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Sonntag, 10. Januar 2016

CD-Vorstellung: Faun - Luna & Live und Acoustic in Berlin

Ganz ambitioniert folgt heute schon ein weiterer Titel meiner Bestenliste Musik 2015:

Interpret: Faun
Album: Luna & Live und Acoustic in Berlin
Erschienen: 27. Februar 2015
Label: Electrola / Universal

Tracklist:
CD 1: 1. Luna Prolog | 2. Walpurgisnacht | 3. Buntes Volk | 4. Menuett | 5. Hekate | 6. Blaue Stunde | 7. Cuncti Simus | 8. Hörst du die Trommeln | 9. Die wilde Jagd | 10. Frau Erde | 11. Hymne der Nacht | 12. Abschied
CD 2: 1. Hymne der Nacht | 2. Halling | 3. Hekate | 4. Era Escuro | 5. Des Wassermanns Weib | 6. Polska Fran Larsson | 7. König von Thule | 8. Hörst du die Trommeln (ESC Version) | 9. Abschied (ESC Version) | 10. Walpurgisnacht (Lava Studio Remix)

Dem aufmerksamen Leser mag es vielleicht aufgefallen sein: „Luna“ von Faun habe ich bereits im vergangenen Jahr hier rezensiert. Damals erschien das Album und ich nahm mir die prachtvolle Deluxe-Edition vor. Da sich meine Meinung zu diesem Album seither nicht geändert hat, verweise ich an dieser Stelle auf die bestehende Rezension und widme mich nun gleich dem eigentlichen Grund, dass Faun auch dieses Jahr wieder auf meiner Bestenliste vertreten sind.

Es scheint eine beliebte Taktik von Electrola zu sein, Alben bei Erfolg nach einiger Zeit noch einmal in erweiterter Neuauflage herauszubringen. So geschah es bereits beim Faun-Vorgänger „Von den Elben“, dessen schnöde, in Plastik gehüllte Erstausgabe ich darauf hin sofort ruhigen Gewissens wieder verkaufte, um mir die ungleich schönere Neuauflage zuzulegen. Und so geschah es im Februar letzten Jahres schließlich auch mit „Luna“. Hier jedoch war bereits die Erstauflage so schön, dass ich das Album nun gleich zweimal in meinem CD-Regal stehen habe.

Unwiderstehlich war die Neuauflage, lockte sie doch mit neuem Design, erweitertem Booklet und allen voran natürlich einer zusätzlichen Live-CD: „Live und Acoustic in Berlin“. Wer könnte da nein sagen? Niemand jedenfalls, der wie ich die Band selbst schon einmal live und akkustisch erleben durfte. Sind Faun doch auch mit ihrem „normalen“ Repertoire schon eine außergewöhnliche Liveband, so entfalten viele der Songs bei einem Acousticset noch einmal einen ganz eigenen, neuen Zauber. Auch unterscheidet sich die Titelauswahl ganz erheblich von gewöhnlichen Faun-Konzerten.

So bekommt man auch auf „Live und Acoustic in Berlin“ Stücke zu hören, denen man sonst kaum begegnen wird. Die Faun-Klassiker „Des Wassermanns Weib“ und „König von Thule“ – beide vom 2002 erschienenen ersten Studioalbum der Band – scheinen wie gemacht für diese Form der Darbietung. Doch auch ganz neue Stücke wie „Hymne der Nacht“ und „Hekate“ passen sich ganz wunderbar diesem Anlass an. Auch gesanglose Stücke wie „Halling“ oder „Polska fran Larsson“ entfalten ihren vollen Klang und offenbaren bei jedem Hinhören neue Details.

Neben den Liveaufnahmen enthält „Live und Acoustic in Berlin“ noch drei Bonuslieder. Das wären zum einen die beiden Stücke, mit denen Faun im vergangenen Jahr am Eurovision Song Contest hatten teilnehmen wollen, zum anderen ein Remix von „Walpurgisnacht“, für den sich eigens Christopher Juul gewinnen ließ.

Man kann über die Form der Veröffentlichung dieses Albums sicher gespaltener Meinung sein, doch eines steht meiner Ansicht nach außer Frage: „Luna & Live und Acoustic in Berlin“ enthält zwei großartige CDs, von denen jede den Kaufpreis des Sets wert wäre. Ich jedenfalls störe mich nicht daran, dass „Luna“ nun in gleich zwei dem Auge gefälligen Versionen auf meinem Regal steht. ;)


Meine Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Hörprobe:



Dienstag, 3. Februar 2015

CD-Vorstellung: Faun - Luna

So, dann mache ich mich endlich mal ans Werk und fange wie schon vor Ewigkeiten angekündigt damit an, meine Musik des letzten Jahres ordentlich zu rezensieren. Den Anfang macht eine meiner Lieblingsbands, Faun.

Interpret: Faun
Titel: Luna [Deluxe Edition]
Erscheinungsdatum: 05. September 2014
Label: Electrola / Universal

Tracklist:
1. Luna Prolog | 2. Walpurgisnacht | 3. Buntes Volk (feat. Micha Rhein von In Extremo) | 4. Menuett | 5. Hekate | 6. Blaue Stunde | 7. Cuncti Simus | 8. Hörst du die Trommeln | 9. Die Wilde Jagd | 10. Frau Erde | 11. Hymne der Nacht | 12. Abschied | 13. Wind & Geige XIV (Bonus) | 14. Die Lieder werden bleiben (Bonus) | 15. Era Escuro (Bonus)

Das Entsetzen vieler Fans war groß, als Faun 2012 ihren Wechsel zu Electrola beim Major Universal bekanntgaben. Bei manch einem wurde es sogar noch größer, als 2013 mit "Von den Elben" das erste Album auf jenem Label erschien. Das war Musik, die deutlich anders klang als alles, was Faun zuvor veröffentlicht hatten. Fast verschwunden waren die verspielten Instrumentalparts, die Songs kamen plötzlich allesamt in radiotauglicher Länge daher und einige von ihnen stammten nicht einmal aus der Feder der Band. Ein gemeinsames Lied mit Santiano und ein Auftritt bei Carmen Nebel war dann endgültig mehr, als so mancher Fan ertragen konnte. Doch der Erfolg gab der Band letztendlich recht: Das Album wurde der bislang größte kommerzielle Erfolg der Gruppe und bescherte ihnen ausverkaufte Hallen und zahlreiche Fernsehauftritte.

Nur eineinhalb Jahre später lag im September schließlich der Nachfolger in den Regalen der Plattenläden: "Luna", ein Konzeptalbum, das sich mit verschiedenen Facetten des Mondes auseinandersetzt. Neben einer schnöden Standard-Edition erschien dieses Album auch zeitgleich in einer weitaus aufwendigeren Deluxe-Edition, die ich an dieser Stelle nun vorstellen möchte.

"Das Auge isst mit" gilt für Musiksammler wie mich auch beim Neuerwerb von Tonträgern. Und hier vermag die Deluxe-Edition schon einmal zu punkten: Die CD kommt im Digipack mit 40-seitigem Booklet und im Pappschuber. Ein wahrer Hingucker im Regal, den man dank des liebevoll gestalteten und informativen Booklets immer wieder gerne zur Hand nimmt. Für einige der Illustrationen konnte die Band übrigens die bekannte spanische Künstlerin Victoria Francés gewinnen.

Doch was bei einer neuen CD wirklich zählt, ist natürlich der Inhalt, zu dem ich nun kommen möchte.
Um Enttäuschungen gleich von Beginn an vorzubeugen, beginne ich mit einer simplen Wahrheit: Wer gehofft hatte, Faun würden mit "Luna" klanglich in die Zeit vor "Von den Elben" zurückkehren, dessen Wünsche werden sich nicht erfüllen. Vielmehr hat die Band es meiner Meinung nach geschafft, eine perfekte Balance zu finden zwischen ihrem "alten" Sound und den extrem poppigen Songs des letzten Albums. Die Lieder sind durchweg eingängig, aber nicht zu simpel. Die Instrumentalparts, die ich bei "Von den Elben" so schmerzlich vermisst habe, sind zurück und bereichern die CD ungemein. 

Viele der Lieder sind in deutscher Sprache gesungen, weswegen man dem thematischen Konzept natürlich ausgezeichnet folgen kann und ich schwöre Stein und Bein, dass Songs wie "Hekate", "Blaue Stunde" oder "Hymne der Nacht" ihre wahre Kraft erst richtig entfalten, wenn man sie während eines nächtlichen Spaziergangs hört - und was könnte man sich schon mehr wünschen von einem Konzeptalbum, das sich mit dem Mond beschäftigt?

Anspieltipps zu nennen fällt bei diesem Album wirklich nicht leicht, man sollte es am besten als Gesamtkunstwerk betrachten. Sollte ich doch neben den bereits genannten einige Lieder herauspicken, so würde ich "Era Escuro", einen der drei Bonustracks auf der Deluxe-Edition wählen sowie "Cuncti Simus", welches die Band schon seit vielen Jahren live bei ihren Acoustic-Gigs spielt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich gefreut hat, dass die Faune sich letzlich doch noch dazu entschieden haben, dieses wunderschöne Stück als Studioversion einzuspielen!

Meine Meinung zu "Luna" sollte in den letzten Abschnitten hoffentlich deutlich geworden sein:
Faun haben sich in den letzten Jahren verändert, daran besteht kein Zweifel. Sie haben mit dieser Veränderung einen mutigen Schritt vollzogen, der sie alte Fans gekostet hat, ihnen auf der anderen Seite aber auch viele neue Fans beschert hat.
Wer selbst auch nur ein bisschen Mut aufbringt, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sollte "Luna" eine Chance geben, denn was sich auf diesem Silberling findet, mag zwar anders klingen als zuvor - schlechter ist es deswegen aber auf keinen Fall!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

Hörprobe: