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Samstag, 24. Oktober 2020

Konzertbericht: Wardruna in Wuppertal

 Wardruna zählen seit jeher zu jenen Bands, die sich auf den Bühnen dieser Welt eher rar machen, seltsamerweise auch im sonst für Touren gerne besuchten, weil dicht besiedelten, NRW. Was für eine große Neuigkeit es da war, als es im vergangenen Jahr plötzlich hieß, dass die Norweger Wuppertal einen Besuch abstatten würden - und dann auch noch in der historischen Stadthalle, die sich im Laufe der Jahre zu einer meiner liebsten Konzertlocations gemausert hat! Sofort wurden Karten gesichert, und das war auch gut so, denn das Konzert, einer von nur zwei Deutschland-Terminen, war natürlich auch in Windeseile ausverkauft.

Wir waren mit unserem Ticketkauf sogar so schnell, dass wir mal wieder unsere Lieblingsplätze ergatterten und das Konzert von oben beobachten konnten. Und was für ein überwältigendes Konzert es wurde! Die minimalistische, aber genau so perfekte Bühnendeko hatten die Musiker von der letzten Tour übernommen, und die stimmige Mischung aus Musik, Licht und Schatten zog die Besucher sofort in den Bann. 

Der Auftritt am 28. November begann dabei mit einem regelrechten Knall, nämlich dem beeindruckenden Stück "Tyr", welches auch schon als Opener des dritten Albums der Runaljod-Trilogie der Band diente und die Zuhörer ohne große Umschweife in den klanglichen Kosmos der Band warf. Es folgte eine eineinhalbstündige Reise in die faszinierende Welt der nordischen Runen, voll mit hypnotischen Melodien, faszinierenden, traditionellen Instrumenten sowie den betörenden Stimmen von Einar Selvik und Lindy Fay Hella. Unterbrochen wurde das ganze bis kurz vor Schluss nicht ein einziges Mal für eine Ansage oder die sonst fast schon obligatorische Pause zum Beine vertreten, wie sie bei bestuhlten Konzerten so weit verbreitet ist - ein Glück, wäre dies doch nur eine unnötige Unterbrechung gewesen, welche den Bann, in den einen so ein Wardruna-Konzert unweigerlich schlägt, gebrochen hätte.

Erst kurz vor Ende wandte sich Wardruna-Mastermind Einar Selvik dann an das Publikum, um im Anschluss mit "Helvegen" einen der wohl bewegensten Songs der Band anzustimmen. Nach diesem fulminanten Finale gab es für die Menschen in der Halle dann auch kein Halten mehr, und der Applaus wollte gar nicht mehr abbrechen. Umso schöner, dass man sich nicht lange bitten ließ, eine Zugabe zu geben. Dabei handelte es sich um das Stück "Voluspá", welches Einar Selvik alleine zum besten gab. Bei diesem Lied wurde noch einmal sehr deutlich, wie stark der Sänger das Publikum im Griff hatte, denn die ganze Halle lauschte andächtig und mucksmäuschenstill dem langen und ruhigen Stück, bevor man sich dann mit einem erneuten frenetischen Jubel von der gesamten Band verabschiedete.

So ging ein Konzert zu Ende, welches für mich zu den beeindruckendsten Live-Erlebnissen zählte, die ich im vergangenen Jahr erleben durfte. Wie ich mich in diesen schlimmen Zeiten danach sehne, endlich wieder etwas vergleichbares erleben zu dürfen!



Donnerstag, 14. November 2019

Auf alten Pfaden wandeln: Das Vikingskipshuset in Oslo

Unser nächster Halt war das Vikingskipshuset, also das Wikingerschiffhaus. Auf den Besuch dieses Museums hatte ich mich als Skandinavist und auch als am Mittelalter und an Wikingern interessierter Mensch sehr gefreut. 


Das Vikingskipshuset mit seinem ungewöhnlichen architektonischen Grundriss zeigt die wohl bedeutendsten Schiffsfunde der Wikingerzeit, nämlich das 1867 entdeckte Tune-Schiff, das 1880 entdeckte Gokstad-Schiff sowie das 1904 entdeckte Oseberg-Schiff. Insbesondere die letzten beiden Schiffsfunde sollten wohl jedem Altskandinavisten ein Begriff sein. So diente das Gokstad-Schiff als Vorlage für zahlreiche Nachbauten, anhand derer die Hochseetauglichkeit der Wikingerschiffe bewiesen werden konnte. Das Oseberg-Schiff hingegen erlangte große Berühmtheit durch die enthaltene Grabkammer, in der die Überreste zweier wohl hochgestellter Frauen aus der Wikingerzeit sowie zahlreiche kostbare Grabbeigaben gefunden wurden.

Zuerst betrachteten wir natürlich ausgiebig die Herzstücke des Museums, also die Schiffe. Für deren Betrachtung wurde eine interessante Lösung gefunden. So kann man sich die Schiffe von mehreren erhöhten Aussichtspunkten von verschiedenen Seiten aus gut anschauen. 


Neben den Schiffen gibt es aber auch noch einige Vitrinen mit anderen Funden aus der Wikingerzeit. Dabei handelt es sich neben Grabbeigaben auch um große Ausstellungsstücke wie aufwändig verzierte Pferdekarren. Besonders schön sind aber meiner Ansicht nach die ausgestellten Galionsfiguren, detailreich verzierte, geschnitzte Drachenköpfe, die einst die Schiffe der Wikinger schmückten.


Dreimal in der Stunde wird außerdem der eine Flügel des Museums zu einem Kino. Dann wird der spannende Film "Vikingtiden lever" (dt: die Wikingerzeit lebt) gezeigt, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Hier kann man visuell das Leben eines Wikingerschiffes nachvollziehen, vom Bau über die Nutzung bis zu seinem Ende als königliches Schiffsgrab. Der Film ist spannend gemacht, nicht zu lang und an der Wand und der gewölbten Decke des Museums von überall aus gut zu sehen. Man fühlt sich schnell wirklich mittendrin im Geschehen.


Kein Museum kommt heute wohl noch ohne Museumsshop aus, und in dem des Vikingskipshuset habe ich persönlich mich wie im Paradies gefühlt. Natürlich gab es allerhand Nippes mit mehr oder weniger großem Wikingerbezug (obwohl ich für sowas ja auch echt offen bin), doch es gab auch wunderschöne, hochwertige Kunstgegenstände zu erwerben. Sogar Wardruna-CDs hatte man im Angebot. Außerdem verfügte der Shop über eine großartige Auswahl an Literatur zum Thema. Dabei gab es Bücher in diversen Sprachen, vom Kinderbuch bis zur wissenschatflich fundierten Abhandlung war für jeden Geschmack etwas mit dabei. Ich musste mich schon sehr zusammenreißen, um am Ende nur den Museumsführer "Die Wikingerschiffe in Oslo" von Thorleif Sjøvold mitzunehmen. Das Buch hat zwar schon ein paar Jahr auf dem Buckel (erschienen ist es Mitte der 80er Jahre), ist dafür aber auch nicht besonders teuer. Dafür bekommt man aber trotzdem eine fundierte, gut bebilderte Einführung in das Thema - und natürlich eine schöne Erinnerung an den Museumsbesuch.

Wir verbrachten in dem Museum samt Shop etwa eineinhalb Stunden. Im Anschluss gönnten wir uns in der Sonne vor dem Museum eine kleine Pause mit einem norwegischen Liebling, nämlich Waffeln mit Eis. Dann ging es auch schon weiter zum nächsten Museum. Wie gesagt: wir hatten an diesem Tag einiges vor!

Wer das Vikingskipshuset in seiner jetzigen Form sehen möchte, sollte sich übrigens etwas beeilen. Ein Neubau des Museum, größer als das jetzige und mit Ausstellung auch zu anderen Aspekten der Wikingerzeit ist schon lange geplant, wurde nun aber endgültig bewilligt. Bereits für 2024 oder 2025 ist derzeit die Eröffnung angedacht.  

Zum Abschluss gibts hier noch ein kleines Schmankerl: Wie ich schon erwähnte, gab es im Museumsshop sogar Wardruna-CDs zu kaufen. Kein Wunder eigentlich, schließlich gab die Band dort 2009 sogar ihr Debütkonzert. Davon gibt es sogar noch ein kleines Video auf Youtube zu finden: 


Mal ganz ehrlich: wer von uns wäre da, vor dieser wunderbaren Kulisse denn nicht gerne mit dabei gewesen? ♥

Mittwoch, 23. Januar 2019

Meine Musik des Jahres 2018

Wieder ist ein Jahr vorbeigegangen und es wird Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Jahresrückblick. Der fiel mir dieses Mal gar nicht so leicht. Irgendwie war 2018 für mich eher arm an bemerkenswerten Veröffentlichungen - zumindest in der Mittelalter - und Folkszene, über die ich hier ja vornehmlich blogge. Trotzdem habe ich hier mal eine Liste zusammengestellt. Diese ist wie üblich alphabetisch, damit ich mich für keine Rangliste entscheiden muss. Rezensionen sind, sofern vorhanden, verlinkt oder werden noch nachträglich verlinkt, wenn ich später noch zum Besprechen des einen oder anderen Albums komme.

Bannkreis - Sakrament

Corvus Corax - Skál

Eivør - Live in Thórshavn

Fairytale - Autumn's Crown

Faun - Best Of 

Feuerschwanz - Methämmer

Heidevolk - Vuur van verzet

Heilung - Lifa

Korpiklaani - Kulkija

Omnia - Reflexions

Saltatio Mortis - Brot und Spiele

Versengold - Nacht der Balladen

Wardruna - Skald


Nicht mittelalterlich, aber dennoch erwähnenswert:

Adam Angst - Neintology

Amorphis - Queen Of Time

Blind Channel - Blood Brothers

Bury Tomorrow - Black Flame

Desasterkids - Superhuman

Hell Boulevard - In Black We Trust

KMPFSPRT - Gaijin

Lord Of The Lost - Thornstar

Mono Inc. - Welcome To Hell

Start A Revolution - Survivors

Uniklubi - Tulennielijä


Dienstag, 27. Februar 2018

Konzertbericht: Wardruna in Utrecht

Am 15. Oktober stand endlich ein ganz besonderer, lange heiß ersehnter Konzertabend bevor. Die norwegische Ausnahme-Band Wardruna machte auf einer ihrer eher seltenen Touren Halt im niederländischen Utrecht. Ein Termin, der schon lange im Voraus ausverkauft war und den wir entsprechend auch schon lange geplant hatten, allen Schwierigkeiten beim Ticketkauf zum trotz. Wer nicht Besitzer eine Kreditkarte ist und schon einmal versucht hat, Tickets für ein Konzert in den Niederlanden zu besorgen, weiß sicher, wovon ich spreche...

Das TivoliVredenburg in Utrecht erwies sich als rieisiger Gebäudekomplex mit mehreren Veranstaltungssälen. Das Ronda, das Venue, in dem unser Konzert stattfand, war dennoch bald gefunden. Ein guter Platz war gar nicht so leicht zu finden, da viele sich schon früh ihre Plätze ausgeguckt hatten und wir doch recht spät erst auf die Suche gingen. Vorher hatten wir einen vergeblichen Versuch unternommen, an den Merchstand der Band zu gelangen. Dieser war jedoch so überfüllt, dass wir die Aktion kurzerhand auf die Pause zwischen Vor- und Hauptband verschoben. Als wir uns im Publikum umhörten, stellten wir fest, dass wir bei weitem nicht die einzigen Deutschen waren, die an diesem Tag den Weg nach Utrecht auf sich genommen hatten. Eigentlich auch kein Wunder, war dies doch für einen gar nicht so unerheblichen Teil Deutschlands der am Besten zu erreichende Termin. NRW und Niedersachen, unsere bevorzugten Konzertziele, waren bei der Tour nämlich leider großzügig ausgespart worden.

Als Vorband hatten an diesem Abend Kaunan die Ehre, das Nordic Folk Projekt von Faun-Sänger Oliver Pade. Diese stellten ihr gerade erschienenes erstes Album "Forn" vor und eröffneten den Abend mit ihren mitreißenden, tanzbaren Klängen auf sehr ansprechende Weise. Sie dürften sich an diesem Abend sicher den einen oder anderen neuen Fan erspielt haben.


In der Umbaupause gelang es uns dann tatsächlich, zum Merchstand durchzudringen, wo ich die Kaunan-LP sowie die 10" von Einar Selviks "Snake Pit Poetry" erwarb. Letzteres dürfte dem geneigten Freund der Fernsehserie "Vikings" als Ragnars Todeslied bekannt sein.


Im Anschluss begaben wir uns auf die Empore und fanden dort ein recht lauschiges Plätzchen, von dem aus wir einen guten Blick auf die kommende Wardruna-Show haben würden.

Das Wardruna-Konzert, welches nun folgte, zählt für mich zu den absoluten musikalischen Highlights des vergangenen Jahres. Es dauerte keine Minute, bis einen dieser Auftritt in seinen Bann geschlagen hatte. Die Musik von Wardruna besitzt einfach eine solche Kraft und Intensität, dass es gar keiner großen Bühnenshow bedarf, sie perfekt in Szene zu setzen. Ein auf den ersten Blick vollkommen unspektakulärer Bühnenhintergrund erwies sich als absolut geniale Leinwand für ein Spiel von Licht und Schatten und fesselte das Auge das ganze Konzert über immer wieder aufs Neue. Die schon auf den Studioalben mäachtigen Songs der Band entfesselten live nochmal eine ganz neue Energie. So begann das Konzert mit dem Stück "Tyr" schon mit einem regelrechten Paukenschlag, und auch Songs wie "Fehu" oder "Raido" ließen einem das Herz vor Freude hüpfen in ihrer unglaublichen Intensität.

Abgeschlossen wurde der Auftritt der Band schließlich mit "Helvegen", welches einen mit seiner ganzen düsteren Schicksalsschwere einfach nur in seinen Bann schlug und sprachlos zurückließ, was für ein wunderbares Erlebnis einem dort gerade zu Teil geworden war.


Als Zugabe kehrte Sänger Einar Selvik schließlich noch einmal alleine auf die Bühne zurück, um das Stück "Snake Pit Poetry" zu performen. Ein wunderschöner, würdevoller Abschluss eines in ganzer Linie außergewöhnlichen Konzertabends, der jede noch so lange Anfahrt wert gewesen war!

Mittwoch, 21. Februar 2018

CD-Vorstellung: Faun - XV - Best Of [Deluxe Edition]


 Interpret: Faun
Album: XV - Best Of [Deluxe Edition]
Erschienen: 16. Februar 2018
Label: Electrola / Universal

Tracklist:
CD 1: 01. Diese kalte Nacht | 02. Federkleid | 03. Feuer | 04. Buntes Volk | 05. Tanz mit mir | 06. Alba II | 07. Sonnenreigen (Lughnasad) | 08. An die Geliebte | 09. Rabenballade | 10. Walpurgisnacht | 11. Wind & Geige XV | 12. Hörst du die Trommeln | 13. Hymne der Nacht
 
CD 2: 01. Andro II | 02. Rosmarin XV | 03. Tinta - Live | 04. Wenn wir uns wiedersehen | 05. Mac Beth | 06. Blaue Stunde - Live | 07. Hymn To Pan | 08. Fire | 09. Odin - Live | 10. Egil Saga | 11 Von den Elben | 12. Iduna - Live | 13. Sigurdlied

Mit neun Studioalben, drei Live-CDs sowie drei DVDs blicken Faun auf eine wahrhaft produktive und bewegte Vergangenheit zurück. Mehrere Veränderungen im Line-Up hat die Band seit ihrer Gründung 1999 erlebt, schier unermüdlich die Bühnen im In- und Ausland bespielt und vor einigen Jahren mit ihrem Album "Von den Elben" endgültig den Weg aus der doch eher beschaulichen Mittelalterszene in die Charts geschafft. Da ist es nur natürlich, einmal innezuhalten und einen Blick zurück zu werfen. Und genau das tun Faun dieser Tage mit ihrem neuen Silberling "XV – Best Of", einer Rückschau auf die vergangenen fünfzehn Jahre der Bandgeschichte, welche neben einer Standard-Version auch als 2CD Deluxe-Edition erhältlich ist. Letztere soll hier nun einmal etwas näher vorgestellt werden.

Der Fokus von „XV – Best Of“ liegt ganz klar auf den letzten drei, kommerziell erfolgreichsten Alben "Midgard", "Luna" sowie "Von den Elben". So dürfen natürlich die bekanntesten Hits der Band wie "Diese kalte Nacht" oder "Federkleid" ebenso wenig fehlen wie "Tanz mit mir", welches die Faune gemeinsam mit Santiano aufgenommen hatten.
Doch auch einige ältere Stücke haben erfreulicherweise ihren Platz gefunden auf "XV – Best Of". So bekommen nun auch neuere Fans einmal die Möglichkeit, mit echten Faun-Klassikern wie "Egil Saga" in Kontakt zu kommen und so vielleicht Facetten der Band kennenzulernen, die ihnen bislang nicht vertraut waren.

Doch es sind nicht nur die jüngeren Fans, an die sich dieses erste Best Of von Faun richtet. Mit "Feuer" und "An die Geliebte" finden sich zwei brandneue Songs auf der CD. "Feuer" kommt dabei sehr mystisch und mit opulentem Sound daher. Sängerin Laura Fella, das neuste Mitglied der Band, stellt hier ihre stimmlichen Qualitäten erstmalig in einer Studioaufnahme ganz wunderbar unter Beweis, während das zweite neue Stück "An die Geliebte" eher die romantisch-leise Seite der Band betont.
"Rosmarin" und "Wind & Geige", zwei Lieder, welche Faun schon fast seit den Anfängen begleiten, haben zur Feier des Jubiläums ein komplettes Facelifting erhalten. So wurde "Rosmarin" durch Stephans markantes Drehleierspiel gut hörbar in Fauns klangliches Hier und Jetzt katapultiert und "Wind & Geige" sprüht nur so vor jener verspielten Energie, die das Stück schon seit Jahren bei jeder Live-Performance zu einem Garanten für ein begeistert tanzendes Publikum macht.

Auch von den Live-Qualitäten der Band kann man sich auf "XV – Best Of" ein gutes Bild machen, haben doch zahlreiche – teils vorher ebenfalls unveröffentlichte - Live-Aufnahmen ihren Weg auf die Compilation gefunden. Besonders herausragend ist hier die Live-Version von "Odin" mit Unterstützung durch Wardruna-Sänger Einar Selvik, die noch einmal um Längen archaischer und mystischer klingt als die ebenfalls schon großartige Studioversion auf dem letzten Album "Midgard".

Faun haben mit "XV - Best Of" eine Rückschau auf ihren bisherigen Weg geschaffen, an der sowohl hartgesottene Fans als auch jene, die erst in der jüngeren Vergangenheit auf die Band gestoßen sind, ihre Freude haben werden. Die schöne Aufmachung mit Illustrationen des britischen Fantasy-Künstlers Brian Froud sowie die unveröffentlichen Tracks machen dieses Best Of-Album zu einem Muss in jedem Fan-Regal.

In diesem Sinne bleibt nur noch eins zu sagen: Auf die nächsten fünfzehn wunderbaren Jahre mit den einzigartigen Klängen von Faun!

Hörprobe:



Samstag, 25. März 2017

Konzertbericht: Faun in Wuppertal

Am 3. März hatte das Warten endlich ein Ende: Faun waren wieder auf Tour und machten dabei Halt in Wuppertal. Klar, dass ich mir das nicht entgehen ließ!

Schauplatz des Spektakels war einmal wieder die Historische Stadthalle - eine Location, die einen wahrhaft perfekten Rahmen für ein Faun-Konzert bildet. Die Halle im Neorenaissance-Stil ist  schon rein optisch ein wahrer Hingucker, und auch die Akustik lässt hier keine Wünsche offen. Perfekte Voraussetzungen also für einen wunderschönen Abend mit Faun.

Nachdem ich beim letzten bestuhlten Konzert in Wuppertal in der vorletzten Reihe gesessen hatte und damit nicht unbedingt glücklich geworden war (ein Opernglasverleih wäre an diesem Abend sehr schön gewesen, oder zumindest eine Brille in meiner aktuellen Sehstärke *hüstel*), war ich dieses Mal klüger gewesen und hatte mir einen Platz im Mittelfeld gegönnt. Mit dem Wissen, dass ich so auch ein wenig von den Personen auf der Bühne sehen würde, konnte das Konzert schon mit einem guten Gefühl beginnen.

Und was soll ich sagen, es wurde ein fabelhaftes Konzert, dieses mein nunmehr schon 37. Faun-Konzert. Die neue Bühnendeko passte hervorragend zur nordisch inspirierten "Midgard"-Tour, und natürlich gab es auch viele Stücke dieses Albums zu hören. "Sonnenreigen (Lughnasad)" und "Federkleid" durften ebenso wenig fehlen wie das zauberhafte "Macbeth" oder "Brandan", bei dem Stephan die Leadvocals singt. Und sogar einige lange nicht mehr live gehörte Stücke fanden ihren Weg ins Set, darunter beispielsweise "König von Thule" vom allerersten Album der Band aus dem Jahr 2002. Auch die Lichtshow war an diesem Abend mal wieder ein Traum und unterstützte die Klänge der Musiker einfach perfekt.

Auch eine ziemlich große Neuerung gab es für viele an diesem Abend zu erleben, war dies doch eines der ersten Konzerte mit neuer Sängerin. Nur wenige Wochen vor Beginn der Tour hatte Katja Moslehner ihren Ausstieg bekannt gegeben und damit einmal wieder Platz für eine neue Stimme gemacht. Eingenommen wurde ihr Platz von Laura Fella, die in der Vergangenheit schon als Gastsängerin bei Eluveitie von sich Reden gemacht hatte. Meinem Gefühl nach fügte sich Laura an diesem Abend jedenfalls schon ganz wunderbar in das Gesamtgefüge von Faun ein und ich bin gespannt, welche neuen Impulse sie in Zukunft einbringen wird.

Und dann gab es da natürlich noch die musikalischen Gäste. Für die "Midgard"-Tour hatten sich Faun gleich zweifach Unterstützung aus dem Norden Europas eingeladen. Zum einen war das Einar Selvik, den Meisten bekannt als der Mann hinter Wardruna. Zum anderen war da noch Martin Seeberg, der mit unzähligen Bands und Projekten wie Valravn, Trolska Polska oder Asynje schon seit Jahren die Nordic Folk Szene bereichert. Während Letzterer das Konzert ganz fantastisch instrumental an der Geige unterstützte, wurde Einar Selvik als Gastsänger tätig. So hatte man als Zuschauer das große Glück, "Odin" vom aktuellen Album live zu hören zu bekommen, was ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis war. Außerdem spielten Faun mit seiner Unterstützung zwei Wardruna-Songs, nämlich "Helvegen" und "Solringen" und zeigten, was für eine wunderschöne Symbiose die Musik der beiden Bands miteinander eingehen kann.

Obwohl das Konzert mit Pause und mehreren Zugaben wirklich nicht kurz ausfiel, war es am Ende gefühlt viel zu schnell vorbei. Ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie sehr ein Faun-Konzert mich in seinen Bann schlagen kann. Egal, wie oft ich diese Band sehe, es ist jedes Mal wieder ein Fest und lässt mich glücklich und beschwingt durch die nächsten Tage gehen. Darum freue ich mich, dass der nächste Termin schon gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt. Wir sehen uns auf dem MPS in Wassenberg, liebe Faune! ♥

Donnerstag, 23. Februar 2017

Meine Musik des Jahres 2016

Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)


Meine Musik des Jahres 2016:


Asynje - Galdr

The Dolmen - Nuada

The Dolmen - Live At Castlefest

Faun - Midgard

Garmarna - 6

Omnia - Prayer

Songleikr - Godtfolk

Sowulo - Sol

Trolska Polska - Untold Tails



Kein Folk, trotzdem abgöttisch geliebt und darum erwähnt:

Fjørt - Kontakt

Freitag, 21. Oktober 2016

Neues Video: Wardruna - Raido

In der letzten Zeit habe ich mich hier wieder etwas rar gemacht, es ist aber auch einfach nicht allzu viel passiert, worüber es sich zu berichten gelohnt hätte.

Heute jedoch sehe ich mal wieder einen Anlass, etwas Kleines zu schreiben, denn heute erscheint endlich das neue Wardruna-Album. Ich möchte darum noch einmal auf meine Rezension verweisen, aber vor allem auch darauf aufmerksam machen, dass Wardruna vor etwa zwei Wochen ein wunderschönes Video zum neuen Song "Raido" veröffentlicht haben.

Ich wünsche viel Spaß mit dem Video und empfehle nochmal wärmstens, dem großartigen neuen Album ein Ohr zu leihen!


Am Wochenende gibt es dann auch endlich mal wieder was Längeres von mir zu lesen - versprochen!

Dienstag, 27. September 2016

CD-Vorstellung: Wardruna - Ragnarok - Runaljod

Am 21. Oktober veröffentlichen die norwegischen Ausnahmemusiker von Wardruna mit "Ragnarok" ihr drittes Album, welches gleichzeitig den Abschluss ihrer großen Runaljod-Trilogie bildet. Für jarwinbenadar durfte ich bereits reinhören in das grandiose Werk. Hier geht es zu meiner Rezension:



Einen kurzen Einblick gibt es bereits in Form eines Teaservideos zum Opener "Tyr", Am 6. Oktober soll zudem ein vollständiges Musikvideo zum Song "Raido" erscheinen.


Montag, 1. September 2014

Castlefest Nachlese, Teil 5

Uff, schon September und ich sitze noch immer an der Castlefest Nachlese :oops: Naja, was soll man machen. Im August ist immer so viel los und leider hat man eh nicht immer so viel Zeit zum Bloggen, wie man sich wünschen würde.

Nun gut, zur Erinnerung: Wir sind immer noch beim Samstag Nachmittag. Als nächsten auf dem Programm standen die Ungarn von The Moon And The Nightspirit, zu deren ruhigeren Klängen mal weniger getanzt wurde als zuvor bei Zirp. Schön war es trotzdem und die Band präsentierte sowohl alte Songs als auch neue von dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen Album "Holdrejtek", die sehr vielversprechend klangen. Mittlerweile kann ich auch bestätigen: Ja, das klang nicht nur vielversprechend - das neue Album IST wieder toll geworden, aber dazu später mal mehr :) Falls sich jemand über den Titel wundert - dieser ist, wie auch die meisten Texte der Band, Ungarisch. Doch die Musik spricht zum Glück für sich, auch wenn man (wie ich) leider kein Wort Ungarisch spricht.


Im Anschluss an The Moon and The Nightspirit hatten wir uns eigentlich die Könige der Spielleute, Corvus Corax, ansehen wollen. Obwohl diese musikalisch ziemlich aus dem Rahmen fallen, werden sie beim Castlefest eigentlich immer heftig abgefeiert. Da sie aber diesmal zeitgleich mit The Dolmen auftraten, die uns am Vortag schon so überzeugt hatten, wurden die Pläne spontan geändert - einen Schritt, den wohl keine von uns bereut hat. The Dolmen gaben wieder alles und es wurde eine großartige Party!


Für die nächste Band, Trolska Polska aus Dänemark, blieben uns leider nur ein paar Minuten, die mich persönlich nicht vollständig zu überzeugen vermochten. Vielleicht muss man sich da auch etwas genauer einhören, aber so spontan war mir das irgendwie musikalisch zu anstrengend.


Nach ein paar Minuten mussten wir aber eh gehen, schließlich war es Zeit für die Verbrennung des Wickermans, das zentrale Ritual auf dem Festival, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. In einer feierlichen Zeremonie wird dabei der Wickerman, der dieses Jahr die Form einer Eule hatte, mit all den vorher dargebrachten Opfern der Besucher und Teilnehmer des Festivals, angezündet. Die Stimmung dabei ist wirklich feierlich und es ist nicht möglich, die Gefühle zu beschreiben, die einen durchlaufen, wenn der Wickerman in Flammen aufgeht und der Jubel losbrandet. Das muss man einfach selbst erleben.


Die Ehre, das erste Konzert nach dem Ritual zu spielen, lag dieses Jahr bei Faun. Die meisten Menschen, die am Ritual teilgenommen hatten, blieben auch gleich dort, weswegen das Konzert auch von einer unglablichen Menschenmasse besucht war. Es war unmöglich, einen auch nur halbwegs guten Platz zu ergattern, wenn man nicht schon vorher gut gestanden hatte. Darum entschlossen wir uns irgendwann, die Chance zu nutzen, dass es überall anders recht leer war und machten uns auf den langen Weg zum Parkplatz, um unsere Jacken zu holen. Dass wir ein Faun-Konzert freiwillig vorzeitig verließen war wohl auch für alle eine Prämiere, aber beim Castlefest sieht man alle Dinge irgendwie etwas entspannter als sonst :)

Ein Konzert stand danach noch an: Wardruna spielten auf der Hauptbühne. Es ist unglaublich, wie gespannt ich auf diesen Auftritt war - und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Musik von Wardruna ist schwer zu beschreiben, weswegen ich einfach ein Video anhängen werde, durch das sich jeder selbst ein Bild machen kann. Obwohl größtenteils sehr ruhig, entwickelt diese Musik eine ganz besondere Stimmung und eine unglaubliche Kraft und zieht einen unweigerlich in ihren Bann. Die Dunkelheit der Nacht und die Beleuchtung taten ihren Teil zu der einzigartigen Stimmung. Bei einem Lied erhielt die Band außerdem noch musikalische Unterstützung von Kaat Geevers an der Nyckelharpa. Insgesamt war das einfach ein Auftritt, den wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird!


Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 16. Januar 2013

Konzertkritik: Castlefest 2012

Am ersten Augustwochenende 2012 war es Zeit für meinen allerersten Besuch beim Castlefest - ein Moment, den ich schon lange herbeigesehnt hatte. Für die unter euch, die noch nie vom Castlefest gehört haben: Das muss sich ändern :D
Es handelt sich dabei um ein jährlich stattfindendes Musikfestival in Lisse, nahe Amsterdam - also in den Niederlanden. Jedoch ist es ein sehr besonderes Festival, das weitaus mehr als "nur" Musik zu bieten hat. Musikalisch finden sich viele Vertreter aus Folk und Mittelaltermusik (Pagan Folk ist hier ein gutes Stichwort - das Festival ist eng verknüft mit der niederländischen Band 'Omnia'), aber auch Worldmusic und experimentelle Sachen finden hier genug Raum und ein offenes Publikum. Insgesamt ist die Stimmung unter den Leuten sehr offen und freundlich, es wird viel getanz und es gibt unter den Besuchern viele schön kostimierte Menschen zu sehen. Wer sich darauf einlässt, kann hier wirklich in einer anderen Welt landen, bevölkert von den unterschiedlichsten Wesen :) Zum Festival gehört auch ein Ritual, nämlich die feierliche Verbrennung der Wicker-Figur, in diesem Jahr der WickerGaia, der die Besucher vorher persönliche Gegenstände, Speisen etc. geopfert haben. All diese Dinge machen das Castlefest in meinem Augen zu einem einzigartigen, ganz besonderem Festival und ich freue mich jetzt schon darauf, in 2013 dorthin zurückzukehren.
Doch was hat das alles jetzt mit dem Norden, also dem Thema dieses Blogs zu tun? Nun, unter den zahlreichen, internationalen Künstlern, die dort auftraten befanden sich auch einige aus dem hohen Norden, und um die soll es nun im Folgenden gehen. 

Eröffnet wurde der Reigen an nordischen Bands schon am Donnerstag beim Eröffnungskonzert mit den Norwegern von Wardruna. Leider konnte ich an diesem Tag selbst noch nicht anwesend sein, deswegen kann ich zu diesem Auftritt natürlich auch nichts sagen (nur so viel: Unter den Glücklichen, die da sein durfte, herrschte ziemliche Einigkeit, dass es genial war ;))
Wer sich jedoch lieber selbst ein Bild machen möchte, für den gibt es hier ein Video vom besagten Auftritt:


Am Samstag spielten dann die Dänen von Asynje auf. Asynje machen traditionellen skandinavischen Folk, gerne mit mittelalterlichen Elementen und Texten sowie unter Einsatz interessanter Instrumente. Gesungen wird auf Dänisch von Frontfrau Nanna. Das Ganze ist die meiste Zeit über sehr ruhig, ohne dabei aber langweilig zu werden. Und wie das Publikum an diesem Tag bewies, ist diese Art der Musik auch durchaus tanzbar und eignete sich richtig gut dafür, die vielleicht auch gerade erst auf dem Festival erworbenen Fertigkeiten im Balfolk (= Volkstümliche, Mittelalter-und Renaissance-Tänze, meist für größere Gruppen Tänzer in Reihen oder Kreisen) auszuprobieren :)

(Asynje)

Am Sonntag Nachmittag wurde es dann etwas experimenteller, als Euzen auf der großen Bühne auftraten. Die Musik von Euzen zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Hier treffen die klassischen Instrumente von Bands aus unserer Zeit auf elektronische Elemente und den Gesang der charismatischen Sängerin Maria. Diese war in ihrem elfengleichen Kleid und durch ihre faszinierende Art sich auf der Bühne zu bewegen sowieso ständig im Mittelpunkt des Interesses und man hätte auch durchaus das ganze Konzert damit verbringen können, ihr zuzuschauen. Als dann auch noch bei einem Lied die wunderbare Beatrice Baumann die Bühne betrat, dürften wohl keine ästhetischen Wünsche mehr offen geblieben sein. Ihre Show mit Kontaktjonglage passte einfach perfekt zur Musik!

(Euzen)

Obwohl auch viele der anderen Künstler wunderbar waren, beende ich nun dieses Beitrag, da diese anderen Musiker eben leider nicht in den Rahmen passen, den ich mir in diesem Blog gesetzt habe. Ich hoffe trotzdem, dass der ein oder anderen neugierig geworden ist und sich die genannten Bands und vielleicht auch das Festival an sich einmal näher anschaut :)