Posts mit dem Label Finnland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Finnland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 18. Mai 2018

CD-Vorstellung: Heavysaurus - Rock'n'Rarrr Music


Interpret: Heavysaurus
Album: Rock'n'Rarrr Music
Erschienen: 18.05.2018
Label: Europa / Sony Music

Heute möchte ich an dieser Stelle mal ein ziemlich ungewöhnliches neues Album vorstellen. Es handelt sich um "Rock'n'Rarrr Music", das erste deutsche Album von Heavysaurus.

Heavysaurus, das sind Mr. Heavysaurus (Vocals), Milli Pilli (Keyboards), Riffi Raffi (Gitarre), Komppi Momppi (Drums) sowie Muffi Puffi (Bass). Und ähnlich ungewöhnlich wie diese Namen mutet auch das Aussehen der fünf Musiker an - es handelt sich um vier Dinosaurier und einen Drachen. Heavysaurus sind nämlich keine ganz gewöhnliche Band, sie machen harte Musik für die ganz Kleinen.

Metal für Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren und ein Auftreten, dass an eine freundliche, grüne Version von Lordi erinnert - es dürfte wohl niemanden ernsthaft verwundern, dass die Idee von Heavysaurus ursprünglich aus Finnland kommt, der Metal-Hochburg Europas schlechthin. Dort wurden Hevisaurus 2009 vom Musiker Mirka Rantanen gegründet, um seinem damals fünfjährigen Sohn einen kindgerechten Zugang in die Welt der härteren Klänge zu ermöglichen. Die Idee wurde ein voller Erfolg, die Band erreichte bald Kultstatus - und das nicht nur bei ihrer ursprünglichen Zielgruppe. Nun hat diese Idee also auch ihren Weg nach Deutschland gefunden.

Für das erste deutsche Heavysaurus-Album wurden die ursprünglich finnischsprachigen Texte der Lieder übersetzt, zwei Stücke wurden auch extra für den deutschen Markt produziert. Los geht es aber erstmal mit einem etwa zehnminütigen Hörspiel, in dem die Zuhörer in die Welt von Heavysaurus eingeführt werden. Man lernt die Dinos (und den Drachen) kennen und erfährt sogar ihre jeweilige genaue Spezies. Auch auf ihre Herkunft wird eingegangen und man lernt ganz nebenbei auf Finnisch bis drei zu zählen - yksi, kaksi, kolme.

Nach dieser kurzweiligen Einführung geht dann aber wirklich die Musik los, und die kann sich hören lassen. Die jungen Zuhörer werden in den im Durchschnitt drei- bis vierminütigen Liedern tatsächlich mit den unterschiedlichsten Facetten von Hardrock und Metal bekannt gemacht. So beginnt "Heavysaurus Tag (Dinolied)" mit einem lupenreinen AC/DC-Riff, während "Rarrr" sich fast schon als sanfte Einführung in Richtung Epic/Symphonic Metal betrachten lässt. Und in "Dinos Spielen", einer der deutschen Neukompositionen, trifft tatsächlich das bekannte Kinderlied von den drei Chinesen mit ihrem Kontrabass auf einen 80er-Jahre Hardrock-Sound, der mich in Ansätzen an Bands wie Hanoi Rocks erinnert.

Doch auch der kindliche Aspekt kommt bei Heavysaurus nicht zu kurz. Die härteren Passagen wechseln sich eigentlich immer mit eingängigeren Parts ab. An manchen Stellen, zum Beispiel bei "Dino-Metalheads" ergibt das im Gesamtbild einen Sound, der deutlich an die guten, alten Anime-Soundtracks aus dem Hause Arts Of Toyco (ich sage nur: Digimon!) erinnert. Und das ist - nur damit wir uns richtig verstehen - eine Auszeichnung, werden diese CDs doch bis heute von so vielen, die damit aufgewachsen sind, heiß und innig geliebt.

Auch die Texte auf "Rock'n'Rarrr Music" sind natürlich anders, als man es von normalen Rock- und Metalveröffentlichungen gewohnt ist. Inhaltlich geht es um Dinge, die Kinder interessieren - Piraten oder die Frage, wie viele Kaugummis in den Mund passen beispielsweise. Der Gesang ist selbstredend durchgehend clean, es gibt keine Shouts oder Growls und die Texte sind so durch und durch gut verständlich und laden zum Mitsingen ein. Überhaupt werden die kleinen Zuhörer oft persönlich angesprochen und eingebunden, es gibt immer wieder Aufforderungen zum Mitspringen und Singen. Außerdem wird immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei Heavysaurus um eine "echte" Band handelt, die ein richtiges Rockmusiker-Leben führt - Bühnenshows, Tourbus und Fernsehauftritte inklusive.

Aus meiner - natürlich erwachsenen - Perspektive lässt sich zusammenfassend sagen, dass Heavysaurus definitiv ein interessantes Projekt ist. Ich habe jedoch keine Ahnung, wie es hierzulande wohl von der Zielgruppe aufgenommen werden wird, kann mir aber gut vorstellen, dass sich musikalisch alternativ orientierte Eltern ziemlich über eine positive Resonanz ihres Nachwuchses freuen würden und "Rock'n'Rarrr Music" als willkommene Abwechslung auf zukünftigen gemeinsamen Autofahrten sehen würden. Und mal ganz ehrlich, so eine Liveshow mit Dinos auf der Bühne, das würde doch wahrlich nicht nur die U10er interessieren...

Hörprobe:


Donnerstag, 24. März 2016

Zu Besuch im Gustav Lübcke Museum in Hamm

Am vergangenen Sonntag ist im jüngst wieder eröffneten Gustav Lübcke Museum in Hamm eine Sonderausstellung zu Ende gegangen, die mich auf den letzten Drücker noch dazu gebracht hat, ganz alleine durch halb Nordrhein-Westfalen zu fahren, um sie nicht zu verpassen. Ein Aufwand, den ich nicht bereut habe!



Insgesamt fünf Monate lang hieß es in Hamm „Sehnsucht Finnland – Skandinavische Meisterwerke um 1900“. Das Gustav Lübcke Museum, welches eigentlich für seine ägyptischen Exponate bekannt ist, hatte in Zusammenarbeit mit der finnischen Gösta Serlachius Kunststiftung etwa 70 nordische Kunstwerke nach Deutschland geholt – viele davon zum ersten Mal.

Die Zeit um 1900 gilt als Blütezeit der finnischen Kunst. Das Land befand sich zu dieser Zeit auf dem Weg in die Moderne und auf der Suche nach einer eigenen, nationalen Identität. Diese Entwicklungen spiegelten sich auch in den in Hamm ausgestellten Bildern wider. Zahlreiche Kunstwerke zeigten finnische Landschaften, versuchten auszudrücken, was das Land prägt. Verschneite Winterszenen waren zu sehen, aber auch die aufkeimende Industrie. Porträts und Stilleben fanden ebenfalls Einlass in die Ausstellung.

Die Besucher stießen dabei auf Bilder von den ganz großen finnischen Malern wie Akseli Gallen-Kallela, der heute als der finnische Nationalmaler schlechthin gilt oder auch den Symbolisten Hugo Simberg. Doch auch zahlreiche andere Maler, die außerhalb Skandinaviens heute weniger bekannt sind, ließen sich in Hamm (wieder)entdecken: Albert Edelfelt, Victor Westerholm oder Pekka Halonen, um nur einige zu nennen. Auch Künstlerinnen standen im Fokus, unter ihnen Helene Schjerfbeck und Maria Wiik. Mit Anders Zorn und Bruno Liljefors hatten sogar einige bedeutende schwedische Maler jener Zeit ihren Weg in die Ausstellung gefunden.

Informative Texte zur Geschichte Finnlands, der finnischen Kunst sowie den ausgestellten Künstlern rundeten den Besuch der Sonderausstellung ab. Wer wollte, konnte auch mit Audioguide durch die Ausstellung gehen, ich habe mich jedoch mit den Texten in der Ausstellung begnügt und mich am Ende gut informiert gefühlt.

Natürlich habe ich mir die Chance nicht entgehen lassen und mir bei meinem Besuch auch die anderen Ausstellungen des Museums angesehen. Angesehen habe ich  mir die Ausstellungen zur Stadtgeschichte Hamms, zur Kunst des 20. Jahrhunderts, zur angewandte Kunst, den Bereich für Archäologie und den für das alte Ägypten. Besonders in den beiden letztgenannten Abteilungen habe ich einiges an Zeit zugebracht, da die Ausstellungen sehr interessant waren. 

So habe ich den gesamten Tag im Gustav Lübcke Museum zugebracht und es hat mir sehr gut gefallen. Ich bin sehr froh, mir die „Sehnsucht Finnland“-Sonderausstellung nicht entgehen lassen zu haben – schließlich bekommt man die Größen der nordischen Kunst hierzulande nur sehr selten zu sehen!

Mittwoch, 25. November 2015

Sechsmal Post aus Finnland!

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, mache ich ja seit 2013 mit beim Postcrossing. Wem das nichts sagt, hier als kurze Erläuterung: Bei Postcrossing handelt es sich um ein Projekt, bei dem fremde Menschen auf der ganzen Welt untereinander Postkarten austauschen. Das Ganze ist eine wirklich sehr interessante Sache, auch ganz wunderbar geeignet um seine Sprachkentnisse in diversen Sprachen zu trainieren. Angeschlossen an das Projekt gibt es auch ein Forum, über das man zusätzlich noch privat Postkartenaustausch betreiben kann. Und genau dort bin ich in den vergangenen 1 1/2 Monaten rege geworden und es sind daraufhin sechs Karten aus dem schönen Finnland bei mir eingetrudelt:

Das allein ist ja schon Grund genug zur Freude, nun hatte diese Postkarten-Tauschaktion aber diesmal noch einen zusätzlichen Anlass: Es ging mir um ein paar ganz besondere Briefmarken. 

Ich weiß, Briefmarkensammeln hat ein ganz schön angestaubtes Image, und eigentlich sammle ich auch gar keine Marken. Doch diese hier waren ganz eindeutig ein Sonderfall: Am 11. September nämlich veröffentlichte die finnische Post ein Set mit sechs Briefmarken, welche international erfolgreiche finnische Rockbands zeigen. Konkret handelt es sich um The Rasmus, HIM, Apocalyptica, Children of Bodom, Hanoi Rocks und Nightwish. Da konnte ich als großer Liebhaber finnischer Musik einfach nicht widerstehen. :D

Hier sind die guten Stücke, mit jeweils dazugehörigen Prioritätsstickern:


Da kann man schon fast ein wenig neidisch werden, dass es in Deutschland keine Briefmarken mit ähnlich coolen Themen gibt. Allerdings mag ich mir glaube ich kaum ausmalen, welche Bands ein solches deutsches Briefmarkenset wohl abbilden könnte...

PS: Thank you very much Minna and Johanna for swapping with me and making this collection possible! :)

Freitag, 19. Juni 2015

Ein paar Worte zum Thema Mittsommer

Heute wird es von mir mal wieder einen etwas länger ausgearbeiteten und hoffentlich auch informativen Blogeintrag geben. Anlass und Thema ist dieses Wochenende, an dem in den nordischen, aber auch den baltischen Staaten das Mittsommerfest begangen wird. Als Skandinavist liegt mir dieses Fest natürlich auch als Deutscher am Herzen, wenn es auch leider hierzulande eher weniger gefeiert wird.

Die Tradition des Mittsommerfestes ist schon sehr alt, sie reicht bis in vorchristliche Zeiten zurück. Auch heute noch sind zahlreiche Bräuche und Aberglauben mit dem Fest verbunden. Für die Menschen war Mittsommer schon immer eine bedeutsame Zeit, markiert sie doch den Höhepunkt des Sommers. Besonders in Norden geht die Sonne um diese Jahreszeit in den so genannten weißen Nächten kaum unter. Das Mittsommerfest bildet den Höhepunkt dieser Entwicklung, gefeiert wird die kürzeste Nacht des Jahres. Im Anschluss werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Mittsommer markiert also die Sommersonnenwende.

Es ist also eigentlich kein Wunder, dass sich zahllose Legenden um diese Nacht ranken. So besteht in Schweden bis heute der Brauch, dass junge, unverheiratete Mädchen in der Mittsommernacht sieben verschiedene wilde Blumen, die sie zuvor schweigend auf sieben unterschiedlichen Wiesen gesammelt haben, unter ihr Kopfkissen legen um zu erfahren, wen sie einmal heiraten werden. Auch dem Morgentau, der nach der Mittsommernacht gesammelt wurde, wurden lange besondere und heilsame Kräfte nachgesagt.

Hierzulande verbinden die meisten Menschen das Mittsommerfest vorwiegend mit Schweden. Dort wird das Fest unter dem Namen Midsommar begangen und zählt zu den wichtigsten Festen überhaupt. Gefeiert wird immer an dem Wochenende zwischen dem 20. und dem 26. Juni, wobei der Freitag (Midsommarafton) kein offizieller Feiertag ist. Trotzdem sind die Städte an diesem Tag in der Regel ziemlich ausgestorben – Midsommar wird nämlich meist mit Freunden und Familie auf dem Land gefeiert.

Zu einer schwedischen Mittsommerfeier gehört auch die Majstång, ein mit Blumen und Bändern geschmückter Baumstamm, der am Freitag aufgestellt wird. Um diesen wird dann an Midsommar getanzt. Ein bekanntes Lied, zu dem getanzt wird, trägt zum Beispiel den Titel "Små grodorna" (Die kleinen Frösche). Beim Tanzen macht man die Bewegungen von Fröschen nach, was natürlich ziemlich lustig aussieht.

Einen sehr unterhaltsamen Einblick in die schwedischen Mittsommerfeierlichkeiten bietet übrigens dieses Video mit dem schönen Titel "Swedish Midsummer for Dummies". ;)


 
In Dänemark und Norwegen hören die Mittsommerfeierlichkeiten auf den Namen Sankt Hans. Der Name rührt vom Zeitpunkt der Feierlichkeiten her. Diese finden nämlich am Abend vor dem Johannistag am 23. Juni statt. Hier hat das Mittsommerfest also eine größere christliche Beeinflussung erfahren als in Schweden. Zum Fest gehört in Norwegen und Dänemark ein großes Feuer, in Dänemark wird in diesem oft eine Strohhexe verbrannt.

Auch in Finnland gehören Feuer zum Mittsommerfest dazu. Dort wird das Fest unter dem Namen Juhannus gefeiert – auch dies eine Anlehnung an den Tag Johannes des Täufers. Gefeiert wird am gleichen Datum wie in Schweden.

Interessant ist, dass in Finnland die ursprünglichen Traditionen des Mittsommerfestes gut überliefert sind. So war das Fest früher unter den Namen Vakkajuhla (Korbfest) und Ukon juhla bekannt. Der letzte Name zeigt, dass es zu Ehren des Gottes Ukko gefeiert wurde. Bei Ukko handelt es sich um den Hochgott der finnischen Mythologie, er war für Ernte, Wetter und Donner zuständig.
Ein sehr ästhetisches Video zu den mythischen Mittsommerbräuchen in Finnland gibt es hier:



Visit Finland - White Night Magic from Timo Kaukolampi on Vimeo.

  Die Finnen begehen ihr Juhannus-Fest sehr ausgelassen, es wird viel getanzt und viel getrunken. Nach dem Fest berichten die finnischen Zeitungen stets, wie viele Menschen im jeweiligen Jahr ertrunken sind…

Auch Island kennt das Mittsommerfest. Dort wird unter dem Namen Jónsmessa gefeiert – der Name erinnert also ebenfalls an Johannes den Täufer. Dem Volksglauben nach sollen in dieser kürzesten Nacht des Jahres große mystische Kräfte am Werke sein. So heißt es, die Kühe könnten in dieser Nacht sprechen und die Robben menschliche Form annehmen. Die Feierlichkeiten scheinen in Island jedoch weitaus kleiner auszufallen als in den anderen nordischen Ländern.

Damit möchte ich meinen kleinen Exkurs zu den Mittsommerfeierlichkeiten im Norden beenden. Ich hoffe, ihr fandet es ein wenig interessant. Ich wünsche euch allen ein schönes Mittsommer-Wochenende, genießt die langen Tage, und vielleicht ist das Wetter bei euch ja sogar ein klein wenig besser als hier bei mir!

Zur Feier des Tages gab es bei mir übrigens eine selbstgemachte Erdbeertorte, denn was passt schon besser zu einer sommerlichen Feier als Erdbeeren? :D
 

Zum Abschluss noch ein kleiner sprachlicher Exkurs, wie man sich in den nordischen Ländern ein frohes Mittsommerfest wünschen kann:

SE: Glad Midsommar!
DK: Glædelig Sankt Hans!
NO: God Sankthans!
FI: Hyvää Juhannusta!
IS: Gleðilega Jónsmessu!

Montag, 29. Dezember 2014

Weihnachten zwischen Finnland und der Karibik - Besuch im historischen Dorf in Hannover

Ich hatte ja erwähnt, dass da noch ein paar vorweihnachtliche Erlebnisberichte ausstehen: Und hier kommt dann auch endlich mal der erste.

Am Samstag des letzten Adventswochenendes verschlug es mich und eine Freundinnämlich nach Hannover, in das historische Dorf am Leineufer.

Trotz großer Vorfreude fragte ich mich morgens um sechs, als der Wecker klingelte, jedoch zunächst einmal: sind wir eigentlich verrückt? Aber der Weg nach Hannover ist weit, und es muss sich ja auch lohnen, also verließen wir tatsächlich zunächst einmal das Bett und später dann sogar das Haus, um uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Erstaunlicherweise war uns das Schicksal sogar einmal hold und wir erreichten trotz minimaler Umsteigezeit unseren angestrebten Anschlusszug, der uns direkt nach Hannover bringen sollte.

Die Fahrt verlief soweit auch problemlos, nur einen kleinen Disput mit einer zickigen Dame, die sich mit ihrem Sohn zu uns setzen wollte, galt es auszustehen: Sie fragte, ob die Plätze frei seien, meine Begleitung antwortete mit "Ja". Das hatte die gute Frau aber wohl nicht gehört, und anscheinend waren wir ihr beim Freiräumen der Sitze auch nicht schnell genug (sowas dauert eben mit Winterklamotten und Gepäck für einen ganzen Tag draußen!), jedenfalls fing sie sofort zu zetern an, wir seien unfreundlich und man solle sich besser nicht mit ihr anlegen. Woraufhin ich bedauerlicherweise ein wenig lachen musste. Immerhin war sie dann still, vermutlich beleidigt, weil wir ihre Drohung nicht ernst nahmen... Mir soll's egal sein, aber manche Leute sind echt verdammt unentspannt, gerade vor Weihnachten. ^^

Kurz nach 11 erreichten wir wie geplant Hannover. Ich war vorher noch nie dort gewesen (außer in den Herrenhäuser Gärten), fand aber, dass die Stadt auf den ersten Blick sympathisch wirkte. In der Einkaufspassage sahen wir eine riesige Weihnachtspyramide, die irgendwie ziemlich beeindruckend wirkte:


Nachdem wir diese eingehend betrachtet hatten, machten wir uns auf den Weg zum historischen Dorf am Leineufer und schauten uns dort einmal um. Der Begriff "Dorf" hatte bei uns eigentlich etwas andere Assoziationen geweckt, denn eigentlich handelte es sich eher um einen historischen Weihnachtsmarkt mit Ständen und Buden aus Holz. Aber es gab dafür wirklich schöne Stände, auch mit tollen Geschenkideen für Weihnachten.

Direkt neben dem historischen Dorf gab es noch einen finnischen Weihnachtsmarkt, den wir uns auch unbedingt anschauen wollten. Dieser war zwar sehr klein, aber auch wirklich fein. Dort gab es einige kulinarische Spezialitäten, die wir unbedingt probieren mussten. Da wäre zunächst einmal der Glöggi, also finnische (Beeren-)Glühwein, wobei wir uns an die alkoholfreie Variante für Kinder hielten. Unheimlich lecker!

Zum Essen wählten wir zunächst kaelische Piroggen, gefüllt mit Milchreis. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, war aber auch total lecker. So sahen sie aus:


Als Hauptspeise wagten wir uns jedoch an dunkles Brot mit Rentierfleisch und Käse überbacken und mit Preiselbeersauce abgerundet. Mir läuft noch heute das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke! :D

Einer der Hauptgründe für unseren Besuch an jenem Wochenende war jedoch einmal wieder musikalischer Natur und spielte im historischen Dorf auf, wohin wir uns deswegen auch bald zurückbegaben. Unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers waren nämlich an diesem Wochenende extra aus dem hohen Norden Schwedens angereist, um ein wenig karibisches Flair auf dem Markt zu verbreiten.

Das Wetter war ihnen und uns leider überhaupt nicht hold: Kurz vor dem ersten Auftritt ging ein richtig fieser Graupelschauer mit kräftigen Windböen nieder, der die Bühne vorübergehend unbespielbar machte und auch sonst einige Schäden verursachte. Doch die Privateers wären wohl kaum die coolsten Piraten weit uns breit, hätten sie sich davon beeindrucken lassen. Die Bande schnappte sich ihre Instrumente und spielte einfach unverstärkt an der Taverne, bis die Bühne zum dritten Auftritt wieder funktionstüchtig war.

Da ich selber keine besonders brauchbaren Bilder von der Band gemacht habe, gibt es stattdessen ein schönes Video von Freunden, jedoch an einem anderen Tag gemacht:



Den letzten Auftritt der Band an jenem Tag sahen wir leider gar nicht mehr. Wir waren nass, durchgefroren und müde und wussten, dass eine lange Rückfahrt vor uns liegt. Auf der Rückfahrt klappte dann bahntechnisch leider auch gar nichts mehr, weswegen wir trotzdem erst zu Hause ankamen, als es längst Zeit zum Schlafen war - denn am nächsten Tag wartete gleich der nächste Weihnachtsmarkt auf uns. Aber davon später mehr. :)

Freitag, 5. Dezember 2014

Buchvorstellung: Marko Leino - Wunder einer Winternacht

Autor: Marko Leino
Titel: Wunder einer Winternacht [Finnisches Original: Joulutarina]
Erschienen: 2007 [In Deutschland 2008]

Eigentlich bin ich ein bisschen spät dran mit dieser Buchvorstellung, aber da mir das Buch am Herzen liegt, möchte ich sie dennoch jetzt und hier veröffentlichen. Es ist nämlich so, dass es sich bei diesem wunderschönen finnischen Buch um einen Adventskalender handelt. Aber natürlich kann man es auch einfach so in der Weihnachtszeit lesen. :)

In "Wunder einer Winternacht" geht es um den kleinen Nikolas. Dieser lebt lange vor unserer Zeit glücklich und zufrieden mit seiner armen Fischerfamilie im hohen Norden Finnlands. Sein Schicksal ändert sich jedoch vom einen auf den anderen Tag, als seine Familie durch ein tragisches Unglück zu Tode kommt.
Der kleine Junge findet sich plötzlich als Waise wieder und in seinem ärmlichen Dorf gibt es keine Familie, die sich dauerhaft um den Jungen kümmern kann. Darum machen die Dorfbewohner einen ganz besonderen Plan: Jede Familie nimmt den Jungen fortan für ein Jahr zu sich. Jedes Jahr an Weihnachten muss Nikolas dann weiterziehen. Für die ihm entgegengebrachte Freundlichkeit bedankt sich der Junge stets mit einem kleinen Geschenk bei "seiner" Familie. Doch eines Tages nimmt der Tischlermeister Lisakki, vor dem alle Kinder im Dorf Angst haben, den Jungen mit zu sich in sein einsames Heim - das Ende für Nikolas' bescheidenes Glück?

"Wunder einer Winternacht" ist eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte in 24 kurzen Kapiteln. Man kommt gar nicht umhin, den herzensguten Nikolas, der sich trotz aller Widrigkeiten seine Freundlichkeit bewahrt, ins Herz zu schließen. Man fühlt stets mit ihm, und einige Szenen in diesem Buch bringen mich bis heute jedes Jahr wieder zum schluchzen.
Für mich handelt es sich bei diesem Roman auch wirklich einmal um ein Buch für die ganze Familie: Sprache und Geschichte sind kindgerecht, aber auch für Erwachsene wunderbar lesbar. Man wähnt sich in einem modernen Märchen zur Entstehung des Weihnachtsfestes. 

Allen, die Weihnachten mögen und Freude an einem literarischen Adventskalender haben, möchte ich dieses wunderbare Buch deswegen wärmstens ans Herz legen. Ein Roman, der auch nach mehrmaligem Lesen immer wieder zu gefallen weiß!

Meine Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

P.S.:

Wer im allgemeinen Weihnachtsstress keine Zeit zum Lesen findet: "Wunder einer Winternacht" gibt es auch als Film, und das sogar auf deutsch. Das Buch um den kleinen Nikolas wurde in Finnland nämlich sehr erfolgreich und überaus sehenswert verfilmt. Hier einmal der deutsche Trailer:


Montag, 16. Juni 2014

Lovex mit neuem Video

Erinnert sich noch jemand an Lovex? Die finnische Band, die vor 10 Jahren mit Songs wie "Guardian Angel" in Kreisen von Liebhabern finnischer Rock-und Popmusik auf sich aufmerksam gemacht hat? Ja genau, die gibt es immernoch. Die Musik, die sie machen, hat sich in dieser langen Zeit natürlich verändert, aber ich persönlich höre sie noch immer sehr gerne. 

Anfang des Monats hat die Band nun mit "California" das Video zu einem neuen Song vorgestellt. Darüber, ob der Song Vorbote eines neuen Albums ist, konnte ich bislang keine Infos finden.

Hier jedenfalls das neue Video:



Donnerstag, 8. Mai 2014

Eurovision Song Contest 2014

Ich gebe es zu: Alle Jahre wieder zieht es mich unweigerlich vor den Fernseher, wenn es wieder Zeit wird für den Eurovision Song Contest. Es übt einfach eine ungemeine Faszination auf mich aus, sich die Beiträge der verschiendenen Länder anzuhören. Dabei sind es selten die oft allzu allgegenwärtigen Standard-Pop-Songs, denen man gar nicht anhört, aus welcher Gegend Europas sie stammen könnten, die mich interessieren. Besondere Songs, besondere Auftritte, Songs in der Landessprache oder mit landesspezifischen Instrumenten und Eigenheiten sind es, die den Contest wirklich spannend machen. 

Mein diesjähriger Favorit steht heute im zweiten Halbfinale, welches ich mir leider nicht werde anschauen können. Trotzdem drücke ich den Jungs von Softengine beide Daumen, dass sie es ins Finale schaffen. Die Band tritt mit ihrem Pop-Rock Song "Something Better" für Finnland an. Da ich eine große Schwäche für Finnland im Allgemeinen und seine Musik im Speziellen habe, ist es wohl kein Wunder, dass der Song sich für mich zu einem so klaren Favoriten entwickelt hat. Und ja, ich halte diesen Song für typisch finnisch, wenn auch (leider) nicht in finnischer Sprache gesungen. Hoffentlich findet er noch viele andere Anhänger. 

Das ist er übrigens, der finnische Beitrag:


Wie sieht es bei euch allen aus? Welche Songs sind eure Favoriten, welche gehen gar nicht?

Dienstag, 30. Oktober 2012

Buchrezension: Tove Jansson - Sommerbuch

Autor: Tove Jansson
Titel: Sommerbuch [Original: Sommarboken]
Erschienen: 1972
Originalsprache: (Finnland)schwedisch

Rezension:

Die finnlandschwedische Autorin Tove Jansson ist in Deutschland vielen vor allem durch ihre Bücher über die Mumins bekannt. Jedoch hat sie auch zahlreiche andere Werke geschaffen, von denen mit dem "Sommerbuch" auch einmal eines auf Deutsch vorliegt.
Im Zentrum dieses Sommerbuchs stehen eine Großmutter, ihre Enkelin Sophia und der finnische Sommer in der Schärenlandschaft. Man erlebt mit, wie Enkelin und Großmutter gemeinsam die Sommer verbringen. Die Natur spielt dabei stets eine große Rolle. So merkt man bald, wie sehr die Natur das Leben der Menschen beeinflusst.
Wer in diesem Buch große Abenteuer sucht, der wird sicher enttäuscht werden. Es handelt sich um ein eher leises Buch. Die Stimmung, die beim Lesen vermittelt wird, passt wunderbar in den skandinavischen Sommer, weswegen sich das Buch meiner Meinung nach super als Urlaubslektüre eignet. Außerdem denke ich, dass dies durchaus ein Buch für jung und alt ist. Absolut empfehlenswert!

Meine Wertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]