Mittwoch, 18. März 2026

Buchvorstellung: Jenseits der Worte Band 1 von Fumiya Hayashi


Worum es geht:

Arita und Takeda kennen sich aus der Schule, waren jedoch nie sonderlich eng befreundet. Jahre nach ihrem Abschluss treffen sie sich zufällig wieder und kümmern sich um eine streunende Katze. Schnell merken sie, dass sie gerne Zeit miteiander verbringen und entschließen sich, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Die Entscheidung wirft in ihrem Umfeld Fragen zur Art ihrer Beziehung auf, die sie auch selbst nicht so leicht beantworten können, weil die Gesellschaft nicht die richtige Antwort zu bieten scheint.

Meine Meinung:

Der erste Band von Fumiya Hagashis "Jenseits der Worte" hat mein Interesse mit seinem ungewöhnlichen Thema geweckt: Die Hauptfiguren Arita und Takeda sind zwei erwachsene junge Männer, die weder eine Liebesbeziehung pflegen, noch aus wirtschaftlichen Gründen eine Wohngemeinschaft gründen. Dennoch entscheiden sie sich für ein Zusammenleben und müssen sich nun mit Fragen zu den Gründen auseinandersetzen. 

Dabei war die Entscheidung für sie selbst einfach ganz entspannt und selbstverständlich: sie sind auf einer Wellenlänge und verbringen gerne Zeit miteiander. Warum also nicht? 

In diesem ersten Band lernen wir die beiden langsam in ihrem Alltag kennen. Takeda ist Lehrer und tritt stets offen für seine Überzeugungen ein, Arita ist Florist und oft eher zögerlich und zurückhaltend. Obwohl sie zusammen zur Schule gegangen sind, lernen sie sich erst nach ihrem Wiedersehen als Erwachsene besser kennen und entdecken, dass sie sich gut ergänzen. So gestaltet sich auch ihr Zusammenleben dem ersten Eindruck nach ziemlich harmonisch und sie stören sich auch nicht besonders daran, dass dieses Arrangement möglicherweise einige Fragen aufwirft. Dennoch denken sie natürlich beide auf ihre Art und Weise darüber nach.

Das Slice of Life Setting des Mangas hat mir beim Lesen sehr gut gefallen. Der Erzähltun ist ruhig und auch die Zeichnungen setzen nicht auf übertriebene Effekte oder Emotionen. Auch wertet der Manga nicht, er regt vielmehr zum Nachdenken an über gesellschaftliche Konventionen und Klischees. Er schafft es außerdem, dass ich tatsächlich noch keine genaue Vorstellung davon habe, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickeln wird. Werden die beiden Antworten für sich finden? Werden sie mit ihrer Einstellung anecken? Oder werden sie einfach losgelöst von allen Erwartungen ihren Alltag leben? Alles scheint offen, und genau das weckt Neugierde auf die Zukunft.

In jedem Fall erwarte ich viel nach diesem Auftakt, der durch sein Thema so stark aus dem üblichen Genre-Denken herausfällt. Wer eine ruhige Story zum Nachdenken sucht, sollte gerne mal einen Blick riskieren!

Jenseits der Worte Band 1 | Fumiya Hayashi | Dokico | Originalpreis: 12,00€ | Genre: Josei | Empfohlen ab 12 Jahren | Link zum Buch

Dienstag, 17. März 2026

Buchvorstellung: Natsume-san will aufblühen von Mamita


Worum es geht:

Mit Kous Hilfe hat Natsume es geschafft, seine Angst vor dem körperlichen Aspekt von Beziehungen zu überwinden und es läuft gut zwischen den beiden. Doch natürlich wäre Natsume nicht Natsume, würde er nicht prompt die nächste (natürlich geheime) Agenda planen, um seinem scheinbar perfekten Partner auch wirklich gerecht zu werden. Schließlich taucht dann auch noch sein bester Freund aus Kindheitstagen auf, dem er ein Versprechen gegeben hat, welches er ebenfalls unbedingt anstandslos erfüllen möchte, und plötzlich ist er schon mittendrin in einem neuen Chaos, das so natürlich überhaupt nicht geplant war.

Meine Meinung:

Ist es überhaupt möglich, Natsume-san nicht zu mögen? Auch in "Natsume-san will aufblühen" hat er wieder nichts als gute Absichten für die Menschen, die ihm wichtig sind, tut sich durch seine Unsicherheiten jedoch schwer damit, diese auch umzusetzen und vor allem zu kommunizieren und sorgt so unfreiwillig für das eine oder andere Missverständnis. Und das schöne an Mamitas Manga ist dabei, dass nichts davon irgendwie konstruiert wirkt, um für unnötiges Drama zu sorgen.

Durch seine negativen Erfahrungen in der Vergangenheit - und auch einfach durch seinen Charakter - ist Natsume einfach noch immer ziemlich unsicher, was seine Beziehung zu Kou angeht und hebt diesen ganz unbewusst auf ein Podest. Nun ist Kou aber natürlich auch kein Heiliger, und auch eher hat Zweifel und Sorgen. Seine neue Arbeit lastet ihn sehr stark aus, und als er merkt, dass Natsume ihm etwas verschweigt, kommt er damit nicht gut klar. Da jedoch keiner den anderen mit seinen Unsicherheiten belasten will, spitzt sich die Lage unweigerlich zu und zwingt die beiden letztendlich zur Auseinandersetzung mit ihren Problemen.

Zu welcher Lösung die beiden kommen und wie sie dorthin gelangen wird an dieser Stelle natürlich nicht verrraten, aber mir hat die Art und Weise, auf die Mangaka Mamita die Geschichte erzählt, wieder einmal hervorragend gefallen. Beide Charaktere sind erwachsen und benehmen sich auch so, wobei Natsume dennoch wirklich süß ist während Kou einige ziemlich überraschende Seiten aufweist. Der Band hat eine Empfehlung ab 18 Jahren, welcher er mit mehreren unzensierten Szenen auch gerecht wird. Das Verhältnis an einschlägigen Szenen im Vergleich zur eigentlichen Story fand ich dabei insgesamt durchaus passend. Von meiner Seite aus auf jeden Fall wieder eine klare Leseempfehlung!

Natsume-san will aufblühen | Miman | Panini Manga | Originalpreis: 8,99€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Montag, 16. März 2026

Buchvorstellung: Semantic Error - Systemfehler im Code der Liebe Band 1 von J. Soori


Worum es geht:

Außer einem gemeinsamen Pflichtkurs an der Universität scheint es zwischen dem extrem strukturierten Informatikstudenten Sangwoo und dem überall beliebten Designstudenten Jaeyoung keinerlei Ähnlichkeiten zu geben. Als eine Entscheidung von Sangwoo schließlich dazu führt, dass Jaeyoung seinen Abschluss nicht machen kann, sucht dieser Rache - doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen und je mehr sie aneinander geraten, desto verwirrender werden ihre Gefühle füreinander.

Meine Meinung:

Ein Hoch auf den Bramble Verlag dafür, diese großartige Light Novel auf den deutschen Markt zu bringen! Viele werden "Semantic Error" vielleicht schon in anderer Form, beispielweise als Webtoon, kennen, doch wenn ihr die Story da genauso genossen habt wie ich, dann kann ich euch die Light Novel ebenfalls nur ans Herz legen.

Für mich lebt "Semantic Error" von der Dynamik zwischen den sehr ungleichen Protagonisten, und diese bekommt hier alle notwendige Zeit, sich voll und ganz entfalten zu können. So können wir live erleben, wie Jaeyoungs Gedanken Sangwoo gegenüber immer mehr von Wut zu Faszination und irgendwann dann zu ungefilterter Anziehung übergehen, deren Intensität er sich selbst kaum eingestehen möchte. Doch im Gegensatz zu ihm sehen wir auch die andere Seite: Sangwoos Innenleben, von dem ich persönlich wohl mindestens so fasziniert bin wie Jaeyoung.

Es ist nur mein ganz eigener Headcanon, aber für mich ist Sangwoo ein Paradebeispiel für die literarische Darstellung einer neurodivergenten Person. In seinem Fachbereich ein Genie, eckt er bei seinen Mitmenschen immer wieder an. Die Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen versteht er oft nicht, was ihn aber auch nicht sonderlich stört. Mit Abweichungen von seiner Routine kommt er überhaupt nicht klar - sie verursachen ihm körperlichen Stress, und Änderungen in seinem Denken und Handeln fallen ihm unfassbar schwer. Da ist es kein Wunder, dass er den spontanen und impulsiven Jaeyoung zunächst als Systemfehler betrachtet, und später dafür umso faszinierender zu beobachten, wie sich seine Meinung ihm gegenüber zusehends verändert und wie sehr sich seine Gedankengänge dabei von denen von Jaeyoung unterscheiden.

Und obwohl der erste Band zum Ende hin ohne größere Dramen oder Cliffhanger auskommt, stehen für mich noch so viele spannende Fragen und Möglichkeiten im Raum, dass ich die Fortsetzung jetzt schon herbeisehne. Die beiden stehen nun irgendwo zwischen Beziehung und Freundschaft mit gewissen Vorzügen, doch für welchen Weg werden sie sich entscheiden? Ist Sangwoo überhaupt in der Lage, eine "echte" Beziehung, die über das Körperliche hinausgeht, in Betracht zu ziehen? Und was ist mit Jaeyoung, dessen Beziehungen bisher immer schnell gescheitert sind, weil er das Interesse an seinen festen Partnern verloren hat? Und dann ist da ja auch noch Jihye, die ebenfalls ein romantisches Interesse an Sangwoo hat und sich nun irgendwie zu Jaeyoungs ziemlich dreisten Drohungen ihr gegenüber verhalten muss. Ich jedenfalls freue mich schon darauf, im nächsten Band Antworten auf diese Fragen zu finden.

Semantic Error - Systemfehler im Code der Liebe Band 1 | J. Soori | Bramble Verlag | Originalpreis 18,00€ | Genre: Boys Love | Link zum Buch

Sonntag, 15. März 2026

Buchvorstellung: Heaven Official's Blessing Band 6 von STARember


(Der Manhua wurde mir im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde als Leseexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt - vielen Dank an den Chinabooks-Verlag für diese Möglichkeit!)

Worum es geht: 

Obwohl Xie Lian nun verstanden hat, wer der rot gekleidete Jüngling an seiner Seite ist, ändert dies nichts am guten Verhältnis der beiden. Ganz im Gegenteil: jetzt, wo sie offen reden können, möchte er nur noch mehr über ihn erfahren. So zögert er auch nicht, als ihm vom Himmelskaiser die gefährliche Aufgabe zugetragen wird, die Geisterstadt zu infiltrieren, welche unter Hua Chengs Kontrolle steht. Doch natürlich laufen die Dinge auch dort nicht so glatt, wie Xie Lian sich dies vielleicht erhofft hatte.

Meine Meinung: 

Auch der sechste Band von STARembers "Heaven Official's Blessing" ist wieder ein Fest für die Leser, sowohl inhaltlich als auch visuell. Wir lernen mehr über die himmlische Hauptstadt und die Machtstrukturen unter den Himmelsbeamten auf der einen Seite, wagen aber an der Seite Xie Lians und der liebenswerten Windmeisterin auch die ersten neugierigen Schritte in Hua Chengs Geisterstadt. 

Und so unterschiedlich diese beiden Welten auch sein mögen, so wunderschön sind sie in diesem Manhua beide umgesetzt. Der Shenwu Palast, ein Kunstwerk aus Gold und Licht lädt dazu ein, sich lange in der Betrachtung seiner prachtvollen Darstellung zu verlieren. Die Geisterstadt hingegen lockt ebenso wie ihr Herr Hua Cheng in einer unheilvollen Mischung aus Blutrot und Schwarz - ein gefährlicher Ort voller Sünden, dessen Faszination man sich trotzdem nur schwer entziehen kann. Hand aufs Herz: "Heaven Official's Blessing" ist einfach mit großem Abstand der optisch atemberaubendste Titel, den ich kenne! 

Doch auch die Story bleibt nicht hinter den wunderschönen Zeichnungen zurück. Xie Lians Erlebnisse bleiben spannend, und es macht Spaß, an seiner Seite die anderen Charaktere wie die Windmeisterin näher kennenzulernen. Selbst wer die Romanvorlage von Mo Xiang Tong Xiu noch nicht kennt, ahnt am Ende dieses Bandes: Xie Lian und seine Begleiter werden für einiges an Wirbel in der Geisterstadt sorgen!

Und dann ist da natürlich noch das, für das die meisten unter uns gekommen sind: die Beziehung zwischen Himmelsbeamten Xie Lian und Dämonenkönig Hua Cheng. Diese macht im neusten Band ziemliche Fortschritte durch die neu gewonnene Ehrlichkeit zwischen den beiden. Xie Lians Vertrauen in seinen rot gekleideten Begleiter wird immer wieder deutlich und geht auch an Hua Cheng selbst nicht spurlos vorbei - die eine oder andere Szene hat mir da wirklich ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert. 

Die physische Aufmachung des Manhuas aus dem Chinabooks Verlag lässt im übrigen auch dieses Mal wieder keine Wünsche offen. Das Papier ist fest und liegt angenehm in der Hand und der Druck wird den wunderschönen Farben und Zeichnungen voll und ganz gerecht. Der Text ist stets gut lesbar und die Übersetzung wirkt natürlich. Wer gedruckte Ausgaben schätzt, findet hier einen echten Schatz für seine Sammlung. Dem Band liegen außerdem auch wieder vier herrliche Postkarten/Miniprints bei, die sich auch ganz wunderbar als Deko an der heimischen Wand machen. 

Für mich ist und bleibt "Heaven Official's Blessing" ein absolutes Highlight, welches in keiner Danmei oder Boys Love Sammlung fehlen sollte - ich freue mich jetzt schon unglaublich darauf, Xie Lians Abenteuern in der Geisterstadt weiter zu folgen!

Heaven Official's Blessing Band 6 | STARember | Chinabooks Verlag | Originalpreis: 19,00€ |Genre: Danmei | Empfohlen ab 16 Jahren |Link zum Buch

Samstag, 14. März 2026

Buchvorstellung: Hana no Mori - Begegnungen im Blumenwald Band 1 von Yuki Shiraishi


Worum es geht:

Kaoru ist ein burschikoses Mädchen, welches von ihren Mitschülerinnen an der Mädchenschule aufgrund ihrer forschen, aber beschützenden Art als "Prinz" bezeichnet wird. Durch einen Zusammenschluss mit der benachbarten Jungenschule trifft sie auf zwei sehr unterschiedliche Jungs - und plötzlich spielen ihre Gefühle verrückt. 

Meine Meinung:

Kurz und knapp: vielleicht bin ich dieser Art Story einfach entwachsen, vielleicht ist sie aber auch wirklich so aus der Zeit gefallen, wie sie mir beim Lesen vorkam, aber in jedem Fall war Yuki Shiraishis "Hana no Mori - Begegnungen im Blumenwald" so gar nichts für mich. Was mich von der Prämisse an lieb gewonnene Klassiker wie W Juliet oder Maid-Sama erinnert hat, hat sich beim Lesen schnell als Sammlung überholtester Tomboy-Klischees der übelsten Sorte entpuppt. 

Denn natürlich ist Kaoru nur burschikos, bis ein dahergelaufener Hübschling ihr zeigt, dass sie ein super-niedliches "echtes" Mädchen sein kann! Und natürlich ist sie, die sich immer stark und voller Energie für ihre Mitschülerinnen eingesetzt hat, plötzlich vollkommen hilflos und muss sich stets und ständig von den zwei neuen Jungs in ihrem Leben verhätscheln und retten lassen!

Ganz ehrlich: das hier zugrunde gelegte Frauenbild ging für mich gar nicht, und zahlreiche Mangas mit Tomboys in der Hauptrolle haben in der Vergangenheit gezeigt, dass es auch ganz anders geht - nämlich ohne dass Frau ihre komplette Identität aufgibt, um einem gängigen Rollenbild zu entsprechen. 

Für mich trotz hübscher Zeichnungen absolut kein Titel, den ich im Jahr 2026 noch hätte sehen müssen, sodass ich leider noch nicht einmal mehr den abschließenden zweiten Band lesen werde.

Hana no Mori Band 1 | Yuki Shiraishi | Tokyopop | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Romance | Empfohlen ab 13 Jahren | Link zum Buch

Sonntag, 8. März 2026

Buchvorstellung: Secret Life of Corporate Flowers - On & Off Band 3 von Shinnosuke Kanazawa


Worum es geht:

Akira und Sotaro wissen nun um die andere Identität des jeweils anderen, sind sich jedoch beide einig, dass sie sich als Aki und Kanade weiterhin treffen wollen. Ihre gute Laune auf der Arbeit fällt sogar den Mitarbeitern auf, und auch das nächste private Treffen verläuft so harmonisch wie immer. Als Akira sich schließlich entschließt, Straßenkatze Micchan ein Zuhause bei sich zu geben, lädt sie Sotaro sogar zum ersten Mal zu sich nach Hause ein, wo es zu einem unerwarteten Treffen kommt.

Meine Meinung:

Den dritten Band von "Secret Life of Corporate Flowers - On & Off" fand ich persönlich sehr stark. Wir lernen mehr über Sotaros Unsicherheiten sowie Akiras innere Stärke, und die beiden ergänzen sich mit ihren so unterschiedlichen Charakteren auf ganz wunderbare Art und Weise. Auch die Gefühle zwischen den beiden scheinen in diesem Band in Bewegung zu kommen. Sotaro erkennt nun, dass seine Kollegin "Frau Hanku" eigentlich schon immer eine nette Person war, und Akira kann nicht mehr ignorieren, dass Kanades süßes Auftreten auch ein Teil von Sotaros Persönlichkeit ist, sodass sie sich nun auch auf der Arbeit anders wahrnehmen. Und auch Micchan, der im letzten Band das Geheimnis zwischen den beiden aufgelöst hat, spielt diesmal eine größere Rolle. So endet der Band mit einem Extrakapitel, welches mir sehr ans Herz gegangen ist und welches uns die Vergangenheit des kleinen Streuners ebenso näher bringt wie die Geschichte seines Namens. Als Besitzer eines ebenfalls schlitzohrigen schwarzen Katers hatte es der kleine Kerl bei mir ohnehin nicht schwer, sich einen Platz in meinem Herzen zu erobern, aber nach der Geschichte war ich voll und ganz an ihn verloren.

Von meiner Seite ist und bleibt "Secret Life of Corporate Flowers - On & Off" eine klare Empfehlung, und ich wundere mich immer, dass ich relativ wenige Meinungen zu diesem Manga sehe, welcher mir mit seiner schicken Aufmachung von Anfang an gleich ins Auge gefallen ist. Und erkennt sich nicht auch jeder ein wenig darin wieder, in der Öffentlichkeit und im Privaten mit verschiedenen Identitäten hantieren zu müssen, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem wie die beiden? Ich mich jedenfalls schon, und vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich dieser Geschichte so gerne folge.

Secret Life of Corporate Flowers - On & Off Band 3 | Shinnosuke Kanazawa | Hayabusa | Genre: Slice of Life | Empfohlen ab 14 Jahren | Originalpreis: 10,00€ | Link zum Buch

Freitag, 6. März 2026

Buchvorstellung: The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All Band 3 von Sumiko Arai

Worum es geht:

Durch einen (unglücklichen?) Zufall geht ein Video von Mitsuki viral, welches sie beim Singen und Gitarre Spielen im Park zeigt, und plötzlich ist es vorbei mit ihrem unauffälligem Schulleben. Auch Aya ist mit der Situation überfordert. Plötzlich steht ihr Crush im Rampenlicht, und nicht einmal ihr heimlicher Wunsch, zusammen zum Prom zu gehen, scheint sich zu erfüllen. Unbemerkt von den beiden Teenagern tragen auch noch Mitsukis Onkel und Kanna ihren ganz eigenen, schon viel zu lange schwelenden Konflikt aus.

Meine Meinung:

Im dritten Band von "The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All" (können wir das Ding bitte einfach Green Yuri nennen?) ist das Teenager-Gefühlschaos zwischen Mitsuki und Aya perfekt, und die Ereignisse überschlagen sich. Euphorie und Trauer liegen hier stets sehr nah beieinander und Stimmungen können zu jeder Zeit kippen. Selten liest sich eine Liebesgeschichte so actionreich und dynamisch wie in diesem Band!

Mitsuki macht in diesem Band eine ziemlich schwere Zeit durch: erst verletzt sie sich, dann bröckelt ihre perfekt unauffällige Schülerinnen-Fassade und auch mit Aya kriselt es immer wieder. Immer wieder zweifelt sie an sich und ihren Fähigkeiten, geht durch die Unterstützung ihres Umfeldes aber letzten Endes gestärkt aus der Situation hervor. Bei Aya fahren hingegen die Gefühle Achterbahn. Im einen Moment erlebt sie ihr erstes großes Festival mit der Person, die ihr so wichtig ist, im nächsten ist sie total verunsichert, weil Mitsuki plötzlich im Mittelpunkt des Geschehens steht. Irgendwie geraten die beiden sogar über den Typen im Plattenladen aneinander, welcher, wie wir uns erinnern, ja niemand anders als Mitsuki selbst ist, den Aya eben für einen Kerl gehalten hat. Trotzdem halten die beiden aneinander fest, und auch ihre gemeinsame Liebe zur Musik schweißt sie immer wieder zusammen. 

Und darf ich einmal anmerken, dass ich voll nachvollziehen kann, warum sich Aya in Mitsuki verguckt hat? Der Moment, als sie endlich, nach so vielen Jahren Versteckspiel als "sie selbst" den Klassenraum betritt - da konnte man doch nur hin und weg sein! Und auch das Ende des Bands: Mitsuki mag zweifeln, sie mag unsicher sein und zögern, aber am Ende trifft sie eben doch die richtigen Entscheidungen!

Ihr merkt, ich bin auf ganzer Linie begeistert von diesem Manga. Für mich fängt er perfekt die turbulenten Gefühle der Jugendzeit ein und setzt diese ebenso spannend wie charmant in Szene, und man kann gar nicht anders, als mit den beiden Mädels mitzufiebern. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon unheimlich darauf zu erfahren, welchen Weg ihre Beziehung noch nehmen wird.

The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All Band 3 | Sumiko Arai | Hayabusa | Genre: Girls Love | Originalpreis 15,00€ | Link zum Buch

Donnerstag, 5. März 2026

Buchvorstellung: Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben Band 3 von Maru Kubota

 

Worum es geht:

Amane und Ryuji sind nun endlich ein Paar und glücklich miteinander. Als jedoch plötzlich Suna aus der Parallelklasse auftaucht und sich blendend mit Amane versteht, entdeckt Ryuji plötzlich Gefühle an sich, die er nicht so recht zuordnen kann und die ihm auch nicht gefallen. Doch natürlich genießen sie auch die Freuden des Zusammenseins und gehen gemeinsam auf ein Date ins Aquarium von Enoshima.

Meine Meinung:

Wenn jemand noch auf der Suche nach einer absoluten Wohlfühl-Story ist: hier ist sie! "Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben" überzeugt auch im dritten Band wieder auf ganzer Linie mit einer zuckersüßen Liebesgeschichte. Sowohl Ryuji als auch Amane sind liebenswerte Charaktere, denen man ihr Glück miteinander ansehen kann. Und obwohl in diesem Band mit Suna ein neuer Charakter auftaucht, in dem man erst einmal den typischen Kontrahenten in Sachen Beziehungsentwicklung vermuten würde, vermeidet der Manga dieses Klischee ganz einfach. Unheimlich erfrischend!

Insgesamt ist dieser Band wieder gefüllt voller warmer und sanfter Momente. Amane, der so glücklich ist, dass er es am liebsten in die Welt hinausrufen würde. Ryuji, der ganz irritiert davon ist, zu was für starken Gefühlen er fähig ist, wenn es um seinen Freund gibt. Die Großmutter, die sich freut, dass ihr Enkel ein Date hat. Sie alle tragen zur guten Stimmung in diesem Band bei, die ebenso hell und sonnig zu sein scheint wie der Sommer auf Enoshima. Und dann noch das Date mit Ryujis kleinem Geheimnis zu den Fotos, die er an diesem Tag gemacht hat - auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: das war einfach zu süß! 

Auch zeichnerisch ist der Manga wie immer eine große Freude. Das fängt schon beim wunderschönen Coverbild mit seinen warmen Farben an, setzt sich aber durch den ganzen Manga fort. Die Zeichnungen sind zart und schön und werden der sanften Geschichte damit voll und ganz gerecht. Und mal im Ernst: wer hätte gedacht, dass zwei Jungs im Hawaiihemd im Jahr 2026 noch so einen hübschen Anblick ergeben könnten? 

In jedem Fall bleib ich wie schon bei den ersten zwei Bänden dabei: wenn ihr süße Boys Love Stories mögt, lest "Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben"!  

Ich könnte versuchen, mich in dich zu verlieben Band 3 | Maru Kubota | Loewe Manga | Originalpreis: 7,50€ | Genre: Boys Love | Link zum Buch 

Mittwoch, 4. März 2026

Buchvorstellung: The Paradise is in our Hands von Sai Asai

Worum es geht:

Früher waren Ryohei und Taro ein Paar, doch die Beziehung funktionierte nicht und seitdem pflegen die beiden eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen - so zumindest die offizielle Version der Geschichte aus Ryoheis Sicht. Taro hingegen scheint diese Grenzen regelmäßig zu hinterfragen, was Ryohei immer wieder aus dem Konzept bringt. Doch ist es überhaupt möglich, eine bereits einmal zerbrochene Beziehung zu kitten und wieder richtig zusammenzufinden?

Meine Meinung:

Mit "The Paradise is in our Hands" legt Sai Sarai einen Einzelband vor, der sich stark mit Fragen wie Vertrauen und Kommunikation in einer Beziehung auseinandersetzt. Die Protagonisten Ryohei und Taro könnten charakterlich kaum unterschiedlicher sein. Während Ryohei sich nach Stabilität sehnt und diese in einem geregelten Leben sucht, ist Taro ein echter Freigeist, der sein Leben glücklich und unabhängig leben möchte. Obwohl ihre Beziehung schnell zerbricht, gelingt es ihnen nie so recht, sich voneinander zu lösen. Ryohei macht sich Sorgen um Taro, der stets unbedacht in den Tag zu leben scheint und Taro scheint einfach gar keine Absicht zu haben, Ryohei aus seinem Leben zu streichen. An dieser Situation hätte sich vielleicht auch nie etwas geändert, wenn nicht durch neue Entwicklungen im Umfeld der beiden Bewegung in ihre (nicht-)Beziehung gekommen wäre. Dies geschieht zunächst in der Form von Akira, einem jungen Mann aus Taros Theatergruppe, welcher sich ebenfalls in diesen verguckt hat, später dann auch durch Taros bewusste Entscheidung, Japan zu verlassen - zwei Anlässe, die Ryohei zwingen, sich richtig mit seinen Gefühlen und seinen Wünschen auseinanderzusetzen.

Zur Auflösung dieses Konflikts will ich an dieser Stelle gar nicht viel sagen, denn ein Blick in die gemeinsame Vergangenheit offenbart genauso wie die späteren Gespräche zwischen den beiden Überraschendes. Nur so viel sei gesagt: Ein Leben nach der Devise 'Communication is key' hätte auch in diesem Fall viele Sorgen verhindern können. ;)

Zum Zeichenstil gibt es absolut nichts zu kritisieren, dieser ist durchweg ansprechend zu betrachten. Inhaltlich bin ich mit dem Band jedoch leider nur bedingt warm geworden. Zu lange blieben die wahren Gedanken und Gefühle der Protagonisten unklar, zu knapp und konstruiert wirkte dafür im Vergleich die Auflösung des Konflikts. Der Geschichte hätte ein wenig mehr Länge, um die Charakter in ihrer Tiefe herauszuarbeiten, in meinen Augen deutlich gut getan. So ist "The Paradise is in our Hands" zwar kein schlechter, aber leider auch kein in irgendeiner Form herausragender Manga.

The Paradise is in our Hands | Sai Asai | Hayabusa | Originalpreis: 8,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Mittwoch, 25. Februar 2026

Filmvorstellung: Scarlet von Mamoru Hosoda

 

 

Am 24. Februar hatten Animefans die Chance, "Scarlet", den neuen Anime von Mamoru Hosoda, in den deutschen Kinos zu sehen. Mein Kino bot dabei zwei Vorstellungen an, eine in deutscher Synchronisation sowie eine im japanischen Original mit Untertiteln, wobei ich mich für die deutsche Version entschieden habe.

Doch worum geht es eigentlich in "Scarlet"? Im Zentrum der Geschichte steht die gleichnamige Protagonistin, welche als Prinzessin am dänischen Hof des 16. Jahrhunderts lebt. Sie ist ein glückliches Mädchen, welches von ihrem gutmütigen Vater König Amlet sehr geliebt wird. Als dann jedoch eines Tages ihr Onkel Claudius eine Verschwörung gegen Scarlets Vater in die Wege leitet, an deren Ende dieser hingerichtet wird, ändert sich ihr Leben schlagartig. Fortan kreisen ihre Gedanken nur noch um Rache. Sie erlernt den Schwertkampf und vertraut niemandem mehr. Doch bevor sie ihre Rachepläne in die Tat umsetzen kann, wird sie selbst das Ziel eines Giftanschlags und findet sich in der lebensfeindlichen Anderswelt wieder. Dort trifft sie auf den Rettungssanitäter Hijiri aus dem heutigen Japan und gemeinsam machen sie sich auf die Reise, um einen Weg an einen besseren Ort zu finden und um Scarlet doch noch ihre Rache zu ermöglichen.

Manchem Leser wird es schon aufgefallen sein: "Scarlet" greift inhaltlich Shakespeares Hamlet auf und schafft damit einer ganz eigene, moderne Interpretation. Im Zentrum steht das Rachemotiv, und wie beim klassischen Vorbild merkt man auch in dieser Variation des Stoffes bald, dass ein endloser Kreislauf von Rache niemals zu etwas gutem führen kann. Auch der ziemlich pazifistische Hijiri ist sich dessen bewusst, hat aber seine liebe Not, es Scarlet und ihren Zeitgenossen zu vermitteln, sodass die Zuschauer im Endeffekt der jungen Frau dabei folgen, wie sie ihre eigenen Antworten findet - und zwar auf die harte Tour.

Visuell ist Scarlets Reise dabei wirklich imposant umgesetzt. Obwohl ich persönlich eigentlich kein großer Fan offensichtlicher CGI-Animationen bin, komme ich nicht umhin, dass diese hier schon beeindruckend aussahen, und die Liebe zum Detail in vielen Szenen haben dazu geführt, dass ich mich an einigen Hintergründen gar nicht sattsehen konnte. Auch der Sound weiß zu überzeugen und die deutsche Synchronisation habe ich als hervorragend empfunden. 

Bedauerlicherweise konnte jedoch der Inhalt für mich nicht mit den anderen Aspekten mithalten. Scarlet bleibt fast den gesamten Film hindurch unverbesserlich naiv, was so gar nicht zu ihrem Misstrauen und ihrer Wut zu passen scheint, und ihre Gefühlsausbrüche sind an einigen stellen so over-the-top, dass es fast schon unfreiwillig komisch wirkt. Mit Hijiri sieht es leider nicht viel besser aus, wobei ich ihm noch anrechnen kann, dass seine Rolle die eines unverbesserlichen Idealisten ist und die Zuschauer sogar erfahren, dass er genau aus diesem Grund schon unter der mitunter schweren Last seines Jobs gelitten hat. Dass es am Ende dann zwischen den beiden geknistert haben soll, wirkt leider zusätzlich überflüssig und zeigt meines Erachtens nach eines der Hauptprobleme des Films auf: er will einfach zu viel. Er will zeigen, dass Rache keine Lösung ist, vermittelt am Ende aber eher, dass es schon okay ist, wenn dann eine Art göttliche Macht das Rache-Urteil vollstreckt. Er will eine starke Protagonistin präsentieren, die dann aber in den entscheidenden Momenten alles andere als stark ist sondern naiv und trotzig. Und dann will er auch noch eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen mit grundverschiedener Haltung zeigen, die in dieser Form weniger tragisch als von vorheherein zum Scheitern verurteilt wirkt. Was bleibt ist die Frage, was genau einem dieser Film nun eigentlich vermitteln wollte. Eine Frage, auf die ich ehrlich gesagt keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe.

Für mich macht das "Scarlet" am Ende leider zu einem nur bedingt empfehlenswerten Film. Handwerklich gibt es nichts auszusetzen, und auch die deutsche Version finde ich wirklich großartig gelungen, aber inhaltlich ist es dem Film leider nicht gelungen, mich zu überzeugen.

Montag, 23. Februar 2026

Im Schlaf ans Ziel: ein Tagesausflug nach Wien mit dem Nachtzug

Wer mich kennt weiß: so pauschal bin ich verrückten Ideen nicht abgeneigt. Sogar ganz und gar nicht. So entstand dann wohl auch die Idee, an einem Freitag nach der Arbeit mit einer Freundin in Münster in den Nightjet zu steigen und am kommenden Tag in Wien wieder auszusteigen, um sich die österreichische Hauptstadt einmal anzuschauen. Und das genau für einen Tag, denn Abends sollte es mit dem gleichen Zug wieder zurückgehen.

Die Voraussetzungen für unsere Reise waren dabei ein wenig heikel. Am Tag zuvor hatte es in Österreich unerwartet starke Schneefälle gegeben, die Teile des Verkehrnetzes lahmgelegt hatten. Ein wenig Nervosität war also schon da - doch zu unserer großen Freude klappte alles super und wir kamen mit kaum Verspätung am Morgen im Wiener Hauptbahnhof an. 


Die Fahrt selbst war dabei auf jeden Fall ein Erlebnis. Wir hatten uns unter den verschiedenen Möglichkeiten für die Mini Cabin entschieden, die ideal für eine Reise zu zweit ist, da man zwei Kabinen nebeneinander buchen kann, welche sich dank einer Schiebetür auf Kopfhöhe verbinden lassen. So konnte man sich wunderbar unterhalten, nachts dann aber auch seine Ruhe haben. Ansonsten hat mich das ganze ein wenig an ein Capsule Hotel erinnert: man krabbelt von hinten in seine Kabine hinein, kann dort dann sitzen und liegen und die Tür hinter sich zuziehen, als würde man sich in einem Schrank verstecken, was eigentlich ganz lustig war. Beim Platz muss man natürlich ein paar Abstriche machen. Die Liegefläche ist lang genug, um sich auszustrecken, aber nicht besonders breit. Wer (wie ich) gerne etwas seitlich ausgestreckt oder mit angewinkelten Beinen schläft, kommt hier schnell an Grenzen. Für eine Nacht war das aber durchaus machbar. Und schonmal zur Entwarnung: weder meine Freundin noch ich sind besonders schmal. Es passt trotzdem, keine Angst. ;) An die Gepäckaufbewahrung ist ebenfalls gedacht: Kleinere Taschen und Schuhe lassen sich bequem in Schließfächern verstauen, die zu den Kabinen gehören, und unter der Matraze ist ebenfalls noch Platz, etwas zu lagern. Eine Steckdose und einen kleinen Tisch gibt es natürlich ebenfalls, und auch an ein kleines Frühstück mit Marmeladenbrötchen und Kaffee oder Tee ist gedacht. Einziges Manko auf unserer Hinfahrt: die sanitären Anlagen in unserem Abteil waren kaputt. Zwar war es nicht so furchtbar weit bis zum nächsten Wagen, aber morgens hat man am Andrang natürlich sehr stark gemerkt, dass da Kapazitäten gefehlt haben. Auf dem Rückweg war dann aber zum Glück wieder alles gut.

Frisch aus dem Schlafzug stand uns dann immerhin ein Tag im noch immer schneebedeckten Wien zur Verfügung. Aufgrund der knappen Zeit entschieden wir uns dafür, das Geld für ein Hop on Hop Off Busticket zu kaufen und uns einen Überblick aus dem Bus zu verschaffen. Rückblickend würde ich das bei meinem nächsten Besuch anders machen. Die Taktung dieser Busse ist zumindest im Winter nicht besonders gut, und die Infos aus dem Audioguide fanden wir jetzt auch nicht immer besonders spannend. Als wir irgendwann am Prater standen und dort fast eine Stunde auf den nächsten Bus hätten warten müssen, sind wir darum auf den Wiener Nahverkehr umgestiegen. Das war nicht nur deutlich günstiger, es hat uns auch ermöglicht, viele Ziele ganz frei und zeitnah zu besichtigen.

Natürlich reicht ein Tag bei weitem nicht aus, um eine so große Stadt wie Wien mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und historischen Gebäuden ganz zu entdecken, aber wir haben unser Bestes gegeben. Belvedere, die Gegend um die Hofburg, der Prater und der Stephansdom waren nur einige unserer Ziele. Zum Abschluss meines kleinen Reiseberichtes habe ich hier einfach mal ein paar Impressionen zusammengestellt:


 



 


Würde ich eine solche Reise rückblickend noch einmal machen? Auf jeden Fall, wobei ich in dem Fall wohl doch mindestens eine Übernachtung in der Stadt einplanen würde, um nicht ständig das Gefühl zu haben, unter Zeitdruck zu stehen. Überhaupt hat mir Wien so gut gefallen, dass ich mir dort auch noch einmal einen längeren Aufenthalt vorstellen könnte. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten, und ich würde mich freuen, noch das eine oder andere davon etwas ausführlicher erkunden zu dürfen!

Donnerstag, 19. Februar 2026

Buchvorstellung: Mein Leben als Moppelkatze - Wie ich auf Samtpfoten das Herz des Herzogs stahl Band 1 von otori, Ema Okadachi & Kou Kusaka

Worum es geht:

Trotz ihrer Position als Tochter des Vizegrafen hat es Lady Marie nicht leicht, denn im Gegensatz zu ihrer bildhübschen Halbschwester Emilia ist sie eine eher introvertierte Büchernärrin und steht darum in ihrem Umfeld immer nur an zweiter Stelle. Gutmütig wie sie ist, hätte sie sich damit sicher auch abgefunden, doch leider gönnt ihr ihre Schwester nicht den kleinsten Funken Glück und spannt ihr erst den Verlobten aus und verwandelt sie dann zu allem Überfluss auch noch in eine Katze. In diesem ungewohnten Körper auf sich selbst gestellt, wird Marie schließlich ausgerechnet vom gefürchteten Herzog Reinhardt, seines Zeichens ihr neuer möglicher Ehekadidat, entdeckt und aufgenommen - der zumindet in ihrer Katzenform er ein überraschend großes Herz für sie zeigt.

Meine Meinung:

Als Katzenliebhaber konnte ich an einem Manga mit dem Titel "Mein Leben als Moppelkatze" wirklich unmöglich vorbeigehen - eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe!

Marie entpuppt sich sehr schnell als sympathische Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Sie ist gutmütig, aber alles andere als dumm und sich außerdem sehr darüber im Klaren, dass sie die optischen und charakterlichen Standards, die an eine Frau in ihrer Position gestellt werden, nicht erfüllt. Dennoch wünscht sie sich natürlich ein glückliches Leben und gibt stets ihr Bestes, hat den hinterhältigen Attacken ihrer Schwester jedoch nichts entgegenzusetzen.

Und auch als Katze scheint ihr Pech zunächst kein Ende zu nehmen, denn natürlich verwandelt Emilia sie nicht in ein niedliches Schmusekätzchen, welches von allen gemocht wird. Ganz im Gegenteil: als "Chiffon" ist sie moppelig und struppelig und tollpatschig, was die meisten Menschen, die sie trifft veranlasst, ihr mit Ablehnung oder Spott zu begegnen. 

Nur einer scheint das ganz anders zu sehen. Herzog Reinhardt, der Marie ein Heiratsangebot gemacht hatte, nachdem sie von ihrem ursprünglichen Verlobten verlassen worden war, betrachtet Chiffon als durch und durch entzückendes Geschöpf und bietet ihr, die er als nassen und dreckigen Streuner aufgelesen hat, ein Luxusleben in seinem großzügigen Anwesen. 

Zunächst ist Marie unsicher, wie sie mit der Situation umgehen soll, denn Reinhardt hat einen wahrlich schlechten Ruf als kaltblütiger und schlechter Mann, der sie die Ehe mit ihm hatte fürchten lassen, doch in ihrer Rolle als Katze lernt sie ihn bald von einer ganz anderen Seite kennen. Und natürlich kommt da bald auch die unausweichliche Frage auf: wäre es wirklich so schlimm gewesen, diesen Mann zu heiraten? Doch was für Spielräume hat sie als Katze überhaupt noch, um ihn besser kennenzulernen?

So folgen wir also Maries Katzenleben an der Seite von Herzog Reinhardt, und die Kombination aus felinem Körper und menschlichen Gedanken führt wirklich zu den komischsten Situationen. Da gibt es Erkundungsexpeditionen, die an Stummelbeinen scheitern und genossene Streicheleinheiten und kulinarische Vorlieben, die bei Maries menschlicher Seite zu einem schlechten Gewissen führen.

Optisch ist das Ganze ebenfalls sehr ansprechend. Da die Story in adeligen Kreisen einer Fantasiewelt spielt, sind Setting und Outfits ziemlich opulent gewählt, was bei den klaren Zeichnungen wirklich schön anzusehen ist. Und ich persönlich halte es ja auch voll mit Herzog Reihardt, dass Chiffon mit ihrem einzigartigen Knautschgesicht eher süß als alles andere ist, aber Schönheit liegt ja bekanntermaßen stets im Auge des Betrachters.

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf, Maries Leben als Moppelkatze weiter zu verfolgen und bin gespannt, ob sie und Reihardt das Glück finden werden, welches sie beide suchen und verdienen. Und wenn auch ihr auf der Suche nach einer charmanten Story in phantastischem Setting seid, kann ich euch nur wärmstens empfehlen, dem ersten Band von "Mein Leben als Moppelkatze" eine Chance zu geben!

Mein Leben als Moppelkatze - Wie ich auf Samtpfoten das Herz des Herzogs stahl Band 1 | otori (Artwork), Ema Okadachi (Story) & Kou Kusaka (Character Design) | Altraverse | Originalpreis: 5,00€ (ab 01.08.2026 7,00€) | Genre: Fantasy | Empfohlen ab 13 Jahren | Link zum Buch

Montag, 16. Februar 2026

Buchvorstellung: Can You Kiss Me First? von Yamayade


Worum es geht:

Ueno und Kanda arbeiten in der gleichen Firma. Bei Außenstehenden erwecken sie den Eindruck, einander nicht besonders nahe zu stehen, obwohl sie privat eigentlich gut befreundet sind. Kanda schläft sogar regelmäßig bei Ueno, da ihn in dessen Nähe seine üblichen Schlafstörungen weniger plagen. Doch obwohl Ueno Kanda sehr mag, hat er gemischte Gefühle, denn er steht auf Männer und hat in der Vergangenheit bereits einmal eine wichtige Person in seinem Leben infolge seiner Gefühle verloren. Um nicht wieder in eine solche Situation zu geraten, bemüht er sich um Abstand und verweist Kanda sehr deutlich in die Friendzone - bis dieser sich irgendwann nicht mehr mit diesem Arrangement zufrieden geben möchte.

Meine Meinung:

Mit "Can You Kiss Me First?" von Yamayade liefert uns Tokyopop einen einfühlsamen BL Einzelband, dessen Lektüre ich sehr genossen habe. Ueno und Kanda sind beide sehr sympathische Protagonisten, die sich gerade aufgrund ihrer charakterlichen Unterschiede gut ergänzen. Während Ueno eher distanziert ist und sich unwohl dabei fühlt, Dinge aus seinem Privatleben zu teilen, gelingt es Kanda mit seiner offenen Art nach und nach, sich einen Platz in seinem Leben zu erobern, ohne dabei übermäßig aufdringlich zu wirken. Sein Interesse an Ueno ist aufrichtig, und das spürt dieser auch. 

Doch auch Kanda ist nicht immer der Sonnenschein und Star seiner Abteilung, als den ihn viele sehen. Aufgrund seiner schwierigen familiären Situation, für die er sich sehr schämt, leidet er unter massiven Schlafstörungen, die nur in Uenos Nähe besser zu werden scheinen. Dennoch dauert es einige Zeit, bis er sich darüber klar wird, warum Ueno für ihn so besonders ist - und als es dann so weit ist, sind beide Männer mit der Situation ziemlich überfordert.

Und hier gelingt dem Manga, was bei Einzelbänden gar nicht so einfach ist: er gibt den beiden die nötige Zeit, ihre Gefühle zu verstehen und den Konflikt zu überwinden ohne dabei überstürzt so wirken. Die Leser lernen sowohl Uenos als auch Kandas Sicht der Dinge kennen und bekommen einen Einblick in die Erlebnisse und Gefühle, die ihre Charaktere geformt haben, wobei übertriebene Dramen und unpassende Intimitäten erfreulicherweise ausbleiben.

Den Zeichenstil habe ich dabei durchgehend als ansprechend empfunden. Während Ueno meist ein ziemliches Pokerface hat, kann man Kanda jedes Gefühl vom Gesicht ablesen, was zu ziemlich niedlichen Szenen führt. Passend zum Titel des Bandes waren außerdem die Kussszenen eine wahre Freude, ganz zu schweigen von Uenos Umarmungen. So sagt Kanda, dass er in dem Moment, in dem Ueno ihn zum ersten Mal fest in die Arme schloss das Gefühl hatte, dass dieser ihn mit seinem ganzen Körper begehrte - und das sieht man dieser Szene und ebenso einer späteren auch so sehr an, dass ich mich wirklich lange in diesen einzelnen Panels verlieren konnte, weil sie so unfassbar schön waren.

Ich denke, ihr merkt es schon: "Can You Kiss Me First?" hat mir hervorragend gefallen, und ich kann den Manga allen empfehlen, die ein Herz für eher ruhige BL Titel haben, bei denen die emotionale Entwicklung im Vordergrund stehen. Für mich jedenfalls war der Titel ein totaler Volltreffer. 

Can You Kiss Me First? | Yamayade | Tokyopop | Originalpreis: 10,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch 

Samstag, 14. Februar 2026

Buchvorstellung: Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten Band 1 von Nikke Taino

Worum es geht:

Eigentlich ist Shin nur auf der Suche nach einem Abenteuer und Wissen über einen scheinbar weißen Fleck auf der Landkarte, als er das Reich Oraie betritt. Vor Ort wird er dann jedoch mit einer gefährlichen Realität konfrontiert: in dem abgeschotteten Land, dem noch ein ferner Nachhall ehemaligen Glanzes anhaftet, wütet eine gefährliche Lungenseuche, und wer es einmal betreten hat, darf es nie wieder verlassen. Der junge Regent Mustia sieht Shins Potenzial, welches in seiner Neugier und seinem fremden Wissen liegt, und nimmt ihn in seine Familie auf. Dort lernt er auch None kennen, dessen Liebe zu Mustia keine Grenzen zu kennen scheint und der bereitwillig sein Leben für diesen geben würde - eine Entscheidung, die er nicht akzeptieren möchte.

Meine Meinung: 

"Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten" entführt seine Leser in eine orientalisch anmutende Fantasiewelt, welche mich ebenso wie den Protagonisten Shin schnell in ihren Bann zu schlagen vermochte. 

Obwohl Shin von Mustias "Familie" herzlich empfangen wird, braucht es nicht lange um zu verstehen, dass in Oraie vieles nicht in Ordnung ist. Vom einstigen Wohlstand des Reiches ist aufgrund der Lungenseuche nicht mehr viel übrig, und die rückschrittliche Wissenschaft und Medizin des Landes haben dieser Herausforderung nichts entgegenzusetzen. Auch der zwar noch sehr junge, aber dennoch clevere Mustia scheint sich bei Shins Ankunft diesem Schicksal beinah ergeben zu haben, wagt es dann jedoch letzten Endes doch, seine Hoffnung in den Fremden zu setzen.

Verübeln kann man ihm das nicht, ist Shin doch ein wahrlich interessanter Charakter. Er ist nicht nur mutig und intelligent sondern bringt mit seiner offenen und manchmal etwas unorthodoxen Denkweise frischen Wind in das fast im Stillstand befindliche Reich. Dies betrifft auch die Gedanken der dort lebenden Menschen, allen voran wohl Mustias Diener None. Dieser ist seinem Herren mehr als nur ein wenig zugetan, kann sein daraus resultierendes Verlangen jedoch lange Zeit nicht stillen, ist Mustia doch ein Kind und noch dazu körperlich geschwächt. So ist es schließlich Shin, der einschreitet, und None seine Körperlichkeit vor Augen führt.

Intime Szenen stehen in dem ab 16 Jahren empfohlenen Band zwar nicht im Vordergrund, aber sie existieren und haben mir persönlich gerade dadurch, dass vieles nur angedeutet wurde, sehr gut gefallen. Bei dem sauberen, ästhetischen Zeichenstil, der nicht nur die Schönheit der Körper sondern auch die der fremdländischen Kleidung und des Schmucks würdigt, hat es einfach besonders großen Spaß gemacht zu betrachten, wie Shin sich None voll und ganz widmet und ihn die empfindlichen Zonen seines Körpers spüren lässt.

Das einzige, womit ich bei dem Band dann nicht so richtig glücklich geworden bin, ist das Erzähltempo zum Ende der Story gewesen. Hier ging plötzlich alles sehr schnell, und obwohl es an sich schlüssig war, hätte ein wenig mehr Raum der Geschichte hier sicher gut getan.

Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es mit der Geschichte um Shin in Zukunft noch weitergehen wird. Der Handlungsbogen in Oraie scheint abgeschlossen zu sein, doch man hat das Gefühl, dass dieser unkonventionelle Held noch die eine oder andere Überraschung in petto hat. Und sicherlich wartet auf ihn noch das eine oder andere romantische Abenteuer - irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten.

Irgendwo auf dieser Welt, jenseits aller Karten Band 1 | Nikke Taino | B-Love Manga | Originalpreis 12,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 16 Jahren | Link zum Buch 

Buchvorstellung: Strawberry Love von Irono

Worum es geht:

Sara ist Studentin und möchte später Lehrerin werden. Als ihr Großvater sich ein Bein bricht, zögert sich trotzdem kein bisschen, an den Ort ihrer Kindheit aufs Land zurückzukehren, um auf der Erdbeerfarm ihrer Familie auszuhelfen. Dort lernt sie den 13 Jahre älteren Minori kennen, der ihr die Grundlagen des Erdbeeranbaus beibringen soll. Die anfängliche Schüchternheit dem stattlichen, scheinbar etwas mürrischen Mann gegenüber weicht bald, als die beiden einander besser kennenlernen, und schließlich verlieben sie sich. Doch kann eine Beziehung bei so einem großen Altersunterschied Bestand haben?

Meine Meinung:

Die vierbändige Serie "Strawberry Love" von Irono war für mich eines der Romance-Highlights des vergangenen Jahres. Dabei war ich zunächst ähnlich skeptisch wie das Paar des Mangas selbst: kann das funktionieren zwischen dem verträumten Mädchen, welches gefühlt gerade erst die Schule hinter sich gebracht hat und dem wortkargen Typen, dessen ganzes Leben sich um seine Erdbeeren zu drehen scheint? Es kann, und zwar ganz wunderbar und voller süßer Momente!

Zu verdanken ist das den in meinen Augen wirklich gut geschriebenen Charakteren. Sara ist zwar jung und unerfahren, doch auch willensstark und sich ihrer Schwächen durchaus bewusst. Sie denkt viel nach und hat berechtigte Zweifel, verliert jedoch ihre Träume und Wünsche nicht aus den Augen und zeigt eine ebenso beeindruckende wie auch realistische Charakterentwicklung. Minori hingegen steht in seinem Alter natürlich schon viel fester im Leben, doch auch er entwickelt sich an Saras Seite weiter und wird auch das eine oder andere Mal aus seiner Komfortzone geworfen, was durchaus amüsant zu lesen ist. Und das Beste: die beiden existieren in diesem Manga nicht im luftleeren Raum. Sie haben Freunde und Familie, die alle ihre eigenen Gedanken und Gefühle haben und die Welt von "Strawberry Love" erfrischend lebendig für eine doch relativ kurze Serie machen.

Für mich hat die Serie in jedem Fall alles, was eine gute Liebesgeschichte ausmacht. Ein interessantes Setting - auch wir Leser lernen mit Sara einiges über den Erdbeeranbau in Japan - sympathische Charaktere, humorvolle und süße Momente und eine glaubwürdige Charakterentwicklung. Unnötiges Drama gibt es kaum, dafür den einen oder anderen ziemlich realistischen Stein, den einen das Leben nunmal so gerne in den Weg legt und den es dann eben zu beseitigen gilt. Ich denke, bei einem Blick auf das Cover des letzten Bandes wird auch ohne größere Spoiler relativ deutlich, dass die beiden hier nicht der Typ Mensch sind, welcher sich von so etwas unterkriegen lassen würde.

Strawberry Love (abgeschlossen in 4 Bänden) | Irono | Egmont Manga | Originalpreis: 8,00€ pro Band | Genre: Romance | Empfohlen ab 14 Jahren | Link zum ersten Band 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Buchvorstellung: Sein geheimes Lächeln - Verliebt in einen Gärtner von Nayuta Nago

Worum es geht:

Als der junge Student Ikumi in den Semesterferien seine Familie besucht, lernt er dort den gleichaltrigen Gärtner Harukiyo kennen. Der erste Eindruck könnte kaum schlechter sein, denn Harukiyo weist Ikumis freundliche Begrüßung scheinbar schroff zurück. Es dauert jedoch nicht lange, dass hinter der abweisenden Haltung eigentlich nur ein schüchterner Mensch steckt - mit einem Lächeln, dem Ikumi nicht widerstehen kann.

Meine Meinung:

"Sein geheimes Lächeln - Verliebt in einen Gärtner" - was vom Titel her seltsamerweise nach Enthüllungen skandalöser Geheimnisse in der Boulevardpresse klingt, ist zum Glück inhaltlich etwas ganz anderes, nämlich eine süße Liebesgeschichte über zwei junge Männer, die sich durch einen glücklichen Zufall kennen und lieben lernen.

Die beiden Protagonisten sind dabei ziemlich unterschiedlich, was auch schonmal zu Reibungen führt. Während Ikumi sehr offen und mitunter auch impulsiv ist, ist Harukiyo eher schüchtern und zurückhaltend. Beiden merkt man außerdem ihr junges Alter und den Mangel an Lebens -und Beziehungserfahrung an, was im Manga zu einigen etwas sehr dramatischen und damit durchaus etwas klischeehaften Eifersuchts- und Missverständnisszenen führt, die es in diesem Ausmaß vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte.

Für mich ändert das aber nichts daran, dass ich den Manga insgesamt doch wirklich gerne gelesen habe. Momente wie jener, in dem Ikumi sich in Harukiyos Lächeln verliebt oder auch die Liebeserklärung zwischen den beiden waren wirklich süß, zumal die Zeichnungen durchgehend sehr ansprechend sind und wichtigen, intimen Momenten zwischen den beiden ausreichend Platz eingeräumt wird.

Obwohl der Band eine Empfehlung ab 18 Jahren hat, liegt er mit vom Verlag ausgezeichneten zwei Chili-Schoten doch eher am unteren Ender der Spice-Skala, was ihn auch für Leser, die mehr Wert auf Story als auf "Action" legen, interessant macht. Ich denke wirklich, dass jeder, der nur ein kleines Maß an Toleranz für nackte Haut aufweist, hier gefahrlos einen Blick riskieren kann.

Insgesamt würde ich sagen, dass "Sein geheimes Lächeln - Verliebt in einen Gärtner" von Nayuta Nago sicherlich weder ein sonderlich innovativer, noch ein perfekt umgesetzter BL Manga ist. Fans von ruhigen, eher fluffigen Einzelbänden machen jedoch wirklich nichts falsch, hier mal einen Blick zu riskieren, denn die Dynamik zwischen den beiden Jungs schafft es doch, einem das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Sein geheimes Lächeln - Verliebt in einen Gärtner | Nayuta Nago | Hayabusa Verlag | Originalpreis: 8,00€ | Genre: Boys Love | Empfohlen ab 18 Jahren | Link zum Buch

Montag, 9. Februar 2026

Buchvorstellung: heimkehren und neu anfangen von Cocomi

Worum es geht:

Mitsuomi ist ein junger Mann, der durch seine impulsive und zu ehrliche Art im Leben oft aneckt. Dies hat auch dazu geführt, dass er seinen Bürojob in Tokyo verloren hat und in sein kleines, abgelegenes Heimatdorf zurückgekehrt ist. Doch auch hier läuft es nicht besser: durch sein scharfes Mundwerk kann er auch dort keinen Job behalten, und selbst sein Vater traut ihm nicht zu, das Familiengeschäft zu übernehmen. Der größte Lichtblick in seinem Alltag sind die Besuche seines Nachbarn Yamato. Dieser ist das komplette Gegenteil von Mitsuomi - mit seiner herzlichen und positiven Art mag ihn scheinbar jeder, und im Gegensatz zu allen anderen stört er sich auch nicht an Mitsuomis harrschen Worten. Doch je näher sie sich kommen, desto deutlicher wird es für Mitsuomi, dass auch Yamato sehr klar definierte Grenzen hat, an denen vorbei kein Weg zu seinem Herzen zu führen scheint.

Meine Meinung:

"heimkehren und neu anfangen" von Cocomi ist ein eher ruhiger Manga über zwei junge Männer, die trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere voll auf einer Wellenlänge liegen und einander nach und nach ganz natürlich näher kommen. Die ganze Zeit über sind beide füreinander da und geben einander unausgesprochen das, was sie am meisten brauchen. So gibt Yamato Mitsuomi durch kleine Aufgaben, die er ihm immer wieder anvertraut, das Gefühl, nützlich zu sein und nicht immer zu scheitern während Mitsuomi der einzige ist, der sich wirklich bemüht zu erfahren, was für Gefühle hinter Yamatos stets lächelnder Fassade stecken. 

Es gibt hier also keine großen Dramen, sondern nur zwei Menschen auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, und ihnen dabei zuzusehen, wie sie diesen für sich finden habe ich als unheimlich schön empfunden. Besonders gut hat mir dabei gefallen, wie die Veränderungen in der Beziehung der beiden gezeigt wurden. Hier gibt es keine großen Liebeserklärungen, und das muss auch gar nicht sein, denn ihre Gefühle sprechen aus jeder Geste ebenso wie aus den kleinen und großen Wünschen, die sie für ihre gemeinsame Zukunft haben. Denn mal ehrlich: was kann es schon romantischeres geben, als sich sogar an einem einzelnen grauen Haar des Partners zu erfreuen, weil es den ersten Schritt zum gemeinsam alt werden markiert? Wenn man mich fragt, nicht viel. ;)

heimkehren und neu anfangen | Cocomi | Egmont Manga | Neupreis 8,00€ | Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch

Sonntag, 8. Februar 2026

Buchvorstellung: Keine Cheats für die Liebe Band 1 von Fujita

Worum es geht:

Narumi Momose ist ein Nerd durch und durch. Sie steht auf Cosplay, BL und Otome Games, hält dies jedoch in der Öffentlichkeit und auf der Arbeit geheim, seit sie festgestellt hat, dass sie so keinen Freund findet. Bis sich ihr eines Tages eröffnet, dass es vielleicht eine ganz andere, naheliegende Lösung für ihr Problem gibt: Hirotaka Nifuji, ihr Kindheitsfreund und seines Zeichens Hardcore-Gamer. Als dieser ihr aus heiterem Himmel vorschlägt, ihr Freund zu werden und sogar noch beim nächsten Event als Verkaufs-Assistent für ihr BL-Doujinshi auszuhelfen, stimmt sie kurzentschlossen zu. Doch kann es wirklich so einfach werden zwischen einer hoffnungslosen Fujoshi und einem Mann, der sein komplettes Beziehungswissen aus Dating-Sims hat?

Meine Meinung:

Was hatte ich für eine Freude an diesem Manga! Sowohl Momose als auch Nifuji sind mit ihren Hobbies, die sie auch als Erwachsene noch leidenschaftlich leben, zwei herrlich schrullige ebenso wie sympathische Charaktere, deren Beziehung man vom ersten Moment an nur unterstützen möchte. Momose ist süß und lebhaft und oft ein wenig verpeilt, während Nifuji rein optisch zwar auf den ersten Blick wie der perfekte Typ wirken mag, nur um dann mit seiner wortkargen Art und seinem Desinteresse an sozialen Unternehmungen anzuecken.

Diesen beiden dürfen wir nun in kurzen, humorvollen Episoden durch ihren neuen Alltag als frischgebackenes Paar zwischen Bürojob und ihren Hobbies folgen, und gerade diese Alltäglichkeit habe ich beim Lesen als besonders charmant empfunden. Hier gibt es keine Dramen oder Abenteuer, nur zwei Menschen, die voll im Leben stehen und dieses mit den Leuten und Dingen, die sie mögen, genießen wollen. Die Tatsache, dass die beiden einander schon so lange und gut kennen, sich nun aber noch einmal von einer anderen, romantischen Seite kennenlernen, hat mir dabei ebenfalls sehr gut gefallen. Hier wird nicht schüchtern oder unsicher umeinander herumgeschlichen, stattdessen werden auch schonmal kleine, liebevolle Seitenhiebe auf die Schwächen des jeweils anderen ausgeteilt, was die Beziehung von Anfang an erfrischen natürlich wirken ließ.  

Mit Hanako Koyanagi und Taro Kabakura wird außerdem schon recht früh ein zweites Side-Pairing eingeführt. Die beiden arbeiten ebenfalls im gleichen Büro wie Momose und Nifuji und haben ihre ganz eigene Dynamik, die durchaus für Unterhaltung sorgt. Obwohl ich nicht immer ein Fan solcher Zweitpaare in Mangas bin, funktioniert das in diesem Fall sehr gut, weil es gewissermaßen die Welt des Mangas erweitert und Momose und Nifuji nicht wie so oft in einem scheinbar luftleeren Raum existieren lässt. Bei der hitzigen Art dieser beiden erwarte ich in der Zukunft noch viele spaßige Szenen.

Mir jedenfalls hat der erste Band von "Keine Cheats für die Liebe" hervorragend gefallen und ich freue mich, Momose, Nifuji und ihre liebenswerten Kollegen noch auf vielen weiteren Episoden aus ihrem Alltag begleiten zu dürfen.

Keine Cheats für die Liebe Band 1 | Fujita |  Altraverse | Originalpreis: 10,00€ | Genre: Comedy | Empfohlen ab 16 Jahre | Link zum Buch

Dienstag, 3. Februar 2026

Buchvorstellung: The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All Band 2 von Sumiko Arai


Worum es geht:

Aya weiß mittlerweile, dass der vermeintlich heiße Kerl aus dem Plattenladen eigentlich ihre unscheinbare Mitschülerin Mitsuki ist, aber das macht die Sache zwischen ihnen irgendwie auch nicht einfacher. Während sie selbst nicht so genau versteht, wie sie ihre Gefühle für Mitsuki einordnen soll, ist sich diese generell unsicher, wie nah sie ihr eigentlich kommen kann. Denn obwohl die beiden durch ein gemeinsames Hobby, die Rockmusik, verbunden sind, trennen sie im normalen Leben doch eigentlich Welten. 

Meine Meinung:

Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 1 konnte ich es ja kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen, denn obwohl Mitsuki gute Absichten hatte, als sie das gemeinsame Konzert-Date mit Aya abgesagt hat, hat sie diese damit tief verletzt. Und damit hören die Missverständnisse zwischen den beiden auch noch lange nicht auch. Als Außenseiterin in der Schule tut sich Mitsuki schwer damit, Aya auch außerhalb des Plattenladens nah zu sein und Aya spürt wiederum eine wachsende Distanz zwischen sich und Mitsuki, als sie deren alte Bekannte Kanna kennenlernt und versteht, was sie alles noch nicht über ihre Freundin weiß.

Doch zum Glück haben die beiden ein Umfeld, welches ihnen offen und unterstützend zur Seite steht, allen voran ihr Mitschüler Narita, der sich nach der Abfuhr, welche er im ersten Band erhalten hat, ziemlich schnell in den größten Unterstützer (und Himedanshi) der beiden entwickelt hat. 

Ansonsten steckt dieser zweite Band von "The Guy She Was Interested In Wasn't A Guy At All" wieder erfrischend und süß voll von jugendlichem Gefühlschaos. Mitsuki zeigt immer wieder ein Gentleman-Verhalten gegenüber Aya, welches sie (sind wir mal ehrlich) wohl nie im Leben gehabt hätte, wäre sie wirklich der Kerl gewesen, den diese am Anfang in ihr gesehen hatte, und das so charmant und nebensächlich und aus heiteren Himmel, dass man sein Herz gleich mit Ayas synchron höher schlagen hören kann, und die Liebe zur Musik, die sie beide teilen, wirkt ebenfalls weiterhin so ungetrübt, stark und lebendig, wie man sie wohl nur in diesem Lebensabschnitt empfinden kann.

Somit bleibt auch mein Fazit zu dieser Serie ungeändert bestehen: dies hier ist ein Girls Love Manga, der seinem Hype auf ganzer Linie gerecht wird. Klare Leseempfehlung! 

The Guy She Was Interested in Wasn't A Guy at All Band 2 | Sumiko Arai |  Hayabusa | Neupreis 15,00 € | Empfohlen ab 14 Jahren | Genre: Girl's Love | Link zum Buch

Sonntag, 1. Februar 2026

Buchvorstellung: Semantic Error Band 2 von Angy & J.Soori

Worum es geht:

Auch im zweiten Band von "Semantic Error" zeigt Jaeyoung, dass er keine halben Sachen macht und gibt sein Bestes, Sangwoo das Leben schwer zu machen, indem er seinen streng regulierten Alltag aus den Fugen bringt. Doch so erfolgreich dieser Plan ist, hat er für beide Jungs unerwartete Nebenwirkungen. Während Jaeyoung sich bald eingesteht, dass er von Sangwoo fasziniert ist und sich körperlich zu ihm hingezogen fühlt, hält dieser das ganze noch immer für einen lästigen Fehler in seinem System, den es auszubessern gilt. Als die beiden zusammen etwas trinken sind, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall zwischen den beiden - und Sangwoo ist durch und durch überfordert.

Meine Meinung:

"Semantic Error" ist und bleibt ein Highlight für mich, und es bereitet mir eine fast schon sadistische Freude zu beobachten, wie diese beiden Sturköpfe aneinander geraten und sich dabei zusehends ineinander verlieben. Sangwoo holt den erfolgsverwöhnten und extrem selbstbewussten Jaeyoung dabei mit seiner stoischen Art immer wieder von seinem hohen Ross herunter, während er selbst von diesem emotional an sein Äußerstes gebracht wird. Das Ganze ist weder süß noch romantisch, dafür aber überaus spannend und auch unterhaltsam zu verfolgen.

Und ich kann Jaeyoungs Faszination für seinen Kommilitonen auch wirklich nur zu gut verstehen: Sangwoo ist wirklich einzigartig. Er braucht und liebt seine Routinen, und obwohl er mit seiner Art oft aneckt und andere vor den Kopf stößt, zieht er sie durch seine authentische Persönlichkeit auch zu sich hin. Er hat Probleme, seine sowie die Gefühle anderer zu deuten, was ihn jedoch im Falle von Jaeyoung zum ersten mal so richtig störend bewusst zu werden scheint. Obwohl es offiziell nie bestätigt wurde, spricht viel dafür, dass er sich im Autismus-Spektrum bewegt.

Jaeyoung ist hingegen das komplette Gegenteil von ihm. Er ist attraktiv, erfolgreich und beliebt und sich dessen auch voll und ganz bewusst. Dass dies alles an Sangwoo abprallt, scheint zunächst sogar der alleinige Grund für seine Faszination mit diesem zu sein. Als er jedoch merkt, dass seine üblichen Methoden bei ihm nicht ziehen, ist sein Ehrgeiz geweckt - denn was ist schließlich attraktiver als das, was man anscheinend nicht haben kann?

Vielleicht hätte er es sich anders überlegt, wenn er geahnt hätte, wie sehr Sangwoo ihn auch abseits seines attraktiven Äußeren in den Bann ziehen würde, doch dafür ist es im zweiten Band der Serie eindeutig schon zu spät. Eine echte Herausforderung für die beiden, doch gut für uns Leser, denn so dürfen wir uns an dem daraus resultierenden Gefühlschaos erfreuen.

Und eine Freude war die Lektüre dieses zweiten Bandes wieder auf ganzer Linie - ich konnte es jedenfalls kaum erwarten, herauszufinden, wie die Geschichte der beiden ungleichen jungen Männer weitergeht!

Semantic Error Band 2 | Angy & J.Soori | C Lines Verlag | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Boys Love | Emfohlen ab 16 Jahren (ab Band 3 ab 18 Jahren) | Link zum Buch

Samstag, 31. Januar 2026

Buchvorstellung: Shinjuku 69 Heaven Band 1 von Unohana


Worum es geht:

Keita arbeitet als Journalist im Rotlichtmilieu in Kabukicho. Für seinen Bericht über den beliebtesten Gay Club des Viertels bucht er Hiromu, den beliebtesten Boy des Etablissements. Obwohl er mit Skepsis an die Nacht herangeht, da er bisher noch nie das Bedürfnis hatte, mit einem Mann zu schlafen, überzeugen ihn dessen Dienste schnell mehr als er erwartet hatte und er geht ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Kompliziert wird es, als die beiden sich kurze Zeit später im Rahmen eines von der Öffentlichkeit begleiteten Mitbewohner-Experiments wiedertreffen, denn abseits des Clubs zeigt Hiromu ihm die kalte Schulter.

Meine Meinung:

Ein Journalist, der lebendige Erfahrungsberichte aus Tokyos Nachtleben schreibt - schon allein das war für mich Anreiz genug, dem ersten Band von "Shinjuku 69 Heaven" eine Chance zu geben, denn wie allgmein bekannt ist, existiert das älteste Gewerbe der Welt in Japan offiziell gar nicht. Und so bucht auch Keita mit Hiromu erstmal einen Masseur, der jedoch allerhand zusätzliche Services anbietet, welche wir Leser schon nach wenigen Seiten so richtig genießen dürfen. Mangaka Unohana tobt sich dabei mit den beiden Jungs über mehrere Seiten detailliert und unzensiert aus, was bei dem ansprechenden Zeichenstil aber wohl zu niemandes Nachteil sein dürfte, der zu einem Werk dieses Genres greift.

So mitten ins Geschehen geworfen nimmt die eigentliche Geschichte von Keita und Hiromu dann erst im Anschluss so richtig Fahrt auf. Erfindet sie dabei inhaltlich das Rad neu? Sicher nicht. Macht sie trotzdem Spaß? Auf jeden Fall! Erleben dürfen wir die Story größtenteils aus Keitas Perspektive, der mit Hiromu sein homoerotisches Erwachen hat und ein bisschen überfordert ist, wie er damit umgehen soll. Obwohl er eigentlich nach dem festen Grundsatz arbeitet, sich mit niemandem aus dem Job einzulassen, zieht es ihn bald erneut in den Club und er möchte eigentlich auch gerne mehr über Hiromu erfahren. Dieser hat jedoch ganz andere Grundsätze und weigert sich, sich abseits der Arbeit auf jemanden einzulassen. Es prallen also verschiedene Vorstellungen aufeinander, und besonders für Keita verschwimmen die Grenzen zwischen Dienstleistung und Gefühlen. Durch das gezwungene Zusammenleben kommen die beiden sich dann zwangsläufig doch etwas näher, und es zeichnet sich ab, dass hinter Hiromus abweisenden Verhalten Gründe stecken, über die er jedoch noch nicht zu reden bereit ist, er Keita gegenüber aber vielleicht doch nicht so gleichgültig ist, wie er vorgibt.

So lässt einen das Ende des ersten Bandes dann auch gespannt auf die Fortsetzung zurück. Wird Keita es schaffen, zu Hiromu durchzudringen? Und was für eine Zukunft haben sie unter diesen Voraussetzungen in Kabukicho, wo es nun einmal nicht um echte Gefühle, sondern um käufliche Erlebnisse geht? Im März können wir es erfahren, denn dann soll der zweite Band von "Shinjuku 69 Heaven" erscheinen, welcher die kurze Serie abschließt.

Shinjuku 69 Heaven Band 1 | Unohana | Hayabusa | Originalpreis 8,00€ | Empfohlen ab 18 Jahren | Genre: Boys Love | Link zum Buch 

Donnerstag, 29. Januar 2026

Buchvorstellung: Die Tagebücher der Apothekerin (Light Novel) Band 1 von Hyuganatsu und Touco Shino

Worum es geht:

Maomao wächst im Freudenviertel auf und verdingt sich dort als Heilerin. Mit diesem Leben ist sie auch eigentlich ganz zufrieden, bis sie entführt und in den Kaiserlichen Hof verkauft wird. Dort offenbart sich ihr eine Welt voller Geheimnisse und Intrigen, und obwohl sie eigentlich nur bemüht ist, möglichst schnell und unauffällig ihre Schuld abzuarbeiten und nach Hause zurückzukehren, wird sie durch ihre Intelligenz schnell tiefer in Geschehnisse hineingezogen, aus denen sie sich lieber herausgehalten hätte. Als der hochrangige Eunuch Jinshi schließlich auf sie und ihre Fähigkeiten aufmerksam wird, ist es endgültig vorbei mit ihrem Frieden. 

Meine Meinung:

Wie wohl viele andere auch, so bin auch ich durch den Anime auf "Die Tagebücher der Apothekerin" aufmerksam geworden. Da ich dann so gar nicht genug kriegen konnte von den Geschichten rund um die clevere und schlagfertige Maomao, war natürlich auch ein Blick in die Light Novel Vorlage Pflicht - eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe!

Da es sich um die Vorlage handelt, welcher Anime und auch Manga folgen, war mir die Story an sich natürlich bereits vertraut, doch das war gar nicht schlimm. Ganz im Gegenteil habe ich es sehr genossen, durch das Format des Romans einen tieferen Einblick in die Gedanken und Beweggründe der Figuren zu erhalten. Besonders die herrliche Dynamik zwischen Maomao und Jinshi kam für mich dabei ausgezeichnet rüber. Ihre anfängliche Abneigung dem viel zu attraktiven Eunuchen gegenüber wurde ebenso bildhaft ausgearbeitet wie dessen seltsame Faszination, erstmalig von jemandem mit Ekel statt mit der gewohnten Bewunderung betrachtet zu werden, und dieses Zusammenspiel hat mich wirklich sehr amüsiert. 

Doch auch auf anderen Ebenen war es für mich ein großer Gewinn, die Light Novel zu lesen. Die Welt am kaiserlichen Hof ist komplex und voller Fallstricke, und mehr als im Anime bietet der Roman den nötigen Raum, diese diversen Verstrickungen und Beziehungen auch lebendig herauszuarbeiten und die Welt der Apothekerin so größer und lebendiger erscheinen zu lassen und auch die Nebencharaktere strahlen zu lassen.

Das Leseerlebnis an sich habe ich ebenfalls als positiv empfunden. Die deutsche Übersetzung von Alexandra Grimsehl liest sich durchgehend flüssig und angenehm, und auch das Schriftbild ist gut gewählt. Wie üblich bei Light Novels gibt es auch immer wieder einige Illustrationen, die das Geschehen noch einmal visualisieren und mir sehr gut gefallen haben.

Für mich steht jetzt schon fest, dass ich Maomaos Leben am Kaiserhof auch in Zukunft folgen werde, und der nächste Band lässt zum Glück auch nicht mehr so lange auf sich warten. Schon im März soll es soweit sein. Ich bin bereit.

Die Tagebücher der Apothekerin (Light Novel) Band 1 | Hyuganatsu (Story) & Touco Shino (Zeichnungen) | Manga Cult | Originalpreis: 16,00€ | Genre: Mystery | Empfohlen ab 15 Jahren | Link zum Buch