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Donnerstag, 22. Februar 2024

Folk auf Bierbänken - das Hock Rock Borken

 Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.

Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!

Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.


Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.


Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.


Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!

Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.

Montag, 6. Januar 2020

Meine Musik des Jahres 2019

Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.

Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.

Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P



Die spannendsten Mittelalter- und Folkalben 2019:


Eluveitie - Ategnatos

Emian - Egeria

Faun - Märchen & Mythen

Heilung - Futha

Knasterbart - Perlen vor die Säue

La Horde - X

MacCabe & Kanaka - Around The Capstan

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Leviathan



Pyrolysis - Daylight Is Fading

Reliquiae - Babylon

Sowulo - Mann

Stormfrun - Down (EP)

Subway To Sally - Hey!

Versengold - Nordlicht

Vogelfrey - Nachtwache

Vroudenspil - Panoptikum


Was ich dieses Jahr sonst noch gerne gehört habe:

Avantasia - Moonglow

Männi - Mir tut alles weh

Refused - War Music

Ville Valo & Agents - s/t

Dienstag, 30. Juli 2019

Saisoneröffnung West: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Dortmund

Ende April wurde es endlich wieder Zeit, die Gewandung aus dem Schrank zu befreien und die Mittelaltersaison zu eröffnen. Wie schon in so vielen Jahren zuvor, geschah das bei mir auch in diesem Jahr wieder auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum im Dortmunder Fredenbaumpark. Diesmal waren sogar mal wieder zwei Tagesbesuche drin, einer am Samstag, einer am Mittwoch - also sowohl am ersten, als auch am letzten Tag der Veranstaltung.

Vom Samstag, dem 27. April, habe ich tatsächlich so gar keine Bilder mitgebracht. Das einzige Konzert, welches ich mir an diesem Tag ganz angesehen habe, war das erste Konzert von Versengold. Es war schön, die Band nach ziemlich langer Zeit einmal wieder live sehen zu dürfen und sie stellten sogar schon ein wenig Material vom mittlerweile veröffentlichten, neuen Album "Nordlicht" vor. Da ich nunmal keine Bilder habe, es aber so viel neues Versengold-Videomaterial gibt, welches ich hier auf meinem kleinen Blog noch gar nicht geteilt habe, nutze ich die Chance mal:


Ansonsten nutzten wir viel unserer Zeit dafür, über das Gelände zu spazieren, Stände zu schauen und mal hier und da einen Blick zu riskieren. Ein bisschen Cultus Ferox hier, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen dort. Und nach mehreren Jahren Abstinenz gaben wir auch Saltatio Mortis nochmal eine Chance. Wie nostalgisch sich das anfühlte, zumal wir gerade mitten in das Set klassischer Marktlieder der Band hereinplatzten! Hier hätte ich auch wirklich gerne mal wieder Fotos gemacht, denn die neuen Bühnenoutfits machen im Einsatz wirklich was her. Leider standen wir aber so hoffnungslos weit hinten, dass ich es nicht mal probiert habe. Kein Wunder, dass wir uns manchmal wehmütig an die Zeit erinnern, wo man noch problemlos so weit nach vorne kam, dass man sich vor dem Trommelstock von Lasterbalk dem Lästerlichen in Acht nehmen musste! :D



Meinen zweiten Besuch am 1. Mai machte ich mit einer anderen Begleitung, und für unseren Besuch gab es im Wesentlichen einen Grund: Ye Banished Privateers! Diese zeigten sich an jenem Tag mal wieder ein Höchstform, sodass wir natürlich mit Freuden alle Sets der Band besuchten.


Praktischerweise hatten wir an diesem Tag sogar freien Eintritt, da wir zu Jahresbeginn Gisis Aufruf gefolgt waren und in Münster alte Plakate vom Weihnachtsmarkt abmontiert hatten, in einer sehr regnerischen Nacht-und-Nebelaktion, die wir wohl noch unseren immaginären Enkeln erzählen werden. :P Diese Plakate waren jedenfalls an diesem Tag unser Eintritt, weswegen wir das gesparte Geld gleich in etwas leckeres zu Essen investieren konnten.

Ansonsten machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Heavysaurus. Dieses Phänomen wollten wir uns einfach mal mit eigenen Augen ansehen, hat man doch im Moment auf dem MPS das Gefühl, sie seien im Moment das ganz große Ding. So waren auch an diesem Mittwochnachmittag zahlreiche Familien mit ihren Kindern, aber auch ganz normale MPS-Besucher der Einladung der Dinos (und des Drachen) gefolgt. Die Stimmung unter den Kindern schien auch super zu sein, aber wir stellten doch recht bald fest, dass wir mal so gar nicht die Zielgruppe sind, fühlten uns folglich fehl am Platz und traten den Rückzug an. Nach dem Konzert, das bekamen wir zufällig mit, standen die Musiker in ihren sicher nicht besonders bequemen Kostümen, noch stundenlang an ihrem Merchzelt und ermöglichten so wirklich jedem Kind (und natürlich den kindgebliebenen Erwachsenen) ein Foto mit ihnen zu machen. Hut ab für so viel Fanfreundlichkeit!

Alles in allem waren es mal wieder zwei sehr nette Tage auf dem MPS in Dortmund.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Meine Musik des Jahres 2018

Wieder ist ein Jahr vorbeigegangen und es wird Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Jahresrückblick. Der fiel mir dieses Mal gar nicht so leicht. Irgendwie war 2018 für mich eher arm an bemerkenswerten Veröffentlichungen - zumindest in der Mittelalter - und Folkszene, über die ich hier ja vornehmlich blogge. Trotzdem habe ich hier mal eine Liste zusammengestellt. Diese ist wie üblich alphabetisch, damit ich mich für keine Rangliste entscheiden muss. Rezensionen sind, sofern vorhanden, verlinkt oder werden noch nachträglich verlinkt, wenn ich später noch zum Besprechen des einen oder anderen Albums komme.

Bannkreis - Sakrament

Corvus Corax - Skál

Eivør - Live in Thórshavn

Fairytale - Autumn's Crown

Faun - Best Of 

Feuerschwanz - Methämmer

Heidevolk - Vuur van verzet

Heilung - Lifa

Korpiklaani - Kulkija

Omnia - Reflexions

Saltatio Mortis - Brot und Spiele

Versengold - Nacht der Balladen

Wardruna - Skald


Nicht mittelalterlich, aber dennoch erwähnenswert:

Adam Angst - Neintology

Amorphis - Queen Of Time

Blind Channel - Blood Brothers

Bury Tomorrow - Black Flame

Desasterkids - Superhuman

Hell Boulevard - In Black We Trust

KMPFSPRT - Gaijin

Lord Of The Lost - Thornstar

Mono Inc. - Welcome To Hell

Start A Revolution - Survivors

Uniklubi - Tulennielijä


Samstag, 28. April 2018

Meine Musik des Jahres 2017

Wie zu jedem Jahreswechsel, möchte ich auch dieses Mal wieder (wenn auch leider verdammt spät) meinen kleinen musikalischen Rückblick in das vergangene Jahr machen. Auch 2017 sind wieder einige beachtenswerte Alben erschienen, die ich an dieser Stelle noch einmal kurz würdigen möchte. Rezensionen folgen wie immer, wenn und falls ich Lust und Muße habe und werden gegebenenfalls dann auch gleich verlinkt.


Meine Alben des Jahres 2017, wie immer alphabetisch und nicht irgendeinem Rang folgend:

Cesair - Omphalos

Cuélebre - Anaman

Faey - Honey & Cinnamon

Faun - Midgard (Tour Edition)

Fiona - Of Rivers And Tides

Kaunan - Forn

La Horde - Bonne Nouvelle*

The Moon And The Nightspirit - Metanoia

Seed -  Through The Veil

Shireen - Matriarch


Waldkauz - Mythos

Ye Banished Privateers - First Night Back In Port


* Ja, ich weiß, dass dieses Album streng genommen schon 2016 erschienen ist. Da sich mir aber erst letztes Jahr die Möglichkeit bot, es zu erwerben und anzuhören, musste ich es also mit in dieses Jahr tragen.

Kein Folk, aber trotzdem keinesfalls zu vergessen:

Fjørt - Couleur

Männi - Alkohol und Melancholie

Samstag, 9. September 2017

Adieu MPS - mein Besuch auf dem wohl letzten Wassenberger Mittelalterspektakel

Obwohl das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg für mich rein geografisch betrachtet der nächste Termin der ganzen Veranstaltungsreihe ist, hat es mich in der Vergangenheit auffällig selten dorthin verschlagen. Grund dafür war stets die schlechte Anbindung an de öffentlichen Nahverkehr: Wassenberg hat keinen Bahnhof, und die Busverbindungen sind - insbesondere ab dem frühen Abend äußerst überschaubar bis nicht mehr existent. Doch dieses Jahr gab es gute Gründe, noch einmal hinzufahren, steht das MPS Wassenberg doch auf der Liste der Termine, die in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Und dann hatte sich mit Faun in diesem Jahr auch noch meine Lieblingsband angekündigt.

Ich besuchte die Veranstaltung mit meiner Mutter, die schon seit Jahren kein MPS mehr gesehen hatte, weswegen wir den Tag mit einem Geländerundgang begannen. Es ist als regelmäßiger MPS-Besucher wirklich schön, eine dieser Veranstaltungen mal mit jemand szenefremdem zu besuchen, da man so selbst alles noch einmal mit neuen Augen sehen kann. So kam es dann sogar dazu, dass ich erstmalig in meiner mittlerweile auch schon fast zehnjährigen Mittelaltermarkt-Liebe beim Mäuseroulette teilnahm - und prompt gewann!

Von den an diesem Tag aufspielenden Bands schauten wir uns tatsächlich alle kürzer oder länger an - Cultus Ferox sogar mehrmals, da die es meiner Mutter an jenem Tag angetan hatten. Auch Versengold vermochten zu begeistern, sebst wenn wir die leider nur einmal im Zeitplan unterbringen konnten.

Cultus Ferox

Auf der kleinen Bühne schauten wir uns die Cobblestones an. Bei Saor Patrol blieb es eher bei einer Stippvisite - irgendwann muss man schließlich auch was essen. Mit leckeren Schmachtlappen vom Bäcker bewaffnet ließen wir uns auf einer Bank in einer ruhigen Ecke des schönen Geländes rund um die Burg Wassenberg nieder und beobachteten eine Zeitlang einfach die vorbeiziehenden Leute. Das Wetter war toll, das Gelände gut besucht, jedoch zum Glück nicht überlaufen. Später, quasi als Nachtisch, gönnten wir uns dann noch einen köstlichen Baumstriezel mit Zucker und Zimt. Einfach zu wunderbar, die Teile!

Ein bekanntes, aber ungewohntes Gesicht als Vertretung für Pínto bei Versengold

Irgendwie war es mir tatsächlich gelungen, meine Mutter zu überreden, den üblichen Zirkus mitzumachen, den es eben mitzumachen gilt, wenn man Faun aus der ersten Reihe erleben möchte. Ich denke, sie hat es nicht bereut. Es wurde wieder ein wunderschönes Faun-Konzert, mit zahlreichen Stücken vom aktuellen Album "Midgard" - darunter auch "Odin", welches auch ohne die musikalische Unterstützung von Einar Selvik einfach magisch ist - aber auch guten, alten Bekannten wie "Iyansa", welches seine Faszination auf mich wohl niemals verlieren wird.

Faun

So ein Faun-Konzert ist immer der perfekte Abschluss für einen MPS-Tag, und so machten wir uns im Anschluss auch ganz gemächlich auf den Heimweg, selbst wenn das Programm noch eine Weile weiterging. Auf dem Weg zum Ausgang verweilten wir kurz beim Feuerspektakel, welches aber leider winzig klein war und nicht das Highlight, was es auf größeren Terminen der Veranstaltung zu sein pflegt und welches ich meiner Mutter sehr gerne gezeigt hätte.

Vom Parkplatz aus warf ich einen letzten Blick zurück. Der Mond hing schön und hell über der idyllischen nächtlichen Silhouette von Wassenberg. Da wurde ich doch etwas wehmütig, dass dies vermutlich mein letzter Ausflug ins Wassenberger Mittelalter gewesen sein wird.

Montag, 28. August 2017

CD-Vorstellung: Versengold - Funkenflug

Da ist mir doch fast entgangen, dass ich hier auf meinem kleinen, momentan recht schläfrigen Blog noch gar nicht ordentlich erwähnt habe, welch schönes Album ich letztens ganz offiziell rezensieren durfte. Das will ich nun noch flott nachholen und euch hier den Link zu meinem Review der neuen Versengold-Platte "Funkenflug" bereitstellen:


Das Album hat es definitiv verdient, dass man ihm ein aufmerksames Ohr leiht und den Jungs sei ihr Erfolg damit sowas von gegönnt! Kleine Kostprobe gefällig?




Montag, 1. August 2016

Friedlich Feiern statt Demonstrieren - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Köln

Nachdem ich dieses Jahr den einen oder anderen ursprünglich fest eingeplanten MPS-Termin habe ausfallen lassen müssen, hat es mich besonders gefreut, dass es wie zum Ausgleich endlich mal wieder nach Köln gehen sollte. Das Gelände am Fühlinger See hatte ich als besonders schön in Erinnerung, nur hatte ich es nach 2011 nicht mehr dorthin geschafft, überschnitt es sich doch alljährlich mit dem Castlefest in Lisse.

Dieses Jahr nun also die Überrschung: das MPS Köln eine Woche vor dem Castlefest! Einem Besuch stand also nichts im Weg. Da es am Fühlinger See schon seit einigen Jahren keine Campsite mehr gibt, wurde der Sonntag als Besuchstag ausgewählt, da man so bis zum an diesem Tag früheren Ende bleiben konnte und trotzdem noch nach Hause kam. Ein bisschen bang wurde es einem nur beim Gedanken an die zahlreichen, ebenfalls an diesem Sonntag stattfindenden Demonstrationen, unter ihnen die Türkische Großdemo sowie Demos rechter und linker Gruppen. Genug Sprengstoff also, um einen als Bahnfahrer die verkehrtechnische Lage den ganzen Tag über sicherheitshalber im Auge behalten zu lassen.

Am Fühlinger See angekommen, stellte sich schnell heraus: das Gelände ist so schön, wie man es in Erinnerung hatte. Heerlager, Stände und sogar zwei der Bühnen vor dem Hintergrund des Sees machen optisch wirklich was her. Wem es danach verlangte, der konnte natürlich auch schwimmen gehen. Einige hartgesottene taten dies auch, obwohl man nicht unbedingt behaupten kann, dass das Wetter dazu einlud. Für die Jahreszeit war es ziemlich frisch und leider gingen auch immer wieder Schauer über dem Gelände nieder. Egal, wir hatten schon MPS-Veranstaltungen mit weitaus schlechterem Wetter!

Musikalisch gönnten wir uns bei diesem Besuch ein bisschen von allem: Sören Vogelsang, Celtica, Weltenkrieger, Saor Patrol, die Cobblestones. Aber vor allem: Ye Banished Privateers! Schon wieder hatten die Schweden Crewmitglieder dabei, die wir noch nicht kannten, darunter sogar einen Sitar-Spieler. Obwohl an diesem Tag auf der Bühne weder ausgepeitscht, gehängt noch erstochen oder ersäuft wurde, waren alle drei Konzerte wieder ein riesiger Spaß, für den wir zeitweise sogar gerne im strömenden Regen stehen blieben (und dabei von der Band fotografiert wurden, der das anscheinend ziemlich verrückt vorkam xD). Songtechnisch blieben keine Wünsche offen, zwei mir vorher noch unbekannte Stücke steigerten die Vorfreude auf das nächste Album noch weiter - was ich vorher für kaum noch möglich gehalten hatte. Und was freue ich mich darauf, die Band schon nächstes Wochenende auf dem schönsten aller Festivals (aka Castlefest) wiederzusehen!

Ye Banished Privateers

Zum Abschluss des MPS-Tages gab es dann noch ein halbes Stündchen vom großen Versengold-Abendkonzert, bevor es Zeit wurde, sich auf den wegen den Demos sicherheitshalber etwas früher geplanten Rückweg zu machen. Trotz des mäßigen Wetters war es sehr schön, wieder einmal das MPS in Köln besuchen zu können.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund - erstes Wochenende

Eigentlich hatte ich ja geplant, beide Wochenenden, an denen das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in diesem Jahr in Dortmund gastierte, auch komplett vor Ort zu verbringen. Doch in der Woche vor dem ersten Termin ging ich zunehmend von diesem Gedanken ab.

So ziemlich jeden Tag gingen in NRW Unwetter nieder - auch Dortmund blieb davon während der Aufbauarbeiten nicht verschont. Die Vorstellung, mit meinem altersschwachen Zelt in einem Unwetter zu landen, gefiel mir nun aber ganz und gar nicht und so entschloss ich mich, es am ersten Wochenende bei einem Tagestrip zu belassen.

Gesagt, getan, machte ich mich also am 04. Juni auf den Weg in den Fredenbaumpark. Sicherheitshalber inklusive Regencape und ohne Kamera - um letztlich festzustellen, dass das schlechte Wetter das MPS an diesem Tag verschonen sollte. :D 

So wurde es jedenfalls ein ziemlich entspannter Tag und mein Bericht wird etwas kürzer als gewohnt ausfallen. Die anwesenden Bands wie Mr. Hurley & die Pulveraffen und Celtica wurden weitestgehend von lauschigen Sitzplätzen aus bewundert, nur für Versengold bequemte ich mich Nachmittags einmal direkt vor die Bühne. 

Natürlich wurde auch über den Markt geschlendert. Aus dem kulinarischen Angebot entschied ich mich an diesem Tag erstmals seit langem wieder für eine leckere Käsebrezel vom Brez'n Bäcker - und frage mich, warum ich die vorher so lange nicht mehr gegessen habe, war sie doch in meinen Marktanfängen sowas wie mein Grundnahrungsmittel, lecker, günstig und sättigend, wie sie ist. Später gab es dann kurz vorm Abschied vom Markt noch ein süßes Stockbrot. Beim MPS könnte man eben, wenn man wollte, den halben Tag mit Essen verbringen. :D

Kurz nach 20 Uhr endete mein Tag auf dem MPS in Dortmund dann leider auch schon und ich machte mich glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Am nächsten Wochenende sollte es weitergehen und da würde ich dann auch länger mit dabei sein.

Mittwoch, 30. März 2016

Konzertbericht: Mr. Hurley & die Pulveraffen und Versengold in Osnabrück

Dass es um Ostern herum in Osnabrück interessant wird für Freunde mittelalterlicher Musik hat ja nun durch das alljährliche Osterkonzert in der Lagerhalle (Bericht folgt) schon seit einigen Jahren Tradition. In diesem Jahr wurde das Osnabrücker Osterwochenende jedoch bereits am Donnerstag von einem anderen Konzert eröffnet. Mr. Hurley & die Pulveraffen hatten im Rosenhof zum Abschlusskonzert ihrer ersten eigenen Tour geladen und sich dabei zur Unterstützung ihre Freunde von Versengold eingeladen. Die Besucher erwartete so ein Abend mit folkiger Doppel-Headlinershow.

Was für einen Status Mr. Hurley & die Pulveraffen in ihrer Heimatstadt mittlerweile genießen, wurde an diesem Abend bereits vor dem Einlass deutlich. Bis um die nächste Straßenecke standen die wartenden Fans vor dem ausverkauften Rosenhof. Viele waren im Piratenoutfit angereist und überall in der Schlange hörte man die typischen "Ach ja? Komma her!"-Rufe, die mittlerweile jedes Konzert der Band begleiten.

Es dauerte eine ganze Weile, bis alle Besucher Einlass in das ehemalige Kino gefunden hatten, dann aber war es brechend voll in der Halle. Die Lokalmatadore von Mr. Hurley & die Pulveraffen eröffneten schließlich das Konzert. In voller Konzertlänge boten sie dem Publikum das Programm ihrer Aggroshanty-Tour dar. Dabei gab es natürlich viele Songs der aktuellen Platte "Voodoo" zu hören, doch auch neues Material hatten sie mitgebracht. Außerdem hatten sie sich Gäste mitgebracht und wurden von diesen an ihren Blasinstrumenten tatkräftig bei "Die Legende von Daisy Jones" und "Nüchtern" unterstützt. 
War die Stimmung im Publikum von Anfang an gut gewesen, so gab es als die ersten Töne des Bandklassikers "Blau wie das Meer" ertönten kein Halten mehr. Es schien niemanden in der Halle zu geben, der dieses Lied nicht mitsingen konnte und es nicht auch aus vollem Hals tat. Doch auch im ruhigsten Moment des Konzerts, bei der Ballade "Abschiedslied", bewies das Publikum Klasse und hörte weitestgehend ruhig zu. Wer die Band öfters live gesehen hat, der weiß, dass dem leider absolut nicht immer so ist.

Hörprobe:

 
Obwohl Mr. Hurley & die Pulveraffen ja ein ganzes, langes Set spielten, ging der Auftritt gefühlt sehr schnell vorbei. In der folgenden Umbaupasue leerte sich der Raum ein wenig, doch viele schienen auch gleich stehen zu bleiben oder sich gute Plätze für das bevorstehende Versengold-Konzert zu suchen.

Auch die mittlerweile sieben Jungs von Versengold spielten an diesem Abend ein volles Set. Für sie war der Auftritt Teil ihrer aktuellen Zeitlos-Tour. Im Gegensatz zu ihren Kollegen von den Pulveraffen hatte für sie die Tour jedoch gerade erst begonnen. Versengold präsentierten sich dem Publikum gewohnt voller Energie und guter Laune, und diese gute Laune war ansteckend. Im Publikum ging es immer wilder zu, es wurde getanzt und gesprungen was das Zeug hält. Neben den Songs ihres aktuellen Studioalbums "Zeitlos" spielten Versengold auch Bandklassiker wie "Paules Beichtgang", "Drey Weyber" oder "Im Namen des Folkes". Mit "Wem? Uns!" und "Halunken betrunken" waren sogar zwei Lieder ihres schon einige Jahre zurückliegenden Räuberalbums "Dreck am Stecken" mit im Programm.
Wieder kam es einem viel zu früh vor, als das Konzert schließlich auf sein Ende zuging. Dass dieses Ende nun tatsächlich gekommen war, wurde einem erst widerwillig bewusst, als Versengold ihr traditionelles Abschiedslied anstimmten. Mit diesem ging ein wundervoller Konzertabend vorbei. 

Hörprobe:

 
 Die Lust auf mehr war geweckt, und da war es gut zu wissen, dass es bereits zwei Abende später mit dem traditionellen Osterkonzert in der Lagerhalle weitergehen würde. Doch das ist eine Geschichte für einen anderen Post. ;)

Dienstag, 5. Januar 2016

Meine Musik des Jahres 2015

Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.

Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.

Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D


Die Favoriten:




Heilung - Oefnir


Omnia - Naked Harp

Rastaban - Arise

Seed - Portal To Elfland

Versengold - Zeitlos



Weiterhin erwähnenswert:

Die Irrlichter - Rauhnächte

Korpiklaani - Noita

Leaves' Eyes - King of Kings

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Voodoo

Nachtgeschrei - Staub und Schatten

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker

Versengold - Live

Vogelfrey - Sturm und Klang

Vroudenspil - Fauler Zauber

V/A - Herbstmond


Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D

Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Neues Video: Versengold - Die Namen von Millionen

Im allgemeinen Vorweihnachtsstress habe ich es nicht mehr geschafft, meinen Bericht zum Besuch auf dem Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund am vergangenen Sonntag zu verfassen. Heute ist es schon so spät und morgen werde ich dazu auch keine Muße haben. Das Ganze muss also mindestens mal bis Freitag warten.

Ganz ohne Weihnachtsgrüße wollte ich dann aber doch nicht untertauchen und da traf es sich ganz gut, dass die wunderbaren Herren von Versengold pünktlich zum Weihnachtsfest ein neues Musikvideo veröffentlicht haben, welches ich hier wie üblich gerne vorstellen möchte.

"Die Namen von Millionen" stammt vom aktuellen Studioalbum "Zeitlos" und ist ein sehr nachdenkliches Stück für mehr Vielfalt, Frieden und Toleranz auf dieser Welt. Eine Botschaft, die gerade in diesen Tagen kaum aktueller sein könnte und leider doch viel zu oft überhört wird.


Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest. Genießt die Zeit, lasst euch nicht stressen oder von der Familie in den Wahnsinn treiben, auch wenn es manchmal schwerfällt. ;)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Anders als geplant - Das zweite Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Es neigt sich schon dem Ende zu, das zweite Wochenende des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkts (kurz: PLWM) in Dortmund. Daran, dass ich gerade hier sitze und darüber schreibe, lässt sich schon erahnen: für mich persönlich ist es schon vorbei. Und irgendwie lief eh alles anders als geplant.

Zwei ganze Tage im Fredenbaumpark - Freitag und Samstag - hätten es werden sollen, zusammen mit einer Freundin. Doch wie das Leben nunmal manchmal so ist, wurde die Freundin krank und ich stand alleine vor den Scherben der gemeinsamen Wochenendplänen. Dumm gelaufen, die Sache. Da stand ich nun also vor den Alternativen a) das Wochenende gelangweilt und leicht frustriert zu Hause verbringen oder b) alleine hinfahren.

Zwei Bands waren es schließlich, die den Ausschlag für Variante b) gaben. Zwei ganze Tage alleine fand ich dann aber doch zu deprimierend, weswegen ich mich am Freitag und am Samstag aufmachte, den Markt für zwei Ultrakurzausflüge anzupeilen. 

Der PLWM in der Dämmerung

Am Freitag erreichte ich den Markt gegen 16:30 Uhr und wurde, noch bevor ich auch nur eine Runde über das Gelände drehen konnte, von Dudelsackklängen angezogen. Immer den Ohren nach erreichte ich bald den Schauplatz des Geschehens und fand mich mitten in einem Auftritt von Comes Vagantes wieder. Die Spielleute traten nicht auf einer Bühne auf (na gut, das Schlagwerk stand auf einer kleinen Bühne) und bewegten sich mit ihren Instrumenten auch immer wieder mitten durch ihr Publikum. Es war ein schöner Auftritt, klassische Marktmusik genauso, wie ich sie mag. 

Anschließend fand ich noch die Zeit, für eine kleine Runde über das Gelände, bevor ich es mir schließlich in der ersten Reihe vor der Weihnachtsbühne gemütlich machte und auf die Band wartete, die eigentlich der einzige Grund für meinen Besuch an jenem Tag war. 

17:30 Uhr war es dann auch schon so weit und Qntal betraten die Bühne. Obwohl keine typische MPS-Band, hatten sie eine ordentliche schar Fans angelockt und brachten auch viele der vorbeischlendernden Besucher dazu, innezuhalten und sich ihren Auftritt anzuschauen. auch ich war bald mehr als überzeugt, dass allein dieses Konzert die 2 1/2 stündige Anfahrt aus dem Aachener Umland absolut wert war.

Im Konzert ging es mal ruhig, mal lauter zu und die Mischung aus alten, mittelalterlichen Texten und Melodien und elektronischen Beats kam meinem Eindruck nach allgemein sehr gut an. Mich hat sie jedenfalls sehr fasziniert. Es sollte mich verwundern, wenn irgendjemand es bei Songs wie "Flamma" schaffte, nicht zumindest Kopf und Beine im Takt zu bewegen. 

Syrah von Qntal

Ich wäre begeistert, wenn dies nicht das einzige Gastspiel von Qntal auf einer MPS-Veranstaltung bleiben würde. Schauen wir mal, was das nächste Jahr diesbezüglich so bringt...

Wäre meine Freundin nicht krank gewesen, hätte an diesem Freitagabend mit Vogelfrey noch ein weiteres musikalisches Highlight gewunken. So gab es aber keine Möglichkeit für mich, den Auftritt zu sehen und danach auch noch zu einer annährend humanen Zeit nach Hause zu kommen. Also musste ich diesen Punkt schweren Herzens streichen und machte mich ziemlich bald nach dem Auftritt von Qntal auf den Heimweg. 

Der nächste Tag sah ähnlich aus: Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg und erreichte pünktlich zum zweiten Set von Versengold das PLWM-Gelände. Man merkte gleich, dass Versengold in dieser Szene mittlerweile einen richtig fetten Bekanntheitsstatus erreicht haben, denn es war unheimlich voll vor der Bühne. Leider dauerte das Set nur eine halbe Stunde, machte aber mit Songs wie "Einerley" und "Voll wie mein Krug" trotzdem richtig gute Laune. Zum Abschluss kündigte die Band noch an, später am Tag an der Drachenschenke das Release ihres ersten Livealbums feiern zu wollen. Eine Feier, die ich leider nicht mehr mitbekam.

Pínto, Paule und Honza von Versengold

Nach dem Konzert machte ich mich auf, das Nikolausgeld, was ich von meinen Großeltern bekommen hatte (vielen, vielen Dank dafür!) sinnvoll in ein Omnia-Shirt zu investieren. Motiv "Omnia est Chaos". Ich liebe es! ♥

Dann pflanzte ich mich wieder in die erste Reihe und wartete auf den Auftritt von Omnia. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Band, die zu meinen absoluten Favoriten zählt, mittlerweile live gesehen habe. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Auch die Wartezeit vor dem Auftritt war nicht allzu langweilig, da Omnia es erstaunlicherweise immer wieder schaffen, auch ihren Soundcheck in etwas zu verwandeln, das man sich gerne anschaut. Und um 18 Uhr war es dann auch schon so weit und Omnia betraten die Bühne.

Satria von Omnia

Auch sie hatten ein riesiges und sehr textsicheres Publikum mitgebracht, welches bei älteren Stücken wie "Alive!" ebenso mitsingen konnte wie bei den Songs des letzten Albums "Earth Warrior". Von Jennys brandneuem quasi-Soloalbum "Naked Harp" gab es leider nichts zu hören, es konnte aber natürlich am Merchzelt der Band erstanden werden. Eine Investition, zu der ich persönlich nur wärmstens raten kann.

Als Omnia die Bühne wieder verließen, offenbarte ein Blick auf meine Uhr, dass ich wirklich spät dran war. Ich hatte es also ziemlich eilig, das Gelände Richtung U-Bahn Station zu verlassen. Leider verstreuten sich die Massen nur sehr langsam, zäh wie Kaugummi flossen die Menschenströme dahin. Also tat ich, was getan werden musste und nahm die Abkürzung an den Feuerstellen vorbei. Da ging nämlich kein Mensch. Mir war auch klar, warum das so war, handelt es sich doch um die wohl heimtückischste, schlammigste Stelle auf dem ganzen Gelände. Die Stelle, an der man sieht, was für großartige Arbeit Gisi und seine Mitarbeiert geleistet haben, indem sie weite Teile des Geländes mit Matten und ähnlichem ausgelegt haben, um sie begehbar zu halten. Das nur mal so für die ganzen "Ist aber matschig hier!"-Nörgler.

Fazit der Aktion: Meine Schuhe brauchen heute eine Tiefenreinigung, aber die verdammte U-Bahn ist nicht ohne mich gefahren. :D Dann mal bis nächstes Wochenende, lieber Phantastischer Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund! :)

Freitag, 20. November 2015

Neues Video: Versengold - Spaß bei Saite

Einen schönen Freitagabend wünsche ich und melde mich hier nur mal ganz kurz zu Wort für eine Videopräsentation.

Meine lieben Nordlichter von Versengold haben heute ein neues Video zum Song "Spaß bei Saite" aus ihrem aktuellen Album "Zeitlos" veröffentlicht. Dass sie beim Dreh großen Spaß hatten, ist dabei ziemlich offensichtlich. Ich für meinen Teil hatte beim Anschauen ebenso großen Spaß und möchte das Vergnügen darum nun auch hier teilen:


Ansonsten sei dieser Post noch mit dem dezenten Hinweis versehen, dass im Hause Versengold weitere große Dinge ihre Schatten vorauswerfen. Am 4. Dezember veröffentlicht die Band nämlich ihr erstes Livealbum. Dieses wird schlicht auf den Namen "Live 2015" hören und sogar als Doppel-CD erscheinen.

Dass das gute Stück hier noch in diesem Jahr einziehen muss, obwohl der Dezember schon so ein finanzielles Desaster wird, ist natürlich längst beschlossene Sache! :)

Dienstag, 22. September 2015

Saisonabschluss West - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Borken

Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D

Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.

Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.

Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.

An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.

Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.


Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!). 

Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht. 

Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...

Mittwoch, 26. August 2015

Flüssige Sonne für alle - Das MPS in Telgte

Eigentlich hatten wir uns das mit dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte ja doch etwas anders vorgestellt. Die ganze Woche hatte wunderschönes Sommerwetter geherrscht und sowas hatten wir uns natürlich auch für das Wochenende gewünscht. Allerdings sah das der Sonnenschein wohl anders und trat pünktlich zum Beginn der Veranstaltung weitestgehend den Rückzug an.

Wir ließen uns natürlich trotzdem nicht aufhalten und bis zum Samstag Abend war uns das Wetter auch relativ gnädig. So konnten wir in aller Gelassenheit das Gelände erkunden und das musikalische Programm, das unter Anderen aus Versengold, Mr. Hurley & Die Pulveraffen und natürlich Saltatio Mortis bestand, genießen. Doch ehrlich gesagt bildete das musikalische Programm an diesem Tag ausnahmsweise mal nur den Hintergrund. Denn wir hatten uns einiges vorgenommen.

Zunächst einmal hatten eine Freundin und ich uns verabredet, unsere Tin Whistles mit auf das Gelände zu bringen. Gerne hätte ich auch noch meine Blockflöte mitgebracht, aber das habe ich mich aufgrund der Wettervorhersage dann doch nicht recht getraut. Als ziemlicher Anfänger auf der Tin Whistle nahm ich an diesem Tag die Rolle des Lehrlings ein und meine Freundin mühte sich, mir eine Melodie von Ye Banished Privateers beizubringen. Das war ziemlich lustig, hat den Umstehenden aber sicher manchmal ein wenig in den Ohren wehgetan. ;)

Außerdem hatten wir uns vorgenommen, ein für uns neues Spiel zu testen: MPS-Bingo!
Original MPS-Bingo nach zwei Tagen Regen :D

Meine Freundin hatte die Idee beim Castlefest entdeckt und die auszufüllenden Felder auf das MPS angepasst. Ich würde sagen, dass das Spiel diesen ersten Test voll und ganz bestanden hat. Es hat sehr großen Spaß gemacht und man hat durch das genaue Hinsehen das ein oder andere skurrile Kostüm entdeckt! :D

Abends wurde es dann aber doch nochmal so richtig interessant in musikalischer Hinsicht: Faun spielten einen ihrer in diesem Jahr so seltenen MPS-Auftritte. Wir machten uns erstmals seit längerer Zeit wieder die Mühe, uns einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Dabei lernten wir zwei nette Damen kennen, die neben uns standen und es stellte sich heraus, dass eine von ihnen in der gleichen Kleinstadt wie ich wohnt. Zufälle gibt es!
Faun, vor dem Regen

Während des Auftritts von Faun passierte es dann. Zunächst wunderte ich mich nur, warum es plötzlich so früh dunkel wurde. Dann entdeckte ich die unschön gelblich-graue Farbe des Himmels. Und dann öffnete jener Himmel auch schon seine Pforten. Innerhalb einer Minute waren wir Tapferen, die vor der Bühne stehengeblieben waren (und das waren doch einige!) nass bis auf die Haut. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Leute tanzten wie verrückt im Regen, die Stimmung steigerte sich sogar noch im Vergleich zu vor dem Regen. Es war wirklich eines der besten Faun-Konzerte, die ich jemals erlebt habe (und ich habe da einige Vergleichswerte :P)!

Was zunächst wie ein typischer Schauer gewirkt hatte, hörte dann aber bestimmt über eine halbe Stunde einfach nicht mehr auf. Als es sich endlich beruhigte, konnte ich meinen Rock und meine Socken auswringen, so nass waren sie. Aber es galt, durchzuhalten, denn mit Knasterbart stand noch ein letzter Punkt auf dem Tagesprogramm. 

Der Sonntag begrüßte uns dann mit Dauerregen. War es zunächst nur ein feiner Regen, ging dieser zum Nachmittag hin in dauerhaften Starkregen über. Es war ein ziemliches Trauerspiel. Meine Schuhe waren noch vom Vortag nass, immerhin trockene Klamotten hatte ich mir aber zum Glück von einer Freundin leihen können. Das Gelände hatte sich in eine einzige große Matschfläche verwandelt und wir verbrachten weite Teile des Tages unter einem der Sonnensegel im Stroh. Irgendwann wurde mir das zu langweilig, sodass ich beschloss, als einzige von uns den ursprünglichen Plan beizubehalten, und mir das Konzert von Omnia trotzdem von vorne anzusehen. Etwa eine Viertelstunde vor Beginn stellte ich mich also in den Regen und sicherte mir somit einen Platz in der dritten Reihe - bei gutem Wetter wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Belohnt wurde ich mit einem Konzert bei bester Stimmung, denn alle, die da vor der Bühne standen, wollten uneingeschränkt Omnia sehen. Sonst hätte sich das wohl keiner angetan. ;)

Zu meiner eigenen Überraschung habe ich mich an diesem Wochenende nicht erkältet. Wir sind ja mit einigen Jahren MPS-Erfahrung schon an einiges gewöhnt, aber das war selbst für unsere Verhältnisse extrem. In der darauffolgenden Woche habe ich mir endlich Gummistiefel gekauft. So nasse Füße möchte ich mir nämlich nicht noch einmal holen. :D

Montag, 20. Juli 2015

Neues Video: Versengold - Frühlingsgruß

Guten Morgen allerseits! :)

Da bin ich wieder nach einem weiteren schönen Wochenende in Bückeburg, und schon wieder gibt es ein neues Video zu präsentieren.

Nur ein paar Wochen nach der Veröffentlichung ihres allerersten offiziellen Musikvideos "Hoch die Krüge" (ich habe berichtet), legen Versengold mit einer zweiten Videoauskopplung aus ihrem kommenden Album "Zeitlos" nach.

"Frühlingsgruß" ist eine poetische Ballade, das Video zeigt die Band mal ganz modern im Studio. Doch seht am besten selbst:


Viel Spaß mit dem Video!

Der Bericht zum MPS in Bückeburg folgt dann wie gewohnt ein bisschen später, wenn ich die Fotos durchgesehen habe. ;)

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fegefeuer und Sintflut - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

The Show must go on, wie es so schön heißt. Darum folgt hier nun, nur einen Tag nach Beginn des Umzugs auf der Großbaustelle meines neuen Blogs mein Bericht zum ersten Wochenenden des Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Bückeburg.

 Der hässliche Hans teert einen 'Übeltäter'

"Fegefeuer und Sintflut" - so heißt es auf den Shirts zum diesjährigen MPS in Bückeburg. Ein weise gewählter Slogan, den die Verantwortlichen sich da ausgedacht haben, fällt Bückeburg doch alljährlich durch heftige Wetterkapriolen auf. Da will es wohl auch dieses Jahr wieder keine Ausnahme machen, obwohl das erste Wochenende da noch ziemlich harmlos daherkam, wenn ich mir so den Wetterbericht für das nun Folgende anschaue....

Wir erreichten das beschauliche Bückeburg am frühen Freitag Vormittag bei bestem Wetter. Nach dem Zeltaufbau in einer ruhigen Ecke der Campsite (die auch tatsächlich einmal das ganze Wochenende ruhig bleiben sollte!), gingen wir Einkaufen. Lebensmittel für das bevorstehende Wochenende, Eis und etwas kaltes zu Trinken wegen der Hitze. 

Am Samstag klarte es dann pünktlich zum Veranstaltungsbeginn ebenfalls auf und uns erwartete ein schöner Tag bei bestem Wetter. Eis und kühle Getränke waren hoch frequentiert, ebenso die aufgestellten Sprenkler, unter denen sich die Leute abkühlen konnten. Ich musste auf eine solche Abkühlung an diesem Wochenende jedoch leider verzichten, da ich mir kurz vorher die Niere verkühlt hatte und noch nicht wieder ganz fit war. 

Aber dabei sein ist ja bekanntlich alles, also ging ich den Tag einfach etwas ruhiger an und widmete mich der gebotenen musikalischen Vielfalt: Mr. Hurley & die Pulveraffen durften ebenso wenig fehlen wie Versengold, Metusa und Saor Patrol oder die Neu-MPSler Bands Pyrates! und Waldkauz. Abends stand dann natürlich das große Omnia-Abendkonzert an, bei dem die Band Unterstützung von Kontaktjongleur Kelvin Kalvus erhielt.

Steve von Omnia und Kelvin Kalvus

Abgeschlossen wurde der Tag musikalisch von Knasterbart, die mich mit ihrem neuen Programm (inklusive absolut großartigem Intro) einmal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnten. Und glücklicherweise wurden sie diesmal auch nicht wieder genötigt, ihr Konzert endlos in die Länge zu ziehen. ;)

Mit dem Sonntag kam dann der Regen, und zwar ziemlich püntklich zum Zeltabbau. Trotzdem entschieden wir uns, noch einmal eine Weile aufs Gelände zu gehen. Dort spielten auf der großen Bühne gleich zu Beginn Waldkauz, denen es tatsächlich gelang, das müde Publikum schon um diese Zeit ordentlich zum Tanzen zu bringen.

Sie teilten sich die Bühne an diesem Tag mit Versengold, deren erstes Konzert wir uns auch noch anschauten. Bodhrán-Spieler Pínto fehlte an diesem Wochenende, was irgendwie seltsam war, doch die Band hatte mit ihrem Roadie Kevin in gewisser Weise einen "Ersatzmann" dabei, der absolut freiwillig und hochgradig kompetent Píntos Ansagen übernahm. ;)

Im Anschluss hieß es für uns dann aber endgültig Abschied nehmen vom MPS in Bückeburg - zumindest für dieses Wochenende. Denn heute wird noch das Zelt geflickt, und dann geht es morgen zurück Richtung Niedersachsen. Pünktlich zur geplanten Ankunft sind Windböen gemeldet, der Samstag soll regnerisch werden, während uns der Abreisetag wohl mit bestem Sonnenwetter begrüßen wird. Aber so ist das eben im schönen Bückeburg.

Dienstag, 7. Juli 2015

Neues Video: Versengold - Hoch die Krüge

Hallo alle zusammen! Wollte nur mal wieder ein kleines Lebenszeichen geben. In den letzten anderthalb Wochen war es mir einfach ganz entschieden zu heiß zum bloggen und für ein ausführlicheres Update bin ich auch jetzt zu faul. :D

Jedoch ist mit Beginn der Hitzewelle ein interessantes neues Musikvideo erschienen, welches ich schändlicherweise bis heute noch nicht hier geteilt habe. Dieser Missstand soll nun endlich bereinigt werden.

Die Bremer Mittelalter-Folker von Versengold haben nämlich ihr erstes Musikvideo überhaupt veröffentlicht. "Hoch die Krüge" ist außerdem der erste Vorbote des kommenden Albums "Zeitlos", welches am 31. Juli erscheinen soll - eine Neuerscheinung, die ich schon sehr herbeisehne!



Viel Spaß mit dem Video! :)
Ein kleines Update zu meinen jüngsten Schandtaten folgt dann auch mal in den nächsten Tagen. Versprochen. ;)

Samstag, 20. Juni 2015

CD-Vorstellung: Versengold - Auf in den Wind

Nun fehlen nur noch drei Titel, bis ich meine Musik des Jahres 2014 Liste endlich fertig habe. Hat ja auch nur ein halbes Jahr gedauert. So eine Aktion starte ich besser nie, nie wieder. Ab jetzt kommen CD-Reviews einfach, wenn ich darauf Bock habe. :D 

Interpret: Versengold 
Album: Auf in den Wind
Erscheinungsdatum: 2014 
Label: Totentanz 

Tracklist: 
1. Auf in den Wind | 2. Seemannsgarn | 3. Es wartet der Strick | 4. Meuterey | 5. Kaptain Hengest Reel | 6. Tochter der Weiten | 7. Auf die Ebbe | 8. Ich und ein Fass voller Wein | 9. Weinfass Tune 

Mit "Auf in den Wind" veröffentlichten Versengold im vergangenen Jahr ihr zweites Konzeptalbum. Hatten sie sich auf ihrem ersten Konzeptalbum "Dreck am Stecken" einige Jahre vorher mit dem Räuberdasein auseinandergesetzt, widmen sie sich mit "Auf in den Wind" dem Seemannsgarn. 

Musikalisch bleiben Versengold sich dabei treu und liefern einmal wieder feinsten Folk mit deutschen Texten, aber auch tanzbaren Instrumentalparts. Auch die Texte verdienen es wieder, richtig genau angehört zu werden, erzählt bei Versengold doch eigentlich jeder Song eine ganz eigene Geschichte. Oftmals sind diese Geschichten wunderbar witzig, wie beispielsweise beim zweiten Song des Albums. "Seemannsgarn" erzählt mit schönstem norddeutschen Dialekt von gar wundersamen Ereignissen auf See, Riesenkraken und versehentliches Verschlucken durch einen Wal inklusive. Doch auch eine wunderschöne Ballade hat mit "Tochter der Weiten" ihren Weg auf das Album gefunden. Ganz zum Abschluss findet sich dann auch noch ein alter Bekannter, haben Versengold doch ihren Schunkelklassiker "Ich und ein Fass voller Wein" für das Album neu eingespielt. 

Auch optisch macht "Auf in den Wind" einiges her und kommt im schicken Digipack und ausführlichem Booklet, welches alle Texte beeinhaltet. Mit diesem Gesamtpaket ist Versengold mal wieder ein sehr schönes Album gelungen, welches schon jetzt Lust und Vorfreude auf den bald erscheinenden Nachfolger macht. 

Meine Wertung: 

♥♥♥♥
[4/5]

Hörprobe: