Schon war er wieder da, der letzte Tag des Castlefests. Obwohl man nach drei Tagen Festival stets ein wenig müde ist, mischt sich immer eine gute Portion Wehmut mit in den Sonntag. Die Koffer stehen gepackt im Auto, man überlegt, wofür man seine letzten Münzen und sein letztes Geld so ausgeben könnte. Hier noch ein Mango-Lassi, dort vielleicht doch noch eine weitere neue CD. Castlefest ist schließlich nur einmal im Jahr (naja, streng genommen sind es mittlerweile zweimal, aber die Winter-Edition ist eine ganz andere Geschichte). Die letzte Chance, in noch ein wenig neue Musik hineinzuhören, nutzten wir bei Vael und Drusuna, die beide 2019 zum ersten Mal auf dem Castlefest zu Gast waren.
Am Nachmittag standen dann auch nochmal zwei mit Vorfreude erwartete Konzerte auf dem Programm. Zunächst einmal gaben sich Virelai die Ehre und brachten sogar uns steife Deutsche zum Kettentanzen. :P Die Dänen rund um Sängerin Mia brachten wieder reichlich gute Laune mit und ließen es sich nicht nehmen, dem Publikum auch den einen oder anderen Text in ihrer Muttersprache beizubringen.
Virelai
Und dann war da natürlich noch das legendäre letzte Konzert des Castlefests, das man sich nicht entgehen lassen sollte. In diesem Jahr hatten erneut Russkaja die Ehre, was natürlich wieder mit einem wunderbaren Abriss endete. Diese Band macht live einfach unheimlich Spaß und hat es darum ganz zurecht verdient, schon zum zweiten Mal den traditionellen Fruit Salad zu beherbergen. Auch die Musiker selbst hatten sichtlich Spaß dabei zuzusehen, wie Veranstalter und Teilnehmer des Festivals in Obstkostümen von der Bühne ins Publikum sprangen. Das ist aber auch einfach eine wunderbare Abschluss-Tradition für ein Festival, die auch wir uns selten entgehen lassen. :D
Russkaja lassen sich feiern
Viel zu schnell war dann auch dieses letzte Konzert vorbei und es hieß Abschied nehmen. Damals war ich zu hundert Prozent davon überzeugt, dass es sich wie immer um einen Abschied für ein Jahr handeln würde und wir uns alle am ersten Augustwochenende 2020 wieder dort sehen würde. Die Unterkunft war reservier, alles war gut. Nun ist seit einigen Tagen klar, dass es in diesem Jahr auch kein Castlefest geben wird. Das war natürlich zu befürchten, auch wenn die Hoffnung bis ganz zum Schluss blieb. Keine Absage (und ich hatte davon schon echt viele in den letzten eineinhalb Monaten...) hat mich so hart getroffen wie diese. Das Castlefest ist für mich so viel mehr als nur ein Festival, allein der Gedanke, dass es bald wieder vor der Tür steht, konnte mich über so manche richtig schwere Zeit bringen. Und jetzt haben wir eine schwere Zeit, wo das einfach nicht mehr funktioniert und ich habe bisher noch keinen Weg gefunden, das richtig zu kompensieren. Albern? Wenn ihr meint, aber so fühle ich nun einmal und verachte aus tiefster Seele all jene, die Kultur in einer Zeit wie dieser für verzichtbar halten.
Bleibt mir also wohl nichts übrig als zu beten, dass wir alle diese Situation überstehen und uns wenigstens im nächsten Jahr wiedersehen werden...
Mal wieder fast einen Monat kein neuer Beitrag von mir. Und das, obwohl ich doch sogar einen neuen PC habe und endlich wieder vernünftig arbeiten kann. Faulheit war es aber auch nicht wirklich, vielmehr macht mir die aktuelle Situation ziemlich zu schaffen und ich habe es noch nicht so recht geschafft, in unser - Verzeihung - beschissenes neues Schicksal zu fügen. Alle meine Pläne für dieses Jahr zogen winkend an mir vorbei und ließen mich irgendwo zwischen traurig, aufmüpfig und resigniert zurück. Lange war ich mir unsicher, ob die Erinnerungen an all die Dinge, die ich dieses Jahr nicht erleben werde, mich nicht eher noch mehr runterziehen werden, aber mittlerweile vermisse ich das Schreiben hier so sehr, dass ich es einfach mal ausprobieren werde. Also, weiter geht es mit dem dritten Tag des Castlefest 2019:
Da der Samstag auf dem Castlefest stets ein langer und anstrengender Tag zu sein pflegt, ließen wir es auch dieses Mal wieder Morgens ruhig angehen und ließen uns lange ohne konkreten Plan von hier nach dort über das Gelände treiben.
Das erste Konzert, das wir uns ausgiebig ansahen, fand erst am Nachmittag auf der Forest Stage statt. Waldkauz passen einfach so perfekt auf dieses Festival, dass man sich einen Besuch nicht entgehen lassen sollte. Die Hildesheimer Band überzeugte mal wieder auf ganzer Linie mit ihrem vielseitigen Pagan Folk und brachte das Publikum mal zum Tanzen, mal zum Träumen.
Peter von Waldkauz
Auch für das nächste Konzert an der Forest Stage waren wir zugegen, beehrten nach Jahren der Abweseheit endlich einmal wieder die Dänen von Asynje das Castlefest. Asynje waren schon bei unserem ersten Besuch des Festivals im Jahre 2012 Teil des Line-Ups und zählten somit zu den ersten Bands dieser Szene, die wir dort kennen und lieben lernten. Auch bei diesem Castlefest wirkte ihr Nordic Folk wieder auf ganzer Linie begeisternd. Die Band selbst wirkte auch sichtlich erfreut darüber, mal wieder auf dem Castlefest zu spielen und so blieb dann auch bei Songs wie "Viking Party Polka" kein Bein still.
Søren von Asynje
Nach diesem herrlichen Konzert begann die Zeit des langen Wartens, wie sie wohl jeder Castlefest-Besucher vom Samstag kennt. Wer etwas von der Verbrennung des Wickerman und der Zeremonie rund um dieses Ereignis sehen möchte, sollte beizeiten an der Forest Stage sein und sich ein Plätzchen sichern. Wir hatten uns einige Stunden zuvor wie traditionell wieder mit Muffins ausgestattet und ergatterten einen Platz vor der Bühne. Nicht perfekt für den Wickerman, dafür aber mit der bewegenden Zeremonie voll im Fokus.
In diesem Jahr hatte man die Verbrennung des Wickerman zeitlich nach hinten verlegt, erst um 21:30 Uhr sollte es losgehen. Dies wurde von vielen bemängelt, die beispielsweise nur einen Tagesausflug von weiter entfernt machten oder mit ihren Kindern das Ritual verfolgen wollten. Für die Stimmung war es aber keine schlechte Wahl, denn so fiel dieser Höhepunkt des Festivals 2019 auf die Zeit der Dämmerung, was dem Ganzen noch einen extra-mystischen Touch gab. Außerdem war man ja schon froh, dass man dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehr die Zeremonie auch in diesem zweiten Dürrejahr in Folge überhaupt wieder durchführen durfte.
Veranstalter Mark van der Stelt während des Wickerman-Rituals
Die Zeremonie selbst war wieder äußerst bewegend, und da mein Opfer in diesem Jahr so persönlicher Natur war und ich mich auch noch sehr stark mit der Form des Wickers identifizierte, standen mir danach ziemlich die Tränen in den Augen. Mir ist das ja immer etwas unangenehm in der Öffentlichkeit, aber da viele während des Rituals weinen, ist es wohl in Ordnung so. Wie in jedem Jahr gibt es die Zeremonie für alle, die nicht dabei sein konnten oder in Erinnerungen schwelgen möchten auch wieder auf Youtube:
Im Anschluss an die Verbrennung nahm der Abend dann leider einen nicht mehr so idealen Verlauf. An der Hauptbühne wollten wir nicht bleiben, ein DJ-Set direkt im Anschluss an das Ritual schien uns wenig attraktiv. Auf der Meadow Stage jedoch sollte noch ein Konzert stattfinden, das nach Aufmerksamkeit schrie. Dort standen die Belga Boys auf dem Plan, eine Fusionierung der beiden Bands La Horde und Rastaban. Sicher war das Set zum Schreien komisch, doch da enttäuschte mich das Castlefest zum ersten Mal in unserer langjährigen Besuchergeschichte mal so richtig: uns wurde der Einlass verwehrt, das Konzert sei nur für Campinggäste. Das stand so nicht im Programm und klärte sich wohl im Laufe des Abends auch als Irrtum auf, doch davon hatten wir nichts mehr. Nach der Abweisung entschieden wir uns nämlich, den Besuch aus Mangel an Alternativen für diesen Tag zu beenden und machten uns auf den Heimweg...
Bestens ausgeschlafen machten wir uns am Freitag gegen Mittag wieder auf den Weg zum Veranstaltungsgelände. Der erste volle Castlefest-Tag stand an, und es standen so einige tolle Programmpunkte an!
Pyjama Party mit La Horde
Los ging es für uns um kurz nach 12 mit der mittlerweile schon fast traditionellen Pyjama Party von La Horde, die auch dieses Mal wieder ein großer Spaß wurde - Kissenschlacht und ausufernde Macarena-Tänze inklusive. In diesem Jahr hatten sich die Musiker von La Horde sogar eigene "Good Morning, Castlefest!"-T-Shirts drucken lassen, und wie immer verbreiteten sie mit ihrer manchmal augenzwinkernden Musik und den unterhaltsamen Ansagen gute Stimmung und sorgten für einen gelungenen musikalischen Auftakt des Tages.
Der Wickerman
Im Anschluss wurde es dann erstmal Zeit für einen kompletten Rundgang über das Gelände sowie natürlich für einen Besuch beim Wickerman, um unsere Opfer darzubringen. Der Wicker kam 2019 als majestätischer Wolf daher, der einerseits für individuelle Stärke, andererseits aber auch für die Bedeutung der Gruppe stand. Ganz davon abgesehen, dass Wölfe zu meinen Lieblingstieren gehören, war auch mein Opfer in diesem Jahr ein für mich persönlich sehr bedeutsames, weswegen mir dieser Wickerman wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben wird...
Monique von Cesair
Den Nachmittag über ließen wir uns dann mal hierhin, mal dorthin treiben. Wir statteten dem PaganFolk Panel mit unter anderem Waldkauz einen kurzen Besuch ab, wechselten dann aber zur ForestStage, um noch ein wenig das Konzert von Cesair zu genießen.
Christopher & Maria von u.a. Euzen im Q&A-Panel
Danach ging es zurück zur CastlefestAcademy mit dem unterhaltsamen Q&A mit Maria und Christopher von Songleikr, Euzen und Heilung, bei dem sich ulkigerweise auch Gitarrist Harald bei den Fragenden einreihte, um nach dem Verbleib der Autoschlüssel zu fragen. Im Anschluss blieb noch Zeit zum Essen sowie für einen Besuch bei The Sidh, welche die Forest Stage einmal wieder von vorne bis hinten zum Tanzen brachten.
Hein von Shireen
Als es langsam dunkel wurde, stand dann das erste von zwei tollen und von mir heiß erwarteten Konzerten an. Auf der gemütlich gelegenen Meadow Stage gaben sich Shireen die Ehre und lieferten einen wirklich beeindruckenden Auftritt ab. Die ohnehin schon beeindruckenden Songs von "Matriarch", dem ersten und bisher einzigen Album des Band, entfalten live tatsächlich noch einmal eine ganz andere Dynamik und Intensität - ein Bühnenerlebnis, welches man sich nicht entgehenlassen sollte! Umso bedauerlicher, dass wir nicht ganz bis zum Ende bleiben konnten, weil wir in dem Dilemma steckten, auch beim letzten Konzert des Abends gerne noch einen guten Platz zu ergattern.
Euzen rocken die Forest Stage
So machten wir uns zu den letzten Tönen von Shireen auf den doch recht langen Weg zur ForestStage, wo wir pünktlich für den Beginn des letzten Konzerts des Tages eintrafen. Auf der Bühne standen Euzen, deren Auftritt ebenso wie die Lichtshow mal wieder eine totale Wucht war! Sängerin Maria, diesmal im militärisch angehauchten Outfit, schafft es einfach wie keine Zweite, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln - ihre Stimmgewalt und Bühnenpräsenz waren auch bei disem Konzert wieder beeindruckend.
So ging dann auch dieser erste Festivaltag gefühlt viel zu schnell zu Neige und mit dem Samstag stand schon der wohl wichtigste und am besten besuchte Tag des Castlefests vor der Tür. Doch davon natürlich mehr im nächsten Post...
Der von mir wohl am heißesten erwartete Tag des vergangenen Jahres war der 1. August, denn da ging es wie schon in den sieben Jahren davor ins Niederländische Lisse zum Castlefest. Wie üblich machten wir uns gegen Mittag auf den Weg und erreichten am frühen Nachmittag unsere neue Unterkunft. Nach all den Jahren hatten wir uns in diesem Jahr nämlich nach einer neuen Bleibe umsehen müssen - eine Veränderung, auf die ich gut und gerne hätte verzichten können. Zum Glück erwies sich unsere neue Herberge aber als durchaus angenehm, die Besitzer waren ebenfalls sehr freundlich und das Meer war von hier aus sogar zu Fuß zu erreichen. Fazit: wir kommen im nächsten Jahr wieder! :P
Doch nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, machten wir uns natürlich erst einmal auf den Weg zum Festivalgelände, wo an diesem Tag das Opening Concert stattfand. Auch wenn das Line-Up uns am Donnerstag nicht so sehr ansprach, ließen wir uns diesen ersten Besuch natürlich nicht entgehen. Schon allein, weil man an diesem Tag noch ziemlich entspannt an seine Festivalbändchen und Verzehrmünzen kommt. :D
Entspannung unter bunten Wimpeln
Wir deckten uns also mit allem Nötigen ein, besorgten uns etwas leckeres zu Essen und unternahmen einen ersten Rundgang über das Gelände. Am Donnerstag ist zwar noch nicht das ganze Areal geöffnet, doch es gibt auch an diesem Tag schon immer einiges zu sehen. So bestaunten wir die gemütliche Chillout-Zone mit ihren bunten Kissen und Wimpeln sowie die sehr fantasievoll gestalteten Raucherareale, die auch in diesem Jahr wegen der andauernden Trockenheit nötig waren.
Auf der Bühne standen an diesem Tag Harmony Glen, Sunfire sowie The Sidh. Erstere waren bei unserer Ankunft schon fast fertig mit ihrem Auftritt, letztere wollten wir uns an einem anderen Tag ansehen. So blieb es bei einem kurzen Besuch bei Sunfire, die mit ihrem ziemlich speziellen, aber durchaus mitreißenden Western Folk für beste Cowboy-und-Indianer-Stimmung sorgten.
Sophie von Sunfire
Als der Nachmittag dann langsam in den Abend überging, ließen wir das Castlefest für diesen Tag hinter uns. Wenn das Programm nicht allzu verlockend ist, haben wir es uns nämlich eigentlich zur Gewohnheit gemacht, wenigstens an einem Abend dieses Wochenendes das Meer zu besuchen. Also spazierten wir von unserer Wohnung aus zum Strand und machten dort einen langen Spaziergang mit den Füßen im Wasser und dem frischen, salzigen Wind im Gesicht. Das Wetter war dafür auch bestens geeignet und wir konnten einen schönen Sonnenuntergang erleben. Als dann jedoch ziemlich rasch schwarze Wolken am Horizont auftauchten, machten wir uns doch lieber flott auf den Rückweg - jahrelange Erfahrung hatte uns gelehrt, wie schnell das Wetter sich hier ändern kann. :)
Blick aufs Meer an diesem Tag
So endete unser erster Tag auf dem Castlefest und in Lisse.
Ich werde nie müde zu betonen, dass das Castlefest weitaus mehr ist als nur ein Musikfestival mit richtig gutem Line-Up. Es ist ein kunterbunter Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen: Neuheiden jeglicher Facon, Hippies, Cosplayer, Nerds, Steampunk-Fans - sie alle und noch viele mehr kommen hier Jahr für Jahr zusammen, um ein langes Wochenende voller Frieden, Spaß und toller Momente zu erleben. Das war auch 2018 wieder uneingeschränkt der Fall. Darum möchte ich hier, zum Abschluss meiner kleinen, alljährlichen Castlefest-Retrospektive, auch noch einmal auf all die nicht-musikalischen Highlights des Festivals eingehen.
Allem voran wäre da natürlich die Verbrennung des Wickermans zu nennen. Diese bezeichnet in jedem Jahr den wohl unbestrittenen Höhepunkt des Festivals. Dieses Mal stellte die Weidenfigur einen Schamanen (Pathfinder) dar, es ging also um Anleitung bei der Suche nach dem eigenen Weg. Dabei stand die Durchführung des Rituals in diesem Jahr sehr lange auf Messers Schneide. Aufgrund der extremen Hitze dieses Sommers herrschte auch in den Niederlanden höchste Waldbrandgefahr. Durch den enthusiastischen Einsatz der anwesenden Feuerwehrkräfte, denen man ihre ernsthaften Bemühungen sehr anmerkte und die den ganzen Tag das Gelände weiträumig um den Verbrennungsplatz wässerten, konnte die Zeremonie dann aber zum Glück doch stattfinden. Sie wurde dieses Mal sogar noch größer begangen als in den Jahren zuvor, ein unheimlich beeindruckendes und erhebendes Erlebnis. Wer den Ablauf selbst einmal verfolgen oder aber wie ich gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, für den wurde das Ganze zum Glück auch wieder filmisch festgehalten:
Auch abgesehen von diesem großen Ritual ließ sich überall auf dem Gelände Spannendes entdecken. Immer einen Besuch wert war wie in jedem Jahr das Lager der Heidense Bende. An anderere Stelle als zuvor, aber weiterhin ein Ruhepol, wenn einem der Trubel anderswo mal zu viel wurde, konnte man dort die verschiedensten Dinge erleben: Von Trommelkreisen über das gemeinsame Basteln von Opfern für das Wicker-Ritual bis hin zu Massagen oder Gesichtsbemalungen - bei der Heidense Bende ist immer etwas los.
Trommelkreis im Lager der Heidense Bende
Eine eher neue Entwicklung auf dem Castlefest war 2018 der Ausbau verschiedenster Interview-Panels, wie man sie von Conventions kennt. Trotz der enormen Hitze in dem Zelt, wo diese stattfanden, kamen sie sichtlich gut an und auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns das Q&A-Panel mit Faun anzusehen. Es wurde ein sehr vergnügliches Interview mit ganz neuen Einblicken in das Entstehen der Band und die Abläufe bei Major-Plattenfirmen.
Faun im Q&A Panel
Und selbst für den zugegebenermaßen wirklich langen Zugangsweg zum Gelände hatte sich die Castlefest-Crew auch in diesem Jahr wieder einiges Neues ausgedacht. So verkürzten Schilder mit Witzen und Scherzfragen den auf Einlass wartenden die Zeit, es gab einen Speed-Dating-Baum sowie eine Lobes- und eine Klagemauer, an der die Besucher mit Edding ihre Eindrücke hinterlassen konnten.
Lobesmauer
Kurzum: auch in 2018, bei meinem nunmehr bereits siebten Besuch, war das Castlefest für mich wieder das schönste Festival des Jahres. Hier stimmt einfach alles, vom Ambiente über das Programm bis hin zum Essen und Shopping. Ein offeneres, friedlicheres und bunteres Festival habe ich bisher noch nirgendwo gefunden. Das Motto - "Where fantasy becomes your reality" - ist hier wirklich Programm. Die Unterkunft für die nächste Auflage ist natürlich schon gebucht! ♥
Zum Abschluss: die Shopping-Ausbeute dieses Jahres, unzählige neue CDs nicht mitgezählt. Die kleine Katze in der zuckersüßen Verpackung stammt von Loeff Bureau Creative, die Kettenanhänger aus dem allerletzten Ausverkauf der wunderbaren Schmucklinie von Gnoom.
In den kommenden drei Tagen des Festivals erwartete uns wieder eine ganze Menge an großartiger Musik. Vertraute Namen waren ebenso vertreten wie uns noch unbekannte Bands und Künstler. Hier möchte ich nun einmal auf die (in meinen Augen) musikalischen Highlights eingehen. Da es viele gab, wird das wohl ein etwas längerer Beitrag, aber die Musik ist schließlich keine Nebensache bei einem Festival wie dem Castlefest, auch wenn insbesondere diese Veranstaltung natürlich noch so viel mehr bietet! ♥
Leider habe ich in diesem Jahr nicht so furchtbar viele eigene Fotos gemacht, die Hitze und der Staub haben mir da dann doch etwas die Lust genommen. Aber da ich mit diesem Beitrag nun eh so spät dran bin, sind mittlerweile schon einige der offiziellen Live-Videos vom Festival online. Und um sich ein Bild zu machen, sind diese doch wohl auch ganz schön, will ich meinen.
Nun aber zu meinen Castlefest-Höhepunkten 2018:
Fiona:
Das erste persönliche Highlight dieses Castlefests erwartete uns bereits am frühen Freitag Abend. Fiona, vielen als Mitglied der Pagan Folk Band Faun bekannt, gab ihr allererstes Solokonzert. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Album "Of Rivers And Tides" erschienen, auf dem sie sich ganz ihrer Leidenschaft für das Pianospiel widmet. Dieses brachte sie nun auf der gemütlichen Meadow Stage auf die Bühne, und es wurde ein wunderschönes Debüt. Während des ganzen Konzerts sah man ihr die Freude am Spiel an und die mal verträumten, mal verspielten Stücke übertrugen ihre Stimmung auch auf das neugierige und offene Publikum. Musikalisch gab es auch noch tatkräftige Unterstützung illustrer Gäste wie beispielsweise Maya Fridman am Cello sowie Nina von Waldkauz an der Flöte.
Eivør:
Auch die Headlinerin am Freitag erwies sich als ein absoluter Höhepunkt des Festivals. Eivør Pálsdóttir von den Färöer Inseln verzauberte das Publikum mit einer Mischung aus experimenteller nordischer Folk- und Popmusik sowie ihrer einzigartigen, fast schon archaisch anmutenden Gesangstechnik ins Stücken wie "Trøllabundin". Ein fesselndes Konzerterlebnis von einer durch und durch sympathisch wirkenden Sängerin.
Waldkauz:
Seit wir auf die immer noch recht junge, deutsche Pagan Folk Band Waldkauz aufmerksam geworden sind - und das müsste etwas vor vier Jahren gewesen sein - haben meine Freundin und ich uns gewünscht, sie einmal auf dem Castlefest erleben zu dürfen. Diese Band passt dort einfach perfekt hin, dachten wir, und eine persönliche Verbindung zu dem Festival haben sie auch noch. Und in diesem Jahr wurden unsere Wünsche nun endlich erhört. Waldkauz durften das Castlefest am Sonntag auf der Meadow Stage musikalisch abschließen. Leider gab es im Vorfeld ein paar Unklarheiten, ob auch nicht-Camper das Konzert besuchen dürfen. Anscheinend durften sie, wir jedenfalls waren ohne Campingticket dabei, aber der Zulauf wäre ohne diese Unklarheiten vermutlich doch noch etwas größer gewesen. Trotzdem wurde es ein sehr gelungener Festival-Einstand für die Band, mit super Stimmung vor und auf der Bühne. Einer Wiederholung dürfte da doch eigentlich nichts mehr im Weg stehen, oder?
Faun:
Ich denke, hier muss ich nicht viel schreiben. Meine Lieblingsband auf meinem Lieblingsfestival, diekt nach dem Wicker-Ritual. Ach ja: und wir fast schon zufällig immerhin in der zweiten Reihe vor der Bühne. Ein sehr, sehr schöner Abschluss für den Festivalsamstag!
The Sidh:
Meine Überraschung des diesjährigen Castlefests. Dudelsäcke und fast schon technoartige elektronische Beats, kann das? Und wie das kann! Die Band rockte unheimlich, das Publikum tanzte ekstatisch. Gerüchten zufolge war das Merch so schnell ausverkauft, dass bereits kurz nach Beginn des Festivals einer nach Italien zurückfliegen und Nachschub holen musste. Ein wirklich passender Act für den traditionellen Fruit Salad am Sonntag Nachmittag!
Kaunan:
Nordic Folk wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Macht mir jedes Mal wieder gute Laune und lädt durchaus zum Tanzen ein.
Emian:
Mit Emian und dem Castlefest haben sich zwei Dinge gefunden, die einfach perfekt zusammenpassen. Wer die Stimmung sucht, die mich dieses Festival so lieben lassen, der muss nur einmal ein Konzert dieser italienischen Pagan Folker besuchen und die ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne betrachten.
Brisinga:
Eine weitere neue Band für mich auf diesem Castlefest. Da haben wir uns am Sonntag sogar mal bei unserem sonst zeitlich etwas ausschweifenden Frühstück zusammengerissen, um den Anfang nicht zu verpassen. Die jungen Frauen wussten dann mit ihrer sehr eigenständigen Folkmusik bei Songs wie "Sinä ja minä" auch durchaus das Interesse der Zuhörer zu wecken. Man darf sicher gespannt sein, was von ihnen in der Zukunft noch so zu hören sein wird.
Irfan:
Die bulgarische Band ist für mich seit meinem ersten Castlefest-Besuch untrennbar mit diesem Festival verbunden, und die meditativen Klänge passen dort auch einfach ganz wunderbar hin. Musik zum Träumen und Entspannen auf dem wohl ohnehin schon entspanntesten Festival der Welt.
Árstíðir:
Die Band mit dem für den Großteil der Menschheit unaussprechlichen Namen spielt genau die Art von Pop, wie man ihn irgendwie nur in Island hinbekommt. Durch und durch ruhig und entspannt kann man sich in diesen Klängen ganz leicht verlieren.
PerKelt:
PerKelt beschreiben ihre Musik selbst als Pagan Speed Folk und gehen live wirklich ab wie Schmitz Katze, hatten aber auch ihre ebenfalls sehr ansprechenden ruhigen Momente. Gute Stimmung war bei dieser Musik jedenfalls vorprogrammiert!
Sowulo:
Nordisch inspirierter Pagan Folk ohne Gesang. Ein Konzert, welchem wir wegen der zeitweise fast schon erbarmungslosen Hitze dieses Jahr von einem Schattenplatz ohne Blick auf die Bühne gelauscht haben und welches trotzdem ein Genuss war.
Sunfire:
Die neue Band von Ex-Omnia Gitarristen Satria Karsono und der musikalischen Tausendsasserin Sophie Zaaijer zählte für mich zu den wohl ungewöhnlichsten Beiträgen des diesjährigen Castlefests. Musikalisch und optisch wurde man hier quasi in einen Saloon im wilden Westen versetzt. So etwas hat die Szene meines Wissens nach wirklich auch noch nicht erlebt!
Leider war es uns auch in diesem Jahr unmöglich, alle Bands zu sehen, sodass ebenfalls großartige Bands wie The Dolmen, Seed und The Moon and The Nightspirit diesmal weitestgehend auf der Strecke blieben. Das Line-Up war eben wieder einmal so gut, dass man sich am liebsten jede Band einmal angesehen hätte, was jedoch rein zeitlich nicht machbar war. Ein Luxusproblem, welches ich so auch von keinem anderen Festival kenne.
Da das Castlefest jedoch noch sehr viel mehr zu bieten hat als das Musikprogramm, möchte ich mich im letzten noch folgenden Teil meines Rückblicks noch mit dem Drumherum, dem Ambiente und dem nicht-musikalischen Programm beschäftigen. Doch dazu dann später mehr.
Wenn mich jemand fragt, was ich am 1. Augustwochenende mache, dann kann ich seit nunmehr sieben Jahren immer die gleiche Antwort geben. Dieses Wochenende ist nämlich stets reserviert für das beste Festival der Welt, das Castlefest im niederländischen Lisse. Und so machten meine Freundin und ich uns natürlich auch in diesem Jahr am Donnerstag voller Vorfreude auf den Weg. Dieses Mal reisten wir jedoch mit einem leicht bangen Gefühl an, denn bei der Buchung unseres Stamm-B&Bs hatte es ein Problem gegeben. Was genau das bedeuten würde, das sollten wir dann vor Ort erfahren...
Die Anreise verlief problemlos, das Wetter war wie in diesem ganzen verrückten Sommer hervorragend, und auch das Buchungsproblem wurde geklärt - wenn auch etwas unkonventionell. Da unser Zimmer wegen eines Missverständnisses schon belegt war, wurden wir kurzerhand bei der Herbergsbesitzerin Zuhause im Gästezimmer einquartiert. Statt getrennter Zimmer und eigener Betten hatten wir nun ein Doppelbett und die Gesellschaft der freundlichen Hausherrin sowie ihrer Freundin, die sich gerade besuchte. Alles etwas ungewohnt, aber im Großen und Ganzen kein wirkliches Problem.
So machten wir uns dann irgendwann in aller Ruhe auf den Weg zum Festivalgelände, besorgten uns unsere Einlassbändchen und Essensmünzen und inspizierten schon ein wenig das Gelände. Da uns das musikalische Programm des Openingsconcerts in diesem Jahr jedoch nicht so sehr interessierte, entschieden wir uns nach dem Essen noch für einen Abstecher ans Meer.
Und was für eine Idee das war! Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang am Meer und einige wirklich magische Momente, als der Boden unter unseren nassen Füßen plötzlich zu leuchten anfing. Wir waren, wie uns ein freundlicher Spaziergänger erklärte, wohl auf eine Art fluoreszierende Algen gestoßen. Es war einfach wunderschön!
Premiere: ein Foto von mir auf meinem Blog. Weil ich es so
schön finde, und weil man mich eh nicht erkennt :P
Als wir uns vom Meer lösen konnten, war es schon längst dunkel geworden und wir gingen bald zu Bett. Schließlich standen uns drei aufregende uns anstrengende Festivaltage bevor!
Am Sonntag konnten wir es wieder etwas entspannter angehen. Musikalisch begannen wir den Tag mit The Dolmen, die das erste Konzert auf der großen Forest Stage bestritten. Es wurde wie immer an tolles Konzert. Wo The Dolmen auftreten, bleiben die Beine nicht still, und beim Castlefest gilt das natürlich ganz besonders. Selbst ein Dino ging da im Publikum voll ab. :D
The Dolmen
Gleich im Anschluss gab es dann noch ein letztes Mal Emian, die ihr Publikum im Laufe dieses Wochenendes zusehends - völlig verdient - vermehrt hatten. Es ging auf das Ende zu, die Leute wollten sichtlich nochmal so richtig tanzen, und das ging in diesem Jahr wohl bei kaum jemandem besser als bei Emian.
Ein letztes Mal schlenderten wir über das Gelände, machten letzte Besorgungen und flanierten durch das gemütliche Festivaldörfchen der Heidense Bende, gaben die letzten Münzen aus und ließen uns eine Weile vor der Bühne bei Seed nieder, dann stand auch schon das Abschlusskonzert vor der Tür. Dieses wurde in diesem Jahr von Russkaja bestritten. Das gab zum Abschluss nochmal eine richtig wilde Party. Ich kannte die Band vorher kaum und war nicht so recht sicher, ob ich sie mochte, stellte dann aber schnell fest: die machen verdammt nochmal so richtig Spaß! Die Ansagen brachten mich schnell zum Lachen, der "Traktor" war eine großartige Sache, und dann genossen sie natürlich noch das Privileg, den traditionellen "Fruit Salad" in ihrem Set zu haben. Dieses immer witzige Ritual allein ist schon immer ein guter Grund, sich das letzte Konzert des Festivals anzusehen. ;)
Und dann war es auch schon wieder vorbei. Vier Tage, so lange erwartet, wie im Fluge vergangen. Und wie in jedem Jahr waren wir uns gleich sicher: Tschüss Castlefest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!
Am Samstag mussten wir uns mit dem Frühstück für unsere Castlefest-Verhältnisse richtig beeilen, da schon um 11 Uhr, also quasi am frühen Morgen, der erste Punkt auf dem Programm stand, den wir keinesfalls verpassen wollten: La Horde veranstalteten ihre Breakfast Pyjama Party!
Schon als La Horde das letzte Mal das Castlefest beehrten, zählte die von ihnen veranstaltete Kissenschlacht zu einem der Highlight des Festivals. In diesem Jahr setzten die sympathischen Belgier dann aber noch einen drauf. Besucher des morgendlichen Konzertes konnten sich bei der Band kostenlos mit Kaffee, Kakao und Gebäck versorgen lassen. Kissen für die Kissenschlacht waren am Merchstand zu leihen, viele hatten aber auch in weiser Voraussicht eigenes Material für die bevorstehende Schlacht mitgebracht. Pünktlich um 11 Uhr betrat dann ein verschlafener Ansager im Pyjama die Bühne und kündigte die Band an. Diese betraten dann - natürlich ebenfalls in Schlafanzügen - die Bühne, und los ging der Spaß. Mit viel Humor und tatkräftiger, zurecht viel bejubelter Unterstützung durch einen großartigen Poledancer, Anheizer, Merch-Präsentator und noch-so-vieles-mehr wurde das ganze ein riesiges Vergnügen mit einer krönenden Riesen-Kissenschlacht.
Kurz vor der Kissenschlacht bei La Horde
Ebenfalls eine Band, die ich mir niemals entgehen lassen würde, waren Rastaban, die wir uns am frühen Nachmittag auf der Village Stage anschauten. Die Belgier zählen zu den Bands, die uns seit unserem ersten Castlefest begleiten und die einfach immer wieder für gute Stimmung sorgen. Das war auch in diesem Jahr nicht anders, obwohl sich auch ein bisschen Wehmut in den sonst so fröhlichen Auftritt mischte, verabschiedete sich doch auf diesem Castlefest Stéphan, der charismatische und grundsympathische Geiger der Band, der die Konzerte mit seiner energiegeladenen Art stets bereichert hatte, als Mitglied von Rastaban. Er wird eindeutig eine Lücke im Bandgefüge hinterlassen.
Rastaban
Gleich nach dem Auftritt ging es dann auf zur Hauptbühne. Einerseits standen wieder Emian auf dem Programm, andererseits wurde es auch schon Zeit, sich einen Platz für das Ritual zu sichern. Wir fanden unseren am linken Rand der Bühne, wo man, je nach Blickrichtung, das Bühnenprogramm oder den Platz mit dem Wickerman im Blick hatte. Das war ein besserer Platz, als wir vorher zu hoffen gewagt hatten, da wir nicht den halben Tag mit Warten und Plätze-sichern verbringen wollten.
Das Warten auf das Ritual ist mir in diesem Jahr gut in Erinnerung geblieben. Es war eigentlich sehr gemütlich in unserer Ecke, wir waren mit leckeren Schokomuffins bestens versorgt und hatten um uns herum sehr nette und aufgeschlossene Menschen stehen, so dass die Zeit ziemlich schnell verging. Kurz vor Beginn passierte dann das, was uns bisher immer verschont hatte: es kam Wind auf, die Temperatur fiel, dunkle Wolken rasten heran. Es folgte ein Wolkenbruch wie er im Buche steht. Der Beginn der Zeremonie musste verschoben werden, stattdessen wurde von der Bühne Musik gespielt, alte Castlefest-Sampler-Beiträge. Die Stimmung im Publikum stieg scheinbar mit jedem Regentropfen. Die Leute tanzten, schrien, lachten. Einander fremde Menschen teilten sich die wenigen mitgebrachten Regenschirme. Wer keinen Schirm ergattern konnte, zog sich stattdessen aus und ließ den Regen lieber die Haut durchnässen. Es war ein seltsam intensives Erlebnis, welches die ganze Atmosphäre des Rituals ergriff und veränderte. Als die Verbrennung des Wickerman schließlich begann, waren die Leute in Hochstimmung, der Jubel, als die Flammen Besitz vom Wicker ergriffen, schien lauter denn je. Es war ein ungewöhnliches Ritual, das mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird.
Nach dem Ritual den Hauptplatz zu verlassen, ist immer eine Aufgabe für sich, aber es gelang uns recht gut. Nun standen an diesem Tag noch zwei Programmpunkte auf dem Plan, die zu den von mir besonders heiß erwarteten zählten. Das war zunächst einmal der Auftritt von RAN und Martine Kraft auf der Folk Stage, der dann auch wirklich wunderschön wurde. Das Konzert war gewissermaßen geteilt, den ersten Teil bestritt Sängerin Kaat Geevers. Zu hören gab es da die Lieder von LEAF - ein Projekt, welches in dieser Form ja leider der Vergangenheit angehört. In der Mitte des Sets übernahm dann die Norwegerin Martine Kraft. Obwohl beide Musikerinnen sich klanglich klar voneinander unterschieden, passten die beiden Teile des Konzerts doch gut zusammen. Es war ein ungewöhnliches Konzept, welches hier sehr gut umgesetzt wurde und uns bis zum Ende des Auftritts an der Bühne hielt.
RAN
Unmittelbar nach dem Konzert eilten dann alle - die Musiker inklusive - zur Forest Stage. Dort fand nämlich das wohl am heißesten ersehnte Konzert des Festivals statt. Schon den ganzen Tag hatte man die Leute flüstern hören, dass da wohl etwas ziemlich spannendes passieren müsse am Abend, beim allerersten Auftritt von Heilung. Der Bandname war wirklich in aller Munde, obwohl ja niemand so genau wusste, was einen erwarten würde. Das Album "Ofnir" war zwar schon lange veröffentlicht, aber eine Liveumsetzung dieses ungewöhnlichen Projektes weckte allerorts Neugierde. Was uns dann schließlich auf der Bühne erwartete, übertraf selbst meine kühnsten Vorstellungen. Dieser Auftritt war weit mehr als ein einfaches Konzert, das war ein Gesamtkunstwerk! Heilung erschufen auf der Bühne eine regelrechte Parallelwelt, die ihre ohnehin faszinierende Musik perfekt in Szene setzte. Man konnte den Blick gar nicht abwenden und der Auftritt schien wie im Traum viel zu schnell an einem vorbeizuziehen. Der Merchstand der Band wurde nach dem Konzert schier überrannt. Ich frage mich, ob es dort am Ende auch nur noch ein einziges T-Shirt in welcher Größe auch immer zu finden gab. In jedem Fall war das halbe Festival am Sonntag in Heilung-Shirts unterwegs. Sollte ich jemals eine Liste der besten Konzerte meines Lebens erstellen, wird dieses hier jedenfalls ganz, ganz oben mit dabei sein.
Ziemlich aufgekratzt machten wir uns nach diesem erlebnisreichen Tag auf den Weg zurück in unser Bed & Breakfast. Nun blieb also tatsächlich wieder nur noch ein Tag auf dem schönsten Festival der Welt...
Am nächsten Morgen sah die Welt gleich wieder rosiger aus: Wir waren erholt, frisch geduscht und hatten ein wunderbares niederländisches Frühstück mit viel Gouda und Hagelslag vor uns. Und das Beste: das 3-Tages-Parkticket war schon gelöst, also konnten wir ab nun guten Gewissens mit dem Auto zum Gelände fahren! :P
Der Tag gestaltete sich dann auch insgesamt ziemlich entspannt. Los ging es für uns um 12:30 Uhr mit Árstíðir. Die Isländer boten mit ihren verträumt-ruhigen Klängen einen wunderbaren Einstieg in das Festival. Einfach perfekt, um sie gemütlich auf der Wiese liegend zu genießen.
Árstíðir
Das Programm ließ uns an diesem Tag ziemlich viel Freiraum, und diesen Nutzen wir für weitere Erkundungen des Geländes. Wir besuchten die extrem gemützliche Camping Area, brachten unsere Opfer am Wickerman dar und bummelten ausgiebig durch die Händlermeilen, wo wir in diesem Jahr allerdings beide nicht so wirklich fündig wurden. Klar gab es schöne Sachen, aber die waren irgendwie allzu selten in unserem finanziellen Rahmen. Dafür ließen wir wohl beide genug Geld für neue Musik da. Schließlich ist das Castlefest in jedem Jahr für zahlreiche Bands der perfekte Zeitpunkt, neues Material mitzubringen - und für viele Fans die einzige Möglichkeit, sich mit dieser neuen Musik einzudecken.
Die nächste Band, die wir uns am Freitag richtig bewusst anschauten, waren Emian aus Italien. Diese dürften wohl für viele zu den Neuentdeckungen des Festivals gehört haben: herrlich tanzbarer Pagan Folk mit charmantem weiblichem Gesang und einem faszinierenden Allround-Musiker, der scheinbar jedes Instrument weit und breit zu beherrschen schien. Emian sollten die einzige Band des Festivals werden, die wir uns an allen drei Tagen auf allen drei ihrer Sets ansahen.
Emian
An diesem Tag klappte es dann auch endlich mit Cuélebre, die wir ja im Vorjahr so schändlich verpasst hatten. Ich wusste, dass dies ein dummer Fehler war - die Band erwies sich als super Liveband und brachte die Leute auf dem Platz schnell zum Tanzen.
Cuélebre
Den Rest des Tages ließen wir uns mehr oder weniger treiben. Ein paar Minuten schauten wir beim Konzert von Kelten Zonder Grenzen zu, wo man immer die größten Balfolk-Tänze beobachten kann. Dann zog es uns zu BerlinskiBeat, wo sich zahleiche Poispieler versammelt hatten, was ein wirklich schöner Anblick war. Irgendwann entschlossen wir uns dann, dass es Zeit für den Heimweg war. Der nächste Tag würde schließlich der längste des Festivals werden, den wir möglichst ausgeruht angehen wollten.
Eh ich mich versah, stand Anfang August auch schon das musikalische Highlight jedes meiner Jahre seit meinem ersten Besuch 2012 vor der Tür: das Castlefest! In der Woche davor hatte mich dieses Mal eine fiese Sommergrippe erwischt, sodass ich anfangs noch ganz schön platt war, aber das sollte sich zum Glück von Tag zu Tag bessern. In diesem Jahr waren es für uns sogar wieder einmal vier Tage, da sich das Line-Up des Openingsconcerts am Donnerstag als ziemlich unwiderstehlich erwiesen hatte. Und genau um dieses Openingsconcert soll es in diesem Beitrag erst einmal gehen. Das Castlefest hat, wie in jedem Jahr, natürlich wieder einen einzelnen Beitrag für jeden einzelnen Tag verdient. ♥
Das Wetter zeigte sich bei unserer Ankunft ziemlich ungemütlich: bedeckt, mäßig warm und unglaublich windig. Also nicht unbedingt das, was man sich Anfang August und besonders zum Castlefest erhofft. Aber so ziemlich genau das, was die Welt dieses Jahr "Sommer" schmimpfte. :P
Natürlich hielt uns das nicht ab. Nachdem wir unser Stamm-Bed & Breakfast bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Ganz enthusiastisch hatten wir uns in diesem Jahr vorgenommen, den Weg einmal zu Fuß zu gehen. Nur, um zu testen, wie das so funktioniert. Kurz gesagt erwies es sich dann aber nicht als die glorioseste Idee dieses Festivalwochenendes. Der Wind war auf dem Hinweg, der größtenteils über offenes Gelände führte so stark, dass wir kaum vorwärts kamen und peitschte uns ziemlich schmerzhaft den Sand vom nahen Meer ins Gesicht. Das schien den Weg, der vermutlich ohnehin schon recht lang gewesen wäre, noch viel länger erscheinen. Ich habe so den Verdacht, dass dies ein einmaliges Experiment gewesen sein wird. :D
Endlich am Gelände angekommen, wurden wir natürlich vollends entschädigt: endlich wieder da, endlich wieder Castlefest! Wir schnappten uns unsere Festivalbändchen und stürzten uns ins Getümmel. Eine erste Inspektion des Geländes zeigte viele vertraute und geliebte Händler, aber auch einige Neue. Und auch im Publikum sah man schnell das eine oder ander Gesicht, das einem mittlerweile sehr bekannt vorkam. Fast schon ein bisschen unheimlich, wenngleich auch durch die Anwesenheit von Ye Banished Privateers nicht weiter verwunderlich, war die große Menge an deutschen Piraten. Jeder, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn man im lang ersehnten Urlaub weit weg dann doch wieder haufenweise Landsleute trifft (ist das eigentlich ein deutsches Phänomen?), weiß sicher, was wir uns da so dachten... ^^
Von den ersten beiden Band des Openingsconcerts, Plunder und Ball Noir, sahen wir zugegebenermaßen eher wenig, da wir uns dort gerade das Gelände ansahen und uns auf die Suche nach Nahrung begaben. Dafür wurde es danach musikalisch richtig gut. Ye Banished Privateers, unser aller Lieblingspiraten aus Schweden, lieferten auf der Folk Stage mal wieder ein großartiges Set ab. Sowohl Band als auch Publikum wirkten euphorisch. Hier ging das Festival als Musikveranstaltung für mich erst so richtig los.
Und dann im Anschluss, auf der großen Forest Stage beim Wickerman, die Headliner des Abends: Heidevolk! Ungewohnt harte Töne für das Castlefest waren das, aber es passte trotzdem perfekt. Niederländischer Folkmetal, und einfach eine gewaltige Liveband, die zurecht trotz ihrer niederländischen Texte auch international gut ankommen. Passend zu dem musikalisch sonst eher auf Folk ausgerichteten Castlefest hatte die Band auch einen ruhigeren Part in ihr Set aufgenommen, der auch gut aufgenommen wurde. "Het bier zal weer vloeien" aus so vielen Kehlen zu hören und im eigenen mäßigen Niederländisch selbst mitzusingen, war schon ein cooles Erlebnis. Als dann später auch noch Hits wie "Nehalennia" (mein absoluter Favorit!) und "Vulgaris Magistralis" dazukamen, gab es im Publikum kein Halten mehr. Erstes Festivalhighlight: check!
Nach diesem großartigen Konzert stand uns dann ja leider noch der Rückweg bevor. Spätestens da mussten wir einsehen, dass das mit dem Zu Fuß gehen keine so tolle Idee gewesen war. Nach mehreren Stunden Festival ist man eben einfach platt, zumal, wenn man am selben Tag auch schon mehrere Stunden Anfahrt hinter sich gebracht hat. Ein verzweifelter Versuch, den Weg durch die Nutzung eines der Pendelbusse ein klein wenig zu kürzen, scheiterte daran, dass wir die Abfahrtstelle der Busse nicht fanden. Zum Glück war der Wind wenigstens abgeflaut, sodass sich der Rückweg nicht ganz so lang hinzog. Ich denke, wir waren dann aber doch beide sehr froh, als wir schließlich in unsere Betten fallen konnten. Schlaf ist schließlich wichtig, wenn man noch drei vollgepackte Festivaltage vor sich hat!
Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)
Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!
Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!
Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.
Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.
Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.
Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.
Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai
Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.
Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.
Asynje
Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.
Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.
Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.
Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.
Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.
Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.
Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥
Nun dann, es wird Zeit, die Castlefest-Berichterstattung endlich zu einem Ende zu bringen. Da dies das einzige Festival ist, bei dem Shopping traditionell dazugehört, weil es einfach so viele schöne Dinge gibt, die man sonst nirgendwo findet, möchte ich hier einfach kurz die "Ausbeute" präsentieren. Die fiel in diesem Jahr recht schmuck-lastig aus:
Das Armband auf der linken Seite stammt von Gnoom Artful Things, die wunderschönen, naturnahen Schmuck handfertigen und bei denen ich mich Jahr für Jahr mit tollen, neuen Sachen eindecken könnte.
Die Kette in der Mitte stammt von The Gift Of Magic, einem Stand, der mir in diesem Jahr zum ersten Mal aufgefallen ist.
Die beiden Anhänger auf der rechten Seite - Mond und keltischer Lebensbaum - stammen von einem Stand, der eigentlich auf Dreadlock - und Bartperlen spezialisiert war, etwas versteckt jedoch auch ganz tollen Schmuck dabei hatte.
Doch auch ein paar andere Sachen kamen noch mit nach Hause:
Das Pyrolsysis-Shirt (unten rechts) habe ich ja bereits erwähnt. Ich finde das Logo der Band einfach großartig! :D
Mit dem Bild (links) habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Schon seit Jahren habe ich mir ein Bild von Yperman Fantasy Paints gewünscht, und dieses Jahr habe ich mich endlich für eines entschieden. Es hat zwar nur Postkartengröße, aber wer die Wände meines Zimmers kennt, weiß: für viel mehr wäre hier eh kein Platz mehr gewesen! :P
Musik gab es für uns dieses Jahr relativ wenig, nur die EP von Shireen sowie eine One Track-Single von Sowulo, die leider gar nicht auf dem Festival gespielt haben. Zu der Sowulo-Single gibt es übrigens auch ein sehr sehenswertes Video, das ich hier einfach mal einfügen möchte:
Das war es dann für dieses Jahr wirklich in Sachen Castlefest. Ich freue mich dennoch jetzt schon wieder aufs nächste Mal! ♥