waffenkontrolle beim Bruchenball

Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von Ars Equitandi anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen. Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern. Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.



 Ritterturnier von Ars Equitandi

Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka Bruder Rectus Morgenmesse. Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.


Die Heerlager

Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der Spätzleküche beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von Olis Striezeley sowie Dracheneier von der Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von Wallners Steinofenbäckerei.

Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter! Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^

Das war es also, das zweite MPS der Saison. Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg weiter. The Dolmen und Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D

Montag, 18. Mai 2015

Sei watte wills - das Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Dortmund

So, da bin ich nun tatsächlich schon vom zweiten MPS des Jahres zurück und habe es noch nicht einmal geschafft, meinen Bericht zum ersten zu schreiben. Das möchte ich jetzt endlich nachholen. Viel Spaß also mit meinem arg verspäteten Bericht zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund vom 30. April bis zum 3. Mai.

Los ging es etwas stressig tatsächlich erst am Donnerstag. Die um diese Zeit des Jahres natürlich noch etwas unerfreulichen Temperaturen hatten mich von einer Anreise einen Tag früher abgehalten. Ich zelte eindeutig lieber bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. :D

Also machte ich mich in aller Frühe mit Sack und Pack auf den Weg zum Fredenbaumpark Dortmund. Zum Glück klappte auch alles ohne bahnbedingte Zwischenfälle und ich konnte gegen Mittag mein Zelt aufstellen. Luxuriöserweise hatte mir eine Freundin, die bereits am Vortag angereist war, einen Platz freigehalten. Die Campsite war ansonsten für den ersten Veranstaltungstag schon ziemlich gut gefüllt. Noch schnell umgezogen, war ich bereit, mich für die nächsten vier Tage ins nicht ganz so authentische Mittelalter zu stürzen.

Zur Feier der neuen Saison schauten wir uns auch gleich mal die neue Markteröffnung (Bruder Rectus Morgenmesse) an - und waren so begeistert, dass wir auch an den folgenden Tagen meistens teilnahmen. Dabei gab es auch tatsächlich jeden Tag etwas neues zu sehen, denn zum Motto der diesjährigen MPS-Tour - "Sei was du willst", oder auf die Location in Dortmund angepasst auch "Sei watte wills" genannt - hatten sich die beteiligten wie Bruder Rectus, die Nonnen Kama und Sutra, der Tod mit seiner Sense Gisela, der hässliche Hans, Gawan und der Pisspage einiges einfallen lassen. Uns kamen manchmal fast die Tränen vor Lachen. Auch ohne Teeren und Federn ging das Wochenende natürlich (und zum Glück! ;) ) nicht ab.


Musikalisch wurde an den vier Tagen natürlich auch wieder einiges geboten. Ziemliches, oft begeistert angeschautes Highlight waren dabei die Schweden von Ye Banished Privateers. Wie eigentlich jedes Mal hatte die 29-köpfige Band, die immer "nur" mit ca. 10 Leuten anreist, wieder neue, uns noch unbekannte Gesichter dabei. Ich bin echt gespannt, ob wir irgendwann einmal alle Mitglieder gesehen haben werden. :D
Toll waren auch die Konzerte von Omnia und Knasterbart, die beide wie üblich nur jeweils ein Set spielten.
Alle anderen Bands (außer den Cobblestones, die wir aber nur ein paar Minuten spielen sahen), spielten mehrmals oder auch an mehreren Tagen und es gelang uns tatsächlich, sie uns alle mindestens einmal anzuschauen. An einem entspannten Nachmittag gab es Duivelspack und Saor Patrol. Ebenso entspannt ging es bei Rapalje zu, bei Cultus Ferox wurde es dafür merklich lauter. Von Celtica genossen wir ein wunderschönes Abendkonzert aus der ersten Reihe und Mr. Hurley & die Pulveraffen und Versengold kamen gleich mehrfach (wenn auch gefühlt nicht oft genug) zum Zug. Sogar einen Auftritt von Saltatio Mortis nahmen wir dieses Mal mit - etwas, das mir sonst wegen der Massen, die vor ihrer Bühne kampieren, meist zu stressig ist. :D

Ansonsten hielten wir uns an diesem Wochenende auffällig oft auf dem Kampfplatz auf. Eigentlich wollte ich gerne Fotos von Fictum, der tschechischen Fechtkampfgruppe machen. Daraus wurde leider nichts, dafür landeten wir an drei von vier Tagen beim Bruchenballturnier und hatten dabei riesigen Spaß. Auch hier griff das Motto "Sei was du willst", so dass die Hey Zwerge tatsächlich einmal als Gummibärenband antraten.

 
  Natürlich muss man an so einem langen Wochenende auch mal an das leibliche Wohl denken, und so war unser Entsetzen anfangs groß, als wir feststellen mussten: Unser erhoffter Lieblings-Essens-Stand, die Spätzleküche, war leider nicht anwesend. Verdammt. Doch im Nachhinein hatte das durchaus etwas Positives an sich, denn wir probierten dadurch endlich mal ein paar Sachen, die wir noch nie zuvor gegessen hatten. Wie den köstlichen überbackenen Camembert, das Chili sin Carne, den Zyklopenspieß oder den Schokobaumstriezel. Njamnjam. Verhungern wird beim MPS definitiv niemand. :D

Als es am Sonntag ans Abbauen ging, waren wir schon etwas traurig. Das erste MPS war wieder viel zu schnell vorbeigegangen. Sogar das Wetter war für diesen frühen Zeitpunkt im Jahr relativ gnädig gewesen und hatte uns nur mit wenig Regen und auch nicht mit übermäßig niedrigen Temperaturen gepiesackt. Doch zum Glück sollte es nur etwa drei Wochen später schon mit dem nächsten Termin weitergehen. Doch davon später mehr...

Samstag, 14. März 2015

Konzertbericht: Pirates Folk Night in Hameln

Hier ist sie also, die Fortsetzung unseres langen Tages in Hameln: Nach der schönen Zeit auf der Mystica Hamelon machten wir uns zu 21 Uhr auf den Weg zur Rattenfängerhalle. Nachdem noch schnell ein halber Liter Energydrink hinuntergespült wurde, ging es dann auch schon in die Halle und auf einen lauschigen Platz in die erste Reihe - ein Platz, den wir für die nächsten Stunden auch nicht aufgeben sollten.

Um 22 Uhr ging es dann los. Cultus Ferox eröffneten die Pirates Folk Night mit einem Konzert, das dermaßen knallte, dass die Assoziation "Folk" wohl die letzte war, die einem kam. War das Publikum zu Beginn noch recht übersichtlich, änderte sich das im Verlauf des Auftritts zum Glück noch. Cultus Ferox heizten den Leuten mit viel Dudelsack richtig ein und konnten das Publikum so auch sehr bald auf ihre Seite bringen, so dass alle fleißig mitgröhlten.
Für einiges an Aufsehen sorgte zum Ende hin dann noch ein kurzer Outfitwechsel von Feuerteufel, der bekleidet mit einer Schürze auf die Bühne kam und dem Publikum dann den Rücken zuwandte - um dabei zu offenbaren, dass er NUR mit dieser Schürze bekleidet war ^^

Nach Cultus Ferox ging es weiter mit den Bremern von Versengold. Diese präsentierten in Hameln zum ersten Mal ihr neues, erweitertes Konzert-Line-Up. In den vergangenen Jahren bestand die Band aus fünf Mitgliedern, nun standen jedoch sieben Männer auf der Bühne. Die Band konnte nun mit einem Drummer und einem Bassisten aufwarten - Rollen, die zuvor von Gitarrist Paule in Personalunion gemeistert wurden.
Obwohl man auch schon vorher nie das Gefühl gehabt hatte, dem Sound von Versengold würde live irgendetwas fehlen, konnte der neue Klang voll und ganz überzeugen. Alles klang nochmal eine Spur wuchtiger als zuvor.
Die Stimmung in der Halle war von Anfang an großartig und Versengold präsentierten eine Vielzahl ihrer gefeiertsten Songs, darunter "Wem? Uns!", "Drey Weyber" und natürlich "Ich und ein Fass voller Wein". Auch auf eine Ballade musste man mit "Vom Zauber des Wildfräuleins" zum Glück nicht verzichten, wobei das Publikum bewies, dass es auch in solchen ruhigen Momenten zuhören kann.

Es war sicher schon weit nach Mitternacht, als schließlich mit Ye Banished Privateers die dritte Band des Abends die Bühne enterte. Es war das erste Mal, dass ich die besetzungsstarke Gruppe auf einer Bühne erleben durfte, die tatsächlich nicht zu klein für sie war.
Was folgte, war ein wunderbares Konzert einer der großartigsten Live-Bands, die ich kenne. Wer hier die Beine stillhalten konnte und nicht das Bedürfnis verspürte, mitzusingen, der musste wohl tot sein.
Obwohl es an diesem Abend auf der Bühne leider kein Auspeitschen oder Zerschlagen von Flaschen über dem Kopf eines der Mitglieder gab, war die Show trotzdem unheimlich unterhaltsam. Bei so vielen Menschen auf der Bühne gibt es einfach immer etwas zu sehen, zumal irgendjemand von dieser Bande immer eine Idee hat (wie sich von der Bühne zu schleichen, um das Publikum von hinten zu erschrecken). Zum brüllen komisch war auch die Version von "Schwarzer Kater", von der es praktischerweise ein schönes Video gibt:


Als schließlich mit Knasterbart die letzte Band die Bühne betrat, hatte sich die Halle bedauerlicherweise schon wieder etwas geleert. Andererseits ist das vielleicht auch kein Wunder, muss es doch schon gegen halb drei Uhr morgens gewesen sein. Wer noch da war, feierte dafür umso heftiger mit, als die Herren Knasterbart ihren Gossenfolk präsentierte. So ein Knasterbart-Konzert macht eben zu jeder Tages-und Nachtzeit Spaß.
Auch hier wurden natürlich alle Hits wie das "Gossenabitur" oder die "Leckere Lotta" geboten und vom Publikum fleißig mitgesungen.
Als sich die Band schließlich am Ende ihres Sets verabschieden wollte, kam es noch zu einer lustigen Situation. Sänger Hotze wollte sich gerade von der Bühne verabschieden und vertröstete jene, die noch immer nicht genug hatten, mit den Worten, die Band werde gleich noch zur Taverne kommen und Freigetränke von den Fans einfordern. Als Reaktion darauf fühlte sich ein allen in der Szene wohlbekannter Mensch namens Gisi, der in der ersten Reihe stand, bemüßigt, prompt ein erstes Freigetränk zu schicken und warf seinen halbvollen Becher auf die Bühne. Die Band war zunächst verwirrt, woher das kam und die Security überfragt, was sie tun sollte. Als die Band Gisi entdeckte, war die Sache aber natürlich schnell geklärt. :D

So ging dann also die Pirates Folk Night zu Ende und wir machten uns auf den Weg zum Hamelner Banhof, wo um kurz nach fünf unser Zug kommen sollte. Gegen ein Uhr Mittags war ich dann schließlich zu Hause. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 24 Stunden wach war, ging es mir ziemlich gut. Und für so einen großartigen Tag würde ich jederzeit wieder Nächte auf x-beliebigen Bahnhöfen durchmachen!

Mittwoch, 4. Februar 2015

CD-Vorstellung: Knasterbart - Branntwein für alle!

Ganz ambitioniert geht es nun schon heute weiter mit den Rezensionen meiner Musik des vergangenen Jahres. Heute an der Reihe: Knasterbart!

Interpret: Knasterbart
Album: Branntwein für alle!
Erscheinungsdatum: Mai 2014
Label: Fuego

Tracklist:
1. Gossenhauer | 2. Geteiltes Leid ist halbes Leid | 3. Gossenabitur | 4. Gossenabitanz | 5. Branntwein für alle! | 6. Jammerjule | 7. Lieber widerlich als wieder nich | 8. Gott will es | 9. Kein Knaster im Knast | 10. Mein Stammbaum ist ein Kreis | 11. Hinterwäldlertanz | 12. Ich trinke also bin ich | 13. Knüppelkalle | 14. Horst die Filzlaus

Als Knasterbart für den vergangenen Mai die Veröffentlichung ihres ersten Albums ankündigten, war die Band für viele Besucher des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums schon mehr als ein Geheimtipp.

Geboren aus einer - wie man wohl ohne schlechtes Gewissen behaupten darf - wortwörtlichen Schnapslaune, hatte sich das als Soloprojekt von Hotze Knasterbart (aka Snorre Snoerkelfrey von Versengold, aka Malte Hoyer) binnen kurzer Zeit zu DEM großen neuen Live-Ding schlechthin entwickelt.

Mit "Branntwein für alle!" lag dem geneigten Hörer dann pünktlich zum einjährigen Live-Jubiläum auf dem MPS in Rastede endlich der erste Silberling des mittlerweile zur Band angewachsenen Projektes vor. Hatte man sich vorher gefragt, ob die großartige Liveband auch als Tonträger funktionieren würde, bekam man eine mehr als deutliche Antwort: Oh ja, das funktioniert - und wie das funktioniert!

Den Sound der Band zu beschreiben ist nicht ganz leicht. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als "Gossenfolk", was den Nagel in der Tat ziemlich auf den Kopf trifft.
Musikalisch findet man hier wunderbar tanz- und feierbaren Folk, der einen gewissen Versengold-Einschlag nicht verbergen kann. Eigentlich auch kein Wunder, sind doch Hotze, Hackepeter und Fidolin Knasterbart unter anderen Namen auch als Mitglieder eben jener Formation bekannt. Wer bei diesen Klängen die Füße still halten kann, muss über übermenschliche Beherrschungskraft verfügen und ist dafür eher zu bedauern als zu beneiden.

Was das Hören von "Branntwein für alle!" dann aber zu einem wirklich unwiderstehlichen Hörvergnügen macht, sind die Texte. Hotze, Snorre, Malte oder wie auch immer man ihn nennen möchte ist einfach ein begnadeter Texter, das beweist er auch beim Knasterbart-Erstling einmal wieder eindringlich. Er vermag es einfach wie kein anderer, in seinen Songs herrliche, kleine Geschichten zu erzählen - die im Fall von Knasterbart eben meist wunderbar absurd und komisch sind.
Auch Fummelfips aka Mr. Hurley aka Simon Erichsen (Herrgott, dieses Namenschaos!) steht dem in nichts nach. Entsprechend ist das, was die beiden gemeinsam abliefern, zum Wegschmeißen komisch.

Als ich den Fehler machte, mir das Album gleich zum ersten Mal während einer Zugfahrt anzuhören, müssen meine Mitreisenden gedacht haben, dass ich nen tüchtigen Knall habe - aber es war einfach unmöglich, bei Songs wie "Ich trinke also bin ich" oder dem schon vor Veröffentlichung zur Hymne gewordenen "Gossenabitur" nicht laut loszulachen oder anständig mit den Füßen zu wippen. Und bis heute habe ich mir fest vorgenommen, in einer ruhigen Stunde einmal nachzuzeichnen, wie das mit den Verwandtschaftsbeziehungen aus "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wohl auf einem Blatt Papier aussieht...

Für mich jedenfalls ist Knasterbart mit "Branntwein für alle!" ein ganz großer Wurf gelungen. Das Album bringt einen lang ersehnten frischen Wind in die Mittelalterszene, in der die Band sich ja größtenteils tummelt und zeigt, dass es durchaus möglich ist, über - nennen wir es mal "gossenrelevante Themen" - zu singen, ohne dabei in einen primitiven Humor zu sinken. 

Danke Knasterbart für dieses großartige Album - ich freue mich schon auf eine Fortsetzung und auf ein Wiedersehen auf den Märkten dieses Jahres!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

Hörprobe:


Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Musik des Jahres 2014

Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:


Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen. 

Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres: 

Alben: 











Live-Album:


Musik-DVD:


Die Liste ist natürlich vollkommen subjektiv und meinen aktuellen Hörgewohnheiten gemäß ziemlich Folk- und Mittelalter-lastig. :)

Die Rezensionen werde ich nach und nach mit ihrem Erscheinen hier verlinken.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Folkige Weihnacht: Der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt in Telgte, 3. Wochenende

Da war es doch wieder einmal sehr ruhig auf meinem Blog in den letzten zwei Wochen. Der Grund dafür ist simpel: Mich hatte eine Erkältung erwischt, so dass ich mich am liebsten gar nicht mehr aus meinem warmen Bettchen bewegt hätte.

Unvernünftig, wie ich bin, hat mich das jedoch nicht davon abgehalten, am vergangenen Wochenende voll verschnupft einen weiteren Ausflug in das schöne Telgte zu machen. Das zweite Wochenende des dortigen Mittelalter-Lichterweihnachtsmarktes hatte ich schon ausfallen lassen müssen (wobei es mir ein Trost war, von meinen Freunden zu hören, dass es ohnehin erbärmlich voll war und deswegen nur mäßig spaßig). Aber das dritte Wochenende nun auch noch krankheitsbedingt ausfallen lassen? No way! Denn musikalisch war dieses Wochenende definitiv mal mein absolutes Highlight.

Tagsüber spielten im Wechsel Mr. Hurley & die Pulveraffen und Versengold. Zweimal Folk mit großartigen Texten und hohem Mitsingfaktor. Der Markt und die Konzerte waren auch entsprechend gut besucht. Versengold konnten sogar halbwegs unbehelligt die eine oder andere Ballade zum Besten geben. Und wer die Band und ihre Fans kennt, weiß, dass das leider keine Selbstverständlichkeit ist. Die Band hat einige wirklich herrliche, wundervolle, zum dahinschmelzen schöne Balladen im Repertoire - aber die Leute wollen lieber die amüsanten Trink- und Feierstücke hören. Und sie machen dies auch häufig überaus deutlich - ein Zustand, der Sänger Snorre oft sichtlich (und verständlicherweise!) nervt. Im Zuge der weihnachtlichen Besinnlichkeit ging es an jenem Samstag aber wie erwähnt einmal recht gut.
Auch Mr. Hurley & die Pulveraffen konnten sich über fehlenden Zuspruch nicht beklagen. Zu ihrem Stück "Piratenbraut" machte sogar ein Fan seiner Freundin von der Bühne aus einen Heiratsantrag.

Als sich schließlich die Dunkelheit über den Plan legte, warf ein weiteres musikalisches Highlight seine Schatten voraus. In meinem Bekanntenkreis waren wir alle begeistert, jedoch auch leicht irritiert und besorgt, als vor einiger Zeit plötzlich Knasterbart als weiterer Act für den Weihnachtsmarkt angekündigt wurden. Mit Weihnachten verbindet man schließlich Dinge wie Besinnlichkeit, Ruhe, Frieden. Wohingegen man mit Knasterbart Dinge wie ausufernde Partys, Gossenhauer (nein, kein Rechtschreibfehler) und Exzesse auf und vor der Bühne verbindet. Wie würden das die braven Telgter Bürger verkraften? Dieser spezielle Menschenschlag, der sich alle Jahr wieder über den Lärm des einmal im Sommer nicht einmal bis Mitternacht stattfindenden Mittelaltermarktes ereifern kann? Man war gespannt. Und man wurde nicht enttäuscht.

Vor Beginn des Konzertes war die erste Reihe trotz der späten Stunde noch dicht besetzt mit Kindern. Ein klares Indiz dafür, dass die Leute nicht wussten, was auf sie zukommen würde. Und so war es offensichtlich auch: Nach nur wenigen Songs waren alle Kinder verschwunden. Da war den Eltern dann wohl aufgefallen, dass das, was gerade auf dieser Bühne passierte, nicht unbedingt für Kinderaugen- und Ohren geeignet war. Ich könnte wetten, dass es im Nachhinein Beschwerden gegeben hat. :D
Wir anderen feierten jedoch fröhlich weiter. Ich persönlich habe es übrigens als sehr angenehm empfunden, zu wissen, dass dieses Knasterbart-Konzert auf keinen Fall mehrere Stunden überzogen werden konnte (das war beim ersten Mal in Dortmund letztes Jahr grandios witzig, aber wenn es gekünstelt ständig wiederholt wird, wird es witzlos, Herr Hiller!). Außerdem war der allgemeine Alkoholpegel angenehm niedrig (also...verhältnismäßig xD), nervige Pöbelleien von Leuten, die sich nicht mehr unter Kontrolle hatten, blieben größtenteils aus. Auf den Typen links neben mir, der aus nur Betrunkenen nachvollziehbaren Gründen plötzlich anfing zu flennen und kurz darauf die Umstehenden aus Versehen fast mit einer Fahnenstange erschlagen hätte, hätte ich dann allerdings auch noch verzichten können. ;)

Erfreulicherweise hat mal wieder jemand mitgefilmt, deswegen gibt es jetzt hier mal den Beginn der Show als Hörprobe:


Insgesamt ergab das alles jedenfalls einen großartigen Tag, der auch noch abgerundet wurde durch die Bekanntschaft zwei netter Tempelritter, die uns einluden, am kommenden Wochenende doch mal in ihrem Lager vorbeizuschauen sowie durch den Schlussverkauf am Miroque-Stand, bei dem ich eine CD von Dazkarieh und eine DVD vom Castlefest 2007 für je nur zwei Euro ergattern konnte ♥

Ich freue mich jetzt schon auf das kommende Wochenende. Denn da heißt es am Sonntag noch ein letztes Mal in diesem Jahr: Auf nach Telgte! Das möchte ich mir nicht entgehen lassen. :)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Ja ist's schon wieder Saisonende? - Das MPS in Borken

Am 20. September machte ich mich ein letztes Mal in diesem Jahr auf den Weg zu einer Veranstaltung des MPS - des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums. Diesmal führte mich der Weg zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder nach Borken.

Das MPS im Freizeitpark Pröbsting zählt zwar eigentlich zu den Terminen, bei denen meine Anreise gar nicht so lang ist - trotzdem hat es in den vergangenen Jahren nie sollen sein. 2010 bin ich zum ersten (und bis zu diesem jahr auch letzten) Mal da gewesen. Die Veranstaltung war zwar schön, doch erinnere ich mich heute am besten an die darauffolgende Nacht. Für meine Begleitung und mich war es damals das erste Mal, dass wir bei einem MPS gezeltet haben - und was waren wir unbedarft! Es war Mitte September und die Temperaturen fielen in der Nacht fast bis auf den Gefrierpunkt. Danach war ich erst einmal vom Camping im September geheilt :D
Dieses Jahr bot sich jedoch endlich einmal die Gelegenheit, der Veranstaltung ohne Übernachtung für einen Tagesausflug beizuwohnen.

Das Wetter war an jenem Septembertag sehr gnädig zu uns. Meine Jacke musste ich erst ziemlich spät in der Nacht beim Abschlusskonzert von Knasterbart anziehen. Aber bis dahin war es bei unserer Ankunft natürlich noch ein langer, erlebnisreicher Tag!

Ich muss zugeben, dass die Musik bis zum frühen Abend mal nicht unbedingt im Vordergrund stand. Die einzige Band, die ich mir da wirlich interessiert anschaute waren Versengold, die mich einfach jedes Mal wieder zu üerzeugen wissen. Ansonsten streiften wir mal hier, mal da vorbei, sahen ein wenig von der Kilkenny Band (und wussten da natürlich noch nicht, dass das auch die letzte Gelegenheit dazu sein sollte...), ein wenig Saltatio Mortis, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen.

Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit eher mit anderen Dingen. So spielten wir zum Beispiel ziemlich viel Poi.
Konnte man Poi-Spieler zu Beginn meiner Mittelaltermarkt-Begeisterung in Deutschland noch eher selten antreffen, ist das mittlerweile ganz anders. Sobald wir irgendwo anfingen zu spielen, gesellten sich bald andere Spieler zu uns sowie auch Interessierte, die das gerne einmal ausprobieren wollten.

Als es Nachmittags zeitweise regnerisch wurde, machten wir uns langsam Gedanken über die Nahrungszufuhr. Dafür muss man wissen: Beim MPS hat man oft die Qual der Wahl, es gibt einfach zu viele Stände mit leckerem Essen. Dieses Mal stellte sich uns jedoch ein ganz ungewöhnliches Problem: All unsere Lieblingsessensstände waren nicht da! Viele von ihnen hätten wir vermutlich auf der am selben Wochenende stattfindenden Elf Fantasy Fair im niedertländischen Arcen entdecken können, aber da waren wir nunmal nicht. Dass sich diese beiden Events eigentlich jedes Jahr überschneiden ist übrigens eine wahre Schande - zu gerne möchte man sie eigentlich beide besuchen! =/
Eine Lösung für die Essensfrage fanden wir natürlich trotzdem: Es gab leckeres Stockbrot mit Schokolade, und später dann für mich noch eine Portion Dracheneier von der süßen Bude - beides super empfehlenswert! :)

Abends wurde es dann musikalisch richtig interessant für uns. Los ging es mit Omnia. Da es ja der letzte Termin der Saison war, entschieden wir uns, die Stunde Umbauzeit vor de, Set vor der Bühne zu verbringen, um vorne mit dabei zu sein. Die Stimmung da eben immer anders, als weiter hinten, wo die Leute stehen, die "nur mal schauen" wollen. Hinten ist dafpr natürlich die Bewegungsfreiheit größer, aber irgendwas ist halt immer. Überflüssig zu erwähnen, dass sich der Aufwand gelohnt hat!

Auch die nächste Umbaupause verbrachten wir vorne, denn im Anschluss spielten Faun auf der gleichen Bühne. Mit "Walpurgisnacht" und "Hymne der Nacht" spielte die Band zwei Stücke aus dem gerade erschienenen neuen Album "Luna", und beide wurden vom Publikum gut angenommen. Walpurgisnacht, zu dem die Band ja ein Video veröffentlicht hat (welches ich frevlerischer Weise noch gar nicht geteilt habe!), konnten viele auch schon mitsingen. Es war ein sehr schönes Faunkonzert (wobei eigentlich jedes Faun-Konzert sehr schön ist, hihi), aber ein bisschen wehmütig wurde man schon. Schließlich verabschiedet sich die Band nun in eine monatelange Konzertpause, bis sie im neuen Jahr mit "Luna" auf Tour gehen. Ich denke, da werden große Dinge auf uns zu kommen, auch wenn ich der Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensehe. Es steht für mich eigentlich fest, dass ich in Bielefeld und in Wuppertal dabei sein werde, und darauf freue ich mich natürlich. Was mich jedoch nicht freut ist das Wissen, dass ich nicht bei meiner Begleitung sitzen werde. Diese wird als Fotografin einen Platz vorne zugewiesen bekommen, während ich irgendwo ganz hinten aufschlagen werde, weil ich mir zweimal Tickets für die vorderen Plätze, die dieses Mal bis zu 50 Euro kosten werden, schlicht und ergreifend nicht leisten kann. So etwas kann die Vorfreude schon etwas trüben! :(

Hier nutze ich aber jetzt mal die Gelegenheit und teile das Walpurgisnacht-Video:



Aber nun zurück zum MPS, denn eine Sache stand nach Faun ja noch aus: Knasterbart! Eigentlich ist es sinnlos, große Worte zu dieser Band zu verlieren, man muss sie einfach erlebt haben, um zu begreifen, was da passiert. Es sei nur so viel verraten: Es gibt einen Grund dafür, dass ihre Konzerte selten vor Mitternacht überhaupt erst beginnen :D
Was ich vom Borkener Knasterbartkonzert nie, nie, nie vergessen werde (oder vielleicht besser: nie wieder werde vergessen können) ist der spontane Auftritt des - sagen wir mal diplomatisch - leicht angeheiterten William von Rapalje. Viele Leute fragen sich ja, was Schottenrockträger so unter ihren Röcken tragen. Ein ganzes Publikum kennt die Antwort nun, und viele hätten vermutlich lieber weiter in Ungewissheit gelebt - wir jedenfalls waren ganz froh, das Spektakel von etwas weiter hinten genießen zu dürfen ;)

Da man bei einem Knasterbart-Konzert nie so genau weiß, wann es endet und wir noch einen längeren Heimweg vor uns hatten, traten wir während der Zugabe den Rückzug an. Borken war wirklich ein würdiger Abschluss für die MPS-Saison 2014 und ich weiß jetzt schon, dass es mich schon bald wieder in den Fingern jucken wird und ich den Beginn der nächsten Saison, der dann noch in viel zu weiter Ferne liegen wird, sehnsüchtigst herbeisehnen werde. Schließlich gibt es nichts schöneres, als die Wochenenden zusammen mit Freunden draußen bei guter Musik und viel Spaß zu verbringen!

Freitag, 20. Juni 2014

Der erste Parteitag der Branntwein Volkspartei oder: MPS in Rastede, Tag 1

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: Das MPS in Rastede 2014 begann! Wie schon am Tag zuvor begann auch dieser neue Tag, glücklicherweise etwas trockener, mit der Suche nach einem Bus. Zwischen der Campsite und dem Veranstaltungsgelände sollte es, wie bereits im Jahr zuvor, einen Shuttlebus geben. Kurz vorher wurde aber angekündigt, der Bus könne nun wohl doch nicht fahren, aber alle Aussagen widersprachen sich und die Gründe für den Ausfall kannte auch keiner. Nach einigen gezielten Nachfragen war schnell geklärt: Nein, kein Bus. Der direkte Weg zum Gelände, ein schlechter Privatweg, durfte in diesem Jahr nicht mehr befahren werden, ein anderer Weg war dem Bus wegen einer fehlenden Wendemöglichkeit nicht gegeben. Nun gut, was solls. Knapp 2 km zum Gelände sind gerade nach mehr als 12 Stunden Festival Nachts nicht erfreulich, aber doch machbar. Also stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.

Musikalisch wurde an diesem Donnerstag auf dem MPS ein rieisges Programm aufgefahren. Wir begannen unseren Festivaltag mit den Niederländern von Rapalje. Die vier Herren kamen wie immer fröhlich-entspannt daher und bereiteten uns damit den perfekten Einstieg in ein langes Festivalwochenende.


Im Anschluss verweilten wir einfach gleich bei der Bühne und schauten uns Saor Patrol an. Wer die Schotten kennt, weiß, dass es dort weniger ruhig zur Sache geht. Die Dudelsäcke, das Schlagwerk und die E-Gitarre weckten uns endgültig aus der frühmittäglichen Lethargie - wer bei dieser Band still sitzen bleiben kann, muss wohl zu diesem seltsamen Menschenschlag gehören, der beim Klang von Dudelsäcken die Flucht ergreifen oder seine Ohren verstopfen möchte ;)


Weiter im Programm ging es ebenfalls recht schottisch mit Celtica, die dieses Jahr erstmalig auf dem MPS unterwegs sind, sich aber schon eine solide Fanbasis erspielt zu haben scheinen - und das zurecht! Die Mischung aus definitiv rockenden eigenen Stücken und Pipe and Drum Versionen bekannter Stücke anderen Künstler (U2 zum Beispiel) zündet einfach, das sollte man sich nicht entgehen lassen!


Wer jetzt annimmt, auf dem MPS kämen nur Musikfans auf ihre Kosten, der irrt natürlich. Vielmehr bietet die Veranstaltung auch alles, was ein wirklich guter Mittelaltermarkt nur bieten kann. Ritterturniere, Sport in Form von Bruchenball, kulinarische Genüsse, kampfvorführungen und vieles mehr. Seit vielen Jahren dabei ist zum Beispiel die tschechische Fechtkampftruppe Fictum, deren Vorführung auch immer mal wieder einen Besuch wert ist und besonders bei Familien mit Kindern extrem gut ankommt.


Da ich nun aber ein bekennender Musikfreak bin, tifft man mich trotzdem meistens vor einer der Bühnen an, wo einfach zu viel spannendes und wohlklingendes geboten wird. So führte mich mein Weg Nachmittags dann auch weiter zu Metusa, einer Band, die bei ihren Auftritten immer 100% gibt. Leider vermisse ich die Ende letzten Jahres ausgeschiedene Anja immer noch sehr bei den Liveauftritten - die Interaktion ziwschen ihr und Sänger Dominik bleibt einfach unersetzlich! Trotzdem bleibt die Band definitiv einen Besuch wert. Besonders spaßig für mich ist momentan ihre Performance von "Männer mit Bärten". Es hat sich nämlich zu einer Art Running Gag entwickelt, dass die Band das traditionelle Stück in immer anderem Gewand präsentiert - als Country Version oder auch auf die Melodie bekannter Stücke aus Pop-und Rock. In Rastede gab es so beispielsweise eine Version, die doch sehr stark an ein bekanntes Stück der Band Blur erinnerte.


Als nächstes gab es eine Band zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte: die Dudelzwerge. Die Band bot das, was ich unter typischer Marktmusik verstehe, mit den Szeneklassikern, die man gleich am Anfang, wenn man sich mit der Szene beschäftigt, kennenlernt. Da sowas langsam auf dem MPS selten wird und die Songs alle gut gespielt waren, ist mir die Band durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Auch die eigenen Songs der Band haben mir gut gefallen. Als Sängerin Emmi bei "Herr Mannelig" das Publikum durch die Aufforderung zum Mitsingen ein wenig Ärgern wollte, habe ich es ein wenig bereut, nicht vorne gestanden zu haben - dadurch, dass ich Schwedisch spreche, hätte ich dieser Bitte ja problemlos nachkommen können ;)


Im Anschluss daran machten wir uns daran, eine uns gut bekannte Band zu besuchen: Mr. Hurley & die Pulveraffen. Was soll ich sagen? Die Jungs sind einfach gut, wo die spielen kommt auch gute Laune auf, und so war es auch dieses Mal. Durch ausgiebiges Touren dürfte die Band den meisten ohnehin bekannt gewesen sein, entsprechend konnten auch alle bei Songs wie "Ach ja?!" fröhlich mitpöbeln und gröhlen, wie sich das für Piraten eben so gehört. Da in vermutlich nicht allzu neuer Zukunft neues Material der Band zu erwarten ist, wurden auch einige neue Songs präsentiert, die bisher noch auf keinem Album zu finden sind. Macht den Anschein, als käme da wieder Großes auf uns zu, denn Stücke wie "Urlaub" gehen richtig schön ins Ohr und danach nie wieder freiwillig raus aus eben jenem!


Aus dem gleichen Heimathafen wie die Pulveraffen kommt die Kilkennyband. Die drei Herren und eine Dame spielen Irish Folk und sind insgesamt durchaus sympathisch. Wer es also folkig, beschwingt und ohne Dudelsäcke mag, ist hier bestens aufgehoben.


Kommen wir nun aber zum wahren Höhepunkt des Tages: Dem ersten Parteitag der Branntwein Volkspartei! "Bitte was?" mögen sich jetzt viele fragen. Nun ja, große Ereignisse warfen an diesem Tag ihre Schatten voraus. Das Gossenpack von Knasterbart hatte zur Feier des einjährigen Bestehen und zum Albumrelease geladen und versprach, zur Feier des Tages auch gleich ein komplett neues Bühnenprogramm zu enthüllen. Den ganzen Tag wurden auf dem Gelände fleißig Plakate verteilt, und als die Sonne und die Kinderchen längst in ihren Betten verschwunden waren, war es tatsächlich so weit: Mit Branntweinfahnen schwingenden Gossengirls wurde das Knasterbart-Nachtkonzert eröffnet und die Frontmänner Hotze und Fips präsentierten das musikalische Parteiprogramm von den auf der Bühne aufgestellten Rednerpulten. Zahlreiche neue, noch nie live gespielte Tracks vom an diesem Tag erscheinenden ersten Album der Band wurden gespielt, ein neues Bandmitglied vorgestellt und die Tavernen auf dem MPS überboten sich gegenseitig mit kreativ dargebrachten, flüssigen Geschenken an die Bandmitglieder. Veranstalter Gisbert Hiller, genannt "Gisi", gewährte der vor der Bühne versammelten Meute sogar mehrere Zugaben, selbst auf die Gefahr hin, Ärger mit der Polizei zu bekommen (die Spielgenehmigung reichte eben irgendwie nicht bis zwei Uhr Nachts, gell).


Es war eine würdige Feier, und ausgelaugt, aber glücklich stolperten wir den unbeleuchteten Feldweg zu unseren Zelten zurück. So endete der erste Tag auf dem MPS in Rastede 2014.

Fortsetzung folgt!

Donnerstag, 15. Mai 2014

Knasterbart veröffentlichen ihr erstes Video

Gestern war's soweit: Die Gossenpoeten von Knasterbart haben mit "Gossenabitur" (+ "Hinterwäldlertanz") ihr erstes offizielles Musikvideo veröffentlicht!

Das Video ist ein schöner visueller Vorbote für das in genau 2 Wochen erscheinende erste Album der Band. Dieses hört auf den Namen "Branntwein für alle" und wird erstmal nach dem Konzert der Band auf dem MPS in Rastede zum Verkauf stehen.

Fleißige MPS-Gänger sollten bei dem Video genauer hinschauen: es gibt zahlreiche bekannte Gesichter zu entdecken ;)

Viel Spaß mit dem Video!


Montag, 5. Mai 2014

Alternativer Tanz in den Mai: Das MPS in Dortmund, erster Tag

...und schon ist es wieder vorbei, das schöne, lange Wochenende - und mit ihm das erste MPS (Mittelalterlich Phantasie Spectaculum) dieses Jahr in meinen Gefilden. Für mich ging es dieses Mal nur an zwei Tagen (Mittwoch und Samstag) nach Dortmund. An den anderen Tagen wartete ein Kurzurlaub an der niederländischen Grenze mit meiner Familie. Aber dazu später mehr. In diesem Eintrag soll es nun erstmal um meine Erlebnisse beim MPS gehen. 

Mittwoch, 30. April:

Mittwoch Vormittag ging es los. Die Anfahrt mit der Bahn verlief problemlos (was ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist) und das Reisegepäck war auch ausnahmsweise einmal relativ leicht, da es nur um eine Übernachtung im Zelt einer Freundin ging. 

Zunächst spielte sogar das Wetter mit. Der Wetterbericht hatte uns schon schlimmes befürchten lassen, aber sowohl beim Zeltaufbau als in den ersten Stunden auf dem Gelände blieb es trocken. 

So konnten wir in Ruhe Saor Patrol und Ye Banished Privateers genießen, eine schwedische Piratenband, die dieses Jahr ganz neu auf dem MPS ist. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten sich diese coole Truppe anzuschauen. Die Band tritt bei ihren Konzerten mit wechselnder Besetzung an, auf den Weg nach Dortmund hatten sie sich zu elft gemacht. Obwohl die Band den meisten Besuchern vorher unbekannt gewesen sein dürfte, gelang es ihnen in kürzester Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen, und das nur zurecht. Gut gespielter Piraten-Folk, witzige Showeinlagen und lebhafte Interaktion mit den Leuten vor der Bühne sorgten dafür, dass von Konzert zu Konzert an diesem Tag mehr Zuschauer zur Folkbühne strömten. 

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Die Band hat auch ein ziemlich gutes Video zu ihrem Song "Welcome To Tortuga" gemacht:


Am Vorabend wollten wir dann die immer wieder grandiosen Mr. Hurley & die Pulveraffen genießen, doch es sollte leider anders kommen: Mitten während des Sets kam auf einmal Gisi (Gisbert Hiller, der Veranstalter des MPS) auf die Bühne um uns von einer akuten Unwetterwarnung in Kenntnis zu setzen. Der Himmel sah zu diesem Zeitpunkt noch total unverdächtig aus, doch wir entschlossen uns trotzdem schweren Herzens, das Gelände vorläufig zu verlassen und uns zu unserem Zelt zu begeben - eine weise Entscheidung, wie sich kurz darauf rausstellte. Das Wetter kippte wirklich blitzschnell um und wir ließen Gewitter und Starkregen von unserem Zelt aus über uns ergehen. Die Veranstaltung musste auf Anweisung von Polizei und Feuerwehr ohnehin kurzzeitig unterbrochen werden.

Nach dem Unwetter war es um die Motivation meiner Begleitung geschehen, so dass ich im Endeffkt alleine zum Knasterbart-Konzert gehen musste, welches um Mitternacht beginnen sollte. Zum Glück bleibt man beim MPS selten lange allein, so dass ich bald ein nettes Gespräch mit meiner Nebenmann in der ersten Reihe führte, während wir auf den Beginn des Konzertes warteten. Der ganze Zeitplan hatte sich als Folge des Unwetters verschoben, weswegen das Konzert erst um Eins anfing. Doch wie üblich waren Knasterbart das Warten mehr als wert, auch wenn sie dieses Jahr "nur" bis 3 Uhr Nachts spielten. Sämtliche Gossenhauer der Band wie die "Leckere Lotta" und "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wurden zum besten gegeben und bei Instrumentalstücken wie dem "Hinterwäldlertanz" konnte ausgiebig in den Mai getanzt werden. (Nur so nebenbei: Während des Soundchecks, also kurz nach Mitternacht, war sogar ein Maikäfer auf die Bühne geflattert. Das nenne ich mal symbolisch! :D )
Nach dem Konzert konnte ich es mal wieder kaum noch erwarten, das bald erscheinende Album in den Händen zu halten!

So ging der Mittwoch für mich zu Ende und nach einem kurzen Schlafzwischenstop im Zelt machte ich mich auf den Weg in den Urlaub um dann am Samstag für einen weiteren Tag auf das MPS zurückzukehren. Doch das ist eine andere Geschichte, und sie soll später erzählt werden...

Dienstag, 29. April 2014

Vorfreude

Sooo, die Uni-Verpflichtungen für diese Woche sind abgehakt. Der Rucksack ist gepackt. Voll-Fleece-Schlafanzug für die Nacht: Check. Dicke Socken: Check. Gewandung nebst unauthentischem Regencape: Sowieso. 

Das alles zusammen kann nur eins heißen: Morgen geht es zum ersten Mal dieses Jahr auf in Richtung MPS, nach Dortmund. Die Wettervoraussichten sind zwar gewohnt schlecht, aber das kennen wir ja schon. Spielen wir halt wieder im Schlamm, was soll's. Hauptsache, es geht endlich wieder los!

Zur musikalischen Einstimmung an dieser Stelle ein nettes Video der morgigen Headliner, Knasterbart. So sieht wahre Gossenpoesie aus ;)


Ist sonst noch wer dabei und freut sich ebenso wie ich?