Kaum aus dem Urlaub zurück stand auch schon das nächste Event vor der Tür. Am 07. Juli war es wieder Zeit für einen kleinen Sprung über die niederländische Grenze zum El Mundo Fantasia.
Das schöne Park- und Gartengelände von Mondo Verde in Landgraaf verwandelte sich an diesem ersten Juliwochenende erneut in ein phantastisches Szenario für Fans von Fantasy, Steampunk und Cosplay. Neben wunderschönen Fotospots für die vielfältigen, kreativen Kostüme gab es an den zwei Tagen auch einiges zu entdecken, was man sonst nicht in den Gärten der Welt findet.
So ging es im Steampunkbereich stilvoll und gemütlich daher und es lohnte sich, ein wenig zu verweilen um die bis ins kleinste Detail liebevoll gestalteten Zelte und die nach bester Jules Verne-Manier erdachten, futuristischen Fahrzeuge zu bewundern.
Nichts ist unmöglich: Hagrid im Jurassic Park
Großer Beliebtheit erfreute sich aber auch das reiche Angebot an Sehenswürdigkeiten für HarryPotter-Fans, so zum Beispiel das Auto, mit dem Ron und Harry sich einmal auf den Weg nach Hogwarts machten - Vogelkäfig für Hedwig auf der Rückbank inklusive.
Da schlägt das Harry Potter-Fanherz höher
Und auch interessante Details aus anderen Fandoms ließen sich finden. So konnte man beispielsweise Han Solo in Carbonit betrachten oder die abenteuerlichen Gefilde von Jurassic Park besuchen. Auch an Merchandise gab es natürlich für so ziemlich jeden Geschmack etwas zu erwerben.
Plunder eroberten das Publikum im Sturm...
... und die Sassenachs brachten einen Hauch von Schottland in die Limburger Provinz
Wem der Sinn mehr nach Musik stand, der konnte unter anderem Plunder sowie die Sassenachs spielen sehen und wem alles mal zu bunt wurde, der fand auf dem weitläufigen Gelände immer irgendwo ein ruhiges Plätzchen.
Märchenhafte Pause
Auch dort, wo sich keine fatastischen Wesen breitgemacht hatten, lohnte ein Gang durch den Park. Neben den Gärten, die zu diesem Zeitpunkt schon recht arg unter der anhaltenden Trockenheit gelitten hatten, verfügt Mondo Verde auch über eine beachtliche Anzahl an Tieren, die wir natürlich bei unserem Besuch nicht einfach links liegen ließen. Besonderes Highlight war dabei wie bei jedem Besuch das begehbare Katta-Gehege. ♥
Doch natürlich freuten sich auch die anderen Tiere über einen Besuch.
Dabei möchte ich auch lobend (und um unbegründeter Kritik zuvorzukommen) erwähnen, dass laute Veranstaltungen wie die Konzerte nicht in der unmittelbaren Nähe der Tiergehe stattfanden.
So wirkten die Tiere trotz der Sonderveranstaltung ebenso entspannt wie an einem Tag mit regulärem Parkbetrieb.
Zwar reichte El Mundo Fantasia auch im vierten Jahr noch lange nicht an die Größe anderer, artverwandter Veranstaltungen wie der Elf Fantasy Fair heran, zog jedoch diesmal dennoch schon erfreulich viele Besucher in aufwendigen Kostümen an, die das wirklich schöne Gelände belebten. Wenn der Trend sich so fortsetzt - was ich sehr hoffe - hat diese Veranstaltungen in der Zukunft noch wirklich großes Potenzial. Der Termin für die fünfte Edition steht jedenfalls schon fest: Am 4. und 5. Juli soll es so weit sein.
Am 7. und 8. Juli verwandelte sich der Freizeitpark Mondo Verde im niederländischen Landgraaf bereits zum dritten Mal in eine andere Welt als es wieder hieß: El Mundo Fantasia. Zwei Tage lang füllte sich die weitläufige Parkanlage mit allerlei buntem Volk. Disney-Prinzessinnen trafen dort auf Hogwarts-Schüler und Steampunk-Anhänger schritten mit Wikingern einher. Kurzum: sämtliche vorstellbare Fantasiewelten hielten Einzug und machten einen Ausflug in die Gärten der Welt zu einem wahrlich außergewöhnlichen Erlebnis.
In Deutschland gibt es derlei Events meines Wissens nach bisher nicht, und so musste man als Interessierter bisher weit fahren um ähnliche Veranstaltungen wie die Elf Fantasy Fair zu erleben. Da ist es doch schön, dass man nun versucht, mit El Mundo Fantasia ein weiteres Fantasy-Spektakel dieser Art gleich hinter der niederländisch-deutschen Grenze bei Aachen zu etablieren. Und in diesem Jahr hatte ich auch endlich die Möglichkeit, mir besagte Veranstaltung einmal anzuschauen.
Welten treffen aufeinander bei El Mundo Fantasia
Am Tag meines Besuches, dem Samstag, war der Park bei bestem Wetter gut gefüllt, wirkte durch seine Weitläufigkeit jedoch zum Glück selten überlaufen. Zahlreiche Besucher waren in aufwendigen und kreativen Kostümen erschienen, die sie nur zu gerne zur Schau stellten. Für Fotografen bot die Parklandschaft dabei natürlich zahlreiche tolle Kulissen, sodass man aller Orten auf kleine Shootings mit den Kostümierten stoßen konnte.
Die Dino-Apokalypse ist hier
Ein Rahmenprogramm gab es natürlich auch. So spielte unter anderem die junge niederländische Folkband Pyrolysis, die auch schon bei großen Szenefestivals wie dem Castlefest zu überzeugen wussten sowie Pyrates!, eine der renommiertesten Piratenbands, die derzeit auf den Bühnen der Welt unterwegs sind. [Für alle Außenstehenden, die sich nun wundern: ja, es gibt eine nennenswerte Szene für Piratenmusik ;)]. Außerden gab es Kostümpremierungen und überall immer wieder kleine Vorführungen von Besuchern und Ausstellern.
Trommlercorps geht auch in cool
Natürlich konnte man auch gerne sein Geld auf dem Magical Market loswerden. Dort boten die verschiedentsen Aussteller ihre Waren an. Von der Runen-Halskette bis zu Harry Potters Butterbier war auch hier für jeden Geschmack etwas dabei. So kam an diesem Tag dank des tollen Loeff Bureau Creative nach ach so vielen Jahren dann doch endlich noch die Eule mit dem lang ersehnten Brief aus Hogwarts zu mir: :P
After all this time...
Und dann sollte man natürlich nicht vergessen, das schon Mondo Verde an sich ein sehr lohnendes Ausflugsziel ist. Wem der Rummel im Zentrum der Veranstaltung zu viel wurde, konnte sich auch jederzeit in die etwas abseits gelegenen Teile des Parks zurückziehen und dort die Gartenlandschaften sowie die Tiergehege besuchen.
Ich jedenfalls hatte einen sehr schönen Tag beim El Mundo Fantasia. Die Veranstaltung hat durchaus noch Wachstumspotenzial und scheint auch nach drei Jahren noch eher ein Geheimtipp zu sein - inesbondere in Deutschland. Es wäre zu wünschen, dass sich das noch ändert und sich so in Landgraaf ein wahres Fantasy-Spektakel etablieren kann. So eine kreative Veranstaltung können wir hier wirklich gut gebrauchen. ♥
Hallo liebe Leser! Nein, ich bin nicht vom Weihnachtsbaum erschlagen wurden oder sonst irgendwo über die Feiertage verschütt gegangen. Wie so oft gab es um das Weihnachtsfest herum einfach so viel zu erledigen, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin. Das Haus wollte dekoriert, Plätzchen gebacken, Geschenke ausgesucht und eingepackt werden - ihr kennt das ja bestimmt. Nun ist es aber gar nicht so, dass ich in dieser Zeit nicht auch die eine oder andere Sache unternommen hätte, und nun hinke ich mal wieder hoffnungslos mit dem Bloggen hinterher.
Den Anfang meiner Aufholjagd mache ich nun heute Abend mit einem kleinen Bericht zur German Comic Con in Dortmund, die ich am 03. Dezember besucht habe. Ja, ich weiß, das ist mittlerweile verdammt lange her, aber da es doch so schön war...
Die Convention fand in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in der Dortmunder Westfalenhalle statt, es war jedoch mein erster Besuch dort. Um dem in der Regel zu erwartenden Ansturm zur Eröffnung zu entgehen (und um trotz längerer Anfahrt halbwegs ausschlafen zu können), hatten meine Freundin und ich uns entschlossen, den Tag erst etwas später zu beginnen. Unser Plan ging gut auf und wir konnten die Hallen ohne Wartezeit betreten und uns gleich ins Getümmel stürzen.
Überblick über eine der Veranstaltungshallen
Wie es halt bei Conventions so ist, gab es in erster Linie mal wieder viele, viele Stände, an denen man viel Geld lassen konnte um seinem Fansein zu frönen. Das Spektrum war dabei auf der German Comic Con ziemlich breit. Nicht nur Fans amerikanischer Comics kamen auf ihre Kosten, auch in Bereichen wie Manga/Anime, Science Fiction oder Fantasy wurde einiges geboten. Vom Doctor Who Schallschraubenzieher-Pizzaschneider (mit Sound!) bis zum Bausatz verschiedener Star Trek Raumschiffe, kam wohl jeder Nerd auf seine Kosten.
So ging auch ich nicht mit leeren Taschen, dafür aber mit ziemlich leerem Geldbeutel nach Hause. Beim Schallschraubenzieher blieb ich stark, dafür erweiterte ich jedoch meine zugegebenermaßen noch winzig kleine Amuse-Plüschtiersammlung um ein weiteres Exemplar. Außerdem gab es noch einen kleinen Molang-Schlüsselanhänger.
Molang
Neu in meiner kleinen Amuse-Familie: Baby Wooly
Ansonsten wurde ich dieses Mal vor allem bei den Postern schwach. Gleich zwei Werke der wunderbaren niederländischen Künstlerin Skarbog zieren nun Wand und Tür meines Zimmers. Desweiteren wurde ich bei einem Poster von Loonaris schwach. Am Stand von Soulhuntress kam dann noch ein wunderbares Lesezeichen hinzu.
Ein Teil der neuen Poster: Links oben das Motiv von Loonaris, rechts oben das von Skarbog
Doch natürlich haben wir nicht den ganzen Tag nur mit Shoppen verbracht. Zwar hatte keiner von uns die Neigung, sich bei einem der anwesenden Stargäste für ein Autogramm anzustellen, aber im Vorbeigehen erhaschten wir dann doch einen kurzen Blick auf Daniel Portman (Podrick Payne, Game Of Thrones) und Clive Standen (Rollo, Vikings).
Interessant zu sehen waren auch die Fahrzeuge, die das DeLorean Time Machine Team mit nach Dortmund gebracht hatte. Sowohl der DeLorean, wie er bekannt ist aus Zurück in die Zukunft, als auch der Batman Tumbler waren beliebte Fotohintergründe und damit auch ein super Platz, um die zahlreichen anwesenden Cosplayer einmal in Action zu erleben.
Zurück in die Zukunft
Natürlich gab es auch ein volles Bühnenprogramm, aber dieses ging, wie ich zugeben muss, ziemlich an uns vorbei. Um auf einer Convention wirklich alles mitzunehmen, ist ein Tag eben nicht einmal annährend genug. Außerdem spielten wir uns gegen Ende der Veranstaltung ein wenig fest, nachdem wir endlich einen Platz an dem Tisch ergattert hatten, an dem man das gute alte Mario Kart 64 spielen konnte. Da wir unbedingt alle Cups fahren wollten und die Zeit bei diesem Spiel einfach wie im Fluge vergeht, musste man uns am Ende förmlich aus der Halle kehren. Dabei waren wir so in das Spiel vertieft gewesen, dass wir gar nicht bemerkt hatten, wie der Abbau um uns herum bereits angefangen hatte. Die Klassiker sind halt eben doch die Besten. :D
So endete jedenfalls ein sehr schöner Sonntag auf der German Comic Con in Dortmund. Gut möglich, dass es mich im nächsten Jahr wieder dorthin zieht.
Damit beende ich nun meinen letzten Blogeintrag im Jahre 2016 und trage so ungewollt viele Blog-Rückstände mit nach 2017, aber was solls. Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Hoffen wir, dass es ein gutes Jahr wird, welches uns allen viele schöne Momente beschert. :)
Vor einiger Zeit hatte ich ja angekündigt, meine Buchrezensionen weitestgehend nur noch über lovelybooks zu veröffentlichen und dann hier zu verlinken. Das möchte ich auch so beibehalten, aber ab und an - so wie heute - werde ich auch nochmal eine Ausnahme machen. Heute nämlich möchte ich kein einzelnes Buch, sondern eine Trilogie vorstellen. Eine Trilogie, die zu den besten zählt, welche ich in der letzten Zeit in die Finger bekommen habe.
Es geht um die "Engelsfors-Trilogie" von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg. In Deutschland wurde die Trilogie im Dressler-Verlag veröffentlicht, sowohl als Hardcover - als auch als Taschenbuchausgabe. Ursprünglich stammt die Jugend-Fantasy-Reihe aus Schweden.
Die Engelsfors-Trilogie besteht aus den drei Bänden "Zirkel", "Feuer" und "Schlüssel". Alle drei Bände erzählen eine fortlaufende Geschichte, man sollte also in jedem Fall mit dem ersten Band "Zirkel" beginnen.
Nun aber zum Inhalt: Engelsfors ist ein ziemlich tristes, schwedisches Städtchen, da sind sich auch die jugendlichen Protagonisten der Reihe einig. Das ist am Anfang neben der Tatsache, dass sie die selbe Schule besuchen, auch die einzige Gemeinsamkeit, die sie zu verbinden scheint. Minoo ist super intelligent und in der Schule stets die Beste, Freunde hat sie jedoch keine. Rebecka wird von den meisten ihrer Mitschüler für ihr scheinbar perfektes Leben beneidet. In Vanessas Leben dreht sich alles um ihren Freund Wille und um wilde Parties mit ihren besten Freundinnen. Linnea wird von den meisten für einen Freak gehalten und kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass sie ihr Leben wohl nie in den Griff kriegen wird. Für die pummelige Anna Karin ist das Schulleben eine Tortur, da sie schon seit Jahren gemobbt wird. Und Ida, das typische Pferdemädchen, ist eine von ihren ärgsten Peinigern.
Plötzlich beginnen seltsame Geschehnisse Engelsfors zu treffen. Elias, ein weiteres Mobbingopfer von Ida und Linneas bester Freund, begeht auf der Schultoilette Selbstmord. Doch Linnea zweifelt von Anfang an daran, dass Elias freiwillig sein Leben beendet hat. Als eines Nachts ein blutroter Mond über Engelsfors auftaucht, gerät das Leben der sechs so unterschiedlichen Mädchen endgültig aus den Fugen. Sie erfahren, dass die Welt kurz vor dem Untergang steht und dass nur sie etwas daran ändern können.
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, so habe ich die Lektüre der Engelsfors-Trilogie empfunden. Das Autorenduo Sara B. Elfgren und Mats Strandberg versteht es wunderbar, in ihrer ersten gemeinsamen Reihe das Beste aus Fantasy und Jugendbuch zu kombinieren und daraus eine wahrhaft fesselnde Story zu entwickeln. Sechs Hauptpersonen mögen auf den ersten Blick zwar viel erscheinen, aber die Bücher werden ihnen allen gerecht und sie ermöglichen den Lesern außerdem Einblicke aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Erzählperspektive wechselt Kapitel für Kapitel von einem der Mädchen zum nächsten. Im ersten Band dauert es dadurch natürlich eine Weile, bis man den vollen Durchblick hat, aber dann wird es durch die Perspektivwechsel nur umso spannender.
Eine große Stärke der Reihe liegt für mich auch wirklich darin, dass den Charakteren so viel Zeit gewidmet wird. Es geht nicht immer nur um die große Sache - also eben um die Frage, wie man die Welt retten kann - sondern auch um ganz alltägliche Teenager-Probleme. Alle haben dabei mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und vieles ist nicht so, wie es am Anfang zu sein scheint. Auch sind die Charaktere der Mädchen zum Glück nicht statisch. Sie alle entwickeln sich weiter, wachsen an ihren Aufgaben und erhalten neue Einblicke in ihre eigenen Persönlichlichkeiten.
Für mich jedenfalls ist die Engelsfors-Trilogie eine absolute Leseempfehlung. Eine spannendes, gut geschriebene Jugendbuchreihe mit einer guten Fantasy-Story, die mir hervorragend gefallen hat.
In Schweden ist der erste Band "Zirkel" auch bereits erfolgreich verfilmt wurden. Es würde mich so unglaublich freuen, wenn es der Film auch auf den deutschen Markt schaffen würde. Hier gibt es noch einen Trailer zum Film - natürlich in Schwedisch:
Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte ich mal wieder das dringende
Bedürfnis, unbedingt einen Film im Kino sehen zu wollen. Es handelte
sich dabei ungewöhnlicherweise sogar mal um einen deutschen Film. Einen
deutschen Fantasyfilm, um ganz genau zu sein. Und dabei noch dazu eine
Buchverfilmung. Manch einer mag jetzt ganz schnell weglesen wollen, doch
das wäre unbegründet. Denn "Mara und der Feuerbringer" ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass so etwas durchaus funktionieren kann.
Aufmerksam geworden bin ich auf die Verfilmung des ersten Bandes von Tommy Krappweis' Fantasy-Buchreihe "Mara und der Feuerbringer" bereits im vergangenen Jahr auf der HobbitCon. Dort war ich eher zufällig in einer Bühnendiskussion mit Autor Krappweis und Rudolf Simek,
einem der wohl bekanntesten Altskandinavisten Deutschlands, gelandet.
Und ich war sehr angetan gewesen von dem, was ich sah und hörte. Eine
Fantasygeschichte, in der sich alles um die nordische Mythologie dreht
und in der ein Skandinavistik-Professor eine tragende Rolle inne hat -
was bitte kann man sich als Skandinavistikstudent mehr wünschen?
Entsprechend war die Freude groß, als endlich der Kinostart für
Anfang April angekündigt wurde. Leider erfuhr die Freude bald einen
kleinen Dämpfer, als sich herausstellte, dass der Film vielerorts als
reiner Kinderfilm eingestuft wurde, und darum nur zu reichlich unschönen
Zeiten gezeigt wurde. Bis es meiner Freundin und mir endlich gelungen
war, einen geeigneten Termin zu finden, war knapp ein Monat seit
Kinostart vergangen und das nächstgelegene Kino, dass den Film noch
zeigte, lag in Dinslaken - 2 1/2 Stunden Zugfahrt von meinem Zuhause
entfernt. That's life, und wozu habe ich denn ein NRW-Semesterticket,
dachte ich mir und machte mich auf den Weg. So kam es dann, dass wir an
einem schönen Montagmittag zu zweit und als einzige Besucher "Mara und der Feuerbringer" anschauen durften.
Worum geht es eigentlich in dem Film? Hauptperson ist die junge Mara
Lorbeer, die es wahrlich nicht einfach hat. Sie wäre am liebsten ein
ganz normales, möglichst unauffälliges Mädchen, muss sich jedoch ständig
mit ihrer Mutter, die sich auf einem ziemlich heftigen Esoterik-Trip
befindet herumschlagen. Außerdem plagen Mara ständig seltsame Tagträume
von kämpfenden Menschen aus offenbar längst vergangenen Zeiten. Ganz
schlechte Vorzeichen, wenn man doch einfach nur normal sein möchte...
Richtig aus den Fugen gerät Maras welt, als eines Tages ein Zweig zu ihr
spricht und ihr erzählt, sie sei eine Spákona und müsse die Welt vor
dem Ragnarök bewahren, indem sie Loki daran hindert, sich aus seinem
Gefängnis zu befreien. Vollkommen überfordert von der Situation
beschließt Mara, sich Hilfe zu suchen und stüßt dabei auf den Münchener
Skandinavistik-Professoren Dr. Reinhold Weissinger. Doch wie bringt man
einen Mann der Wissenschaft dazu, einem so eine Geschichte zu glauben?
Und wie bitte soll man als junges Mädchen, dass sich kaum gegen seine
fiese Mitschülerin Larissa wehren kann, eigentlich gleich die ganze Welt
vor dem Untergang retten? Den Gedanken an ein normales Leben kann Mara
damit wohl erstmal aufgeben...
Zunächst einmal: Wie ich schon geschrieben habe, wurde "Mara und der Feuerbringer"
leider von den Kinos als reiner Kinderfilm eingestuft. Ich halte das
für Blödsinn. Meinen Beobachtungen nach herrschte an dem Film bereits
vor Kinostart ein großes Interesse in Fantasyfankreisen, unter
Mittelalterfreunden, Larpern, Reenactorn, Skandinavisten und, und, und.
An vielen Stellen habe ich gelesen, dass man den Film sehr gerne im Kino
gesehen hätte. Doch nicht jeder hat nun einmal das Glück wie meine
Begleitung und ich, unter der Woche gegen Mittag ins Kino gehen zu
können. Ehrlich gesagt hat so manch einer da vielleicht auch schlicht
und ergreifend keine Lust zu. Durch die Einstufung als Kinderfilm wurde
dem Film so meiner Meinung nach schon einiges an Erfolgspotenzial
genommen, und das ist sehr schade. Es ist nämlich ein verdammt guter
Film geworden.
Ich bin wirklich kein Filmkenner, insbesondere von deutschen Schauspielern habe ich wenig Ahnung, aber die meisten Rollen in "Mara und der Feuerbringer" wurden mit Schauspielern besetzt, die selbst mir vorher schon bekannt waren. Hauptdarstellerin Lilian Prent
war mir vorher noch unbekannt, konnte mich aber sofort überzeugen. Sie
kommt in ihrer Rolle als Mara einfach unheimlich sympathisch rüber und
ähnelt wirklich der Mara, die ich mir nach dem Lesen des Buches
vorgestellt hatte. Esther Schweins spielt Maras Mutter,
die einen mit ihrer Frauengruppe, den 'Wiccas von der Au' immer wieder
sehr zu erheitern vermag und Loki kommt gespielt von Christoph Maria Herbst genauso listig rüber, wie man ihn sich aus den alten Sagenstoffen vorstellt. Selbst Billy Boyd, bekannt aus dem Herr der Ringe, hat einen kurzen Gastauftritt, ebenso wie Skandinavistikprofessor Rudolf Simek, der ganz offensichtlich ein Herz für Fantasy hat und mit dem Tommy Krappweis ja schon bei der Entstehung der Bücher zusammengearbeitet hatte.
Besonders begeistert hat mich aber Jan Josef Liefers
als Prof. Dr. Weissinger. Gäbe es diesen Professor wirklich, er würde
sich mit all seiner Schrulligkeit, der leichten Zerstreutheit und der
uneingeschränkten Begeisertung für sein Fach wunderbar in unser
Skandinavistik-Institut einfügen. Maras Gespräch mit ihm in seinem Büro
über Hörnerhelme und Plastik-Wikingerschiffe zählt zu meinen absoluten
Highlights im Film. :D
Für mich ist "Mara und der Feuerbringer" ein wirklich
großartiger Film geworden, der Menschen aller Altersklassen begeistern
kann. Kinder und Jugendliche können an dem Film genauso Freude haben wie
alle, die sich in ihrer Frezeit mit der nordischen Mythologie,
Mittelalter oder Fantasy beschäftigen. Der Umgang mit der nordischen
Mythologie ist zudem erfrischend klischeefrei, die Götter erscheinen
nicht wie Figuren aus Superheldencomics oder aus Wagners Operns.
Sattdessen erfährt man, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat,
tatsächlich einiges aus der Mythologie. Zum Beispiel von Loki, der das
Fischernetz erfunden hat, von Thors Fischzug oder davon, wie man sich im
wikingerzeitlichen Skandinavien das Entstehen von Erdbeben erklärt hat.
Und es wäre bewiesen: es kann ihn wirklich geben, den guten, deutschen
Fantasyfilm!
Ein kleiner Einblick in den Film und den ebenfalls sehr interessanten Soundtrack: