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Mittwoch, 16. März 2016

Buchvorstellung: Die Engelsfors-Trilogie

Vor einiger Zeit hatte ich ja angekündigt, meine Buchrezensionen weitestgehend nur noch über lovelybooks zu veröffentlichen und dann hier zu verlinken. Das möchte ich auch so beibehalten, aber ab und an - so wie heute - werde ich auch nochmal eine Ausnahme machen. Heute nämlich möchte ich kein einzelnes Buch, sondern eine Trilogie vorstellen. Eine Trilogie, die zu den besten zählt, welche ich in der letzten Zeit in die Finger bekommen habe.

Es geht um die "Engelsfors-Trilogie" von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg. In Deutschland wurde die Trilogie im Dressler-Verlag veröffentlicht, sowohl als Hardcover - als auch als Taschenbuchausgabe. Ursprünglich stammt die Jugend-Fantasy-Reihe aus Schweden. 

Die Engelsfors-Trilogie besteht aus den drei Bänden "Zirkel", "Feuer" und "Schlüssel". Alle drei Bände erzählen eine fortlaufende Geschichte, man sollte also in jedem Fall mit dem ersten Band "Zirkel" beginnen.

Nun aber zum Inhalt: Engelsfors ist ein ziemlich tristes, schwedisches Städtchen, da sind sich auch die jugendlichen Protagonisten der Reihe einig. Das ist am Anfang neben der Tatsache, dass sie die selbe Schule besuchen, auch die einzige Gemeinsamkeit, die sie zu verbinden scheint. Minoo ist super intelligent und in der Schule stets die Beste, Freunde hat sie jedoch keine. Rebecka wird von den meisten ihrer Mitschüler für ihr scheinbar perfektes Leben beneidet. In Vanessas Leben dreht sich alles um ihren Freund Wille und um wilde Parties mit ihren besten Freundinnen. Linnea wird von den meisten für einen Freak gehalten und kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass sie ihr Leben wohl nie in den Griff kriegen wird. Für die pummelige Anna Karin ist das Schulleben eine Tortur, da sie schon seit Jahren gemobbt wird. Und Ida, das typische Pferdemädchen, ist eine von ihren ärgsten Peinigern.

Plötzlich beginnen seltsame Geschehnisse Engelsfors zu treffen. Elias, ein weiteres Mobbingopfer von Ida und Linneas bester Freund, begeht auf der Schultoilette Selbstmord. Doch Linnea zweifelt von Anfang an daran, dass Elias freiwillig sein Leben beendet hat. Als eines Nachts ein blutroter Mond über Engelsfors auftaucht, gerät das Leben der sechs so unterschiedlichen Mädchen endgültig aus den Fugen. Sie erfahren, dass die Welt kurz vor dem Untergang steht und dass nur sie etwas daran ändern können.

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, so habe ich die Lektüre der Engelsfors-Trilogie empfunden. Das Autorenduo Sara B. Elfgren und Mats Strandberg versteht es wunderbar, in ihrer ersten gemeinsamen Reihe das Beste aus Fantasy und Jugendbuch zu kombinieren und daraus eine wahrhaft fesselnde Story zu entwickeln. Sechs Hauptpersonen mögen auf den ersten Blick zwar viel erscheinen, aber die Bücher werden ihnen allen gerecht und sie ermöglichen den Lesern außerdem Einblicke aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Erzählperspektive wechselt Kapitel für Kapitel von einem der Mädchen zum nächsten. Im ersten Band dauert es dadurch natürlich eine Weile, bis man den vollen Durchblick hat, aber dann wird es durch die Perspektivwechsel nur umso spannender.

Eine große Stärke der Reihe liegt für mich auch wirklich darin, dass den Charakteren so viel Zeit gewidmet wird. Es geht nicht immer nur um die große Sache - also eben um die Frage, wie man die Welt retten kann - sondern auch um ganz alltägliche Teenager-Probleme. Alle haben dabei mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und vieles ist nicht so, wie es am Anfang zu sein scheint. Auch sind die Charaktere der Mädchen zum Glück nicht statisch. Sie alle entwickeln sich weiter, wachsen an ihren Aufgaben und erhalten neue Einblicke in ihre eigenen Persönlichlichkeiten.

Für mich jedenfalls ist die Engelsfors-Trilogie eine absolute Leseempfehlung. Eine spannendes, gut geschriebene Jugendbuchreihe mit einer guten Fantasy-Story, die mir hervorragend gefallen hat.

In Schweden ist der erste Band "Zirkel" auch bereits erfolgreich verfilmt wurden. Es würde mich so unglaublich freuen, wenn es der Film auch auf den deutschen Markt schaffen würde. Hier gibt es noch einen Trailer zum Film - natürlich in Schwedisch:


Sonntag, 10. Mai 2015

Buchvorstellung: Ursula Poznanski - Saeculum

Wieder einmal war es verdammt lange still auf diesem Blog, dabei kann ich mich über mangelnde Themen eigentlich wirklich nicht beschweren. Nun, sei es drum, heute möchte ich mal wieder ein Buch vorstellen, welches mir kürzlich in die Hände gefallen ist und einen positiven Eindruck hinterlassen hat.

Autor: Ursula Poznanski
Titel: Saeculum
Erschienen: 2011

In der Jugendbuchabteilung unserer örtlichen Bücherei fiel mir im vergangenen Monat zufällig "Saeculum" von Ursula Poznanski in die Hände. Der Titel hatte mein Interesse geweckt, und bei Betrachtung von Design und Klappentext wuchs dieses Interesse nur noch.

Hauptperson in "Saeculum" ist der junge Medizinstudent Bastian. Obwohl er ein sehr fleißiger Student ist, kann er es seinem erfolgsversessenen Vater nie Recht machen und das Verhältnis zwischen ihnen könnte kaum schlechter sein. Das erste Mal richtigen Widerstand leistet Bastian ihm für ein Mädchen. Erst vor kurzem hat er durch einen Zufall Sandra kennengelernt. Sandra ist LARPerin, sie nimmt Bastian mit auf seinen ersten Mittelaltermarkt und lädt ihn ein, sie und ihre LARP-Gruppe "Saeculum" ein langes Wochenende lang auf eine Convention zu begleitet.

Obwohl Bastian kaum ahnt, was ihn erwartet, sagt er gegen den Willen seines Vaters zu. Die Gruppe begibt sich in ein abgelegenes Waldstück und lässt allen Komfort des modernen Lebens hinter sich. Doch bald schon häufen sich mysteriöse Vorfälle, Mitglieder der Gruppe werden verletzt und verschwindet. Alles scheint darauf hinzudeuten, dass die Gerüchte um einen alten Fluch, der auf dem Gelände lasten soll, der Wahrheit entsprechen. Doch kann das wirklich sein und wird der Wald die Gruppe wieder freigeben?

Ursula Poznanski
ist mit "Saeculum" ein überaus spannender Jugendroman gelungen, der meiner Meinung nach auch für Erwachsene interessant ist. Mir persönlich hat natürlich das Setting des Romans besonders gut gefallen. Ich bin zwar selber kein Rollenspieler, dafür aber in der Mittelalterszene unterwegs. So musste ich auf den ersten Seiten quasi am laufenden Band schmunzeln, weil die Beschreibung von Bastians Gefühlen und Gedanken bei seinem ersten Besuch auf einem Mittelaltermarkt mir so unheimlich bekannt vorkamen. 

Auch die unterschiedlichen Charaktere in der Gruppe wirkten auf mich durchaus überzeugend angelegt, sie alle konnte ich mir lebhaft in LARP-und Mittelalterkreisen vorstellen. Die Esoterikerin Doro, die eigensinnige Iris und der unsichere Lars, der stets bewundernd zur Führungspersönlichkeit Paul aufblickt - sie alle könnten sich so oder so ähnlich auch auf dem nächsten Markt tummeln.

Die Autorin versteht es, ihre Geschichte spannend zu schildern. Über weite Strecken wollte ich das Buch deswegen gar nicht mehr aus der Hand legen. Irgendwann wird der Roman fast schon zu einer Studie der menschlichen Seele und man beginnt sich ernsthaft zu fragen, wie weit der Einzelne, wie weit die Gruppe, in einer Ausnahmesituation bereit ist zu gehen. Und wundert sich, wie schnell die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.

Einzig die Auflösung der ganzen Geschichte um den Fluch, der Wirklichkeit zu werden scheint, war für mich beim Lesen ein kleiner Kritikpunkt. Da ich hier natürlich nicht spoilern möchte: Das Ganze wirkte auf mich schlicht etwas überkonstruiert, um so in der Realität funktionieren zu können. Dem positiven Gesamteindruck tut das jedoch keinen wirklichen Abbruch. Mir hat "Saeculum" ausgesprochen gut gefallen und ich überlege, mich bald auch mal an einen von Poznanskis anderen Romanen zu wagen. Soll sich lohnen, wurde mir gesagt.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥
[4/5]

Sonntag, 5. Oktober 2014

Buchrezension: Johanna Thydell - An der Decke leuchten die Sterne

Autor: Johanna Thydell
Titel: An der Decke leuchten die Sterne [schwedisches Original: I Taket Lyser Stjärnorna]
Erschienen: 2003 [Deutschland: 2005]

Im Zimmer der jungen Jenna leuchten die Sterne von der Decke, und unter einem von ihnen hat sie ein Gedicht mir ihren geheimsten Gedanken versteckt. Jennas Leben ist alles andere als leicht, denn neben den üblichen Problemen, die das Teenager-Alter nun einmal mit sich bringen muss sie ständig mit der Sorge um ihre schwer krebskranke Mutter leben.
Johanna Thydells Roman schildert in altersgerechter Sprache Jennas Leben, ihre Hoffnungen und Ängste. Dabei erfährt der Leser von Jennas erster Liebe Zacke, von den Problemen mit ihrer langjährigen besten Freundin Susanna sowie Jennas zwiespältigen Gefühlen zur beliebten Vicki, die sie lange beneidet, bis sie herausfindet, dass auch hinter deren strahlendem Auftreten ein ganzer Haufen Probleme und Ängste versteckt sind.

Das alles macht "An der Decke leuchten die Sterne" zu einem wunderbaren Jugendbuch, das aber auch ältere Leser durchaus noch zu berühren weiß. Man kann sich sehr schnell mit den vorkommenden Charakteren identifizieren und keiner von ihnen wirkt in irgendeiner Form flach oder starr. So entdeckt man selsbt unter der Fassade der scheinbar oberflächlichen Vicki schnell unheimlich viel mehr.

In Schweden wurde dieser Roman sogar mit dem August-Preis ausgezeichnet, dem wohl renomiertesten Literaturpreis des Landes. Seit einiger Zeit existiert auch eine Filmversion, die ihren Weg nach Deutschland leider bis heute noch nicht gefunden hat, in ihrem Herkunftsland jedoch ebenfalls äußerst erfolgreich war.

Es ist zu hoffen, dass dieser wirklich gute Roman auch in Deutschland noch auf das Interesse stoßen wird, das ihm eigentlich zusteht, versteht er es doch unheimlich gut, ein so ernstes Thema wie das einer Krebserkrankung in der eigenen Familie so bewegend und in für Jugendliche geeigneter Form zu behandeln.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Mittwoch, 4. Juni 2014

Buchrezension: Federica De Cesco - Die goldene Kriegerin

Autor: Federica De Cesco
Titel: Die goldene Kriegerin

In Federica De Cescos (Jugend)buch "Die goldene Kriegerin" begibt sich der Leser ins Japan des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Hauptperson ist die Kriegerin Tomoe Gozen, die von ihrem Leben erzählt. Sie wächst zusammen mit ihren drei Geschwistern und dem Ziehbruder Komao-Maru in einer höher gestellten japanischen Familie auf. Die Geschwister werden alle zu guten Kämpfern ausgebildet und Tomoe, die Tochter des Drachen, besitzt zudem die Fähigkeiten, zu den Tieren zu sprechen. Noch vor ihrem Eintritt ins Erwachsenenalter schwören die vier Geschwister Komao-Maru ewige Treue. Als Komao-Maru dann bei seinem Eintritt in die Welt der Erwachsenen von seiner wahren Herkunft erfährt, beschließt er, Rache an Verrätern aus seiner eigenen Familie zu nehmen und steigt durch seine kriegerischen Erfolge rasch hoch auf in der japanischen Gesellschaft. Natürlich macht er sich damit nicht nur Freunde, doch die vier Geschwister, die ihren Eid nicht vergessen haben, bleiben immer an seiner Seite und unterstützen ihn auf seinem Weg... 

Die von Federica De Cesco erzählte Geschichte ist teilweise historisch, jedoch ist unsicher, ob Tomoe Gozen wirklich gelebt hat. Behauptet der Klappentext des Buches, dass es hier hauptsächlich um die unerwiderte Liebe von Tomoe zu ihrem Ziehbruder geht, liegt das eigentliche Hauptaugenmerk eher auf den Taten eben jenes Ziehbruders und den Intrigen des Altkaisers. Die wenigen Liebesszenen wirkten auf mich beim Lesen eher störend, da sie mir zwischen all den Schlachtschilderungen zu kitschig und deplaziert vorkamen. Der Schreibstil des Buches hat mir hingegen gut gefallen und auch die Einblicke, die man in die japanische Gesellschaft jener Zeit erhält, waren sehr interessant. 

Insgesamt also ein gutes Buch, wenn man sich nicht vom Klappentext irreführen lässt, denn eine Liebesgeschichte findet man hier meiner Meinung nach wirklich nur am Rande. Vielmehr geht es um Ehre und Loyalität und die Kampfszenen und Schilderungen der politischen Lage sind sehr ausführlich. Das alles finde ich äußerst positiv, jedoch hätte das Buch meiner Meinung nach anders beworben werden müssen, denn so kann es für den einen oder anderen leicht zu einem Fehlkauf kommen, weil das Versprochene nicht mit dem Inhalt im Einklang ist.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥
[3/5]

Buchrezension: Rainer M. Schröder - Das Kloster der Ketzer

Autor: Rainer M. Schröder
Titel: Das Kloster der Ketzer


"Das Kloster der Ketzer" von Rainer M. Schröder ist ein historischer Roman für Jugendliche. Die Handlung des Romans ist in der Zeit der Reformation in Deutschland angesetzt. Die Hauptperson des Romans ist der junge Sebastian, dessen Leben sich schlagartig ändert, als die Häscher des Domherren von Passau beginnen ihn zu jagen. Er hat keine Ahnung, warum er verfolgt wird, doch mit einiger Hilfe gelingt es ihm, in einem Zisterzienserkloster Unterschlupf und Schutz zu finden. Im Gepäck eine vermeintlich ziemlich wertlose Reisebibel, die ihm seine Ziehmutter vor der Flucht mit auf die Reise gegeben hat. Doch auch in dem Kloster gehen merkwürdige Dinge vor sich und Sebastian begibt sich mit dem Stallburschen Lukas, der auch nicht ist, was er vorgibt zu sein, auf die Suche nach Antworten. 

An sich ist "Das Kloster der Ketzer" ein interessantes Buch mit Hauptcharakteren, die einem sympathisch sind. Leider fand ich die Story des Romans an der ein oder anderen Stelle ziemlich vorhersehbar, was das Lesevergnügen doch etwas gemindert hat. Ebenfalls etwas gezwungen wirkte auf mich der Versuch des Autors, Wissen über das Leben in einem Kloster in jener Zeit und über den Buchdruck zu vermitteln. Das, was hier vermittelt wird, ist zwar wirklich interessant und lehrreich, jedoch fügt es sich stellenweise meiner Meinung nach nicht besonders gut in den Erzählfluss. Das Buch weist also für mich einige Schwächen auf, ist aber trotzdem noch durchaus lesenswert.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥
[3/5]

Dienstag, 13. Mai 2014

Buchrezension: Thomas Jeier - Der Stein der Wikinger

Autor: Thomas Jeier
Titel: Der Stein der Wikinger
Erschienen: 2009
Sprache: Deutsch

Der junge Isländer Hakon erbeutet auf seinem ersten großen Raubzug als Wikinger bei einem Überfall auf ein Kloster ein kostbares Buch. Obwohl der Junge Nordmann nicht lesen kann, entwickelt das Buch eine ungeahnte Bedeutung für ihn, als er darin die Illustration einer wunderschönen, fremdartigen Frau entdeckt. Es scheint sein Schicksal zu sein, die schöne Fremde zu suchen. Für Hakon beginnt eine abenteuerliche Reise über die Färöer Inseln und Grönland bis in das sagenumwobene Vínland auf dem amerikanischen Kontinent.

Thomas Jeier hat mit "Der Stein der Wikinger" einen kurzweiligen Abenteuerroman für Kinder und Jugendliche geschaffen, der sich gut lesen lässt. Mir persönlich war die Handlung jedoch etwas zu simpel gestrickt. Der junge Hakon begegnet an jeder der Zwischenstationen auf seiner Reise gefährlichen Gegnern, denen er sich im Endeffekt im Kampf stellen muss, bevor er danach als siegreicher Kämpfer seine Suche fortsetzen kann. Die Kämpfe werden auch jedes Mal ausführlich geschildert, was natürlich weniger blutrünstig und explizit geschieht als in vielen historischen Romanen für Erwachsene, die sich dem Thema Wikinger widmen.
In einigen kurzen Kapiteln wird zudem noch die Geschichte des Indianermädchens Ayasha geschildert. Sie ist das Mädchen aus Hakons Buch und hat in ihren Träumen ebenfalls von der Existenz des jungen Isländers erfahren. Leider ist Ayashas Geschichte nur sehr kurz angerissen, was ihrem Charakter so gut wie keine Möglichkeit zur Entfaltung gibt.

Mein Fazit: Kurzweilige Abenteuergeschichte vor historischem Hintergrund.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥
[3/5]