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Sonntag, 15. November 2020

Konzertbericht: Sabaton in Oberhausen

 Im Gegensatz zu den meistens doch verhältnismäßig kleinen Konzerten, die ich in aller Regel so besuche, stand am 1. Februar mal eine ganz große Sache auf dem Plan, nämlich ein Besuch des Sabaton-Konzerts in Oberhausen!

Da wir wie üblich mit der Bahn anreisten und diese ausnahmsweise tatsächlich einmal pünktlich ankam, hatten wir nur alle Zeit der Welt, die wir für eine letzte Stärkung am Bahnhof nutzten sowie für die Suche nach einem Schließfach für unsere Jacken und größeren Taschen. An Menschen, die nicht mit dem Auto anreisen ist bei den seit einiger Zeit besonders in größeren Locations herrschenden Einlassbestimmungen (Taschen nicht größer als ein Blatt Papier, Jacken am besten auch gleich weg lassen) nämlich so gar nicht gedacht. Als das erledigt war, konnte es losgehen und wir machten uns auf den Weg zur ausverkauften König-Pilsener-Arena. Auch dort galten natürlich die seit den jüngsten Anschlägen auf Konzerte eingeführten, verschärften Einlassregeln mit einem Bodyscan wie am Flughafen, was das ganze Prozedere natürlich arg in die Länge zog. Wobei ich der Fairness halber zugeben muss, dass sich die Abläufe seit meinem letzten Besuch der Location schon arg verbessert haben. Gewohnheit und Übung machen da wohl auch den Meister.

Irgendwann waren wir dann jedenfalls drin und machten uns zunächst auf die Suche nach unseren Plätzen - Sitzplätze oben rechts - und anschließend auf die Jagd nach einem der Sabaton-Becher, die an einigen der Getränkestände ausgegeben wurden. Als wir versorgt waren, warteten wir gespannt auf den Beginn des Konzertabends.


Das Becher-Design unserer Wahl

Dieser wurde eröffnet von den Schweden von Amaranthe. Die Band rund um die Sänger Elize Ryd, Nils Molin und Henrik Englund Wilhelmsson mit der ganzen Bandbreite an männlichem und weiblichem, clearem oder gegrowltem Gesang gab ordentlich Gas auf der Bühne und wusste von der Performance durchaus zu überzuegen. Musikalisch traf der ziemlich spezielle Stilmix der Band mit Elementen aus den verschiedensten Metal-Subgenres, Elektronik und poppig anmutenden Parts aber nicht immer meinen Geschmack. Dennoch lieferten sie ohne Zweifel eine mitreißende Show ab.


Weiter ging es mit einer Band, auf die ich mich bereits im Vorfeld sehr gefreut hatte, da ich sie schon seit Ewigkeiten hatte live erleben wollen. Die Rede ist von Apocalyptica, die mich an diesem Abend sehr begeisterten! Die Musik der finnischen Cello-Virtuosen erwies sich auf der großen Bühne als absolut mitreißend - Metal benötigt ganz offensichtlich nicht immer Gesang oder auch nur die typischen Instrumente. Doch auch, wer nicht so für Musik ohne Gesang zu haben war, konnte bei Apocalyptica glücklich werden, lud man sich doch für die einfach epische Eigeninterpretation von Rammsteins "Seemann" mit Elize von Amaranthe ganz simpel eine Gastsängerin ein. Und als es zum Abschied dann an den Metallica-Klassiker "Nothing Else Matters" ging, sang natürlich die ganze Arena mit. Was für ein Finale für eine ohnehin schon geniale Show! Unbedingt will ich diese Band in nicht allzu ferner Zukunft wiedersehen, und diesmal dann bitte in voller Pracht als Headliner. Mal schauen, wann sich das umsetzen lassen wird.


Nun aber wird es Zeit, zum krönenden Finale des Abends zu kommen: Sabaton. Du meine Güte, was für eine Show! Schon das Intro war episch, ganz zu schweigen vom grandiosen Bühnenaufbau. Die Schweden machten die Bühne mit nachgebildeten Schützengräben und Stacheldrahtmal eben flott zum Kriegsschauplatz und Schlagzeuger Hannes von Dahl muss auf seinem lebensgroßen Panzer wohl der meistfotografierte Musiker seiner Zunft sein.

Bei dem nun folgenden Auftritt feuerten die Schweden alles ab, was sie zu bieten hatten, und das waren zum einen natürlich tonnenweise Hits, aber auch jede Menge Pyroeffekte und die eine oder andere auch mal was längere Ansage. Sänger Joakim Brodén hatte sichtlich Spaß an der Interaktion mit dem Publikum, und das Publikum hatte hörbar Spaß an dem, was ihm an diesem Abend geboten wurde. Auch die Herren von Apocalyptica bekam man im Laufe des Konzertes noch einmal zu Gesicht, als beide Bands einige Songs gemeinsam performten, was ebenfalls eine richtig gute musikalische Kombi ergab.

Da Sabaton es bekanntlich nicht so mit den ruhigen Tönen haben, gaben Band und Publikum während des knapp zweitsündigen Konzerts quasi pausenlos alles. Es war laut, heiß und einfach genau so, wie man sich ein richtig gutes Metal-Konzert vorstellt. Selbst wenn ich in diesem Jahr die Chance gehabt hätte, mehr als für meine Verhältnisse kümmerliche sechs Konzerte zu Besuchen, wäre mir dieser Abend wohl als ganz großes Jahreshighlight in Erinnerung geblieben. Was für ein gewaltiges Live-Erlebnis!



Sonntag, 28. Juli 2019

Konzertbericht: Avantasia in Oberhausen

Von der German Comic Con Spring Edition in Dortmund ging es am Abend des 14. Aprils gleich weiter zur nächsten Veranstaltung. Tobias Sammet's gewaltiges und außergewöhnliches Musikprojekt Avantasia gastierte nämlich an jenem Abend in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen.

Am Bahnhof von Oberhausen traf ich mich mit meiner Mutter, mit der ich das Konzert besuchen wollte (und die mich seinerzeit überhaupt erst auf Avantasia aufmerksam gemacht hatte), und wir machten uns auf den Weg zur Arena. Der Einlass dauerte wegen der mittlerweile arg verschärften Sicherheitsauflagen bei derartigen Großveranstaltungen zwar eine ganze Weile, verlief aber insgesamt sehr routiniert und problemlos. Drinnen angekommen, blieb immer noch genug Zeit, sich mit Essen, Trinken und Merch zu versorgen und dann in aller Ruhe seine Plätze zu suchen. Wir genossen die Show von einem Sitzplatz links der Bühne. Obwohl es natürlich immer etwas ungewöhnlich ist, ein Metalkonzert im Sitzen zu sehen, war der Ausblick von dort super.

Meine Erwartungen an dieses Konzert waren im Vorfeld wirklich hoch gewesen, und sie wurden nicht enttäuscht! Tobias Sammet erwies sich wenig überraschend von der ersten Sekunde an als totale Rampensau, der sein Publikum in minutenschnelle im Griff hatte. Schon alleine seine supersympathischen Ansagen an jenem Tag waren Gold wert und mussten wohl noch den grummeligsten Skeptiker für ihn einnehmen. Und dann natürlich das, weswegen wir alle gekommen waren: die Musik! Avantasia ist ja nun so ein Projekt, das hält man entweder für ganz große Klasse und auf ganzer Linie ungewöhnlich, oder man hält es ebenso innbrünstig für vollkommen überbewertet. Klar, welche Ansicht an jenem Abend im Publikum herrschte, folglich war auch die Stimmung vom ersten Ton an ausgezeichnet.

Obwohl auf der Tour ja das gerade erschienene, neue Album "Moonglow" vorgestellt wurde, fanden auch zahlreiche ältere Stücke ihren Weg auf die Bühne, deren Erscheinungsbild im Übrigen eine absolute Augenweide war! Die Liste der Gastsänger wich ziemlich ab von der des aktuellen Albums, doch trotzdem passte alles auf ganzer Linie. Magnum-Frontmann Bob Catley war dabei, voller Energie wie immer, aber auch Geoff Tate von Queensrÿche, Eric Martin von Mr. Big, Ronnie Atkins und Jørn Lande. Allesamt machten sie einen großartigen Job, wirkten spielfreudig und gingen auf das Publikum zu. Richtig beeindruckend fand ich auch Sängerin Adrienne Cowan. Zunächst scheinbar "nur" als Backgroundsängerin auf der Bühne, bewies sie im Laufe des Konzerts eine beeindruckende Stimmgewalt.

Die Songauswahl in Oberhausen war ebenfalls sehr gelungen, alte und neue Stücke hielten sich die Waage und fügten sich äußerst harmonisch aneinander. Das wunderschöne neue "The Raven Child" fand ebenso seinen Platz wie das mitsingfreundliche "Avantasia", das epische "The Scarecrow" passte ebenso gut in das Set wie das von vielen Fans etwas kontrovers betrachtete Flashdance-Cover "Maniac". Sogar das Steigerlied wurde zur großen Freude der in Oberhausen natürlich in großer Zahl anwesenden Ruhrpottler angestimmt. Am Ende erwartete die Fans dann auch noch eine ausgiebige Zugabe, wobei sich zum allerletzten Song noch einmal alle Musiker gemeinsam auf der Bühne sammelten. Nach mehr als dreieinhalb (!) Stunden Spielzeit fand so ein atemberaubendes Konzert sein fulminantes Ende.

Mögen die Spötter noch so greinen, Tobias Sammet hat mit Avantasia etwas ganz Besonderes geschaffen, was auf der Bühne erst seine ganze Dynamik entfaltet. Lang lebe diese Metal-Oper!

Hörprobe:


Mittwoch, 16. Mai 2018

Konzertbericht: Korpiklaani in Oberhausen

Der 17. Februar war für mich ein Festtag, den ich mir schon lange im Voraus dick im Kalender angestrichen hatte. An diesem Tag nämlich beehrten die Finnen von Korpiklaani Oberhausen. Und sie hatten eine ganze Menge Freunde mitgebracht!

Die Veranstaltung im kleineren Teil der Turbinenhalle begann aufgrund der Vielzahl an spielenden Bands auch schon am Nachmittag. Da die ersten drei Bands jedoch erst relativ spät und vor allem auch ohne große Werbung angekündigt worden waren, fanden einige Besucher den Weg dorthin erst später. Ob sie das auch getan hätten, wenn sie gewusst hätten, was sie da verpassen?

Wir jedenfalls suchten uns ein lauschiges Plätzchen in der ersten Reihe und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Als erstes kamen The Privateer. Die Freiburger Piraten spielten Folk Metal mit ordentlich Druck dahinter und lieferten eine großartige Show ab. Das war eine Eröffnung ganz nach unserem Geschmack, hoffentlich sieht man die Jungs und Mädels irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft mal wieder!


Ganz anders ging es danach weiter. Evertale aus Offenburg spielten lupenreinen Power Metal, und das sehr solide. Musikalisch fielen sie damit an diesem von Folk Metal geprägten Abend zwar ziemlich aus dem Rahmen, aber das störte das Publikum eher weniger. Man ist ja tolerant in der Metalszene. ;)


Als letzte der Bands, die nicht auf dem offiziellen Tourplakat zu finden waren, gaben sich dann Black Messiah die Ehre. Name und Outfit der Band machten uns zunächst etwas nervös: Kommt jetzt super-trver Black Metal, der unsere zarten Mädchenohren herausfordert? (Wir kommen doch aus dem Folkbereich und sind sowas nicht gewöhnt! :P) Aber es kam ganz anders: die Gelsenkirchener wurden für mich die persönliche Neuentdeckung des Abends. Pagan/Viking-Metal in perfektem Härtegrad - die gingen ab wie Schmidts Katze! Ich entwickelte spontan den Wunsch, sofort loszugehen und mindestens eines ihrer Alben zu kaufen.


Auch danach blieb es spannend. Die Norweger von Trollfest erwiesen sich als im besten aller Sinne als total schräg. Pfadfinderoutfits, bunte Luftballons, eine leuchtende Trompete - so sieht also True Norwegian Balkan Metal aus. Auf der Bühne war während ihres Auftritts so viel Action, dass man manchmal kaum wusste, wo man seine Augen lassen muss. Einr richtig, richtig gute Liveshow und Party für alle!


Arkona bildeten dazu im Anschluss natürlich den totalen Kontrast mit ihren langen, atmosphärischen und dichten Stücken. Ich muss zugeben, dass die Band bisher mehr oder weniger an mir vorbeigegangen ist und ich sie an diesem Abend stellenweise auch ganz schön sperrig fand. Insbesondere die Stücke jedoch, in denen man einen Eindruck von den verwendeten russischen Folkelementen bekam, haben mich aber doch ziemlich fasziniert. Da muss ich mich wohl mal etwas intensiver einhören. Und was wohl jeder neidlos anerkennen muss: Fronterin Masha hat richtig Charisma und Bühnenpräsenz, und die Band weiß sich insgesamt verdammt gut in Szene zu setzen. Da hätte ich doch tatsächlich gerne die Möglichkeit gehabt, Fotos zu schießen!


Als Co-Headliner durften schließlich Heidevolk ran. Wie jedes Mal war es ein großes Vergnügen, die Niederländer live zu sehen. Sie stellten an diesem Abend ihr neues Album "Vuur van verzet" vor, welches ich vorher noch nicht kannte. Zumindest live machten die Stücke einen sehr vielversprechenden Eindruck. Es war im Übrigen ziemlich spannend zu sehen, dass der Versuch der Band, eines der Stücke auf Englisch darzubieten, nicht besonders positiv aufgenommen wurde. Da haben die Herren wohl unterschätzt, dass die Niederländische Sprache, in der sie singen, ein Alleinstellungsmerkmal ist, an dem auch ihre ausländischen Fans hängen. Neben neuen Stücken durften aber natürlich auch ein paar Klassiker nicht fehlen. Was bitte wäre auch ein Heidevolk-Konzert ohne "Vulgaris Magistralis"? So verging dieser Auftritt jedenfalls auch wie Fluge.


Und plötzlich war schon die letzte Umbaupause da. Seltsamerweise standen wir noch immer in der ersten Reihe (eigentlich hatten wir da nur kurz bleiben wollen, aber dann war es halt so schön dort :P). Naja, und vor Korpiklaani gaben wir diese Position nun natürlich auch nicht mehr auf! Die Finnen bereiteten ihrem Publikum wieder einmal ein Fest. Egal ob finnische oder englische, neue oder alte Stücke - alle waren sie tanzbar und Sänger Jonne sprang wieder einmal bestens gelaunt auf der Bühne umher. Bei Korpiklaani hat man immer das Gefühl, dass sie unheimlichen Spaß am Spielen haben, und das überträgt sich natürlich auch auf die Leute vor der Bühne. Außderm müsste man schon sehr verstockt sein, um bei den mitreißenden Folk Metal Klängen freiwillig die Beine still zu halten. Korpiklaani wollen gefeiert werden, und wer zu ihren Auftritten kommt, will feiern!


Obwohl dies ein wirklich langer Konzertabend war, war er im Nachhinein betrachtet irgendwie im Nu verflogen. So ein großartiges Line-Up hat man aber auch wirklich selten. Jede Band verstand es hier, auf ihre Art und Weise mitzureißen. Bei solchen Auftritten ist es doch gar kein Wunder, dass regelmäßige Konzertbesuche das Leben verlängern!

Sonntag, 22. November 2015

Konzertbericht: Nightwish in Oberhausen

Gestern war er endlich da, der lang erwartete, große Tag. Nightwish zu Gast in Oberhausen, und ich durfte mit dabei sein!

Als unsere kleine Dreimann-Konzertgesellschaft die König Pilsener Arena pünktlich zum Beginn des Einlasses um 17 Uhr erreichte, hatte sich schon eine sagenhaft lange Schlange fast um den ganzen Veranstaltungsort gebildet. Als Reaktion auf die Geschehnisse in Paris vor einer Woche waren verschärfte Einlasskontrollen angekündigt worden, und niemand wollte wohl riskieren, wegen dieser Prozedur den Anfang der Veranstaltung zu versäumen. Trotz Abtasten und Taschendurchsuchungen ging es aber dennoch zügig vorwärts und bald konnten wir uns in der riesigen Arena umsehen.

Pünktlich um 18:30 Uhr ging es dann mit dem ersten Auftritt los. Die Ehre hatten die Finnen von Amorphis, die leider nur etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit zur Verfügung hatten. Diese Zeit nutzten die Mannen um Sänger Tomi Joutsen vorwiegend, um dem Publikum Songs ihres kürzlich erschienenen neuen Albums "Under The Red Cloud" zu präsentieren, darunter die Titel "Bad Blood" und "Sacrifice". Doch natürlich durften auch ein paar Klassiker der Band wie "Silver Bride", "Sky Is Mine" und "House of Sleep" nicht fehlen.

Hörprobe Amorphis:


Nach einer wirklich flotten Umbaupause ging es dann auch schon weiter mit der zweiten Supportband des Abends: Arch Enemy aus Schweden. Diese bliesen in den folgenden 50 Minuten ihr Publikum förmlich an die Wand mit ihrer energiegeladenen Show. Sängerin Alissa beeindruckte durch ihre powervolle Stimme ebenso wie durch ihre großartige Bühnenpräsenz und hatte das Publikum schnell im Griff. Die Band, die ja auch schon auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, spielte eine gute Mischung aus neuen und alten Songs. In Erinnerung geblieben sind mir bei vollständiger Unkenntnis der Diskografie der Band - Asche auf mein Haupt! - dabei besonders die Stücke "No Gods No Masters" sowie "Nemesis". 

Hörprobe Arch Enemy:


Arch Enemy verließen die Bühne, der Vorhang fiel und es folgte eine etwas längere Umbaupause, bevor dann schließlich mit Nightwish der Hauptact des Abends mit einem Knall die Bühne betrat. Was folgte, waren rund zwei Stunden Show, die einen von einem Begeisterungssturm zum nächsten katapultierte. Nightwish spielten natürlich viele Songs ihres neuen Albums "Endless Forms Most Beauty" wie beispielsweise die Singleauskopplung "Élan", aber auch Fans der älteren Werke der Band kamen auf ihre Kosten. So hatten Nightwish eine Art Reise durch die eigene Diskografie in ihre Setlist eingebaut. Neuere Fans bekamen so einen Einblick in die Bandgeschichte, während die anderen ausgiebig in Erinnerungen schwelgen konnten. Gespielt wurden, um nur einige Titel zu nennen, unter anderem "Nemo", "The Islander", "7 Days To The Wolves", "Stargazers" oder "Sleeping Sun".

Doch Nightwish wären natürlich nicht Nightwish, wenn sie ihre Songs einfach vor einem schlichten Banner dargeboten hätten. Stattdessen untermalten Videosequenzen den Großteil der Show. Diese waren durchweg fesselnd und gut gemacht, man konnte sich richtiggehend in ihnen verlieren. Auch die Licht- und Pyroshow sorgten für einige Begeisterung. So vergingen die zwei Stunden des Auftritts wie im Fluge und man wollte am Ende kaum glauben, dass es wirklich schon vorbei sein sollte. Das Ende kam leider auch ziemlich plötzlich, denn die Band kam nur noch einmal kurz auf die Bühne zurück, um sich zu bedanken, Drumsticks und Plektren ins Publikum zu werfen und sich zu verabschieden. Eine Zugabe gab es leider nicht, was einen etwas verblüfft zurückließ.

Hörprobe Nightwish:


Gegen 23 Uhr ließen wir uns so langsam aus der Halle kehren, noch immer begeistert nach diesem großartigen Abend mit drei wundervollen Konzerten, von denen der Auftritt von Nightwish natürlich den klarer Höhepunkt gebildet hatte. Sollte sich noch einmal die Gelegenheit bieten, die Band live zu sehen - ich bin dabei!

Sonntag, 8. November 2015

Konzertbericht: Epica und Eluveitie in Oberhausen

Am 27. Oktober verschlug es mich wieder einmal nach Oberhausen, zur Doppelheadlinershow von Epica und Eluveitie (mit Support Scar Symmetry). Berichten durfte ich erneut für jarwinbenadar. Ihr findet meinen Bericht hier:


Viel Spaß beim Lesen! :)

Sonntag, 25. Oktober 2015

Konzertbericht: Das Heidenfest in Oberhausen

Es war eine relativ kurzfristige Entscheidung von einer Freundin und mir, dass es dieses Jahr kein Zurück mehr geben sollte und endlich einmal ein Termin der Heidenfest-Tour besucht werden sollte. Interessiert beobachtet hatten wir die Veranstaltung schon seit Jahren, doch es hatte immer Zeit oder Geld gefehlt. Doch dieses Mal gab es keine Ausreden und wir besorgten uns Anfang des Monats Tickets für Oberhausen.

Am Freitag war es dann so weit und wir fanden uns eine halbe Stunde vor Einlass an der Turbinenhalle ein. Da das Konzert am frühen Nachmittag begann, war es Anfang noch mäßig voll und wir konnten uns problemlos einen Platz in der ersten Reihe sichern.

Los ging es dann um 15:30 Uhr mit Winterstorm aus Franken. Diese heizten dem Publikum mit Power Metal ein und erwiesen sich als sehr spielfreudig. Ihre gute Laune übertrug sich auch sehr schnell auf das Publikum und spätestens beim großartigen "Winterhumppa" hielt kaum noch ein Besucher Arme, Beine und Kopf still.


Schon nach einer halben Stunde mussten Winterstorm die Bühne räumen und Platz machen für die nächste Band: Skforger aus Lettland. Dies wurden mit ihrem Pagan/Folkmetal für mich die musikalische Neuentdeckung des Tages. Da stimmte für mich das Verhältnis von harten und folkigen Klängen wirklich perfekt und die lettischen Texte taten ihr Übriges. Besonders beeindruckt hat mich das sehr folkige "Migla Migla Rasa Rasa", was einfach wunderschön war und im Publikum auch eifrig mitgesungen wurde.

Irgendwie habe ich ein großes Herz für nicht-englischsprachigen Metal. Darum war ich auch etwas traurig, als das Konzert nach 35 Minuten zu Ende ging. Liebend gerne hätte ich eine CD oder ein T-Shirt gekauft, leider hatte ich aber nicht genug Geld dabei und die Preise für T-Shirts waren an diesem Abend offen gestanden auch eine ziemliche Unverschämtheit...


Weiter ging es im Anschluss mit Hämatom. Diese kamen maskiert oder im Falle des Sängers maskenhaft geschminkt auf die Bühne und riefen damit im ersten Moment bei mir Assoziationen mit Slipknot hervor. Musikalisch präsentierten sie das, was man wohl gerne Neue Deutsche Härte nennt - ein doofes Label, wie ich finde. 

Gut zum Mitgröhlen war das, was da in den nächsten 40 Minuten auf der Bühne passierte. Und das wurde vom Publikum auch rege wahrgenommen. Nicht unbedingt, was ich mir in meiner Freizeit anhören würde, aber live war das schon ganz in Ordnung so. Faszinierend fand ich aber auf jeden Fall das Cover von Marterias "Kids". Hätte nicht gedacht, dass dieser Song auch als Metalversion funktionieren kann. 

Als Hörprobe gibt es natürlich trotzdem lieber ein eigenes Lied der Band:


Ab hier wurden die Auftritt der noch kommenden Bands dann länger - sehr zum Leidwesen meiner Freundin, die mir nach wenigen Minuten von Varg ihr Handy mit der Nachricht "Das wird ne lange Stunde" vor die Nase hielt. ;)

Ich war mir vor Varg auch etwas unsicher, ob ich mögen würde, was da gleich passiert, aber mein Eindruck war eigentlich ganz positiv. An den teils sehr extremen Gesang musste ich mich zwar erst gewöhnen, aber dann hatte ich echt Spaß. Im übrigen war das Intro der Band richtig cool. Die Stimmung im Publikum, das mittlerweile auch ziemlich angewachsen war, war auch super und viele sangen bei Songs wie "Wir sind die Wölfe" lautstark mit. 

Auch "Rotkäppchen" wurde gespielt, und weil ich den Song und das Video irgendwie faszinierend finde, gibt es das jetzt auch als Hörprobe:


Im Anschluss an Varg stand der erste von zwei meiner Entscheidungsgründe an, das Heidenfest in diesem Jahr überhaupt zu besuchen: Finntroll! Das war meine erste Chance, die Band live zu sehen, und ich war begeistert. Die Finnen mit den Trollohren hatten eine wirklich große Bühnenpräsenz, die Musik machte live noch mehr Spaß als auf CD und war durchaus tanzbar und zum Mitsingen geeignet. Sprachbarriere hin oder her wurden Schlagworte wie "Trollhammaren" oder "Jaktens Tid" so auch vom gesamten Publikum inbrünstig mitgegröhlt.

Zum krönenden Abschluss des Auftritts gab es dann sogar noch Besuch auf der Bühne, als Jonne Järvelä von Korpiklaani die Band für einen Song gesanglich unterstützte. Das war sehr unterhaltsam und steigerte die Vorfreude auf das kommende, vorletzte Konzert des Abends.


Man konnte es sicher ahnen: als nächstes standen Korpiklaani auf dem Programm. Der zweite, sehr gute Grund für uns, das Heidenfest zu besuchen. Da dies nicht unser erstes Korpiklaani-Konzert war, wussten wir, was uns erwartet: 1 1/4 Stunden Folkmetal und verdammt gute Laune! 

Die Spielfreude, die Korpiklaani vermittelten, war auch an diesem Abend mal wieder sagenhaft und ging schnell auf das Publikum über. Insbesondere Sänger Jonne stand gefühlt keine Sekunde still, besuchte das Publikum an jeder Stelle vor der Bühne und wirkte einfach ansteckend gut gelaunt. 

Korpiklaani präsentierten Songs ihres aktuellen Albums "Noita", aber natürlich auch den einen oder anderen Bandklassiker. Da Headbangen hier nicht ausreichte, tanzte und hüpfte bald das gesamte Publikum zu Songs wie "Metsämies", "Juodaan Viinaa", "Wooden Pints" oder natürlich "Vodka". Mitgesungen wurde selbstverständlich auch, wobei bei Songs wie "Rauta" auch der finnische Text kein Hindernis darstellte. 

Am Ende revanchierten sich Finntroll noch mit einem Gegenbesuch bei Korpiklaani auf der Bühne und viel zu schnell war das Konzert dann auch schon wieder vorbei.


Wir gaben unseren Platz in der ersten Reihe im Anschluss auf, da wir uns entschieden hatten, die letzte Band des Abends nicht bis zum Ende zu schauen, um nicht erst gegen Morgen zu Hause zu sein. Bahnfahrer, die nicht in einer Großstadt wohnen, kennen das Elend ja sicher.

Trotzdem erhaschten wir noch einen Einblick in den Auftritt von den Apokalyptischen Reitern. Was wir hörten, klangt auch ziemlich gut und vielversprechend, trotzdem mussten wir uns schon nach wenigen Liedern auf den Rückweg zum Bahnhof machen.

Eine Hörprobe von den Apokalyptischen Reitern gibt es an dieser Stelle trotzdem noch:


Insgesamt hatten wir auf unserem ersten Heidenfest eine wirklich gute Zeit. Es gab geliebte Bands live zu erleben und gute Bands neu zu entdecken, keine einzige Band erwies sich als totaler Reinfall. Ich denke, wenn das Line-Up stimmt, sind wir sicher auch beim nächsten Mal wieder gerne mit dabei!