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Samstag, 2. Januar 2021

Auf ein besseres Jahr 2021

So, zwar bin ich mit den Berichten aus dem vergangenen Jahr im Endeffekt nicht rechtzeitig zum Jahreswechsel fertig geworden, aber da man einen Neujahrsgruß nicht beliebig nach hinter verschieben kann, ohne dass er völlig überflüssig wird, pausiere ich mal kurz und wünsche an dieser Stelle allen Lesern ein frohes neues Jahr.

So ein Jahreswechsel ist auch immer der geeignete Zeitpunkt für einen Blick zurück, und zu 2020 gibt es nun ja wirklich so einiges zu sagen. Aus meiner Perspektive leider das wenigste gut. Ganz ehrlich: ich habe dieses Jahr gehasst. Anfang des Jahres war ich zuversichtlich wie schon lange nicht: Festanstellung, das Studium machte endlich gute Fortschritte Richtung Abschluss, der Kalender war gut gefüllt mit allerlei großartigen Plänen. Was dann passierte, wissen wir ja alle nur zu gut. 

In der ersten Zeit nach dem Ausbruch von Corona war ich wie gelähmt. Konzerte, Mittelaltermärkte, Conventions - das sind für mich die Gelegenheiten, einen Ausgleich zum Alltag zu finden, meine Freunde zu treffen, mich am rechten Platz zu fühlen. Nicht nur, dass dies alles plötzlich wegfiel, nein, ich musste auch noch zusehen, wie sträflich Politik und Gesellschaft den gesamten kulturellen Sektor behandelten. "Nicht systemrelevant" war und ist bis heute vielfach das Urteil. Ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung dieses Landes scheint kein Problem zu haben mit einem Leben ohne Kultur. Ich empfinde das als einfach nur arm und die geringschätzigen, engstirnigen Ansichten solcher Subjekte haben mich in diesem Jahr mehr als nur einmal zur Weißglut gebracht.

 


Lange habe ich nach einem Ausgleich für mein verschwundenes Leben gesucht, gefunden habe ich ihn bis heute nicht wirklich. Während viele erfreut berichteten, wie viel Zeit sie nun zum Lesen hätten, hatte ich plötzlich kaum noch Lust dazu. Einen Haufen Mangas habe ich gelesen und irgendwann im Herbst Light Novels für mich entdeckt, aber ansonsten? Für meine Verhältnisse erschreckend wenig. Es war, als hätte mir dieses Jahr sämtliche Motivation ausgesaugt.

Was noch am ehsten als Kompensation taugt, sind Videospiele. Ganz ehrlich: so viel habe ich schon seit meiner Jugend nicht mehr gespielt. Und immerhin in dem Bereich war es auch ein wirklich gutes Jahr mit vielen, vielversprechenden Neuerscheinungen. Mein aktueller Favorit, mit dem ich in der freien Zeit zwischen den Jahren Stunden über Stunden am PC verbracht habe: Genshin Impact! Einfach wunderbar, endlich mal wieder ein derart fesselndes Spiel entdeckt zu haben, das mich wohl auch noch lange beschäftigen wird.

Und 2021? Im Gegensatz zum vergangenen Jahr habe ich dieses Jahr nur eine Hoffnung: dass es nicht so besch....eiden wird wie sein Vorgänger. Für meine Hobbies seh ich hingegen weiterhin schwarz, ganz besonders, wenn ich mir das aktuelle Impftempo in diesem Land anschaue. Also verharre ich weiter in Wartestellung und nutze jede sich mir bietende Lockerung. Convention mit durchgehender Maskenpflicht? Bin dabei! Bestuhltes Konzert mit Abstandsregelung? Immer her damit! In den Wintermonaten ist nun leider an nichts davon zu denken. Ich habe mir fest vorgenommen, die Zeit zu nutzen und mich einigen Aufgaben zu widmen, die in den ereignisreichen Zeiten vor Corona immer auf der Strecke geblieben sind, und aktuell fühle ich dafür immerhin auch ein einigermaßen ausreichendes Level an Energie. Hoffentlich bleibt das auch so, damit sich nicht noch ein Jahr wie eine komplette Zeitverschwendung anfühlt.

Montag, 30. März 2020

Dies und das: Kleiner Exkurs zur aktuellen Lage

Ich weiß, ich weiß - eigentlich stecke ich noch mitten in der Berichterstattung des letzten Jahres. Diese werde ich nun aber ganz entgegen meiner Gewohnheit einmal unterbrechen, um ein paar Worte zur aktuellen Situation zu verlieren. 

Eigentlich dachte ich, 2020 wäre auf dem besten Weg, ein ziemlich gutes Jahr zu werden. Ich hatte einen Haufen toller Sachen geplant, auf die ich mich so richtig gefreut hatte. Seit Anfang des Monats habe ich nun auch endlich einen neuen Computer, mit dem das Bloggen wieder spaßiger werden sollte als mit dem Alten, der am Ende nur noch widerwillig und im Schneckentempo gearbeitet hat. Doch da hat mir das Leben wohl mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schon klar, das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, aber dennoch: Was für eine unglaubliche Scheißsituation ist das denn bitte jetzt?! Mit dem Veranstaltungsverbot ist mein soziales Leben vom einen auf den anderen Tag komplett zusammengebrochen. Alles, worauf ich mich gefreut habe, ist hinfällig - und kein Ende ist in Sicht. Hinzu kommt die massive Unsicherheit in allen anderen Lebenslagen. Das Studium vorantreiben? Derzeit quasi unmöglich, zumal ich ja auch noch mehrere Stunden Zugfahrt von meiner Uni entfernt lebe. Und das zu allem Überfluss auch noch im Kreis Heinsberg, den ja nun mittlerweile jeder kennen sollte. Die Firma, in der ich Anfang des Jahres zu meinem großen Glück fest in Nebeneinstellung übernommen wurde? Ab übermorgen in Kurzarbeit. Mein anderer Job, Zeitungsbote, fällt ganz aus, mindestens drei Wochen wird es wegen fehlender Anzeigenkunden keine Ausgabe geben. Für mich bedeutet das dann natürlich auch keinerlei Einkünfte. Aber hauptsache, genau jetzt steht die erste deutlich (!) erhöhte Rückzahlungsrate beim Bafög an. Kurz gesagt: es ging mir schonmal besser.

Und dann ist da noch eine Sache, die mir Sorgen macht. Schaltet man den Fernseher, das Radio, den Computer an, gibt es überall nur ein Thema: Corona. Klar, das ist kein Wunder, schließlich betrifft es uns alle massiv. Woran ich mich eher stoße ist, dass in der Öffentlichkeit fast alle exakt die gleiche Meinung vertreten. Wagt es beispielsweise jemand, die sich ständig in teils kopfloser Panik wandelnden Maßnahmen anzuzweifeln oder zu kritisieren, wird er/sie gleich aufs Übelste beleidigt und niedergemacht. Ganz egal, was er oder sie für Argumente vorlegt. In Internetdebatten ist diese Null-Toleranz-Haltung anderen Standpunkten gegenüber ja schon länger Standard, aber im Rahmen der Corona-Berichterstattung sehe ich sie auch von den Medien zu großen Teilen als kritiklos angenommen. Es kommt mir vor, als wäre ich in einer landesweit agierenden Sekte gelandet, mit entzückenden, selbstgemalten Alles-wird-gut-Regenbogen-Fähnchen als Erkennungszeichen. Oder sehe nur ich es so, dass auch in einer Krisensituation hart erkämpfte demokratische Werte wie die Meinungsfreiheit nicht derart mit Füßen getreten werden dürfen? Die aktuelle Situation ist doch für uns alle neu und keiner hat die Universallösung, wie man am besten durch diese Krise kommt. Also sollte es auch selbstverständlich sein, dass man miteinander diskutiert, Argumente abwägt, gemeinsam nach Wegen sucht. Stattdessen wird nur diktiert, belehrt, verboten. Es wundert mich wirklich, dass dieses Vorgehen nicht bereits auf mehr Widerstand stößt.

Nun, mit dem letzten Absatz habe ich mir sicher nur wenige Freunde gemacht, aber ich musste mir und meinem Unbehagen und Unmut eben auch mal Luft machen. Ich stehe nicht zu hundert Prozent hinter den bisher getroffenen Maßnahmen und habe es satt, mich mit meiner Meinung in der Öffentlichkeit wie ein Verbrecher behandeln lassen zu müssen.

Somit ist dieser Exkurs nun irgendwie doch länger geworden, als ich gedacht hatte. Aber es tut ganz gut, das alles man ausgesprochen zu haben. Und so kann ich mich jetzt auch wieder mit mehr Ruhe den noch ausstehenden Berichten widmen. Ist ja vielleicht auch ganz schön, in diesen Zeiten in Erinnerungen an schöne Erlebnisse zu schwelgen. Schließlich sieht es ganz danach aus, dass wir davon in näherer Zukunft nicht mehr allzu viele haben werden...

Freitag, 27. April 2018

Ein Gespenst geht um in Europa: die DSGVO

Wer sich in den letzten Wochen auch nur mit einem halb geöffneten Auge durch das Internet bewegt hat, an dem dürfte eine bestimmte Buchstabenfolge kaum vorbeigegangen sein: DSGVO, die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung ist derzeit in aller Munde, und sie löst einiges an Schrecken aus. Ein Gefühl, welches auch ich teile.

So, wie die Lage derzeit aussieht, wird diese neue Verordnung, welche am 25. Mai in Kraft treten wird, die Internetlandschaft ganz gehörig verändern. Und das leider nicht im positiven Sinne. Die neue Regelung stellt Blogger und Seitenbetreiber vor ganz erhebliche rechtliche und technische Herausforderungen und - noch viel schlimmer - beschränkt in ihrer derzeitigen Form ganz massiv die künstlerische Freiheit sowie auch die Pressefreiheit.

In den vergangenen zwei Jahren seit der Verabschiedung der Verordnung hatten die EU-Staaten Zeit, sie zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. In Ländern wie Schweden oder bei unseren Nachbarn in Österreich wurde diese Zeit auch genutzt und es wurden vertretbare Regelungen getroffen. In Deutschland jedoch passierte - und das anscheinend auch noch ganz bewusst - nichts. Weswegen die DSGVO hierzulande nun auch wie ein monströses Schreckgespenst vor der Türe steht.

Natürlich ist die Idee hinter der DSGVO, die Daten der Internetnutzer gegen Missbrauch zu schützen, keine schlechte. Nur leider weist die Umsetzung gravierende Lücken und Mängel auf, die die Verordnung in der Realität zu einer Gefahr für viele Menschen machen, die das Internet mit Blogs und Websites aktiv mitgestalten.

Ich spreche nun mal einfach von mir selbst. Mein kleiner Norrsken-Blog ist nun seit 2012 online. Ich habe viel Zeit in die Arbeit darin investiert und hänge doch sehr an ihm. Ein Großteil der Inhalte beschäftigt sich dabei mit den Veranstaltungen, die ich in der Zeit besucht habe. Konzerte, Festivals und Mittelaltermärkte beispielsweise. Auf vielen dieser Veranstaltungen habe ich Fotos gemacht und diese in meinen Beiträgen mit eingebunden. Niemand will schließlich seitenweise Fließtext ohne ein einziges Bild sehen, wenn er einen Veranstaltungsbericht anschaut. Doch das wird nun mit dem Inkrafttreten der DSGVO problematisch, denn die Anfertigung eines Bildes, auf dem Personen zu sehen sind, wird nun zu einer bloßen Datenerhebung erklärt, für die ich eine ausdrückliche Genehmigung eines jeden Abgelichteten benötige. Dies ist natürlich in der Realität kaum umsetzbar.

Nun befinde ich mich also in einer Zwickmühle. Es herrscht momentan allerorten Verwirrung und Unklarheit: Gilt die Verordnung auch rückwirkend für Fotos, die vorher angefertigt wurden? Was ist mit analogen Bildern, die bei der Aufnahme natürlich keine online verwertbaren Daten wie den Standort der Aufnahme speichern? Gibt es Ausnahmen von der Regelung? Bisher stimmte man bei den meisten Großveranstaltungen mit Betreten zu, dass man fotografiert werden konnte, doch diese Regelung scheint nun auch ungültig zu sein. Und stehen nun wieder einmal die Abmahnanwälte in den Startlöchern, um uns alle gewissenlos zu ruinieren?

Für die Konzertfotografie ist die DSGVO in ihrer aktuellen Form jedenfalls ein Desaster. Ausnahmeklauseln, auf die man sich berufen kann, scheint es nur für die institutionalisierte Presse zu geben - und die Konzertfotografie lebt nunmal von Leuten, die in ihrer Freizeit gerne fotografieren, nicht von Profis, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Ich jedenfalls bin verunsichert und etwas ratlos, wie es nach dem 25. Mai weitergehen wird, denn bei mir liegt die Sache nochmal ein kleines bisschen anders als bei den größeren Szeneportalen. Während diese sich möglicherweise zumindest auf ihre Akkreditierungen berufen können (wobei selbst das unklar scheint), habe ich gar nichts. Ich habe bisher einfach von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zu Veranstaltungen, die ich besucht habe, meine Kamera mitzubringen und Fotos zu machen. Ich nutze aber auch ein kostenloses Blogangebot ohne eigene Domain, schalte keine Werbung und verdiene kein Geld mit meinem Blog. Was bedeutet die DSGVO nun also für mich und meine Arbeit? in wieweit betrifft sie mich? Habe ich überhaupt noch irgendwelche Rechte und Möglichkeiten, auch nur Bilder von öffentlichen Persönlichkeiten zu teilen oder kann man mich dafür nun bis in die Steinzeit verklagen? Ich bin absolut überfragt! Und Deutschland möchte die Sache nun einfach den Gerichten überlassen - na schönen Dank auch!

Es kann ja wohl nicht angehen, dass zwei Jahre einfach untätig ins Land ziehen konnten und alle, die außerhalb von institutionalisierten Medien Fotos im Internet veröffentlichen wollen sich nun in jahrelangen, zähen und teuren Rechtsstreits selber mit der Frage auseinandersetzen müssen, was sie in Zukunft noch dürfen und was nicht. Die Unsicherheit und das finanzielle Risiko werden viele zum Aufgeben bewegen und die Medienlandschaft im Internet um einige tolle Angebote ärmer machen.  Bedroht dies nicht die Pressefreiheit? Und ist ein Foto im Zweifelsfall nicht mehr als eine Erhebung von Daten?

Noch ist es möglicherweise nicht ganz zu spät, und es formiert sich im Moment einiges an Widerstand im Internet. Die ganze Angelegenheit benötigt wirklich dringend größere Aufmerksamkeit. Darum bitte ich alle, denen etwas daran liegt, dass das Internet in diesem Land auch in Zukunft bunt und offen bleibt, sich einmal die Zeit zu nehmen, sich mit den Problemen der DSGVO auseinanderzusetzen und beispielsweise folgende Petition zu unterschreiben:

Samstag, 31. März 2018

Ein paar Worte zum PLWM in Dortmund

Meine mittelalterliche Weihnachtsmarktsaison war 2017 erneut eine ziemlich kurze. Sie begann am ersten Adventssamstag mit einem Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt des MPS in Dortmund. Es sollte für dieses Jahr der einzige Besuch dieses Weihnachtsmarktes bleiben.

Anlass für einen Besuch an diesem Wochenende waren Ye Banished Privateers, die unübertroffenen Könige (und Königinnen) des Piraten-Folks. Sie spielten mehrere großartige Konzerte im Infield der Veranstaltung (ein paar Worte dazu folgen noch), bei denen sie auch ihre Weihnachtslieder zum Besten gaben. Schon alleine diese sind bei jedem Mittelalter-Weihnachtsmarkt ein Grund, der Band einen Besuch abzustatten! Es ist in den vergangenen Jahren eine schöne Tradition geworden, dass die Schweden ihr Publikum beim PLWM mit ihren piratigen Interpretationen klassischer Weihnachtslieder wie "Oh Cannonball" oder "Henry Morgan's Coming To Port" erfreuen und auch immer ein neues weihnachtliches Stück präsentieren, was immer für reichlich Lacher und gute Laune sorgt. Neu im Repertoire dieses Jahr war eine Neuinterpretation namens "The Little Rummer Boy". Zum Glück war auch in diesem Jahr wieder jemand so freundlich, das Stück auf Video zu bannen:


Zwischen den Aftritten der Privateers namen wir das Gelände mal genauer unter die Lupe, was jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm, da sich zu den vergangenen Jahren nicht allzu viel verändert hatte. Wir verpflegten uns mit Zyklopenspießen, gebrannten Mandeln und Schneebällen. Dem Musikzelt statteten wir nur einen kurzen Besuch ab. Dort spielten zwar die Cobblestones, aber dort war es vor allem auch verdammt laut und die Luft für meinen Geschmack deutlich zu glühweingeschwängert.

Am Abend unseres Besuches sollten noch die Red Hot Chilli Pipers spielen. Diese hätte ich mir gerne angesehen, jedoch wäre ich dann nicht mehr nach Hause gekommen, wo ich nächsten Tag etwas vorhatte. Somit endete unser Besuch nach dem letzten Auftritt von Ye Banished Privateers.

Es war ein schöner Tag, aber nun muss ich tatsächlich mal etwas beichten: ich bereue es nicht, dass es der einzige Besuch in Dortmund 2017 geblieben ist. Ich werde nämlich einfach nicht warm mit dem PLWM. Es ist wirklich so, dass ich bis heute dem schnuckeligen MPS-Weihnachtsmarkt in Telgte hinterhertrauere. Ich weiß, dass derartige Kritik etwas ist, was Gisi nicht gerne hört, denn er steht voll und ganz hinter seinem schneller-höher-weiter-Kurs der vergangenen Jahre. Ich tue das als Besucher nur begrenzt. Auf dem lauschigen, kleinen Markt in Telgte haben meine Freunde und ich jahrelang ganze Wochenenden zugebracht. Knackiger Frost oder Überschwemmungen konnten uns nicht abhalten, immer und immer wieder dort aufzuschlagen. Das Eintrittsgeld war schmal, die Bühnen klein - doch die Stimmung war so herrlich mittelalterlich und weihnachtlich!

Und nun, in Dortmund, vermisse ich all das. Ich will einen schönen, weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dafür brauche ich keine riesige Festivalbühne, kein beheiztes Bierzelt, keine Bodenplatten gegen Matsch. Ich brauche auch keine 3-Preisstufen-Regelung. 30 Euro, um an einem Samstag den ganzen Markt und drei Bands sehen zu dürfen - das ist ein Luxus, den ich mir maximal einmal in der Saison genehmige, und auch das eher zähneknirschend, steht das Programm doch in keinem Verhätnis zu dem, welches bei den somerlichen MPS-Terminen für einen ähnlichen Preis geboten wird. Und dafür gibt es - gerade in NRW - auch zu viele schöne Alternativen.

Eine solche Alternative bietet beispielsweise das Winterspektakulum auf Burg Altena, welches ich 2017 bereits zum zweiten Mal besucht habe und dessen Besuch eine regelrechte Offenbarung für meine Freundin und mich war. Doch davon mehr im nächsten Post.

Dienstag, 18. Juli 2017

Wo sind all die Bilder hin?

...wo sind sie geblieben?

Genau die gleiche Frage habe ich mir heute Morgen auch gestellt. Da lässt man seinen Blog mal ein paar Tage aus den Augen und - schwupp - ploppen überall hässliche Platzhalter statt der in mühevoller Arbeit über Jahre ausgewählten Bilder auf. 

Eine kurze Recherche hat ergeben, dass die Schuld bei meinem bisherigen Bilderdienst Photobucket zu finden ist. Die haben nämlich ihre Konditionen angepasst und erlauben Gratisnutzern nun nicht mehr, bei ihnen hochgeladene Bilder auf anderen Webseiten darzustellen. Das Ganze kann man rückgängig machen mit einer lapidaren Zahlung von 400 Dollarn. Ich habe sehr herzlich gelacht.

Da Photobucket (zumindest in seiner Gratisversion) in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit teils tagelangen Komplettausfällen und einer krankhaften Werbelast genervt hat, hatte ich schon länger über einen Umzug zu einem anderen Bilderdienst nachgedacht. Nun habe ich hier den endgültigen Umzugsgrund erhalten und werde ab jetzt mein Glück mit Google versuchen. Bietet sich bei einem blogspot-Blog halt auch einfach an...

Jedoch, und nun zum eigentlichen Anlass dieses Postings: Ich betreibe diesen Blog seit mehreren Jahren, es haben sich in der Zeit hunderte Bilder angesammelt. Gerade in der Anfangszeit habe ich diese Bilder auch nicht sortiert, sie fliegen also irgendwo auf meiner Festplatte rum. Und weiter neue Posts verfassen möchte ich natürlich auch. Mit anderen Worten: Es wird vermutlich eine kleine Weile dauern, bis es hier wieder so aussieht, wie es aussehen soll.

Dann stürz ich mich mal ins Gefecht. Danke für diesen Haufen sinnloser Extraarbeit, Photobucket. Ich freu mich schon darauf, wenn dies alles abgeschlossen ist meinen Account zu löschen.

Freitag, 1. Juli 2016

Die Sache mit der Katzenhilfe Aachen

Vorwort: 

So manch einer mag sich gewundert haben, warum es hier in den vergangenen Wochen so ruhig war. Dies lag daran, dass mir vor knapp 2 Wochen eine Auseinandersetzung mit der Katzenhilfe Aachen e.V. die Lust auf schnöde Erlebnisberichte erst einmal genommen hat. Stattdessen nahm ich mir vor, ein paar ernste Worte zu besagtem Vorfall zu schreiben. Wie es aber nun einmal so ist mit ernsten Angelegenheiten, wollen die eigenen Worte da besser genau abgewogen werden. Nachdem ich also lange überlegt habe, was ich schreibe und wie ich es schreibe, kommt hier nun meine Auseinandersetzung mit dem Thema:

Zur Vorgeschichte:

Alles ging los, als vor etwa anderthalb Jahren plötzlich immer häufiger eine magere Katze in unserem Garten auftauchte. Über unseren Kater hatte sie wohl mitbekommen, dass es bei uns Futter zu holen gibt. Da sie wirklich arg abgemagert aussah, verwehrten wir ihr den Zugang zum Futter natürlich auch nicht. Irgendwann brachten wir in Erfahrung, dass es sich gar nicht um eine streunende Katze handelte. Sie gehörte ein paar Häuser weiter wohnenden Nachbarn, die sich aber offensichtlich nicht richtig um sie kümmerten. Also fütterten wir sie weiter. Im vergangenen Frühjahr fing die Sache dann aber an, problematisch zu werden. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Katze auch nicht kastriert war. Zweimal bescherte sie uns in diesem Jahr Nachwuchs, den wir versorgten, entwurmten und schließlich vermittelten. Einen kleinen Kater aus dem zweiten Wurf behielten wir selbst. Gespräche mit den eigentlichen Besitzern der Katze führten zu nichts. Im Herbst zogen sie weg und ließen die Katze zurück. Damit hätten wir nun eigentlich freie Hand gehabt, sie zu kastrieren, was sich jedoch als schwierig herausstellte. Machte man einen Tierarzttermin, war nie sicher, ob die Katze rechtzeitig auffindbar sein würde. Ob und wie wir sie in eine Transportbox bekommen würden, war uns ebenfalls nicht ganz klar. Im Winter schien sich das Problem dann jedoch von allein geregelt zu haben, denn die Katze tauchte mehrere Monate lang so gut wie gar nicht mehr bei uns auf. Wir freuten uns, dass sie anscheinend ein neues Zuhause gefunden hatte, denn bei uns hatte längerfristig die Situation zwischen unseren beiden Katern und der zugelaufenen Katze für Spannungen gesorgt. Die Katze betrachtete unseren Garten als ihr Heim und hätte die beiden Kater liebend gerne vertrieben. Als es Frühjahr wurde, stand die Katze jedoch plötzlich wieder regelmäßig vor unserer Tür - trächtig. So kann es nicht weitergehen, dachten wir uns, und baten die Katzenhilfe Aachen e.V. um Rat...

Der Einsatz der Katzenhilfe:

Die Kätzchen aus dem neuen Wurf waren etwa sieben Wochen alt, als uns die Katzenhilfe besuchte. Die freundliche Dame, die hier war, nahm die Katze und ihre Kleinen mit. Auf unser Angebot, wir könnten uns gerne auch noch die letzten zwei bis drei Wochen, bis die Kätzchen alt genug zur Vermittlung seien, um sie kümmern, wies sie zurück. Die Katzenhilfe wollte die Vermittlung gerne selber in die Hand nehmen. Die Katzenmutter sollte nach der Vermittlung von ihnen kastriert und nach Möglichkeit vermittelt werden. Sollte eine Vermittlung nicht möglich sein, erklärten wir uns bereit, die Katze wieder bei uns zu versorgen. Auf unseren Einwand, dass eines der Kätzchen bereits einer Freundin von mir versprochen sei, betonte sie, dass dies kein Problem sei. Meine Freundin solle Kontakt zur Katzenhilfe aufnehmen und man würde ihr das besagte Kätzchen reservieren. Die Kontaktaufnahme klappte auch problemlos, schon kurz nach der Abholung der Tiere konnte sie die Pflegestelle besuchen, in der die Kleinen anfangs untergebracht waren - in der sie jedoch nicht bis zu ihrer Vermittlung verbleiben durften. Meine Freundin teilte der Katzenhilfe zur Eintragung in den Impfpass den ausgesuchten Namen für das Kätzchen mit, besorgte sich die nötige Ausstattung zur Aufnahme einer Katze und bekam bald einen Abholtermin zugeteilt: den 19. Juni. Am Abend des 16. Juni fand meine Freundin dann jedoch  eine Nachricht von der Katzenhilfe Aachen auf ihrer Mailbox. Diese stammte von der zweiten Vorsitzenden des Vereins, mit der keiner von uns bis zu diesem Zeitpunkt Kontakt gehabt hatte. In dieser Nachricht teilte sie mit, dass man meiner Freundin die Katze nicht geben würde, weil man generell keine einzelnen Kätzchen vermitteln würde. Im selben Atemzug verabschiedete sie sich für eine Woche in den Urlaub. Natürlich versuchten daraufhin sowohl meine Familie als auch meine Freundin krampfhaft, noch jemanden bei der Katzenhilfe zu erreichen. Die besagte zweite Vorsitzende war nicht mehr zu erreichen oder ließ sich verleugnen, der ans Telefon gehende Beisitzer konnte nicht weiterhelfen. Meiner Mutter gelang es schließlich am nächsten Morgen, die Frau zu erreichen, bei der sich die Katzen vorher in Pflege befunden hatten. Dort ließ sich dann nur noch feststellen, dass alle Kätzchen weg seien. Einige müde Ausreden und Entschuldigungen später sicherte man meiner Freundin zu, dass man ihr gerne ihre Ausgaben ersetzen würde. Als ginge es bei der ganzen Sache ums Geld!

So weit zu diesem Vorfall. In der sich anschließenden Zeit haben meine Freundin und ich viel über den Vorfall geredet und es hat lange gedauert, bis ich bei der Erwähnung des Wortes „Katzenhilfe“ nicht mehr automatisch einem Wutausbruch nahe war. Trotzdem kamen wir schnell zu dem Schluss, dass dieser Fall nicht ungehört und ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen verhallen sollte. Für mich als Blogger lag es da nah, dieses Medium für meine Kritik zu benutzen. Um diesen Fall nun für mich langsam zu einem Abschluss zu bringen, möchte ich mich zu guter Letzt noch mit ein paar Worten in Form eines offenen Briefes an die Verantwortlichen der Katzenhilfe selbst wenden. Eine förmliche Beschwerde gegen das Verhalten der Katzenhilfe wurde im Übrigen bereits von meiner Freundin eingereicht.

Die Beschwerde:

Sehr geehrte Damen und Herren von der Katzenhilfe Aachen e.V,

es macht mich traurig hier zu sitzen und diese Zeilen verfassen zu müssen, aber leider sehe ich keinen anderen Weg. Waren wir anfangs unheimlich erleichtert, dass wir von Ihnen Hilfe bei unseren Problemen mit der uns zugelaufenen Katze erhielten und durchaus angetan von dem freundlichen Kontakt, spüre zumindest ich heute nun nur noch Enttäuschung und Wut. So geht man doch einfach nicht mit Menschen um!

Sowohl meine Freundin als auch ich sehen ein, dass Sie die eine Vermittlung von mindestens zwei jungen Katzen gemeinsam bevorzugen. Meine Freundin wäre auch durchaus dazu bereit gewesen, noch eine zweite Katze aufzunehmen - wenn man sie denn beizeiten darauf hingewiesen hätte, dass dies gewünscht ist! 

Als bodenlose Unverschämtheit betrachte ich die Art und Weise, wie Sie diesen "Fall" für sich am Ende geregelt haben. Sie haben meine Freundin wochenlang in dem Glauben gelassen, sie könne ohne Probleme ihre Katze abholen, haben zugelassen, dass sie der Katze einen Namen gibt und sie eine Ausstattung anschaffen lassen. Sie haben zugelassen, dass eine emotionale Bindung entsteht und eine konkrete Vorfreude auf den Einzug ebenjener Katze entstehen konnte. All dies haben Sie dann gerade einmal drei Tage vor dem verbindlich vereinbarten Abholtermin zerstört, und dies wohl auf die feigste Art, die man sich ausdenken konnte, per Mailboxnachricht an einem Donnerstagabend. Mit dem Hinweis, ab sofort im Urlaub und darum vorerst nicht mehr erreichbar zu sein. Und dem Wissen, dass auch der Telefondienst erst in der nächsten Woche wieder besetzt sein würde. 

Ich kann mich nur wiederholen: So geht man einfach nicht mit Menschen um! 

Bei meiner Freundin sind mittlerweile dennoch zwei junge Katzen eingezogen. Die Vermittlung lief über einen Privatkontakt. Begründung: einen solchen Heckmeck wie mit der Katzenhilfe wolle sie nicht ein zweites Mal erleben. Ich kann sie verstehen.

Mit mäßig freundlichen Grüßen,

Victoria Eckwerth