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Mittwoch, 14. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 4

Es ist Mittwoch, ich fühle mich gesundheitlich eher mäßig, habe frei und alle Hausaufgaben für diese Woche schon erledigt - ein perfekter Tag also, um die Berichterstattung rund um mein bisheriges Konzertjahr fortzusetzen! :)

05. April 2014: MPS Konzert Party, Westfalenhalle Dortmund

Ok, streng genommen handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein Konzert, sondern eher um ein Festival oder wie der Name der Veranstaltung schon sagt, um eine Party. Da ich aber an dem Tag keine Fotos gemacht habe, scheint es mir zu langweilig, einen eigenen, großen Festivalartikel daraus zu basteln. 

Am 05. April war es also zum zweiten Mal so weit. Gisi, der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum - kurz MPS - lud ein zur Geburtstagsparty in der Dortmunder Westfalenhalle. Ursprünglich hatte die Party, bei der sowohl Gisis als auch der Geburtstag des MPS gefeiert werden sollen, dieses Jahr sogar zweitägig stattfinden sollen. Daraus wurde leider nichts, da der Vorverkauf insbesondere für den ersten Tag nur sehr schleppend verlief.

Aus der Zeit, in der die Veranstaltung noch als zweitägig angesetzt war, existiert auch ein Trailer:


Da die Gäste an diesem Tag aufgefordert waren, nach Möglichkeit in Gewandung zu erscheinen, war dies der perfekte Anlass für mich, meine neue Wikinger-Gewandung einzuweihen. Ich hatte sie in den Wochen zuvor mühsam und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter selbst genäht. In dieser Gewandung machte ich mich dann also mit ÖPNV auf den Weg zu unserem Treffpunkt vor einem "Restaurant" einer bekannten Fastfood-Kette. Für alle, die das noch nie probiert haben, kann ich nur sagen: Es ist eine Freude, sich gewandet zwischen "normalen" Bundesbürgern zu bewegen. Die Blicke, die einem zufliegen, sind oftmals mehr als Gold wert.

Noch etwas vor Einlass erreichten wir schließlich das Gelände der Westfalenhalle. Gelangweilt in der Warteschlange rumstehen entfiel gänzlich, denn vor der Halle gab es einen Mittelaltermarkt zu besichtigen, der seinem Namen dieses Jahr zum Glück gerechter wurde als im Jahr davor. Für die musikalische Unterhaltung sorgten zu jenem Zeitpunkt Mr. Hurley und die Pulveraffen und kurz darauf Satolstelamanderfanz.

Als wir schließlich doch in der Halle landeten, galt es erst einmal eine wichtige Anschaffung zu tätigen: Omnia hatten aus Anlass der Party den Vorverkauf ihres grandiosen neuen Albums "Earth Warrior" vorverlegt. Das Interesse war groß: Schon während die Band ihren Merch-Stand aufbaute, lauerte eine Schar Interessenten in der Nähe und wartete auf den Verkaufsstart.

Musikalisch wurde die Party dieses Jahr von Metusa eröffnet, die viele Songs vom neuen Album präsentierten. Leider war um diese Zeit noch nicht all zu viel los in der Halle und der Funke schien auch nicht recht auf das Publikum überspringen zu wollen - ein Phänomen, das mir bereits letztes Jahr bei vielen der Konzerte während der MPS-Party in der Westfalenhalle aufgefallen war. Vielleicht ist diese riesige Indoorbühne einfach nicht der richtige Rahmen für eine Mittelalterveranstaltung...

Ich muss zugeben, dass ich mich an die genaue Running Order der weiteren Konzerte nicht mehr so genau erinnere. Zu den Konzerten von den Cobblestones, Corvus Corax und Fiddler's Green kann ich sogar gar nichts sagen, da ich sie schlicht nicht gesehen habe. Die Spielzeiten dieser Bands habe ich nämlich draußen auf dem Markt verbracht, wo die Stimmung extrem gut war und ein leckerer Hanffladen auf den Verzehr wartete. 

Generell gab es gute Gründe, dem Markt vor der Türe einige Aufmerksamkeit zu widmen: Mr. Hurley und die Pulveraffen präsentierten draußen ihren neuen Song "Schrumpfkopf im Rumtopf" und mit Faey spielte eine ganz neue Band, deren Auftritte ich mir alle anschaute.

Faey zu sehen war für mich ein klares Highlight des Tages. Die Bamberger Band rund um die ehemalige Faun-Sängerin Sandra Elflein hatte gerade ihr erstes Album "Golden Apples" veröffentlicht und stellte sich an jemem Tag erstmals einem größeren Publikum außerhalb Süddeutschlands vor. Schon nach kurzer Zeit schaffte es die Band, das deutsche (!) Publikum zum tanzen zu bringen, man sah leichte Balfolk-Versuche, wie man sie sonst eher aus Holland kennt. So war auch eine unserer ersten Feststellungen: Die müssen in den Niederlanden spielen! Das wird SO eine Party! - Ein Wunsch, der sich hoffentlich erfüllt.

Hier eine kleine Hörprobe der Band:


Nun aber nochmal zurück zum Geschehen in der Halle: Auch Omnia präsentierten an diesem Tag eine ganz besondere Neuheit, nämlich ihren neuen Gitarristen Satrya, der bewies, dass Omnia ohne Gitarristen echt etwas gefehlt hatte - was einem vorher gar nicht so bewusst gewesen war.

Saltatio Mortis hatten natürlich die Stimmung auf ihrer Seite. Von allen Konzerten, die ich mir in der Halle angeschaut habe, tobte das Publikum bei ihnen am meisten. Auch waren sie an diesem Tag endlich wieder in voller Besetzung, da Jean sich von seinen schlimmen gesundheitlichen Problemen erholt hatte.

Als vorletztes spielten schließlich Feuerschwanz. Zu diesem Zeitpunkt war aber bei uns so ziemlich die Luft raus. Da man ohne Ankündigung die Tribünen an diesem Tag nicht geöffnet hatte, blieb als Alternative zum ganztägigem Stehen eigentlich nur, sich auf den Boden zu setzen. Das ist nach kurzer Zeit eher mäßig bequem. Gemeinsam beschlossen wir also, unseren Tag auf der MPS Konzert-Party zu beenden und uns auf den Heimweg zu machen. Sehr Leid tat mir, dass wir so die letzte Band des Abends, Knasterbart, verpassten, aber es hätte vermutlich eh keinen Sinn mehr gehabt. Vielleicht schaffen wir es ja bei der nächsten geplanten Party 2018 einmal, bis zum Ende durchzuhalten...

Montag, 12. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 3

21. März: Saltatio Mortis (Support: Metusa), Hyde Park Osnabrück

Im März machten Saltatio Mortis im Rahmen ihrer "Das schwarze IXI"-Tour halt im Hyde Park. Nicht dem großen in London, sonderen dem etwas kleineren, dem etwas Abseits gelegenen in Osnabrück. Obwohl das Ding mit öffentlichen Verkehrmitteln eher mäßig gut zu erreichen (bzw. vor allem Nachts zu verlassen) ist, war dies ein guter Anlass, sich doch einmal wieder dorthin zu begeben.

Als wir die Location knapp eine Stunde vor Einlass erreichten, wartete wie gewöhnlich bei Saltatio Mortis schon eine stattliche Schlnage vor der Halle. Viele waren trotz der eher winterlichen Temperaturen erstaunlich leicht bekleidet - da gilt wohl das Motto "Wer schön sein will, muss leiden". Dafür, dass es in der Warteschlange nicht langweilig wurde, sorgte unter anderem Dominik, der Sänger der Supportband Metusa, der überall, wo er auftaucht, für Action sorgt. Für den youtube-Kanal von Metusa bewegte er sich mit einer Kamera durch die Wartenden und erforschte mit dieser sogar, was es wohl unter den Schottenröcken einiger junger männlicher Besucher zu sehen gab.

Als dann alle drin waren und Metusa ihren Auftritt absolvierten, war es in der Halle schon gerammelt voll. Die Jungs und Mädels um Frontsau Dominik aka Domenicus der Saitenreiter präsentierten an diesem Abend ihr neues Album "Zahn der Zeit". Für mich war es auch ihr erstes richtiges Konzert in der neuen Besetzung nach dem Weggang von Dudelsack-und Flötenspielerin Anja. Obwohl mir das Konzert durchaus gut gefallen hat, kann man doch nicht leugnen, welch große Lücke Anja mit ihrem Ausstieg hinterlassen hat und es wird für mich noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich an die neue Besetzung gewöhnt habe. Aber das ist vermutlich nur ganz natürlich. Von den neuen Songs blieb mir besonders das fröhlich zum Mitsingen geeignete "Gemeinsam" im Gedächtnis.

Hier wie üblich eine kleine Hörprobe der Band:


Nach Metusa hieß es dann Bühne frei für die Headliner: Saltatio Mortis. Diese mussten an diesem Abend wie auch an den anderen Terminen der Tour in unvollständiger Besetzung auftreten, da Schlagzeuger Jean während einer Probe am Beginn der Tour ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sein Fehlen hörte man natürlich, doch die Band machte aus der schwierigen Situation das Beste und rockte, was das Zeug hält. In der Halle wurde es bald auch unerträglich heiß und eng, was auch mein einziger Minuspunkt an diesem Abend war.

Falls jemand die Band wirklich noch nicht kennen sollte, folgt auch hier nochmal ein kleiner Appetizer:


Am Ende waren alle verschwitzt und zufrieden und meine Begleitung und ich machten uns auf den Heimweg. Schon am nächsten Abend sollte der Konzertspaß weitergehen...

22. März: Punch'n'Judy, The Muddy Echoes & die B.R.U.T.. Consol 4, Gelsenkirchen

Nicht einmal 24 Stunden später machten wir uns also auf den Weg ins Ruhrgebiet. Anlass unseres Besuchs war ein Konzert von Punch'n'Judy. Die Location war mal etwas ungewöhnlich für unsere Verhältnisse, eine Art Jugendzentrum in einem ehemaligen Zechengebäude. Und es passiert ja auch nicht aller Tage, dass man in einem Venue vor Beginn des Konzerts darauf hingewiesen wird, nicht in den Flur zu kotzen oder in der Umgebung wild zu pinkeln... Wie dem auch sei: Bevor Punch'N'Judy die Bühne entern durften, warteten zunächst noch zwei andere Bands auf uns.

Eröffnet wurde der Abend von "Die B.R.U.T.", einem spontan ins Leben gerufenem Projekt einiger Lokalgrößen (so sagte man uns), die wir als ortsfremde natürlich nicht kannten. Das traf textlich jetzt nicht so ganz mein Geschmack, musikalisch war es eine ungewöhnliche Mischung aus Deutschpunk mit ausgedehnten Metal-Gitarrenriff-Parts.

Es folgten The Muddy Echoes, eine lokale Indie Pop/Rock Band, die durchaus angenehm zu hören waren. Leider machte bei ihnen der Sound an einigen Stellen ganz schöne Mucken, was den Hörgenuss etwas dämpfte.

Zum Abschluss kamen dann die von uns lange erwarteten Punch'n'Judy. Musikalisch ging es hier nochmal in eine ganz andere Richtung, welche die Band selbst Crossover-Folk nennt. Die Band hatte eine ordentliche Anzahl an Fans mitgebracht, so dass die Stimmung von Anfang an super war und alle bei Band-Hits wie dem "Koboldkönig" oder "Grace O'Malley" mitsingen konnte. Schon alleine dieser Auftritt machte den ganzen Weg nach Gelsenkirchen mehr als lohnenswert!

Da seit letztem Jahr auch ein offizielles Video der Band existiert, welches passender Weise auch noch genau in der Location aufgenommen wurde, in der das von mir besuchte Konzert stattfand, möchte ich euch auch dieses nicht vorenthalten: