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Mittwoch, 21. Februar 2018

CD-Vorstellung: Faun - XV - Best Of [Deluxe Edition]


 Interpret: Faun
Album: XV - Best Of [Deluxe Edition]
Erschienen: 16. Februar 2018
Label: Electrola / Universal

Tracklist:
CD 1: 01. Diese kalte Nacht | 02. Federkleid | 03. Feuer | 04. Buntes Volk | 05. Tanz mit mir | 06. Alba II | 07. Sonnenreigen (Lughnasad) | 08. An die Geliebte | 09. Rabenballade | 10. Walpurgisnacht | 11. Wind & Geige XV | 12. Hörst du die Trommeln | 13. Hymne der Nacht
 
CD 2: 01. Andro II | 02. Rosmarin XV | 03. Tinta - Live | 04. Wenn wir uns wiedersehen | 05. Mac Beth | 06. Blaue Stunde - Live | 07. Hymn To Pan | 08. Fire | 09. Odin - Live | 10. Egil Saga | 11 Von den Elben | 12. Iduna - Live | 13. Sigurdlied

Mit neun Studioalben, drei Live-CDs sowie drei DVDs blicken Faun auf eine wahrhaft produktive und bewegte Vergangenheit zurück. Mehrere Veränderungen im Line-Up hat die Band seit ihrer Gründung 1999 erlebt, schier unermüdlich die Bühnen im In- und Ausland bespielt und vor einigen Jahren mit ihrem Album "Von den Elben" endgültig den Weg aus der doch eher beschaulichen Mittelalterszene in die Charts geschafft. Da ist es nur natürlich, einmal innezuhalten und einen Blick zurück zu werfen. Und genau das tun Faun dieser Tage mit ihrem neuen Silberling "XV – Best Of", einer Rückschau auf die vergangenen fünfzehn Jahre der Bandgeschichte, welche neben einer Standard-Version auch als 2CD Deluxe-Edition erhältlich ist. Letztere soll hier nun einmal etwas näher vorgestellt werden.

Der Fokus von „XV – Best Of“ liegt ganz klar auf den letzten drei, kommerziell erfolgreichsten Alben "Midgard", "Luna" sowie "Von den Elben". So dürfen natürlich die bekanntesten Hits der Band wie "Diese kalte Nacht" oder "Federkleid" ebenso wenig fehlen wie "Tanz mit mir", welches die Faune gemeinsam mit Santiano aufgenommen hatten.
Doch auch einige ältere Stücke haben erfreulicherweise ihren Platz gefunden auf "XV – Best Of". So bekommen nun auch neuere Fans einmal die Möglichkeit, mit echten Faun-Klassikern wie "Egil Saga" in Kontakt zu kommen und so vielleicht Facetten der Band kennenzulernen, die ihnen bislang nicht vertraut waren.

Doch es sind nicht nur die jüngeren Fans, an die sich dieses erste Best Of von Faun richtet. Mit "Feuer" und "An die Geliebte" finden sich zwei brandneue Songs auf der CD. "Feuer" kommt dabei sehr mystisch und mit opulentem Sound daher. Sängerin Laura Fella, das neuste Mitglied der Band, stellt hier ihre stimmlichen Qualitäten erstmalig in einer Studioaufnahme ganz wunderbar unter Beweis, während das zweite neue Stück "An die Geliebte" eher die romantisch-leise Seite der Band betont.
"Rosmarin" und "Wind & Geige", zwei Lieder, welche Faun schon fast seit den Anfängen begleiten, haben zur Feier des Jubiläums ein komplettes Facelifting erhalten. So wurde "Rosmarin" durch Stephans markantes Drehleierspiel gut hörbar in Fauns klangliches Hier und Jetzt katapultiert und "Wind & Geige" sprüht nur so vor jener verspielten Energie, die das Stück schon seit Jahren bei jeder Live-Performance zu einem Garanten für ein begeistert tanzendes Publikum macht.

Auch von den Live-Qualitäten der Band kann man sich auf "XV – Best Of" ein gutes Bild machen, haben doch zahlreiche – teils vorher ebenfalls unveröffentlichte - Live-Aufnahmen ihren Weg auf die Compilation gefunden. Besonders herausragend ist hier die Live-Version von "Odin" mit Unterstützung durch Wardruna-Sänger Einar Selvik, die noch einmal um Längen archaischer und mystischer klingt als die ebenfalls schon großartige Studioversion auf dem letzten Album "Midgard".

Faun haben mit "XV - Best Of" eine Rückschau auf ihren bisherigen Weg geschaffen, an der sowohl hartgesottene Fans als auch jene, die erst in der jüngeren Vergangenheit auf die Band gestoßen sind, ihre Freude haben werden. Die schöne Aufmachung mit Illustrationen des britischen Fantasy-Künstlers Brian Froud sowie die unveröffentlichen Tracks machen dieses Best Of-Album zu einem Muss in jedem Fan-Regal.

In diesem Sinne bleibt nur noch eins zu sagen: Auf die nächsten fünfzehn wunderbaren Jahre mit den einzigartigen Klängen von Faun!

Hörprobe:



Samstag, 25. März 2017

Konzertbericht: Faun in Wuppertal

Am 3. März hatte das Warten endlich ein Ende: Faun waren wieder auf Tour und machten dabei Halt in Wuppertal. Klar, dass ich mir das nicht entgehen ließ!

Schauplatz des Spektakels war einmal wieder die Historische Stadthalle - eine Location, die einen wahrhaft perfekten Rahmen für ein Faun-Konzert bildet. Die Halle im Neorenaissance-Stil ist  schon rein optisch ein wahrer Hingucker, und auch die Akustik lässt hier keine Wünsche offen. Perfekte Voraussetzungen also für einen wunderschönen Abend mit Faun.

Nachdem ich beim letzten bestuhlten Konzert in Wuppertal in der vorletzten Reihe gesessen hatte und damit nicht unbedingt glücklich geworden war (ein Opernglasverleih wäre an diesem Abend sehr schön gewesen, oder zumindest eine Brille in meiner aktuellen Sehstärke *hüstel*), war ich dieses Mal klüger gewesen und hatte mir einen Platz im Mittelfeld gegönnt. Mit dem Wissen, dass ich so auch ein wenig von den Personen auf der Bühne sehen würde, konnte das Konzert schon mit einem guten Gefühl beginnen.

Und was soll ich sagen, es wurde ein fabelhaftes Konzert, dieses mein nunmehr schon 37. Faun-Konzert. Die neue Bühnendeko passte hervorragend zur nordisch inspirierten "Midgard"-Tour, und natürlich gab es auch viele Stücke dieses Albums zu hören. "Sonnenreigen (Lughnasad)" und "Federkleid" durften ebenso wenig fehlen wie das zauberhafte "Macbeth" oder "Brandan", bei dem Stephan die Leadvocals singt. Und sogar einige lange nicht mehr live gehörte Stücke fanden ihren Weg ins Set, darunter beispielsweise "König von Thule" vom allerersten Album der Band aus dem Jahr 2002. Auch die Lichtshow war an diesem Abend mal wieder ein Traum und unterstützte die Klänge der Musiker einfach perfekt.

Auch eine ziemlich große Neuerung gab es für viele an diesem Abend zu erleben, war dies doch eines der ersten Konzerte mit neuer Sängerin. Nur wenige Wochen vor Beginn der Tour hatte Katja Moslehner ihren Ausstieg bekannt gegeben und damit einmal wieder Platz für eine neue Stimme gemacht. Eingenommen wurde ihr Platz von Laura Fella, die in der Vergangenheit schon als Gastsängerin bei Eluveitie von sich Reden gemacht hatte. Meinem Gefühl nach fügte sich Laura an diesem Abend jedenfalls schon ganz wunderbar in das Gesamtgefüge von Faun ein und ich bin gespannt, welche neuen Impulse sie in Zukunft einbringen wird.

Und dann gab es da natürlich noch die musikalischen Gäste. Für die "Midgard"-Tour hatten sich Faun gleich zweifach Unterstützung aus dem Norden Europas eingeladen. Zum einen war das Einar Selvik, den Meisten bekannt als der Mann hinter Wardruna. Zum anderen war da noch Martin Seeberg, der mit unzähligen Bands und Projekten wie Valravn, Trolska Polska oder Asynje schon seit Jahren die Nordic Folk Szene bereichert. Während Letzterer das Konzert ganz fantastisch instrumental an der Geige unterstützte, wurde Einar Selvik als Gastsänger tätig. So hatte man als Zuschauer das große Glück, "Odin" vom aktuellen Album live zu hören zu bekommen, was ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis war. Außerdem spielten Faun mit seiner Unterstützung zwei Wardruna-Songs, nämlich "Helvegen" und "Solringen" und zeigten, was für eine wunderschöne Symbiose die Musik der beiden Bands miteinander eingehen kann.

Obwohl das Konzert mit Pause und mehreren Zugaben wirklich nicht kurz ausfiel, war es am Ende gefühlt viel zu schnell vorbei. Ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie sehr ein Faun-Konzert mich in seinen Bann schlagen kann. Egal, wie oft ich diese Band sehe, es ist jedes Mal wieder ein Fest und lässt mich glücklich und beschwingt durch die nächsten Tage gehen. Darum freue ich mich, dass der nächste Termin schon gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt. Wir sehen uns auf dem MPS in Wassenberg, liebe Faune! ♥