Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.
Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!
Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.
Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.
Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!
Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.
Als ich mich vor dem Faun-Konzert am 7. März im Foyer der Historischen Stadthalle in Wuppertal mit meiner Freundin unterhielt, ahnten wir beide noch nicht so richtig, was da gerade auf uns zurollte. Karneval lag zwei Wochen zurück, der Kreis Heinsberg, wo ich lebe, war plötzlich in aller Munde. Wir wunderten uns beide, woher diese plötzliche Hysterie kam und wie lange sie wohl andauern würde. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich an diesem Abend für einen nicht einschätzbar langen Zeitraum das letzte normal durchgeführte Konzert besuchen würde. Nur wenige Tage später begann man in meinem Landkreis als erstem das Landes damit, Schulen und Geschäfte zu schließen und sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Was danach passierte, ist uns allen wohl hinreichend geläufig.
Relativ spontan bot sich an diesem Abend jedenfalls die Gelegenheit, mal wieder für jarwinbenadar berichten zu dürfen, also folgt einfach dem Link und genießt eine letzte Erinnerung an eine derzeit unendlich weit entfernte Realität, in der Kultur noch keine Belanglosigkeit war, die man weitestgehend ohne Kompensation verbieten konnte:
Und wo wir gerade so schön von Faun reden, möchte ich doch die Gelegenheit gleich nutzen, noch auf das wirklich sehenswerte neue, inoffizielle Video zum mittlerweile schon fast zum Bandklassiker gewordenen "Hymn To Pan" hinzuweisen - seht zu uns genießt. :)
Am 17. November war es einmal wieder so weit: ein Faun-Konzert stand an! Ich freute mich sehr, auch wenn ich dieses Mal leider alleine gehen musste, denn obwohl das Konzert an einem Sonntag und damit immernoch am Wochenende stattfand, konnte sich irgendwie keiner der üblichen Verdächtigen in meinem Freundeskreis dazu aufraffen, ebenfalls hinzugehen. Wir werden wohl alle nicht jünger. Und der Fairness halber sei erwähnt, dass ich im Gegensatz zu den anderen bis heute Montags nicht arbeite. ;)
So machte ich mich also alleine auf den Weg nach Bochum und dort zur Christuskirche, die ich insbesondere für Acoustic-Konzerte wie jenes von Faun an diesem Abend eine wunderbare Location finde. Leider hatte ich mal wieder nicht auf den Wetterbericht gehört und endete so in der langen, langen Einlassschlange ohne Schirm und Regencape, während es die ganze Zeit wie aus Kübeln goss. Als ich endlich drinnen war, war ich folglich patschnass und so eine Kirche ist selten der wärmste Ort der Welt... Aber sei's drum.
Als das Konzert begann, waren diese Kleinigkeiten schnell vergessen. Faun waren an diesem Abend einmal wieder in Höchstform und ihre Musik erfüllte den ganzen Raum. Sie erfreuten das Publikum mit verträumten Balladen, verspielten Instrumentals und der einen oder anderen manchmal urkomischen Ansage. Die Zeit verging so wieder einmal wie im Fluge.
Eh man es sich versah, war schon wieder der Moment des Abschieds gekommen und das Publikum feierte die Faune mit Standing Ovations und langem Jubel. Dann wurde es für mich auch schon wieder Zeit, sich auf den Rückweg zu machen, im Kopf noch die schönen Erlebnisse des Abends und in der Tasche meine ebenso schöne, neue Faun-Halskette. Ich kann dieser Band gar nicht genug dafür danken, dass sie mir seit nunmehr zehn Jahren immer wieder solche schönen Erlebnisse wie diesen Abend beschert! ♥
Wie in jedem August (außer dem dieses Jahr folgenden, aber das ist ja nun wieder eine ganz andere Geschichte) war auch 2019 wieder kaum Zeit zur Erholung nach dem Castlefest. Schon am nächsten Wochenende stand der alljährliche Besuch auf dem MPS in Telgte auf dem Plan. Dies konnte man sich im vergangenen Jahr schon allein darum nicht entgehen lassen, weil es gleichzeitig auch ein Abschiednehmen war: Nachdem mehrere Jahre zuvor bereits der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt aus Telgte nach Dortmund abgewandert war, sollte auch das große Sommer-MPS zum letzten Mal in dem kleinen Örtchen im Münsterland stattfinden.
Für diese letzte Feier hatte man 2019 ein Line-Up aufgefahren, das sich wirklich sehen lassen konnte. Neben den MPS-Stammgästen wie Saltatio Mortis und Versengold standen auch einige neue Namen auf dem Programm. So konnten wir natürlich nicht widerstehen und statteten bei unserem Besuch am Samstag den Musketieren von D'Artagnan einen Besuch ab. Die Band hatte schon bei ihrer Gründung im Jahr 2017 für einiges an Aufsehen in der Mittelalter-Szene gesorgt, ist deren Sänger Ben Metzner doch vielen schon länger als Prinz Richard Hodenherz von Feuerschwanz bekannt. D'Artagnan fahren musikalisch jedoch einen ziemlich anderen Kurs und zogen mit ihrem reichlich pathetischen Musketier-Folk mit nicht zu überhörenden Schlagerelementen ein ganz neues Publikum auf das MPS. An der Show war auch wirklich nichts auszusetzen, es ging pompös ab auf der Bühne und auch die Fans zeigten sich begeistert. Mein Ding ist das musikalisch aber einfach nicht, und so wanderte ich nach einiger Zeit weiter zur Festival-Bühne.
D'Artagnan
Dort gab sich an diesem Abend die Letzte Instanz die Ehre und brachten ungewohnt harte und düstere Töne auf das MPS. Hier wurde ich musikalisch schon viel glücklicher. Auch die Letzte Instanz brachte sichtbar neues Publikum mit auf das Festival, aber auch klassische MPS-Besucher vergnügten sich sichtlich vor der Bühne. Auch der Band schien es auf dem MPS zu gefallen, wie sie immer wieder in ihren teils ausführlichen und interessanten Ansagen erkennen ließen.
Holly von der Letzten Instanz
Doch natürlich klebten wir alle nicht den ganzen Tag vor irgendeiner Bühne, denn es gab wieder genug zu entdecken. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir von dieser letzten Auflage des MPS in Telgte die kleine Spielwiese neben dem Jonglage-Stand, wo man sämtliche Utensilien einmal probieren konnte und wo wir lange mit Pois, Devil Sticks und Diabolo herumspielten. Außerdem besorgten eine Freundin und ich uns je zwei kleine, magnetische Kugeln. Diese sollen eigentlich negative Energien aus dem Körper ziehen, aber man kann mit ihnen auch einfach sehr viel Spaß haben. Sie machen nämlich tolle Geräusche beim in-die-Luft-werfen und lassen sich fototrächtig an diversen Stellen des Körpers befestigen. Offensichtlich hatten wir an jenem Samstag unseren extremen Spielkinder-Tag. xD
Am Abend begann dann für mich das vorfreudige Warten, denn nach einer längeren Umbaupause stand noch ein wie immer heiß ersehntes Konzert meiner Lieblingsband Faun auf dem Programm. Um nicht den halben Abend mit Rumstehen und Warten zu verschwenden, verzichtete ich dieses Mal auf einen Platz ganz vorne vor der Bühne und suchte mir später ein gemütliches Plätzchen etwas weiter hinten. Die Stimmung während des Konzerts war mal wieder hervorragend, sodass es wie immer eine große Freude war, den mystischen Klängen der Band unter dem Blätterdach der Bäume auf der Telgter Planwiese zu lauschen.
Danach wurde es dann aber auch höchste Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, denn auch der nächste Tag war schon längst verplant. Jedenfalls war dieses MPS in Telgte ein sehr schönes letztes Mal, das ich gerne in Erinnerung behalten werde. Generell war der Standort Telgte eines meiner ersten Stamm-MPS und ich verbinde sehr viele schöne Erlebnisse mit diesem Ort. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Termin und das Gelände von den Veranstaltern des Anno in Gütersloh übernommen wurden. In diesem Jahr wird da ja nun leider wie aus allem anderen auch nichts, aber so sehen wir uns vielleicht wenigstens alle in 2021 in Telgte wieder, um eine neue Ära der dortigen Mittelaltermärkte zu eröffnen.
Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.
Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.
Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P
Wacken - dieser Name klingt in den Ohren von Freunden härterer Klänge nach dem gelobtem Land. Auch ich habe schon seit meiner Teenagerzeit davon geträumt, einmal dorthin zu fahren - geklappt hat es aber nie, und seit acht Jahren ist das große Sommerfestival eh aus dem Rennen, weil es zeitlich stets mit meinem Lieblingsfestival, dem in einer ganz anderen Szene ebenfalls legendären Castlefest, zusammenfällt. Doch im Februar bot sich nun tatsächlich die Möglichkeit, es einmal nach Wacken zu schaffen. Seit drei Jahren findet dort nämlich noch ein zweites Festival statt, das Wacken Winter Nights. Es handelt sich dabei um ein viel kleineres Festival als die große Sommeredition, und der Schwerpunkt liegt deutlich mehr auf Mittelalter und Folk Metal, was meinem Musikgeschmack sowieso sehr entgegen kommt.
Freitag Morgen machten wir uns zu viert mit dem Auto auf den Weg. Die Fahrt von Rheine aus nahm natürlich einiges an Zeit in Anspruch, aber mit guter Musik (Heilung!) und guter Gesellschaft ließ sich das schon problemlos meistern. Die Verkehrlage meinte es auch nicht schlecht mit uns, sodass wir wie geplant in den Mittagsstunden an unserer gebuchten Wohnung in einem Dorf etwa eine halbe Stunde von Wacken entfernt ankamen. Die Besitzer des Hauses, in dem wir die Wohnung hatten, erwiesen sich als sehr nett und auch die Wohnung war so schön, dass man dort auch gerne einen längeren Urlaub verbracht hätte. Unsere Pläne waren aber natürlich etwas andere, sodass wir uns nur flott einrichteten und uns dann auf den Weg gen Wacken machten.
Das kleine Örtchen war mir vom ersten Moment an sympathisch. Alle dort - Festivalbesucher, Bewohner, Ordner - waren superfreundlich und gut gelaunt, die Stimmung erwartungsvoll. Selbst das Wetter hatte beschlossen, für dieses besondere Wochenende mal eben eine Art Vorfrühling einzuläuten. Beste Bedingungen also! Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg vom Parkplatz zum Gelände - ein langer, langer Weg, der uns besonders auf den abendlichen Heimwegen noch ganz schön quälen sollte. xD
Am Einlass erhielten wir unsere Bändchen sowie einen Goodie Bag. Dieser war gefüllt mit allerhand netten und nützlichen Sachen wie Kugelschreiber, Feuerzeug oder Halsbonbon gegen Heiserkeit vom Mitgröhlen. Leider war der Gurt etwas kurz, sodass es nicht ganz so einfach war, sich das Teil irgendwo festzumachen - wohl dem, der einen Gürtel hatte, an den er das Ding hängen konnte.
Auf dem Festivalgelände angekommen, machten wir erstmal eine Runde, um uns einen Überblick zu verschaffen. Das Gelände war überschaubar, aber schön. Die größten, überdachten Bühnen trugen wohlklingende Namen wie Ice Palace und Theatre Of Grace. Die Mystic Woods Bühnen mussten wir eine ganze Weile suchen, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass es sich gar nicht um Bühnen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um lauschige Plätzchen nahe der Bäume auf dem Gelände handelte.
Musikalisch fanden wir unser Zuhause für dieses Wochenende aber im Wesentlichen im Ice Palace, einem riesigen Zirkuszelt mit der größten Bühne des Festivals. Schon am Freitag konnte sich das Line Up dort sehen lassen. Die verrückten Norweger von Trollfest schafften wir zeitlich leider nicht mehr und während des folgenden Auftritts von Arkona erkundeten wir lieber das Gelände, aber danach waren wir eigentlich nicht mehr aus dem Zelt zu bekommen. Am frühen Abend spielten dort Heilung, eines der absoluten Highlights dieses Festivals und auch insgesamt einer der Hauptgründe, Wacken in diesem Jahr endlich zu besuchen. Diese Band ist live ein derartiges Erlebnis, ihre Musik so einzigartig, das muss man einfach mal gesehen haben! Weiter ging es dann mit den Finnen von Turisas, die sich auch schnell als sehr stimmungsvolle Liveband erwiesen. Im Anschluss blieb uns kurz Zeit, dem Theatre Of Grace einen Besuch abzustatten, doch beim Auftritt von Bannkreis war leider keine Chance mehr auf einen Platz. Selbst der Platz vor dem Zelt mit der Bühne war voll mit Menschen, die einen Blick auf das neue Projekt von Subway To Sally-Sänger Eric Fish erhaschen wollten. Auf den Headliner dieses Abends, Korpiklaani, hatten wir uns im Vorfeld alle gefreut, doch deren Auftritt wurde leider die große Enttäuschung des Wochenendes. Ich habe die Band schon mehrere Male live gesehen, die Auftritte waren stets großartige, wilde Parties - doch an diesem Abend war es einfach nur furchtbar langweilig. Die Band hatte sich aus irgendeinem Grund entschieden, sämtliche Hits aus dem Programm zu nehmen und auf neuere und auch ältere, weniger bekannte Songs zu setzen - was bei einem feierwütigen Festivalpublikum, welches ja nicht nur aus Hardcorefans der Band besteht, aber einfach nicht funktionierte. Der Funken sprang nicht über, der Raum vor der Bühne leerte sich zusehends. Auch wir räumten irgendwann enttäuscht das Feld. Das war ein Auftritt, welcher der Band so gar nicht gerecht wurde und ihr sicher wenig neue Freunde beschert hat.
Auch am Samstag verbrachten wir den Hauptteil unserer Zeit wieder im Ice Palace, angefangen mit dem nachmittäglichen Auftritt der Folk Metal Band Vogelfrey, die mit einem durchweg coolen, sympathischen und unterhaltsamen Auftritt überzeugte. Im Anschluss wurde es dann düster mit dem epischen Pagan Metal von Moonsorrow. Die Band kannte ich vorher nur flüchtig, der Sound überzeugte mich aber auf ganzer Linie. Die Finnen haben das eben drauf mit dem Metal. ;) Eluveitie im Anschluss mauserten sich jedoch ganz schnell zu meinem musikalischen Tageshighlight. Der Auftritt, den sie an diesem Tag in Wacken hinlegten, war der Beste der Schweizer, den ich bisher miterleben durfte. Ein Hit folgte dem nächsten, Sound und Stimmung waren gewaltig. Ein richtig, richtig gutes Konzert! Headliner an diesem Abend waren Saltatio Mortis, die wir uns jedoch nicht mehr ansahen.
Ehe wir es uns versahen, war auch schon der letzte Festivaltag angebrochen. Dieser wurde im IcePalace mit The O'Reillys and the Paddyhats fulminant mit Irish Folk Punk eröffnet. Die gute Laune konnte man dann auch gleich beibehalten, als nächstes standen nämlich Feuerschwanz auf der großen Bühne. Deren Auftritt hatte ich gar nicht in Gänze sehen wollen, aber es war einfach so lustig, dass wir im Endeffekt doch ziemlich bis zum Schluss dort blieben. Danach ging es dann flott weiter ins Theatre Of Grace, um die letzte Gelegenheit wahrzunehmen, die Dänen von Huldre live zu erleben. Diese gaben beim Wacken ihr Abschiedskonzert. Ich muss ja zugeben, dass mich die Folk Metal Band um Sängerin Nanna Barslev auf CD nie so ganz überzeugen konnte, die verwandten reinen Folk-Projekte Asynje und Gny waren mir immer lieber. Aber live auf der Bühne erwies sich die Band als durchaus erfreuliches Erlebnis und ich war froh, diese lezte Möglichkeit genutzt und dem Auftritt eine Chance gegeben zu haben. Viel zu schnell nahte dann aber auch schon das Ende des Festival-Wochenendes. Dieses kam in Form von meiner Lieblingsband Faun, was für mich natürlich einen perfekten Abschluss bildete. Und auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, Faun und Wacken würden denkbar schlecht zusammenpassen, wurde die Band hervorragend angenommen. Auch gestandene Metalheads zeigten sich sichtlich begeistert vom Auftritt der Band. Ein schöneres Ende hätte zumindest ich mir für unseren Wacken-Ausflug nicht vorstellen können!
Obwohl mein Bericht nun irgendwie den Eindruck erweckt, wir hätten nur vor der Bühne des IcePalace geklebt, ist das natürlich gar nicht wahr. Das Festival fing jeden Tag erst zu sehr angenehmer Zeit gegen Mittag oder gar erst am frühen Nachmittag an, sodass uns einiges an Zeit blieb, ausgiebig zu frühstücken und dann noch das Örtchen Wacken zu erkunden. So besuchten wir natürlich die bekannten Wacken-Skulpturen und statteten dem Wacken Store sowie dem Wacken Outlet einen Besuch ab und deckten uns mit allerlei Souvenirs ein. Neben dem quasi obligatorischen T-Shirt besitze ich nun auch eine Wacken-Schneekugel, einen großen Einkaufbeutel sowie eine Packung Wacken-Kaffee. Und zu unserem großen Entzücken gibt es in Wacken sogar so eine Memodaillen-Maschine. Das sind diese Dinger, in denen man ein 5-Cent-Stück plattkurbelt und so daraus ein Andenken herstellt. Für die Dinger bin ich ja tatsächlich immer zu haben. :D
Und auch auf dem Gelände bekamen wir selbstverständlich nicht nur das Programm auf den großen Bühnen mit. Bei der Old Village Chapel und den beiden Mystic Woods-Spielstätten trafen wir auch immer wieder auf die unterschiedlichsten Bands. Neben alten Bekannten wie Trollfaust, der Pressgëng und MacCabe & Kanaka durften wir dort auch spannende neue Musik entdecken. So zum Beispiel die verrückten kalifornischen Piraten von The Dread Crew Of Oddwood oder die Münsteraner von Dragol, die mich mit ihrer spannenden, atmosphärischen Performance irgendwo zwischen Musik, Rollenspiel und wirklich düsterem Märchen auf sehr positive Weise ein bisschen an die frühen Sachen von Goethes Erben erinnert haben.
Dragol
Wie man diesem laaangen Bericht wohl unschwer entnehmen kann, haben wir wirklich so einiges erlebt bei unserem ersten Besuch in Wacken. Auch wenn es sich beim Wacken Winter Nights um ein deutlich kleineres Event handelt als beim großen Bruder im August, hat sich die weite Anfahrt in meinen Augen auf ganzer Linie gelohnt. Musik und Sound waren klasse, die Größe sehr angenehm. Alle Beteiligten Künstler, Mitarbeiter und Besucher wirkten durchweg entspannt und gut gelaunt, was dem Festival eine klasse Atmosphäre verschaffte. Und wer weiß, vielleicht geschieht ja irgendwann mal ein kleines Wunder und es tut sich die Möglichkeit auf, auch im Sommer nochmal wiederzukommen. Bis dahin ist es aber in jedem Fall schön zu wissen, dass auch in den sonst eher festivalarmen Wintermonaten ein lohnender Grund besteht, dem beschaulichen Wacken einen Besuch abzustatten!
Am 2. November machten Faun im Zuge ihrer großen Jubiläumstour Halt in Wuppertal. Natürlich war ich wieder mit von der Partie und hatte dieses Mal sogar wieder die große Ehre, ganz offiziell berichten zu dürfen. Meinen Bericht findet ihr hier:
Es war mir wie immer eine große Freude, dabei sein zu dürfen und ich emfpinde es noch immer als riesiges Privileg, so über meine Lieblingsband berichten zu können. ♥
Leider gab es diesmal keinen Tourtrailer, dafür hier aber noch einmal das aktuellste Video der Band:
Wieder ist ein Jahr vorbeigegangen und es wird Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Jahresrückblick. Der fiel mir dieses Mal gar nicht so leicht. Irgendwie war 2018 für mich eher arm an bemerkenswerten Veröffentlichungen - zumindest in der Mittelalter - und Folkszene, über die ich hier ja vornehmlich blogge. Trotzdem habe ich hier mal eine Liste zusammengestellt. Diese ist wie üblich alphabetisch, damit ich mich für keine Rangliste entscheiden muss. Rezensionen sind, sofern vorhanden, verlinkt oder werden noch nachträglich verlinkt, wenn ich später noch zum Besprechen des einen oder anderen Albums komme.
Ich werde nie müde zu betonen, dass das Castlefest weitaus mehr ist als nur ein Musikfestival mit richtig gutem Line-Up. Es ist ein kunterbunter Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen: Neuheiden jeglicher Facon, Hippies, Cosplayer, Nerds, Steampunk-Fans - sie alle und noch viele mehr kommen hier Jahr für Jahr zusammen, um ein langes Wochenende voller Frieden, Spaß und toller Momente zu erleben. Das war auch 2018 wieder uneingeschränkt der Fall. Darum möchte ich hier, zum Abschluss meiner kleinen, alljährlichen Castlefest-Retrospektive, auch noch einmal auf all die nicht-musikalischen Highlights des Festivals eingehen.
Allem voran wäre da natürlich die Verbrennung des Wickermans zu nennen. Diese bezeichnet in jedem Jahr den wohl unbestrittenen Höhepunkt des Festivals. Dieses Mal stellte die Weidenfigur einen Schamanen (Pathfinder) dar, es ging also um Anleitung bei der Suche nach dem eigenen Weg. Dabei stand die Durchführung des Rituals in diesem Jahr sehr lange auf Messers Schneide. Aufgrund der extremen Hitze dieses Sommers herrschte auch in den Niederlanden höchste Waldbrandgefahr. Durch den enthusiastischen Einsatz der anwesenden Feuerwehrkräfte, denen man ihre ernsthaften Bemühungen sehr anmerkte und die den ganzen Tag das Gelände weiträumig um den Verbrennungsplatz wässerten, konnte die Zeremonie dann aber zum Glück doch stattfinden. Sie wurde dieses Mal sogar noch größer begangen als in den Jahren zuvor, ein unheimlich beeindruckendes und erhebendes Erlebnis. Wer den Ablauf selbst einmal verfolgen oder aber wie ich gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, für den wurde das Ganze zum Glück auch wieder filmisch festgehalten:
Auch abgesehen von diesem großen Ritual ließ sich überall auf dem Gelände Spannendes entdecken. Immer einen Besuch wert war wie in jedem Jahr das Lager der Heidense Bende. An anderere Stelle als zuvor, aber weiterhin ein Ruhepol, wenn einem der Trubel anderswo mal zu viel wurde, konnte man dort die verschiedensten Dinge erleben: Von Trommelkreisen über das gemeinsame Basteln von Opfern für das Wicker-Ritual bis hin zu Massagen oder Gesichtsbemalungen - bei der Heidense Bende ist immer etwas los.
Trommelkreis im Lager der Heidense Bende
Eine eher neue Entwicklung auf dem Castlefest war 2018 der Ausbau verschiedenster Interview-Panels, wie man sie von Conventions kennt. Trotz der enormen Hitze in dem Zelt, wo diese stattfanden, kamen sie sichtlich gut an und auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns das Q&A-Panel mit Faun anzusehen. Es wurde ein sehr vergnügliches Interview mit ganz neuen Einblicken in das Entstehen der Band und die Abläufe bei Major-Plattenfirmen.
Faun im Q&A Panel
Und selbst für den zugegebenermaßen wirklich langen Zugangsweg zum Gelände hatte sich die Castlefest-Crew auch in diesem Jahr wieder einiges Neues ausgedacht. So verkürzten Schilder mit Witzen und Scherzfragen den auf Einlass wartenden die Zeit, es gab einen Speed-Dating-Baum sowie eine Lobes- und eine Klagemauer, an der die Besucher mit Edding ihre Eindrücke hinterlassen konnten.
Lobesmauer
Kurzum: auch in 2018, bei meinem nunmehr bereits siebten Besuch, war das Castlefest für mich wieder das schönste Festival des Jahres. Hier stimmt einfach alles, vom Ambiente über das Programm bis hin zum Essen und Shopping. Ein offeneres, friedlicheres und bunteres Festival habe ich bisher noch nirgendwo gefunden. Das Motto - "Where fantasy becomes your reality" - ist hier wirklich Programm. Die Unterkunft für die nächste Auflage ist natürlich schon gebucht! ♥
Zum Abschluss: die Shopping-Ausbeute dieses Jahres, unzählige neue CDs nicht mitgezählt. Die kleine Katze in der zuckersüßen Verpackung stammt von Loeff Bureau Creative, die Kettenanhänger aus dem allerletzten Ausverkauf der wunderbaren Schmucklinie von Gnoom.
In den kommenden drei Tagen des Festivals erwartete uns wieder eine ganze Menge an großartiger Musik. Vertraute Namen waren ebenso vertreten wie uns noch unbekannte Bands und Künstler. Hier möchte ich nun einmal auf die (in meinen Augen) musikalischen Highlights eingehen. Da es viele gab, wird das wohl ein etwas längerer Beitrag, aber die Musik ist schließlich keine Nebensache bei einem Festival wie dem Castlefest, auch wenn insbesondere diese Veranstaltung natürlich noch so viel mehr bietet! ♥
Leider habe ich in diesem Jahr nicht so furchtbar viele eigene Fotos gemacht, die Hitze und der Staub haben mir da dann doch etwas die Lust genommen. Aber da ich mit diesem Beitrag nun eh so spät dran bin, sind mittlerweile schon einige der offiziellen Live-Videos vom Festival online. Und um sich ein Bild zu machen, sind diese doch wohl auch ganz schön, will ich meinen.
Nun aber zu meinen Castlefest-Höhepunkten 2018:
Fiona:
Das erste persönliche Highlight dieses Castlefests erwartete uns bereits am frühen Freitag Abend. Fiona, vielen als Mitglied der Pagan Folk Band Faun bekannt, gab ihr allererstes Solokonzert. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Album "Of Rivers And Tides" erschienen, auf dem sie sich ganz ihrer Leidenschaft für das Pianospiel widmet. Dieses brachte sie nun auf der gemütlichen Meadow Stage auf die Bühne, und es wurde ein wunderschönes Debüt. Während des ganzen Konzerts sah man ihr die Freude am Spiel an und die mal verträumten, mal verspielten Stücke übertrugen ihre Stimmung auch auf das neugierige und offene Publikum. Musikalisch gab es auch noch tatkräftige Unterstützung illustrer Gäste wie beispielsweise Maya Fridman am Cello sowie Nina von Waldkauz an der Flöte.
Eivør:
Auch die Headlinerin am Freitag erwies sich als ein absoluter Höhepunkt des Festivals. Eivør Pálsdóttir von den Färöer Inseln verzauberte das Publikum mit einer Mischung aus experimenteller nordischer Folk- und Popmusik sowie ihrer einzigartigen, fast schon archaisch anmutenden Gesangstechnik ins Stücken wie "Trøllabundin". Ein fesselndes Konzerterlebnis von einer durch und durch sympathisch wirkenden Sängerin.
Waldkauz:
Seit wir auf die immer noch recht junge, deutsche Pagan Folk Band Waldkauz aufmerksam geworden sind - und das müsste etwas vor vier Jahren gewesen sein - haben meine Freundin und ich uns gewünscht, sie einmal auf dem Castlefest erleben zu dürfen. Diese Band passt dort einfach perfekt hin, dachten wir, und eine persönliche Verbindung zu dem Festival haben sie auch noch. Und in diesem Jahr wurden unsere Wünsche nun endlich erhört. Waldkauz durften das Castlefest am Sonntag auf der Meadow Stage musikalisch abschließen. Leider gab es im Vorfeld ein paar Unklarheiten, ob auch nicht-Camper das Konzert besuchen dürfen. Anscheinend durften sie, wir jedenfalls waren ohne Campingticket dabei, aber der Zulauf wäre ohne diese Unklarheiten vermutlich doch noch etwas größer gewesen. Trotzdem wurde es ein sehr gelungener Festival-Einstand für die Band, mit super Stimmung vor und auf der Bühne. Einer Wiederholung dürfte da doch eigentlich nichts mehr im Weg stehen, oder?
Faun:
Ich denke, hier muss ich nicht viel schreiben. Meine Lieblingsband auf meinem Lieblingsfestival, diekt nach dem Wicker-Ritual. Ach ja: und wir fast schon zufällig immerhin in der zweiten Reihe vor der Bühne. Ein sehr, sehr schöner Abschluss für den Festivalsamstag!
The Sidh:
Meine Überraschung des diesjährigen Castlefests. Dudelsäcke und fast schon technoartige elektronische Beats, kann das? Und wie das kann! Die Band rockte unheimlich, das Publikum tanzte ekstatisch. Gerüchten zufolge war das Merch so schnell ausverkauft, dass bereits kurz nach Beginn des Festivals einer nach Italien zurückfliegen und Nachschub holen musste. Ein wirklich passender Act für den traditionellen Fruit Salad am Sonntag Nachmittag!
Kaunan:
Nordic Folk wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Macht mir jedes Mal wieder gute Laune und lädt durchaus zum Tanzen ein.
Emian:
Mit Emian und dem Castlefest haben sich zwei Dinge gefunden, die einfach perfekt zusammenpassen. Wer die Stimmung sucht, die mich dieses Festival so lieben lassen, der muss nur einmal ein Konzert dieser italienischen Pagan Folker besuchen und die ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne betrachten.
Brisinga:
Eine weitere neue Band für mich auf diesem Castlefest. Da haben wir uns am Sonntag sogar mal bei unserem sonst zeitlich etwas ausschweifenden Frühstück zusammengerissen, um den Anfang nicht zu verpassen. Die jungen Frauen wussten dann mit ihrer sehr eigenständigen Folkmusik bei Songs wie "Sinä ja minä" auch durchaus das Interesse der Zuhörer zu wecken. Man darf sicher gespannt sein, was von ihnen in der Zukunft noch so zu hören sein wird.
Irfan:
Die bulgarische Band ist für mich seit meinem ersten Castlefest-Besuch untrennbar mit diesem Festival verbunden, und die meditativen Klänge passen dort auch einfach ganz wunderbar hin. Musik zum Träumen und Entspannen auf dem wohl ohnehin schon entspanntesten Festival der Welt.
Árstíðir:
Die Band mit dem für den Großteil der Menschheit unaussprechlichen Namen spielt genau die Art von Pop, wie man ihn irgendwie nur in Island hinbekommt. Durch und durch ruhig und entspannt kann man sich in diesen Klängen ganz leicht verlieren.
PerKelt:
PerKelt beschreiben ihre Musik selbst als Pagan Speed Folk und gehen live wirklich ab wie Schmitz Katze, hatten aber auch ihre ebenfalls sehr ansprechenden ruhigen Momente. Gute Stimmung war bei dieser Musik jedenfalls vorprogrammiert!
Sowulo:
Nordisch inspirierter Pagan Folk ohne Gesang. Ein Konzert, welchem wir wegen der zeitweise fast schon erbarmungslosen Hitze dieses Jahr von einem Schattenplatz ohne Blick auf die Bühne gelauscht haben und welches trotzdem ein Genuss war.
Sunfire:
Die neue Band von Ex-Omnia Gitarristen Satria Karsono und der musikalischen Tausendsasserin Sophie Zaaijer zählte für mich zu den wohl ungewöhnlichsten Beiträgen des diesjährigen Castlefests. Musikalisch und optisch wurde man hier quasi in einen Saloon im wilden Westen versetzt. So etwas hat die Szene meines Wissens nach wirklich auch noch nicht erlebt!
Leider war es uns auch in diesem Jahr unmöglich, alle Bands zu sehen, sodass ebenfalls großartige Bands wie The Dolmen, Seed und The Moon and The Nightspirit diesmal weitestgehend auf der Strecke blieben. Das Line-Up war eben wieder einmal so gut, dass man sich am liebsten jede Band einmal angesehen hätte, was jedoch rein zeitlich nicht machbar war. Ein Luxusproblem, welches ich so auch von keinem anderen Festival kenne.
Da das Castlefest jedoch noch sehr viel mehr zu bieten hat als das Musikprogramm, möchte ich mich im letzten noch folgenden Teil meines Rückblicks noch mit dem Drumherum, dem Ambiente und dem nicht-musikalischen Programm beschäftigen. Doch dazu dann später mehr.
Es ist kaum zu übersehen: dieser Blog hat eine kleine Pause gemacht. Grund dafür war zum einen das Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai, die mich wie wohl auch viele andere Blogger gründlich verunsichert hat. Auch jetzt ist noch so vieles unklar, aber ich möchte dieses Hobby einfach nicht aufgeben, also geht es ab heute weiter. Zum anderen halten mich im Moment aber auch die anhaltende Hitzewelle sowie ein Rückenproblem von längeren Aufenthalten am PC ab, also werde ich das Ganze wohl auch jetzt etwas langsamer angehen.
Nun aber weiter da, wo ich vor etwas über einem Monat stehen geblieben war und damit zu ein paar Worten zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund. Dieses wollte ich eigentlich nur an einem Tag besuchen. Da sich meine Freunde jedoch nicht für einen Tag entscheiden konnten und somit zum Teil am Montag und zum Teil am Dienstag kamen, ich jedoch auf keinen verzichten wollte, wurden spontan doch zwei Tage draus.
Montag gab es ein ziemlich gutes Musikprogramm ganz nach meinem Geschmack. Da wäre zum einen die sympathische Gruppe Faey, die mit ihren fröhlichen Folk-Pop Stücken gute Laune auf dem MPS verbreitete. Neben Eigenkompositionen ihrer zwei Alben "Golden Apples" und "Honey & Cinnamon" hatte sich an diesem Tag auch eine interessante Coverversion von Ed Sheerans "Galway Girl" in das Programm geschlichen, welches vom Publikum ebenfalls gut aufgenommen wurde.
Andi von Faey
Auch Waldkauz beehrten an diesem Tag das MPS mit einem großartigen Konzert am frühen Abend. Die Pagan Folk Musik der noch recht jungen Band hat auf dem MPS mittlerweile eine große Fangemeinde, sodass sich auch dieses Mal schnell eine große, tanzfreudige Meute vor der Bühne einfand.
Niklas von Waldkauz und der Hut von Niel - war dies eine Entführung? :P
Für mich dieses Mal wie auch sonst immer ein Highlight war dann der abendliche Auftritt von Faun. Was kann es schöneres geben, als mit seiner langjährigen Lieblingsband an einem lauen Frühlingsabend in den Mai zu tanzen? Die Band wirkte ebenfalls gut gelaunt und spielfreudig und Stephans Ansage zum wohl thematisch passendsten Lied des Abends ("Walpurgisnacht") trieb einem vor Lachen fast schon Tränen in die Augen.
Nach diesem wunderschönen Konzert ging für mich dann auch schon der erste Tag auf dem MPS zu Ende. Da die Jahreskarte und damit auch das Campen auf dem Gelände für mich mittlerweile finanziell untragbar geworden sind, hieß es nach Hause zu fahren.
An Ausschlafen war dann aber auch nicht zu denken, schließlich ging es am nächsten Tag schon wieder zurück vom heimatlichen Aachen nach Dortmund. Mit einer anderen Freundin gab es an diesem Tag Ye Banished Privateers und Cuélebre zu erleben. Besonders auf Letztere hatte ich mich schon lange gefreut, da ich sie bisher aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verpasst und so letztlich trotz vieler potenzieller Chancen erst einmal zuvor gesehen hatte.
Cuélebre
Alles in allem hatte ich mal wieder zwei schöne Tage auf dem MPS, die es mich schon ein wenig bedauern ließen, dass ich die Veranstaltung in diesem Jahr kaum noch besuchen werde. Manchmal vermisse ich da schon die guten alten Zeiten, in denen wir fast jedes Wochenende mit dabei sein konnten.
Wie zu jedem Jahreswechsel, möchte ich auch dieses Mal wieder (wenn auch leider verdammt spät) meinen kleinen musikalischen Rückblick in das vergangene Jahr machen. Auch 2017 sind wieder einige beachtenswerte Alben erschienen, die ich an dieser Stelle noch einmal kurz würdigen möchte. Rezensionen folgen wie immer, wenn und falls ich Lust und Muße habe und werden gegebenenfalls dann auch gleich verlinkt.
Meine Alben des Jahres 2017, wie immer alphabetisch und nicht irgendeinem Rang folgend:
* Ja, ich weiß, dass dieses Album streng genommen schon 2016 erschienen ist. Da sich mir aber erst letztes Jahr die Möglichkeit bot, es zu erwerben und anzuhören, musste ich es also mit in dieses Jahr tragen.
Kein Folk, aber trotzdem keinesfalls zu vergessen:
CD 1:01. Diese kalte Nacht | 02. Federkleid | 03. Feuer | 04. Buntes Volk | 05. Tanz mit mir | 06. Alba II | 07. Sonnenreigen (Lughnasad) | 08. An die Geliebte | 09. Rabenballade | 10. Walpurgisnacht | 11. Wind & Geige XV | 12. Hörst du die Trommeln | 13. Hymne der Nacht
CD 2:01. Andro II | 02. Rosmarin XV | 03. Tinta - Live | 04. Wenn wir uns wiedersehen | 05. Mac Beth | 06. Blaue Stunde - Live | 07. Hymn To Pan | 08. Fire | 09. Odin - Live | 10. Egil Saga | 11 Von den Elben | 12. Iduna - Live | 13. Sigurdlied
Mit neun Studioalben, drei
Live-CDs sowie drei DVDs blicken Faun auf eine wahrhaft produktive
und bewegte Vergangenheit zurück. Mehrere Veränderungen im Line-Up
hat die Band seit ihrer Gründung 1999 erlebt, schier unermüdlich
die Bühnen im In- und Ausland bespielt und vor einigen Jahren mit
ihrem Album "Von den Elben" endgültig den Weg aus der doch
eher beschaulichen Mittelalterszene in die Charts geschafft. Da ist
es nur natürlich, einmal innezuhalten und einen Blick zurück zu
werfen. Und genau das tun Faun dieser Tage mit ihrem neuen Silberling
"XV – Best Of", einer Rückschau auf die vergangenen
fünfzehn Jahre der Bandgeschichte, welche neben einer
Standard-Version auch als 2CD Deluxe-Edition erhältlich ist.
Letztere soll hier nun einmal etwas näher vorgestellt werden.
Der Fokus von „XV –
Best Of“ liegt ganz klar auf den letzten drei, kommerziell
erfolgreichsten Alben "Midgard", "Luna" sowie
"Von den Elben". So dürfen natürlich die bekanntesten
Hits der Band wie "Diese kalte Nacht" oder "Federkleid"
ebenso wenig fehlen wie "Tanz mit mir", welches die Faune
gemeinsam mit Santiano aufgenommen hatten.
Doch auch einige ältere
Stücke haben erfreulicherweise ihren Platz gefunden auf "XV –
Best Of". So bekommen nun auch neuere Fans einmal die
Möglichkeit, mit echten Faun-Klassikern wie "EgilSaga" in
Kontakt zu kommen und so vielleicht Facetten der Band kennenzulernen,
die ihnen bislang nicht vertraut waren.
Doch es sind nicht nur die
jüngeren Fans, an die sich dieses erste Best Of von Faun richtet.
Mit "Feuer" und "An die Geliebte" finden sich
zwei brandneue Songs auf der CD. "Feuer" kommt dabei sehr
mystisch und mit opulentem Sound daher. Sängerin Laura Fella, das
neuste Mitglied der Band, stellt hier ihre stimmlichen Qualitäten
erstmalig in einer Studioaufnahme ganz wunderbar unter Beweis,
während das zweite neue Stück "An die Geliebte" eher die
romantisch-leise Seite der Band betont.
"Rosmarin" und
"Wind & Geige", zwei Lieder, welche Faun schon fast
seit den Anfängen begleiten, haben zur Feier des Jubiläums ein
komplettes Facelifting erhalten. So wurde "Rosmarin" durch
Stephans markantes Drehleierspiel gut hörbar in Fauns klangliches
Hier und Jetzt katapultiert und "Wind & Geige" sprüht
nur so vor jener verspielten Energie, die das Stück schon seit
Jahren bei jeder Live-Performance zu einem Garanten für ein
begeistert tanzendes Publikum macht.
Auch von den
Live-Qualitäten der Band kann man sich auf "XV – Best Of"
ein gutes Bild machen, haben doch zahlreiche – teils vorher
ebenfalls unveröffentlichte - Live-Aufnahmen ihren Weg auf die
Compilation gefunden. Besonders herausragend ist hier die
Live-Version von "Odin" mit Unterstützung durch
Wardruna-Sänger Einar Selvik, die noch einmal um Längen archaischer
und mystischer klingt als die ebenfalls schon großartige
Studioversion auf dem letzten Album "Midgard".
Faun haben mit "XV -
Best Of" eine Rückschau auf ihren bisherigen Weg geschaffen, an
der sowohl hartgesottene Fans als auch jene, die erst in der jüngeren
Vergangenheit auf die Band gestoßen sind, ihre Freude haben werden.
Die schöne Aufmachung mit Illustrationen des britischen
Fantasy-Künstlers Brian Froud sowie die unveröffentlichen Tracks
machen dieses Best Of-Album zu einem Muss in jedem Fan-Regal.
In diesem Sinne bleibt nur
noch eins zu sagen: Auf die nächsten fünfzehn wunderbaren Jahre mit
den einzigartigen Klängen von Faun!
Der zweite von den sehr wenigen Terminen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums, die ich in diesem Jahr besucht habe, war das MPS in Bückeburg. Da ohne Jahreskarte für mich finanziell an ein ganzes Wochenende mit Camping überhaupt nicht zu denken war, wurde es ein Tagesausflug am Samstag des ersten Wochenendes. Dieser Tag bot musikalisch aber ohnehin schon so viel, dass ich mich am späten Abend ohne große Wehmut, dafür mit vielen schönen Eindrücken vom schönen Bückeburger Schlosspark verabschieden konnte.
Gleich nach dem Betreten des Geländes zogen mich die Klänge von Waldkauz hin zur ersten Bühne, die den schönen Tag nutzten, vor Ort große Teile ihres mittlerweile erschienenen, neuen Musikvideos zu "Baba Jaga" zu drehen. Waldkauz live sind immer wieder eine große Freude, weswegen ich es sehr schade fand, dass ich sie aufgrund des großen Angebots an Programmpunkten, die ich auch noch sehen wollte, nicht so oft anschauen konnte, wie ich gerne gewollt hätte.
Nina von Waldkauz
Nach dem Waldkauz-Auftritt hätte ich mich eigentlich auf den Weg machen wollen, meine Freundin zu suchen, die separat angereist war. Aber nun standen auf der selben Bühne Faey auf dem Programm, und so blieb ich irgendwie hängen. Ich mag Faey mit ihrer so unglaublich positiven Musik einfach unglaublich gerne und bei ihren Konzerten zaubern mir zudem die sympathischen Bühnenansagen der Musiker immer wieder ein bleibendes Lächeln ins Gesicht.
Jürgen von Faey
Im Anschluss an diesen Auftritt machte ich mich dann aber tatsächlich endlich auf die Suche nach meiner Freundin und fand sie glücklicherweise auch recht bald. Zu zweit macht so eine Veranstaltung auf Dauer eben doch deutlich mehr Freude als allein. Wir inspizierten das Gelände, blieben mal vor dieser, mal vor jener Bühne hängen. Schön war es zum Beispiel, beim Auftritt von Ganaim vor der großen Bühne im Gras zu liegen und den schönen Irish Folk Klängen zu lauschen.
Und irgendwann war es dann Zeit für das große Abendkonzert meiner Lieblingsband Faun. Dieses war für mich natürlich wie immer ein absolutes Highlight. Ich ergatterte einen ziemlich guten Platz und nutze den langen, hellen Sommerabend, der es auch mir mit meiner ganz gewöhnlichen, aber heißgeliebten Kamera ermöglichte, ein paar schöne Fotos zu schießen.
Fiona von Faun
Zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann später noch ein beeindruckendes, großes Feuerspektakel, bevor es - diesmal gemeinsam - auf den Heimweg ging, den Kopf voller Eindrücke von einem schönen Tag im (phantastischen) Mittelalter.
Und weil es so schön ist, gibt es hier als Rausschmeißer noch oben erwähntes Waldkauz-Video:
Obwohl das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg für mich rein geografisch betrachtet der nächste Termin der ganzen Veranstaltungsreihe ist, hat es mich in der Vergangenheit auffällig selten dorthin verschlagen. Grund dafür war stets die schlechte Anbindung an de öffentlichen Nahverkehr: Wassenberg hat keinen Bahnhof, und die Busverbindungen sind - insbesondere ab dem frühen Abend äußerst überschaubar bis nicht mehr existent. Doch dieses Jahr gab es gute Gründe, noch einmal hinzufahren, steht das MPS Wassenberg doch auf der Liste der Termine, die in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Und dann hatte sich mit Faun in diesem Jahr auch noch meine Lieblingsband angekündigt.
Ich besuchte die Veranstaltung mit meiner Mutter, die schon seit Jahren kein MPS mehr gesehen hatte, weswegen wir den Tag mit einem Geländerundgang begannen. Es ist als regelmäßiger MPS-Besucher wirklich schön, eine dieser Veranstaltungen mal mit jemand szenefremdem zu besuchen, da man so selbst alles noch einmal mit neuen Augen sehen kann. So kam es dann sogar dazu, dass ich erstmalig in meiner mittlerweile auch schon fast zehnjährigen Mittelaltermarkt-Liebe beim Mäuseroulette teilnahm - und prompt gewann!
Von den an diesem Tag aufspielenden Bands schauten wir uns tatsächlich alle kürzer oder länger an - Cultus Ferox sogar mehrmals, da die es meiner Mutter an jenem Tag angetan hatten. Auch Versengold vermochten zu begeistern, sebst wenn wir die leider nur einmal im Zeitplan unterbringen konnten.
Cultus Ferox
Auf der kleinen Bühne schauten wir uns die Cobblestones an. Bei Saor Patrol blieb es eher bei einer Stippvisite - irgendwann muss man schließlich auch was essen. Mit leckeren Schmachtlappen vom Bäcker bewaffnet ließen wir uns auf einer Bank in einer ruhigen Ecke des schönen Geländes rund um die Burg Wassenberg nieder und beobachteten eine Zeitlang einfach die vorbeiziehenden Leute. Das Wetter war toll, das Gelände gut besucht, jedoch zum Glück nicht überlaufen. Später, quasi als Nachtisch, gönnten wir uns dann noch einen köstlichen Baumstriezel mit Zucker und Zimt. Einfach zu wunderbar, die Teile!
Ein bekanntes, aber ungewohntes Gesicht als Vertretung für Pínto bei Versengold
Irgendwie war es mir tatsächlich gelungen, meine Mutter zu überreden, den üblichen Zirkus mitzumachen, den es eben mitzumachen gilt, wenn man Faun aus der ersten Reihe erleben möchte. Ich denke, sie hat es nicht bereut. Es wurde wieder ein wunderschönes Faun-Konzert, mit zahlreichen Stücken vom aktuellen Album "Midgard" - darunter auch "Odin", welches auch ohne die musikalische Unterstützung von Einar Selvik einfach magisch ist - aber auch guten, alten Bekannten wie "Iyansa", welches seine Faszination auf mich wohl niemals verlieren wird.
Faun
So ein Faun-Konzert ist immer der perfekte Abschluss für einen MPS-Tag, und so machten wir uns im Anschluss auch ganz gemächlich auf den Heimweg, selbst wenn das Programm noch eine Weile weiterging. Auf dem Weg zum Ausgang verweilten wir kurz beim Feuerspektakel, welches aber leider winzig klein war und nicht das Highlight, was es auf größeren Terminen der Veranstaltung zu sein pflegt und welches ich meiner Mutter sehr gerne gezeigt hätte.
Vom Parkplatz aus warf ich einen letzten Blick zurück. Der Mond hing schön und hell über der idyllischen nächtlichen Silhouette von Wassenberg. Da wurde ich doch etwas wehmütig, dass dies vermutlich mein letzter Ausflug ins Wassenberger Mittelalter gewesen sein wird.
Am 3. März hatte das Warten endlich ein Ende: Faun waren wieder auf Tour und machten dabei Halt in Wuppertal. Klar, dass ich mir das nicht entgehen ließ!
Schauplatz des Spektakels war einmal wieder die Historische Stadthalle - eine Location, die einen wahrhaft perfekten Rahmen für ein Faun-Konzert bildet. Die Halle im Neorenaissance-Stil ist schon rein optisch ein wahrer Hingucker, und auch die Akustik lässt hier keine Wünsche offen. Perfekte Voraussetzungen also für einen wunderschönen Abend mit Faun.
Nachdem ich beim letzten bestuhlten Konzert in Wuppertal in der vorletzten Reihe gesessen hatte und damit nicht unbedingt glücklich geworden war (ein Opernglasverleih wäre an diesem Abend sehr schön gewesen, oder zumindest eine Brille in meiner aktuellen Sehstärke *hüstel*), war ich dieses Mal klüger gewesen und hatte mir einen Platz im Mittelfeld gegönnt. Mit dem Wissen, dass ich so auch ein wenig von den Personen auf der Bühne sehen würde, konnte das Konzert schon mit einem guten Gefühl beginnen.
Und was soll ich sagen, es wurde ein fabelhaftes Konzert, dieses mein nunmehr schon 37. Faun-Konzert. Die neue Bühnendeko passte hervorragend zur nordisch inspirierten "Midgard"-Tour, und natürlich gab es auch viele Stücke dieses Albums zu hören. "Sonnenreigen (Lughnasad)" und "Federkleid" durften ebenso wenig fehlen wie das zauberhafte "Macbeth" oder "Brandan", bei dem Stephan die Leadvocals singt. Und sogar einige lange nicht mehr live gehörte Stücke fanden ihren Weg ins Set, darunter beispielsweise "König von Thule" vom allerersten Album der Band aus dem Jahr 2002. Auch die Lichtshow war an diesem Abend mal wieder ein Traum und unterstützte die Klänge der Musiker einfach perfekt.
Auch eine ziemlich große Neuerung gab es für viele an diesem Abend zu erleben, war dies doch eines der ersten Konzerte mit neuer Sängerin. Nur wenige Wochen vor Beginn der Tour hatte Katja Moslehner ihren Ausstieg bekannt gegeben und damit einmal wieder Platz für eine neue Stimme gemacht. Eingenommen wurde ihr Platz von Laura Fella, die in der Vergangenheit schon als Gastsängerin bei Eluveitie von sich Reden gemacht hatte. Meinem Gefühl nach fügte sich Laura an diesem Abend jedenfalls schon ganz wunderbar in das Gesamtgefüge von Faun ein und ich bin gespannt, welche neuen Impulse sie in Zukunft einbringen wird.
Und dann gab es da natürlich noch die musikalischen Gäste. Für die "Midgard"-Tour hatten sich Faun gleich zweifach Unterstützung aus dem Norden Europas eingeladen. Zum einen war das Einar Selvik, den Meisten bekannt als der Mann hinter Wardruna. Zum anderen war da noch Martin Seeberg, der mit unzähligen Bands und Projekten wie Valravn, Trolska Polska oder Asynje schon seit Jahren die Nordic Folk Szene bereichert. Während Letzterer das Konzert ganz fantastisch instrumental an der Geige unterstützte, wurde Einar Selvik als Gastsänger tätig. So hatte man als Zuschauer das große Glück, "Odin" vom aktuellen Album live zu hören zu bekommen, was ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis war. Außerdem spielten Faun mit seiner Unterstützung zwei Wardruna-Songs, nämlich "Helvegen" und "Solringen" und zeigten, was für eine wunderschöne Symbiose die Musik der beiden Bands miteinander eingehen kann.
Obwohl das Konzert mit Pause und mehreren Zugaben wirklich nicht kurz ausfiel, war es am Ende gefühlt viel zu schnell vorbei. Ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie sehr ein Faun-Konzert mich in seinen Bann schlagen kann. Egal, wie oft ich diese Band sehe, es ist jedes Mal wieder ein Fest und lässt mich glücklich und beschwingt durch die nächsten Tage gehen. Darum freue ich mich, dass der nächste Termin schon gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt. Wir sehen uns auf dem MPS in Wassenberg, liebe Faune! ♥
Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)
Am 30. November fand sich in meinem Kalender ein Termin, auf den ich mich schon lange sehnsüchtig gefreut hatte. An diesem Mittwochabend machte nämlich meine nach all den Jahren immernoch unangefochtene Lieblingsband Faun einmal wieder Halt in Bochum. Im Zuge ihrer Akustiktour spielten sie ein Konzert in der wunderschönen Christuskirche.
Deutlich später als geplant erreichten meine Freundin und ich die Kirche, wo sich schon eine lange Schlange an Wartenden eingefunden hatte. Die späte Ankunft war zum Teil dem Weihnachtsmarkt-Trubel in der Innenstadt geschuldet, hauptsächlich aber unserem an diesem Tag irgendwie defekten Orientierungssinn. Im Endeffekt erwies sich unser Zuspätkommen jedoch als gar nicht weiter schlimm, konnten wir doch einen super Platz in der ersten Reihe der Empore ergattern. Von dort hatten wir während des ganzen Konzerts einen perfekten Überblick und sahen die Faune mal aus einer ganz anderen Perspektive.
Der Auftritt von Faun an diesem Abend war einmal wieder schlicht und ergreifend großartig. Bei den Akustikkonzerten der Band kommen die zahlreichen verschiedenen Instrumente, welche die Musiker verwenden, immer ganz besonders gut zur Geltung. Überhaupt erwies sich die Akustik in der Christuskirche wieder als wahrer Genuss, erreicht der Klang in dem hohen Gebäude doch einfach jeden Winkel und hat so viel Kraft, dass das Zuhören eine wahre Freude ist.
Musikalisch präsentierten Faun einen schönen Querschnitt durch ihr langjähriges Schaffen. Ganz neu waren die akustischen Bearbeitungen von Songs wie der "Rabenballade", "Alswinn" oder "Lughnasad" vom aktuellen Album "Midgard". Doch auch Klassiker der Bandgeschichte wie "Ne Aludj El" oder "Tanz über die Brücke" konnten hier einmal wieder live bewundert werden. Zu meiner sehr großen Freude hatten auch zahlreiche Stücke vom Album "Eden", welches bis heute mein absolutes Lieblingsalbum von Faun ist, ihren Weg auf die Setlist gefunden.
Obwohl das bestuhlte Konzert mit Pause und zwei Zugaben wirklich lange ging, verging die Zeit gefühlt wie im Flug. Gefühlt noch gar nicht wieder bereit für den Eintritt in die Realität, wurde es doch sehr bald Zeit für den Weg zurück zum Bahnhof. Leider verliefen wir uns auf diesem wieder, nur anders als auf dem Hinweg. Traurig genug, bei einer Location, die wir schon so oft besucht haben. Das wir dabei im Bochumer Bermudadreieck landeten, war dann auch irgendwie sehr passend. Die Neuorientierung kostete uns dann auch so viel Zeit, dass wir unseren Zug verpassten. Der nächste Zug verschwand dann vor seiner Abfahrt plötzlich spurlos aus den Fahrplänen (oder fuhr abweichend von Gleis 9 3/4, wer weiß das schon?), sodass uns eine lange Nacht bevorstand, bis wir den Tag gegen drei Uhr morgens endlich glücklich, aber sehr müde abschließen durften.
Zum Glück entschuldige die Erinnerung an das wunderschöne Konzert all diese kleinen Missgeschicke, sodass wohl keiner von uns den Ausflug nach Bochum bereut hat, so hart der nächste Tag auch gewesen sein mag. Und nun heißt es geduldig zu warten, bis Faun im kommenden März mit ihrem aktuellen Album "Midgard" auf Tour gehen und dabei auch in Wuppertal Halt machen. Ein Termin, auf den ich mich jetzt schon sehr freue!