Posts mit dem Label MPS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label MPS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 22. Februar 2024

Folk auf Bierbänken - das Hock Rock Borken

 Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.

Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!

Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.


Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.


Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.


Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!

Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.

Sonntag, 22. November 2020

Neue Wege in schweren Zeiten - der MPS Skulpturenpark in Bückeburg

Einige Monate lang dachte ich in diesem Jahr, es werde wohl vorläufig keinerlei Veranstaltungen mehr geben. Zum Glück erwies sich dies als falsch und einige Veranstalter kämpften sich erfolgreich den harten, monatelangen Weg durch diverse Hygienekonzeüt bis hin zu genehmigungsfähigen Angeboten. Einer dieser Veranstalter war Gisbert "Gisi" Hiller, den wir wohl alle hinlänglich als den Mann hinter dem MPS kennen.

Wer der Facebook-Seite des MPS folgt, weiß, dass Gisi seine Fans gerne an allen Prozessen seiner Veranstaltung teilhaben lässt. So konnte man dort auch seit Beginn der Corona-Krise das zähe Ringen um die Genehmigung einer wie auch immer gearteten Veranstaltung quasi live verfolgen. Nach vielen Rückschlägen und sicherlich auch vielen verlorenen Nerven war es dann aber Ende Juli tatsächlich so weit und in Bückeburg ging der MPS Skulpturenpark an den Start.

Als treue Gäste des Bückeburger MPS ließen wir es uns nicht nehmen, der neuartigen Veranstaltung einen Besuch abzustatten, und so machten eine Freundin und ich uns gleich am 25. Juli auf den Weg ins benachbarte Niedersachsen. Tickets mit einem Einlass-Zeitfenster hatten wir bereits im Vorfeld online erworben und so klappte dann auch alles, wie es klappen sollte und wir kamen ohne Wartezeit und engeren Kontakt zu anderen Gästen auf das Gelände.

 

Bei einem ersten Rundgang über das Gelände war ich sehr schnell von der Veranstaltung angetan. Durch die strengen Einlassbeschränkungen war es nicht zu voll, an Ständen und potentiellen Engstellen sorgten Leitsysteme mit Wellenbrechern für eine problemlose Einhaltung der Mindestabstände.


 Der Skulpturenpark selbst war äußerst weitläufig aufgebaut und man hatte die zahlreichen Figuren von Dinosauriern, Tieren und Fabelwesen mit großer Liebe zum Detail aufgebaut, sodass das Betrachten und auch Fotografieren dort großen Spaß machte.

 

Für mich das Herzstück war jedoch der kleine Mittelaltermarkt mit den Szeneflächen, auf denen auch Musiker auftreten durften. Der schnuckelige Markt und die alten, kleinen Holzbühnen erinnerten mich wohlig an meine lange vergangenen Anfangszeiten auf dem MPS vor mittlerweile mehr als zehn Jahren. Nur einen großen Unterschied gab es: da Gedränge vor der Bühne dieses Jahr ein No-Go war, konnte man die Auftritte der Bands nur im Sitzen genießen. Das war vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, wäre aber nicht weiter schlimm gewesen. Was jedoch schon ein bisschen schade war, waren die Lautstärkebeschränkungen, die an den Bühnen galten. Dies hatte wohl mit irgendwelchen kuriosen Bedingungen zu tun, die einzuhalten waren, damit die Veranstaltung nicht fälschlich als Festival gewertet und damit zwangsläufig verboten worden wäre. Leider führte das aber auch dazu, dass man von den etwas weiter von den Bühnen entfernten Tischen fast nichts mehr von der Musik hören konnte.

 Abgesehen von dieser Kleinigkeiten hatten wir aber einen wirklich großartigen Tag auf dem Skulpturenpark in Bückeburg. Wie gut es tat, endlich wieder die live Musik von Rapalje und MacCabe & Kanaka zu genießen! Wie sehr wir uns freuten, wenigstens einmal in diesem Jahr wieder die leckeren Hirschrahm-Spätzle mit Preiselbeeren zu genießen! Es war die perfekte Auszeit von diesem nervtötenden Jahr, das einem so vieler Freuden beraubt.


 Ein tolles Erlebnis war es auch, am Lager von Forgotten North vorbeizuschländern und plötzlich mittendrin zu sein in einer spontanen Darbietung ihrer Musik. Solche Momente sind es, die mich seit Jahren immer wieder auf Mittelaltermärkte ziehen und die ich in diesem Jahr schmerzlich vermisst habe.


 Wirtschaftlich betrachtet, so konnte man später lesen, war der Skulpturenpark in Bückeburg leider kein großer Erfolg, was ich äußerst bedauerlich finde. Waren wirklich so viele zu verunsichert, um die Veranstaltung zu besuchen? Oder sprach das Konzept keine klare Zielgruppe an? Ich weiß es wirklich nicht. Mir hat der Tag dort jedenfalls ganz hervorragend gefallen und ich bin dem Veranstalter wirklich dankbar, dass er in diesem Jahr die Beharrlichkeit und auch die Kreativität besessen hat, eine solche Sache auf die Beine zu stellen. Und allen, die ihre Chance auf einen Besuch aus welchen Gründen auch immer versäumt haben: ihr habt etwas verpasst was eindeutig geholfen hat, dieses dunkle Jahr für uns alle ein bisschen bunter zu machen!

Dienstag, 28. April 2020

Auf Wiedersehen, Planwiese - das letzte MPS in Telgte

Wie in jedem August (außer dem dieses Jahr folgenden, aber das ist ja nun wieder eine ganz andere Geschichte) war auch 2019 wieder kaum Zeit zur Erholung nach dem Castlefest. Schon am nächsten Wochenende stand der alljährliche Besuch auf dem MPS in Telgte auf dem Plan. Dies konnte man sich im vergangenen Jahr schon allein darum nicht entgehen lassen, weil es gleichzeitig auch ein Abschiednehmen war: Nachdem mehrere Jahre zuvor bereits der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt aus Telgte nach Dortmund abgewandert war, sollte auch das große Sommer-MPS zum letzten Mal in dem kleinen Örtchen im Münsterland stattfinden. 

Für diese letzte Feier hatte man 2019 ein Line-Up aufgefahren, das sich wirklich sehen lassen konnte. Neben den MPS-Stammgästen wie Saltatio Mortis und Versengold standen auch einige neue Namen auf dem Programm. So konnten wir natürlich nicht widerstehen und statteten bei unserem Besuch am Samstag den Musketieren von D'Artagnan einen Besuch ab. Die Band hatte schon bei ihrer Gründung im Jahr 2017 für einiges an Aufsehen in der Mittelalter-Szene gesorgt, ist deren Sänger Ben Metzner doch vielen schon länger als Prinz Richard Hodenherz von Feuerschwanz bekannt. D'Artagnan fahren musikalisch jedoch einen ziemlich anderen Kurs und zogen mit ihrem reichlich pathetischen Musketier-Folk mit nicht zu überhörenden Schlagerelementen ein ganz neues Publikum auf das MPS. An der Show war auch wirklich nichts auszusetzen, es ging pompös ab auf der Bühne und auch die Fans zeigten sich begeistert. Mein Ding ist das musikalisch aber einfach nicht, und so wanderte ich nach einiger Zeit weiter zur Festival-Bühne.

D'Artagnan

Dort gab sich an diesem Abend die Letzte Instanz die Ehre und brachten ungewohnt harte und düstere Töne auf das MPS. Hier wurde ich musikalisch schon viel glücklicher. Auch die Letzte Instanz brachte sichtbar neues Publikum mit auf das Festival, aber auch klassische MPS-Besucher vergnügten sich sichtlich vor der Bühne. Auch der Band schien es auf dem MPS zu gefallen, wie sie immer wieder in ihren teils ausführlichen und interessanten Ansagen erkennen ließen. 

Holly von der Letzten Instanz

Doch natürlich klebten wir alle nicht den ganzen Tag vor irgendeiner Bühne, denn es gab wieder genug zu entdecken. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir von dieser letzten Auflage des MPS in Telgte die kleine Spielwiese neben dem Jonglage-Stand, wo man sämtliche Utensilien einmal probieren konnte und wo wir lange mit Pois, Devil Sticks und Diabolo herumspielten. Außerdem besorgten eine Freundin und ich uns je zwei kleine, magnetische Kugeln. Diese sollen eigentlich negative Energien aus dem Körper ziehen, aber man kann mit ihnen auch einfach sehr viel Spaß haben. Sie machen nämlich tolle Geräusche beim in-die-Luft-werfen und lassen sich fototrächtig an diversen Stellen des Körpers befestigen. Offensichtlich hatten wir an jenem Samstag unseren extremen Spielkinder-Tag. xD 

Am Abend begann dann für mich das vorfreudige Warten, denn nach einer längeren Umbaupause stand noch ein wie immer heiß ersehntes Konzert meiner Lieblingsband Faun auf dem Programm. Um nicht den halben Abend mit Rumstehen und Warten zu verschwenden, verzichtete ich dieses Mal auf einen Platz ganz vorne vor der Bühne und suchte mir später ein gemütliches Plätzchen etwas weiter hinten. Die Stimmung während des Konzerts war mal wieder hervorragend, sodass es wie immer eine große Freude war, den mystischen Klängen der Band unter dem Blätterdach der Bäume auf der Telgter Planwiese zu lauschen. 

Danach wurde es dann aber auch höchste Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, denn auch der nächste Tag war schon längst verplant. Jedenfalls war dieses MPS in Telgte ein sehr schönes letztes Mal, das ich gerne in Erinnerung behalten werde. Generell war der Standort Telgte eines meiner ersten Stamm-MPS und ich verbinde sehr viele schöne Erlebnisse mit diesem Ort. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Termin und das Gelände von den Veranstaltern des Anno in Gütersloh übernommen wurden. In diesem Jahr wird da ja nun leider wie aus allem anderen auch nichts, aber so sehen wir uns vielleicht wenigstens alle in 2021 in Telgte wieder, um eine neue Ära der dortigen Mittelaltermärkte zu eröffnen.

Sonntag, 2. Februar 2020

Die Piraten sind los: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Bückeburg

Auch am Sonntag gönnten wir uns keine Pause, denn es stand ein Ausflug zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nach Bückeburg auf dem Programm. Das Wetter war perfekt und das Programm einfach zu verlockend. Bei diesem zweiten Wochenende in Bückeburg standen nämlich einige unserer liebsten Piratenbands auf dem Programm.

Schon bei der Ankunft an der Bühne, die für den Großteil des Tages unser Zuhause sein würde, erwartete uns eine positive Überraschung. Sind die Bühnen beim MPS mittlerweile ja in der Regel eher schnöde, wurde diese aufwendig und sehr ansprechend dekoriert, was auch einiges zur Stimmung und zum Wohlfühlen in diesem Bereich beitrug - mehr davon in Zukunft wäre echt eine großartige Sache! 

Wer es piratig mochte, stand vor dieser Bühne goldrichtig

Und auch, was sich auf der Bühne abspielte, wusste zu überzeugen: Da waren zum einen Mr. Hurley & die Pulveraffen, die ich zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Weile nicht mehr so richtig live hatte erleben dürfen, die aber noch immer mit guter Musik, witzigen Ansagen und ihrem einfach sympathischem Auftreten punkten konnten. Und natürlich gab es da auch schon den einen oder anderen vielversprechenden Einblick in das neue Werk "Leviathan", welches etwa einen Monat später erschien.

Unumstrittenes Highlight an diesem Tag war für uns aber der Besuch von Pat Razket. Die Schweden gaben an diesem Wochenende ihr fulminantes Debüt auf dem MPS und überzeugten dabei auf ganzer Linie mit ihrer mitreißenden, energetischen Liveshow. Band und Festival schienen sehr voneinander angetan und es sollte mich wirklich sehr erstaunen, wenn das ihr einziger Besuch bei dieser Festival-Reihe bleiben sollte!

Mit Leidenschaft dabei: Pat Razket

Natürlich blieb zwischen den Auftritten auch genug Zeit für einen Rundgang über das Gelände, welches für mich zu den schönsten MPS-Veranstaltungsorten zählt, die ich kenne. Das Areal ist weitläufig, ein wenig verwinkelt und abwechslungsreich, sodass es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Selbst nach all den Jahren als regelmäßiger Besucher lasse ich es mir nie nehmen, wenigstens einmal alle Wege entlang zu spazieren - am besten bei so gutem Wetter wie an jenem Tag barfuß. 

Ausklingen ließen wir unseren Besuch an jenem Tag mit einem erfrischenden Milchshake, wobei wir der unterhaltsamen Darbietung von Duivelspack lauschten. Solche angenehmen Tage erinnern mich immer wieder daran, warum das MPS viele Jahre lang so etwas wie meinen persönlichen Lebensmittelpunkt bildete. Hoffentlich werde ich noch einige solcher schönen Veranstaltungen erleben, bevor sich das MPS dann schließlich wirklich aus unser aller Leben verabschieden wird...

Wer ein wenig Zeit mitbringt, kann sich im offiziellen Aftermovie des MPS BüBu selbst einen Eindruck von den zwei Wochenenden machen:


Dienstag, 30. Juli 2019

Saisoneröffnung West: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Dortmund

Ende April wurde es endlich wieder Zeit, die Gewandung aus dem Schrank zu befreien und die Mittelaltersaison zu eröffnen. Wie schon in so vielen Jahren zuvor, geschah das bei mir auch in diesem Jahr wieder auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum im Dortmunder Fredenbaumpark. Diesmal waren sogar mal wieder zwei Tagesbesuche drin, einer am Samstag, einer am Mittwoch - also sowohl am ersten, als auch am letzten Tag der Veranstaltung.

Vom Samstag, dem 27. April, habe ich tatsächlich so gar keine Bilder mitgebracht. Das einzige Konzert, welches ich mir an diesem Tag ganz angesehen habe, war das erste Konzert von Versengold. Es war schön, die Band nach ziemlich langer Zeit einmal wieder live sehen zu dürfen und sie stellten sogar schon ein wenig Material vom mittlerweile veröffentlichten, neuen Album "Nordlicht" vor. Da ich nunmal keine Bilder habe, es aber so viel neues Versengold-Videomaterial gibt, welches ich hier auf meinem kleinen Blog noch gar nicht geteilt habe, nutze ich die Chance mal:


Ansonsten nutzten wir viel unserer Zeit dafür, über das Gelände zu spazieren, Stände zu schauen und mal hier und da einen Blick zu riskieren. Ein bisschen Cultus Ferox hier, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen dort. Und nach mehreren Jahren Abstinenz gaben wir auch Saltatio Mortis nochmal eine Chance. Wie nostalgisch sich das anfühlte, zumal wir gerade mitten in das Set klassischer Marktlieder der Band hereinplatzten! Hier hätte ich auch wirklich gerne mal wieder Fotos gemacht, denn die neuen Bühnenoutfits machen im Einsatz wirklich was her. Leider standen wir aber so hoffnungslos weit hinten, dass ich es nicht mal probiert habe. Kein Wunder, dass wir uns manchmal wehmütig an die Zeit erinnern, wo man noch problemlos so weit nach vorne kam, dass man sich vor dem Trommelstock von Lasterbalk dem Lästerlichen in Acht nehmen musste! :D



Meinen zweiten Besuch am 1. Mai machte ich mit einer anderen Begleitung, und für unseren Besuch gab es im Wesentlichen einen Grund: Ye Banished Privateers! Diese zeigten sich an jenem Tag mal wieder ein Höchstform, sodass wir natürlich mit Freuden alle Sets der Band besuchten.


Praktischerweise hatten wir an diesem Tag sogar freien Eintritt, da wir zu Jahresbeginn Gisis Aufruf gefolgt waren und in Münster alte Plakate vom Weihnachtsmarkt abmontiert hatten, in einer sehr regnerischen Nacht-und-Nebelaktion, die wir wohl noch unseren immaginären Enkeln erzählen werden. :P Diese Plakate waren jedenfalls an diesem Tag unser Eintritt, weswegen wir das gesparte Geld gleich in etwas leckeres zu Essen investieren konnten.

Ansonsten machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Heavysaurus. Dieses Phänomen wollten wir uns einfach mal mit eigenen Augen ansehen, hat man doch im Moment auf dem MPS das Gefühl, sie seien im Moment das ganz große Ding. So waren auch an diesem Mittwochnachmittag zahlreiche Familien mit ihren Kindern, aber auch ganz normale MPS-Besucher der Einladung der Dinos (und des Drachen) gefolgt. Die Stimmung unter den Kindern schien auch super zu sein, aber wir stellten doch recht bald fest, dass wir mal so gar nicht die Zielgruppe sind, fühlten uns folglich fehl am Platz und traten den Rückzug an. Nach dem Konzert, das bekamen wir zufällig mit, standen die Musiker in ihren sicher nicht besonders bequemen Kostümen, noch stundenlang an ihrem Merchzelt und ermöglichten so wirklich jedem Kind (und natürlich den kindgebliebenen Erwachsenen) ein Foto mit ihnen zu machen. Hut ab für so viel Fanfreundlichkeit!

Alles in allem waren es mal wieder zwei sehr nette Tage auf dem MPS in Dortmund.

Montag, 21. Januar 2019

Abschied vom fetten Ö - Ein letztes Mal Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hamburg

Da hatte uns wohl mal wieder ein bisschen der Wahnsinn geritten, als eine Freundin und ich irgendwann Anfang 2018 aus einer Laune heraus beschlossen, noch einmal das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hamburg zu besuchen. Nicht so wie früher, zwei Tage mit Camping, denn das hätten wir uns kaum noch leisten können, sondern für einen Tagesausflug. Von Münster aus. Mit der deutschen Bahn.

Am Sonntag, dem 2. September war es schließlich wirklich so weit. Früh Morgens setzten wir uns in einem Vorort von Münster in Bewegung, natürlich in Gewandung, was immer wieder ein großes Vergnügen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie genau sich die Redensart "Maulaffen feilhalten" visuell umsetzen lässt, sollte einfach mal so durch das Land reisen und seine Mitmenschen genau beoachten ;) 
Mittags erreichten wir dann planmäßig Hamburg uns stürzten uns gleich ins Getümmel. Das Wetter war natürlich hervorragend - ist ja nicht so, dass irgendwo in diesem Sommer mal ein Tropfen Regen gefallen wäre. Und auch unsere Laune war Bestens. 

Füße kühlen: cool, Blaualgen: weniger cool

Als wir unsere Fahrkarten gebucht hatten, war uns noch nicht klar gewesen, dass dies unser letzter Besuch auf dem MPS in Hamburg Öjendorf werden würde, aber mittlerweile hatte sich abgezeichnet, dass dies tatsächlich die letzte Auflage des größten aller MPS-Termine sein würde. Also umso schöner, dass wir noch einmal dabei sein durften.

 Vor der Bühne ließ sich noch erahnen, dass sich Saltatio Mortis mit ihrer Feuershow am Vortag wieder nicht hatten lumpen lassen

Musikalisch genossen wir besonders die Auftritte von Ye Banished Privateers, ansonsten waren wir vollauf damit beschäftigt, das riesige Gelände mit den Unmengen an Ständen und Lagern zu besichtigen. Wie eine eigene kleine Welt ist dieses MPS-Gelände - man kann ewig laufen, ohne an das Ende dieses Mittelalters in Klein zu stoßen. Ich ließ es mir aber auch nicht nehmen, den sympathischen Spaniern von Cuélebre einen Besuch abzustatten.

Tolle Band, düftiges Foto: Cuélebre

Am frühen Abend endete unser Besuch auf dem MPS dann auch schon, schließlich standen uns noch mehrere Stunden Rückfahrt bevor. Auch diese verlief erstaunlich ereignis- und problemlos. Trotzdem waren wir ziemlich erschlagen, als wir in der Nacht wieder bei meiner Freundin zu Hause ankamen. Es war ein sehr langer, schöner Tag gewesen, außerdem das Ende sowohl unserer MPS-Saison als auch das einer beeindruckenden Veranstaltung. Immerhin können wir nun mit Stolz sagen, dass wir zum Abschied noch einmal dabei gewesen sind. ♥

Donnerstag, 5. Juli 2018

Mittelalterlich in den Mai starten - das MPS in Dortmund

Es ist kaum zu übersehen: dieser Blog hat eine kleine Pause gemacht. Grund dafür war zum einen das Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai, die mich wie wohl auch viele andere Blogger gründlich verunsichert hat. Auch jetzt ist noch so vieles unklar, aber ich möchte dieses Hobby einfach nicht aufgeben, also geht es ab heute weiter. Zum anderen halten mich im Moment aber auch die anhaltende Hitzewelle sowie ein Rückenproblem von längeren Aufenthalten am PC ab, also werde ich das Ganze wohl auch jetzt etwas langsamer angehen.

Nun aber weiter da, wo ich vor etwas über einem Monat stehen geblieben war und damit zu ein paar Worten zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund. Dieses wollte ich eigentlich nur an einem Tag besuchen. Da sich meine Freunde jedoch nicht für einen Tag entscheiden konnten und somit zum Teil am Montag und zum Teil am Dienstag kamen, ich jedoch auf keinen verzichten wollte, wurden spontan doch zwei Tage draus.

Montag gab es ein ziemlich gutes Musikprogramm ganz nach meinem Geschmack. Da wäre zum einen die sympathische Gruppe Faey, die mit ihren fröhlichen Folk-Pop Stücken gute Laune auf dem MPS verbreitete. Neben Eigenkompositionen ihrer zwei Alben "Golden Apples" und "Honey & Cinnamon" hatte sich an diesem Tag auch eine interessante Coverversion von Ed Sheerans "Galway Girl" in das Programm geschlichen, welches vom Publikum ebenfalls gut aufgenommen wurde.

Andi von Faey

Auch Waldkauz beehrten an diesem Tag das MPS mit einem großartigen Konzert am frühen Abend. Die Pagan Folk Musik der noch recht jungen Band hat auf dem MPS mittlerweile eine große Fangemeinde, sodass sich auch dieses Mal schnell eine große, tanzfreudige Meute vor der Bühne einfand.

Niklas von Waldkauz und der Hut von Niel - war dies eine Entführung? :P

Für mich dieses Mal wie auch sonst immer ein Highlight war dann der abendliche Auftritt von Faun. Was kann es schöneres geben, als mit seiner langjährigen Lieblingsband an einem lauen Frühlingsabend in den Mai zu tanzen? Die Band wirkte ebenfalls gut gelaunt und spielfreudig und Stephans Ansage zum wohl thematisch passendsten Lied des Abends ("Walpurgisnacht") trieb einem vor Lachen fast schon Tränen in die Augen.


Nach diesem wunderschönen Konzert ging für mich dann auch schon der erste Tag auf dem MPS zu Ende. Da die Jahreskarte und damit auch das Campen auf dem Gelände für mich mittlerweile finanziell untragbar geworden sind, hieß es nach Hause zu fahren.

An Ausschlafen war dann aber auch nicht zu denken, schließlich ging es am nächsten Tag schon wieder zurück vom heimatlichen Aachen nach Dortmund. Mit einer anderen Freundin gab es an diesem Tag Ye Banished Privateers und Cuélebre zu erleben. Besonders auf Letztere hatte ich mich schon lange gefreut, da ich sie bisher aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verpasst und so letztlich trotz vieler potenzieller Chancen erst einmal zuvor gesehen hatte.

Cuélebre

Alles in allem hatte ich mal wieder zwei schöne Tage auf dem MPS, die es mich schon ein wenig bedauern ließen, dass ich die Veranstaltung in diesem Jahr kaum noch besuchen werde. Manchmal vermisse ich da schon die guten alten Zeiten, in denen wir fast jedes Wochenende mit dabei sein konnten.

Samstag, 31. März 2018

Ein paar Worte zum PLWM in Dortmund

Meine mittelalterliche Weihnachtsmarktsaison war 2017 erneut eine ziemlich kurze. Sie begann am ersten Adventssamstag mit einem Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt des MPS in Dortmund. Es sollte für dieses Jahr der einzige Besuch dieses Weihnachtsmarktes bleiben.

Anlass für einen Besuch an diesem Wochenende waren Ye Banished Privateers, die unübertroffenen Könige (und Königinnen) des Piraten-Folks. Sie spielten mehrere großartige Konzerte im Infield der Veranstaltung (ein paar Worte dazu folgen noch), bei denen sie auch ihre Weihnachtslieder zum Besten gaben. Schon alleine diese sind bei jedem Mittelalter-Weihnachtsmarkt ein Grund, der Band einen Besuch abzustatten! Es ist in den vergangenen Jahren eine schöne Tradition geworden, dass die Schweden ihr Publikum beim PLWM mit ihren piratigen Interpretationen klassischer Weihnachtslieder wie "Oh Cannonball" oder "Henry Morgan's Coming To Port" erfreuen und auch immer ein neues weihnachtliches Stück präsentieren, was immer für reichlich Lacher und gute Laune sorgt. Neu im Repertoire dieses Jahr war eine Neuinterpretation namens "The Little Rummer Boy". Zum Glück war auch in diesem Jahr wieder jemand so freundlich, das Stück auf Video zu bannen:


Zwischen den Aftritten der Privateers namen wir das Gelände mal genauer unter die Lupe, was jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm, da sich zu den vergangenen Jahren nicht allzu viel verändert hatte. Wir verpflegten uns mit Zyklopenspießen, gebrannten Mandeln und Schneebällen. Dem Musikzelt statteten wir nur einen kurzen Besuch ab. Dort spielten zwar die Cobblestones, aber dort war es vor allem auch verdammt laut und die Luft für meinen Geschmack deutlich zu glühweingeschwängert.

Am Abend unseres Besuches sollten noch die Red Hot Chilli Pipers spielen. Diese hätte ich mir gerne angesehen, jedoch wäre ich dann nicht mehr nach Hause gekommen, wo ich nächsten Tag etwas vorhatte. Somit endete unser Besuch nach dem letzten Auftritt von Ye Banished Privateers.

Es war ein schöner Tag, aber nun muss ich tatsächlich mal etwas beichten: ich bereue es nicht, dass es der einzige Besuch in Dortmund 2017 geblieben ist. Ich werde nämlich einfach nicht warm mit dem PLWM. Es ist wirklich so, dass ich bis heute dem schnuckeligen MPS-Weihnachtsmarkt in Telgte hinterhertrauere. Ich weiß, dass derartige Kritik etwas ist, was Gisi nicht gerne hört, denn er steht voll und ganz hinter seinem schneller-höher-weiter-Kurs der vergangenen Jahre. Ich tue das als Besucher nur begrenzt. Auf dem lauschigen, kleinen Markt in Telgte haben meine Freunde und ich jahrelang ganze Wochenenden zugebracht. Knackiger Frost oder Überschwemmungen konnten uns nicht abhalten, immer und immer wieder dort aufzuschlagen. Das Eintrittsgeld war schmal, die Bühnen klein - doch die Stimmung war so herrlich mittelalterlich und weihnachtlich!

Und nun, in Dortmund, vermisse ich all das. Ich will einen schönen, weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dafür brauche ich keine riesige Festivalbühne, kein beheiztes Bierzelt, keine Bodenplatten gegen Matsch. Ich brauche auch keine 3-Preisstufen-Regelung. 30 Euro, um an einem Samstag den ganzen Markt und drei Bands sehen zu dürfen - das ist ein Luxus, den ich mir maximal einmal in der Saison genehmige, und auch das eher zähneknirschend, steht das Programm doch in keinem Verhätnis zu dem, welches bei den somerlichen MPS-Terminen für einen ähnlichen Preis geboten wird. Und dafür gibt es - gerade in NRW - auch zu viele schöne Alternativen.

Eine solche Alternative bietet beispielsweise das Winterspektakulum auf Burg Altena, welches ich 2017 bereits zum zweiten Mal besucht habe und dessen Besuch eine regelrechte Offenbarung für meine Freundin und mich war. Doch davon mehr im nächsten Post.

Montag, 15. Januar 2018

Streifzug über das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte

Nur eine Woche nach dem Highlight jedes Festivaljahren, dem Castlefest, stand Mitte August schon der nächste Termin in meinem Kalender. Auch dieser ein Klassiker, den ich mir nach Möglichkeit nicht entgehen lasse: das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte!

Dieses Mal besuchte ich das Festival am Samstag, da dieser mit einem ausgezeichneten Programm lockte. Das Wetter war wie in weiten Teilen dieses Sommers eher mäßig, Schlamm und Regen gab es genug. Doch wen hält sowas schon auf? Nur die Kamera musste leider witterungsbedingt zu Hause bleiben.

Mich nicht, und darum ließ ich mich auch nicht davon abhalten die Möglichkeit zu ergreifen, mir mit Mythemia eine Band anzusehen, die ich vorher noch nie live sehen durfte. Nachdem die anfängliche Verwirrung überwunden war (wir so: hatten die nicht mal eine Sängerin und keinen Sänger, und kennen wir den Herren nicht von irgendwo anders - beides konnte im Übrigen bejaht werden), wusste das Gehörte durchaus zu überzeugen und hielt uns ein ganzes Set lang vor der Bühne.

Mythemia

Gegen Abend wuchs dann die Vorfreude auf das, was mein persönliches Highlight dieses Tages werden sollte: Cesair gaben sich die Ehre! Die Damen und Herren haben sich im Laufe dieser MPS-Saison ganz zu recht ein treues Publikum erspielt, und so war auch bei diesem Konzert die Stimmung vor wie auch auf der Bühne großartig. Natürlich stellten sie auch den einen oder anderen Song von ihrem neuen Album "Omphalos" vor, welches eine Woche zuvor beim Castlefest erstmalig erworben werden konnte. Hoffentlich lädt Gisi diese tolle Band auch in der nächsten Saison wieder ein, sie sind eine wirkliche Bereicherung für das MPS!

 Cesair

Abgeschlossen wurde der Tag auf dem MPS in Telgte für uns mit einem gewaltigen Konzert von Fiddler's Green, welches ich dank des vollen Körpereinsatzes meiner Freundin aus der ersten Reihe erleben durften. Sie hielt mir tatsächlich erfolgreich einen Platz dort vorne frei, obwohl ich bis ca. 5 Minuten vor Konzertbeginn in der Schlange am Baumstriezel-Stand festhing und sehnsüchtig auf mein Abendessen wartete xD Danke nochmal dafür!

Trotz nerviger Nachbarn (Teenager, die frustriert waren, dass sie keinen Platz weiter in der Mitte bekommen hatten und erfolglos versuchten, mich mit konstantem anpogen zu vertreiben - haha, ihr müsst noch so viel lernen, ihr Würmer!), wurde es ein super Konzert. Die Band stellte dort größtenteils ihr neues Album "Devil's Dozen" vor, in welches ich mich vom Fleck weg verliebte, besonders in das wunderbare "Mr. Tickle".


Nach diesem tollen Konzert wurde es für uns so langsam Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Dieser war zum Glück nicht allzu weit, da ich für die Nacht bei meiner Freundin im nahgelegenen Münster aufgenommen wurde.

Mit dem MPS in Telgte endete für mich 2017 auch die reguläre MPS-Saison, nur noch der Weihnachtsmarkt stand bevor, bei dem es leider auch nur zu einem Besuch kam. Doch dazu später mehr, denn bevor ich so weit komme, stehen noch einige andere Berichte aus!

Sonntag, 29. Oktober 2017

Tagesausflug zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nach Bückeburg

Der zweite von den sehr wenigen Terminen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums, die ich in diesem Jahr besucht habe, war das MPS in Bückeburg. Da ohne Jahreskarte für mich finanziell an ein ganzes Wochenende mit Camping überhaupt nicht zu denken war, wurde es ein Tagesausflug am Samstag des ersten Wochenendes. Dieser Tag bot musikalisch aber ohnehin schon so viel, dass ich mich am späten Abend ohne große Wehmut, dafür mit vielen schönen Eindrücken vom schönen Bückeburger Schlosspark verabschieden konnte.

Gleich nach dem Betreten des Geländes zogen mich die Klänge von Waldkauz hin zur ersten Bühne, die den schönen Tag nutzten, vor Ort große Teile ihres mittlerweile erschienenen, neuen Musikvideos zu "Baba Jaga" zu drehen. Waldkauz live sind immer wieder eine große Freude, weswegen ich es sehr schade fand, dass ich sie aufgrund des großen Angebots an Programmpunkten, die ich auch noch sehen wollte, nicht so oft anschauen konnte, wie ich gerne gewollt hätte.

Nina von Waldkauz

Nach dem Waldkauz-Auftritt hätte ich mich eigentlich auf den Weg machen wollen, meine Freundin zu suchen, die separat angereist war. Aber nun standen auf der selben Bühne Faey auf dem Programm, und so blieb ich irgendwie hängen. Ich mag Faey mit ihrer so unglaublich positiven Musik einfach unglaublich gerne und bei ihren Konzerten zaubern mir zudem die sympathischen Bühnenansagen der Musiker immer wieder ein bleibendes Lächeln ins Gesicht. 

Jürgen von Faey

Im Anschluss an diesen Auftritt machte ich mich dann aber tatsächlich endlich auf die Suche nach meiner Freundin und fand sie glücklicherweise auch recht bald. Zu zweit macht so eine Veranstaltung auf Dauer eben doch deutlich mehr Freude als allein. Wir inspizierten das Gelände, blieben mal vor dieser, mal vor jener Bühne hängen. Schön war es zum Beispiel, beim Auftritt von Ganaim vor der großen Bühne im Gras zu liegen und den schönen Irish Folk Klängen zu lauschen.

Und irgendwann war es dann Zeit für das große Abendkonzert meiner Lieblingsband Faun. Dieses war für mich natürlich wie immer ein absolutes Highlight. Ich ergatterte einen ziemlich guten Platz und nutze den langen, hellen Sommerabend, der es auch mir mit meiner ganz gewöhnlichen, aber heißgeliebten Kamera ermöglichte, ein paar schöne Fotos zu schießen.

Fiona von Faun

Zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann später noch ein beeindruckendes, großes Feuerspektakel, bevor es - diesmal gemeinsam - auf den Heimweg ging, den Kopf voller Eindrücke von einem schönen Tag im (phantastischen) Mittelalter.

Und weil es so schön ist, gibt es hier als Rausschmeißer noch oben erwähntes Waldkauz-Video:


Samstag, 9. September 2017

Adieu MPS - mein Besuch auf dem wohl letzten Wassenberger Mittelalterspektakel

Obwohl das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg für mich rein geografisch betrachtet der nächste Termin der ganzen Veranstaltungsreihe ist, hat es mich in der Vergangenheit auffällig selten dorthin verschlagen. Grund dafür war stets die schlechte Anbindung an de öffentlichen Nahverkehr: Wassenberg hat keinen Bahnhof, und die Busverbindungen sind - insbesondere ab dem frühen Abend äußerst überschaubar bis nicht mehr existent. Doch dieses Jahr gab es gute Gründe, noch einmal hinzufahren, steht das MPS Wassenberg doch auf der Liste der Termine, die in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Und dann hatte sich mit Faun in diesem Jahr auch noch meine Lieblingsband angekündigt.

Ich besuchte die Veranstaltung mit meiner Mutter, die schon seit Jahren kein MPS mehr gesehen hatte, weswegen wir den Tag mit einem Geländerundgang begannen. Es ist als regelmäßiger MPS-Besucher wirklich schön, eine dieser Veranstaltungen mal mit jemand szenefremdem zu besuchen, da man so selbst alles noch einmal mit neuen Augen sehen kann. So kam es dann sogar dazu, dass ich erstmalig in meiner mittlerweile auch schon fast zehnjährigen Mittelaltermarkt-Liebe beim Mäuseroulette teilnahm - und prompt gewann!

Von den an diesem Tag aufspielenden Bands schauten wir uns tatsächlich alle kürzer oder länger an - Cultus Ferox sogar mehrmals, da die es meiner Mutter an jenem Tag angetan hatten. Auch Versengold vermochten zu begeistern, sebst wenn wir die leider nur einmal im Zeitplan unterbringen konnten.

Cultus Ferox

Auf der kleinen Bühne schauten wir uns die Cobblestones an. Bei Saor Patrol blieb es eher bei einer Stippvisite - irgendwann muss man schließlich auch was essen. Mit leckeren Schmachtlappen vom Bäcker bewaffnet ließen wir uns auf einer Bank in einer ruhigen Ecke des schönen Geländes rund um die Burg Wassenberg nieder und beobachteten eine Zeitlang einfach die vorbeiziehenden Leute. Das Wetter war toll, das Gelände gut besucht, jedoch zum Glück nicht überlaufen. Später, quasi als Nachtisch, gönnten wir uns dann noch einen köstlichen Baumstriezel mit Zucker und Zimt. Einfach zu wunderbar, die Teile!

Ein bekanntes, aber ungewohntes Gesicht als Vertretung für Pínto bei Versengold

Irgendwie war es mir tatsächlich gelungen, meine Mutter zu überreden, den üblichen Zirkus mitzumachen, den es eben mitzumachen gilt, wenn man Faun aus der ersten Reihe erleben möchte. Ich denke, sie hat es nicht bereut. Es wurde wieder ein wunderschönes Faun-Konzert, mit zahlreichen Stücken vom aktuellen Album "Midgard" - darunter auch "Odin", welches auch ohne die musikalische Unterstützung von Einar Selvik einfach magisch ist - aber auch guten, alten Bekannten wie "Iyansa", welches seine Faszination auf mich wohl niemals verlieren wird.

Faun

So ein Faun-Konzert ist immer der perfekte Abschluss für einen MPS-Tag, und so machten wir uns im Anschluss auch ganz gemächlich auf den Heimweg, selbst wenn das Programm noch eine Weile weiterging. Auf dem Weg zum Ausgang verweilten wir kurz beim Feuerspektakel, welches aber leider winzig klein war und nicht das Highlight, was es auf größeren Terminen der Veranstaltung zu sein pflegt und welches ich meiner Mutter sehr gerne gezeigt hätte.

Vom Parkplatz aus warf ich einen letzten Blick zurück. Der Mond hing schön und hell über der idyllischen nächtlichen Silhouette von Wassenberg. Da wurde ich doch etwas wehmütig, dass dies vermutlich mein letzter Ausflug ins Wassenberger Mittelalter gewesen sein wird.

Montag, 20. Februar 2017

Rastaban auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

So, nach nur fast zwei Monaten liefere ich heute dann endlich mal den letzten noch ausstehenden Bericht aus dem vergangenen Jahr nach... *dumdidum*

Am 29. Dezember verschlug es mich noch ein letztes Mal nach Dortmund auf den Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt. Dort war für diesen Tag nämlich ein ganz besonderes Konzert angesetzt. Die Belgier von Rastaban hatten nämlich nicht nur ihren ersten MPS-Auftritt, sondern gleich ihr erstes Deutschland-Konzert überhaupt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte!

Das Konzert fand im von mir eigentlich nicht so hochgeschätzten Zelt statt, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Beim Warten auf den Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Rundblick auf das versammelte Publikum. Da gab es einige neue Gesichter zu sehen, die vermutlich ebenfalls nur für Rastaban angereist waren. Auch hörte man an diesem Tag im Zelt deutlich mehr Französisch als sonst. Doch auch gut bekannte Gesichter hatten sich versammelt, um die neue Band auf dem MPS Willkommen zu heißen.

Rastaban begannen schließlich ganz pünktlich, und brachen mit ihrem mitreißenden Tribal Folk schnell das Eis und zeigten, dass sie auch ein Publikum in Deutschland dazu bringen können, das Tanzbein zu schwingen. Aber mal unteruns: Wer könnte auch allen Ernstes bei Songs wie "Zora" oder "La Gavotte" wie ein Stein vor der Bühne stehen bleiben? ;)

Rastaban in Dortmund

Der Platz vor der Bühne füllte sich während des Konzerts zusehends und die Leute lauschten den Klängen der Band mit großer Freude, ebenso wie den sympathischen Ansagen, für die Slideridoo-Spieler Luka sogar sein beim Fernsehen gesammeltes Deutsch hervorkramte. Am Ende verabschiedeten sich Rastaban unter begeisterten Applaus und ich bin mir sehr sicher, dass sie an diesem Tag doch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen konnten.

Für Leute, die sich gerne selbst ein Bild verschaffen wollen oder da waren und in Erinnerungen schwelgen möchten: (Fast?) das ganze Konzert diesen Tages ist auf youtube zu finden.

Es war ein wirklich durch und durch gelungener Einstand, den Rastaban da auf dem Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt mit den Besuchern feierten. Hoffentlich gibt es für uns Fans in absehbarer Zeit mehr davon auf deutschen Bühnen!

Montag, 28. November 2016

Von bärtigen Männern und besinnlichen Piraten - Der MPS-Lichterweihnachtsmarkt Dortmund, 1. Wochenende

Und schwupp, schon ist der Advent da und mit ihm die Zeit der Weihnachtsmärkte. Ich muss ja zugeben, dass mich normale Märkte dieser Gattung kaum locken können - zu überlaufen ist es mir dort und meinem Gefühl nach steht für immer mehr Besucher nur noch der möglichst exzessive Glühweinkonsum im Vordergrund. Doch zum Glück gibt es ja Alternativen, wie beispielsweise den Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt des MPS im Dortmunder Fredenbaumpark.

Ein wenig trauere ich zwar immernoch der schönen Telgter Location nach, aber nichtsdestotrotz machte ich mich an diesem Eröffnungswochenende gleich zweimal auf den Weg nach Dortmund. Das Programm sprach am Freitag und am Sonntag einfach für sich.

Freitag war eigentlich mehr eine Stippvisite als ein richtiger Besuch. Bei der Ankunft war die Sonne schon untergangen und das Gelände zeigte sich in seiner ganzen nächtlichen Pracht. Was die Beleuchtung angeht, hat man sich nämlich in diesem Jahr wieder nicht lumpen lassen. Angestrahlte Bäume, leuchtende Floße auf dem Teich des Parks und stimmungsvoll illuminierte Heerlager und Stände verbreiteten eine wohlige Stimmung.

Einen kleinen Knacks bekam die Stimmung beim Erreichen der Konzertlocation für diesen Tag. Statt auf der großen Außenbühne fanden die Freitagskonzerte nämlich im Weihnachtszelt statt. Dieses ist zwar durchaus praktisch für eine Veranstaltung so spät im Jahr, schützt es doch vor Regen und übermäßiger Kälte, leider verbreitet sich dort aber auch keine besonders weihnachtliche Stimmung. Man wähnte sich eher ein wenig auf dem Oktoberfest...

Doch da das Programm an diesem Abend stimmte, hieß es schlicht: Rein ins Zelt, Alkoholdünste ertragen, auf vor die Bühne. Dort spielten nämlich Ye Banished Privateers das erste Set ihres Weihnachtsmarkt-Besuchs. Und dieses Set ließ einen die Location bald ohnehin vollständig vergessen, war man doch zu gebannt von den Geschehnissen auf der Bühne. Unser aller Lieblingspiraten hatten für die Besucher auch eine tolle Überraschung mit dabei, nämlich Weihnachtslieder. Aber natürlich nicht irgendwelche, sondern solche, wie sie nur von Piraten gesungen werden. So wurde aus einem allseits bekannten, deutschen Weihnachtsklassiker das stimmungsvolle "Oh Cannonball" und natürlich kam auch nicht mehr der Weihnachtsmann in die Stadt. Vielmehr hieß es dann "Henry Morgan's Coming To Port".


Im übrigen lohnte sich an diesem Wochenende auch ein Besuch beim Merchstand von Ye Banished Privateers. Neben den Artikeln der Band (die allein schon natürlich wert sind, sich dafür tief zu verschulden! ;) ) gab es dort nämlich noch ein ganz besonderes Schmankerl zu erwerben: Den Sexy Beards Kalender 2017!  Das bedeutet: Ein jahr lang jeden Monat ein attraktive Model - unter ihnen Buckteeth Bannock von Mr. Hurley & die Pulveraffen, Bruder Rectus oder auch Blackpowder Pete von Ye Banished Privateers, um nur ein paar zu nennen - welches seinen stolzen Bart zur Schau stellt.

2017 kann kommen!

Sollte das alleine noch nicht als Kaufargument reichen: bei dem ganzen handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Projekt für den guten Zweck, geht doch der komplette Erlös an die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Also: beim nächsten Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt Augen und Ohren nach dem guten Stück offen halten oder bei Facebook einen Blick in die "We want sexy beards!"-Gruppe werfen. ;)

Nach diesem äußerst netten ersten Besuch machte ich am Samstag erstmal eine MPS-Pause (Faul rumgehangen wurde aber auch da nicht, wie ihr im nächsten Beitrag sehen werdet). Am Sonntag ging es dann aber nach einer reichlich kurzen Nacht und mit einer sehr unerquicklichen Anreise wieder nach Dortmund, diesmal für einen richtigen Tagesausflug. An diesem Tag war das Infield geöffnet, der Markt also noch ein Stück größer, und die Konzerte fanden auf der großen Bühne im Freien statt. Bei Licht fand sich an diesem Tag auch endlich die Zeit und Lust, das ganze Geländer näher in Augenschein zu nehmen, darunter auch die faszinierende Schwimmbrücke über den Teich. Den Großteil des Tages fand man sich dann aber doch vor der Bühne wieder, schließlich spielten wieder Ye Banished Privateers, von deren drei Konzerten ich keines verpassen wollte. Mittlerweiele war das Publikum sogar bei den neuen Weihnachtsstücken textfest und sang fröhlich und lautstark mit, sei es bei "Let It Blow" oder der piratigen Version von "Deck The Hall".

Ye Banished Privateers

Es stand aber auch noch eine zweite Band auf der Bühne, nämlich Harmony Glen. Obwohl diese Band schon mehrfach auf Festivals gespielt hatte, die ich besucht habe, gelang es mir am Sonntag erstmalig, sie endlich mal zu sehen. Ein Glück, denn sonst wüsste ich immer noch nicht, was für eine gute Stimmung diese Holländer verbreiten. Die fünf Musiker bezeichnen ihren Stil als Irish Folk Extravaganza, und das beschreibt es auch ziemlich gut. Beschwingte Folktunes, Traditionals und eigene Stücke mit oder ohne männlichen und weiblichen Gesang, alles im Repertoire. Die Band schien richtig gut drauf und verbreitete großartige Stimmung, das Dabeisein und Zuhören machte einfach Spaß.

Harmony Glen

Nach dem letzten Set von Ye Banished Privateers ging mein Tag auf dem Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt dann aber auch zu Ende. Mittlerweile war ich auch ordentlich durchgefroren, hatte es sich doch an diesem Wochenende ordentlich abgekühlt. Dieses Wochenende bildete jedoch einen schönen Auftakt für die diesjährige Weihnachtsmarkt-Saison. Und der nächste Dortmundbesuch is für kommenden Freitag auch schon fest eingeplant!

Montag, 29. August 2016

Ein Klassiker mit tollem Programm - Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Telgte

Am 13. & 14. August stand mal wieder einer der klassischen MPS-Termine vor der Tür, die ich nach Möglichkeit in jedem Jahr besuche: Telgte nahe Münster. Doch sind normalerweise zwei ganze Tage Pflicht, wurden es diesmal nur zwei kürzere Ausflüge.

Los ging es nach mehrstündiger Anfahrt erst am Nachmittag, pünktlich zum Auftritt von Corvus Corax, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Die Band rührte an diesem Tag kräftig die Werbetrommel für ihr neues Werk "Ars Mystica", welches ich vor einiger Zeit für jarwinbenadar rezensieren durfte (was ich irgendwie vergaß, hier zu posten...) sowie für das anstehende, neue BerlinksiBeat Album. 

Erst danach fanden wir ein wenig Zeit, über das Gelände zu schlendern, welches trotz schon längerer anhaltender Hitze an einigen Stellen ganz schön verschlammt daherkam. Ein ziemlich deutliches Zeichen, wie unglaublich viel Regen zuvor in diesem Sommer gefallen war... An dem Samstag selber war das Wetter dafür richtig schön, es war eine der ersten Festivalnächte, die ich fast durchgängig nur im T-Shirt verbringen konnte.

Nach einer kulinarischen Stärkung hieß es für den Rest des Festivaltages Abschied nehmen von der Freundin, mit der ich dort war. Da wir beide einen ziemlich unterschiedlichen Musikgeschmack haben, standen bei uns beiden völlig andere Bands auf dem Plan.

Für mich stand der Abend im Zeichen des Pagan Folk. Los ging es mit Omnia, die das Publikum schnell dazu brachten, die notdürftig abgedeckte Schlammdecke vor der Bühne mit ausgiebigem Tanzen so richtig aufzuwühlen. Dabei präsentierten sie natürlich auch einige Songs der neuen CD "Prayer", die es bislang nur bei der Band selbst zu kaufen gibt. Da ich Omnia dieses Jahr gar nicht so oft gesehen habe, war es für mich auch eine der ersten Gelegenheiten, sie mit der nach vielen Jahren wieder ins Repertoire aufgenommenen Drehleier erleben zu dürfen, die den Sound der Band um einen tollen Aspekt erweitert.

Im Anschluss hieß es dann wieder, sich ein lauschiges Plätzchen vor der Bühne zu suchen und zu warten. Nach einer Umbaupause und dem Soundcheck folgten nämlich gleich Faun. Allein bleibt man beim Warten auf Faun-Konzerten zum Glück selten lange, und so fand ich mich bald vertieft in ein Gespräch mit meiner netten Nebenfrau. So verging die Zeit bis zum Auftritt der Band rasend schnell. Das Konzert selbst war dann wieder ganz wundervoll. Faun erinnerten sich sogar an das letzte Jahr, wo es während des Konzertes angefangen hatte zu schütten wie aus Eimern und erst mehr als zwei Tage später wieder aufgehört hatte. Die Fans vor der Bühne - eine Freundin & mich eingeschlossen - juckte das damals wenig, die meisten blieben einfach stehen und feierten wie wild weiter. Dafür bedankte sich die Band ein Jahr später noch einmal. Auch in diesem Jahr war die Stimmung im Publikum super, nur dass es diesmal eben eine wunderschöne, laue Sommernacht war. Faun spielten ebenfalls einen neuen Songs - "Nacht des Nordens" - vom zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen neuen Album, aber natürlich auch ganz viele Stücke aus den unterschiedlichsten Phasen ihres langjährigen Schaffens.

Leider das einzige Foto, das ich an diesem Tag gemacht habe: Faun beim Soundcheck

Mit den letzten Tönen des Faun-Konzertes endete auch der erste Tag auf dem MPS in Telgte. Obwohl es für ein MPS ein relativ frühes Ende war, kamen wir erst super spät zur Ruhe und zum Schlafen. Am nächsten Tag war ich darum gar nicht so unglücklich, dass ich nur noch kurz auf das Gelände konnte. Wir fuhren pünktlich zur Eröffnung nach Telgte und sahen uns ein amüsantes Konzert von Mr. Hurley & die Pulveraffen an, danach machte ich mich auf den langen Heimweg. Meine Freundin hielt es, wie ich später erfuhr, auch nicht viel länger aus. Die Müdigkeit hatte uns an diesem Tag wohl sehr fest im Griff. Trotzdem war dieser kurze Sonntag ein hübscher Ausklang für das MPS Telgte 2016.

Montag, 1. August 2016

Friedlich Feiern statt Demonstrieren - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Köln

Nachdem ich dieses Jahr den einen oder anderen ursprünglich fest eingeplanten MPS-Termin habe ausfallen lassen müssen, hat es mich besonders gefreut, dass es wie zum Ausgleich endlich mal wieder nach Köln gehen sollte. Das Gelände am Fühlinger See hatte ich als besonders schön in Erinnerung, nur hatte ich es nach 2011 nicht mehr dorthin geschafft, überschnitt es sich doch alljährlich mit dem Castlefest in Lisse.

Dieses Jahr nun also die Überrschung: das MPS Köln eine Woche vor dem Castlefest! Einem Besuch stand also nichts im Weg. Da es am Fühlinger See schon seit einigen Jahren keine Campsite mehr gibt, wurde der Sonntag als Besuchstag ausgewählt, da man so bis zum an diesem Tag früheren Ende bleiben konnte und trotzdem noch nach Hause kam. Ein bisschen bang wurde es einem nur beim Gedanken an die zahlreichen, ebenfalls an diesem Sonntag stattfindenden Demonstrationen, unter ihnen die Türkische Großdemo sowie Demos rechter und linker Gruppen. Genug Sprengstoff also, um einen als Bahnfahrer die verkehrtechnische Lage den ganzen Tag über sicherheitshalber im Auge behalten zu lassen.

Am Fühlinger See angekommen, stellte sich schnell heraus: das Gelände ist so schön, wie man es in Erinnerung hatte. Heerlager, Stände und sogar zwei der Bühnen vor dem Hintergrund des Sees machen optisch wirklich was her. Wem es danach verlangte, der konnte natürlich auch schwimmen gehen. Einige hartgesottene taten dies auch, obwohl man nicht unbedingt behaupten kann, dass das Wetter dazu einlud. Für die Jahreszeit war es ziemlich frisch und leider gingen auch immer wieder Schauer über dem Gelände nieder. Egal, wir hatten schon MPS-Veranstaltungen mit weitaus schlechterem Wetter!

Musikalisch gönnten wir uns bei diesem Besuch ein bisschen von allem: Sören Vogelsang, Celtica, Weltenkrieger, Saor Patrol, die Cobblestones. Aber vor allem: Ye Banished Privateers! Schon wieder hatten die Schweden Crewmitglieder dabei, die wir noch nicht kannten, darunter sogar einen Sitar-Spieler. Obwohl an diesem Tag auf der Bühne weder ausgepeitscht, gehängt noch erstochen oder ersäuft wurde, waren alle drei Konzerte wieder ein riesiger Spaß, für den wir zeitweise sogar gerne im strömenden Regen stehen blieben (und dabei von der Band fotografiert wurden, der das anscheinend ziemlich verrückt vorkam xD). Songtechnisch blieben keine Wünsche offen, zwei mir vorher noch unbekannte Stücke steigerten die Vorfreude auf das nächste Album noch weiter - was ich vorher für kaum noch möglich gehalten hatte. Und was freue ich mich darauf, die Band schon nächstes Wochenende auf dem schönsten aller Festivals (aka Castlefest) wiederzusehen!

Ye Banished Privateers

Zum Abschluss des MPS-Tages gab es dann noch ein halbes Stündchen vom großen Versengold-Abendkonzert, bevor es Zeit wurde, sich auf den wegen den Demos sicherheitshalber etwas früher geplanten Rückweg zu machen. Trotz des mäßigen Wetters war es sehr schön, wieder einmal das MPS in Köln besuchen zu können.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund, 2. Wochenende

Mit erheblicher Verspätung *verlegen räusper* folgt hier nun doch noch mein Post zum wirklich großartigen zweiten Wochenende, das ich am 10. & 11. Juni (ja, kein Tippfehler ^^) besucht habe. Zu Bückeburg wird es dieses Jahr übrigens leider keine Berichte von mir geben, da ich beide Wochenenden krankheitsbedingt ausfallen lassen musste...

Nun aber zu Dortmund. Zu diesem Wochenende machte ich mich Freitags erstmals in diesem Jahr wieder mit Zeltausrüstung auf den Weg. Drei Tage MPS standen bevor, von denen ich jedoch nur zwei besuchen wollte.

Nach dem Zeltaufbau blieb noch etwas Zeit zur Erholung, bis ich mich mit meiner Freundin und Mitcamperin auf den Weg auf das Gelände machte. Musikalisch gab es schon an diesem Freitag einiges zu sehen. So machten wir uns zunächst auf zu Corvus Corax.

Corvus Corax

Die Herren tragen ihren Ruf als Könige der Spielleute nicht zu unrecht und bieten live immer wieder ein tolles Erlebnis. So auch an diesen Tag, wo es Sänger Castus sogar schon zum Eröffnungskonzert gelang, bei seinem Besuch im Publikum eine stattliche Masse an Tänzern um sich herum zu versammeln, die mit ihm als Lindwurm durch die Gegend zogen.

Einen weiteren Grund zur Freude boten die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers, die wir uns an diesem Wochenende gleich mehrere Male anschauen sollten.

Ye Banished Privateers

Wie fast schon üblich hatten sie auch an diesem Wochenende wieder neue Gesichter mitgebracht - ob es und wohl jemals gelingen wird, die gesamte Crew zu kennen? :D

Bald wurde es dann schon Zeit für das Abendprogramm. Und das hätte mit Omnia und Cesair so schön werden können, eigentlich sogar schön werden müssen. Wäre dem Veranstalter nicht ein ziemlicher Lapsus unterlaufen: beide Bands überschnitten sich, mit fatalen Folgen für die hierzulande noch weitaus unbekannteren Cesair. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass beide Bands einen sehr ähnlichen Fankreis bedienen und mir darum absolut unbegreiflich, wie man sie nebeneinander spielen lassen kann.

Da es nun aber nicht zu ändern war, beschloss ich, mich bei Omnia ausnahmsweise ganz nach hinten zu stellen, um jederzeit gehen zu können. So schaute ich mir die erste Hälfte des Omnia-Konzertes an und wäre liebend gerne auch bis zum Ende geblieben, war es doch meine erste Chance, Omnia wieder mit Drehleier zu bewundern. Außerdem spielten sie an diesem Abend einige Songs ihres mittlerweile erschienenen neuen Albums "Prayer", darunter das ungewöhnliche, aber wirklich faszinierende "Alan Lee Tango". Trotzdem raffte ich mich einige Minuten vor Beginn des Cesair-Konzerts auf und wechselte zu deren Bühne. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.

Omnia

Fünf Minuten vor Konzertbeginn erwartete mich bei Cesair gähnende Leere und auch nach Beginn des Konzertes blieb es relativ leer, bis Omnia ihr Set beendet hatten und plötzlich scharenweise Menschen einfielen. Trotzdem war es von Anfang an ein bemerkenswertes Konzert. Cesair sind eine tolle Liveband, die meinem Gefühl nach jedes Mal besser wird. Sie hatten diesmal auch einige spannende musikalische Gäste dabei, nämlich Jyoti Verhoeff als zusätzliche Stimme und Fanny von Brisinga an der Harfe. Am Ende enterte - selbst für die Band unerwartete - noch Joris von Leaves' Eyes die Bühne. Durch das zu Beginn fehlende Publikum entstand nicht jene für Deutschland so typische Situation, dass alle wie die Ölsardinen stehen, um möglichst vorne zu stehen, sondern den Leuten blieb richtig viel Platz zum Tanzen, den sie auch gerne nutzten. So kann man wohl sagen, dass sowohl Band als auch Publikum das Beste (und zwar was richtig Gutes!) aus einer an sich eher mäßigen Situation gemacht haben.

Cesair

Ausklingen ließen wir den wunderschön lauene Sommerabend im Anschluss noch beim Nachtkonzert von Ye Banished Privateers. Glücklich und heiser gesungen ging es dann zurück ins Zelt.

Auch am Samstag stand uns wieder ein volles Programm bevor. Wir eröffneten den Tag mit Vroudenspil, die in Toppform waren und gleich zu Beginn gute Stimmung verbreiteten.

Vroudenspil

Musikalisch hervorheben möchte ich aber ganz besonders zwei Bands: Waldkauz und Faun, die zu meiner großen Freude auch noch direkt hintereinander auf der selben Bühne auftraten. So begaben wir uns zum Waldkauz-Nachmittagskonzert an den angenehm schattigen Ort des Geschehens und blieben einfach gleich bis zum späten Abend dort stehen. :D

Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal erwähnt, wie sehr ich Waldkauz mag. Auch in Dortmund konnten sie mich mit ihren Qualitäten als Liveband wieder vollstens überzeugen. Mittlerweile wurden die Songs ihres ersten Albums schon durch einige neue Lieder ergänzt, die große Lust auf neues Studiomaterial machen. Die Stimmung bei diesem nachmittäglichen Konzert war insgesamt sehr gut. Nach der viel zu langen Zeit des Regen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und die Leute tanzten ausgelassen, oftmals barfuß, unter den Bäumen, die die Bühne umgaben.

Waldkauz

Viel zu schnell war das Konzert vorbei und man fand sich wartend wieder, stand doch vor dem Auftritt von Faun (für uns der erste in diesem Jahr!) noch der Bühnenumbau. Also: eine Stunde warten. Denn wo man einmal so schön vorne stand, wollte man diesen Platz natürlich gerne behalten...

Irgendwann war die Pause dann auch endlich vorbei und Faun betraten die Bühne, um an diesem wunderschönen Sommerabend ihr Konzert zu spielen. Und obwohl ich Faun mittlerweile so oft gesehen habe, war es wieder überwältigend gut. Neue Lieder gab es an diesem Abend leider noch keine zu hören, aber dafür einen schönen Querschnitt durch die langjährige Geschichte der Band. Auch die Faune selbst wirkten äußerst gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Irgendwer aus dem Publikum schenkte ihnen ein Stück Melone, das zu essen während des Konzertes nicht so gut gelang, dafür aber sofort nach Abschluss des Auftritts wieder in Angriff genommen wurde. Nach einem solchen Konzert weiß ich immer wieder ganz genau, warum ich Faun schon seit so vielen Jahren meine Lieblingsband nenne. ♥

 Faun

Nach dem Auftritt stand noch ein kurzer Besuch am Faun-Merchzelt an. Sänger Oliver hatte gerade sein drittes Buch "Wanderlust" veröffentlicht, welches es an diesem Wochenende zum ersten Mal zu kaufen gab. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an diesem Wochenende nichts auszugeben, konnte ich diesen Vorsatz nach einer solchen Ankündigung natürlich nicht mehr einhalten. :D Vielleicht stelle ich das Buch ja demnächst mal hier vor. Gelesen habe ich es natürlich längst. ^^

Den Samstag ließen wir dann ausnahmsweise mal nicht bei einem Konzert ausklingen, sondern beim großen Feuerspektakel. Wieder begaben wir uns früh zum Ort des Geschehens und konnten uns so Plätze in der ersten Reihe sichern. So mussten wir zwar eine ganze Weile rumsitzen, hatten dann jedoch einen tollen Blick auf die beeindruckende Show. Besonders Danse Infernale ließen mich regelrecht mit offenem Mund dastehen, so schön anzusehen war das Ganze!

Obwohl das MPS am Sonntag noch weiterging, fuhr ich, nachdem ich ausgeschlafen hatte, nach Hause. Keiner meiner Freunde war an diesem Tag noch vor Ort, und alleine hatte ich dann auch keine Lust mehr. Ich verließ das Gelände mit großer Vorfreude auf das kurz bevorstehende MPS in Bückeburg, das ich dann ja leider wegen einer doofer Bronchitis nicht besuchen konnte. :( Diesen Sonntag ist dafür eine Fahrt zum MPS nach Köln geplant. Ich hoffe so sehr, dass das klappt und uns nicht die zahlreichen, für diesen Tag angekündigten Großdemos in der Stadt noch einen tüchtigen Strich durch die Rechnung zu machen versuchen... Drückt mir die Daumen!