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Montag, 21. September 2020

Dinos auf dem Weihnachtsmarkt - der PLWM in Dortmund

Erst kam ich mir ein wenig dumm vor, jetzt, bei einer Außentemperatur von knapp 30°C meine Erlebnisse aus der letzten Weihnachtssaison zu teilen, aber da hängt meiner Berichterstattung nun einmal. Und da mir der freundliche Discounter um die Ecke nun schon Weihnachts-Schoki als Wintertraum-Süßwaren unterjubeln will, fühl ich mich plötzlich nur noch halb so verpflichtet, irgendwem irgendwas zu erklären. ;)

Nun gut, auch im vergangenen Jahr lud MPS-Veranstalter Gisbert Hiller wieder zum Phantastischen Lichter Weihnachtsmarkt in den Dortmunder Fredenbaumpark - und allem "Telgte-war-aber-immer-viel-schöner"-Gemurre zum Trotz sind wir auch in diesem Jahr seinem Ruf wieder gefolgt. Und das sogar zweimal. :D

Da es nun aber schon so lange her ist und ich einmal auch gar keine Kamera dabei hatte, fasse ich meine Erlebnisse einfach mal zu einem Post zusammen. Der Markt an sich war so, wie man ihn aus den vergangenen Jahre kennengelernt hatte und wir nutzten unsere Rundgänge wie üblich hauptsächlich, um das leckere, kulinarische Angebot auszukosten (und in meinem Fall auch, um sich beim MPS-Stand noch mit der einen oder anderen Restbestands der Miroque-CDs einzudecken - wie ich deren Stand noch heute vermisse... u_u). 

Auch das musikalische Programm ließen wir natürlich nicht links liegen. Besonders hervorzuheben sind dabei wie in jedem Jahr Ye Banished Privateers, die auf dem PLWM neben ihren normalen Songs auch stets einige piratige Weihnachtssongs im Gepäck haben - und jedes Jahr kommt ein neuer hinzu, was für eine schöne Tradition! Außerdem durften wir noch den Klängen der Niederländer von Harmony Glen sowie Rapalje lauschen und hatten großen Spaß beim Auftritt von MacCabe & Kanaka, die an diesem Tag irgendwie Mr. Kanaka verloren hatten, aber trotzdem ein sehr stimmungsvolles Konzert ablieferten.

 

Der PLWM in der Abenddämmerung

So richtig schön wird der PLWM ja - da ist man sich weit und breit ziemlich einig - eh erst nach Sonnenuntergang. Da wurden auch im vergangenen Jahr wieder die Bäume illuminiert und der parkeigene See in ein Kerzenmeer verwandelt, was immer wieder ein wunderschöner Anblick ist.

Bei der letzten Auflage kam aber noch eine neue Attraktion hinzu: der Dinopark! Bereits auf dem Sommer-MPS in Bückeburg war Veranstalter Gisi ja auf den Dino gekommen, und dieses Thema setzte sich nun auf dem PLWM mit einem ganzen Dinobereich fort. Auch hier lohnte es sich, bis nach Sonnenuntergang zu warten, und bei einem unserer Besuche hing sogar noch Nebel in der Luft, was dem ganzen einen leicht unheimlichen Touch verlieh. 

Im Dunkeln sehen die Dinos mal so richtig lebensecht aus!

Obwohl das Wetter ja die gesamte Weihnachtsmarkt-Saison hindurch eher unwinterlich war, hatte ich zwei ziemlich schöne Tage auf dem PLWM. Dieses Jahr wäre ich garantiert wieder hingegangen, doch ob ein Markt in diesem Jahr durchführbar sein wird und in welcher Form steht natürlich aktuell noch in den Sternen. Dabei sehnt man sich doch gerade in einem solchen Schietjahr nach ein paar kleinen Lichtblicken.  

Dienstag, 18. Juni 2019

Karibische Weihnachten: der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund

Ich hatte Dortmund nach der German Comic Con kaum verlassen, als es am nächsten Tag schon wieder zurück dorthin ging. Dieses Mal war mein Ziel jedoch der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark. Als die Veranstaltung vor einigen Jahren noch in Telgte stattfand, haben meine Freunde und ich in der Vorweihnachtszeit fast dort gewohnt, doch seit dem Umzug nach Dortmund sind die Besuche leider viel seltener geworden. So sollte es an diesem 2. Dezember auch unser einziger Besuch für 2018 bleiben.

Es lockten wieder einmal unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers. Seit ein paar Jahren ist es gute Tradition, dass die Schweden auf dem MPS-Weihnachtsmarkt aufspielen und als ganz besonderes Schmankerl jedes Jahr ein neues, piratiges Weihnachtslied mitbringen. Das alleine schon ist immer einen Besuch wert. Nach Hits wie "Henry Morgan's Coming To Port" oder "Oh Cannonball" beglückte die Band uns in diesem Winter mit "Ring The Bells". Das Ganze war jedenfalls wieder ein großer Spaß - und wer weiß, wenn die Tradition fortgesetzt wird, haben wir vielleicht in ein paar Jahren die erste Piraten-Weihnachtsplatte der Welt vorliegen, die unser aller Weihnachtsfest musikalisch sicher sehr bereichern wird! :P


Zwischen den Konzerten blieb reichlich Zeit, um das Gelände zu inspizieren. Viel hatte sich nicht verändert. Für gutes Essen war wie üblich alleorten gesorgt, von Hanffladen bis gebrannte Mandeln war für jeden Geschmack, Hungergrad und Geldbeutel etwas dabei. Auch wer sich neu mittelalterlich einkleiden wollte oder auf der Suche nach dem einen oder anderen neuen Schmuckstück war, musste nicht lange suchen. Wem es kalt wurde, der konnte sich in einem Zelt aufwärmen oder sich mit einem alkoholischen oder auch alkoholfreien Heißgetränk eindecken.

Trotzdem fällt es mir, insbesondere während des Tages, jedes Mal wieder schwer, dem Gelände etwas abzugewinnen. Und ich weiß, dass es vielen, die sich noch an Telgte erinnern, ähnlich geht. Der Aufbau des Marktes ist weitestgehend unromantisch quadratisch, praktisch gut, wenig mittelalterliche Matten gegen den Schlamm inklusive. [Und ja, ich zähle zu den Puristen, die sich nie über den Schlamm beschwert, sondern ihn als gegeben hingenommen haben. Einige meiner schönsten MPS-Erlebnisse endeten mit nassen Füßen, versauten Schuhen und Schlamm bis zu den Knien ^^]. Das Zelt hat für mich zu viel Oktoberfest-Charakter, unangenehm alkoholgeschwängerte Luft und zu hoher Lautstärkepegel treiben mich in der Regel nach zwei Minuten rückwärts wieder hinaus. Die Bühne im Infield hingegen empfinde ich als zu groß für den Anlass. Tja, offenbar werde ich alt und trauere lieber jahrelang den guten alten Zeiten hinterher, anstatt mich irgendwann mal an die Neuerungen zu gewöhnen. ;)

Im Dunkeln entfaltet der PLWM dann endlich mal seinen vielgelobten Charme. Die Nacht verdeckt die unschönen, pragmatischen Bauelemente und zahlreiche Kerzen und Lichter im Wasser und an den Ständen sorgen doch noch für etwas Romantik und Mittelalter-Flair. Insbesondere der Blick über den See ist wirklich jedes Mal wieder beeindruckend.

Insgesamt hatten wir jedenfalls einen recht netten Tag auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund. Da es nicht besonders kalt war, konnte man es ganz gut länger draußen aushalten, und durch das Bühnenprogramm ist die Veranstaltung, die mir persönlich mittlerweile sonst stark auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten scheint, auch für Szeneanhänger immer noch einen Besuch wert. Und gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es ja sonst auch eher wenige Anlässe, sich in mittelalterlichem Rahmen zu treffen.

Samstag, 31. März 2018

Ein paar Worte zum PLWM in Dortmund

Meine mittelalterliche Weihnachtsmarktsaison war 2017 erneut eine ziemlich kurze. Sie begann am ersten Adventssamstag mit einem Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt des MPS in Dortmund. Es sollte für dieses Jahr der einzige Besuch dieses Weihnachtsmarktes bleiben.

Anlass für einen Besuch an diesem Wochenende waren Ye Banished Privateers, die unübertroffenen Könige (und Königinnen) des Piraten-Folks. Sie spielten mehrere großartige Konzerte im Infield der Veranstaltung (ein paar Worte dazu folgen noch), bei denen sie auch ihre Weihnachtslieder zum Besten gaben. Schon alleine diese sind bei jedem Mittelalter-Weihnachtsmarkt ein Grund, der Band einen Besuch abzustatten! Es ist in den vergangenen Jahren eine schöne Tradition geworden, dass die Schweden ihr Publikum beim PLWM mit ihren piratigen Interpretationen klassischer Weihnachtslieder wie "Oh Cannonball" oder "Henry Morgan's Coming To Port" erfreuen und auch immer ein neues weihnachtliches Stück präsentieren, was immer für reichlich Lacher und gute Laune sorgt. Neu im Repertoire dieses Jahr war eine Neuinterpretation namens "The Little Rummer Boy". Zum Glück war auch in diesem Jahr wieder jemand so freundlich, das Stück auf Video zu bannen:


Zwischen den Aftritten der Privateers namen wir das Gelände mal genauer unter die Lupe, was jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm, da sich zu den vergangenen Jahren nicht allzu viel verändert hatte. Wir verpflegten uns mit Zyklopenspießen, gebrannten Mandeln und Schneebällen. Dem Musikzelt statteten wir nur einen kurzen Besuch ab. Dort spielten zwar die Cobblestones, aber dort war es vor allem auch verdammt laut und die Luft für meinen Geschmack deutlich zu glühweingeschwängert.

Am Abend unseres Besuches sollten noch die Red Hot Chilli Pipers spielen. Diese hätte ich mir gerne angesehen, jedoch wäre ich dann nicht mehr nach Hause gekommen, wo ich nächsten Tag etwas vorhatte. Somit endete unser Besuch nach dem letzten Auftritt von Ye Banished Privateers.

Es war ein schöner Tag, aber nun muss ich tatsächlich mal etwas beichten: ich bereue es nicht, dass es der einzige Besuch in Dortmund 2017 geblieben ist. Ich werde nämlich einfach nicht warm mit dem PLWM. Es ist wirklich so, dass ich bis heute dem schnuckeligen MPS-Weihnachtsmarkt in Telgte hinterhertrauere. Ich weiß, dass derartige Kritik etwas ist, was Gisi nicht gerne hört, denn er steht voll und ganz hinter seinem schneller-höher-weiter-Kurs der vergangenen Jahre. Ich tue das als Besucher nur begrenzt. Auf dem lauschigen, kleinen Markt in Telgte haben meine Freunde und ich jahrelang ganze Wochenenden zugebracht. Knackiger Frost oder Überschwemmungen konnten uns nicht abhalten, immer und immer wieder dort aufzuschlagen. Das Eintrittsgeld war schmal, die Bühnen klein - doch die Stimmung war so herrlich mittelalterlich und weihnachtlich!

Und nun, in Dortmund, vermisse ich all das. Ich will einen schönen, weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dafür brauche ich keine riesige Festivalbühne, kein beheiztes Bierzelt, keine Bodenplatten gegen Matsch. Ich brauche auch keine 3-Preisstufen-Regelung. 30 Euro, um an einem Samstag den ganzen Markt und drei Bands sehen zu dürfen - das ist ein Luxus, den ich mir maximal einmal in der Saison genehmige, und auch das eher zähneknirschend, steht das Programm doch in keinem Verhätnis zu dem, welches bei den somerlichen MPS-Terminen für einen ähnlichen Preis geboten wird. Und dafür gibt es - gerade in NRW - auch zu viele schöne Alternativen.

Eine solche Alternative bietet beispielsweise das Winterspektakulum auf Burg Altena, welches ich 2017 bereits zum zweiten Mal besucht habe und dessen Besuch eine regelrechte Offenbarung für meine Freundin und mich war. Doch davon mehr im nächsten Post.

Montag, 20. Februar 2017

Rastaban auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

So, nach nur fast zwei Monaten liefere ich heute dann endlich mal den letzten noch ausstehenden Bericht aus dem vergangenen Jahr nach... *dumdidum*

Am 29. Dezember verschlug es mich noch ein letztes Mal nach Dortmund auf den Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt. Dort war für diesen Tag nämlich ein ganz besonderes Konzert angesetzt. Die Belgier von Rastaban hatten nämlich nicht nur ihren ersten MPS-Auftritt, sondern gleich ihr erstes Deutschland-Konzert überhaupt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte!

Das Konzert fand im von mir eigentlich nicht so hochgeschätzten Zelt statt, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Beim Warten auf den Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Rundblick auf das versammelte Publikum. Da gab es einige neue Gesichter zu sehen, die vermutlich ebenfalls nur für Rastaban angereist waren. Auch hörte man an diesem Tag im Zelt deutlich mehr Französisch als sonst. Doch auch gut bekannte Gesichter hatten sich versammelt, um die neue Band auf dem MPS Willkommen zu heißen.

Rastaban begannen schließlich ganz pünktlich, und brachen mit ihrem mitreißenden Tribal Folk schnell das Eis und zeigten, dass sie auch ein Publikum in Deutschland dazu bringen können, das Tanzbein zu schwingen. Aber mal unteruns: Wer könnte auch allen Ernstes bei Songs wie "Zora" oder "La Gavotte" wie ein Stein vor der Bühne stehen bleiben? ;)

Rastaban in Dortmund

Der Platz vor der Bühne füllte sich während des Konzerts zusehends und die Leute lauschten den Klängen der Band mit großer Freude, ebenso wie den sympathischen Ansagen, für die Slideridoo-Spieler Luka sogar sein beim Fernsehen gesammeltes Deutsch hervorkramte. Am Ende verabschiedeten sich Rastaban unter begeisterten Applaus und ich bin mir sehr sicher, dass sie an diesem Tag doch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen konnten.

Für Leute, die sich gerne selbst ein Bild verschaffen wollen oder da waren und in Erinnerungen schwelgen möchten: (Fast?) das ganze Konzert diesen Tages ist auf youtube zu finden.

Es war ein wirklich durch und durch gelungener Einstand, den Rastaban da auf dem Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt mit den Besuchern feierten. Hoffentlich gibt es für uns Fans in absehbarer Zeit mehr davon auf deutschen Bühnen!

Montag, 28. November 2016

Von bärtigen Männern und besinnlichen Piraten - Der MPS-Lichterweihnachtsmarkt Dortmund, 1. Wochenende

Und schwupp, schon ist der Advent da und mit ihm die Zeit der Weihnachtsmärkte. Ich muss ja zugeben, dass mich normale Märkte dieser Gattung kaum locken können - zu überlaufen ist es mir dort und meinem Gefühl nach steht für immer mehr Besucher nur noch der möglichst exzessive Glühweinkonsum im Vordergrund. Doch zum Glück gibt es ja Alternativen, wie beispielsweise den Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt des MPS im Dortmunder Fredenbaumpark.

Ein wenig trauere ich zwar immernoch der schönen Telgter Location nach, aber nichtsdestotrotz machte ich mich an diesem Eröffnungswochenende gleich zweimal auf den Weg nach Dortmund. Das Programm sprach am Freitag und am Sonntag einfach für sich.

Freitag war eigentlich mehr eine Stippvisite als ein richtiger Besuch. Bei der Ankunft war die Sonne schon untergangen und das Gelände zeigte sich in seiner ganzen nächtlichen Pracht. Was die Beleuchtung angeht, hat man sich nämlich in diesem Jahr wieder nicht lumpen lassen. Angestrahlte Bäume, leuchtende Floße auf dem Teich des Parks und stimmungsvoll illuminierte Heerlager und Stände verbreiteten eine wohlige Stimmung.

Einen kleinen Knacks bekam die Stimmung beim Erreichen der Konzertlocation für diesen Tag. Statt auf der großen Außenbühne fanden die Freitagskonzerte nämlich im Weihnachtszelt statt. Dieses ist zwar durchaus praktisch für eine Veranstaltung so spät im Jahr, schützt es doch vor Regen und übermäßiger Kälte, leider verbreitet sich dort aber auch keine besonders weihnachtliche Stimmung. Man wähnte sich eher ein wenig auf dem Oktoberfest...

Doch da das Programm an diesem Abend stimmte, hieß es schlicht: Rein ins Zelt, Alkoholdünste ertragen, auf vor die Bühne. Dort spielten nämlich Ye Banished Privateers das erste Set ihres Weihnachtsmarkt-Besuchs. Und dieses Set ließ einen die Location bald ohnehin vollständig vergessen, war man doch zu gebannt von den Geschehnissen auf der Bühne. Unser aller Lieblingspiraten hatten für die Besucher auch eine tolle Überraschung mit dabei, nämlich Weihnachtslieder. Aber natürlich nicht irgendwelche, sondern solche, wie sie nur von Piraten gesungen werden. So wurde aus einem allseits bekannten, deutschen Weihnachtsklassiker das stimmungsvolle "Oh Cannonball" und natürlich kam auch nicht mehr der Weihnachtsmann in die Stadt. Vielmehr hieß es dann "Henry Morgan's Coming To Port".


Im übrigen lohnte sich an diesem Wochenende auch ein Besuch beim Merchstand von Ye Banished Privateers. Neben den Artikeln der Band (die allein schon natürlich wert sind, sich dafür tief zu verschulden! ;) ) gab es dort nämlich noch ein ganz besonderes Schmankerl zu erwerben: Den Sexy Beards Kalender 2017!  Das bedeutet: Ein jahr lang jeden Monat ein attraktive Model - unter ihnen Buckteeth Bannock von Mr. Hurley & die Pulveraffen, Bruder Rectus oder auch Blackpowder Pete von Ye Banished Privateers, um nur ein paar zu nennen - welches seinen stolzen Bart zur Schau stellt.

2017 kann kommen!

Sollte das alleine noch nicht als Kaufargument reichen: bei dem ganzen handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Projekt für den guten Zweck, geht doch der komplette Erlös an die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Also: beim nächsten Besuch auf dem Lichterweihnachtsmarkt Augen und Ohren nach dem guten Stück offen halten oder bei Facebook einen Blick in die "We want sexy beards!"-Gruppe werfen. ;)

Nach diesem äußerst netten ersten Besuch machte ich am Samstag erstmal eine MPS-Pause (Faul rumgehangen wurde aber auch da nicht, wie ihr im nächsten Beitrag sehen werdet). Am Sonntag ging es dann aber nach einer reichlich kurzen Nacht und mit einer sehr unerquicklichen Anreise wieder nach Dortmund, diesmal für einen richtigen Tagesausflug. An diesem Tag war das Infield geöffnet, der Markt also noch ein Stück größer, und die Konzerte fanden auf der großen Bühne im Freien statt. Bei Licht fand sich an diesem Tag auch endlich die Zeit und Lust, das ganze Geländer näher in Augenschein zu nehmen, darunter auch die faszinierende Schwimmbrücke über den Teich. Den Großteil des Tages fand man sich dann aber doch vor der Bühne wieder, schließlich spielten wieder Ye Banished Privateers, von deren drei Konzerten ich keines verpassen wollte. Mittlerweiele war das Publikum sogar bei den neuen Weihnachtsstücken textfest und sang fröhlich und lautstark mit, sei es bei "Let It Blow" oder der piratigen Version von "Deck The Hall".

Ye Banished Privateers

Es stand aber auch noch eine zweite Band auf der Bühne, nämlich Harmony Glen. Obwohl diese Band schon mehrfach auf Festivals gespielt hatte, die ich besucht habe, gelang es mir am Sonntag erstmalig, sie endlich mal zu sehen. Ein Glück, denn sonst wüsste ich immer noch nicht, was für eine gute Stimmung diese Holländer verbreiten. Die fünf Musiker bezeichnen ihren Stil als Irish Folk Extravaganza, und das beschreibt es auch ziemlich gut. Beschwingte Folktunes, Traditionals und eigene Stücke mit oder ohne männlichen und weiblichen Gesang, alles im Repertoire. Die Band schien richtig gut drauf und verbreitete großartige Stimmung, das Dabeisein und Zuhören machte einfach Spaß.

Harmony Glen

Nach dem letzten Set von Ye Banished Privateers ging mein Tag auf dem Mittelalterlichen Lichterweihnachtsmarkt dann aber auch zu Ende. Mittlerweile war ich auch ordentlich durchgefroren, hatte es sich doch an diesem Wochenende ordentlich abgekühlt. Dieses Wochenende bildete jedoch einen schönen Auftakt für die diesjährige Weihnachtsmarkt-Saison. Und der nächste Dortmundbesuch is für kommenden Freitag auch schon fest eingeplant!

Dienstag, 5. Januar 2016

Abschied vom Phantastischen Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Dortmund

Jetzt gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, ist er schon Geschichte, der erste Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt im Dortmunder Fredenbaumpark. Sechs - größtenteils lange - Wochenenden konnten Besucher zwischen Advent und dem neuen Jahr eintauchen in eine nicht authentische, aber dafür umso phantastischere mittelalterliche Welt. Jedes Wochenende standen andere, namhafte Künstler aus der Mittelalter - und Folkszene auf der großen Weihnachtsbühne. Und bis auf ein Wochenende ist es mir gelungen, jeweils an mindestens einem Tag dabei zu sein.

So war es - trotz zahlreicher Widrigkeiten - auch am vergangenen, letzten Wochenende der Veranstaltung. Ganz allein machte ich mich am Samstag auf den Weg. Die Freundin, die mich eigentlich hatte gebleiten wollen, war krank geworden, andere hatten entweder keine Lust, keine Zeit, kein Geld. Das Wetter war auch mehr als bescheiden. Trotzdem kam es für mich gar nicht in Frage, diesen Besuch ausfallen zu lassen, waren doch an diesem Tag meine heißgeliebten Musiker von The Dolmen zu Gast.

Pünktlich zu deren ersten Konzert des Tages stand ich vor der Bühne im Fredenbaumpark und genoss daraufhin eine Dreiviertelstunde Folk Rock vom Feinsten. Auch den zweiten Auftritt einige Stunden später durfte ich noch sehen, nur das Nachtkonzert blieb mir leider verwehrt, wollte ich doch nicht wieder die halbe Nacht auf dem Aachener Hauptbahnhof zubringen.

The Dolmen ließen es in den ersten beiden Sets verhältnismäßig ruhig und traditionell angehen. Der Mitsing-Klassiker "Loch Lomond" wurde ebenso zum besten gegeben wie "Whiskey in The Jar". Aber auch The Dolmen-Eigenkompositionen wie "Dead Cats Don't Meow" (stets mein persönliches Highlight) oder das über zehnminütige, sehr vielschichtige "The Storm" durften nicht fehlen.

