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Montag, 27. April 2020

Abschied nehmen - der Sonntag auf dem Castlefest

Schon war er wieder da, der letzte Tag des Castlefests. Obwohl man nach drei Tagen Festival stets ein wenig müde ist, mischt sich immer eine gute Portion Wehmut mit in den Sonntag. Die Koffer stehen gepackt im Auto, man überlegt, wofür man seine letzten Münzen und sein letztes Geld so ausgeben könnte. Hier noch ein Mango-Lassi, dort vielleicht doch noch eine weitere neue CD. Castlefest ist schließlich nur einmal im Jahr (naja, streng genommen sind es mittlerweile zweimal, aber die Winter-Edition ist eine ganz andere Geschichte). Die letzte Chance, in noch ein wenig neue Musik hineinzuhören, nutzten wir bei Vael und Drusuna, die beide 2019 zum ersten Mal auf dem Castlefest zu Gast waren. 

Am Nachmittag standen dann auch nochmal zwei mit Vorfreude erwartete Konzerte auf dem Programm. Zunächst einmal gaben sich Virelai die Ehre und brachten sogar uns steife Deutsche zum Kettentanzen. :P Die Dänen rund um Sängerin Mia brachten wieder reichlich gute Laune mit und ließen es sich nicht nehmen, dem Publikum auch den einen oder anderen Text in ihrer Muttersprache beizubringen. 

Virelai

Und dann war da natürlich noch das legendäre letzte Konzert des Castlefests, das man sich nicht entgehen lassen sollte. In diesem Jahr hatten erneut Russkaja die Ehre, was natürlich wieder mit einem wunderbaren Abriss endete. Diese Band macht live einfach unheimlich Spaß und hat es darum ganz zurecht verdient, schon zum zweiten Mal den traditionellen Fruit Salad zu beherbergen. Auch die Musiker selbst hatten sichtlich Spaß dabei zuzusehen, wie Veranstalter und Teilnehmer des Festivals in Obstkostümen von der Bühne ins Publikum sprangen. Das ist aber auch einfach eine wunderbare Abschluss-Tradition für ein Festival, die auch wir uns selten entgehen lassen. :D 

Russkaja lassen sich feiern

Viel zu schnell war dann auch dieses letzte Konzert vorbei und es hieß Abschied nehmen. Damals war ich zu hundert Prozent davon überzeugt, dass es sich wie immer um einen Abschied für ein Jahr handeln würde und wir uns alle am ersten Augustwochenende 2020 wieder dort sehen würde. Die Unterkunft war reservier, alles war gut. Nun ist seit einigen Tagen klar, dass es in diesem Jahr auch kein Castlefest geben wird. Das war natürlich zu befürchten, auch wenn die Hoffnung bis ganz zum Schluss blieb. Keine Absage (und ich hatte davon schon echt viele in den letzten eineinhalb Monaten...) hat mich so hart getroffen wie diese. Das Castlefest ist für mich so viel mehr als nur ein Festival, allein der Gedanke, dass es bald wieder vor der Tür steht, konnte mich über so manche richtig schwere Zeit bringen. Und jetzt haben wir eine schwere Zeit, wo das einfach nicht mehr funktioniert und ich habe bisher noch keinen Weg gefunden, das richtig zu kompensieren. Albern? Wenn ihr meint, aber so fühle ich nun einmal und verachte aus tiefster Seele all jene, die Kultur in einer Zeit wie dieser für verzichtbar halten.

Bleibt mir also wohl nichts übrig als zu beten, dass wir alle diese Situation überstehen und uns wenigstens im nächsten Jahr wiedersehen werden...

Sonntag, 26. April 2020

Große Rituale und kleine Enttäuschungen: Der Samstag auf dem Castlefest

Mal wieder fast einen Monat kein neuer Beitrag von mir. Und das, obwohl ich doch sogar einen neuen PC habe und endlich wieder vernünftig arbeiten kann. Faulheit war es aber auch nicht wirklich, vielmehr macht mir die aktuelle Situation ziemlich zu schaffen und ich habe es noch nicht so recht geschafft, in unser - Verzeihung - beschissenes neues Schicksal zu fügen. Alle meine Pläne für dieses Jahr zogen winkend an mir vorbei und ließen mich irgendwo zwischen traurig, aufmüpfig und resigniert zurück. Lange war ich mir unsicher, ob die Erinnerungen an all die Dinge, die ich dieses Jahr nicht erleben werde, mich nicht eher noch mehr runterziehen werden, aber mittlerweile vermisse ich das Schreiben hier so sehr, dass ich es einfach mal ausprobieren werde. Also, weiter geht es mit dem dritten Tag des Castlefest 2019:

Da der Samstag auf dem Castlefest stets ein langer und anstrengender Tag zu sein pflegt, ließen wir es auch dieses Mal wieder Morgens ruhig angehen und ließen uns lange ohne konkreten Plan von hier nach dort über das Gelände treiben.

Das erste Konzert, das wir uns ausgiebig ansahen, fand erst am Nachmittag auf der Forest Stage statt. Waldkauz passen einfach so perfekt auf dieses Festival, dass man sich einen Besuch nicht entgehen lassen sollte. Die Hildesheimer Band überzeugte mal wieder auf ganzer Linie mit ihrem vielseitigen Pagan Folk und brachte das Publikum mal zum Tanzen, mal zum Träumen. 

Peter von Waldkauz

Auch für das nächste Konzert an der Forest Stage waren wir zugegen, beehrten nach Jahren der Abweseheit endlich einmal wieder die Dänen von Asynje das Castlefest. Asynje waren schon bei unserem ersten Besuch des Festivals im Jahre 2012 Teil des Line-Ups und zählten somit zu den ersten Bands dieser Szene, die wir dort kennen und lieben lernten. Auch bei diesem Castlefest wirkte ihr Nordic Folk wieder auf ganzer Linie begeisternd. Die Band selbst wirkte auch sichtlich erfreut darüber, mal wieder auf dem Castlefest zu spielen und so blieb dann auch bei Songs wie "Viking Party Polka" kein Bein still.

Søren von Asynje

Nach diesem herrlichen Konzert begann die Zeit des langen Wartens, wie sie wohl jeder Castlefest-Besucher vom Samstag kennt. Wer etwas von der Verbrennung des Wickerman und der Zeremonie rund um dieses Ereignis sehen möchte, sollte beizeiten an der Forest Stage sein und sich ein Plätzchen sichern. Wir hatten uns einige Stunden zuvor wie traditionell wieder mit Muffins ausgestattet und ergatterten einen Platz vor der Bühne. Nicht perfekt für den Wickerman, dafür aber mit der bewegenden Zeremonie voll im Fokus. 

In diesem Jahr hatte man die Verbrennung des Wickerman zeitlich nach hinten verlegt, erst um 21:30 Uhr sollte es losgehen. Dies wurde von vielen bemängelt, die beispielsweise nur einen Tagesausflug von weiter entfernt machten oder mit ihren Kindern das Ritual verfolgen wollten. Für die Stimmung war es aber keine schlechte Wahl, denn so fiel dieser Höhepunkt des Festivals 2019 auf die Zeit der Dämmerung, was dem Ganzen noch einen extra-mystischen Touch gab. Außerdem war man ja schon froh, dass man dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehr die Zeremonie auch in diesem zweiten Dürrejahr in Folge überhaupt wieder durchführen durfte.

Veranstalter Mark van der Stelt während des Wickerman-Rituals

Die Zeremonie selbst war wieder äußerst bewegend, und da mein Opfer in diesem Jahr so persönlicher Natur war und ich mich auch noch sehr stark mit der Form des Wickers identifizierte, standen mir danach ziemlich die Tränen in den Augen. Mir ist das ja immer etwas unangenehm in der Öffentlichkeit, aber da viele während des Rituals weinen, ist es wohl in Ordnung so. Wie in jedem Jahr gibt es die Zeremonie für alle, die nicht dabei sein konnten oder in Erinnerungen schwelgen möchten auch wieder auf Youtube:


Im Anschluss an die Verbrennung nahm der Abend dann leider einen nicht mehr so idealen Verlauf. An der Hauptbühne wollten wir nicht bleiben, ein DJ-Set direkt im Anschluss an das Ritual schien uns wenig attraktiv. Auf der Meadow Stage jedoch sollte noch ein Konzert stattfinden, das nach Aufmerksamkeit schrie. Dort standen die Belga Boys auf dem Plan, eine Fusionierung der beiden Bands La Horde und Rastaban. Sicher war das Set zum Schreien komisch, doch da enttäuschte mich das Castlefest zum ersten Mal in unserer langjährigen Besuchergeschichte mal so richtig: uns wurde der Einlass verwehrt, das Konzert sei nur für Campinggäste. Das stand so nicht im Programm und klärte sich wohl im Laufe des Abends auch als Irrtum auf, doch davon hatten wir nichts mehr. Nach der Abweisung entschieden wir uns nämlich, den Besuch aus Mangel an Alternativen für diesen Tag zu beenden und machten uns auf den Heimweg...

Dienstag, 3. März 2020

Von Kissenschlachten und verschwundenen Autoschlüsseln - Der Freitag auf dem Castlefest

Bestens ausgeschlafen machten wir uns am Freitag gegen Mittag wieder auf den Weg zum Veranstaltungsgelände. Der erste volle Castlefest-Tag stand an, und es standen so einige tolle Programmpunkte an!

Pyjama Party mit La Horde

Los ging es für uns um kurz nach 12 mit der mittlerweile schon fast traditionellen Pyjama Party von La Horde, die auch dieses Mal wieder ein großer Spaß wurde - Kissenschlacht und ausufernde Macarena-Tänze inklusive. In diesem Jahr hatten sich die Musiker von La Horde sogar eigene "Good Morning, Castlefest!"-T-Shirts drucken lassen, und wie immer verbreiteten sie mit ihrer manchmal augenzwinkernden Musik und den unterhaltsamen Ansagen gute Stimmung und sorgten für einen gelungenen musikalischen Auftakt des Tages.

Der Wickerman

Im Anschluss wurde es dann erstmal Zeit für einen kompletten Rundgang über das Gelände sowie natürlich für einen Besuch beim Wickerman, um unsere Opfer darzubringen. Der Wicker kam 2019 als majestätischer Wolf daher, der einerseits für individuelle Stärke, andererseits aber auch für die Bedeutung der Gruppe stand. Ganz davon abgesehen, dass Wölfe zu meinen Lieblingstieren gehören, war auch mein Opfer in diesem Jahr ein für mich persönlich sehr bedeutsames, weswegen mir dieser Wickerman wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben wird...

Monique von Cesair

Den Nachmittag über ließen wir uns dann mal hierhin, mal dorthin treiben. Wir statteten dem Pagan Folk Panel mit unter anderem Waldkauz einen kurzen Besuch ab, wechselten dann aber zur Forest Stage, um noch ein wenig das Konzert von Cesair zu genießen. 

Christopher & Maria von u.a. Euzen im Q&A-Panel

Danach ging es zurück zur Castlefest Academy mit dem unterhaltsamen Q&A mit Maria und Christopher von Songleikr, Euzen und Heilung, bei dem sich ulkigerweise auch Gitarrist Harald bei den Fragenden einreihte, um nach dem Verbleib der Autoschlüssel zu fragen. Im Anschluss blieb noch Zeit zum Essen sowie für einen Besuch bei The Sidh, welche die Forest Stage einmal wieder von vorne bis hinten zum Tanzen brachten.

Hein von Shireen

Als es langsam dunkel wurde, stand dann das erste von zwei tollen und von mir heiß erwarteten Konzerten an. Auf der gemütlich gelegenen Meadow Stage gaben sich Shireen die Ehre und lieferten einen wirklich beeindruckenden Auftritt ab. Die ohnehin schon beeindruckenden Songs von "Matriarch", dem ersten und bisher einzigen Album des Band, entfalten live tatsächlich noch einmal eine ganz andere Dynamik und Intensität - ein Bühnenerlebnis, welches man sich nicht entgehenlassen sollte! Umso bedauerlicher, dass wir nicht ganz bis zum Ende bleiben konnten, weil wir in dem Dilemma steckten, auch beim letzten Konzert des Abends gerne noch einen guten Platz zu ergattern.

Euzen rocken die Forest Stage

So machten wir uns zu den letzten Tönen von Shireen auf den doch recht langen Weg zur Forest Stage, wo wir pünktlich für den Beginn des letzten Konzerts des Tages eintrafen. Auf der Bühne standen Euzen, deren Auftritt ebenso wie die Lichtshow mal wieder eine totale Wucht war! Sängerin Maria, diesmal im militärisch angehauchten Outfit, schafft es einfach wie keine Zweite, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln - ihre Stimmgewalt und Bühnenpräsenz waren auch bei disem Konzert wieder beeindruckend. 

So ging dann auch dieser erste Festivaltag gefühlt viel zu schnell zu Neige und mit dem Samstag stand schon der wohl wichtigste und am besten besuchte Tag des Castlefests vor der Tür. Doch davon natürlich mehr im nächsten Post...

Freitag, 18. Januar 2019

Castlefest 2018: die Impressionen

Ich werde nie müde zu betonen, dass das Castlefest weitaus mehr ist als nur ein Musikfestival mit richtig gutem Line-Up. Es ist ein kunterbunter Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen: Neuheiden jeglicher Facon, Hippies, Cosplayer, Nerds, Steampunk-Fans - sie alle und noch viele mehr kommen hier Jahr für Jahr zusammen, um ein langes Wochenende voller Frieden, Spaß und toller Momente zu erleben. Das war auch 2018 wieder uneingeschränkt der Fall. Darum möchte ich hier, zum Abschluss meiner kleinen, alljährlichen Castlefest-Retrospektive, auch noch einmal auf all die nicht-musikalischen Highlights des Festivals eingehen.


Allem voran wäre da natürlich die Verbrennung des Wickermans zu nennen. Diese bezeichnet in jedem Jahr den wohl unbestrittenen Höhepunkt des Festivals. Dieses Mal stellte die Weidenfigur einen Schamanen (Pathfinder) dar, es ging also um Anleitung bei der Suche nach dem eigenen Weg. Dabei stand die Durchführung des Rituals in diesem Jahr sehr lange auf Messers Schneide. Aufgrund der extremen Hitze dieses Sommers herrschte auch in den Niederlanden höchste Waldbrandgefahr. Durch den enthusiastischen Einsatz der anwesenden Feuerwehrkräfte, denen man ihre ernsthaften Bemühungen sehr anmerkte und die den ganzen Tag das Gelände weiträumig um den Verbrennungsplatz wässerten, konnte die Zeremonie dann aber zum Glück doch stattfinden. Sie wurde dieses Mal sogar noch größer begangen als in den Jahren zuvor, ein unheimlich beeindruckendes und erhebendes Erlebnis. Wer den Ablauf selbst einmal verfolgen oder aber wie ich gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, für den wurde das Ganze zum Glück auch wieder filmisch festgehalten:


Auch abgesehen von diesem großen Ritual ließ sich überall auf dem Gelände Spannendes entdecken. Immer einen Besuch wert war wie in jedem Jahr das Lager der Heidense Bende. An anderere Stelle als zuvor, aber weiterhin ein Ruhepol, wenn einem der Trubel anderswo mal zu viel wurde, konnte man dort die verschiedensten Dinge erleben: Von Trommelkreisen über das gemeinsame Basteln von Opfern für das Wicker-Ritual bis hin zu Massagen oder Gesichtsbemalungen - bei der Heidense Bende ist immer etwas los.

Trommelkreis im Lager der Heidense Bende

Eine eher neue Entwicklung auf dem Castlefest war 2018 der Ausbau verschiedenster Interview-Panels, wie man sie von Conventions kennt. Trotz der enormen Hitze in dem Zelt, wo diese stattfanden, kamen sie sichtlich gut an und auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns das Q&A-Panel mit Faun anzusehen. Es wurde ein sehr vergnügliches Interview mit ganz neuen Einblicken in das Entstehen der Band und die Abläufe bei Major-Plattenfirmen.

Faun im Q&A Panel

Und selbst für den zugegebenermaßen wirklich langen Zugangsweg zum Gelände hatte sich die Castlefest-Crew auch in diesem Jahr wieder einiges Neues ausgedacht. So verkürzten Schilder mit Witzen und Scherzfragen den auf Einlass wartenden die Zeit, es gab einen Speed-Dating-Baum sowie eine Lobes- und eine Klagemauer, an der die Besucher mit Edding ihre Eindrücke hinterlassen konnten.

Lobesmauer

Kurzum: auch in 2018, bei meinem nunmehr bereits siebten Besuch, war das Castlefest für mich wieder das schönste Festival des Jahres. Hier stimmt einfach alles, vom Ambiente über das Programm bis hin zum Essen und Shopping. Ein offeneres, friedlicheres und bunteres Festival habe ich bisher noch nirgendwo gefunden. Das Motto - "Where fantasy becomes your reality" - ist hier wirklich Programm. Die Unterkunft für die nächste Auflage ist natürlich schon gebucht! ♥


Zum Abschluss: die Shopping-Ausbeute dieses Jahres, unzählige neue CDs nicht mitgezählt. Die kleine Katze in der zuckersüßen Verpackung stammt von Loeff Bureau Creative, die Kettenanhänger aus dem allerletzten Ausverkauf der wunderbaren Schmucklinie von Gnoom.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Es geht los: Castlefest 2018, Anreise & Openingsconcert

Wenn mich jemand fragt, was ich am 1. Augustwochenende mache, dann kann ich seit nunmehr sieben Jahren immer die gleiche Antwort geben. Dieses Wochenende ist nämlich stets reserviert für das beste Festival der Welt, das Castlefest im niederländischen Lisse. Und so machten meine Freundin und ich uns natürlich auch in diesem Jahr am Donnerstag voller Vorfreude auf den Weg. Dieses Mal reisten wir jedoch mit einem leicht bangen Gefühl an, denn bei der Buchung unseres Stamm-B&Bs hatte es ein Problem gegeben. Was genau das bedeuten würde, das sollten wir dann vor Ort erfahren...

Die Anreise verlief problemlos, das Wetter war wie in diesem ganzen verrückten Sommer hervorragend, und auch das Buchungsproblem wurde geklärt - wenn auch etwas unkonventionell. Da unser Zimmer wegen eines Missverständnisses schon belegt war, wurden wir kurzerhand bei der Herbergsbesitzerin Zuhause im Gästezimmer einquartiert. Statt getrennter Zimmer und eigener Betten hatten wir nun ein Doppelbett und die Gesellschaft der freundlichen Hausherrin sowie ihrer Freundin, die sich gerade besuchte. Alles etwas ungewohnt, aber im Großen und Ganzen kein wirkliches Problem.

So machten wir uns dann irgendwann in aller Ruhe auf den Weg zum Festivalgelände, besorgten uns unsere Einlassbändchen und Essensmünzen und inspizierten schon ein wenig das Gelände. Da uns das musikalische Programm des Openingsconcerts in diesem Jahr jedoch nicht so sehr interessierte, entschieden wir uns nach dem Essen noch für einen Abstecher ans Meer.

Und was für eine Idee das war! Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang am Meer und einige wirklich magische Momente, als der Boden unter unseren nassen Füßen plötzlich zu leuchten anfing. Wir waren, wie uns ein freundlicher Spaziergänger erklärte, wohl auf eine Art fluoreszierende Algen gestoßen. Es war einfach wunderschön!

Premiere: ein Foto von mir auf meinem Blog. Weil ich es so 
schön finde, und weil man mich eh nicht erkennt :P

Als wir uns vom Meer lösen konnten, war es schon längst dunkel geworden und wir gingen bald zu Bett. Schließlich standen uns drei aufregende uns anstrengende Festivaltage bevor!

Sonntag, 14. Januar 2018

Castlefest-Nachlese 2017: Sonntag

Am Sonntag konnten wir es wieder etwas entspannter angehen. Musikalisch begannen wir den Tag mit The Dolmen, die das erste Konzert auf der großen Forest Stage bestritten. Es wurde wie immer an tolles Konzert. Wo The Dolmen auftreten, bleiben die Beine nicht still, und beim Castlefest gilt das natürlich ganz besonders. Selbst ein Dino ging da im Publikum voll ab. :D

The Dolmen

Gleich im Anschluss gab es dann noch ein letztes Mal Emian, die ihr Publikum im Laufe dieses Wochenendes zusehends - völlig verdient - vermehrt hatten. Es ging auf das Ende zu, die Leute wollten sichtlich nochmal so richtig tanzen, und das ging in diesem Jahr wohl bei kaum jemandem besser als bei Emian.

Ein letztes Mal schlenderten wir über das Gelände, machten letzte Besorgungen und flanierten durch das gemütliche Festivaldörfchen der Heidense Bende, gaben die letzten Münzen aus und ließen uns eine Weile vor der Bühne bei Seed nieder, dann stand auch schon das Abschlusskonzert vor der Tür. Dieses wurde in diesem Jahr von Russkaja bestritten. Das gab zum Abschluss nochmal eine richtig wilde Party. Ich kannte die Band vorher kaum und war nicht so recht sicher, ob ich sie mochte, stellte dann aber schnell fest: die machen verdammt nochmal so richtig Spaß! Die Ansagen brachten mich schnell zum Lachen, der "Traktor" war eine großartige Sache, und dann genossen sie natürlich noch das Privileg, den traditionellen "Fruit Salad" in ihrem Set zu haben. Dieses immer witzige Ritual allein ist schon immer ein guter Grund, sich das letzte Konzert des Festivals anzusehen. ;)


Und dann war es auch schon wieder vorbei. Vier Tage, so lange erwartet, wie im Fluge vergangen. Und wie in jedem Jahr waren wir uns gleich sicher: Tschüss Castlefest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!


Samstag, 13. Januar 2018

Castlefest-Nachlese 2017: Tag 2, Samstag

Am Samstag mussten wir uns mit dem Frühstück für unsere Castlefest-Verhältnisse richtig beeilen, da schon um 11 Uhr, also quasi am frühen Morgen, der erste Punkt auf dem Programm stand, den wir keinesfalls verpassen wollten: La Horde veranstalteten ihre Breakfast Pyjama Party!

Schon als La Horde das letzte Mal das Castlefest beehrten, zählte die von ihnen veranstaltete Kissenschlacht zu einem der Highlight des Festivals. In diesem Jahr setzten die sympathischen Belgier dann aber noch einen drauf. Besucher des morgendlichen Konzertes konnten sich bei der Band kostenlos mit Kaffee, Kakao und Gebäck versorgen lassen. Kissen für die Kissenschlacht waren am Merchstand zu leihen, viele hatten aber auch in weiser Voraussicht eigenes Material für die bevorstehende Schlacht mitgebracht. Pünktlich um 11 Uhr betrat dann ein verschlafener Ansager im Pyjama die Bühne und kündigte die Band an. Diese betraten dann - natürlich ebenfalls in Schlafanzügen - die Bühne, und los ging der Spaß. Mit viel Humor und tatkräftiger, zurecht viel bejubelter Unterstützung durch einen großartigen Poledancer, Anheizer, Merch-Präsentator und noch-so-vieles-mehr wurde das ganze ein riesiges Vergnügen mit einer krönenden Riesen-Kissenschlacht.

Kurz vor der Kissenschlacht bei La Horde

Ebenfalls eine Band, die ich mir niemals entgehen lassen würde, waren Rastaban, die wir uns am frühen Nachmittag auf der Village Stage anschauten. Die Belgier zählen zu den Bands, die uns seit unserem ersten Castlefest begleiten und die einfach immer wieder für gute Stimmung sorgen. Das war auch in diesem Jahr nicht anders, obwohl sich auch ein bisschen Wehmut in den sonst so fröhlichen Auftritt mischte, verabschiedete sich doch auf diesem Castlefest Stéphan, der charismatische und grundsympathische Geiger der Band, der die Konzerte mit seiner energiegeladenen Art stets bereichert hatte, als Mitglied von Rastaban. Er wird eindeutig eine Lücke im Bandgefüge hinterlassen.

Rastaban

Gleich nach dem Auftritt ging es dann auf zur Hauptbühne. Einerseits standen wieder Emian auf dem Programm, andererseits wurde es auch schon Zeit, sich einen Platz für das Ritual zu sichern. Wir fanden unseren am linken Rand der Bühne, wo man, je nach Blickrichtung, das Bühnenprogramm oder den Platz mit dem Wickerman im Blick hatte. Das war ein besserer Platz, als wir vorher zu hoffen gewagt hatten, da wir nicht den halben Tag mit Warten und Plätze-sichern verbringen wollten.

Das Warten auf das Ritual ist mir in diesem Jahr gut in Erinnerung geblieben. Es war eigentlich sehr gemütlich in unserer Ecke, wir waren mit leckeren Schokomuffins bestens versorgt und hatten um uns herum sehr nette und aufgeschlossene Menschen stehen, so dass die Zeit ziemlich schnell verging. Kurz vor Beginn passierte dann das, was uns bisher immer verschont hatte: es kam Wind auf, die Temperatur fiel, dunkle Wolken rasten heran. Es folgte ein Wolkenbruch wie er im Buche steht. Der Beginn der Zeremonie musste verschoben werden, stattdessen wurde von der Bühne Musik gespielt, alte Castlefest-Sampler-Beiträge. Die Stimmung im Publikum stieg scheinbar mit jedem Regentropfen. Die Leute tanzten, schrien, lachten. Einander fremde Menschen teilten sich die wenigen mitgebrachten Regenschirme. Wer keinen Schirm ergattern konnte, zog sich stattdessen aus und ließ den Regen lieber die Haut durchnässen. Es war ein seltsam intensives Erlebnis, welches die ganze Atmosphäre des Rituals ergriff und veränderte. Als die Verbrennung des Wickerman schließlich begann, waren die Leute in Hochstimmung, der Jubel, als die Flammen Besitz vom Wicker ergriffen, schien lauter denn je. Es war ein ungewöhnliches Ritual, das mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird.


Nach dem Ritual den Hauptplatz zu verlassen, ist immer eine Aufgabe für sich, aber es gelang uns recht gut. Nun standen an diesem Tag noch zwei Programmpunkte auf dem Plan, die zu den von mir besonders heiß erwarteten zählten. Das war zunächst einmal der Auftritt von RAN und Martine Kraft auf der Folk Stage, der dann auch wirklich wunderschön wurde. Das Konzert war gewissermaßen geteilt, den ersten Teil bestritt Sängerin Kaat Geevers. Zu hören gab es da die Lieder von LEAF - ein Projekt, welches in dieser Form ja leider der Vergangenheit angehört. In der Mitte des Sets übernahm dann die Norwegerin Martine Kraft. Obwohl beide Musikerinnen sich klanglich klar voneinander unterschieden, passten die beiden Teile des Konzerts doch gut zusammen. Es war ein ungewöhnliches Konzept, welches hier sehr gut umgesetzt wurde und uns bis zum Ende des Auftritts an der Bühne hielt.

RAN

Unmittelbar nach dem Konzert eilten dann alle - die Musiker inklusive - zur Forest Stage. Dort fand nämlich das wohl am heißesten ersehnte Konzert des Festivals statt. Schon den ganzen Tag hatte man die Leute flüstern hören, dass da wohl etwas ziemlich spannendes passieren müsse am Abend, beim allerersten Auftritt von Heilung. Der Bandname war wirklich in aller Munde, obwohl ja niemand so genau wusste, was einen erwarten würde. Das Album "Ofnir" war zwar schon lange veröffentlicht, aber eine Liveumsetzung dieses ungewöhnlichen Projektes weckte allerorts Neugierde. Was uns dann schließlich auf der Bühne erwartete, übertraf selbst meine kühnsten Vorstellungen. Dieser Auftritt war weit mehr als ein einfaches Konzert, das war ein Gesamtkunstwerk! Heilung erschufen auf der Bühne eine regelrechte Parallelwelt, die ihre ohnehin faszinierende Musik perfekt in Szene setzte. Man konnte den Blick gar nicht abwenden und der Auftritt schien wie im Traum viel zu schnell an einem vorbeizuziehen. Der Merchstand der Band wurde nach dem Konzert schier überrannt. Ich frage mich, ob es dort am Ende auch nur noch ein einziges T-Shirt in welcher Größe auch immer zu finden gab. In jedem Fall war das halbe Festival am Sonntag in Heilung-Shirts unterwegs. Sollte ich jemals eine Liste der besten Konzerte meines Lebens erstellen, wird dieses hier jedenfalls ganz, ganz oben mit dabei sein.


Ziemlich aufgekratzt machten wir uns nach diesem erlebnisreichen Tag auf den Weg zurück in unser Bed & Breakfast. Nun blieb also tatsächlich wieder nur noch ein Tag auf dem schönsten Festival der Welt...

Freitag, 12. Januar 2018

Castlefest-Nachlese 2017: Tag 1, Freitag

Am nächsten Morgen sah die Welt gleich wieder rosiger aus: Wir waren erholt, frisch geduscht und hatten ein wunderbares niederländisches Frühstück mit viel Gouda und Hagelslag vor uns. Und das Beste: das 3-Tages-Parkticket war schon gelöst, also konnten wir ab nun guten Gewissens mit dem Auto zum Gelände fahren! :P

Der Tag gestaltete sich dann auch insgesamt ziemlich entspannt. Los ging es für uns um 12:30 Uhr mit Árstíðir. Die Isländer boten mit ihren verträumt-ruhigen Klängen einen wunderbaren Einstieg in das Festival. Einfach perfekt, um sie gemütlich auf der Wiese liegend zu genießen.

 Árstíðir

Das Programm ließ uns an diesem Tag ziemlich viel Freiraum, und diesen Nutzen wir für weitere Erkundungen des Geländes. Wir besuchten die extrem gemützliche Camping Area, brachten unsere Opfer am Wickerman dar und bummelten ausgiebig durch die Händlermeilen, wo wir in diesem Jahr allerdings beide nicht so wirklich fündig wurden. Klar gab es schöne Sachen, aber die waren irgendwie allzu selten in unserem finanziellen Rahmen. Dafür ließen wir wohl beide genug Geld für neue Musik da. Schließlich ist das Castlefest in jedem Jahr für zahlreiche Bands der perfekte Zeitpunkt, neues Material mitzubringen - und für viele Fans die einzige Möglichkeit, sich mit dieser neuen Musik einzudecken.

Die nächste Band, die wir uns am Freitag richtig bewusst anschauten, waren Emian aus Italien. Diese dürften wohl für viele zu den Neuentdeckungen des Festivals gehört haben: herrlich tanzbarer Pagan Folk mit charmantem weiblichem Gesang und einem faszinierenden Allround-Musiker, der scheinbar jedes Instrument weit und breit zu beherrschen schien. Emian sollten die einzige Band des Festivals werden, die wir uns an allen drei Tagen auf allen drei ihrer Sets ansahen.

Emian

An diesem Tag klappte es dann auch endlich mit Cuélebre, die wir ja im Vorjahr so schändlich verpasst hatten. Ich wusste, dass dies ein dummer Fehler war - die Band erwies sich als super Liveband und brachte die Leute auf dem Platz schnell zum Tanzen.

Cuélebre

Den Rest des Tages ließen wir uns mehr oder weniger treiben. Ein paar Minuten schauten wir beim Konzert von Kelten Zonder Grenzen zu, wo man immer die größten Balfolk-Tänze beobachten kann. Dann zog es uns zu BerlinskiBeat, wo sich zahleiche Poispieler versammelt hatten, was ein wirklich schöner Anblick war. Irgendwann entschlossen wir uns dann, dass es Zeit für den Heimweg war. Der nächste Tag würde schließlich der längste des Festivals werden, den wir möglichst ausgeruht angehen wollten.

Montag, 15. August 2016

Auf gehts! - Castlefest 2016, Tag 1 (Freitag)

Gut ausgeschlafen und nach einem wunderbar niederländischen Frühstück mit vier Sorten Hagelslag, Pindakaas und natürlich Gouda-Käse, konnte der erste Tag des Castlefests für uns beginnen. 

Das klassische Castlefest-Frühstück

Zum Einlass schafften wir es wie üblich nicht, gehört ein ausgiebiges Frühstück doch einfach zum Luxus, den wir uns bei jedem Castlefest gönnen, aber pünktlich zum Auftritt von The Moon and The Nightspirit waren wir dann doch angekommen und genossen so einen musikalisch sehr entspannten Einstand in das Festival. Deren Konzert ließ sich wunderbar von vor der Bühne sitzend aus betrachten und lud zu einem ersten Umschauen im anwesenden Publikum ein. Dabei entdeckten wir schnell zahlreiche bekannte Gesichter, denn wer einmal zum Castlefest kommt, der kommt meist auch gerne jedes Jahr wieder.

The Moon And The Nightspirit

Auch bei unserem nächsten Programmpunkt blieb es musikalisch eher ruhig. Irfan aus Bulgarien bespielten nebst musikalischen Gästen (Monique und Fieke von Cesair) die Folk Stage und bewiesen einmal wieder, wie wunderbar sich ihre Musik live entfalten kann.

Irfan

Nach dem Auftritt von Irfan hatten wir etwas Leerlauf. Zeit, einen ersten ausgiebigeren Spaziergang über das Gelände zu machen. Schnell fiel ins Auge, dass sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren einiges am Aufbau geändert hatte. So hatte der Wickerman beispielsweise umziehen müssen, da an seinem bisherigen Standort gebaut wurde. Der neue Platz sollte sich leider am Samstag als eher weniger geeignet erweisen. Auch war die kleinste und abgelegenste der Bühnen verschwunden. Stattdessen befand sich an ihrer Stelle nun eine gemütliche, kleine Mittelalter-Landschaft, an der am Wochenende Ritterturniere und Kämpfe ausgetragen wurden.

Auch für ein erstes Ständegucken blieb am Freitag Zeit, wobei es weitestgehend beim Gucken bleiben sollte. Zum Shopping-Tag wurde nämlich der Sonntag auserkoren. Bis dahin hatte man sicher alles gesehen und auch reichlich Zeit gehabt, sich zwischen all den tollen Dingen für die paar Lieblingsstücke zu entscheiden, die schließlich mit nach Hause kommen sollten.

Unser Weg führte uns irgendwann zu einer kurzen Stipvisite bei Omnia, die am frühen Abend auf der Village Stage spielten. Da es nicht so voll war wie befürchtet, blieben wir ein paar Lieder lang stehen, bevor es Zeit wurde, sich auf den Weg zur großen Forest Stage zu machen. Dort nämlich gaben die Schweden von Ye Banished Privateers ihre Castlefest (und ich glaube auch NL-) Premiere. Ein Ereignis, das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Zu recht, wie sich schnell zeigte.

Ye Banished Privateers

Wir trafen zu den Tönen des ersten, bisher noch unbetitelten Stücks an der Bühne ein. Es war ein ruhiges Stück und das Publikum noch sichtbar skeptisch, sodass es kein Problem darstellte, sich ein Plätzchen in der ersten Reihe zu schnappen und der großartigen Dinge zu harren, die noch kommen sollten. Und ab dem zweiten Lied wurde deutlich, dass diese Piraten einfach wissen, wie man sich einem neuen Publikum standesgemäß vorstellt. Es wurde ausgepeitscht, erstochen, ersäuft, gehängt und sogar über die Planke ins Publikum geführt. Die Skepsis des Publikums schlug in Minutenschnelle in Begeisterung und Euphorie um, die anwesenden Fotografen überschlugen sich fast vor Eifer. Es wurde für alle ein absolut großartiges Konzert. Das heißt, für alle außer dem Bühnentechniker, den die nackte Angst um seine Technik angesichts von knapp einem dutzend über die Bühne wirbelnden Schweden, die dabei auch noch mit reichlich Wasser herumhantierten, vor Entsetzen die Hände vor das Gesicht schlagen ließ. Es war wahrlich ein Anblick für die Götter. ;)

Nach diesem wunderbaren Konzert stand noch ein weiterer Punkt auf unserem Programm: Faun! Irgendwie gelang es uns auch hier, an gute Plätze in der ersten Reihe zu gelangen (die letzten Jahre waren wir da immer chancenlos gewesen), von dem aus wir das Konzert sehr schön verfolgen konnten. Die Bühnendeko stand schon voll im Zeichen des am kommenden Freitag (19. August) erscheinenden, neuen Albums "Midgard" und auch ein erstes Lied von diesem Werk gab es mit "Nacht des Nordens" zu hören. Es war ein ruhiges, überaus stimmungsvolles Lied, das einfach perfekt in diese Sommernacht zu passen schien.

Faun

Überhaupt war dies ein wie gewohnt rundherum tolles Faun-Konzert mit einer überaus gut gelaunten Band. Ich hätte mir keinen schöneren Ausklang für diesen ersten Festivaltag vorstellen können.

Montag, 1. September 2014

Castlefest Nachlese, Teil 6

Nachdem ich gerade endlich mein Essay für die Uni fertigbekommen hab (Jubel!), kann ich nun auch hier guten Gewissens fertigstellen, was ich schon vor gefühlten Ewigkeiten begonnen habe: Ich präsentiere den abschließenden Teil der Castlefest Nachlese.

Am Sonntag ließen wir es wie üblich etwas ruhiger angehen. Auf dem Programm standen nicht mehr allzu viele Punkte, die abgedeckt werden sollten, dafür aber sehr schöne. Musikalisch wären da zunächst einmal Kelten Zonder Grenzen. Die Niederländer spielen wunderschöne, oft verträumte Balfolk-Musik - es durfte also einmal wieder ausgiebig getanzt werden! Eine Chance, die auch wir uns nicht entgehen ließen. :)


Überhaupt wurde der Sonntag recht tanzlastig, konnten wir es doch endlich einmal einrichten, an einem der angebotenen Balfolk-Workshops teilzunehmen. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich viele Teilnehmer eingefunden, um zusammen unterschiedliche Kreis- und Paartänze zu erlernen oder aufzufrischen. Das war ein richtig großer Spaß!

Durch die zeitliche Überschneidung mit dem Workshop bekamen wir von Amma im Anschluss leider nicht mehr viel mit, was sehr schade war. Die Damen (und der fast auf der Bühne versteckte Herr :D ) hätten unsere Aufmerksamkeit sicher sehr verdient. Zumindest klang das, was wir noch von dem Auftritt mitnehmen konnten, äußerst vielversprechend. Aber man kann eben nicht alles schaffen. :)


Bald darauf war es auch schon Zeit für unseren persönlichen Festivalabschluss - und für viele sicherlich auch eines der großen musikalischen Highlights des Festivals: Omnia! Die Niederländer sind wirklich untrennbar mit dem Festival verbunden und waren von Anfang an dabei. Und genauso werden sie verdientermaßen auch gefeiert. Während des ganzen Auftritts wurde fleißig mitgesungen und mitgetanzt und man wird wohl kein Publikum finden, dass aus vollerer Brust "Kill! Maim! Fight! Slay! Die!" brüllt als auf dem Castlefest. Generell war das (in vielleicht noch größerem Maß als sonst schon) ein sehr emotional geladenes Omnia-Konzert. Als Steve in einer Ansage Abschied von einer verstorbenen Bekannten nahm und danach unter Tränen "Old Man Tree" anstimmte, ließ das wohl niemanden kalt. Nach diesem Auftritt wusste ich jedenfalls mal wieder ganz genau, warum Omnia zu den Bands zählen, die einen ganz besonderen Platz in meinem Leben haben.


Wie bereits gesagt, war das Castlefest für uns danach leider schon beendet. Die letzten Münzen wurden klug investiert (in einen frisch gepressten Orangensaft und eine Spende für Greenpeace) und dann etwas wehmütig der Heimweg angetreten. Auf dem Rückweg begleiteten uns viele schöne, neue Erinnerungen und natürlich auch zahlreiche neue musikalische Errungenschaften, die über das Wochenende gemacht wurden.

Dass wir nächsten Jahr wiederkommen, steht außer Frage: Die Unterkunft ist schon gebucht. Denn es gibt einfach kein schöneres Festival als das Castlefest!

Castlefest Nachlese, Teil 5

Uff, schon September und ich sitze noch immer an der Castlefest Nachlese :oops: Naja, was soll man machen. Im August ist immer so viel los und leider hat man eh nicht immer so viel Zeit zum Bloggen, wie man sich wünschen würde.

Nun gut, zur Erinnerung: Wir sind immer noch beim Samstag Nachmittag. Als nächsten auf dem Programm standen die Ungarn von The Moon And The Nightspirit, zu deren ruhigeren Klängen mal weniger getanzt wurde als zuvor bei Zirp. Schön war es trotzdem und die Band präsentierte sowohl alte Songs als auch neue von dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen Album "Holdrejtek", die sehr vielversprechend klangen. Mittlerweile kann ich auch bestätigen: Ja, das klang nicht nur vielversprechend - das neue Album IST wieder toll geworden, aber dazu später mal mehr :) Falls sich jemand über den Titel wundert - dieser ist, wie auch die meisten Texte der Band, Ungarisch. Doch die Musik spricht zum Glück für sich, auch wenn man (wie ich) leider kein Wort Ungarisch spricht.


Im Anschluss an The Moon and The Nightspirit hatten wir uns eigentlich die Könige der Spielleute, Corvus Corax, ansehen wollen. Obwohl diese musikalisch ziemlich aus dem Rahmen fallen, werden sie beim Castlefest eigentlich immer heftig abgefeiert. Da sie aber diesmal zeitgleich mit The Dolmen auftraten, die uns am Vortag schon so überzeugt hatten, wurden die Pläne spontan geändert - einen Schritt, den wohl keine von uns bereut hat. The Dolmen gaben wieder alles und es wurde eine großartige Party!


Für die nächste Band, Trolska Polska aus Dänemark, blieben uns leider nur ein paar Minuten, die mich persönlich nicht vollständig zu überzeugen vermochten. Vielleicht muss man sich da auch etwas genauer einhören, aber so spontan war mir das irgendwie musikalisch zu anstrengend.


Nach ein paar Minuten mussten wir aber eh gehen, schließlich war es Zeit für die Verbrennung des Wickermans, das zentrale Ritual auf dem Festival, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. In einer feierlichen Zeremonie wird dabei der Wickerman, der dieses Jahr die Form einer Eule hatte, mit all den vorher dargebrachten Opfern der Besucher und Teilnehmer des Festivals, angezündet. Die Stimmung dabei ist wirklich feierlich und es ist nicht möglich, die Gefühle zu beschreiben, die einen durchlaufen, wenn der Wickerman in Flammen aufgeht und der Jubel losbrandet. Das muss man einfach selbst erleben.


Die Ehre, das erste Konzert nach dem Ritual zu spielen, lag dieses Jahr bei Faun. Die meisten Menschen, die am Ritual teilgenommen hatten, blieben auch gleich dort, weswegen das Konzert auch von einer unglablichen Menschenmasse besucht war. Es war unmöglich, einen auch nur halbwegs guten Platz zu ergattern, wenn man nicht schon vorher gut gestanden hatte. Darum entschlossen wir uns irgendwann, die Chance zu nutzen, dass es überall anders recht leer war und machten uns auf den langen Weg zum Parkplatz, um unsere Jacken zu holen. Dass wir ein Faun-Konzert freiwillig vorzeitig verließen war wohl auch für alle eine Prämiere, aber beim Castlefest sieht man alle Dinge irgendwie etwas entspannter als sonst :)

Ein Konzert stand danach noch an: Wardruna spielten auf der Hauptbühne. Es ist unglaublich, wie gespannt ich auf diesen Auftritt war - und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Musik von Wardruna ist schwer zu beschreiben, weswegen ich einfach ein Video anhängen werde, durch das sich jeder selbst ein Bild machen kann. Obwohl größtenteils sehr ruhig, entwickelt diese Musik eine ganz besondere Stimmung und eine unglaubliche Kraft und zieht einen unweigerlich in ihren Bann. Die Dunkelheit der Nacht und die Beleuchtung taten ihren Teil zu der einzigartigen Stimmung. Bei einem Lied erhielt die Band außerdem noch musikalische Unterstützung von Kaat Geevers an der Nyckelharpa. Insgesamt war das einfach ein Auftritt, den wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird!


Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 27. August 2014

Castlefest Nachlese, Teil 4

Unser Samstag begann einmal wieder mit La Horde. Diese hatten sich zu diesem Auftritt besonders fein gemacht: Vom niedlichen Karo-mit-Kühen Pyjama bis zur Bandeigenen Merchandising-Unterhose war auf der Bühne alles vertreten. Und warum das alles? Die Band hatte schon seit Beginn des Festivals zur Kissenschlacht im Rahmen dieses Konzertes aufgerufen. Einige Zuschauer kamen selbst in Schlafanzügen und mit eigenen Kissen, es wurden aber auch liebevoll selbst gemachte La Horde Kissen verteilt - und dann ging der Spaß los. Die Leute stellten sich wie zu einer klassischen Wall of Death auf und stürmten auf ein Kommando dann mit den Kissen aufeinander zu. Auch ein Circle Pit mit Kissen durfte am Ende nicht fehlen. Eine Aktion, die wohl keiner der Teilnehmer so schnell vergessen wird.


Ein weiteres persönliches Highlight folgte im Anschluss: Asynje! Die Dänen spielen Nordic Folk, der zu allerhand Tänzen einlädt. Da gibt es klassisch verschiedene Kettentänze, oder verwandelt sich das Publikum zu den Tönen von "Havhigstens Jomfrufærd" in einer Meute rundernder Seemänner. Und spätestens bei den ersten Tönen von "Viking Party Polka" war das Publikum auch in diesem Jahr nicht mehr zu halten - dieser Song wird seinem Namen definitiv gerecht!
Und das schönste: So, wie das Castlefest Asynje liebt, liebt offenbar auch die Band das Castlefest - haben sie doch extra pünktlich zum Festival eine neue EP gemacht, als sich herausstellte, dass das ganze Album nicht rechtzeitig fertig sein würde.


Als nächstes auf unserem Programm stand der Drehleier-Folk von Zirp. Auch dieser lud wieder zum ausgiebigen Tanzen ein, was es zu einer Freude machte, sich etwas an den Rand zu setzen und einfach den tanzenden Pärchen zuzusehen. Ein wirklich schönes Konzert!


Fortsetzung folgt!

Dienstag, 26. August 2014

Castlefest Nachlese, Teil 3

Um 20 Uhr ging es weiter im Programm mit den Damen und Herren von Cesair. Auch diese Band gehört irgendwie untrennbar zum Castlefest und ich freue mich jedes Jahr darauf, sie zu sehen. Sie spielten die mal ruhigen, mal tanzbaren Songs ihres ersten Albums "Dies, Nox Et Omnia" und brachten damit schnell Stimmung ins Publikum.


Nach einer Umbaupause ging es auf der gleichen Bühne weiter mit den immer wieder großartigen The Dolmen. Es war wirklich unglaublich, aber nach nicht mal einem halben Song (Rebel Fairy Fling vom Storm-Album übrigens) hatten sie das ganze Publikum zum Tanzen gebracht. Die Band präsentierte viele Lieder ihrer zwei neuen Alben (The Dolmen sind eine wirklich produktive Band), aber auch beliebte "Klassiker" wie das auch von mir heißgeliebte "Dead Cats Don't Meow". Schon nach wenigen Liedern war klar, dass wir uns auch den nächsten Auftritt der Band am folgenden Tag anschauen würden!



Wir verließen das Dolmen-Konzert ein paar Minuten vor seinem Ende. Eine Entscheidung, die wir im Nachhinein alle bitter bereuten. Grund für das vorzeitige Verschwinden waren die Headliner des Tages, Rosa†Crvx. Wir kannten die Band überhaupt nicht, aber das Castlefest hatte im Vorfeld derart interessante Ankündigungen gemacht, dass unsere Neugier geweckt wurde. Das Bühnenbild, welches aufgebaut worden war, verstärkte diese Neugier noch. Markenzeichen der Band ist anscheinend, dass sie Glocken auf der Bühne verwenden. Das Gerüst, was dafür aufgebaut wurde, war auch echt beeindruckend. Ebenso das Lichtermeer von Kerzen sowie ein richtiges Piano auf der Bühne.
Dann war es endlich so weit und Rosa†Crvx betraten die Bühne - und waren so gar nicht mein Ding. Und das Ding meiner Begleiter ebenfalls nicht. Die Musik schien eher auf ein Gothic-Festival zu gehören. Von den Glocken hörte man überhaupt nichts, was aber vermutlich an einer schlechten Abmischung gelegen hat. Hätte nicht eine von uns einen Ausflug in den Fotograben gemacht, hätten wir nie herausgefunden, dass das Wesen im Kutschermantel, welches Glocken und Piano bediente, eine Frau ist, da sie dem Publikum das ganze Konzert lang den Rücken zuwandte... Das heißt, ehrlich gesagt kann ich nicht beweisen, dass sie es das ganze Konzert tat - nach ein paar Songs beschlossen wir nämlich, dass es gar nicht so schlecht wäre, ein bisschen früher ins Bett zu kommen und machten uns auf den Heimweg. Auch musikalische Enttäuschungen gehören nun mal zu einem mehrtägigen Musikfestival wie dem Castlefest!

Fortsetzung folgt!

Montag, 25. August 2014

Castlefest Nachlese, Teil 2

Nach unserer Mittagspause ging es für uns im Musikprogramm weiter mit den sympathisch-verrückten Belgiern von La Horde. Diese entpuppten sich bald als wohl coolste Neuentdeckung des ganzen Festivals - wie soll man auch eine Band toppen, die eine Folk-Version des Tetris-Songs spielen und dabei mit ihren Geigen Ping Pong spielen? ;) Der ganze Auftritt hatte wirklich Unterhaltungswert, der seinesgleichen sucht und die Musik war tanzbar und lud - egal ob mit oder ohne Französischkentnisse - zum Mitsingen ein.


Weiter ging es mit den großartigen Euzen, die wir schon im Vorfeld des Festivals mit Spannung erwartet hatten. Sängerin Maria war wieder einmal fantastisch und es war fast unmöglich, den Blick von ihr abzuwenden. Wenn jemand einmal erleben möchte, was Bühnenpräsenz bedeutet: Auf auf zum nächsten Auftritt dieser dänischen Combo.
Neben Songs der bisher veröffentlichten zwei Alben gab es auch schon erste Ausblicke auf das dritte Album, welches sich gerade in Arbeit befindet. Ich bin seit dem Auftritt unheimlich gespannt auf das Ergebnis, es scheint tendenziell etwas lauter zu werden, zumindest wirkten die präsentierten Songs ziemlich druckvoll. Das wird sicher eine interessante Neuerscheinung!


Eigentlich ungeplant landeten wir direkt im Anschluss bei Rastaban. Ursprünglich hatten wir uns die belgische Tribal Folk Band an einem anderen Tag anschauen wollen, blieben dann aber einfach hängen. Seit wir vor drei Jahren das erste Mal auf dem Castlefest waren, haben Rastaban jedes Jahr gespielt. Sie gehören einfach dazu und ohne sie würde echt etwas fehlen. Die Stimmung bei ihren Konzerten ist immer super und es macht einfach Spaß, dabei zu sein. Dieses Jahr gab es sogar eine Premiäre: Ich habe es zum ersten Mal erlebt, dass es nicht geregnet hat, wenn die Band ihren Song "Desert" gespielt hat. Nach zwei Jahren, in denen dieses Lied unweigerlich den Regen angezogen hat (ausgerechnet, ich meine: ein Wüstenlied!), hatten wohl alle schon begonnen, an eine Art Fluch zu glauben. ;)


An diser Stelle mache ich dann mal wieder eine Pause. Das Freitagnachmittagsprogramm ist jetzt durch, im nächsten Beitrag widme ich mich dem Abendprogramm.

Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 20. August 2014

Castlefest Nachlese, Teil 1

Normalerweise halte ich es nach einem Festival mit dem Bericht ja so: Ich schreibe je einen Blogeintrag pro Tag. Das hat sich bisher bewährt, aber ich habe ja auch noch nie ausführlich über das Castlefest berichtet. Bei so vielen Eindrücken und einer solchen Fülle an großartigen Bands muss einfach eine andere Strategie her. Darum habe ich mich jetzt entschieden, den Bericht einfach in mehrere Blöcke einzuteilen. So viele, wie es eben braucht. Und fürs erste fange ich einfach mal mit dem ersten Festivaltag, dem Freitag, an.

Der Freitag begann für uns in aller Ruhe nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Bed & Breakfast. Noch bevor Zeit war, mit der Erkundung des Geländes zu beginnen, stand schon die erste Band auf der Bühne, die gesehen werden wollte:

Shantalla kommen (in gewisser Weise) aus Belgien und spielen Irish Folk. Langzeit-Omnia-Fans und an Europapolitik interessierten Menschen dürfte der Gitarrist der Band, Joe Hennon, bekannt vorkommen. Aber das nur am Rande, tut eigentlich nix zur Sache. ;)


Shantalla erwiesen sich jedenfalls sehr schnell als gelungene Eröffnung meines persönlichen Castlefest-Freitags. Die Musik der Band geht gut ins Ohr und lud auch schnell die ersten zum Tanzen und Poi-Spielen ein und als die Band auf der Bühne auch noch musikalische Unterstützung von Fiona Rüggeberg von Faun auf der Flöte erhielt, war schnell das erste Andro des Tages im Gange.
Direkt im Anschluss ging es auf Wanderschaft, da auf einer der drei anderen Bühnen Finvarra darauf warteten, sich dem Publikum zu präsentieren. Da die Sängerin der jungen, niederländischen Folkband sich derzeit eine Schwangerschaftspause gönnt, sprang für sie Monique, eigentlich Sängerin bei Cesair, ein. Die Band bot den Zuhörern ein eher ruhiges Set, das eher zum gemütlich von der Wiese aus Zuhören als zum Mittanzen einlud. Ja, auch solche ruhigen Momente gibt es auf dem Castlefest. :)


Noch früh am Tage gab es im Anschluss schon das erste der vielen musikalischen Highlights des Festivals, als Folk Noir die Hauptbühne bestiegen. Was einst als sehr ruhiges Folk-Projekt von Oliver Pade (Faun) und Kaat Geevers (L.E.A.F.) begann, ist mittlerweile zu einer "richtigen" Band angewachsen. Die Songs sind mal ruhihg, mal weniger ruhig und die Instrumentierung entspricht dank Nyckelharpa und Drehleier voll meinem Geschmack. Gesungen wird sowohl von Oliver als auch von Kaat und beide haben sehr angenehme, miteinander harmonierende Stimmen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band es irgendwann noch umsetzt, einen Nachfolger zur EP "Songs from Home" aufzunehmen und all die wunderbaren Lieder, die man bisher nur auf den eher seltenen Live-Auftritten genießen konnte, endlich auf CD bannt!


Nach Folk Noir begaben wir uns erst einmal in die wohlverdiente Mittagspause mit einem köstlichen Chili non Carne von Vegetarisch in Berlin. Wenn ihr diesen Stand irgendwo auf einem Festival erspäht, rate ich euch: Hingehen. Essen. Sofort. :D Das Essen da ist durchweg lecker, und wenn es mal zu heiß zum Essen ist, winkt ein erfrischendes Mango-Lassi. Sollte der Stand mal irgendwann nicht auf dem Castlefest sein, werden wir echt trauern! ;)

Auch ich werde an dieser Stelle erstmal Pause mit meinem Bericht machen, denn es warten noch so viele Highlights und es wird langsam spät. In diesem Sinne...

Fortsetzung folgt!

Montag, 18. August 2014

Endlich wieder am besten Ort der Welt - Castlefest Eröffnungskonzert am Donnerstag

Mit nur ein paar Wochen Verspätung *Hüstel* mache ich mich nun endlich an den Bericht zum diesjährigen Castlefest und beginne logischerweise mit dem Eröffnungskonzert am Donnerstag.

Für drei von uns (diesmal waren wir als Vierergruppe unterwegs) war der Donnerstag auch gleichzeitig der Anreisetag. Am späten Vormittag machten zwei von uns sich ganz gemütlich auf den Weg Richtung Festival in Lisse in der Nähe von Amsterdam. Der dritte im Bunde sollte uns später schon an unserem Bed & Breakfast erwarten und die Vierte reiste am nächsten Tag an. Trotz anfänglicher Verunsicherung direkt hinter der niederländischen Grenze, wo es schien, als verfolge uns ein Polizeiauto, verlief die Fahrt ohne Probleme. Irgendwann überholte das Auto einfach. Nicht, dass wir was zu verbergen gehabt hätten, aber wenn man die Polizei hinter sich hat, fühlt man sich einfach automatisch schuldig...

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann unser Domizil für die kommenden drei Nächte. In diesem unseren dritten Castlefestjahr war es uns erstmals nicht gelungen, einen Platz in unserem Stamm-Bed & Breakfast in Lisse zu ergattern. So waren wir schließlich einige Kilometer weiter entfernt in Noordwijk aan Zee gelandet. Das Bed & Breakfast war aber auch super und kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden. Von dort aus wären es auch nur zwei Kilometer bis zum Meer gewesen, aber wir haben es traurigerweise nicht dorthin geschafft. Bei 3 1/2 vollen Festivaltagen blieb dafür einfach keine Zeit.

Nun aber endlich zum Festival. Der Einlass war in diesem Jahr leider sehr unglücklich geregelt. Der Tunnel, durch den man in den Jahren davor zum Haupteingang gelangt war, war aus irgendeinem Grund gesperrt, weswegen sich alle durch einen langen, an diesem ersten Tag furchtbar schlecht beleuchteten Schotterweg kämpfen mussten, um zum Einlass zu gelangen. Auch war der Weg zur Bühne von diesem Punkt aus recht weit und der Einlass war gleichzeitig mit dem Beginn des ersten Konzertes. Es war also quasi nicht möglich, den Anfang dieses Konzertes zu sehen...

Irgendwann war es dann aber tatsächlich soweit und wir erreichten die Bühne, auf der gerade die bulgarische Band Irfan spielte. Obwohl die Band schon häufiger Gast auf dem Castlefest war, hatten sie in diesem Jahr erstmals ihre Originalsängerin mit dabei, eine recht zierliche Dame mit großartiger Stimme. Die Band präsentierte Songs ihrere zwei bereits veröffentlichten Alben ebenso wie einige Ausblicke auf das kommende Album. Zu diesem hatte es auf dem Festival eigentlich ein exklusives Pre-Release geben sollen, doch die Band war leider nicht rechtzeitig fertig geworden. Trotzdem kamen wir durch den Auftritt natürlich als eine der ersten in den Genuss, das neue Material anhören zu dürfen. Es sei so viel gesagt: Wer Irfan bisher gemocht hat, dürfte auch mit den neuen Songs glücklich werden - es klang alles sehr vielversprechend.


Im Anschluss an Irfan enterten Dikanda die Bühne. Die polnische Band macht musikalisch das, was für mich der Inbegriff von Balkan Beat ist. Das ist oft extrem tanzbar, manchmal aber auch balladesk und kommt auf dem Castlefest auf jeden Fall großartig an, und das zu recht. Ein absolutes Highlight sind auch Frontfrau Anias Ansagen zwischen den Songs. In experimentellen Englisch, mit viel Herzblut und Humor in der Stimme macht sie dem Publikum stets klar, was sie will und sorgt dabei stets für den einen oder anderen Lacher. Wie schon im Jahr davor war das ein wirklich cooler Auftritt.


Abschließen durften den Abend The Transsylvanians. Die Band hat eine ziemlich internationale Besetzung und Songs, die oft in Ungarisch gesungen (und teilweise auch gerappt) werden. Da ich es recht schwer finde, die Musik der Band angemessen zu beschreiben, hänge ich einfach mal ein (Audio-)Video als Hörprobe an, dann kann sich jeder ein eigenes Bild machen. Ich persönlich hatte Anfangs einige Probleme, mich an die Stimme der Sängerin zu gewöhnen, da mich diese konsequent an japanische Anime-Openings erinnert hat. Mittlerweile gefallen mir aber einige Lieder, wie der Beitrag zur diesjährigen Castlefest-Compilation ("Ki Ki Ki"), richtig gut.



Und das war auch schon der erste Tag. Sobald wie möglich werde ich den Bericht fortsetzen. Das Ganze wird vermutlich der längste Festivalbericht aller Zeiten, aber es ist ja auch das beste Festival aller Zeiten, also ist das doch nur angemessen ;)