Mittwoch, 26. August 2026

Wenn Träume wieder Wirklichkeit werden: Das Castlefest 2026

Immer am ersten Augustwochenende ist es soweit und das Gelände rund um das niederländische Kasteel Keukenhof in Lisse verwandelt sich in einen magischen Ort, wenn es wieder heißt: Castlefest! Und schonmal vorweg: Dieses Jahr gibt es bei meiner Berichterstattung eine Besonderheit, denn meine allerliebste Begleitung zu Events an jedem Ort dieser Welt und ich haben sich zusammengetan, die Arbeit aufgeteilt und jeweils das getan, was wir beide am Besten können. Heißt: der Text stammt von mir, die Bilder aber von Valeria!

                                                                                    Itinera aus Ungarn

 



Aber nun zurück zum Castlefest: Zum nunmehr einundzwanzigsten Mal lockte das Festival in diesem Jahr Besucher aus aller Welt, um vier Tage lang gemeinsam friedlich zu feiern, zu tanzen und das vielseitige Programm zu genießen. Und das konnte sich auch in diesem Jahr wieder sehen lassen. Auf den drei Bühnen spielten zahlreiche Musiker auf, darunter namhafte Szenegrößen wie Skáld, Blackbriar oder Patty Gurdy, aber ebenso viele Geheimtipps und internationale Bands, die man so nicht jeden Tag zu sehen und zu hören bekommt.


 

Auch in diesem Jahr war das musikalische Programm dabei wieder so bunt wie das Publikum selbst. La Fanfare Moussaka aus setzten beispielsweise auf eine einmalige Mischung von Balkan Beats und Auberginen, während The Revenge of the Synth dazu einlud, die Lichtschwerter auszupacken und zu von Star Wars inspirierten Klängen zu tanzen. Einen Weg in das Herz der Zuschauer bahnten sich auch die Ungarn von Itinera mit ihren folkig-elektrischen Klängen. Wie viele andere waren sie in diesem Jahr zum ersten Mal zu Gast auf dem Castlefest und hinterließen gleich so richtig Eindruck – ein Wiedersehen ist da ausdrücklich erwünscht! 

                                                                                                Balfolk

 


Gleiches gilt auch für die Italienerinnen von Uttern, deren extrem kraftvolle Performance auf ganzer Linie begeisterte. Ein ganz besonderes Konzert spielten am Sonntag zudem Sowulo, die ihr mittlerweile 13 Jahre altes Debütalbum mit ehemaligen Musikern der Originalbesetzung wieder aufleben ließen. Ein schönes Erlebnis nicht nur für Fans der ersten Stunde. 

                                                                                 Kelten Zonder Grenzen

 

Das Castlefest wäre aber auch nicht das Castlefest ohne ein breites Angebot an Balfolk. Hier lieferten gleich mehrere Bands die passenden Klänge für allerhand Kreis- und Kettentänze, darunter auch alte Bekannte wie Kelten Zonder Grenzen, die an diesem Wochenende ihr zwanzigstes Jubiläum zelebrierten.


                                                                                                Uttern

 

 

Doch natürlich endet das Castlefest nicht bei der Musik. Ein zentraler Punkt des Festivals ist die Verbrennung des Wickers am Samstagabend in einer ergreifenden Zeremonie. In diesem Jahr stand der Wicker unter dem Motto Dagaz und symbolisierte in Form eines Phoenix die Morgendämmerung. Ein schönes Symbol, auf das auch während der Zeremonie eingegangen wurde, durch welche neben zahlreichen Musikern in diesem Jahr vor allem Fieke van den Hurk sehr bewegenden Worten führte. Dabei wurde dieses Mal großer Wert darauf gelegt, das Publikum in die Zeremonie einzubinden, was auch sehr gut gelang.


 

Natürlich kam man beim Castlefest aber nicht nur vor den Bühnen auf seine Kosten. Zahlreiche Verkaufsstände boten ein extrem vielseitiges, hochwertiges und kreatives Angebot an Waren aus den verschiedensten Handwerksbereichen an, an dem man sich kaum sattsehen konnte und bei dem wohl jeder fündig wurde. Für die niederländisch sprechenden Besucher gab es außerdem noch einen Büchermarkt und ein großes Angebot an Workshops und Vorträgen. Auch für die jungen Besucher war wie in jedem Jahr gut gesorgt, gab es doch wieder verschiedenste Angebote für Kinder aller Altersgruppen. Wie groß der Bedarf dafür mittlerweile ist, zeigte eindrücklich der Buggy Parkplatz am Rande des Kinderbereichs – wie so viele Szenen wird auch die rund um das Castlefest nicht jünger, und viele der Besucher bringen mittlerweile ihre eigenen kleinen Familien mit auf das Festival. Da dieses wirklich sehr entspannt und inklusiv ist, ist das aber auch überhaupt kein Problem. Gleiches gilt übrigens auch für Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind und Gehhilfen oder Rollstühle benötigen. Diese sind auf dem Castlefest von jeher ein häufiger Anblick, und es wird viel dafür getan, möglichst große Bereiche des weitläufigen Festivalgeländes für alle zugänglich zu machen.

                                                                                                Nemuer

 



Doch so schön ein Festival auch sein mag, irgendwann muss es unweigerlich enden, und so kam auch in diesem Jahr der Sonntag wieder viel schneller, als einem lieb war. Neben den letzten Konzerten wurde eifrig überlegt, in welche der unzähligen kulinarischen Highlights auf dem Gelände die letzten Verzehrmünzen investiert werden sollten. Handbrot? Waffeln mit Erdbeeren? Slingerchips, oder doch lieber ein gesunder Obstsalat? Die Optionen waren schier endlos, Geldbeutel und Magen eher nicht, doch am Ende wurden zufriedenstellende Lösungen gefunden. Zu den Klängen von The Trouble Notes, die in diesem Jahr die Ehre hatten, das Festival abzuschließen und den legendären Fruit Salad – also das Stage Diving der Crew in Fruchtkostümen – zu begleiten, ging es dann so langsam durch den langen Wald mit seinen bunten Schildern auf den Weg zurück in die schnöde Realität.


 


Vielen Dank für ein weiteres schönes Jahr, liebes Castlefest. Wir sehen uns wieder im nächsten Jahr, wenn sich das Landgut Keukenhof vom 05. Bis 08. August wieder in den Ort verwandelt, an dem Träume Realität werden!


 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Valeria.


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