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Dienstag, 12. November 2019

Der Weg ist das Ziel: Die Reise nach Oslo

Der Sommer ist schon lange vorbei, draußen ist es nass und kalt geworden. Ein wunderbarer Zeitpunkt also, um in Erinnerungen noch einmal die schönste Zeit des Jahres aufleben zu lassen: den Urlaub! Meiner führte mich in diesem Jahr nach viel zu langer Zeit endlich einmal wieder in den hohen Norden, nach Oslo.

Los ging die Reise am späten Abend des 30. Juni. Das erste Stück der Reise, vom Westen NRWs aus bis Kiel, legten wir mit der Bahn zurück. Von dort ging es dann mit der Fähre weiter direkt nach Oslo.

 Leinen los und Kurs auf Oslo!

Die Zeiten für die Bahnfahrt hatten wir natürlich großzügig eingeplant, eine gewisse Nervosität blieb trotzdem. Baustellen pflasterten die Strecke, eine unserer ursprünglich gebuchten Bahnen fuhr deswegen erst gar nicht. Am Ende klappte aber trotzdem alles, und die nächtliche Fahrt fast alleine in alten Fernverkehrszügen gestaltete sich eigentlich recht angenehm. Damals waren die Sitze noch echt bequem und man kann sich auf ihnen wirklich gut ausstrecken. 

In Kiel angekommen blieb noch genug Zeit für ein Frühstück am Bahnhof. Es wäre sogar noch etwas Zeit gewesen, sich die Stadt anzusehen, aber mit Gepäck und bei Regen fanden wir die Aussicht dann doch nicht so verlockend. So waren wir dann auch überpünktlich am Ableger unserer Fähre und warteten dort mit unzähligen anderen Reisender auf das Beginnende Check-In. Und am Mittag konnte die Fahrt mit der Color Magic dann endlich losgehen. Es handelte sich um die erste derartige Fahrt für mich, auf einem Kreuzfahrtschiff mit Übernachtung.

 Auf Wiedersehen, Kiel! - die Reise beginnt

Und was soll ich sagen: ich war von Anfang an begeistert! Wir bezogen unsere Kabine, die auf der Hinfahrt sogar ein Fenster hatte, welches auf die Mitte des Schiffs zeigte. Man sah von dort also die Einkaufs- und Essmeile des wie eine kleine Stadt aufgebauten Kreuzers. Die Kabine war klein, aber gemütlich. Auf dem Fernseher ließ sich die Fahrt auf einer Live-Karte nachverfolgen und eine Kamera am Heck des Schiffes sendete Aufnahmen von draußen.

Als wir uns eingerichtet hatten, machten wir das Schiff unsicher. Wir besuchten den Duty Free Laden (nicht nur Norwegische, sondern auch Schwedische Süßigkeiten - da kamen Erinnerungen auf! :D), Souvenirlädchen und Boutiquen und aßen schließlich in der schiffseigenen Pizzeria zu Abend. Es gab Pizza mit Lachs, was echt sehr lecker war.

 Das Schiff beherbergte im Inneren eine ganze Stadt

Immer wieder zog es uns aber nach draußen, denn es war sehr schön, das Land hinter sich verschwinden zu sehen und dann irgendwann nur noch von Wasser umgeben zu sein. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, wie kalt und windig es werden würde und waren eigentlich zu dünn angezogen. Die erste Erkenntnis dieser Reise war darum auch: die nächste Kreuzfahrt gen Norden nicht ohne Softshelljacke, und auch keinesfalls das Haargummi vergessen!

Auch die Nacht wurde spannend. Das Einschlafen zum leichten Brummen des Schiffes war wahrlich kein Problem, aber mitten in der Nacht wachten wir Beide quasi zeitgleich auf. Der Wind war wohl stärker geworden und wir hatten deutlich merkbaren Seegang. Keinem von uns wurde übel, aber es fühlte sich einfach seltsam an. Ich, die ich immer auf der Seite schlafe, hatte bei jeder Welle das Gefühl, gleich umzukullern. xD 

 Ein letzter Blick auf die Color Magic, die uns nach Oslo gebracht hatte

Das Frühstück wollten wir dann eigentlich in Oslo an Land einnehmen, aber da unser Schiff durch den nächtlichen Wetterumschwung eine deutliche Verspätung eingefahren hatte, machten wir uns doch wenigstens noch auf die Jagd nach einem Kaffee. Gegen Mittag erreichten wir dann schließlich doch endlich das Ziel unserer Reise. 

 Hell und gemütlich: unsere Unterkunft im Frogner House Apartment

Etwa eine Viertelstunde Fußweg vom Fähranleger und wir hatten unsere Unterkunft erreicht, eines der Frogner House Apartments. Nachdem wir dort eingecheckt und uns in dem geräumigen, skandinavisch-klar möblierten Zimmer eingerichtet hatten, konnte unser Oslo-Urlaub endlich so richtig beginnen!

Montag, 26. Februar 2018

Abenteuer Lühesand, Teil 5: Abschied

Am Dienstag hieß es dann für uns, Abschied von Lühesand zu nehmen. Bevor wir los mussten schnappte ich mir am frühen Morgen noch einmal meine Kamera, um ein paar letzte Fotos von der schönen, kleinen Insel zu machen.

Insel-Impression

Der Abschied fiel nicht leicht, gerne wären wir noch länger geblieben. Doch leider rief mich schon am nächsten Tag die Arbeit...


Wir hatten jedenfalls eine sehr schöne Zeit bei unserem kleinen Urlaub auf Lühesand, und wir kommen bestimmt irgendwann noch einmal zurück. Vielleicht dann ja sogar noch ein bisschen länger!

Abenteuer Lühesand, Teil 4: Ausflug nach Stade

Voll motiviert ging es am Montag wieder mit der kleinen Fähre aufs Festland, und von dort aus weiter zur Bushaltestelle. Auf dem Weg hatten wir dabei noch eine spannende Begegnung. Ein äterer Wanderer kam uns entgegen und sprach uns an, erfreut, andere Fußgänger auf dieser beliebten Fahrradstrecke zu treffen. Er war auf dem Weg die Elbe entlang, folgte ihr schon von der Quelle an und war auf dem Weg zur Mündung. Wir hatten ein nettes, kurzes Gespräch mit diesem faszinierenden, freundlichen Mann, und waren beeindruckt von seinem Elan. Solche spannenden, persönlichen Begegnungen sind für mich immer etwas Besonderes, was ich noch lange in Erinnerung behalte.

Altstadt von Stade

Ohne Probleme gelangten wir nach Stade, das sich als wirklich schönes Städtchen erwies. Wir spazierten durch die malerische Innenstadt, die wirklich allerhand schöne Anblicke für Touristen wie uns bot. Dann machten wir uns auf die Suche nach dem einen oder anderen Andenken und natürlich nach einem Dosenöffner. Letzteren fanden wir problemlos in einem Ein-Euro-Laden, und auch ersteres war nicht schwer zu finden - nur die Entscheidung fiel hier schwer. Es fiel wirklich positiv auf, dass es in der Stader Innenstadt wenige Geschäfte jener Ketten gab, die man mittlerweile in so ziemlich jeder deutschen Stadt findet. Stattdessen fanden wir zahlreiche kleinere Läden, die teils wirklich schöne Dinge anboten. Wir entschieden uns letztlich für jeweils einen Turnbeutel im maritimen Design und ein Armband, welches wie ein Anker mit Kette aussieht. Abschließend mussten dann natürlich noch ein paar Postkarten an Freunde und Verwandte geschrieben werden - für mich ist das einfach in jedem Urlaub eine Pflicht und ich bedaure es sehr, dass dies immer mehr aus der Mode zu kommen scheint.


Müde und zufrieden machten wir uns schließlich auf den Weg zurück nach Lühesand, um dort unseren letzten Abend zu genießen.

Fotogene Möwe in Stade

Als erstes sollte es dann endlich unsere Ravioli geben. Der Dosenöffner wurde ausgepackt, an die Dose gelegt, gedreht - und fiel auseinander, ohne auch nur ein winziges Loch in die Dose gestanzt zu haben. Zum Glück hatten wir noch einen Plan B. Meine Freundin hatte von ihrem Vater ein Militär-Besteck-Set bekommen. Dieses enthielt auch einen Dosenöffner, dessen Bedienung uns leider schleierhaft war. Doch wie üblich war google unser Freund, eine Anleitung schnell gefunden, und eh wir uns versahen, war die Dose endlich geöffnet! So konnten wir doch noch gesättigt den letzten Rest unseres Urlaubs genießen.

Abenteuer Lühesand, Teil 3: Shipspotting

Am Sonntag verließen wir Lühesand überhaupt nicht. Stattdessen schnappten wir uns sämtliche warme Klamotten, unsere Picknickdecke, die Schlafsäcke und Fleecedecken und nahmen unseren mittlerweile schon heißgeliebten Platz am Wasser ein. Dort verbrachten wir im Wesentlichen den ganzen Tag - kurze Essens, Pinkel - und unfreiwillige Regenpausen ausgenommen.

Baggerschiff Alexander von Humboldt

Es war einfach zu schön dort zu liegen und die Schiffe zu betrachten, die vorbeifuhren. Wir freuten uns immer wie die kleinen Kinder, wenn ein besonders großes oder irgendwie schönes Exemplar vorbeikam, machten Fotos, ergründeten Namen und Heimathafen der Schiffe. Ich gebe zu, ich hätte das vorher nicht erwartet, aber Shipspotting ist tatsächlich eine Tätigkeit, die einen über viele Stunden beschäftigen und glücklich machen kann. Passanten müssen uns für komisch gehalten haben, denn im Grunde war es ziemlich kalt und extrem zugig an unserem Plätzchen, aber es machte uns nichts aus.


Nur die Sache mit dem Mittagessen erwies sich an diesem Tag als kleine, persönliche Blamage. Es sollte Ravioli geben, stilecht aus der Dose. Nun ratet mal, was wir nicht dabei hatten? Natürlich, einen Dosenöffner. So wurde dann doch spontan noch auf die 5-Minuten-Terrinen umgeschwenkt und die Suche nach einem billigen Dosenöffner zum ersten Programmpunkt für den nächsten Tag erhoben. Denn da wollten wir nochmal einen richtigen Ausflug machen: Stade stand auf unserem Programm!

Abenteuer Lühesand, Teil 2: Expedition aufs Festland

Am nächsten Morgen besprachen das Programm für den Tag. Unseren ursprünglichen Plan, an diesem Tag aufs Festland einkaufen zu gehen und gleichzeitig noch das nahegelegene Stade zu besichtigen, um den Rest der Tage dann auf der Insel zu verbringen, mussten wir leider umschmeißen. Die Camping-Saison auf Lühesand endet damit, dass die auf der Insel befindlichen Wohnwagen und Wohnmobile aufs Festland übergesetzt werden - die Insel ist nämlich Überschwemmungszone. Und natürlich fanden zu unserem Pech einige dieser Fahrten just an diesem Samstagnachmittagstadt, weswegen die normalen Personenfahrten ausfielen. Auf das Einkaufen konnten wir jedoch nicht verzichten, und so beschlossen wir, im Zuge dessen wenigstens noch einen kleinen Spaziergang durch die nähere Umgebung auf dem Festland zu machen.

Der Weg zum Supermarkt stellte sich als länger heraus, als wir erwartet hatten, doch die schöne Landschaft entschädigte dafür ganz ohne Probleme. Mit den zahlreichen Apfelhöfen ist das Alte Land wirklich malerisch! Auch das Wetter war uns hold, sodass man am Fotografieren quasi gar nicht vorbeikam.

Malerisches Altes Land

Im nächstgelegenen Laden deckten wir uns dann mit allem ein, was wir in den näachten Tagen zu brauchen dachten: Getränke, eine Dose Ravioli, 5-Minuten-Terrinen, Tortellini mit Sahnesauce, unser täglicher Frühstücks-Kakao sowie Knabbereien für den Abend. Durch den neuen Campingkocher war das, verglichen mit unserer normalen Festival-Camping-Nahrung, ein wahres Festessen, was uns erwartete!

Idyllischer Tagesausklang

Wieder zurück auf unserer Insel, genossen wir einen komplett entspannten Samstag. Wir lasen, lösten Kreuzworträtsel, quatschten über dieses und jenes und verbrachten ausgestattet mit Fleecedecken einiges an Zeit am Ufer, um uns die Schiffe anzuschauen. Eine Tätigkeit, der wir im Übrigen auch den kompletten Sonntag widmen wollten.

Abenteuer Lühesand, Teil 1: die Anreise

Nach dem schönen Schlosskonzert stand erst einmal eine kleine Konzertpause bevor. Stattdessen stand noch einmal etwas komplett anderes auf dem Programm: Urlaub! Kurz nach meinem und kurz vor ihrem Geburtstag im September gönnten eine Freundin und ich uns eine spätsommerliche Auszeit im Norden Deutschlands. Diesmal ging es für uns ins Alte Land, auf die Elbinsel Lühesand.

Die Anreise am Freitag erwies sich dabei als ziemlich anstrengend. Der Weg war doch ziemlich weit, das Gepäck schwer und die deutsche Bahn gewohnt tückisch. Irgendwann kamen wir dann aber doch am Fähranleger an, der Lühesand mit dem Festland verbindet - unser kleines Inselabenteuer konnte beginnen!

Warten auf die Fähre nach Lühesand

Eigentlich hatten wir ja gehofft, die Insel so spät im Jahr weitestgehend für uns zu haben. Da hatten wir die Rechnung aber leider, wie sich schon bei der Überfahrt herausstellte, ohne die Pfadfinder gemacht, die das Wochenende ebenfalls auf Lühesand verbrachten. Böse Bilder tauchten vor meinem inneren Auge auf, die von uns erhoffte Ruhe schien massiv bedroht - doch zum Glück erwiesen sich die negativen Gedanken als unbegründet.

Auf der Insel angekommen, konnten wir uns frei ein Plätzchen suchen. Das, welches uns spontan am Besten gefiel, war uns letztlich leider zu nah am Camp der Pfadfinder, aber wir fanden bald eine schöne Alternative. Außer uns und der Gruppe junger Leute waren zu disem Zeitpunkt tatsächlich keine Zelter mehr vor Ort.

Wer die Einsamkeit liebt... Unser Zelt allein auf weiter Flur

Ansonsten passierte an diesem Anreisetag eigentlich nicht mehr viel. Wir waren müde und erschöpft und froh, als unser Zelt stand. Unsere Energie reichte gerade noch für einen kurzen Spaziergang über die Insel, bei dem wir einen schönen Ort suchten, von wo aus wir auf das Wasser blicken konnten. Ein solcher war auch bald gefunden, doch es wurde uns recht bald zu kühl.

So verbrachten wir den Großteil des Resttages in der Nähe unseres Zeltes, relaxten ein bisschen auf unserer Picknickdecke, weihten den neuen Camping-Gaskocher ein (es gab Hirsepfanne und heißen Tee) und gingen dann früh schlafen. Auch bei unseren Nachbarn kehrte früh Ruhe ein und wir waren erleichtert, denn so ließ es sich friedlich koexistieren. Und für größere Abenteuer war dann schließlich auch in den kommenden Tagen noch genug Zeit!

Donnerstag, 18. Mai 2017

Reisebericht: Kurzurlaub in Bad Pyrmont, Tag 2

Nach einer traumhaft ruhigen Nacht (sowas ist man als meist-auf-Festivals-Camper ja gar nicht mehr gewohnt!), waren wir am nächsten Morgen bereit für neue Schandtaten. Bei bestem Wetter machten wir uns mit unseren Rucksäcken auf nach Bad Pyrmont.

Nachdem wir uns im luxuriösesten Aldi, den ich in meinem Leben betreten habe, ein Frühstück besorgt hatten, konnte es dann auch gleich losgehen mit unserer Erkundungstour. Ein paar feste Ziele hatten wir uns vorher ausgeguckt, doch ließen wir uns auch ein wenig treiben und betrachteten einfach, was uns beim Vorbeilaufen so vor die Augen kam. Da gab es beispielsweise eine große Anzahl wirklich schöner, alter Fachwerkhäuser und auch die eine oder andere Kirche vermochte unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Aber es gab auch Verfall zu entdecken: bröckelnde Fassaden, einsturzgefährdete Bauten, deren einstige Schönheit man hinter hohen Bauzäunen so eben noch erahnen konnte. Man bekam eine Idee davon, wie das Leben hier zu Hochzeiten des Kurtourismus ausgesehen haben könnte und konnte doch nicht umhin zu erkennen, dass diese Zeiten lange der Vergangenheit angehören.

Trotzdem, oder vielleicht deshalb, verprühte Bad Pyrmont einen ganz eigenen Charme. Viele Menschen waren an diesem sonnigen Samstag unterwegs, unter ihnen offensichtlich viele Fremde. Kurgäste oder Touristen wie wir, Familien mit Kindern, aber doch hauptsächlich ältere Menschen. Die Stimmung war entspannt, niemand eilte hektisch durch die Gegend.

Der Hyllige Born

Natürlich besuchten wir auf unserem Ausflug das Wahrzeichen der Stadt, den Hylligen Born sowie die sich anschließende Wandelhalle. Beim Hylligen Born handelt es sich um einen Brunnentempel, ist Bad Pyrmont doch ein an Heilquellen reicher Ort. Von den Qualitäten ganzer sieben verschiedener Quellwasser der Stadt konnten wir uns dann auch gleich in der Wandelhalle überzeugen. Dort befindet sich nämlich ein Heilquellen-Ausschank. Für einen kleinen Unkostenbeitrag ein Plastikbecherchen aus dem Becher-Automaten gezogen, und schon konnte die Verkostung losgehen. Das war ziemlich spaßig, doch führte auch schnell zu der Erkenntnis, dass was gesund ist nicht immer auch gleichzeitig lecker ist. Oder mit anderen Worten: nähert euch bei einem Besuch den Wassern aus den rechten Wasserhähnen erst einmal mit der gebührenden Vorsicht. ;)

Auch dem berühmten Kurpark der Stadt statteten wir selbstverständlich einen Besuch ab. Das wurde bedauerlicherweise ein etwas enttäuschendes Erlebnis. So früh im Jahr wuchs und blühte noch kaum etwas in dem riesigen Park, außerdem wurden in weiten Teilen zu diesem Zeitpunkt noch Bau - sowie Gartenarbeiten durchgeführt. Meine Freundin war besonders enttäuscht über die Feststellung, dass der weithin gerühmte Palmengarten zu dieser Zeit noch in den Überwinterungsquartieren ruhte und uns auf der dafür vorgesehenen Fläche "nur" ein riesiges Beet mit Frühblühern erwartete. Wir nahmen uns daraufhin vor, Bad Pyrmont irgendwann noch einmal im Sommer zu besuchen.

Im Kurpark gab es leider noch nicht allzu viel zu sehen

Trotzdem verweilten wir eine Weile im Kurpark und schauten uns von dort aus auch das Schloss an. Für einen Besuch im Schlossmuseum blieb bei diesem Ausflug leider keine Zeit mehr. Eigentlich kosequent, dass ich so, nachdem ich am Vortag bereits das Germanengrab auf dem Schellenberg nicht gefunden hatte, auch den Inhalt dieser archäologischen Stätte nicht zu Gesicht bekam. Diesen sollte es nämlich neben zahleichen anderes lokalhistorischen Ausstellungsstücken im Schlossmuseum zu sehen geben.

Eher zufällig kamen wir beim weiteren Wandeln durch die Stadt am Goethe Haus vorbei. Das schöne alte Hotel, in dem Johann Wolfgang von Goethe 1801 seinen Kuraufenthalt in Bad Pyrmont verbrachte, hat auch heute noch offen. Leute mit so knappem Budget wie wir müssen sich aber wohl auch in Zukunft mit einem Blick von außen auf die hübsche Fassade begnügen. :)

Eigentlich waren wir schon mehr oder weniger auf dem Rückweg zum Campingplatz, als wir spontan beschlossen, noch einen Abstecher zur Dunsthöhle zu machen. Dies war, wie sich bald zeigte, eine großartige Idee, wurde doch dieser Besuch eines der Highlights des Tages.


In der Dunsthöhle kann man ein sehr faszinierendes Naturphänomen erleben. Aus dem Boden dieser ehemaligen Buntsandsteingrube tritt nämlich CO² aus, welches sich in der überdachten Höhle sammelt. Bei einem Besuch der Dunsthöhle, welcher nur unter Führung möglich ist, kann man dann Zeuge zahlreicher Experimente werden. Man erlebt, wie mit dem CO² Kerzen zum Erlöschen gebracht werden und wie sich Seifenblasen in der Dunsthöhle verhalten. Ganz kurz darf man auch mal selber abtauchen und einen Atemzug nehmen - ein ganz seltsames Gefühl!

Nach diesem spannenden Erlebnis, welches im übrigen auch Goethe vor mehr als 200 Jahren schon mitmachte, machten wir uns dann aber wirklich auf den "Aufstieg" zurück zum Campingplatz (ja, es geht wirklich den ganzen Rückweg nur bergauf, uns Busse fahren Nachmittags an den Wochenenden keine mehr dorthin). Dort angekommen ließen wir unseren Urlaub im Gasthof Schellental ausklingen. Wir hatten das Glück, dass just an diesem Abend angegrillt wurde, und so genossen wir bald glücklich und zufrieden unser Essen im Garten des Gasthofs. Den köstlichen gegrillten Hirtenkäse mit Kräutern, Tomaten und Zwiebeln kann ich wirklich nur wärmstens weiterempfehlen!

So ging unser Kurzurlaub in Bad Pyrmont dann ganz gemütlich zu Ende. Am nächsten Morgen hieß es dann nämlich schon Abschied nehmen. Wir verließen den Campingplatz und die Stadt mit dem festen Vorsatz, bald wiederzukommen. Schließlich gab es noch einiges, was wir bei unserem diesmaligen Besuch nicht gesehen hatten...

Sonntag, 14. Mai 2017

Reisebericht: Kurzurlaub in Bad Pyrmont, Tag 1

Zunächst war es nur eine Idee. Der Wunsch, einmal rauszukommen, etwas Neues zu sehen, zu entspannen. Und das alles mit sehr begrenztem Budget. Doch schon sehr bald wurde aus diesem ersten flüchtigen Gedanken ein Plan und Ende März war es dann schließlich tatsächlich so weit: Gemeinsam mit einer Freundin machte ich mich an einem Freitagmorgen auf den Weg in meinen ersten Urlaub seit 2013. Kein Festival, kein Konzert stand auf der Programm, sondern einfach nur Sightseeing und Entspannung. Wahr werden sollten diese Träume für ein Wochenende im Niedersächsischen Bad Pyrmont.

Los ging es an einem Freitag, als ich mich gemeinsam mit einer Freundin auf die Reise machte. Unterwegs waren wir natürlich wie üblich mit dem Zug. Das dauerte natürlich seine Zeit, klappte aber alles ganz reibungslos. Kurz vor Bad Pyrmont fing die Landschaft dann auch schon an, sich zu verändern. Der Zug fuhr stetig nach oben, um uns herum eröffnete sich mehr und mehr ein hügeliges, grünes Panorama.

In Bad Pyrmont angekommen, hieß es dann erst einmal, sich zu orientieren und die Wochenendeinkäufe zu erledigen. Voll bepackt machten wir uns dann auf die Suche nach einer Bushaltestelle, die uns zumindest in die Nähe unseres Zeltplatzes bringen sollte. Die war dann zwar auch recht bald an den Stadtwerken gefunden, doch unsere Zuversicht schwand: Ein Bushaltestellenschild an einer Einfahrt neben einem kleinen Parkplatz. Kein anderer Mensch weit und breit. Hier sollten tatsächlich Busse fahren? Doch die Sorge war unbegründet, der Niedersächsiche ÖPNV ließ uns nicht (wie schon so viele Male zuvor) im Stich. Ganz im Gegenteil. Der Bus kam absolut pünktlich und die Busfahrerin unheimlich freundlich. Eine Erfahrung, die sich an diesem Wochenende bei allen Busfahrten wiederholen sollte.

Nach einer kleineren Rundfahrt durch Bad Pyrmont, die uns schon recht vielversprechend erschien, stiegen wir schließlich irgendwann aus dem Bus und setzten unseren Weg zu Fuß weiter fort. Dabei folgten wir der Beschilderung zum Campingplatz, was sich leider als Fehler herausstellte. Als Fußgänger machten wir so einen unnötigen Umweg.

Irgendwann kamen wir jedoch trotzdem erschöpft aber glücklich an unser Ziel, den Campingpark Schellental. Der erste Eindruck war schonmal sehr positiv. Das "Einchecken" am Empfang (wir hatten unser Kommen angekündigt) verlief freundlich, schnell und unkompliziert. So früh im Jahr hatten wir außerdem absolut freie Platzwahl und ließen uns mit unserem kleinen Zelt ganz oben auf der Zeltwiese auf der Alm nieder. Von hier aus hatte man einen schönen Ausblick über die ganze Wiese mit den Bergen im Hintergrund. Auch zu den wirklich sauberen Sanitäranlagen war es nur ein Katzensprung.

Nachdem wir uns eine Weile ausgeruht hatten, machten wir uns sogleich an die erste Erkundung unserer Umgebung. Unser Ziel war der Schellenturm ganz oben auf dem Schellenberg. Nachdem meine Freundin auf halbem Weg aufgeben musste, weil es ihr an diesem Tag für eine solche Anstrengung nicht gut genug ging, machte ich mich alleine an den weiteren Aufstieg. Bestimmt eine Dreiviertelstunde schraubte ich mich den Berg hinauf. Das Wetter war herrlich und mir begegnete in der Ganzen Zeit nicht ein Mensch, was ich als sehr angenehm empfand. Nur an der einen oder anderen Weggabelung geriet ich ins Stocken, war die Ausschilderung doch leider nicht sehr konsequent. Durch einen glücklichen Zufall (an meinem guten Orientierungssinn kann es nämlich ganz sicher nicht liegen!) erreichte ich den Schellenturm dennoch ohne jegliche Irrwege.

Aufstieg: Der Schellenturm kommt in Sicht

Bei dem Turm handelt es sich um ein typisches Relikt der Romantik. Er wurde 1824 aus den Ruinen der Burg Schell-Pyrmont errichtet, welche 1184 erbaut und bereits hundert Jahre später wieder zerstört worden war. Heute bietet der ziemlich frisch restaurierte Schellenturm eine fabelhafte Aussicht über Bad Pyrmont, die den langen, aber wirklich nicht zu schweren Anstieg allemal lohnt.

Aussicht von der Plattform des Turms aus

Nachdem ich mich vom Schellenturm lösen konnte (was wirklich eine ganze Weile in Anspruch nahm), beschloss ich kurzerhand noch der Beschilderung zum Germanengrab zu folgen. Dieses sollte nur knapp einen halben Kilometer vom Aussichtsturm entfernt sein. Doch an der nächsten Weggabelung ließ mich die Beschilderung wieder im Stich. Ich nahm mir die Zeit, auf beiden Wegen zu suchen, doch das Grab fand ich nicht. Ein bisschen enttäuscht machte ich mich schließlich auf den Weg zurück zum Campingplatz.

Danach passierte nicht mehr allzu viel an diesem Tag. Wir lagen noch eine Weile gemütlich vor unserem Zelt in der Nachmittagssonne und lasen und gingen dann irgendwann ziemlich früh schlafen. Es wurde eine unglaublich ruhige Nacht, sodass wir uns am Samstag hervorragend ausgeschlafen der weiteren Erkundung von Bad Pyrmont widmen konnten. Doch davon mehr im nächsten Beitrag.