Taloch von The Dolmen

Besonders gefreut hat mich auch, dass Anja (ehemals Metusa) die Band an diesem Samstag offenbar relativ spontan wieder an den Flöten unterstützte und der Musik quasi das i-Tüpfelchen aufsetzte. Außerdem war es herrlich zu beobachten, wie viel Spaß sie und Kayleigh gemeinsam auf der Bühne offenbar hatten. :)

Neben The Dolmen standen vergangenen Samstag aber noch zwei weitere Bands auf der Bühne. Zunächst einmal wären das die Cobblestones. Diese spielten direkt im Anschluss. Um ihnen zuzuhören, machte ich es mir trotz des fiesen Dauer-Nieselregens auf einem der Barhocker im hinteren Bereich vor der Bühne bequem.

Die Cobblestones kredenzten dem Publikum Irish Folk, der schnell ins Bein ging und gute Laune machte. Auch die Ansagen waren sehr unterhaltsam und die Anzahl der "Sláinte!"-Rufe hielt sich zu meinem Glück in Grenzen. In der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass meine Leute und ich förmlich die Flucht ergriffen haben, nur um diesen Ausruf nicht mehr hören zu müssen. ;)

 Martin von den Cobblestones

Mit beiden bereits erwähnten Bands teilten sich noch The Sandsacks die Bühne. Auch bei denen wurde es wieder ordentlich folkig. Musikalisch ging es in ziemlich genau die gleiche Richtung wie bei den Cobblestones - ein Setlistenvergleich offenbarte ein nicht unbedingt geringes, gemeinsames Repertoire an Traditionals.

The Sandsacks verstanden es dabei aber auch noch vorzüglich, ihr Publikum zum Tanzen zu bewegen. Selbst eine Gruppe Rentner war voller Elan mit dabei, als die Band zum Linedance aufrief und es war wohl auch definitiv der effektivste Weg, der feuchten Kälte dieses Tages ordentlich zu begegnen.

 The Sandsacks

Für mich endete der Besuch an diesem Tag nach dem bereits erwähnten zweiten The Dolmen-Auftritt dann leider auch schon. Als Wegzehrung für den langen Rückweg erstand ich am Mandelstand noch eine Tüte köstlichen Türkischen Nougat.

Obwohl ich froh war, endlich aus der Kälte zu kommen, wurde ich auch etwas wehmütig. Schließlich bedeutet das Ende des Mittelalter-Weihnachtsmarktes auch stets den Beginn der langen Winterpause. Doch glücklicherweise winken schon einige spannende Konzerte, diese ansonsten etwas triste Zeit zu füllen.

Doch jetzt heißt es erst einmal, die Erkältung auszukurieren, die ich mir an diesem Tag leider eingefangen habe. Damit ich bald wieder bereit bin für neue Schandtaten.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Das fünfte Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Obwohl Weihnachten mittlerweile hinter uns liegt, ist der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund noch lange nicht vorbei. Am vergangenen, fünften Marktwochenende war ich am Samstag wieder mit dabei. Nach einem ersten Rundgang über das Gelände, wo ich im Ausverkauf am MPS-Merchzelt ein neues T-Shirt mit Odin-Print vom Künstler Voenix für mich fand, begab ich mich zum Bühnenbereich, um dort auf den ersten Auftritt des Tages und auf meine Freundin zu warten.

Nachdem es am Wochenende davor so schön mit ihnen gewesen war, habe ich mich natürlich sehr gefreut, auch an diesem Tag wieder Faey sehen zu dürfen. Diese spielten am Samstag "nur" zwei Auftritte, die ich mir beide ansah und präsentierten dem Publikum wieder eine bunte Mischung aus Songs ihres Albums und neuen Stücken, die man wohl im kommenden Jahr auf einer neuen CD wird finden können.

Sandra von Faey

Als sich die Dunkelheit bereits über das Gelände gesenkt hatte und der Vollmond über allem auftauchte, folgte an diesem Tag noch ein weiteres, ganz besonderes musikalisches Highlight. Die Niederländer von Cesair beehrten den Markt mit einem Auftritt. Ihre Musik, die sie selbst als Epic & Mythic Folk bezeichnen, boten sie dabei in etwas anderer Form dar als sonst. Eines ihrer Mitglieder - Fieke, die normalerweise an Akkordeon, Drehleiher und Dulcimer zu finden ist - konnte an diesem Tag leider nicht anwesend sein. Dafür gab es einen guten Grund, befindet sie sich doch derzeit in Korea, um dort den Klarinettisten Romain Guyot mitsamt Kammerorchester aufzunehmen. Trotzdem hinterließ sie natürlich eine musikalische Lücke, die gefüllt werden wollte. So kam es dann, dass Cesair an diesem Abend gleich drei hochkarätige musikalische Gäste zu sich auf die Bühne einluden. Zum einen wäre des Daphyd The Crow von Omnia am Slideridoo gewesen, zum anderen Klaartje und Faber von den niederländischen Pagan Folkern Sowulo, die dem Sound der Band eine weitere Geige und ein Piano hinzufügten.

Es wurde ein großartiger Auftritt, die Band und ihre Gäste hatten offensichtlich Spaß, was sich auch auf das Publikum übertrug. Außerdem stellten auch Cesair einiges neues Material vor und weckten somit die Hoffnung, dass man im kommenden Jahr vielleicht endlich mit einem richtigen, vollständigen, neuen Album rechnen darf. Schön wäre das in jedem Fall. Sogar Geschenke fürs Publikum hatte die Band mitgebracht, hübsch eingepackt warfen sie sie gegen Ende des Auftritts in die Menge. Wenn das mal keine schöne Geste war! :)

Monique von Cesair

Nach dem Auftritt von Cesair fanden meine Freundin und ich Zeit für einen Besuch bei Gisi's Kuhmilch und Kakao Kaschemme, wo ich eine leckere karibische Milch mit Bananen und Kokossirup trank. Gegessen hatten wir schon vorher bei unserer allgemein heißgeliebten Spätzleküche. Ich hatte mir an diesem Tag dort sogar die Deluxe-Spätzleversion mit Hirschrahmsauce und Preiselbeeren gegönnt. So. Unglaublich. Lecker!

Ein letzter Auftritt stand noch an an diesem Samstag Abend. Eigentlich hatte ich schon längst auf dem Heimweg seien wollen, aber die Neugier überwog dann doch. Außerdem hofften wir, dass sich das letzte Konzert zum Poispielen eignen würde (was es im Endeffekt leider nur bedingt tat, aber egal). An diesem Tag sollten nämlich Elfenthal auftreten. Wem das noch nichts sagt: Elfenthal ist das Projekt von John Kelly (ex Kelly Family) und seiner Frau Maite Itoiz, einer spanischen Sopranistin. Zusammen haben die beiden eine Band geschaffen, die einen Bogen zwischen alter Musik und einer Rockoper zu schlagen sucht. Obwohl wir an diesem Abend eindeutig mehr aus dem Rockoper-Bereich zu sehen bekamen, schimmerte die ruhige Seite dieses Projektes immer wieder durch. Zwischenzeitlich wurden von Maite immer wieder kleine Texte und Gedichte vorgelesen. Außerdem gab es sogar immer mal wieder choreografische Einlagen von John und seiner Frau, so wurden auch schonmal die Schwerter geschwungen. Man merkte der ganzen Show den liebevoll durchdachten Ablauf wirklich an. 
Musikalisch hat mich das Ganze etwas an Blackmore's Night erinnert und traf zugegebenermaßen nicht so hundertprozentig meinen Musikgeschmack, aber den Auftritt an sich werde ich so schnell nicht vergessen.

Hier gibt es mal einen kleinen Eindruck in das, was Elfenthal so machen: 


Bis zum Ende bleiben konnte ich aber leider nicht, sonst hätte ich meinen letzten Zug verpasst. Dachte ich zumindest. Im Endeffekt hätte das gar nichts gemacht, aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Beim Eintreffen am Bahnhof erreichte mich die freudige Botschaft, dass mein Zug laut Anzeigetafel nicht bis nach Aachen, sondern nur bis Düsseldarf fahren sollte. Der Aushang stimmte dem zu, die App nicht. Mir wurde es in jedem Fall zu heikel und ich schwenkte auf den RE1 nach Aachen um. Der leider nicht in meiner Heimatstadt hält. Es entpuppte sich trotzdem als die richtige Entscheidung, denn als ich um 02:53 Uhr Aachen wieder verließ, war mein eigentlich angepeilter Zug dort noch immer nicht eingetroffen. Ungefähre Verspätung von 120 Minuten hieß es zuletzt. Ob er wohl je ankam? Ich jedenfalls fiel gegen halb vier glücklich ins Bett. Es war trotz aller Bahnwidrigkeiten ein schöner Tag!

Freitag, 25. Dezember 2015

Faey auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Der 4. Advent stand für mich bei meinem Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund ganz im Zeichen der Band Faey. Die Folkband aus dem Süden Deutschlands ist noch recht neu auf dem MPS, kann aber im nächsten Jahr auf gleich mehreren Terminen der Veranstaltung gehört werden.

Am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt spielten Faey drei Auftritte, die ich mir auch alle angesehen habe. Der sympathischen Gruppe rund um Sängerin Sandra Elflein gelang es zum Glück schnell, das Publikum für sich zu gewinnen, sodass schon beim ersten Set viele der vorbeischlendernden Besucher vor der Bühne halt machten und sich das Konzert anschauten. Zu den späteren beiden Auftritten wurde es dann auch immer voller. Überhaupt war es an diesem Sonntag unheimlich voll - eigentlich auch kein Wunder, lagen die Temperaturen doch mit über 10°C weit höher als bei so manchem Sommer-MPS. Und im Sommer haben wir noch darüber gelacht, dass man auf dem Weihnachtsmarkt zelten kann...

Faey präsentierten an diesem Tag natürlich bekannte Stücke ihres ersten und bisher noch einzigen Albums "Golden Apples", darunter das energiegeladene Instrumental "Gipsy" oder das melancholische "Sehnsucht", hatten jedoch auch eine große Ladung an neuen Stücken dabei. Da wäre zum Beispiel "Wonderland", der wohl fröhlichste und beschwingteste Song, der jemals über eine Nacht mit üblem Filmriss geschrieben wurde. Oder "Flutterby", ein grundpositives Lied über die Dinge, die Sängerin Sandra gerne mag und das sie laut Ansage geschrieben hat, um sich selbst aufzumuntern, als es ihr nicht gut ging. Desweiteren gab es auch noch ein Trinklied, welches irgendwie doch kein Trinklied werden wollte und noch einiges mehr. Im kommenden Jahr darf man also wohl auf ein neues Album von Faey hoffen und nach dem, was man am Sonntag zu hören bekam, darf man durchaus gespannt-vorfreudig hoffen.

Sandra Elflein von Faey

Um sich den Markt entspannt anzuschauen, war der vergangene Sonntag wahrlich nicht der ideale Tag. Das gute Wetter hatte anscheinend die größte Zuschauermenge angelockt, die sich je an einem Tag auf ein MPS verirrt hat. Bewegung über das Gelände machte dies schwierig, weswegen meine Begleitung und ich den größten Teil des Tages in Bühnennähe ausharrten. Schon die Nahrungssuche gestaltete sich schwierig und ich war froh, dass mein gewünschter Nahrungslieferant an diesem Tag - die Süße Bude mit ihren leckeren Dracheneiern - sich in unmittelbarer Bühnennähe befand. Für den Heimweg gab es dann noch eine Tüte ebenfalls sehr leckerer Weihnachtsengel-Mandeln.

Wer Lust bekommen hat, den PLWM in Dortmund auch einmal zu besuchen, hat noch zwei Wochenenden Zeit dazu. Morgen geht es wieder los. Auch wer Lust hat, sich Faey einmal selbst anzuschauen, hat morgen noch einmal die Chance dazu. Ich werde mir das jedenfalls nicht entgehen lassen!

PS: Mit den Fotos hinke ich leider gnadenlos hinterher, aber sie kommen. Versprochen! :D

Samstag, 19. Dezember 2015

Von aufblasbaren Bananen und Schlüsselbund-Glöckchen - Endlich wieder auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Nach einem nicht geplanten Totalausfall am vergangenen Wochenende und der damit extrem ärgerlicherweise verpassten Chance, die großartigen Ye Banished Privateers noch einmal live zu sehen, ging es gestern endlich wieder nach Dortmund zum PLWM. 

Schon das vierte Veranstaltungs-Wochenende gastiert der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt dieses Jahr schon im Fredenbaumpark in der Dortmunder Nordstadt und hat es dabei in diesem Jahr ganz und gar nicht einfach. Das Wetter könnte unweihnachticher nicht sein, immer wieder hatte man in dieser Zeit Probleme mit Sturm und starken Regenfällen. Auch die Besucherzahlen sind - wetterbedingt? - rückläufig. Es ist ein Trauerspiel, zusehen zu müssen, wie der Markt in diesem Jahr gegen diverse Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Wir selber standen gestern pünktlich zur Eröffnung am frühen Nachmittag am Eingang und begehrten Einlass. Unser erster Gang führte uns einmal wieder zum Miroque-Stand, wo eine tolle Überraschung auf uns wartete. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte man dort einen kleinen Schlussverkauf eingerichtet, bei dem es ältere Miroque-Hefte, Bücher zu mittelalterlichen Themen und natürlich CDs und DVDs zu sehr günstigen Preisen zu bekommen gab. Für nur 5 Euro ist meine Musiksammlung nun um drei Titel reicher (Subway To Sally - Nackt II Ltd. Edition CD + DVD | Vermaledeyt - SaltaNeo, signiert | Mikuskovics Baum - Lux Natus Est). Ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk von Miroque an die Besucher! ♥

Dann stand auch schon das erste Konzert des Tages auf dem Programm: Saor Patrol spielten auf. Wir genossen die schottischen Pipes and Drums Klänge und außerdem den Spaß, den die Jungs mit einer geschenkten aufblasbaren Banane hatten. Und man soll kaum glauben, wie viel Spaß man mit so einem Ding haben kann. :D

Charlie Allan von Saor Patrol

Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon weiter mit Waldkauz, einer wirklich tollen, jungen Pagan Folk Band aus Hildesheim. Ich empfehle wirklich, ihnen mal beide Ohren zu leihen, ob nun live oder auf ihrem in diesem Jahr erschienenen ersten Album "Komm' mit", welches ich hier auch bald einmal vorstellen werde. Schließlich nähern wir uns dem Jahresende und es wird somit Zeit für die Musik des Jahres. ;) Nach dem Auftritt besuchte ich das kleine Merchzelt der Band und bin nun stolzer Besitzer eines Waldkauz-Shirts. Ausnahmsweise ist es sogar nicht schwarz, sondern braun. :P

Nach dem ersten Set von Waldkauz nahmen wir uns die Zeit, für eine Runde über das Gelände und die Nahrungssuche. Meine Wahl fiel an diesem Tag auf einen Schmachtlappen von Wallners Steinofenbäckerei. Dabei handelt es sich um einen Brotfladen belegt mit Schmand, Schinkenwürfeln und Gouda. Sehr, sehr lecker. 

Gut versorgt begaben wir uns im Anschluss zur Feuershow von Danse Infernale. Diese war wirklich beeindruckend schön.

Waldkauz

Mit dem zweiten Waldkauz-Set ging unser Tag auf dem PWLM dann auch schon vorbei. Für dieses Konzert hatte sich die Band noch eine ganz besondere Mitmachaktion für das Publikum ausgedacht. Man sollte ein Lied mit seinem Schlüsselbund rhytmisch klingelnd begleiten, um für ein bisschen Weihnachtsflair zu sorgen. Das klang wirklich gut und es machten auch viele Zuschauer mit. Jemand bekam sogar einen Sticker geschenkt für den ersten "Ausziehen!"-Ruf während eines Waldkauz-Auftritts. Es war ein wirklich sehr schönes Konzert.

Wer die Band gerne live sehen möchte, hat heute noch einmal die Chance dazu. Ich selber pausiere heute mal (die Weihnachtsplätzchen backen sich schließlich auch nicht von selbst!), aber morgen geht es dann wieder nach Dortmund. Auf dem Programm stehen dann Saor Patrol und Faey. Ich freu mich drauf! :)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Anders als geplant - Das zweite Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Es neigt sich schon dem Ende zu, das zweite Wochenende des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkts (kurz: PLWM) in Dortmund. Daran, dass ich gerade hier sitze und darüber schreibe, lässt sich schon erahnen: für mich persönlich ist es schon vorbei. Und irgendwie lief eh alles anders als geplant.

Zwei ganze Tage im Fredenbaumpark - Freitag und Samstag - hätten es werden sollen, zusammen mit einer Freundin. Doch wie das Leben nunmal manchmal so ist, wurde die Freundin krank und ich stand alleine vor den Scherben der gemeinsamen Wochenendplänen. Dumm gelaufen, die Sache. Da stand ich nun also vor den Alternativen a) das Wochenende gelangweilt und leicht frustriert zu Hause verbringen oder b) alleine hinfahren.

Zwei Bands waren es schließlich, die den Ausschlag für Variante b) gaben. Zwei ganze Tage alleine fand ich dann aber doch zu deprimierend, weswegen ich mich am Freitag und am Samstag aufmachte, den Markt für zwei Ultrakurzausflüge anzupeilen. 

Der PLWM in der Dämmerung

Am Freitag erreichte ich den Markt gegen 16:30 Uhr und wurde, noch bevor ich auch nur eine Runde über das Gelände drehen konnte, von Dudelsackklängen angezogen. Immer den Ohren nach erreichte ich bald den Schauplatz des Geschehens und fand mich mitten in einem Auftritt von Comes Vagantes wieder. Die Spielleute traten nicht auf einer Bühne auf (na gut, das Schlagwerk stand auf einer kleinen Bühne) und bewegten sich mit ihren Instrumenten auch immer wieder mitten durch ihr Publikum. Es war ein schöner Auftritt, klassische Marktmusik genauso, wie ich sie mag. 

Anschließend fand ich noch die Zeit, für eine kleine Runde über das Gelände, bevor ich es mir schließlich in der ersten Reihe vor der Weihnachtsbühne gemütlich machte und auf die Band wartete, die eigentlich der einzige Grund für meinen Besuch an jenem Tag war. 

17:30 Uhr war es dann auch schon so weit und Qntal betraten die Bühne. Obwohl keine typische MPS-Band, hatten sie eine ordentliche schar Fans angelockt und brachten auch viele der vorbeischlendernden Besucher dazu, innezuhalten und sich ihren Auftritt anzuschauen. auch ich war bald mehr als überzeugt, dass allein dieses Konzert die 2 1/2 stündige Anfahrt aus dem Aachener Umland absolut wert war.

Im Konzert ging es mal ruhig, mal lauter zu und die Mischung aus alten, mittelalterlichen Texten und Melodien und elektronischen Beats kam meinem Eindruck nach allgemein sehr gut an. Mich hat sie jedenfalls sehr fasziniert. Es sollte mich verwundern, wenn irgendjemand es bei Songs wie "Flamma" schaffte, nicht zumindest Kopf und Beine im Takt zu bewegen. 

Syrah von Qntal

Ich wäre begeistert, wenn dies nicht das einzige Gastspiel von Qntal auf einer MPS-Veranstaltung bleiben würde. Schauen wir mal, was das nächste Jahr diesbezüglich so bringt...

Wäre meine Freundin nicht krank gewesen, hätte an diesem Freitagabend mit Vogelfrey noch ein weiteres musikalisches Highlight gewunken. So gab es aber keine Möglichkeit für mich, den Auftritt zu sehen und danach auch noch zu einer annährend humanen Zeit nach Hause zu kommen. Also musste ich diesen Punkt schweren Herzens streichen und machte mich ziemlich bald nach dem Auftritt von Qntal auf den Heimweg. 

Der nächste Tag sah ähnlich aus: Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg und erreichte pünktlich zum zweiten Set von Versengold das PLWM-Gelände. Man merkte gleich, dass Versengold in dieser Szene mittlerweile einen richtig fetten Bekanntheitsstatus erreicht haben, denn es war unheimlich voll vor der Bühne. Leider dauerte das Set nur eine halbe Stunde, machte aber mit Songs wie "Einerley" und "Voll wie mein Krug" trotzdem richtig gute Laune. Zum Abschluss kündigte die Band noch an, später am Tag an der Drachenschenke das Release ihres ersten Livealbums feiern zu wollen. Eine Feier, die ich leider nicht mehr mitbekam.

Pínto, Paule und Honza von Versengold

Nach dem Konzert machte ich mich auf, das Nikolausgeld, was ich von meinen Großeltern bekommen hatte (vielen, vielen Dank dafür!) sinnvoll in ein Omnia-Shirt zu investieren. Motiv "Omnia est Chaos". Ich liebe es! ♥

Dann pflanzte ich mich wieder in die erste Reihe und wartete auf den Auftritt von Omnia. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Band, die zu meinen absoluten Favoriten zählt, mittlerweile live gesehen habe. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Auch die Wartezeit vor dem Auftritt war nicht allzu langweilig, da Omnia es erstaunlicherweise immer wieder schaffen, auch ihren Soundcheck in etwas zu verwandeln, das man sich gerne anschaut. Und um 18 Uhr war es dann auch schon so weit und Omnia betraten die Bühne.

Satria von Omnia

Auch sie hatten ein riesiges und sehr textsicheres Publikum mitgebracht, welches bei älteren Stücken wie "Alive!" ebenso mitsingen konnte wie bei den Songs des letzten Albums "Earth Warrior". Von Jennys brandneuem quasi-Soloalbum "Naked Harp" gab es leider nichts zu hören, es konnte aber natürlich am Merchzelt der Band erstanden werden. Eine Investition, zu der ich persönlich nur wärmstens raten kann.

Als Omnia die Bühne wieder verließen, offenbarte ein Blick auf meine Uhr, dass ich wirklich spät dran war. Ich hatte es also ziemlich eilig, das Gelände Richtung U-Bahn Station zu verlassen. Leider verstreuten sich die Massen nur sehr langsam, zäh wie Kaugummi flossen die Menschenströme dahin. Also tat ich, was getan werden musste und nahm die Abkürzung an den Feuerstellen vorbei. Da ging nämlich kein Mensch. Mir war auch klar, warum das so war, handelt es sich doch um die wohl heimtückischste, schlammigste Stelle auf dem ganzen Gelände. Die Stelle, an der man sieht, was für großartige Arbeit Gisi und seine Mitarbeiert geleistet haben, indem sie weite Teile des Geländes mit Matten und ähnlichem ausgelegt haben, um sie begehbar zu halten. Das nur mal so für die ganzen "Ist aber matschig hier!"-Nörgler.

Fazit der Aktion: Meine Schuhe brauchen heute eine Tiefenreinigung, aber die verdammte U-Bahn ist nicht ohne mich gefahren. :D Dann mal bis nächstes Wochenende, lieber Phantastischer Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund! :)