Posts mit dem Label Heavysaurus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Heavysaurus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 30. Juli 2019

Saisoneröffnung West: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Dortmund

Ende April wurde es endlich wieder Zeit, die Gewandung aus dem Schrank zu befreien und die Mittelaltersaison zu eröffnen. Wie schon in so vielen Jahren zuvor, geschah das bei mir auch in diesem Jahr wieder auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum im Dortmunder Fredenbaumpark. Diesmal waren sogar mal wieder zwei Tagesbesuche drin, einer am Samstag, einer am Mittwoch - also sowohl am ersten, als auch am letzten Tag der Veranstaltung.

Vom Samstag, dem 27. April, habe ich tatsächlich so gar keine Bilder mitgebracht. Das einzige Konzert, welches ich mir an diesem Tag ganz angesehen habe, war das erste Konzert von Versengold. Es war schön, die Band nach ziemlich langer Zeit einmal wieder live sehen zu dürfen und sie stellten sogar schon ein wenig Material vom mittlerweile veröffentlichten, neuen Album "Nordlicht" vor. Da ich nunmal keine Bilder habe, es aber so viel neues Versengold-Videomaterial gibt, welches ich hier auf meinem kleinen Blog noch gar nicht geteilt habe, nutze ich die Chance mal:


Ansonsten nutzten wir viel unserer Zeit dafür, über das Gelände zu spazieren, Stände zu schauen und mal hier und da einen Blick zu riskieren. Ein bisschen Cultus Ferox hier, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen dort. Und nach mehreren Jahren Abstinenz gaben wir auch Saltatio Mortis nochmal eine Chance. Wie nostalgisch sich das anfühlte, zumal wir gerade mitten in das Set klassischer Marktlieder der Band hereinplatzten! Hier hätte ich auch wirklich gerne mal wieder Fotos gemacht, denn die neuen Bühnenoutfits machen im Einsatz wirklich was her. Leider standen wir aber so hoffnungslos weit hinten, dass ich es nicht mal probiert habe. Kein Wunder, dass wir uns manchmal wehmütig an die Zeit erinnern, wo man noch problemlos so weit nach vorne kam, dass man sich vor dem Trommelstock von Lasterbalk dem Lästerlichen in Acht nehmen musste! :D



Meinen zweiten Besuch am 1. Mai machte ich mit einer anderen Begleitung, und für unseren Besuch gab es im Wesentlichen einen Grund: Ye Banished Privateers! Diese zeigten sich an jenem Tag mal wieder ein Höchstform, sodass wir natürlich mit Freuden alle Sets der Band besuchten.


Praktischerweise hatten wir an diesem Tag sogar freien Eintritt, da wir zu Jahresbeginn Gisis Aufruf gefolgt waren und in Münster alte Plakate vom Weihnachtsmarkt abmontiert hatten, in einer sehr regnerischen Nacht-und-Nebelaktion, die wir wohl noch unseren immaginären Enkeln erzählen werden. :P Diese Plakate waren jedenfalls an diesem Tag unser Eintritt, weswegen wir das gesparte Geld gleich in etwas leckeres zu Essen investieren konnten.

Ansonsten machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Heavysaurus. Dieses Phänomen wollten wir uns einfach mal mit eigenen Augen ansehen, hat man doch im Moment auf dem MPS das Gefühl, sie seien im Moment das ganz große Ding. So waren auch an diesem Mittwochnachmittag zahlreiche Familien mit ihren Kindern, aber auch ganz normale MPS-Besucher der Einladung der Dinos (und des Drachen) gefolgt. Die Stimmung unter den Kindern schien auch super zu sein, aber wir stellten doch recht bald fest, dass wir mal so gar nicht die Zielgruppe sind, fühlten uns folglich fehl am Platz und traten den Rückzug an. Nach dem Konzert, das bekamen wir zufällig mit, standen die Musiker in ihren sicher nicht besonders bequemen Kostümen, noch stundenlang an ihrem Merchzelt und ermöglichten so wirklich jedem Kind (und natürlich den kindgebliebenen Erwachsenen) ein Foto mit ihnen zu machen. Hut ab für so viel Fanfreundlichkeit!

Alles in allem waren es mal wieder zwei sehr nette Tage auf dem MPS in Dortmund.

Freitag, 18. Mai 2018

CD-Vorstellung: Heavysaurus - Rock'n'Rarrr Music


Interpret: Heavysaurus
Album: Rock'n'Rarrr Music
Erschienen: 18.05.2018
Label: Europa / Sony Music

Heute möchte ich an dieser Stelle mal ein ziemlich ungewöhnliches neues Album vorstellen. Es handelt sich um "Rock'n'Rarrr Music", das erste deutsche Album von Heavysaurus.

Heavysaurus, das sind Mr. Heavysaurus (Vocals), Milli Pilli (Keyboards), Riffi Raffi (Gitarre), Komppi Momppi (Drums) sowie Muffi Puffi (Bass). Und ähnlich ungewöhnlich wie diese Namen mutet auch das Aussehen der fünf Musiker an - es handelt sich um vier Dinosaurier und einen Drachen. Heavysaurus sind nämlich keine ganz gewöhnliche Band, sie machen harte Musik für die ganz Kleinen.

Metal für Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren und ein Auftreten, dass an eine freundliche, grüne Version von Lordi erinnert - es dürfte wohl niemanden ernsthaft verwundern, dass die Idee von Heavysaurus ursprünglich aus Finnland kommt, der Metal-Hochburg Europas schlechthin. Dort wurden Hevisaurus 2009 vom Musiker Mirka Rantanen gegründet, um seinem damals fünfjährigen Sohn einen kindgerechten Zugang in die Welt der härteren Klänge zu ermöglichen. Die Idee wurde ein voller Erfolg, die Band erreichte bald Kultstatus - und das nicht nur bei ihrer ursprünglichen Zielgruppe. Nun hat diese Idee also auch ihren Weg nach Deutschland gefunden.

Für das erste deutsche Heavysaurus-Album wurden die ursprünglich finnischsprachigen Texte der Lieder übersetzt, zwei Stücke wurden auch extra für den deutschen Markt produziert. Los geht es aber erstmal mit einem etwa zehnminütigen Hörspiel, in dem die Zuhörer in die Welt von Heavysaurus eingeführt werden. Man lernt die Dinos (und den Drachen) kennen und erfährt sogar ihre jeweilige genaue Spezies. Auch auf ihre Herkunft wird eingegangen und man lernt ganz nebenbei auf Finnisch bis drei zu zählen - yksi, kaksi, kolme.

Nach dieser kurzweiligen Einführung geht dann aber wirklich die Musik los, und die kann sich hören lassen. Die jungen Zuhörer werden in den im Durchschnitt drei- bis vierminütigen Liedern tatsächlich mit den unterschiedlichsten Facetten von Hardrock und Metal bekannt gemacht. So beginnt "Heavysaurus Tag (Dinolied)" mit einem lupenreinen AC/DC-Riff, während "Rarrr" sich fast schon als sanfte Einführung in Richtung Epic/Symphonic Metal betrachten lässt. Und in "Dinos Spielen", einer der deutschen Neukompositionen, trifft tatsächlich das bekannte Kinderlied von den drei Chinesen mit ihrem Kontrabass auf einen 80er-Jahre Hardrock-Sound, der mich in Ansätzen an Bands wie Hanoi Rocks erinnert.

Doch auch der kindliche Aspekt kommt bei Heavysaurus nicht zu kurz. Die härteren Passagen wechseln sich eigentlich immer mit eingängigeren Parts ab. An manchen Stellen, zum Beispiel bei "Dino-Metalheads" ergibt das im Gesamtbild einen Sound, der deutlich an die guten, alten Anime-Soundtracks aus dem Hause Arts Of Toyco (ich sage nur: Digimon!) erinnert. Und das ist - nur damit wir uns richtig verstehen - eine Auszeichnung, werden diese CDs doch bis heute von so vielen, die damit aufgewachsen sind, heiß und innig geliebt.

Auch die Texte auf "Rock'n'Rarrr Music" sind natürlich anders, als man es von normalen Rock- und Metalveröffentlichungen gewohnt ist. Inhaltlich geht es um Dinge, die Kinder interessieren - Piraten oder die Frage, wie viele Kaugummis in den Mund passen beispielsweise. Der Gesang ist selbstredend durchgehend clean, es gibt keine Shouts oder Growls und die Texte sind so durch und durch gut verständlich und laden zum Mitsingen ein. Überhaupt werden die kleinen Zuhörer oft persönlich angesprochen und eingebunden, es gibt immer wieder Aufforderungen zum Mitspringen und Singen. Außerdem wird immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei Heavysaurus um eine "echte" Band handelt, die ein richtiges Rockmusiker-Leben führt - Bühnenshows, Tourbus und Fernsehauftritte inklusive.

Aus meiner - natürlich erwachsenen - Perspektive lässt sich zusammenfassend sagen, dass Heavysaurus definitiv ein interessantes Projekt ist. Ich habe jedoch keine Ahnung, wie es hierzulande wohl von der Zielgruppe aufgenommen werden wird, kann mir aber gut vorstellen, dass sich musikalisch alternativ orientierte Eltern ziemlich über eine positive Resonanz ihres Nachwuchses freuen würden und "Rock'n'Rarrr Music" als willkommene Abwechslung auf zukünftigen gemeinsamen Autofahrten sehen würden. Und mal ganz ehrlich, so eine Liveshow mit Dinos auf der Bühne, das würde doch wahrlich nicht nur die U10er interessieren...

Hörprobe: