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Samstag, 14. November 2020

Besuch der Sonderausstellung William Turner - Horror and delight in Münster

Wenn man sich diesen Blog hier so ansieht, könnte man manchmal meinen, ich interessiere mich nur für Popkultur jeglicher Art. Das stimmt so aber eigentlich gar nicht, eigentlich mag ich auch ganz andere Dinge. Kunst zum Beispiel. Und genau darum habe ich im Januar auch eine Freundin überredet, mit mir ins Museum zu gehen. Ich hätte es mir nämlich ernsthaft übel genommen, wenn ich die Chance auf einen Besuch der Turner-Ausstellung in Münster hätte verstreichen lassen.

Mit einer großen Werbeoffensive war sie angekündigt worden, die Ausstellung "Turner. Horror and Delight." im LWL Museum für Kunst und Kultur mitten in der Münsteraner Innenstadt. Vom 8. November 2019 bis zum 26. Januar diesen Jahres zog es Kunstbegeisterte nach Münster - und davon nicht zu wenige. Alle wollten die Ausstellung um den englischen Maler sehen, der auch über 150 Jahre nach seinem Tod noch international bekannt ist für seine einzigartigen Darstellungen von Licht.

So erwartete uns auch, obwohl wir uns schon früh auf den Weg gemacht hatten, eine recht ordentliche Schlange im Museum. Ein Schließfach zu finden war gar nicht so einfach, und nach dem Anstehen für die Tickets konnten wir uns gleich noch einmal anstellen, um später in die Ausstellung zu dürfen. Nach etwa einer halben Stunde Wartezeit auf der Treppe durften wir sie schließlich betreten, die heiligen Hallen der Turner-Sonderausstellung, in der wir beide trotz unserer mittlerweile 30+ Jahren den Altersdurchschnitte an diesem Tag doch noch deutlich senkten. Ich schiebe das mal darauf, dass es sich um einen Arbeitstag handelte.

Ich persönlich finde, dass sich das Warten an jenem Tag aber auch durchaus gelohnt hat. Highlights waren für mich ganz klar die Gemälde mit ihrer einzigartigen Darstellung von Licht und wie dieses die verschiedensten Landschaften und Szenarien zu beeinflussen weiß. Das in echt direkt vor sich zu sehen, war noch einmal etwas ganz anderes, als es nur in einem Bildband zu betrachten.

Doch die Ausstellung hatte noch einiges mehr zu bieten und gewährte auch Einblicke in weniger bekannte Seiten von William Turner. Biografische Infos, Hintergründe zu den Bildern, Skizzen - dies alles ließ die Besucher das Werk des Malers von anderen Seiten sehen und war auf ganzer Linie interessant.

Da wir an keiner Führung teilnahmen, konnten wir die Ausstellung ganz in unserem eigenen Tempo erkunden und waren so auch eine ganze Weile unterwegs. Danach waren wir schon ziemlich gesättigt an Eindrücken, ließen es uns aber doch nicht nehmen, wenigstens noch einen kleinen Abstecher in die Mittelalter-Abteilung des Museums zu machen. Wenn man so viele Mittelaltermärkte besucht wie wir, ist das doch irgendwie Ehrensache. ;) 

Das Museum selbst hätte danach auch noch einiges mehr zu entdecken gehabt und außerhalb der Sonderausstellung war auch nicht viel los, war es schließlich ein Tag unter der Woche, aber irgendwann waren wir einfach nicht mehr aufnahmefähig. Also machten wir uns auf den Weg nach draußen, wo wir zu unserer Überraschung feststellten, dass die Warteschlange mittlerweile draußen, über eine Straße und mehrere Gebäude weit fast bis zur Johannisstraße stand. Unglaublich, ein solcher Andrang im beschaulichen Münster!

Mir hat unser Besuch in der Ausstellung "Turner. Horror and delight." jedenfalls ausgesprochen gut gefallen und ich würde mich sehr freuen, wenn nach diesem riesigen Erfolg das LWL Museum für Kunst und Kultur in Zukunft öfter mal den großen Malern vergangener Zeiten Ausstellungen widmen würde und so ein bisschen Kunstgeschichte nach NRW holen würde. Offenbar bin ich ja nicht allein damit, vergangenen Stilepochen bei Weitem mehr abgewinnen zu können als der zeitgenössischen Malerei. Das mag mich vielleicht zum Banausen machen, aber damit kann ich eigentlich ganz gut leben. :P

PS: Die Chance zum Besuch der besagten Ausstellung ist nun natürlich verstrichen, aber wer jetzt doch ein bisschen Interesse an William Turner entwickelt hat, dem kann ich den Film "Mr. Turner - Meister des Lichts" ans Herz legen, der sich einfühlsam und in schönen Bildern dem Leben des Künstlers widmet und dabei auch den Widerwillen thematisiert, der ihm für seine angeblich "profane" Kunst schon zu Lebzeiten von den Kunstkritikern seiner Zeit entgegenschlug:



Montag, 8. Januar 2018

Shopping und Kultur in Düsseldorf

Sooo, die erste Hürde ist überwunden: nach ewiger und wirklich nervtötender Arbeit sind nun sämtliche Fotos zurück auf dem Blog. Photobucket kann nun gerne einen langsamen, qualvollen Tod sterben, sie haben es nicht anders verdient. Ich jedoch kann mich endlich den noch ausstehenden Berichten widmen. Also, auf gehts!

Gleich nach meinem Besuch im Kölner Zoo stand ein Besuch bei der "Konkurrenz" an: es ging nach Düsseldorf! Und ja, ich mache keinen Hehl daraus, im persönlichen Städtevergleich siegt diese für mich ganz klar. Auch der imposanteste Dom kommt für mich eben nicht an gegen das größte japanische Viertel des Landes ;)

Und genau dahin führte mich mein Weg an diesem Tag zuerst auch. Shopping in der Immermannstraße stand auf dem Programm und ich war im Paradies. Die Straße bietet eigentlich alles, was das Herz von Japanliebhabern verlangt: asiatische Lebensmittelmärkte, Schreibwaren, Essen - von traditionell bis Popkultur wird jeder fündig. Ich habe hier mal einen winzigen Teil der Ausbeute dieses Besuchs zusammengetragen:


Das obere Bild zeigt ein Eis. Der Taiyaki-Form wegen konnte ich einfach nicht widerstehen. Und was soll ich sagen, es war superlecker! Die Füllung bestand aus Vanilleeis und roter Bohnenpaste. Würde ich jederzeit wieder gerne essen. :)

Unten dann noch zwei Getränke, die ich ausprobiert habe. Pocari Sweat, der  isotonische Drink mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen, ist euch bestimmt auch schonmal im einen oder anderen Manga oder japanischen Film untergekommen. Bei so großer Bekanntheit musste ich es natürlich auch mal testen. Wird aber nicht mein Favorit, ist mir einfach zu süß.

Das zweite Getränk, welches ich getestet habe, war dann Lotte Milkis aus Korea. Meine Mutter fand es grässlich, mir hat es aber gut geschmeckt. Das war übrigens das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Milchgetränk mit Kohlensäure getrunken habe. Ich fand es auf angenehme Art und Weise süß und trotzdem erfrischend.


Etwas fürs Auge gab es natürlich auch. Meine Wahl fiel dabei auf eine Solar-Maneki-neko, Stäbchenbänke in Kranichform und ein kleines Pack mit einer Überraschungs-Pokémon-Figur. In meinem Fall gab es ein niedliches Nekkoala! ♥

Mit vollen Taschen ging es dann gegen Mittag weiter zu einem ganz anderen Programmpunkt. Im Museum Kunstpalast fand bis Ende August eine Ausstellung zum Maler Lucas Cranach statt. Ich habe das Gefühl, dass der Name heute vielen Menschen in meinem Alter gar kein Begriff mehr ist, aber als gebürtige Wittenbergerin sind mir die Werke des Zeitgenossen und Freundes von Martin Luther natürlich von jeher vertraut. Ganz klar, dass ich mir die Gelegenheit, eine solch umfassende Werkschau in Nordrhein-Westfalen zu sehen, nicht entgehen lassen wollte!

Die Ausstellung erwies sich dann auch als sehr umfangreich und interessant. Neben den Informationen, die es während des Gangs durch die Ausstellung zu lesen gab, lohnte es sich auch sehr, den Audioguide zur Unterstützung zu nutzen, der einen auf zahlreiche weitere Aspekte in den gezeigten Kunstwerken aufmerksam machte, die man sonst möglicherweise übersehen hätte. Um alles zu sehen, verbrachten meine Mutter, die mich begleitet hatte und ich den ganzen Nachmittag im Museum. Danach waren unsere Köpfe aber auch regelrecht überfüllt mit Eindrücken und Informationen, sodass es gar nicht so furchtbar schlimm erschien, dass uns für die Dauerausstellung des Museums keine Zeit mehr blieb. Nach der hervorragenden Gallen-Kallela Ausstellung vor einigen Jahren war dies nun die zweite auf der ganzen Linie überzeugende Ausstellung, die ich im Museum Kunstpalast besuchen durfte.

Ziemlich erschöpft, aber auch sehr zufrieden ging es dann gegen Abend wieder nach Hause. Solche schönen Ausflüge könnte es für mich ruhig öfter geben. ;)

Donnerstag, 24. März 2016

Zu Besuch im Gustav Lübcke Museum in Hamm

Am vergangenen Sonntag ist im jüngst wieder eröffneten Gustav Lübcke Museum in Hamm eine Sonderausstellung zu Ende gegangen, die mich auf den letzten Drücker noch dazu gebracht hat, ganz alleine durch halb Nordrhein-Westfalen zu fahren, um sie nicht zu verpassen. Ein Aufwand, den ich nicht bereut habe!



Insgesamt fünf Monate lang hieß es in Hamm „Sehnsucht Finnland – Skandinavische Meisterwerke um 1900“. Das Gustav Lübcke Museum, welches eigentlich für seine ägyptischen Exponate bekannt ist, hatte in Zusammenarbeit mit der finnischen Gösta Serlachius Kunststiftung etwa 70 nordische Kunstwerke nach Deutschland geholt – viele davon zum ersten Mal.

Die Zeit um 1900 gilt als Blütezeit der finnischen Kunst. Das Land befand sich zu dieser Zeit auf dem Weg in die Moderne und auf der Suche nach einer eigenen, nationalen Identität. Diese Entwicklungen spiegelten sich auch in den in Hamm ausgestellten Bildern wider. Zahlreiche Kunstwerke zeigten finnische Landschaften, versuchten auszudrücken, was das Land prägt. Verschneite Winterszenen waren zu sehen, aber auch die aufkeimende Industrie. Porträts und Stilleben fanden ebenfalls Einlass in die Ausstellung.

Die Besucher stießen dabei auf Bilder von den ganz großen finnischen Malern wie Akseli Gallen-Kallela, der heute als der finnische Nationalmaler schlechthin gilt oder auch den Symbolisten Hugo Simberg. Doch auch zahlreiche andere Maler, die außerhalb Skandinaviens heute weniger bekannt sind, ließen sich in Hamm (wieder)entdecken: Albert Edelfelt, Victor Westerholm oder Pekka Halonen, um nur einige zu nennen. Auch Künstlerinnen standen im Fokus, unter ihnen Helene Schjerfbeck und Maria Wiik. Mit Anders Zorn und Bruno Liljefors hatten sogar einige bedeutende schwedische Maler jener Zeit ihren Weg in die Ausstellung gefunden.

Informative Texte zur Geschichte Finnlands, der finnischen Kunst sowie den ausgestellten Künstlern rundeten den Besuch der Sonderausstellung ab. Wer wollte, konnte auch mit Audioguide durch die Ausstellung gehen, ich habe mich jedoch mit den Texten in der Ausstellung begnügt und mich am Ende gut informiert gefühlt.

Natürlich habe ich mir die Chance nicht entgehen lassen und mir bei meinem Besuch auch die anderen Ausstellungen des Museums angesehen. Angesehen habe ich  mir die Ausstellungen zur Stadtgeschichte Hamms, zur Kunst des 20. Jahrhunderts, zur angewandte Kunst, den Bereich für Archäologie und den für das alte Ägypten. Besonders in den beiden letztgenannten Abteilungen habe ich einiges an Zeit zugebracht, da die Ausstellungen sehr interessant waren. 

So habe ich den gesamten Tag im Gustav Lübcke Museum zugebracht und es hat mir sehr gut gefallen. Ich bin sehr froh, mir die „Sehnsucht Finnland“-Sonderausstellung nicht entgehen lassen zu haben – schließlich bekommt man die Größen der nordischen Kunst hierzulande nur sehr selten zu sehen!